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Nr. 498 37. Jahrgang

1. Beilage des Vorwärts

Freitag, 8. Oktober 1920

Die Krankenhäuser in Neu- Berlin em Vorhandenen hauszuhalten. Bei guter und zuſammen- nommen. Zurzeit ſtehen dieſer indeſſen ausführende Organe noth

der Hand nicht leisten können. Es wird notwendig sein, mit Seine Rolle hat die neue Groß- Berliner Stadtgemeinde über faffender Organisation wird es möglich sein. nicht zur Verfügung. Um die Fortführung der jetzt besonders Von Karl Koblenzer. Werden wir also bei der Ausnützung der vorhandenen wichtigen Geschäfte des Kohlenverbandes auch während dieser Ueber­In früheren Jahren füllten die Debatten über die Bettenzahl die Zentralisation nicht entbehren können, so wird gangszeit zu ermöglichen und zu sichern, ist daher zugleich ange­Arantenhaus not sehr häufig die Sigungen der Berliner sich diefelbe auch nach anderen Richtungen hin notwendig ordnet worden, daß die bisherigen Verwaltungsstellen des Kohlen­Stadtverordneten- Versammlung aus. In der letzten Zeit machen. Allgemeine Richtlinien für die ärztliche Ververbandes, nämlich der Verbandsausschuß und die Kohlenstelle Großz­wurde es in dieser Beziehung ruhiger. Wohl weniger deshalb, forgung werden von einer Zentralstelle aufgestellt werden Berlin , bis zur anderweitigen Regelung durch die neue Stad: weil viele Neueinrichtungen geschaffen wurden, als vielmehr müssen, auch für die Verpflegung und Beschaffung müssen gemeinde ihre Tätigkeit, und zwar nach den Weisungen des nssen Für die Betätigung der Be- Gemeinwesens, vorläufig weiter auszuüben haben. aus dem Grunde, daß man gelernt hat, die vorhandenen einheitliche Grundsäge gelten. Einrichtungen besser auszunuzen. Nach Schaffung einer zirksinstanzen wird dann noch ein großer Spielraum bleiben. Zentralstelle für den Bettennachweis, der die freien Betten Gelingt es, alle Organe zu einem reibungslosen Zusammen­angezeigt werden, sind die Uebelstände in der Unterbringung eine vollständige Ausnühung der vorhandenen Anstalten Hempel den Auftrag, von der Gepäckabfertigungsstelle Frankfurt a. D. arbeiten heranzuziehen, durch organisatorische Maßnahmen Am 1. d. M. erhielt der Eisenbahnschaffner- Anwärter Grich der Kranken wesentlich gemildert. Zwar tritt auch heute noch bei Epidemien eine Bettennot ein, indessen bei weitem nicht herbeizuführen, dann dürfte den Bedürfnissen der Bevölkerung eine Handtasche mit 40 000 M. nach der Stationskasse zu bringen. Berlins in weiterem Maße als früher Rechnung getragen Bald darauf wurde er in einem Bahnhofsabort mit gefesselten mehr in dem früher bekannten Maße.

Nun bekommen wir das größere Berlin ", und es gilt werden können. jetzt, die im engeren Berlin bereits bestehenden und bewährten Einrichtungen für das Neue nußbar zu machen.

Groß- Berlin

Wir werden mit einer Einwohnerzahl von etwa 3 800 000 zu rechnen haben. Hierfür stehen uns 69 Strankenanstalten zur Verfügung, denen sich noch fünf private Anstalten außer­Die unabhängige Arbeiter- Marseillaise. halb Berlins hinzugesellen, welche hauptsächlich mit Berliner Stranten belegt werden. Diese lettgenannten Anstalten ber- Neuerdings erscheint den Unabhängigen bei ihrer Propa­fügen über etwa 1000 Betten, während in den 69 Anstalten ganda für die Diktatur des Proletariats selbst die Arbeiter 18 696 Betten vorhanden sind. Es entfallen demnach auf Marseillaise , das alte Kampflied der Sozialdemokratie, als 10 000 Einwohner 50 Betten. Es unterliegt wohl keinem veraltet. Besonders der dritte Vers, in dem es heißt: Das Zweifel, daß auch später die Verwaltung der Krankenhäuser gleiche Wahlrecht ist das Zeichen, in dem wir siegen!, ebenso zentralisiert sein muß, wenn man auch eine ganze Reihe von das Bekenntnis: Nicht predigen wir Haß den Reichen, nur Verwaltungsaufgaben den kommenden Bezirksverwaltungen gleiches Recht für jedermann! paẞt natürlich ganz überweisen wird. und gar nicht zur Diktatur.

