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2. Wir verlangen ferner die Wiederherstellung der Ordnung, Wie die Korrespondenz weiter hört, soll in kürzester Frist eine| Bedingungen abgewartet hat, um seinen antibolfchemistischen die Gewährleistung der Arbeitsmöglichkeit für die arbeitswillige Konferenz von Parteidelegierten aus dem Neich zu- Standpunkt zum Ausdruck zu bringen. Allerdings war auch sberschlesische Arbeiterschaft, die Wiedereinsehung der vertriebenen fammentreten, wo die Moskauer   Kongreßteilnehmer seine Politik, wenn schon in einem milderen Maße als die Behörden. Die von den polnischen Banden vertriebenen, geplün- über den Verlauf der Moskauer   Besprechungen Bericht erstatten Crispiensche, im letzten Jahre start opportunistisch. Denn serten, mishandelten Landsleute, insbesondere die Hinterbliebenen sollen. Diese Parteikonferenz der U. S. B. D., die wahrscheinlich er hat es geduldet, daß die Freiheit" tagaus tagein Anfichten er von polnischer Insurgentenhand Ermordeten müssen polnischer in Berlin   zusammentreten dürfte, wird nicht öffentlich vertrat und Heßen mitmachte, die gegen seine eigene jeite entschädigt werden. Die geplante Abstimmungswehr darf keineswegs eine polnische fein. Es ist jedoch beabsichtigt, das Protokoll über die Debatte, die Ueberzeugung gingen und nur das eine Ziel verfolgten: Pampftruppe werden mit dem Ziele, durch Einschüchterung und fich über die Saltung Crispiens und Däumigs ergeben in der Lobhudelei der Bolschewifi und in der Verächtlich Bedrückung der oberschlesischen Bevölkerung eine freie Abstimmung wird, zu veröffentlichen, um dann die Stellungnahme der beiden machung der von der Sozialdemokratischen Partei hochgehal unmöglich zu machen. Gruppen im ganzen Reich festzustellen. tenen Demokratie nicht hinter der K. P. D. zurückzu Ganz Oberschlesien   steht unter dem Eindruck, daß die fran- Wir müssen natürlich der Korrespondenz die Verantwor- bleiben. zösische Besatzung auf polnischer Seite steht und teils offen, teils tung für die Richtigkeit dieser Mitteilung überlassen. Aller­verstedt den polnischen Aufstand begünstigt. Die aus Oberschlesien   dings hat es viel Wahrscheinlichkeit für sich, daß die nunmehr in ein afutes Stadium getreten ist, wird zweifellos Der Spaltungs- und Zerfallsprozeß in der U. S. P., der gemeldeten Borgänge lassen diese Auffassung als berechtigt er 11. S. B. beabsichtigt, die Krise in der oben erwähnten Weise noch zahlreiche Artifel beider Richtungen veranlassen. Schon scheinen. Wir halten deswegen die Wiederkehr von Ruhe und Debnung, sowie eine auf dem freien Selbstbestimmungsrecht der zu lösen"; dadurch nämlich, daß sie jede öffentliche Disiegt aber fann gesagt werden, daß diese Auseinandersetzung Bevölkerung aufgebaute Abstimmung nur dann für möglich, wenn fussion über Gegensätze in der Partei unterdrü dt. wenig neues bringen dürfte. Die jckige Stellungnahme der die französische   Besatzung Oberschlesiens  , zu der die Bevölkerung Ob die Arbeiterschaft, soweit sie der U. S. P. angehört, Koenen, Crispien, Däumig, Hilferding   war bereits mehr oder num einmal fein Vertrauen hat, abgelöst wird und durch Truppen sich diese Methode gefallen lassen wird, steht allerdings auf meniger bekannt. Vielleicht hören wir im Laufe der Diskussion ber anderen in Oberschlesien   vertretenen alliierten Mächte er- einem anderen Blatte. Jedenfalls wäre diese Art von von einigen interessanten Befehrungen in dem einen oder in Lösung echt unabhängig. dem anderen Sinne, die eine Registrierung lohnen werden. Aber auf die Entscheidung des kommenden U. S. P.- Parteitages. allein fommt es an, um zu wiffen, ob die unabhängige So zialdemokratie aufhören wird zu existieren oder ihre über flüssige, un logische und schädliche Eristenz zwischen zwei Stühlen fortfristen wird.

jekt wird.

