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Unter Polenkuratel. Tie Korridorfolter. WaS mHzen alle ReyieriuiySreden bcm VölkerverfShming und WieHeranbabnung de» Nachbarverkehrs, wenn praktisch draufleö. gepiesackt wird, was nur geht- Man hör« nur, wa» Wolfs meldet: Die polnische Regierung hat durch die Tisenbahndirektion in Danzig ankündigen lassen, dah, vom 15. Juni angefangen, auf den Strecken Lauenburg Neustadt Dirschau und K o- nitz Dirschau alle Reisenden, soweit sie mit durchgehenden Fahrkarten nach und von Ostpreutzen versehen sind, al» Reisende ohne Fahrkarten behandelt werden.(Dabei sind dock die durch- gehenden Fahrkarten höchstwahrscheinlich mit polnischer Zustim- mun-g herausgegeben worden und Ostpreusten hat selbst der Diktatkrieden uns nicht aberkannte Red.) Ausserdem werden diese Reisenden auch Schwierigkeiten bei der Gepäckbeförde« rung, der Zollbehandlung und hinsichtlich der Auer- kenn un g ihrer Pässe zu erwarten haben. Der Verkehr mit T a n z i g wird durch diese Regelung nicht betroffen. Damit der Verkehr zwischen Ostpreussen und Deutschland dadurch nicht gänzlich unmöglich gemacht wird, wird die deutsche Eisenbahnverwaltung bis zur anderweiten Regelung der Verkehrsfrage ein Schnellzugspaar über die Strecke Könitz Czersk Marienwerder Ostpreussen ein­legen. Bekanntgabe des Fahrplans dieses Zugpaares bleibt vor- behalten. Auf dieser Strecke wird ein polnisches Passvisum wicht erforderlich sein. Die Strecke Könitz Czersk Marienwerder ist völlig ausser- stände, den gesamten Personen- und Güterverkehr mit Ost- preuhen zu bewältigen. Insbesondere würde für den bevorstehen- den Abfti�lmungsverkehr diese Regelung ausserordentlich hemmend fem. Die erforderlichen Schritte sind eingeleitet, um diese erneute Erschwerung des Verkehrs wach Ostpreussen über Danzig und durch den Korridor baldmöglichst zu beseitigen. Wegen Sperrung des Neberganges Dlrschau durch Polen und ungenügender Abnahme von Frachien auf den anderen Nsbergängen ist von der Eisenbahndirektion Königsberg die Annehme von Frachtgutladungen, ausser Grubenholz und Alteisen für Oberschlesiew, sowie Umzugg'u nach Stationen jenseits des Kolridors«ingestellt worden. Man scheint also doch den AbstimmuilgSverkehr drosseln zu wollen, wenn man es auch bestreitet. Der Vertrieb nach­stehender Zeitungen und ihre Versendung durch die Post ist in Polen verboten;Possische Zeitung",Tägliche Rundschau", Danziger Zeitung",Rosenberger Zeitung",Berliner Lokal- anzeiger",Praktischer Wegweiser",Zwanzigstes Jahrhundert". Gartenlaube",Deutscher BolkSrat Danzig",Rote Fahne", Kladderadatsch",Neue westpveutzische Mitteilungen",«Die Woche" undDer Tag". « In letzter Zeit sind in die Presse Nachrichten über die angeblich grauenvollen Zustände erschienen, unter denen mehrere hundert Gefangene im sogenannten Kernwerk der Zitadelle in Posen zu leiden hätten. Amtliche Feststellungen haben nach MTB ergeben, dass diese Nachrichten teils unzutreffend, teil» stark über- trieben sind. Nach einem Bericht deS deutschen FürsorgekommissarS in Posen, der die in Posen befindlichen deutschen Gefangenen be- sucht hat, betrug die Zahl der am 81. März d. I. in der Zitadelle inhaftierten Deutschen 86.Hunderte" deutscher Gefangener haben sich dort niemals befunden. Allerdings wird eine Anzahl dieser Inhaftierten teilweise seit langer Zeit au» nichtigen gründen ohne richterliche Untersuchung festgehalten. Die Klagen und Beschwerden,, welche die Inhaftierten selbst vor» brachten, betrafen hauptsächlich den Mangel an Wäsche und die Ungezieferplage. Dem Mangel an Wäsche wird zurzeit nach Mög­lichkeit auS Reichsmitteln abgeholfen. Dem Kommissar ist von einem Wüten von Epidemien, besonder» Tuberkulose, nicht» de- kanni. ES ist Gelegenheit gegeben, durch Vermittlung de» Kam- missar« Briefe mit den Gefangenen zu wechseln. Gegenwärtig finden über ihre Freilassung Verhandlungen mit den be­teiligten polnischen Behörden statt.