Erdichteter Raubüberfall.

Händen und Füßen gefunden. Ein scharfer Geruch ließ auch auf eine Betäubung durch Aether schließen. Die Handtasche mit dem Gelde war verschwunden. Hempel gab bei seiner Vernehmung an, daß er von Räubern überfallen worden sei, die ihm die Handiasche entrissen hätten und damit geflohen feien. Die Ermittelungen er gaben jedoch bald, daß der Raubüberfall von dem Ueberfal nen mit den Räubern vereinbart worden war und von diesen das Ged bei seite geschafft worden ist. Die beiden Räuber sind jetzt mit dem Gelde flüchtig und werden gesucht. Es sind ein 19 ore ter Kutscher Willi Böhle und ein 22 Jahre alter Fleischer Billi Sand­Es wird ange mann, die beide aus Frankfurt a. O. stammen. nommen, daß die Flüchtigen sich nach Berlin gewandt baben und hier verborgen halten. Böhle ist 1,63 Meter groß und schlank, bat blonde Haare und ein bartloses Gesicht. Sandmann ist etwas troßer, korpulent und hat einen Anflug von Schnurrbart. Nachrichten, die zur Ermittelung der Räuber führen können, nehmen Oberfommiffar Baumann oder Kriminalfommissar Dr. Goetsch beim Lichtenberger

Bom Segen des freien Fleischhandels.