Wir heute in Berlin   versammelten Oberschlesier   entbieten anseren oberschlesischen Brüdern und Schwestern in ihrer Not anseren herzlichen Gruß. Wir geloben, treu zu ihnen zu stehen and am Tage der Abstimmung nicht zu fehlen."

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Nur eine Aeußerlichkeit!

Ob u. S. P. oder st. P. D....

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Nach Schluß der Versammlung traten die Teilnehmer zu einem langen Demonstrationszug zusammen, der durch Unter Die Prophezeiung der Leipziger Volkszeitung", daß fich den Linden" und Charlottenstraße marschierte. In ihm wurden niemand in der U. S. P. finden würde, der für die Annahme piele Blafte getragen, die auf Oberschlesiens   Not hinweisen. Helft der Moskauer   Bedingungen einstehen würde, bewahrheitet sich ben bedrängten Oberschlesiern!" Oberschlesier  , haltet treu zur immer weniger: schon hatte Ernst Däumig  , der Parteivor­Heintat!" mahnten sie. Auf andere las man: Nieder mit der Ver- fizende, gleich am ersten Tage dieser Illusion des rechtsunab­gewaltigung Oberschlesiens  !" Nieder mit dem polnischen Terror!" hängigen sächsischen Organs ein jähes Ende bereitet. Nunmehr Der Zug vermied das für Demonstrationen gesperrte Gebiet, dessen feine Zustimmung zu den 21 Moskauer   Bunften ausgesprochen. Der Zug vermied das für Demonstrationen gesperrte Gebiet, dessen hat auch Wilhelm Koenen   im Halleschen Volksblatt" Zugänge durch Sicherheitspolizei besetzt waren. Auf dem Belle- Er hat sich unter anderem damit abgefunden, daß fich die Zugänge durch Sicherheitspolizei besetzt waren. Auf dem Belle­allinaceplatz löste er sich auf. Von Zwischenfällen ist nichts bekannt allinaceplak löfte er sich auf. Von Zwischenfällen ist nichts bekannt 1. S. B. fortan, Kommunistische Partei   Deutsch­getvorden. Iands( Sektion der Dritten kommunistischen Internationale)" nenne ,,, was ja am Ende nur eine Aeußerlichkeit ist". Man müsse dann die andere kommunistische Partei auffordern, unter Fortlaffung des Busages Spartakusbund" sich der neuen R. P. D. anzuschließen. Uns scheint allerdings, daß dieser Schritt eher einem Aufgehen der U. S. P. in den Spartakus­ bund   gleichkäme, als umgefehrt. Aber auch dies wäre ia am Ende nur eine Aeußerlichkeit", die neben der großen Tatsache der allgemeinen Kapitulation vor Moskau   in der Tat nur nebensächlich wäre.

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Eine verhinderte Tannenbergfeier. Heidelberg  , 30. August.( 2.) Der Verein nationaler Soldaten wollte aut 27. August abends an der Bismarcksäule bei Seidelberg eine Tannenbergfeier und eine Sinden. burg  - Ehrung veranstalten. Eine Stunde vor Beginn rückte unter Borantragen roter Fahnen ein mehrere tausend Ar­beiter zählender Zug zum Philosophenweg und hißte auf der Bismarckfäule die rote Fahne. Es wurden Ansprachen gegen bie Ariegsheber und besonders gegen die Orgesch gehalten. Die Bersammlung der nationalen Soldaten konnte infolgedessen nicht stattfinden.

