Nr.506 37.Jahrgang Ausgabe A nr. 116
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Sozialdemofcat Berlin".
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Vorwärts
Berliner Volksblatt
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Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands
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Mittwoch, den 13. Oftober 1920
Die Parteitagsbeschlüsse.
Staffel, 12. Oftober.( gener Drahtbericht des ,, Borwärts.)
Einmütig steht die deutsche Sozialdemokratie auch für die Der Parteitag in Kassel führte am Dienstag die Debatte Reich seinheit nach innen und außen. Eine eindrucksAber den Parteivorstandsbericht zu Ende. Die Beschlüsse, die volle Erklärung, die namens der bayerischen Delegation gefaßt wurden, zeigten weitgehendite Uebereinstimmung der Genosse Ehrhardt Auer gegen die bayerischen reaktionären Meinungen in der Partei. Einmütig wurde der Aus- Beftrebungen abgab, wurde von den Vertretern aus allen tritt der Sozialdemokratie aus der Regierung unter Teilen des Reiches lebhaft begrüßt. Ein Protest gegen die ben burch die Reichstagswahl geschaffenen Verhältnissen qut- bom franzöfifchen Militarismus hatnädig betriebene 3er geheißen, aber ebenso einmütig ist der Wille, mit ber- törung der Dieselmotoren, die eine weitere stärktem Einfluß in die Regierung zurück Schwächung der deutschen Wirtschaft und Existenzmöglichkeit auteren, wenn die Interessen des Broletariats es er bedeuten würde, fand einstimmige Annabme. Möge sich die heiſchen. Der Fraftionsbericht und die sich an ihn an- Soffnung des Parteitagsborigenden Hermann Müller erfüllen, schließende Aussprache machten es jedem denkenden Arbeiter daß diefer Aufschret der deutschen Arbeiterklasse gegen noch flarer, wie schwer die teressen des Proletariats durch diese tulturschändende Zerstörung bei den Arbeitern der En die Ueberlaffung der ganzen Regierungsgewalt an die bürger- tenteländer ein lautes Echo findet. lichen Parteien geschädigt worden sind, wofür die Una b hängigen durch die Verweigerung des Regierungseintritts die Verantwortung tragen. Genosse Schöpflin entwarf
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Der unabhängige Parteitag.
Halle a. S., 12. Oftober.( Eigener Drahtbericht des Borwärts".). In der Nachmittagssigung des Unabhängigen Parteitages wurde die Debatte über den Geschäftsbericht eröffnet und fortgeführt. In der Diskussion, die von Koenen eröffnet wurde, wurden zunächst heftige Angriffe gegen das Zentralkomitee der Partei, insbesondere wegen seiner Haltung während des Kapp- Putiches erhoben. Koenen wehrte sich gegen die Vorwürfe, die Luise Bieb ihm gemacht hatte, und richtete die Spige seiner Angriffe gegen die Rechtsmehrheit im Zentralfomitee. Dann sprach Richard Müller, von dem Luise Zieß behauptet hatte, daß pährend des Kapp- Putsches aus dem Ruhrrevier De beichen gekommen seien mit der Aufforderung, Müllerden Mund zu stopfen, man wolle im Ruhrrevier feine Räterepublit. Richard Müller wandte sich auf das beftigste gegen das Zentralfomitee und behauptete, daß tatsächlich das Zentralfomitee durch seinen Kompromiß mit Legien während der Kapp- Tage die Arbeiter im Rubrrevier im Stich gelassen habe. Es feien in der Tat fübrende ein trübes Bild von den Zuständen, die sich feit Nostes felb hat unseren Barteitag in Staffel zu einer scharfen Brand- Barteitages fabotierten. Das gelte besonders für Diz Der niederträchtige Böbelüberfall auf Dr. Magnus Sirsch Parteigenossen am Wert, die die Beschlüsse des Leipziger Abgang in der Reichswehr entwidelt haben. Geßler ift ein Spielball in den Händen von Seedt und markung der deutschnationalen Bogromheke veranlaßt. Dem mann, der offen