Ein Blick auf die Karte des neuen Berlin , auf die Lage Als Präsent zur diesjährigen unabhängigen Jugend- Polizeipräsidium entgegen. der einzelnen Krankenanstalten und auf die Zahl der den weihe hat nun der Freiheit"-Verlag ein besonderes Heft­einzelnen Bezirken zur Verfügung stehenden Betten zeigt uns, chen herausgegeben, das im einleitenden Aufruf an die Wie das Nachrichtenamt der Stadt Berlin mitteilt, muß das daß die Belegung mit Betten nur von einer Zentralstelle aus- jungen Freunde" von der Revolution und der Welt­gehen kann. Es stehen auf je 10 000 Mitglieder an Betten revolution erzählt. Daß der Kampf um die Befreiung des Ergebnis der Aufhebung der Zwangsbewirtschaftung in Fleisch für zur Verfügung: im Bezirk Mitte 107, Ziergarten 43,33, Proletariats auf dem Wege der Erkämpfung des gleichen die Berliner Bevölkerung als bisher unbefriedigend bezeichnet Wedding 74,29, Prenzlauer Tor 15,45, Friedrichshain 40,42, Rechts, des gleichen Wahlrechts und der Demokratie erfolgen werden. Der Auftrieb an den beiden ersten Martttagen, besonders Hallesches Tor 40,02, Charlottenburg 52,83, Spandau 35,12, foll, davon ist mit feinem Worte die Rede. Am Schluß des bon Rindern und Kälbern, erreichte noch nicht den Auftrieb zur Bilmersdorf 12,91, Zehlendorf 123,78, Schöneberg 44,36, Seftchens finden wir neben der Internationale, Sozialisten während er bei Schweinen ungefähr der gleiche, geblieben ijft. Die Zeit der Zwangsbewirtschaftung. Bei Schafen ist er etwas stärker, Steglitz 34,05, Tempelhof 59,38, Neukölln 53,80, Treptow marsch usw. an letter Stelle auch die Arbeiter- Marseillaise. Berliner Bevölkerung wäre also mit dem Fleisch der bisher im 7,95, Cöpenick 39,79, Lichtenberg 27,18, Weißensee 91,53, n legterem Lied hat man nun in Konsequenz des ersten Auf- freien Handel aufgetriebenen Schlachttiere nicht zu verforgen ge= 1 anfor 90,33, Steinickendorf 37,38. Während also im Bezirt rufs den ganzen dritten Vers einfach weg wefen. Ohne jetzt schon ein abschließendes Urteil abzugeben, muß Mitte auf 10 000 Einwohner 107 Betten entfallen, find es gelaffen! Die älteren Genossen, die bei den Wahlrechts- als Ergebnis der Aufhebung der Zwangsbewirtschaftung in Fleisch im Bezirk Wedding nur 74,29, in dem fast ausschließlich von fämpfen gerade diesen Vers mit besonderer Begeisterung ge- bis heute keine Vermehrung, eher eine Verringerung der Fleisch­Arbeitern bewohnten Neuföln 53,80, in dem ebenso ge- fungen haben und sich deshalb von den Schußmannssäbeln menge und eine wesentliche Erhöhung der Preise festgestellt werden. arteten Bezirk Friedrichshain 40,42 und im Bezirk Prenz - und Pferdehufen bearbeiten laffen mußten, werden verwenn trok Verringerung der Fleischmenge in den Schlächterläden Tauer Zor gar nur 15,70 Betten. Die Anstalten sind aber in wundert fragen, ob der Vers wirklich überflüssig ist. Wohl noch Fleisch zu haben ist. Für die minderbemittelte Bevölkerung noch Fleisch zu haben ist. Für die minderbemittelte Bevölkerung bezug auf die Aufnahme von Patienten nicht gleichwertig. haben wir das gleiche Wahlrecht erobert, aber im Zeichen des beginnt dieses für den Kräfteaufbau erforderliche Nahrungsmittel So liegt das einzige Kinderfrankenhaus im Bezirt gleichen Wahlrechts wollen wir doch siegen! Und dieser mehr und mehr ein unerschwingliches Genußmittel zu werden. Wedding. 436 von den im Bezirk vorhandenen Betten tönnen Sieg ist feineswegs errungen. Darauf fommt es an! So­nicht nur diesem Bezirke zur Verfügung stehen, sondern müssen lange dieser Sieg aber nicht errungen ist, hat auch der dritte für ganz Berlin offen gehalten werden. Prostituiertenstation Vers des Audorfschen Liedes noch seine volle Berechtigung. Es zeigt sich hier mit ziemlicher Deutlichkeit, wo die und Krägestation im Bezirk Prenzlauer Tor sind für das ganze Berlin bestimmt. Dadurch werden diese Bezirke noch alten sozialdemokratischen Grundsätze wirklich zu finden sind. Wären die Unabhängigen konsequent, so hätten sie auch den Ein Ausgleich zwischen den einzelnen Bezirken kann nur ge- efrain: Der Bahn, der fühnen, folgen wir, die uns geführt schaffen werden, wenn die Verteilung der Patienten auf die affair! wegfallen lassen müssen, denn Lassalle kämpfte einzelnen Anstalten zweckmäßig vorgenommen wird. Lezteres nicht für die Diktatur, sondern für die Gleichberechtigung des fann naturgemäß nur von einer Zentralstelle aus geschehen. Proletariats. Auch der Unverstand der Massen" ist bei einer bei welcher alle Fäden zusammenlaufen. Voraussetzung ist Diftatur ganz nebensächlich. Aber wer kann von den Un­dabei ein gut arbeitendes Transportwesen. In dieser abhängigen Konsequenz verlangen? Beziehung können wir aber mit Vertrauen in die Zukunft Auflösung des Kohlenverbandes Groß- Berlin. blicken. Gerade beim Krankentransportwesen, das bekanntlich mit dem Rettungswesen verbunden ist, dürfte die Ueberleitung Nach einem im Reichsanzeiger" beröffentlichten gemeinsamen und Ausdehnung auf das größere Berlin feine Schwierigkeiten Erlag des Ministers des Innern und bes Handelsministers find machen. Die auf diesem Gebiete bereits bestehende Zentralisation die Rechte und Pflichten des Kohlenverbandes Groß- Berlin mit macht die Ausdehnung auf die neu hinzukommenden Orte Wirkung vom 1. Oftober 1920 ab auf die neue Stadtgemeinde berhältnismäßig leicht. Die dazu notwendigen Vorarbeiten Berlin übergegangen. find rechtzeitig eingeleitet und dem Abschluß nahe. Das ver­größerte Berlin wird sich die Errichtung neuer Anstalten vor

etwas mehr benachteiligt.

Das Licht der Heimat.

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Die Mahnung der Oberpoftdirektion. Vom Bezirks- Betriebsrat für den O.- P.- D.- Bezirk Berlin er­halten wir eine Entgegnung auf die am 29. September im Vor­wärts" veröffentlichte Mahnung der Oberpostdirektion Berlin an die Berliner Bevölkerung, die Adressen auf den Briefen, Postkarten usw. genau anzugeben, weil das zurzeit beschäftigte Hilfspersonal nicht den vollen Anforderungen entspräche. Wie der Mezirks­Betriebsrat betont, habe das Hilfspersonal fich jederzeit für den Postdienst als zuverlässig und tüchtig erwiesen, und es berrichtet feine Arbeit, Seite an Seite mit den Bostbeamten, von dem Wunsche

beseelt, nur der Allgemeinheit zu dienen.