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Gegen Däumig, also indirekt auch gegen Koenen wendet sich der Chefredakteur der Freiheit" Rudolf Silferding in der Sonntagsnummer seines Blattes und wirft ihm vor, Wie sind im Augenblick nicht in der Lage, die Richtigkeit aus dem grundsätzlichen Kampf der Ideen und Programme borstehender Meldung in ihren Einzelheiten nachzuprüfen. In eine Personenfrage zu machen und einen Fall Kautsky  " jedem Falle aber finden wir es sehr überflüssig, heute au konstruieren, der offenbar gar nicht bestehe, da, wie Hilfer­noch Gedenkfeiern an Tannenberg u. ä. m. zu veranstalten. ding bemerkt und wie schon seit Jahresfrist in eingeweihten Wenn der Verein nationaler Soldaten" feine weiteren Auf- Streifen bekannt ist, Kautsky   die bestimmte Absicht habe, gaben zu erfüllen hat, als in chauvinistischen Erinnerungs- Deutschland zu verlassen und nach Wien   zu übersiedeln, womit feiern zu schwelgen, so beweist er damit, daß er eine jener fein Austritt aus der U. S. P. freiwillig vollzogen wäre. bielen Organisationen ist, die in der Republik   nichts zu Silferding wendet sich scharf gegen den Terror, der über fuchen haben. Das Verhalten der Arbeiter steht in einem den nächsten Parteitag und über die ganze Mitgliedschaft der erfreulichen Gegensatz zu dem unschönen Vorbilde U. S. P. durch die Moskauer   Bestimmung verhängt worden sei, nationalistischer Gruppen, deren Versammlungen daß jeder Delegierte, der gegen die Bedingungen der Kom­meist mit vielem Nadau und schlimmerem siehe Breslau  - munistischen Internationale Stellung nehmen würde, dem zu enden pflegen. Was wohl Bismarck   zu der roten Ausschluß verfiele. Fahne gedacht haben mag?

Die Krise in der U. S. p. D.

Wie eine Berliner   Korrespondenz von angeblich zuverlässiger Seite erfährt, dürfte die Krisis in der U. S. B. D. in Kürze ihre Lösung finden. Am gestrigen Sonntag hat eine Sihung der Preßkommission der Partei stattgefunden, in der be­schloffen wurde, daß die Gegensätze, die sich aus den Beschlüssen der Moskauer Dritten Internationale für die beiden großen Strömungen in der Partei ergaben, bis auf weiteres feine öffentliche Erörterung erfahren.

Schlagsahne, Schillerlocken

In Westeuropa   ist diese eiserne militärische Disziplin", diese Organisationsform, die die Masse der Mitglieder dem Diktat der Leibung bedingungslos unterwirft, eine blante Unmög­lichkeit! Das lassen sich einfach sozialistisch geschulte Arbeiter massen nicht gefallen; in kürzester Zeit wäre eine solche Organi­sation, sei es durch die Rebellion oder durch die Teil­nahmslosigkeit der Mitglieder vernichtet. Die Ueber­tragung dieser russischen Formen wäre einfach eine Tollheit. Die Bestimmungen über die Organisation allein machen die Mos­fauer Bedingungen un annehmbar."

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Es muß Hilferding   im Gegensatz zu Crispien 31 gestanden werden, daß er nicht die Bekanntgabe der russischen

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Der Kampf um Moskau  . Stürmische Versammlung im Zirkus Busch. Die K. B. D.  ( Spartakusbund  ) hatte ihre Anhänger zum

Delegierten Dr. Levi über den 2. Kongreß der Moskauer   Inter  Sonntag nach dem Zirkus Busch geladen, um den Bericht ihres nationale entgegenzunehmen. Der wohl 6000 Personen fassende Birfus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der linke Flügel der Unabhängigen und Anhänger der K. A. P. D. bildeten das Gros Kommunisten dazu ausersehen seien, In gut einstündiger Rebe schilderte der Referent, wie mur die

der Teilnehmer.

das Rätsel der Weltrevolution

zu lösen. Meine K. A. P. D. und feine U. G. B. D. werden das bollbringen, wenn sie nicht auf den Boden der Moskauer   Be­bingungen treten. Erst wenn alle Proletarier sich zu diefer Lehre bekennen, kann der Klassenkampf gewonnen werden. Einen großen Teil seiner Ausführungen verwandte der Redner, um sich mit den deologien" der 1. S. P. und K. A. P. D. zu be fchäftigen. Erst wenn die Massen, die zur U. S. P. stehen, die mit gemachten Schwankungen ihrer Partei sichtbar tilgten, seien fie reif für Aufnahme in die 3. Internationale, und werden zu Trägern der deutschen   Räterepublik. Dr. Levi appellierte an die Mit­glieder der II. S. P., sich burch Crifpien und seinen Getvert­lieber der U. S. P., sich durch Crispien und seinen Gewerk­nicht vom Klassenkampf abbringen zu lassen. Es sei eine Schande, schaftsanhang. die er Gegenrevolutionäre nennt daß Kautsky   in der Freiheit" der russischen Revolution in den Rüden falle. Der linke Flügel habe jetzt die Aufgabe, alle die­jenigen Elemente auszuscheiden, die sich um Grijpien, Silfer­bing und Ledebour scharen.( Buruf: Machen wir!) 20ber auch gegen die K. A. P. D.   wandte sich der Redner sehr lebhaft; auch die K. A. P. D. müsse ihre Führer abstoßen. In der sehr stürmischen