Operette nur einer die Tantieme erhebt; Motive und DrehS gibt» für ein paar landläufige Dramen genug.' Aber glücklicherweise halten sie das rasche Ende nicht auf und geben Leopoldine Kon- stantin doch alle Stichworte, um:hre Verve, Ueöerlejjer.he:t, Ans- Gelassenheit, Temperaturwechsel usw. usw. in abwechslungsreichster Aufmachung brillieren zu lassen. Sie spielt eine Primadonna, die in ihr italienisches Heimatncst trumphando heimkehrt mit ihrer Vcrehrerschar« um ihre kleine Schwester an einen Makkaronifabri- kanten zu verehelichen. Das Glas der Jungfrau, eine von alters- her überlieferte abergläubische Sitte, gibt in dem ganz veristisch gezeichneten Milieu die Gelegenheit zu genügend Anspielungen, Witzen und Liebesiomplikationen, in deren Wahl der verantinort- lich zeichnende nicht im geringsten wählerisch ist. Das Glas ist natürlich gesprungen, wird aber durch Duplikate ersetzt. Die Theatermutter Else Bäck», Hans Sternberg»(mSbruck»- voller Mitgiftspekulawt und der in allen Sätteln gerechte Jour- nalist Alfred Haase« ergaben ein lustige» Zusammenspiel, dem man gern folgte. r. Expressionismus und Drama. Im Gegensatz zu den Aller- jüngsten bekennt sich Franz Werfet, selber noch ein Junger, zu der älteren Form des Drama», in dem das Wort noch etwas gilt. In der WienerMitlagSpost" sagt er im Zusammenhang mit seinem neuen DramaDer Spiegelmensch" zu diesem Thema: Ich stelle mich in bewusstcm Gegensatz zum dramatischen Ex- presstontSmuS, der ja nicht« anderes ol» ein« haltlose Verbeugung vor der Skelsch- und Ktnotechntl der Zeit ist. Wenn auch daS Wort in unseren Zuschauerräumen in dem, wa« rt bedeutet, meist unter­geht, so bat e» immer noch eine grosse, ariose. eine musikalische Macht und es hiehe, das Drama noch weiter von seinem Ursprung wegpervertieren, wollld man diesen Rest von Musik, die dramatische Rede, vernichten. Wir müssen die Kraft haben, zu dieser Mode, die sämtliche literarische Theater bald ergriffen haben wird, Nein zu sagen I Unser Herz hängt mehr denn je an der Musik der grossen Bögen, der Stretti, Finali, an den großartigen, atembeschwingen« Unsinnigkeiten de» Theater » kurz, e« ist beim göttlichen Verdi." Das Arbeitsrecht an den Hochschulen. Der Ausschuß zur Au?- arbeitung des Entwurfs eines Arbeitsgesetzbuchs empstehlt dringend. daß in den Universitäten und auch an den technischen und Handel»- Hochschulen das Arbeit«recht weit mehr berücksichtigt, in den Seminar- Übungen und bei den Dissertationen herangezogen und auch zum Prüfungsgegenstande gemacht werde. TaS Deutsche Opernhaus veranstaltet am Sonnabend, den 13. Juni, zum Beilen seiner Penstonv lasse im Zoo et»Rosenfest" mit Tanz. Stammsitzinhaber haben Ermäßigung. Da» Deutsche Zentralkomitee zur Erforschung«ud«ekämpfun« der Krebskrauthett hält seine diesjährige»eneraloersammlimg am 19. Juni, nachmittags 5 Uhr. im VolkSwohlsahrtSministerium. Leipziger Straße 2/4. ab. An dle Generalversammlung wird fich um'/«» Uhr eine öffentlich- Sitzung mit Vorträgen anschließen, zu der Merzte und Laien willkommen sind. Zur wissen schaftlichen Förderung der Dextilinduftrie wurde in Dresden in Gegenwart von Vertreter» der Reich», und StaatSregierung tax Reich»luratorimu gegründet.