Der sogenannte Bestelldienst wurde zum größten Teile von Beamten versehen, da die Verwaltung bestrebt sei, die Posthelfer soviel wie möglich aus dem Außendienst herauszuziehen.

Das Vorgehen der O. P. D. Berlin sei nach Meinung des Be­airfs- Betriebsrates einzig von der Absicht diftiert, das freigewerf­schaftlich organisierte Hilfspersonal aus dem Postbetrieb zu ver­drängen, um den alten Zustand der Vorkriegszeit wieder einzu­führen. Am Schluß richtet der Betriebsrat in seinem Schreiben an die Berliner Bevölkerung die Bitte, sich durch die Machenschaften der Postverwaltung nicht irritieren zu lassen, damit das gute Gin­bernehmen zwischen Posthelfern und Bublifum gewahrt bleibe.

Damit hat gleich dem Wohnungsverband nunmehr auch der Kohlenverband Groß- Berlin zu bestehen ausgehört. beiter; die langen Fensterreihen, die eben noch rot und| Sinn er früher nie erfaßt hatte, ließ ihn nicht los. Jetzt lebendig in den Winterabend glühten, sanken jäh ins Dunkel fühlte er, das ist die Musik der Arbeit, die Melodie des zurüd. Nur im Verwaltungsgebäude und in den Zeichen-| Lebens, der Sturm des Schaffens. Und in drängender Un­jälen leuchteten noch die Fenster, aber auch hier erlosch eins geduld gedachte er der Worte des Ingenieurs: Herrgott, nach dem andern, und das kleine Nebentor ließ die Ange- wenn ich den Mut dazu hätte!" Den Mut hätte er Da trat Diert zu ihm hin: Ich möchte lernen, alles stellten heraus. Hastig verschwanden sie im Gewühl der duldig suchte er nur das große Werk, das auf ihn wartete. Straße, um nun, nach einem langen Tagewerk für andere, Nein, er konnte nicht mit lustigen Leuten zechen gehen. Iernen, wie fang' ich das an?" einen furzen Abend für sich zu leben. Da ist jede Minute Bieber saß er daheim und grübelte. Aber er hatte nicht ein­" mal gelogen, heute war er wirklich schon versagt für den mertvoll und heilig. Abend.

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Bon August Hinrichs.

etwas vielleicht."

Haben Sie Geld?" Das ich weiß nicht " Ich will Ihnen Bücher geben, die arbeiten Sie durch. Und wenn Sie nicht weiter fönnen, kommen Sie und fragen. Und zum Winter müssen Sie auf die Schule.

Am Abend saß er mit der Mutter zu rechnen. Sie hatten das Bankbuch vor sich liegen. Troftlos jah Diert auf die Zahlen: Es geht nicht,

Mutter."

Es muß!" sagte sie hart.

Dann flappte sie das Buch zu und verschloß es. Und es soll," fezte sie hinzu und griff schon nach dem Bügeleisen. Hastig zischte das Eisen über die Wäsche und schuf Geld- Pfennig bei Pfennig- Groschen bei Groschen unendlich langsam, unendlich mühsam, aber unermüdlich! Strich für Strich- Stüd für Stüd- immer hin und her hin und her heute, morgen, übermorgen. Es war totenstill. Nur das Schnarchen des Betrunkenen in der häßlich und langsam. Und das kurze, eilige

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Rammer

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Ticken der Weduhr.

unge­

Er hörte im Arbeiterverband eine Vortragsreihe mit an,

Als einer der letzten fam Diert Folfers aus dem Tor. Bangiam, wie einer, der sich erst besinnen muß, wohin er will, in der Dr. Heller, ein junger Sochschullehrer, über Bolfs­stieg er die Stufen hinab. Draußen vor der Tür blieb er einen Augenblick stehen und sah sich nach dem Fabrikgebäude wirtschaft sprach und in geistvollen Neden seinen Zuhörern, um alles schon still und tot, aber ihm war's, als wäre die Luft noch voll von dem tiefen Summen der gewaltigen Dynamos.