Debatte

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sprachen Richter und Stahlberg bon ber II. S. P., die beide das Gelübde ablegen, dafür eintreten zu wollen, daß die U. S. P. die Bedingungen annehme. find, treten wir hinweg." Stahlberg verlas die auf dem Pfälzer  ,, lleber Führer à la Criſpien, die nur noch moralische Leichen" Bezirfatag der U. S. P. angenommene Resolution, die ein vernichtendes Urteil der gegenwärtigen Parteitaktik fällt und sich für Moskau   ausspricht.

Dann fam ein Redner der M. A. P. D. zu Worte; kaum tar die Absicht zu erkennen, kritisch zu den Ausführungen Dr. Levis Stellung zu nehmen, da brach auch schon ein Orkan aus: Schluß­rufe und Pfiffe ertönten, Männer stürzten vor und versuchten den Redner fortzuziehen. Erst durch das Dazwischentreten Revis fonnte für einige Minuten Ruhe hergestellt werden; jcht bekam man eine Probe der Duldsamkeit von Kommunisten gegen Kommu­nisten.

,, Ah, welche Verpflegung! Diese Milch, diese Butter, diese| sammenzuziehen. Es was biel geschehen; aber es war noch nicht Eier, dieser Käse! Die Leute da unten wissen gar nicht, wie gut genug geschehen. Im übrigen war von Heinz Herald   tüchtige Regie ste es haben!" arbeit geleistet worden, und die Szenen standen zum Teil rechi gut. in der traumhaft unwirklichen Atmosphäre, die dem gewollt doppel­bodigen Charakter des Stückes entspricht.

Von dem Wohlleben da unten geht der Blick hinüber nach dem Mangel da oben". Es wird bebauert, geschimpft, gewettert. Sie, wissen Sie, in A., da gibt es in der Konditorei Schlag fahne. Jawohl, richtige Schlagsahne. Und Schillerlocken und Schokoladetrapfen." " Ja, meinen Sie vielleicht, in B. nicht? Schlagsahne, soviel Sie wollen!"

" In C. genau so. Gartze Berge von Schlagsahne haben die Leute da unten verschlungen."

Bon Martin Feuchtwanger  Kein Geringerer als Abderhalden hat es gesagt: Ae Milch, die Deutschland   hat, ben Kindern zu geben, ist ein Gebot der Stunde. Wer die Milch den Kindern entzieht, versündigt sich am deutschen   Volk." In allen Zeitungen stand es zu lesen, auf Pla­faten war es verkündet. Alle haben es gelesen, alle wissen es. Alle nickten bazu sehr ernsthaft; denn alle haben ein gutes Gewissen. Trotzdem haben die Kinder in den Großstädten feine Milch. Vor dem Kriege kaufte man für einige Groschen einen Liter. In der Molkerei konnte jeber sobiet haben als er benötigte. Nun hat der Krieg die Kühe verschlungen. Der Krieg hat viele Menschen ba­hingerafft. Biele Pferde sind ihm zum Opfer gefallen. Aber nur ein- oder zweimal da. Dann bin ich nicht mehr hingegangen." unter den Kühen muß er noch ganz anders gehauft haben. Man Dein Mensch sollte so wo hingehen. Mit Verachtung strafen fönnte es verstehen, daß ein Viertel der Kühe verschwunden ist, müßte man die Leute. Schlagsahne, wo Abderhalden sagt: Wer ein Dritter, die Hälfte. Aber daß es so gut wie gar keine Milch die Milch den Kindern entzieht, versündigt sich am deutschen  mehr gibt es hält ja schwer, die Milch für Säuglinge und Bolk..

