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Nr. 207 37. Jahrgang

Beilage des Vorwärts

Annahme der Wahlgesetze.

Die Nationalversammlung erledigte am Donnerstag| daß der vorgelegte Gefeßentwurf sich in allen Kulturländern sehen zunächst den Antrag des Wohnungsausschusses auf laffen fann; hoffen wir, daß dies auch bei dem nach diesem Gesetz gewählten Reichstag der Fall sein wird.( Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.)

Errichtung von Bergmannswohnungen.

Abg. Mumm( Tnail.): In der Wohnungsfrage muß der Erz­bergbau dem Kohlenbergbau gleichgestellt werden.

Abg. Ofterroth( Soz.): Nicht das Reich soll die Kosten der Wohnungen tragen, sondern die Gelder müssen aus den Auslands­überschüssen entnommen werden. Der Redner beantragt, diefe Wohnungsfürsorge auch auf den Kalibergbau auszudehnen, wo 4000 Wohnungen fehlen.

Reichsarbeitsminister Schlicke: Da die Ausführung dieser Wünsche auf große Schwierigkeiten stößt, fönnen wir froh sein, wenn wir für den Kohlenbergbau die nötigen Wohnungen herstellen. Abg. Mumm( Dnat.): Es geht nicht an, daß man uns jetzt auf einmal mit solchen Anträgen überrascht.

Abg. Hente( U. S.) stimmt den Anträgen zu. Abg. Winnefeld( D. Vp.): Für die Wohnungen im Erzbergbau fönnte auch ein Teil der Kohlensteuer verwendet werden. Die An träge der Sozialdemokraten sind bedenklich.

Mit schwacher Mehrheit beschließt dann das Haus, daß die Wohnungsfürsorge auch auf den Kalibergbau ausgedehnt und die Mittel aus den Auslandsüberpreisen entnommen werden sollen. Das Gefeß über Maßnahmen gegen den Wohnungsmangel geht an den Wohnungsausschuß.

Das Reichswahlgefeh.

( Zweite Lejung.)

Abg. Brodauf( Dem.): Die Vorlage gibt den schlagenden Be­weis für die hervorragende Arbeit des Ausschusses; wir stimmen ihr trop mancher Bedenken gegen die Reichsliste zu.

Freitag, 23. April 1920

Abordnung der Marinebrigade aus Munster bei mir war und unter Drohungen die Zurüdnahme des Haftbefehls gegen Kapitän Ehrhardt und seine Belaffung an der Spitze der Truppe forderte. ( Hört, hört!) Ich habe keinen Zweifel darüber gelaffen, wie ich dente und hoffe, daß der Haftbefehl inzwischen ausgeführt ist. ( Beifall.)

Abg. Graf Dohna( D. Vp.): Die Politik darf nicht in die Wehrmacht getragen werden, deshalb sind wir entschieden gegen das Wahlrecht der Soldaten. Die Untersuchungsgefangenen müssen, folange sie nicht verurteilt sind, das Wahlrecht behalten. Die Abgg. Herold( 3.) und Waldstein( Dem.) sprechen gegen das Wahlrecht der Reichswehr.

Abg. Eichhorn( U. Soz.): Trop erheblicher Mängel stimmen wir Abg. Kazenstein( Soz.): Wir haben starke und berechtigte der Vorlage zu. Mängel erblicken wir vor allem in der Uebergröße weifel, ob die Regierungsvorlage nicht doch die Verfaffung ver­der Wablireise; ferner in der Bestimmung, daß keine Gruppe mehr legt, es geht nicht an, daß man den Soldaten das höchste staats­Size auf der Reidsliste bekommt, als wie sie in den einzelnen Wahl- bürgerliche Recht vorenthält. Wir sind darum unter allen Um­treifen erhalten hat; ganz besonders in der Entziehung des Wahl- ständen für das Wahlrecht des Heeres.( Beifall bei den Sozial­rechts für die Soldaten, wodurch sie erst recht der reaktionären Be- demokraten.) einfluffung ibrer Difiziere ausgefeßt find.