aufgefordert habe, Aufrufe der Zentrale ift ein Spielball in den Händen von Seedt und urreaktionärer Offiziere. Bei der absoluten Sachuntenntnis Barteitag war jedenfalls noch nicht bekannt, was wir in- nicht zu befolgen. Eine Partei, die solche Mitglieder in ihrer des parlamentarisch demokratischen Ministers Gegler wird es pischen aus unbedingt berläßlicher Quelle erfahren haben, Mitte dulde, fei tatsächlich morich und verdiene zusammenSeedt erleichtert, die Pläne, die Reichswehr zur Prätorianer. daß nämlich die Zustände in München fich immer mehr zubrechen. Besonderes Aufsehen erregte es, als Crispien in einer garbe der Gegentevolution zu machen, auszuführen. Aber den Budapester Greueln nähern, die eingeftandenernährend im Reichswehrministerium ein Mann fist, der von maken bas Ideal bes Münchener Patriotengesindels find. großen Anklagerede die Machenfchaften der komfeinem eigenen Ressort feine blasie Ahnung hat, weiß der Als Dt. Hirschfeld in München eintraf, wurde ihn mitgeteilt, munisten in der 8entrale aufbedte. In bezug auf 2inister b. Raumer im Reichsschahministerium nur allzu daß in einer Besprechung der deutschnational- fozialen Arbeiter. Soenen führte er aus, Roenen habe alle die Verbandlungen. gut, Bescheid. Ein alter Jntereffent ber privaten partei" ein Leutnant gejagt hatte, anfäßlich des Vortrages von die im Zentralfomitee vertraulich gepflogen worden feien, Elettrizitätsindustrie iabotiert er planmähig Dr. Hirschfeld folle ein Großrampftag veranstaltet werden. öffentlich auf dem Markt preisgegeben und bas Gesetz, das die Elektrizitätswirtschaft inter den maß- Dr. Hirschfeld hielt es für seine Pflicht, die Polizei auf gegen feine Genoffen im Zentralfomitee Propaganda geWenn wir in nächtelangen Sigungen miteinander gebenden Einfluß der Allgemeinheit bringen foll Staatsben geplanten Anschlag aufmerksam zu machen. Man ertrieben. fefretär Goldtuhle hat vom Minister Raumer, der allzu sehr flärte dort, davon ihon zu miffen und entsprechende gerungen baben," jo flagt Crispien, dann lag es nicht an den Fachminifter" ist, vorher Bescheid erhalten. Vom Reichs. Bortehrungen zu treffen. Diese Vorkehrungen haben Genoffen, die in jahrzehntelangem Klassenkampf Parteischu finanzminifterium werden Notopfer und Kriegsgewinnsteuer fich jedoch nur auf den Saal erftredt, während alle Aus- lung erfahren haben und politische Situationen zu beurteilen fo Langfam eingetrieben, daß Milliarden der Reis- gange ungehindert von den Banditen besett berstehen, sondern es lag daran, daß wir unfertige Getafie berloren geben und im Qurusverbrauch werden fonnten. Es ist ein reiner 3 ufa II, daß Dr. Hirsch- noifen in die Zeitung befommen baben, die noch nicht einmal das Abc der Politik begriffen minziger& apitalistentreise verschwinden. feld den Mißhandlungen nicht in Wahrheit erlegen ist. Am Mittwoch wird man in der Debatte über Ernäh- Die Melbung, bag er an den Verlegungen gestorben sei. haben."" Bu dem anwesenden Vorsitzenden der K. B. D. , Levi, Die Melbung, daß er an den Verlegungen gestorben sei gewandt, erklärte Crifpien:„ Genoffe Levi, ich gratuliere rung und Wirtschaftsfragen von noch fürchterlicheren ist zuerst in Wiener Blättern aufgetaucht, ſie ſtand am Ihnen zu dem Gewinn, ben Sie mit solchen Leuten Beispielen der bürgerlichen Migwirtschaft hören, Sonntag morgen bereits in Prager Blättern und ist offenbar machen." Dann warf er die Frage auf: Wie wird jemand zu die das Reich mit Untergang bedroht und in wenigen Monaten aus Defterreich an eine Berliner Agentur gelangt, die fie in beurteilen sein, der den Vertrauensbruch so meit treibt, daß au einer großen politischen Krife führen muß. der deutschen Bresse weiter verbreitet hat.