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Rrante aufzutreiben, das will dem braven Bürger nicht in den

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Wissen Sie, es ist eigentlich ein großes Unrecht."

Ob es ein Unrecht ist! Eine Schande ist es! Ich war auch

Kopf. Daß es schlechte Menschen gebe, die die Milch an sich reißen, Otto Barck: Kaiser Kart V". Am gestrigen Sonntagmittag scheint unwahrscheinlich. Denn wenn der Saz ertönt: Wer die Milch den Kindern entzieht, der verfündigt sich am deutschen   Volt," dann stimmen ihm alle bei, alle...

aus Ihrischen Ausbrüchen eine Gestalt zu formen, fand starke Töne, Karl war Hans Schweifart. Er tat das Menschenmögliche, ohne aber doch Innerliches und Aeußerliches ganz verschmelzen zu fönnen. Karls Bruder Ferdinand, heimtückisch, talt, boshaft, bietet dem Darsteller bessere Handhaben, die Hubert Orth in ein paar starfen Momenten gut auszunuben mußte. Der asketische Hadrian Baul Günthers war zu ausschließlich auf den Ton des Unsinn­lich- Uebersinnlichen geftelt; es fehlte der unheimlich lodernde, effta­tische Fanatismus, den die Gestalt erfordert. Ein paar Neben­figuren fesselten. Als etwas ganz Anmutvolles fiel die Episoden­B. 11.

figur des Jünglings auf, die Sarald Paulsen verkörperte.

Die Dunkelkammer für Zeitungen. Angesichts der großen Be­deutung, die die Tagespresse für die Zeitgeschichte besißt, sinnt man überall auf Wittel und Wege, um die kurze Lebensdauer der Beitungen, die eine Folge des minderwertigen Papiers bildet, mög­lichst zu verlängern. Der Direktor der amerikanischen   historischen Gesellschaft, Carpenter, hat diesem Problem seine besondere Auf-­merksamkeit zugewandt. In den heißen Ländern tritt der Zer­Nach einer Zeitdauer, die je nach den Verhältnissen wechselt, zer­setzungsprozeß des Papiers noch ungleich schneller ein als anderswo. fällt das Papier, auch wenn es mit den Händen gar nicht in Be­rührung gekommen ist. Besser als die Zeitungen von heute er­halten sich natürlich die aus der guten alten Zeit, in der fast aus­schließlich aus Lumpen hergestelltes Papier verwandt wurde, das mit dem Vorzug der Dauerhaftigkeit auch den der Schmiegsamfeit verband. Verschiedene New Yorker Blätter haben deshalb den Ver­fuch gemacht, bie für ihre Arch be bestimmten Exemplare auf Bumpenpapier abzuziehen. Aber diese Sonderabzüge stellten sich in den Kosten allzu hoch. Man versuchte deshalb, die zur Aufbewahrung bestimmten Abzüge dadurch vor der Zerstörung zu retten, daß man sie mit. Paraffin tränkte. Man erzielte damit wohl befriedigende Ergebnisse, aber auch hier stellten sich die Kosten allzu hoch. Bei dem Mangel eines praktischy erprobten und dabei billigen Konservierungs­mittels gibt der Gelehrte den Bibliotheken den Rat. die Zeiten