Abg. Dietrich( Dnat.) bestreitet, sich im Ausschuß wegen der Abstimmungsgebiete für Herbstwahlen ausgesprochen zu haben. Abg. Kemples( D. Vp.): Die Verwertung der Reststimmen ist Wenn die Arbeit so hastig geleistet ein wesentlicher Fortschritt. werden mußte, so ist das Schuld der Regierung, die diesen Entwurf nicht früher vorgelegt hat.

Abg. Dr. Fleischer( 3.): Die Zeit drängt. Wenn die Aussprache so weitergeführt wird, dann werden wir bis zum 6. Juni nicht fertig. Der grundlegende§ 1 wird darauf angenommen.

Kein Wahlrecht der Soldaten.

§ 2 Hanbelt von Wahlrecht und Wählbarkeit. Ausgeschlossen vom Wahlrecht ist 1. mer entmündigt ist oder unter vorläufiger Vor­mundschaft steht, und 2. wer die bürgerlichen Ghrenrechte verloren hat. Das Wahlrecht der Soldaten ruht. Behindert in der Aus­übung des Wahlrechts sind Straf- und Untersuchungsgefangene, aber nicht Personen, die aus politischen Grümden in Schushaft sich befinden.

Wbg. Schmidt- Sachsen( Soz.): Wir sind unter allen Umständen für das Wahlrecht der Soldaten. Wir haben doch heute nicht mehr die jungen Beute von früher und laut Friedensvertrag für 16 Jahre! Man braucht aus den Rafernen ja teine Mahlobale zu machen, der Solbat geht, wie jeder andere Bürger, eben auch zur Wahlurne. Er hat dazu un so mehr ein Recht, als ihm die Ber­teidigung seines Bandes anvertraut ist, das ihn zum Dant dafür noch von der Wahl ausschließt.( 3uftimmung links.)

Es wird auf je 60 000 abgegebene Stimmen ein Abgeordneter gewählt. Die Wahlkreise decken sich in den meisten Fällen mit den bisherigen, die geographisch oder geschichtlich zusammengehörenden find zu Wahlkreisverbänden zusammengefaßt. Innerhalb derfelben fönnen Vorschläge für verbunden erklärt werden, sofern sie sich der­felben Reichswahlliste zurechnen. Ueberzählige Stimmen aus den Wahlkreisen werden bei Liftenverbindung im Wahlfreisverband der jenigen Liste augeteilt, die die meisten überzähligen Stimmen hat. He weiteren tefte gehen auf die Reichsliste. Hat eine Liste innerhalb eines Wahlkreisverbandes in feinem Wahlkreis 30 000 Stimmen erzielt, so fann diefer auch infolge der Listen­berbindung kein örtlicher Abgeordneter zugeteilt werden. Die Stimmen geben vielmehr auf die Reichsliste. Auf Grund der Reicheliste aber darf keine Gruppe mehr Size zugeteilt erhalten, fuchungsgefangenen das Wahlrecht. als sie insgesamt in den einzelnen Wahlkreisen erhalten hat. Da­durch wird verhindert, daß fleine Gruppen, die nirgends im Reiche über eine größere Zahl von Anhängern verfügen, in den Reichstag tommen.

( Beifall.)

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Abg. Henke( U. Soz.) will auch für die Straf- und Unter­

Wg. Haußmann( Dem.): Das Wahlrecht für die Soldaten hal­ben wir angesichts der Gefahr, daß dadurch weitere Berflüftung in die Reichswehr getragen wird, für falsch.

Abg. v. Graefe( Dnat. p.): Die überwiegende Mehrheit meiner politischen Freunde ist für das Soldatentvahlrecht.