Neue Verhandlungen im Zeitungsgewerbe.
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er auf offenem Markte alles preisgibt, roas mir in stundenlangen Sigungen miteinander besprochen haben, um endlich eine gemeinsame Barole herauszubekommen? Auf Zwischen rufe Roenen 3 sagt Crispien: Ihre entrüsteten Boischenruje beweisen, daß meine Peitschenhiebe gefeffen haben. ( Großer Beifall auf der Rechten, Zurüfe Adolf Hoffmanns: Wie wir im Reichsarbeitsministerium erfahren, haben Tatsächlich hat die Absicht zur Anlage eines großen Dekorationsmaler!) Crispien verspottet dann weiter, daß die Bemühungen, die streitenden Parteien im Zeitungsge. Munitionsdepots bei Raiserslautern bestanden. Nur ist nach während der Sapp- Tage die K. P. D. drei Parolen auswerte zu neuen Verhandlungen zusammenzuführen, den Er- in den allerletten Tagen eingegangenen Nachrichten gegeben habe und sich nicht flar werden fonnte, was fie eigentfolg gehabt, daß heute vormittag 10 Uhr eine Gini allerdings jetzt die Errichtung aufgeschoben und die Be- lich wollte. Dißmann erklärt: Ueber den Kampf gegen das Betriebsrätegesetz haben wir uns zwei Tage lang in der gungsverhandlung stattfindet, die in den Räumen des Reichs. ichlagnahme des Waldgeländes aufgehoben. Zentralleitung geftritten, aber es zeigte sich dabei der rote arbeitsministeriums in der Scharnhorststraße tagt. Faden, der durch alle unsere Berhandlungen ging. Erit hatten Soenen und Genossen in Halle in der Nätezentrale mit dem Vorsitzenden der K. P. D. verhandelt und fich festgelegt. Wir da die linke Saite fich festgelegt hatte. So war es auch pährend des Kapp. Butsches. Koenen war damals herzlich froh, fich an dem Gewerkschaftsbund und der Afa stützen zu können und sich ihnen an die Rockschöße zu hängen, nachher schimpfte er über die Arbeiterverräter". Für solche Leute bobe ich nur Berachtung übrig. Dißmann erklärt weiter, daß die redyt sozialistische Politik niemals die Politit der jebigen unabhängigen sein würde, und fragt dann die linfe Seite: Glauben Sie wirklich, daß Sie mit Ihren Redensarten noch irgendeinen denkenden Arbeiter hinter dem Ofen herausloden können? Verlaßt Euch darauf, die große Mehrzahl der gemerfichaftlichen Arbeiter und der wirklich revolutionären Profetarier ist auf unserer Seite, Ihr werdet unter die Näder fommen!
Soffentlich gelingt es diesmal, den Arbeitgeberverband im Berliner Zeitungsgewerbe davon zu überzeugen, daß auch feine wirtschaftlichen Interessen am besten gewahrt sind, wenn er den durchaus berechtigten Forderungen der Streifenden entgegenkommt.
Die Kosten des anzulegenden Benzindepots würden nach einer auf Anfuchen der französischen Behörde aufgestellten überschlägigen Berechnung in der Tat etwa 40 Millionen Mark betragen. Es handelt sich um Tank. anlagen für 40 000 Seftoliter Benzin mit den nötigen Pumpanlagen, Ladegleifen und Berladestellen. Daß die Landwirtschaft unter der Beschlagnahme von Ländereien für Flugpläge sehr zu feiden hat, ist ebenfalls amtlich festgestellt.
