Nr. 448 37. Jahrgang
Groß- Berlin
Donnerstag, 9. September 1920
Der Leichenfund am Freibad Wannsee.
Der Leiter des Voltsschulwesens in Berlin , Stadiichulrat Dr. Zur Aufklärung des Verbrechens und zur Ermittlung des Fiicher hat einen Plan für die Neuordnung des Groß- Täters ist vor allem wichtig, die Herkunft der Süllen der beiden Berliner Schulwesen ausgearbeitet. Er schlägt u. a. vor, statt der Bafere festzustellen. Es haben sich schon eine ganze Anzahl Leute Verschärft die Transportkontrolle! bisherigen 18 im alten Berlin 17 Schultreise neu zu bilden, bei der Kriminalpolizei gemeldet, die Männer mit Kartons gesehen Die Kontrollkommission Berlin- Brandenburg hat bei den die sich mit den Grenzen der geplanten Bolizeirebiere haben. Es handelt sich aber hier, wie nochmals hervorgehoben wer. den soll, nicht um eigentliche Pappkartons. Das Papier, in das mitgeteilten Verschiebungen von Striegsmaterial decken würden und die auf die alten historischen Stadt die Zeichenteile eingepackt waren, ist von Papierfachverständigen fich schon des öfteren verhindert, daß Transporte dieser Art viertel day in Zukunft bereits besichtigt, wird aber noch genauer untersucht merden. ihren Bestimmungsort erreichten, und hat somit die Neutralität sowohl Schulkreise und Polizeireviere nach den Stadtvierteln ist eine Badung, wie sie zu Ueberseefendungen verwendet wird. gewahrt, ohne daß sich Vorgänge wie in Erfurt daraus die sie umfassen; Wedding , Tiergarten, Friedrichshain usw. benannt Nach der Beschaffenheit der vorhandenen Körperteile muß an der Stelle, an der der Mord verübt wurde, stark Blut geflossen und also auch wieder beseitigt worden sein. Auch hierauf ist bei den Fingerzeigen, die das Bublifum der Kriminalpolizei geben fann, zu achten. Ebenso auch auf Brandgeruch beim Verbrennen
entwickelten.
Für diese Vorkommnisse trifft in erster Linie die Regierung sowie den Reichsverkehrsminister mit
werden.
erstreden fönnen,
so
seinen erlassenen Verfügungen selbst die Schuld. Haben fie Wann müssen die Waffen abgeliefert werden?
doch bisher den von der Arbeiterschaft gewünschten Kontrollen durch ihre eigenen Organe nicht stattgegeben und den ins Die Zeit der freiwilligen und straffreien AbLeben gerufenen Kommissionen ihre Anerkennung lieferung erstreckt sich vom 15. September bis 1. November 1920.
versagt.
Die Neutralität kann nicht besser gewahrt werden, als durch Einrichtung eigener Kontrollstellen der ArDen inneren 17 Schulfreifen sollen sich vorläufig 18 äußere beiterschaft. Den Kontrollstellen der Regierung sowie den höheren Eisenbahnbeamten steht die Arbeiterschaft mit anschließen, so daß Groß- Berlin zunächst in 35 Schultreise ein geteilt würde. Mißtrauen gegenüber, da nach den bisherigen Erfahrungen keine Gewähr gegeben ist, daß Transporte von Kriegs- Stadtschulrat erhält, demnach müssen 20 Stadtschulräte für Dr. Fischer tritt dafür ein, daß jeder Verwaltungsbezirk einen material nicht nach Polen befördert werden. Den Oberschulräten Darum verweist die Kommission Berlin Brandenburg Groß- Berlin gewählt werden. nochmals auf den Aufruf vom Sonntag, den 5. September, müssen indes 5 Dezernenten( Magistratsschulräte) zur Seite und fordert die Arbeiter, Beamten und Angestellten auf, sich gestellt werden, und zwar zwei für das Bolts-, einer für das höhere, in ihrer Kontrolltätigkeit durch nichts beirren zu einer für das Fach- und Fortbildungsschulwesen und einer für die laffen. Arbeiter, Beamte und Angestellte, die infolge ihrer Jugendpflege. Die Bekleidung mit dem staatlichen Schulaufsichtsrecht hält Kontrolltätigkeit gemaßregelt oder gerichtlich bestraft werden, sind der moralischen und mate- Geh.- Rat Dr. Fischer für die Schulräte gleichfalls dringend erforderriellen Unterstützung der Groß- Berliner Arbeiter- lich. Auch mit der vom Minister Ha enisch schon vorgeschlagenen schaft gewiß. Ernennung der beiden Oberschulräte zu Mitgliedern des Provinz Schulfollegiums ist Dr. F. einverstanden. Es werden also neue Instanzen durch diese Neuordnung nicht ge schaffen, wohl aber die Geschäftsführung vereinfacht und erleichtert bzw. beschleunigt werden.
