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Str. 39 37.Jahrgang

Beilage des Vorwärts Preußens Trauer.

Die Breußische Landesversammlung ist am Mitt- Inister die Gebiete bereisen, um zu helfen. Wenn man daraus, daß moch wieder zusammengetreten.

Vizepräsident Dr. Borsa erinnert daran, daß mährend der Ber­tagung ber graufame Friedensvertrag in Straft getreten fei, der fernbeutsche Gebiete von Deutschland losreige. Die Preußische Landesversammlung nimmt, so bemerkt der Vizepräsident unter leb­hafter Zustimmung, einmütig mit dem Gefühl tieffter Trouer von Dieser überaus schmerzlichen Tatsache Kenntnis. Die Bevölkerung dieser Gebiete irb aber nicht bom deutschen Stamm, von deutscher Kultur, bom deutschen Geistesleben und deutscher Cache losgelöst, mir geloben ihr Treue für immerdar und wissen, daß auch sie uns Sieje Treue halten wird. Wir vertrauen, daß die Gerechtigkeit der Weltgeschichte sie wieder mit uns vereint.

Wbg. Adolf Hoffman( U. Soz.): Auch wie bedauern die Los­weigung deutschen Landes, erstreben aber die Rebifton des Friedens bertrages nicht durch einen nenen Strieg. Wir erwarten die Ge­rechtigkeit der Weltgeschichte durch den Sieg des internationalen Sozialismus.

nur 125 000 2. gefordert werden, einte unlautere Propaganda gegen Breuzen herleitet, so wird hoffentlich die rheinische Bevölkerung sich darum nicht beirren lassen.( Beifall.) Der Antrag der Regierung wird einstimmig angenommen. Es folgen

Kleine Anfragen.

den Vorkehrungen getroffen, bie ungehemmte Zuwanderung zu ber­hindern. Für einen Teil der Ausländer müßten Fremdenkolonien Auf Anfrage Dr. Jordan( Dem.) erklärt die Regierung, es wür eingerichtet werden bis zur Abschiebung.

Donnerstag, 22. Januar 10

treten. Die Frau muß auch im Staatsleben die Kameradiu des Mannes werben. Das Zentrumsprogramm ist wie ge­schaffen, die Begeisterung gerade der Frauen zu wecken. Im bater­ländische und nationale Gesinnung zu betätigen, brauchen unsere Frauen nicht nach rechts zu geben. Im Kampfe gegen den Sozialismus müssen wir das Banner des guten Glaubens aufrollen. Die Frau soll in der Politit nicht einfach eine Nachahmerin des Mannes sein, das Ethos unseres politischen Lebens wird sich durch die Mitarbeit ebler Frauen heben. Echte Männlichkeit soll die Politik beherrschen, aber die Frauen dürfen nicht vermännlichen, sondern müssen ihre Weiblichleit bewahren. In unserer Hand liegtes, das Frauenwahlrecht zu einer Errungenschaft und Wohltat zu machen. ( Bebhafter Beifall.) Präsident Fehrenbach dankt der Rednerin und männern und Frauen fieghaft sein möge. über ihre allau geringe Berüefichtigung bei der Besetzung der gibt der Hoffnung Ausdrud, daß das Blindnis zwischen Zentrums­In der Diskussion erheben die Frauen Lebhafte Mage Ehrenamter in der Partei und bei der Berteilung der Mandate. Gefordert wird, daß alles getan wird, um die politische Durch bildung der Frauen zu fördern. Frau Abgeordnete Neuhaus betont besonders, daß das religiöje moment wie fein anderes geeignet ist, die Frauen an das Zentrum zu fesseln. Eine Dele gierte aus Möln unterstreicht start, was die Referentin über die innere Ablehnung der Gleichberechtigung der Geschlechter in der Bartei gejagt hat. Es sei ein Unterschied, ob man eine Forderung Stände bei der Auf­Bizepräsident Dr. Frenzel schlägt Berbagung vor. ftellung der Kandidatenlisten entgegen und betont, daß das Bar Abg. Adolf Hoffmann( U. Soz.) ersucht, den Antrag der Unab lament die Vertretung des ganzen Wolfes sei und darum nicht die hängigen auf Zugehörigfeit zu einem Stande, sondern die Tüchtigkeit des ein­zelnen ausschlaggebend bei der Ausivahi ber Standidaten feint müffe. Bon seiten der Männer wird die Tüchtigkeit der Frauen in der Bartei und die Berechtigung ihrer Wünsche anerkannt und deren Erfüllung zugefagt.