Den Behauptungen, daß die deutschen Zahlungen und Wiedererscheinen der sozialistischen Preffe. die wirklichen Ausgaben für die Bejagungstruppen nicht Dresden , 12. Oftober.( Eigener Drahtbericht des„ Borwärts"). differieren, ift entgegenzuhalten, daß in den Barlamenten der Der Streit der Arbeiter der Städtischen Gas- und Elektrizitätswerke Bejagungsmächte von amtlicher Seite wiederholt festgestellt bauert an, die Notstandsarbeiten werden verrichtet. Zahlreiche Be- worden ist, daß die bisher geleisteten deutschen Zahlungen triebe haben infolge Mangel an elektrischer Kraft stillgelegt werden bei weitem nicht den Betrag der tatsächlichen müffen. Der Straßenbahnverkehr ruht vollständig, die Zeitungen er- Aufwendungen deden. deß es sich vielmehr nur um scheinen nur so weit, als sie eigene Straitmerte haben. Zwischen der Abschlagszahlungen handele.( Danach läßt die Reichsregie „ Dresdener Volkszeitung" und der„ Unabhängigen Bolkszeitung" ist rung durch das balbamtliche Wolfsbureau die zuerst vom ein Uebereinkommen mit der Streilleitung getroffen worden, wonach Borwärts" gebrachten Mitteilungen über die Rüstungen der beiben Zeitungen bis auf weiteres Kraft aus dem Städtischen Elet- Entente am Rhein im wesentlichen bestätigen. Die Red.) trizitätswerk geliefert wird. Beide Zeitungen sind heute wieder erschienen.
Ententerüstungen oder nicht?
Der Fall Losowski.
fonnten nachher die besten Gründe anführen, es half nichts,
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In der Fortsetzung der Debatte beantragen die Samburger Delegierten auf Grund einer Notiz in der Freiheit", daß der Parteitag in einmütigem Brotest gegen die Ausweisung der russischen Gewerkschaftsdelegation beschließen möge. Es bestehen aber Zweifel darüber, ob eine solche Ausweisung erfolgt ist.
Bon zuständiger Seite wird uns mitgeteilt: Die in der Preffe erfienene Darstellung über die Frage der Unter den weiteren Erläuterungen sind besonders beWTB. meldet: Die apasagentur dementiert Aufenthaltsverlängerung für den ruffifchen Gewerkschaftler Lofowiti merkenswert Angriffe Stoeders gegen die Zendie Nachricht der deutschen Presse, wonach die Franzosen ist teilweise irreführend. Es hat feinerlei Ausweisung tralleitung, befonders gegen Criſpien. Stoeder bs 600 Seftar fruchtbaren Geländes bei Raiserslautern des Loiowoffi stattgefunden, vielmebr ift fogar feine abgelaufene hauptet, daß die rechtsstehenden Mitglieder der Zentralleitung requiriert hätten, um darauf ein Munitionsdepot Aufenthaltserlaubnis, die wie allgemein bei Ausländern begrenzt immer opportunistische Politif getrieben baben und au errichten; ebenso die Nachricht, daß die Kosten des zu er- tar, noch um einige Zeit berlängert worden, um ihm die grundsäglich die flare Stellungnahme, die die Linksstehenden richtenden Benzindepots bei Raiserslautern sich auf Beschaffung einer Einreifeerlaubnis nach Italien zu zu erzielen fuchten, berhindert hätten. Er ruft dafür wieder40 Millionen Marf belaufen würden. Außerdem wird die ermöglichen. Dabei ift er an fein früher gegebenes und nit bolt Dr. Kurt Rosenfeld als Beugen auf. RosenBehauptung aufgestellt, daß die non der deutichen Preise ge- eingehaltenes Beifprechen erinnert worden, fich jeder felb wendet sich aber in der entschiedensten Weise gegen die gebenen 3iffern für den Unterhalt der Belagungs- offentligen politifden Betätigung in Deutsch Linksstehenden und versichert ihnen, daß er nur so lange auf armee irreführend seien. Dazu erklärt W. Z. B.: L. Land zu enthalten. ihrer Seite figen konnte, als die Bernunft auf ihrer Seite