Abg. Graf Posadowsky( Dnat. Vp.): Für eine Anzahl meiner Freunde und mich erkläre ich mich gegen das Wahlrecht der Sol­baten, denn eine politifierende Armee ist eine Gefahr in jedem Staate.( Beifall in der Mitte und rechts.)

Reichswehrminister Geßler:

Wehrkammern

Abg. v. Graefe( Dnat. Vp.): Meine Stellungnahme ist nicht von der Hoffnung diftiert, die Stimmen der Reichswehr für uns zu gewinnen, aber es muß die Reichswehr verbittern, wenn sie kein Wahlrecht hat, während dies der Sicherheitswehr zusteht. § 2 wird darauf in der Ausschußfaffung angenommen, des­gleichen die§§ 3 bis 13.

Bu§ 14 beantragt Abg. Herold( 8.) die Erhöhung der Zahl der zur Aufstellung einer Wahlliste erforderlichen Unterschriften von 20 auf 50. Abg. Schmidt( Sog.): Die Zahl 20 ist im Ausschuß mit großer Mehrheit beschlossen worden. Man kann also nicht von einer Bus fallsmehrheit sprechen.

Der Antrag Herold wird angenommen.

Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfes über die Wahl des Reichspräsidenten .

Der Ausschuß hat die Vorlage dahin abgeändert, daß ber Wahltag durch den Reichstag und nicht durch den Reichspräsidenten bestimmt wird. G3 muß ein Sonntag oder öffentlicher Ruhetag sein, und er fanm verbunden werden mit einer Reichstagswahl oder einer allgemeinen Volksabstimmung.

Die Vorlage wird ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung angenommen.

Freitag 3 Uhr: Arebrag der Abgg. Bartschat und Genossen betr. Aufhebung der Verordnung über die Herauffeßung des Grund­lolmes und Ausdehnung der Bersicherungspflicht in der Stranden­versicherung. Dritte Lesung des Gesebentwurses über die Be­friedung" der Barlamenisgebäude. Schluß 7 Uhr.

Groß- Berlin

Gegen die Kappisten in den Gemeindeverwaltungen. Konferenz der sozialdemokratischen Fraktionsvorsitzenden. Auf Veranlassung des Bureaus der Kommunalen Konferenz der Gemeindevertreter von Groß- Berlin fand am 20. d. Mts. eine sehr gut besuchte Konferenz der Vorsitzenden der fozialdemokratischen Fraktionen bon Groß­Berlin statt, an der auch unserer Partei angehörende unbe teilnahmen. foldete Stadträte bezw. Schöffen einzelner Gemeinden