Gin Verbot des Straßenhandels mit Süßigbeiten( Anfrage Hammer[ Dnat.]) fann die Regierung nicht erlassen, da es Reichs­fache ist.

Der Beschluß der Gemeindevertretung Berlin Hohenschönhausen , daß bei Verheiratung von Beamtinnen das Beamtenverhältnis zu lösen ist( Anfrage Frau Arendsee [ 1. Sos.]), miderspricht der Reichs­verfassung und wird von der Regierung beanstandet. Der Antrag Dr. Faßbender( 8.), bie Landwirtschaftliche Hoch­

Me erster Gegenstand steht auf der Tagesordnung der Antrag jahule aus Berlin fortzuverlegen, wird nach kurzer Debatte anges nur verirete oder anerkenne. Frau Abgeordnete Sch mit tritt der

der Regierung, betreffend Gewährung von

macht

Beihilfen an die durch Hochwasser Geschädigten.

Nachdem Ministerpräsident Hirsch die Borlage fura begründet, Abg. Schüling( 3.) borauf aufmerksam, daß den Landwirten im Uebersemmungsgebiet besonders geholfen werben nrüffe.

Abg. Zörgiebel( Soz.):

nommen,

Aufhebung des Belagerungszustandes

morgen als erften Buntt auf die Tagesordnung zu jetzen, da im Lanbe Gerüchte verbreitet wurden, an beren Alärung die Regierung besonders interessiert fei. Rebner bezieht sich auf den Artikel einer Durch Frost und Mizernte ist unsere Ernährung gefährbet, und Bentrumstorrefpondens, wonach fich unter Führung jakt, wo wir endlich die Kriegsgefangenen wieber in der Saimat be- Eberts, Bauers, Nostes und Stochs eine Art Direktorium gebildet grüßen wollen, feht eine Sochmafferbatastrophe ein, wie foir fie feit hatte, um mit rüdfichtelojen Mitteln die Ordnung im Lande wieber Menschengedenten nicht erlebt haben. Der Saben läßt sich zahlen herzustellen. Daraus gehe herbor, da diese Auslassungen schon am mäßig gar nicht berechnen, allein in Neuwied ist für über anderthals 12. Januar berschickt wurden, also einen Tag vor den Zujammen. Millionen Schaden an städtischem Eigentum angerichtet worden. But stößen vor dem Reichstag , daß die Regierung einen Anlaß gejucht diesem Schaden steht die von der Regierung bewilligte Summe von habe.( Großer Tumult und Gelächter.) Nach einer Unterbrechung 125000 M. in gar feinem Verhältnis.( Gehr richtig!) Mit dieser durch den Vizepräsidenten bleibt der Redner dabei, daß die Diktatur geringen Summe ist nur den Sonderbündlern am Rhein den Vorfall vom 13. Januar gebraucht habe.( Großer Lärm, die meres Material geliefert worden.( Rebhafte Zustimmung.) Schnellste Mehrheitssozialisten und die Unabhängigen reden erregt aufein Lieferung von Hohle ist notwendig, damit die Wohnungen ausge- ander sin.) trodnet und wieder beziehbar werben tönnen. Die Regulierung der Mar würde nicht nur die Hochwassergefahr verringern, sondern ihre Wasserkraft würde uns über 500 000 Tonnen Kohle ersparen. ( Sört, hört!)

Finanzminister Dr. Südekum:

Simmel und Hölle haben sich gegen uns verschworen. Die Silfsaktion der Regierung versteht sich von selbst. Bisher durfte fein preußischer Minister in die befehten Gebiete fahren, und in unferer Hand ist auch die Wahrung der Ehre der preußischen Re­gierung gelegt, die uns benbieter, einen fremden Offizier um die Erlaubniß zu bitten, in ein Land zu gehen, das unferer Souverä nität untersteht. Wenn das Waffer abgelaufen ist, wird ein Mi­ 5

]

Der Zentrumsparteitag.

( Schluß aus der benbausgabe.)

Jan Krebsereuter.

Seine Taten, Fahrten und Meinungen. Aufgezeichnet von Hans Müller- Schläffer.

Um 8 Uhr abends wird zur Abstimmung über die Satzungen geschritten, die nach dem Beschluß der Zentrumsvereinigung in ber Nationalbersammlung vom Oftober 1919 vorliegen. Mit einigen Henberungen wird die Vorlage einstimmig angenommen. Darauf vertagt sich der Parteitag auf Donnerstag 9 Uhr.

Wirtschaft.