weltboptott gegtt Der Vonstoud deS Internationalen Gewsrkschcrftkbundes erläßt folgenden Aufruf: jKn Sie Arbeiter aller LänSer! Der Internationale GewerkschaistSbund hat befchlossen, du« 20. Juni an Ungarn zu boykottieren und jeden Verkehr mit diesem Lande völlig abzubrechen. ES ist nun beinahe ein Jahr her, ssit die sogenanntemord- nungÄiebenden Elemente" in Ungarn die Regierung ergriffen haben. Von diesem Augenblick an wurde die Arbeiterbewegung Unterdrückungen und Verfolgungen ausgesetzt, die ohnegleichen sind in der Geschichte der Artbetterbewegung und bvi weitem noch alle Greueltaten de» einstigen russischen Zarismus übertreffen. ES genügt. Mitglied einer nicht konfessionellen Vereinigung zu fein, um ins Gefängnis geworfen zu werden; eine anonyme De- nunziation ist hinreichend, um verschleppt und in ein Gefangenen- lager gesperrt zu ivevden. Bereits zu Beginn diese» Jahres befanden sich in den Ge- fmigenenlagern in Hamjma»kär 9000 Männer und Frauen, Csepel 4000, Zalaegerfzeg 2400, Egor 2000, Cegltd 8O00 und Komärom Sandberg 2000. Insgesamt wurden 50 000 Männer und Frauen gefangen genommen. Dt« Gefängnisse in den Städten sind über- füllt, die Gefangenen den gvaufamsten und raffiniertesten Martern ausgesetzt. 5000 Arbsiter waren bereits zu Beginn dieses Jahres zum Todeverurteilt". Taufende und Dausende wurden ohne jeg- licheS vorheriges Prozessverfahren von den Offizierßbandeu er- mordet. Taufende sterben langsam an Hunger, Unterernährung und Krankheit dahin. Di« reaktionären Offizier»de lach vment» sind allmächtig. Wer in ihre Hände fällt, ist verloren; ihre Schlacht- opfer werden gemartert un-d schliesslich totgeschlagen. SS ist vorge­kommen, daß die Unglücklichen bot lebendigem Leibe skalpiert, ihnen Arme und Beine entzweigebrochen oder dass sie gezwungen wurden, ihre eigenen Exkrement« zu essen oder Menschenfleisch zu ver- zehren. Männer wurden kastriert, anderen ihre Geschlechtsteil« mit Steinen zermalmt. Alle diese Fälle find nachgewiesen und durch Zeugen unter Eid festgestellt. Männer und Bäter wurden vor den Augen ihrer Frauen und Kinder gemartert und getötet. Frauen und Mädchen vor den Augen ihrer Männer und Väter geschändet. Tagtäglich verschwinden Männer und Frauen au» der kämpfenden Arbeiterschaft, und man findet sie nur wieder als Leichen, ermordet, eofchoffen, totgeprügelt, ertrunken und oft m der fürchterlichsten Weise verstümmelt. Der Internationale Gewerkscha-ftSbund hat gegen diese Greuel bei der ungarischen Regierung sowohl wie beim Oberste« Rat de« Völkerbünde» protestiert und verlangt, daß Massregeln ergriffen werden, um all diesen Greueln ein Ende zu machen. Dieser Schritt Rieb erfolglos. Der weisse Terror herrscht nach wie vor in Ungarn . Der Oberste Rat des Völkerbundes kann oder will offenbar nicht den nötigen Druck auf die ungarische Regierung ausüben. Die Re- gierung selbst will die Greuel in ihrem Laude nicht zügeln und lätzt sie entweder geschlossenen Auges geschehen öder ermutigt sie. Aus offiziellen Dokumenten der ungarischen Regierung, die sich im Besitze deS Internationalen Gewerkschaftsbundes befinden, geht hervor, daß