Reichsminister des Innern Koch: Es ist als großer Fortschritt zu betrachten, daß jeder Abgeordnete, der 60 000 Stimmen erhält, fofort gewählt ist. Es ist angeregt worden, die Zahl der Abgeord­neten zu vermindern. In Wirklichkeit ist aber der deutsche Reichs­tag eines der fleinsten Barlamente der Welt. Die ernsten Ge­fahren eines früheren Wahltermins für unsere Boltsabstimmungen werden viel zu wenig gewürdigt. Wir hoffen aber, daß das laute Bekenntnis zum Deutschtum im Getöse des Wahlkampfes nicht leiden wird. Ich will die Wahlen leiten, aber nicht machen. alle Barteien freigeben, nicht nur für die Bedürfnisse der jeweils Wer eine politische Armee will, muß die Agitation dann für Gegenstand der Verhandlung bildete eine Aussprache über die Abg. Schmidt Sachsen( Soz.): Eine der vornehmsten Er- herrschenden Mehrheit. Das Reichswehngeset, das vom Kabinett Borgänge bei dem Kapp 2üttwig Putsch. vornehm Errungenschaften der Revolution ift das Verhältnis- Wahlfystem, bereits einstimmig verabschiedet worden ist, fielt lich die Stellungnahme der Gemeindevertreter zu den Gemeinde­und besonders das Frauenwahlrecht, für das sich früher nur die beamten, die in ostentativer Weise gegen die alte Regierung fozialdemokratische Partei eingelegt hat. Wir hoffen, daß dadurch als öffentliche Vertretungskörper für die Berufsfragen der Solbaben aufgetreten sind, unter Mißbrauch ihrer Amtsgewalt den ihnen auch der Wahlkorruption ein Ende gemacht wird, denn gemein und vor; das müßte vor der Hand genügen. Die Reichswehr befindet nachgeordneten verfaffungstreuen Beamten Nachteile androhten oder ffandalös war es, wie im alten faiserlichen Deutschland besonders sich noch immer in einer unfoufolidierten Verfassung; die Erteilung der Parole des Beamten Gewerkschaftsbundes gefolgt und gestreift in den agrarischen Gebieten Wahlbeeinfluffung durch wirtschaftlich des Wahlrechts würde ein nares beunruhigendes Moment be- batten. In zweiter Linie tam die Stellungnahme der Gemeinde­Stärfere getrieben wurde. Der Verfassungsausschuß ließ beuten. Gewiß tommt es trok aller Verfügungen in der Reiche vertretungen und Gemeindevertreter bezüglich der technischen fich bei Beratung des vorliegenden Entwurfes einzig einzig von mehr noch zu Maßregelungen; das wird aber nur noch einige Tage Durchführung eines etwaigen tommenden ber Ueberlegung leiten, dem Willen der Wähler ganz dauern, bis die neuen Verordnungen überall durchgesichert sind. Generalstreits zur Grörterung. und unverfälscht Ausdrucksmöglichkeit zu schaffen, und auch die Fehler Auch angesichts des durchweg noch nicht harmonischen Verhältnisses Der Verhandlungsleiter Genofie Ritter führte einleitend aus, der letzten Wahl noch zu vermeiden. Wenn nicht alle Mängel be­feitigt find, so trägt insbesondere die deutschnationale Partei die zwischen Vorgesezten und untergebenen würde die Wahlagitation daß über den Weg, in welcher Weise nur neuer Konfliktsstoff sein. Auch der Bund der Berufssoldaten fonterrevolutionäre Kommunalbeamte, Schuld, weil sie durch eine wüste Wahlagitation zusammen mit der hat sich mit erdrüdender Mehrheit gegen das Wahlrecht der deutschen Volkspartei die Lebensdauer der Nationalversammlung Armee ausgesprochen.( Hört, hört!) Die verkürzt hat. In der Ernennung der Abgeordneten der Abstimmungs­Gefahr einer bewaffneten Beeinflussung gebiete liegt zweifellos eine Verlegung der Verfassung, was aber in Rauf genommen werden muß, um diese Gebiete im Reichstag wäre in hohem Maße gegeben, wie ein gestriger Fall deutlich be- In einigen Gemeinden sei so verfahren worden, daß die Stadts vertreten zu feben. Jeder objektive Beurteiler muß anerkennen, weist, wo eine

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Segen der Erde.

Roman von Knut Hamfun.

Die Tage waren mit Frühjahrsarbeit ausgefüllt, die Tiere waren ausgelassen, in dem leeren Stall standen Riften und Rasten voll Saatfartoffeln. fat fäte in diesem Jahr mehr Rorn als sonst und wandte seinen äußersten Fleiß auf, um es gut in die Erde zu bringen, er richtete Beete für Ka­rotten und Rüben, und Inger fäte den Samen hinein. Alles ging wie früher.

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müßte. Er sucht stundenlang, endlos ist das Weideland, er geht und geht. Daheim ist das ganze Haus in Aufregung; die Mutter beschwichtigt ihre Kinder mit furzen Worten: Zwei Schafe fehlen, schweigt!" Alle sorgen mit, die gange fleine Gesellschaft, selbst die Kühe merken, daß etwas ungewöhn­liches vorgeht und brüllen, denn bisweilen ist Inger draußen und Todt mit lauter Stimme nach dem Walde hin, obgleich die Nacht schon herannaht. Dies ist ein Ereignis im Ded­land, ein allgemeines Unglüd. Als Inger die Kinder zu Bett gebracht hat, geht sie selbst hinaus und sucht auch; dazwischen ruft sie, bekommt aber feine Antwort, saf ist wohl auch weit weg.