Arbeiter, Angestellte und Beamte, schützt die Nentralität! Wahrt die Solidarität!
Der neue Stadtfyndikus.
Gefährdung unserer Milchversorgung.
Der Fünfundzwanziger- Wahlausschuß der neuen Berliner Der Magistrat meldet: Die Milchbersorgung Groß- Berlins ist Stadtverordnetenversammlung trat am Mittwoch abend unter Vor- durch Borgänge im brandenburgischen reise Königssit des Stadtverordnetenvorstehers Dr. Weyl zusammen, der die berg i. Neumart empfindlich betroffen worden. Nicht weniger besonders geladenen Stadträte Dr. Lange- Neutölln und Stadt- als etwa 3200 Liter, das sind zwei Drittel der täglichen Bollmilch lieferungen aus diesem Kreise, sind gestern ausgeblieben. syndikus Sembrizki- Charlottenburg einführte. Beide Herren Dieses übereinstimmende Vorgehen der Milchlieferanten ist nach hielten kurze Vorträge, worauf nochmals in die Beratung über Mitteilungen aus dem Kreise auf einen Beschluß des Verdie Wahl des Stadts ndikus eingetreten wurde. Nach bandes zur Wahrung der ländlichen Interessen des Streifes längerer Erörterung wurde Stadtrat Dr. Lange- Neukölln mit Königsberg zurückzuführen. Wie insbesondere von der Kreisverwaltung 14 Stimmen gegen 11, die auf Sembrihti entfielen, gewählt. mitgeteilt, wird im Kreise zu einem allgemein ländlichen wegen der kommissarischen Neubesetzung des Alsdann wurden nochmals die Gehälter der Mitglieder ieferstreit des neuen Magistrats eingehend beraten und festgesetzt. Die Gehälter für den Oberbürgermeister und die Fachdezernenten blieben unverändert, d. h. der Oberbürgermeister soll 78 000 m. einschließlich der Teuerungszulage und die Fachdezernenten 36 000 m. einschließlich der Teuerungszulage erhalten. Der Bürgermeister soll nunmehr dasselbe Gehalt wie diese beziehen, das sind bemnach 15 000. weniger als in einer früheren Sizung beschlossen worden war. Die Stadträte sollen, wie schon früher beschlossen woorden ist, 18 000 m. plus 50 Broz. Teuerungszuschlag, also 27 000 Mark erhalten. Diese Gehälter bedürfen noch der Zustimmung des Oberpräsidenten.
Sierauf wurde in die Beratung über die Wahl des Stadtschulrats eingetreten. Man beschloß abermals nur einen Oberschulrat zu wählen. In Vorschlag gebracht wurden u. a. der Stadtschulrat Dr. Reimann- Berlin , der Stadtverordnete Dr. Kurt Löwenstein- Charlottenburg, ein Berliner Schuldirektor. Nach langer, ein gehender Beratung wurde wegen der vorgerückten Stunde die weitere Beratung bertagt, ohne daß es zu einer Abstimmung über die Wahl des Oberschulrats tam.
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Die Beratungen sollen am nächsten Freitag fortgesetzt werden.
Milchlieferungen ersucht.
Landratsamts aufgerufen. Der Magistrat Berlin hat die staatlichen Behörden dringend um Maßnahmen zur Wiederaufnahme der Hoffentlich finden diese die Macht, dem gefährlichen Treiben der bäuerlichen Terroristen, die genau wie die Radikalinstis von links, nicht vor dem Tode zahlloser Säuglinge zurückschrecken, wenn es gilt, ihren Schädel durchzusetzen, Einhalt zu gebieten.
Fleischkundenlift.
berhentile.