Zur Aufhebung der Zwangswirtschaft. Abg. Heller( Soz.): Meine Freunde find selbstverständlich bereit, Die Fraktion der Deutschnationalen und der Deutschen . den Antrag zur Berhandlung zu bringen, aber nicht morgen, zumal Bolfspartei haben in der Nationalversammlung folgende die Unabhängigen den Anlaß zur Wiedereinführung des Belage Anfrage gestellt: rungszustandes gegeben haben.( Großer Lärm bei den 1. Goz.) Die Wie berlautet, bringt jetzt auch in Regierungskreisen die An­Unabhängigen baben nicht den Deut, den Maffen au fogen: Bir fit burch, daß bie Zwangswirtschaft in Deutschland nicht mehr auf­multszenen. Mehrheitssozialisten und Unabhängige beschuldigen sich nährungsverhältnisse die landwirtschaftliche Probuftion freigegeben haben cuch in die Maschinengewehre hineingehest!"( Erneute Turechterhalten werden fann und daß zur Hebung der deutschen Gr­gegenseitig.) werden muß. Erifft diese Annahme zu?

"

Nach einer Grwiderung des 2bg. Rosenfeld( 1. Goz.) wird der Antrag Soffmann gegen die Stimmen der Unabhängigen abgelehnt, Nächste Sibung Donnerstag, 12 hr.( Beamtenbesoldung uns fleine Vorlagen.)

Schluß 6% Uhr.

bereiten, durch die den Behölkerungsschichten, deren Einkommens Auf jeden Fall ist es geboten, schon jest Maßnahmen vorzu­verhältnisse der zu erivartenden allgemeinen Erhöhung ber Breije nicht folgen tönnen, die Möglichkeit gesichert wird, diese wirtschaft­liche, Eniwidlung zu überstehen. Bat die Regierung fich mit dieser rage bereits beschäftigt und welche Maßnahmen gebentt fte zu ihrer jachgemäßen Lösung zu ergreifen?

Wir erwarten eine schriftliche Antwort." Hierzu schreibt die Deutsche Tageszeitung":