Wo können die Schafe nur sein, was ist ihnen geschehen? Sind Bären unterwegs? Sind Wölfe von Schweden und Finnland übers Gebirge herübergekommen? Reins von beiden. Als Isak die Vermißten findet, ist das Mutterschaf in eine Felsenspalte eingeflemmt mit einem gebrochenen Bein und aufgeschlittem Euter. Es muß lange in der Felsenspalte festgehalten worden sein, denn obgleich es ernstlich verwundet ist, hat es doch das Gras um sich her bis an die Wurzeln ab­genagt. jak hebt das Schaf heraus, und das erste, was dieses tut, ist, nach Futter zu suchen. Das Bamm saugt sofort an der Mutter, es ist die reine Heilung für das arme munde Euter, daß es geleert wind.

Eine Zeitlang trug Inger ein Heukissen auf dem Leib, um did auszusehen. Allmählich verminderte sie das Heu, und schließlich hieß fie den Sad weg. Endlich eines Tages fiel es Sfat auf, und er fragte verwundert: Was ist denn das? Fit diesmal nichts darauf geworden?" Nein," sagte sie, dies mal nicht." So, warum nicht?" ,, Ach, es war eben so. Was glaubst du, fat, bis wann du alles umgebrochen haben wirft, was wir da vor uns sehen?"-Ist es eine Fehl­geburt gewesen?" fragte er. Ja.-So. Und du hast feinen Schaden dabongetragen?" Nein. Du, Jiat, ich habe schon so oft gedacht, ob wir uns nicht Schweine eintun follten." Fiat, der sehr bedächtig war, sagte nach einer Weile: a, ein Schwein. Ich hab in jedem Frühjahr daran Nun fucht Fiat Steine und wirft fie in die gefährliche gedacht. Aber so lange wir nicht mehr Eßfartoffeln und auch Felsenspalte; die heinstückische Deffnung soll nie wieder ein Futterfartoffeln und etwas mehr Getreide haben, haben wir Schafbein brechen! Ifat trägt lederne Sofenträger, er zieht Bein Futter für ein Schwein. Nun, wir wollen in diesem Jahr sie aus, spannt sie um das Schaf und hält dadurch das auf­einmal felyen." Es wäre sehr schön, wenn wir ein Schwein geschlißte Euter an seinem Plaz. Dann hebt er das Schaf hätten." Ja." auf seine Schulter und trägt es heim. Das Lamm läuft Die Tage vergehen. Regen fällt, und Acker und Wiese hinter ihm her. stehen schön, in diesem Jahr darf man auf Gutes hoffen! Und nachher? Schienen und Teerlappen. n einigen Große und fleine Erlebnisse folgen einander, es gibt Mahl- Tagen fängt das Schaf an, mit dem franken Fuß zu zappeln, geiten, Schlaf und Arbeiten, Sonntage mit reingewaschenen weil die Wunde beißt und heilt. Ja, alles miteinander wind Gefichtern und gefämmten Haaren, fat trägt sein neues wieder gut bis sich wieder etwas ereignet. rotes Hemd, das Inger gewebt ind genäht hat. Da geschieht Das tägliche Leben, Ereignisse, die das Leben der An­es, daß das geruhige Leben durch ein großes Ereignis auf- fiedler ganz ausfüllen. Ach, das sind feineswegs Kleinig­gescheucht wird. Ein Mutterschaf mit seinem Lamm hat sich feiten, es ist das Schicksal, es gilt Glück, Behagen und Wohl­in einem Felsenspalt eingeklemmt; die anderen Schafe fom- fahrt. men am Abend heim, Inger vermißt sofort die beiden, die fehlen. Jak geht hinaus, sie zu suchen. Sein erster Gedanke ist, wenn ein Unglück gefchehen sei, so sei es nur gut, daß es gerade Sonntag war und er somit nicht von der Arbeit weg