die Regierung die Richter anspornt, die Gefangenen zu verurteilen, auch wenn keine genügenden Beweis« für das, was man in Ungarn Schuld" nennt, vorliegen und auf dasUnschäd- P">01 Nichts mit tzeiutze! Frankfurt a. M., 12. Juni. (Eigener Drahtbericht de» vorwärt»".) I» der außerordentlich stark besuchte« vertrauen«. «Snuerversammlung unserer Groß-Frankfurter Parteiorganisation sprach ReichStagSabg. Gen. Eugen Kaiser über da» Thema: Was lehrt nn» die Wahl?" Räch längerer DUkufstvn wurde fol­gend« Resolution an Partrivorstand und Neich»tagSfrakti»n ange» nomine»: Die große Vertrauensmännerversammlung bedauert lebhaft, baß die ReichstagSwahl eine sozialistisch« Mehrheit nicht gebracht hat. Da weder eine Mehrheit aus rechtsstehenden Parteien, noch eine Mehrheit auS Sozialdemokraten einschließlich der U. G. P. zustandrgekommcn ist, erwarten die Vertrauensleute Groß- Frankfurts , daß bei einer eventuellen Regierungsbildung unter Mitwirkung der Deutschen Bollspartei die sozialdemokratische ReichStagSfraktio» es strikt» ablehnt, stch an einer derartigen Regierungsbildung zu beteiligen. Weiter wird der Parteivorstand ersucht, sobald als möglich einen ordentlichen Parteitag einzuberufen."_ die öremer Regierungsfrage. Bremen , 12. Juni. (Eigener Drahtbericht de»Vorwärts".) Die Weigerung Alfred Henke », an der Bildung der Regierung auch in Bremen teilzunehmen, wo, nach der neuen Bürgerschaft«- wähl Unabhängige und Soziatdemokrale» zusammen stärker sind als alle bürgerlichen Gruppen vereint, scheint in dem Rahmen der Unabhängigen selbst starken Widerspruch zu finden. Wenigstens versucht das Bremer unabhängige Blatt die Schuld an dem Nicht- Zustandekommen einer rein sozialistischen Regierung den Sozial- demokraten zuzuschieben. ES behauptet, die sozialdemokratische Fraktion hätte heimlich unannehmbare Bedingungen für ein Zu- sammengehen festgelegt. Demgegenüber stellt da»Bremer Volk»' blast" fest, daß die sozialdemokratische Fraktion der Bürgerschaft bereit ist. an der Bildung einer rein sozialistischen Regierung teil- zunehmen. Die Bedingungen der Unabhängigen würden frei ge- prüft werden. Ein« Festlegung der sozialdemokratischen Fraktion gegen ein Zusammengehen mit den Unabhängigen sei völlig au» der Luft gegriffen. Eine Verbreiterung der bisherigen Koalition au» Demokraten und Sozialdemokraten, die bei den Neuwahlen in der Minderheit geblieben ist, durch Hinzuziehung der Deutschen Volkspartei kommt dagegen für die sozialdemokratisch« Fraktion überhaupt nicht in Frage. _____ Eigenartige Volksversöhnung. In der Sonnäbend-Abenbausgäbe derFreiheit" wird unter der sympathischen U-berschriftAufruf zur V ö lkerver s ö h- nung" der Brief eines glwissen Jacgue» Meunier abg«. druckt, der als Generalsekretär des Eisenbahnerverbande» der Linien Pari« Lyon Mittelmeer zeichnet, und der angibt,«in« Reife nach Deutschland unternommen zu Haiben, zu dem Zwecke,ii« Denk­weise nicht allein der verschiedenen sozialen Klassen, sondern de» ganzen deutschen Volke» zu studieren". LS dieser Jacgue» Meunier, der nebenbei bemerkt, in der französischen Gewerkschaftdbswegung niemals besonder» hervorgetreten ist, der geeignet« Man« für eine solche Studienreise war und ob«r überhaupt«in Wort Deutsch ver­sieht, lassen wir dahingestellt. Auch ist e» nicht unsere Sache, zu bc- urteilen, ob die-ssen bestand» der französischen Eisenbahngewerk- schaften diesen Luxus derStudienreise" eines xbeliebigen Sekre­tärs in jenem Augenblick gestatten, wo mfolge eine» sinnlos vom