Es
Die Vernehmungen, die bisher schon in großer Zahl ftattfanden, haben noch keinen Anhalt geliefert, auch nicht die ErmittJungen über Personen, die als vermißt schon gemeldet maren ober jett erst gemeldet wurden.
Der Obduktion der Reichenteile, die Mittwoch nachmittag von den Gerichtsärzten Brof. Dr. Strauch und Medizinalrat Dr. Stoerm er ausgeführt wurde, ging eine RöntgenDie aufnahme des Sachverständigen Dr. Budi voraus. Röntgenbeleuchtung des Kopfes zeigte zwar feine Anhaltspunkte für die Todesursache, doch ergab sich schon hierbei, daß die erlen im Oberficfer die Borderzähne vollständig. Daraus kann gemordete Berson große Zahnlüden im Munde hatte. So fehschlossen merden, daß es sich schon um eine ältere Berson handelt. Am rechten Unterfiefer fand man einen franfen Bahn, der seinem Befiber heftige Zahnschmerzen verursacht haben muß. Auch die Obduktion gab keine sicheren Anhaltspunkte dafür, ob es sich um eine männliche oder weibliche Person handelt. Geringfügige Merfmale lassen auf eine weibliche Person schließen. Die Leichenteile selbst und auch der Mageninhalt bestätigen, daß das Verbrechen erst wenige Tage oder sogar nur Stunden vor feiner Entdeckung verübt worden ist. Auffällig war die Entdeckung, daß der Zwölffingerdarm mit einer Schnur abgebunden ist. Es hat dies der Täter getan, um den Ausfluß des des Oberschenkels zeigen, daß der Täter sich bei der Zerlegung der Mageninhalts zu verhindern. Scharfe Einschnitte an der Kugel Beiche eines scharfen Messers bedient hat. Knochen an den in den Bateten enthaltenen Fleischfetzen wurden als Schulterblätter er fannt. Sie zeigen, daß der Täter auch den Rumpf in eina zelne Teile zerlegt hat.
Für die weltliche Schule! Das Kollegium der 208. Gemeindeschule( Gesundbrunnen , Gothenburger Str.) entschied sich in amtbon vierzehn Stimmen für die licher Sonferenz mit neun weltliche Schule und wandte sich an den Elternbeirat mit der Bitte, bei event. Errichtung einer weltlichen Bezirksschule auf dem Gesundbrunnen hierzu die 208. Gemeindeschule in Aussicht zu nehmen. Der Elternbeirat will dem Wunsche des Kollegiums gern nachkommen und entsprechende Schritte unternehmen.
Eine öffentliche Musterturnstunde für ältere Herren( über
35 Jahre) veranstaltet der Arbeiterturnverein Freie Turnerschaft Berlin" am Sonnabend in Neukölln, Turnhalle Kopfstr. 55. Aeltere Genossen, welche ihren Körper gelentig und jung erhalten wollen, sowie die Altersriegenturner Groß- Berlins sind als Gäste sehr willkommen. Geturnt werden leichte Uebungen am Barren, Pferd, Bock, sowie Freiübungen. Anfang 7½ Uhr.
Rudolf Moffe, der Begründer des Berliner Tage blatts" und des Berlages Rudolf Mosse , ist gestern auf seinem Gut Schenkendorf im Alter von 77 Jahren verstorben. Der Tote tam als junger Handlungsgehilfe nach Berlin , gründete in der Jerufalemer Straße eine Annoncen expedition, die erfte ihrer Art in Berlin , und 1871 das Berliner Tageblatt". Ein von ihm gestiftetes Kindererholungsheim befindet sich in
Die Fleischkundenliste ist aufgehoben, nur die Stundenlifte besteht noch. Einst wird kommen der Tag, da auch sie hinsinkt. Und dann wird ein großes Wandern beginnen. Man wird sich erinnern, wie peinlich der angestammte Fleischer im Kriege das letzte bißchen Fett von der Ration weggeschnitten hat, ohne daß es in der Zwangs- Schmargendorf. zugabewurst wieder auftauchte. Man wird den festlichen Blumenschmuck des Ladens am Geburtstag der Frau Meisterin vor sich sehen, und die längst zur Gewißheit gewordenen Vermutungen werden wieder auftauchen, woher und wofür diese Liebesgaben gekommen waren. Und es wird ein großes Wandern einsetzen. Denn von dem anderen Fleischer hat man es nicht an sich selbst erfahren daß er es genau so gemacht hat.