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nur um folche Handele es fich und nicht um die im Privatdienst vertrag Angestellten, zur Rechenschaft gezogen werden fönnen, ge­teilte Meinungen vorhanden seien. Diese gelte es zu flären. berordnetenversammlungen oder Gemeindevertretungen aus fich hin. Wenn er genug Steine beisammen hat, schichtet er fie zu einer Mauer. Wäre es mum noch wie vor einem Jahr ge­wesen, so wäre Inger neugierig geworden und hätte sich ge­fragt, was denn ihr Mann im Sinne habe; aber jetzt be­fchäftigte sie sich lieber mit ihren eigenen Sachen und stellte feine Fragen mehr. Inger ist so fleißig wie früher; sie ver­forgt das Haus und die Kinder und die Tiere, aber sie hat angefangen zu fingen, und das tat fie früher nicht. Sie hat Eleseus ein Abendgebet gelehrt, das hatte sie früher nicht ge­tan. Jak vermißt ihre Fragen; ihre Neugierde und ihr Lob über das, was er leistete, waren es, die ihn zu einem zu­friedenen und einem ausgezeichneten Mann gemacht hatten; iezt geht fie an ihm vorbei und sagt höchstens, er werde sich noch zu Tode schinden. Es muß ihr beim letztenmal doch recht schlecht gegangen sein! denkt Fiat.

Oline fommt wieder zu Besuch. Wäre es nun noch wie. im vorigen Jahre gevejen, jo hätte man sie sehr willkommen geheißen; aber jetzt ist es anders. Inger begegnet ihr vom ersten Augenblic an feindselig; was men auch der Grund sein mog, aber Inger ist ihr feindselig gesinnt.

Ich dachte halb und halb, ich würde zur rechter Zeit fommen," sagt Oline mit feiner Anspielung. Wieso?"- a, daß das dritte getauft werden sollte. Wie steht es da­mrit?" Ach," sagt Inger, darum hättest du dich nicht her­zubemühen brauchen."" So."

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Dann fängt Oline an zu loben, die beiden Jungen feien so groß und hübsch gewonden, und Isak sei so fleißig, und es fehe aus, als wolle er wieder bauen großartig sei es hier, so einen Hof gebe es nicht wieder! Und kannst du mir sagen, was er jegt bauen will?"- ,, Nein, das kann ich nicht, du mußt ihn selbst danach fragen." ,, Nein," sagt Oline ,,, das geht mich nichts an. Ich wollte nur sehen, wie es euch geht, denn dies ist eine große Freude und Beruhigung für mich. Nach Goldhorn will ich gar nicht fragen oder ihren Namen in den Mund nehmen, sie hat's ja so gut wie mur möglich." Eine Weile vergeht unter guter Unterhaltung, und Inger ist nicht mehr so unfreundlich. Als die Uhr an der Wand ihre herrlichen Schläge ertönen läßt, treten Oline die Tränen in die Augen; sie sagt, sie habe in ihrem ganzen armen Leben Siak benutzt die Zeit zwischen Frühjahr und Sommer- noch nie so eine Kirchenorgel gehört. Da fühlt sich Inger arbeit, um ein paar neue Stämme zu behauen, die gefällt wieder reich und großmütig aufgelegt gegen die arme Ver­daliegen; er hat wohl einen Blan mit ihnen. Außerdem wandte, und sie sagt: Komm mit in die Kammer, du kannst bricht er viele nüßlich Steine aus und schafft sie zum Hofe meinen Webstuhl sehen." ( Forts. folgt.)

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