sie sich in die Barteien ein. Die Frauen aus den alten Zentrums familien tourden Schildhalter unferer Partei. Benn der Zentrums wagen auf die jetzige Höhe heraufgeführt wurde, so verdanten wir das in erster Linie den Frauen.( Sehr richtig!) Bei den abgegebenen Rentrums. stimmen überwogen die Frauenstimmen die der Männer bei Die Anfrage beweist, daß den Gegnern der Ananasmih Bis gegen drei Uhr plätschert die Debatte über die Frage der weitem.( hört! hört!) Die Frauenstimmen als das Grundschaft das Wohl der Bevölkerungsfreise, die durch die Herstellung Barteiorganisation und Preffe in den von Dr. Brauns gerüft unserer Partei müssen restlos erhalten bleiben. Für der Wirtschaftsfreiheit voraussichtlich für ein längeres gewiesenen Bahnen dahin. Vor faft leerem Hanje tragen die Rebner bie Bartet gab es ein Frauenproblem nicht. Die Gefahr einer Uebergangsstadium höhere Ausgaben für die notwendigen Lebens­ihre Wüniche bor; nur einmal wird es lebhafter. Der Partei Frauenpartei scheint überwunden zu jetretär lagt über die geringe Achtung, die man den Getretären reiner Fraueninteressen würde eine Abnormität bebenten. Abson einem Vertreter der Nurfojumenten", sondern baß fie zugleich sein. Die Vertretung mittel haben würden, nicht nur ebenso am Herzen liegt, wie irgend entgegenbringe und darüber, daß man ihnen nicht nur den Weg zu derungsbestrebungen treten wir am besten badurch entgegen, daß möglichst früh Borsorge dafür getroffen wiffen möchten, daß diese den Barlamenter versperrt, sondern auch die Führereigenschaft ab- wir für unsere Partei den Grundsatz der gleichen Rechte und Bevölkerungsschichten jene Zeit ohne Schaden überstehen können. spricht. Dr. Brauns betont demgegenüber, daß man in einer Bflichten gelten laffen. Die äußere Ablehnung der gleichen Rechte Die Anfrage, die unferes Biffens aus Iandwirtschaftligen Berfon nicht den Sekretär und Führer bereinigen tönne. Es dürfe für bie Frauen ift überwunden, die innere in der Zentrumspartei nicht fo weit tommen, daß die Partei noch nicht. aber Areisen angeregt wurde, ist um so mehr zu begrüßen, ( Sehr richtig.) fekretäre die Bläge der Pflegi haft einnehmen. Unsere Partei darf nicht den je größer die Gefahr ist, daß die Regierung auch in dieser Frage Anschein erweden, In der Nachmittagssigung referierte Fräulein Drangfeld über als als achte fte die Frauenrechte weniger ipiederum die nötige Voraussicht vermissen lassen und eines Tages die anderen Parteien. Das politische Selbstbetoußt einer schweren Lage unvorbereitet gegenüberstehen könnte. Soffent­bas Thema: Die Frau in der Zentrumaspartei". Sie gibt einen fein der Frauen fordere Vertretung in den Parteiinstanzen und lich machen sich Regierung und Barlament an der Hand dieser An­Ueberblid über die Entwicklung des Frauenwahlrechts und meint, Barlamenten nach eigener Wahl. Von den fünf Sentrumsabgeord frage den vollen Ernst unserer Ernährungslage flar und ziehen daß dasselbe au ohne die Mevolution gekommen wäre. Bei dem netimen in der Nationalversammlung lommen vier aus dem aus ihr endlich die Folgerung, wie am ersten noch im Interesse der Aufmarsch zu den Bahlen zeige es sich, wie sehr die Frauen schon Rheinlande( Hört! Hört!) und nur eine aus Westfalen. Auch die Berbraucher gezogen werden muß: baß wir mit allen Mitteln, bor politifiert wären. Der Tradition ihrer Familie folgend, reihten Bayerische Boltspartei ist nur durch eine Frau im Barlament ver- allem mit dem Grundmittel der Wirtschaftsfreiheit, die Landwirt­Grades und der stolpernde Quaddelmechel bogen aus schattete die dice, rote Safe. An dem Auf und Ab des grauen der Hafenstraße in die Bergerstraße ein, wo ihnen von weitem Schnauzbartes fonnte man sehen, daß der Drögendid irgend schon der Marktlärm entgegenfchallte. Sie mußten den zwei- etwas faute. Und wenn man sich an den blauen Schatten räderigen, hoch mit leeren Gemüseförben beladenen Eiels- hinter Drögendid gewöhnt hatte, sah man in den auf dem farren der Bauern ausweichen und als fie auf den Marktplatz Rücken liegenden Händen ein zerknittertes Stüd Zeitungs­famen, blieben fie eine Beitlang vor dem lauten, tönenden papier, aus dem er ab und zu etwas herausfingerte und rasch Geiminel stehen, um einen Weg zum Hindurchkommen zu in den Mund steckte. Ueber all dem Lärm und Gewühl faß finden. Die Hammer, Volmerswerther und Oberkasseler in seiner chernen Nube der Kurfürst Jahn Wellem auf dem Bauernweiber saßen did und breit in ihren gesteppten Röden diden Pferde und hielt gleichsam beschwichtigend sein Zepter bei ihren Gemüse- und Kartoffelförben und schrien, feilschten, ausgestredt. Die respetilojen Spazen büpften auf seiner freischten und knäbbelten sich mit den Bürgersfrauen, die grünen Strone herum und miticherten ihm fred, in die Ohren, pei Pfennige vom geforderten Preis abhandeln wollten. und die grelle Märzjonne figelte ihn in der knubbeligen Nase. ein feines, eisernes Defchen, das mit glühenden Holzkohlen bunte Getümmel, drüdten sich an Drögendid vorbei, den Zwischen den Knien hatten sie das Romförke" geklemmt, Grades und Quaddelmechel svängten sich durch das gefüllt war. Das Köpple" mit dünem Kaffee hielten sie Grades mit einem heiteren Stopfniden grüßte, und gingen zwischen den Händen. Die blaue Leinenschürze spannte sich ins Stathaus. An dem alten, schmiedeeisernen Notokotreppen­um den Leib und die Schenkeln und das buntgewirfte, mit geländer vorbei schritten sie in den düsteren Rorridor und ranjen besette wollene Umschlagtuch, das den weißen, ge- juchten die Tür mit dem Schildchen Klapbor, Standes. zadten Rand der Schlafmüze sehen ließ, padte die maffine beamter". Brust warmt ein und war auf dem Nücken zu einem diden Senoten geschlungen. So faßen sie da wie aus Ton gefnetet und schrien, feilschten und freischten. Nur der Kopf bewegte fich manchmal, und das Maulwerk klapperte in einem fort. Es ging so rasch, daß es von weitem aussab, als stünde es immer offen. In den Käsebuden aber, die rings um das Jan­Wellm- Denkmal aufgebaut waren, gestikulierten die Käse händler mit den blanken Messern, mintten mit den Armen die Käufer heran, ließen mit hochwichtiges Miene ein Scheib en Solländer Stäie foften, redten ben als um den Nand ihrer Bude, wenn bei einem Konkurrenten ein Räufer stand. die Bürgersfrauen, ließ sich ein Schüler der nahen Maler- an Bwischen den Körben fchoben und drängten sich und stolperten akademie Enuffen und puffen, der Motive für sein Sfizzen­buch fuchte. Achtung för de Söhneroge!" schrie ein Eden­fteber, der für ein paar Saufgroschen einen Korb mit Ge müse auf der Schulter herbeitrug. Auf den Stufen zur Nat­haustür, zwischen den Schlüsselblumen und Schneeglödchen­händlerinnen, stand wie eine Bildsäule der alte Drögendid, der Polizist und Marktaufseher in einer Person war. Der lange, blaue Uniformrod mit den blanken Messingknöpfen ,, Gode Dag, Herr Standesbeamter!" berbefferte Quad­oölbte fich über dem Bauch, an dem weißen Bandeliere hing der gefährlich aussehende breite, gekrümmte Säbel in der die Brille hiweg an und schrieb dann weiter. Morgen," erwiderte Alabdor, schaute die beiden über schwarzen Lederscheide. Der breite Bederschirm der Müze be­Fort. folgt.)