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Da trafen fie einmal auf eine Herde Heidschnucken und sie nicht fertig. Einmal im Herbst, an einem milden Abend, Meta fragte: ,, Wem gehören sie wohl?" „ Dem Boßbauern!" sagte Harm.
Meta blieb erschrocken stehen:„ Auch das Band hier?" Ja," sagte er ,,, an dieser Seite alles, bis ans Moor; und das gehört ihm auch noch mit."
Baß uns umbehren." Er sah, daß sie ganz blaß geworden war, da fragte er besorgt: Bist du müde?"
,, Nein," sagte sie ,,, das ist es nicht."
Sie ging sofort zurück. Da meinte er leichthin: ,, Na, er tommt hier das ganze Jahr bald fein einziges Mal her." Aber sie fragte leise:„ Kannst du das nicht verstehen, Harm, daß ich hier nicht gehen fann?"
Eivas verlegen sagte er: ,, Ach soja- das ist wohl wahr."
Sie wunderte sich im stillen, daß er das so leicht nahm, sagte aber nichts darüber. Nach dieser Seite ging fie nie wieder auf die Heide. Im Sommer hatte sie viel draußen mit gearbeitet, aber im Winter fonnte sie bald nicht mehr mit hinaus. Dann saßen sie die langen Abende hindurch zusammen am Heuer. Harm ab fie oft von der Seite an und fand, daß sie immer schöner wurde. Ein fraulicher Bug ließ fie jest viel weicher und lieblicher erscheinen und das Herbe und Spröde war ganz von ihr gewichen.
Harm hatte immer eine Arbeit vor sich, aber Meta Tieß oft die Hände in den Schoß sinken und träumte. Die tiefe Ruhe tat ihr wohl. In Gedanken durchlief sie ihr Leben und mitunter kam ihr die Frage: war sie nun eigentlich glücklich? Ja, das war sie. Saß sie nicht auf einem eigenen Besitz und hatte sie nicht einen Mann, der nur für sie lebte und arbeitete? Sie hatte ihn doch sehr lieb.
War das überhaupt nicht wie ein Märchen, daß sie beide bier so einsam, weit von aller Welt entfernt, zusammen am Feuer saßen? Sie sehnte fich wahrhaftig nicht zurück. Auch, daß Sarm so schweigiam war, gefiel ihr. Wenn der Wind in der Eiche rauschte und an Dach und Türen rüttelte, war es doppelt schön hier am Feuer. Und einfamach, einfam fühlte fie sich eigentlich nie. Sie hatte immer eine Liebe gehabt für allerhand Märchen und Geschichten, die fielen ihr jekt wieder
ein. Sie spann sie aus und dachte weiter und konnte so, die Hände im Schoß, stundenlang dasigen mit einem leisen Lächeln und träumen. nein, das brachte Aber Harm etwas dabon erzählen war sie mit ihm draußen gewesen. Da hatte sich das Abendrot in den Fenstern ihres Hauses gespiegelt, daß es mit der dicken Strohdachmüze und den rotglühenden Fleinen Scheiben sonderbar heimelig im Abend stand, ganz zusammengeduckt unter dem großen dunkeln Baum. Da hing sie sich in seinen Arm und sagte:„ Sieh nur, mie schön!"" as ist?" fragte er und sch sich um. Sich nur die Fenster an." Ganz berzückt stand sie, er aber meinte: Ja, etwas größer hätten sie wohl sein können."„ Ach, das mein ich ja nicht. Siehst du nicht, wie das leuchtet, als wärs der Frau Holle ihr Backofen?" Da mußte er lachen.„ Das macht das Abendrot, hoffentlich bringt's feinen Regen, ich muß morgen den ganzen Tag mähen!"
Und wenn sie sich über die feinen weißen Nebel freute, die so luftig und zart und still in der Dämmerung über die Seide zogen, und wohl einmal von Elfen und schönen Feen dabei sprach, sagte Harm ganz verwundert: Was du aber für Gedanken hast, Meta!"
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Nein, dafür hatte er feinen Sinn, für Geschichten. Schade, dachte fie. Sie hätte so gern ein wenig geichwärmt. Aber wenn das Kind da wäre, das sie erwartete dem wollte sie all diese Dinge erzählen gang heimlich. das Kind! Darauf hoffte sie nun.