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lauter ungebildeten Leuten, den Gang der Entwidlung von der Arbeitsteilung der Urzelle bis zum Höhepunkt dar Gegenwart schilderte. Er ließ es nicht bei dem Vortrag be­Da lächelte er und redte die Glieder. Das war übel, wenden, er suchte seine Hörer heranzuziehen zum selbständigen daß man die am Zeichentisch nicht besser gebrauchen fonnte. Denken und stellte ihnen Aufgaben, die sie zu Haus schriftlich Aber immerhin, so weit hatte er's gebracht, seit einem Monat ausarbeiten sollten. Da hatte Dierk eines Abends seine Ge­war er hier angestellt, versuchsweise auf sein glänzendes danken über diese Dinge niedergelegt weit über die eigent­Schulzeugnis hin. Von hinten rannte einer hastig an ihm liche Aufgabe hinaus aber es war ihm wie unter einem vorbei und schlug ihm auf die Schulter: Heute abend mal ipang aus der Feder geflossen. Dr. Heller hatte die Ar­mit, Folfers? Kleinen Bummel zusammen machen?" Aber beiten der anderen besprochen, von seiner hatte er nichts ge­Dierf schüttelte den Kopf: Geht nicht, bin schon versagt!" fagt. Aber am Schluß des Abends hatte er Dierk gebeten, Dann nicht, Sie alter Streber." Und fort war er. Diert ihn am nächsten Donnerstag zu besuchen, dann wollten sie fah ihm nach. Warum mannte man ihn Streber? Die hatten über seine Gedanken reden. Also heute sollte er kommen. guf reden, diese jungen Herren, die sich ein regelrechtes Es war ihm etwas unbehaglich zumute dabei, dennoch wollte Er fab ihr ins Gesicht. Tiefe Falten waren um den Studium batten leiften fönnen und ihren jezigen Berdienst er hin. Vier Treppen hoch in einem Vorstadtviertel hatte er seine Mund gegraben, und das Saar an den Schläfen war grau. nur als Taschengeld betrachteten. Und er wie mühsam Er sah jäh ihr Gesicht von früher, draußen auf der hatte er sich durchschlagen müssen, um mit dem bißchen Geld Wohnung. Ein kleines Bimmerchen nur, aber mit einem Heide, rund und frisch mit blanken Augen lachte sie ihm ent- die Schule durchhalten zu können und die beiden Sol- Blid ins Grüne", wie die kleine Schusters frau stolz hervor­gegen wie alt und welf sie hier wurde! Plöglich griff datenjahre dazu. Auch jetzt war der Verdienst nicht groß, gehoben hatte, weil man über das Hofgebäude hinweg bie er zu und hielt ihr den Arm fest: Mutter- du darfst nicht, aber es wäre ihm wie Sünde erschienen, alles zu verbrauchen. Strone einer einsamen Kastanie zwischen dem Biegelmeer er­darfst nicht!" Und wozu sollte ers berbrauchen? Das lag ihm gar nicht, blickte. Und das hatte auch bei ihm gewirkt, dies Grüne. Es Sie wehrte ihn mit der Linken ab, und die Rechte fuhr das Geld auszugeben. Streber? ja, wenn er noch ein be- war doch ein winziges Fleckchen, auf dem seine Kinderfehnsucht weiter: Ich will, Dierk- hörst du! Ich will!" stimmtes Ziel gehabt hätte, aber es war in ihm nur ein raften fonnte, wenn sie abends im Dämmern nach der fernen Da schoß es ihm heiß durch die Brust, daß er alles daran dumpfer Wille, nur der dunkle Drang gewesen, der ihn Heide flog. setzen müsse, sie hier herauszuheben, fie glücklich zu machen weitergetrieben hatte. Er wollte wollte aber was, das Er knirschte mit den Zähnen, schlug jählings mit beiden mußte er heute noch nicht. Er suchte und tastete danach Fäusten auf den Tisch und brüllte:" Ich will! ich will, ich will!" es mußte etwas Großes sein, eine Riefenaufgabe. und dabei Da lächelte fie, aber ihre Augen blieben fest und hart, hatte er nur immer das Gefühl, als liefe ihm die Beit unter und unermüdlich glitt das Eisen weiter. den Händen weg, als fäme er zu spät. a, etwas Großes wollte er! Darum hatte er vor freudiger Erregung gezittert, als er zum erstenmal als Angestellter in diese Riefenfabrik hineinsah; dies geheimnisvolle Summen und Surren, dessen

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Die große Leipziger Maschinenfabrik hotte Feierabend gepfiffen. Aus dem breiten Tor quoll der Strom der Ar­

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Zwei Briefe lagen für ihn da, hastig griff er nach dem ersten, von Fied! Vor ein paar Jahren hatte er gulegt ge schrieben und ihm kurz mitgeteilt, daß er im Auftrage feiner Firma nach Argentinien gehe. Seitdem hatte er nichts von ihm gehört als hin und wieder einen Gruß. den er durch feine Mutter bestellen ließ. Er riß die Briefhülle auf, aus Hamburg ! ( Forti. folgt.)