gab im Deutschen Theater die Vereinigung" Das junge Deutschland  " ihre letzte Vorstellung: Kaiser Karl   V. von Otto Raref. Das Glöcklein, das beim Tode des Papstes Hadrian   ertönt, läutete auch dem Verein zur Förderung junger Dramatiker" zu Grabe. Es galt, bei der Gründung vor brei Jahren, einen neuen Man muß an allen Eden und Enden sparen, wenn man sich Stil durchzusetzen; dem künstlerischen Willen heraufkommender Die Sommererholungsreise gestatten will. Jit es nach unsäglichen Jugend zum Rechte zu verhelfen. Der neue Stil hat sich durch Mühen gelungen, dann wird man in den Alpen für bie Ent- gefebt; ja, er ist schon wieder dabei, sich selbst zu überwinden. in behrungen   reichlich gelohnt. Milch, Butter, Eier, Käse in reichen der Manier. Die Tätigkeit des jungen Deutschlands  " erscheint Mengen; der Magen lacht und die Nippen verschwinden. Und in somit abgeschlossen; die gestellte Aufgabe vorläufig erfüllt. Otto Zarefs Drama ist nicht so sehr neuer Stil"; aber es ist den fleinen Kaffees und Konditoreien in den Gebirgsdörfern gibt es in gewisser Hinsicht mehr: es ist neue Jugend. Neuland der Seele. die schönste Schlagsahne. Jawohl, Schlagsahne. Schlagsahne und Was an dem Werfe fesselt, ist ein reiner Ton von junger Sehnsucht goldgelbe Schillerloden, mit füßer Schlagsahne gefüllt, dunkel- und ein gespannter Wille des Ergreifens. Als dramatisches Ges braune Schokoladefrapfen, mit süßer Schlagsahne gefült. bilde liegt es in der Linie der Gobineauschen Renaissance- Szenen Wer ist diese Schlagsahne, die Schillerlocken, die Schokolade- und der Strindbergschen Historien.( Von Strindberg stammt auch trapfen? Alle, bie ins Gebirge gehen. Alle, die sich nach monate- der Traumspuk.) Aber der Griff, mit dem Baret den Sieger in dunkel gehaltenen Räumen aufzubewahren. Es bleibt der Presse, langem Ringen die Gelder für die Sommerreise erspart haben. von Babia und den Pilger von St. Just faßt, geschicht wie zufällig so parador es flingt, heute eben nur die Flucht in das Dunkel übrig, Alte Männer und geckische Jünglinge, Backfische, würdige Ma- fchen, der nadt vor Leben und Gottheit steht; zum ewigen Schick­und fast gleichgültig. Er will hindurch zum Menschen; zum Men- wenn sie dem Verfall und der Vergessenheit entgehen will. tronen, beleibte Hausfrauen, dürre, ältliche Jungfern, Demimon- falsdrama der Seele. Hier ist schon Wille zu letter dramatischer Abonnementaumtausch des Großen Schauspielhauses wird bis Theater. Die mit dem 5. September ablaufende Frist für den dänen, Kinder, Schieber, ehrliche Kaufleute, Beamte, Lehrer, Auseinandersehung; starfe feelische Ballung und gepreßte Leiden zum 30. September verlängert. Handwerker. Auch vereinzelte junge Arbeiter sieht man, Nieter, schaft. Aber, und darin liegt das jugendliche. Manto des Veranstaltungen für die Jugend bat neuerdings die Volksbühne Dreher, Schibsfer, die sich die Neise mit großen Entbehrungen er- Stückes, die Leidenschaft des Dichters äußert sich vorläufig noch in ihr Brogramm aufgenommen; diele Jugendvolksbühne wird für die fauft haben. Sie alle kommen in die feine Konditorei, machen mehr in ekstatischer Lyrik ale in lebendig durchgluteter Gestalt. Auf runde Augen und dann sehen sie sich hin, ohne was zu sagen, uns der Bühne dehnen sich die Szenen endlos, und das Ganze bleibt im Sinnlichen nuklos. Dennoch bleibt das eine: man fühlt das effen Schlagsahne, Schillerlocken, Schokoladekrapfen. Erlebnis; man fühlt die starke, reine Jugend, und das Wort hat manchmal eine seltsame Leuchtkraft.

In den Zügen, die von München   und Stuttgart   nach Nord­deutschland rollen, tauchen bie Wirtschaftssorgen wieder auf.

Aufgabe der Regie war es, das überwuchernde Wert zurück­zudrängen und das Wert auf das Sinnlich- Sinnhafte hin zu­

reifere Jugend an Sonnabendnachmittagen gute Theatervorstellungen ver­anstalten und für die fleineren Kinder bunte Unterhaltungsnachmittage geben. den Gesamttitel Das deutiche Schidial" trägt. Sie besteht aus drei Stücken, dem Schauspiel Rausch", das die Stimmung der August­tage des Jahres 14 zum Mittelpun'te hat, dem Schauspiel Obfer", das im Sommer 17 spielt, und dem Drama Motrus" deffen Hand­lung sich an die Borgänge des Revolutionswinters 18/19 anschließt.

Sermann Sudermann hat 1oeben eine Reihe Dramen vollendet, die