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Sie fühlte, irgend etwas fehlte noch zwischen ihr und Harm irgend etwas das Kind!
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Ob das auch so sein würde wie Harm? Ein Flein wenig lustiger durfte es schon werden. Sie versuchte, sich Harm einmal mit fröhlichen, lachenden Augen vorzustellen, aber dann wurde es ein ganz anderes Gesicht, das sie ansah dann wars plöglich der Boßbauer. Mergerlich furchte sie die Stirn, warum fiel ihr der immer wieder ein? Nein, so sollte es nicht werden, so nicht!
Immer noch bäumte sich ihr Stol; dagegen auf und dann wünschte sie, daß auch Harm etwas stolzer und herrischer sein möchte. Dem sollte er nicht nachstehen.
Bersteigerungen beim Staatlichen Leihamt( Jägerstr. 64). Die vierteljährlichen Versteigerungen beginnen am 13. und endigen am 16. d. M. Bur Vereinfachung für das faufende Publikum werden bon jetzt ab sämtliche verfallenen Pfänder nur noch in der JägerStraße 64 versteigert.
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Der Männerchor Fichte- Georginia" veranstaltet Sonntag, nachmittags 3, Uhr, im Berliner Zustgarten ein öffentliches Stonzert. sinken die Augen wieder aufschlug, stand die Wehmutier vor ihr und sagte:„ Es ist ein Junge!"
Da fam auch Harm, von Angst und Sorge gequält, und beugte sich erschüttert über sie. Sie tastete nach seiner Hand und fah ihn warm und gläubig an. Er saß lange an ihrem Bett und sah auf das winzige Wesen, das an ihrer Brust lag. Sein Kinder fonnte es nur schmer faffen und hätte nich gewagt, es zu berühren. Langiam erst wuchs ein ungeheur Glücksgefühl in seiner Brust. Meta sah es an seinem Gefic und wartete drauf, was er sagen würde, aber dann fielen t die Augen wieder zu.
Mutter und Kind lagen in gesundem Schlaf, da stan Harm leise auf und ging hinaus. Nein, in Worten konnte den Jubel, der ihn ganz erfüllte, nicht äußern. Er überfah sein Land, das in hellem Mondschein Tag- es gab biel zu tun für ihn, wenn er alles bestellen wollte. Aber jetzt, mun er Frau und Kind hatte, mit welcher Lust wollte er für sie
arbeiten.
Und plöglich kam ihm der Gedanke, du mußt noch mehr tun als bisher, noch ein neues Stück Heide urbar machen. Leise schlich er in den Stall, holte den Spaten und fing an zu graben, um einen neuen Ader abzustecken. Wie hätte er jezt schlafen sollen? Mächtig flog es ihm von der Hand, und als der Morgen fam, hatte er schon ein tüchtiges Stück Seide herumgeworfen.
So überboll war sein Herz.
Der Sommer färbte die Heide rot und das Korn wogie in fatten, gelben Wellen in der warmen Luft.
Meta richtete sich im Garten von der Erde auf und lauschte auf die feine Stimme, die sie gebieterisch an ihre Pflicht gemahnte. Da ließ sie die Arbeit liegen und nahm ihr Kind auf den Arm.
Unter einem breitästigen Apfelbaum hatte Harm eine Bank gezimmert, da saß sie im Schatten, öffnete das Kleid und gab ihrem Kinde die volle Brust.
Wie sie da saß, an den Stamm zurückgelehnt, über sich den grünen Boum mit gelben Früchten behangen, ein wenig müde, die gebräunten Arme forgend um das Kind gelegt, das in ruhigen Bügen trank, die Augen träumend in die Ferne Als der Schnee geschmolzen war und Harm die ersten gerichtet schön und gesund, in williger Singabe an ihre Arbeiten draußen beginnen fonnte, mußte fie fich legen. Es Mutterpflicht, war sie ein Bild der Erde selbst, der Erde - war eine Vorfrühlingsnacht, boll bon dem Farben Geruch der ewig schaffend, nährend aus heiligem Quell, ewig schön und Erde. die nach Brausen und Stürmen den Renz erwartete. bei aller Erfüllung doch evige Träume bergend in verAls Meta nach schwerem Kampf und todähnlichem Ver- schleierten Fernen. Forts. folgt.)