Madam Krüll, da habt Ihr wahrhaftig als Gott recht! Ich sag, die Ueberfahrt vom Leben zum Dot ist so burz, dat man alles, wot man von Glüd an Bord bat, gut verstauen foll, und alles, wat sich von Widerwärtigem und Traurigem auf Ded fuscht, über Bord schmeißen soll. Glüd ist die beste Fracht, lag' ich, und für die Fracht muß man selber forgen, denn die anderen forgen nit dafür. Ich sag', Glück ist der befte Wind, Glück ist--" Grades," unterbrach ihn Quaddelmechel, es soll gut sein, halt du deine Sted', ich geh' unterdes nach'm Standes Sel" rief Madant Krüll und riß die Augen auf, Stan­besami?? M'fieur Grabes!!?"

amt."

"

Jatoll!" antwortete der, und ein stolzes Bachen lag über feinem roten Geficht, ich muß den ersten sung anmelden!" ,, Oh, la la! Sacre nom de Dieu!( O, la, la, Seilige Mutter Gottes) Ein Junge! Jich gratulier! Jich gratulier!" Sie ergriff Grades' Hand und schüttelte sie kräftig. Grüßen die junge maman und füffen den kleinen Dauphin! Oh, wie misch bas freuen! Permettez!( erlaubt) ich muß auch anfteder eine Sterße für den kleinen Mann, bag er wird ein großer Junge wie mon cher petit( mein teurer fleiner) Matthieu!"

Sie zündete eine dritte Kerze an.

Mon petit Matthieu wird werden in brave Mann, wie eine war mon bon Matthieu. Sie müffen fennen meinen petit Matthieu! Er ist so groß schon wie feine alte maman, oni! Er ist in Lehre bei m'fieur Levrault, wo er lernt, wie man macht die Bücher. Oh, ist ferr fleißig! Bald er fann ernähren seine alte, arme maman, oui!"

So Gott will, Madam Krüll!" sagte Grades, und adchüß!"

Adieu, m'fieur Grades! Adieu, m'fieur Sattelmefchell!" Die beiden gingen weiter, und Madam Krül feste fich wieder auf ihr Selappstühlchen, nahm ihren Stridstrumpf und nickte ihnen glücklich lächelnd nach.

au: Süh. Grades! Du kannst doch nit mit der Bief bei dem Grabes wollte anzlopfen, da raunte ihm Quabdelmechel Serrn reingeh'n! Ich sag ja, du haft kein' Manier, mit den Leut' umzugeh'n!"

Grades nickte und ging zurück ins Selle und flopfte vor­fichtig seinen ,, Nafen värmer" an dem bunten Borzellanschild aus, das drei Fuß hoch in die Wand eingelassen war. Ein­gerahmt von einem Blumenkränzchen stand da, Wasserstand 1748"

Fernand!" rief Grabes, gud mal, dir wär' dat affer bis an den Bauchnabel gegangen."

die Tür und klopfte. Grades ftedte das Pfeifchen in die Rodtasche, ging wieder

Berein!" hörten sie eine dünne Stimme und hinterher

ein Süfteln.

Sem Mermel an der Klinke hängen. Grades trat ein; der eifrige Quaddelmechel blieb mit

Schirmkappe ab und zerknüllte sie in der Hand. ,,' Dag, Herr Alapbor!" sagte Grades, nahm die

delmechel.