l horthp-Uzzgarn. lichmachen", d. h. die Ermordung der ins Ausland geflüchteten Ar- beiterführer Prämien gesetzt hat in der Höhe von 20 000 bis 250 000 Kronen. Alle diese Tatsachen sind bekannt und erwiesen. Die Regie- rung em, denen sie bekannt sind, sind nicht gewillt, einzugreifen und frohlocken vielleicht, daß die Arbeiterbewegung Ungarns niedergc- schlagen und ermordet wird. Der Internationale Gewerkfchaftsbund übernimmt die Auf- gäbe der Regierungen und ruft die Arbeiter aller Länder auf, ab Sonntag, den 20. Juni, jede Arbeit zu verweigern, die dem Ungarn des weißen Terrors direkt oder indirekt zugute komm»» würde. Ab Sonntag, den 20. Juni, darf kein Zug die ungarische Grenze dassiere«, kein Schiff in Ungarn einfahren, kein Brief, kein Tele- gram« von oder nach Ungarn weiterbefördert werde«. Der ganze Berkehr muß stillgelegt werde«. Keine Steinkohle, keine Rohstoffe, keine Lebensmittel, kein Brief und kein Telegramm dürfen mehr in» Land. Während des Kriege» hat die herrschende Klasse in den krieg- führenden Ländern ihre Gegner mit der Waffe de» wirtschaftlichen Boykott» bekämpft. Nach dcm Krieg gebrauchte sie dieselbe Waffe und trachtet sie weiter anzuwenden, um die russische Arbeitevbewe- gung zu erdrosseln. Der Internationale Gewerkschaftsbund ruft die Arbeiter aller Länder auf, nunmehr dasselbe Mittel anzuwenden, um dem Dlutrcgime der ungarischen Regierung Einhalt zu gebieten und Leben und Freiheit von Dausenden und Tausenden Genossen in Ungarn zu retten. Genossen! Transportarbeiter, Seeleute, Eifenbahnarbeiter und Beamte, Post- und Telegraphenangestellte, Arbeiter aller Berufe, leistet alle wie«in Mann dem Ruf des Internationalen Gewerk- fchaftSbundeS Folge! verrichtet ab Tonntag, den 20. Juni, keinerlei Arbeit mehr f8>. Ungarn ! Gegen den weiße» Terror dör proletarisch« Boykott! Hoch die internationale Solidarität! Der Internationale Gewerkschaftsbund: W. A. Appleton , Vorsitzender. L. Jouhaux, C. Mertens, Vizevorsitzende. Cdo Fimmen, I. Oudegeest, Sekretäre. Bei den heutigen Verhandlungen über den Aufruf haben sich die Vertreter der Vorstände der Verbände der Eisenbahner, der Maschinisten und Heizer, der Transportarbeiter und der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände für die Durch- führurrg des Boyrotts gegen Ungarn erklärt. Der, Vorstand des Deutschen Bsamternrnndes, der gleichfalls zu der Sitzung geladen war, hatte keinen Vertreter entsandt. Berlin , 11. Juni 1920. Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. C. Legren. Der proletarische Weltbohkott muß die zaghaften ersten Anstandsregungen der ungarischen Regierung, beileibe noch nicht des Horthy und schon gar nicht der Mordoffizrere, zum befreienden Sturm der Menschen in Ungarn anfachen.

Zaun gebrochenen, daher schlecht befolgten und katastrophal ver- lovenen Generalstreits Hunderte von entlassenen Eisenbahn«« brotlos dastehen. Daß aber Msunier nicht der geeignete Mann für eine solche Mission war. geht au» dem Inhalt seines Briefe» an dieFreiheit" hervor. Er faßt die Völkerversöhnung so auf, daß er darin die verbrecherische Regierung" Deutschlands beschuldigt, zum Zwecke der Beherrschung und Ausbeutung de» Volkes dizseS auf da» geistig« Niveau von 1914 zurückzuführen und es blind mechen zu wollen. SiewolleHassgegendaSfranzösische Volk säen, einen Hah, der im Grunde genommen ohne Unter- lagen und ohne Gründe, während der Haß der Franzosen lcider durch den Zustand der zerstörten Gebiete und durch die bavbarische Behandlung der dortigen Bevölkerung während des'Krieges be- gründet sei. Wa» das letztere anbelangt, so sind wir die letzten, die dem entgegengetreten werden. Die Behandlung der Bewohner des während des Krieges besetzten nordftanzösischen Gebietes war«in« Schmach, die, wie der Briefschreibcr übrigens sehr richtig bemerkt, allein auf die Junker, Offiziere usw. zurückfällt, die hinter der Front lagen. Aber-die Bebauptung. die deutsche Regierung wolle Haß säen, ist einfach eine Unverschämtheit. Selbst wenn sie es wollte, brauchte sie nichts diese rhalb zu tun: die Daten der französischen Regierung, Wer dir Meunier kein W o r t de r Verurteilung findet, würden genügen. Die sind eS, die es der deutschen Regierung umnögftch gemacht haben, gegen die sich daraus elementar ergebenden nationalistischen Leidenschaften so anzukämpfen, wie es in ihrem eig.enen Interesse lag. Die Sieger vom 0. Juni heißen nicht nur H e l f f e r i ch und S t r e s e- mann. Kahl und W u l l e, semdern auch Fach und Degouttc die Besiegten heißen die bisherige Koalition und die Völkerversöhnung. Das erste Wort Hermann Müller » als Minister de» Aeußern an die Adresse Frankreichs war, daß die deutsche Revanche in der werktätigen Liebe bei der Wiederher- stellung der zerstörten Gebiete" bestehen würde Und bi» zuletzt hat jene Koalition� regierung, haben die Koalitionspartoien und ihre Press« die schlimmsten Ausschreitungen des französi- schen Militarismus, so den U eberfall auf den Maingau mit einer Sachlichkeit und einer Zurückhaltung besprochen, Wer die sich uns gegenüber französische Sozialisten geradezu bewundernd ausgesprochen lzäben. Wenn alle Träger des Versöhn u ngsge danke n s im Auslände politisch ebenso gut orientiert wären, wie der Brieffchreiber, und ebenso kritiklos, wie jene, die diesen Brief abgedruckt haben, dann wäre a» in der Tat um die Annäherung der Völker schlecht bestellt. Wir glaub«, aber, daß die überwiegende Mehrheit der ausländischen Sozialisten anders denkt, und sind überzeugt, daß dieHumanite" Meunier kräftig von sich abschütteln würde wenn nicht unglück­licherweise gerade die h,F r e i h e i t" diesen eigenartigenAus- ruf, veröffentlicht hätte. Denn bekanntlich ist alles, was in der Freiheit" steht und was die deutschen Unabhängigen tun, in den Augen unserer ftanzösischen Genossen heilig. Die Christliche vilkSpartei ohne Mandate. Ter separatistischen Christlichen BolkSpartei" sind in der vorläufigen amtlichen Zählung irrtümlich auS Bonn -Land 12 054 Stimmen zugerechnet worden. Die Zahl der abgegebenen Stimmen beträgt in Bonn - Land 1254, so daß für die Ehristliche Volkspartei im Wahlkreis Kiln-Lachen 20 071, nicht 84 871 Stimmen abgegeben sind. So» mit erhält selbst bei Listenverbindung mit Koblenz -Trier diese Partei im Rheinland kein Mandat. Auf den egyptischcn Ministerpräsidenten N essin Pascha wurde ein Attentat verübt. Nessin Pascha wurde nicht ver- letzt, dagegen drei andere Personen.