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Nr.548 37.Jahrgang Ausgabe A nr. 137

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Sozialbemotrat Beelia

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Berliner Volksblatt

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Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands

Redaktion und Expedition: Sw. 68, Lindenstr. 3. ernipremer: Ami Mortavlan. Nr. 15190-13197.

Sonnabend, den 6. November 1920

Dorwärts- Verlag 6.m. b. H., SW. 68, Lindenstr. 3.

Fernivrecher: Amt Moriuvlas, Nr. 117 53-54.

Wann kommt die Kohlensozialisierung? Für internationale Solidarität!

Unterredung mit Jouhaux .

Die Delegation der Amsterdamer Gewerkschaftsinter­nationale, bestehend aus deren Sekretär Edo Fim men ( Holland ) und den beiden Führern der französischen Gewerk­schaften Jou haug und Merrheim, weilte am gestrigen

Die fozialdemokratische Reichstagsfraktion hat gestern Inzwischen meldet ein Nachrichtenbureau, daß. in Elfen einstimmig beschlossen, in der heutigen Sigung des Reichstags bertrauliche Beratungen des aus dem Sozialisierungsaus. folgende Interpellation einzubringen: schuß gewählten Verständigungsausschusses" stattfänden, bei Ist die Reichsregierung bereit, zu erflären, wann fie den denen die Arbeitgeber durch Stinnes, Silberberg und Bögler, Tage in Berlin wo sie mit dem Allgemeinen Deutschen Ge­die Arbeitnehmer durch Imbusch, Wagner und kommen von Spa zugesagten Gefeßentwurf über die Soner vertreten feien. Es handelt sich in Wirklichkeit um jenen bereits bekannten Unterausschuß, der vom Reichs Kohlenbergbaus vorlegen wirtschaftsrat und Reichsfohlenrat eingefekt wird, und zwar einen Entwurf, der sich nicht etwa auf eine worden ist, und der, um alle Unterlagen zur Hand zu haben, Gewinn, Kapitals. oder Getragsbeteili. gung der Arbeiter beschränken, vielmehr die Boll. feine Beratungen von Berlin nach Essen verlegt hat. Daß es in diesem Unterausschuß zu einer Verständigung" tommen fozialisierung der Kohlenförderung und der Kohlenverteilung wird, scheint nach der bisherigen Haltung der Unternehmer burchführen wird.

zialisierung des

wenig wahrscheinlich.

"

u. a. auch die Frage eines internationalen Zusammenwirkens beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete eingehend erörtert wurde und über die von gewerkschaftlicher Seite noch Mitteilungen zu erwarten sind.

Genosse Jouhaug hatte indeffen die Freundlichkeit, einem unserer Mitarbeiter eine längere Unterredung zu gewähren, in der er auf die einleitende Frage, ob mit der Möglichkeit einer Beseßung des Ruhrreviers zu rechnen sei, antwortete:

In dieser Interpellation wird in der geschäftsordnungs - Die Bertreter der Arbeitnehmer halten daran feft, jedes mäßigen Frageform der Regierung die einstimmige Auffaffung Ablenkungsmanöver abzulehnen und die Ueberführung des der Reichstagsfraktion dargelegt, daß die Sozialisierungsvor Kohlenbergbaues in die Gemeinwirtschaft zu fordern. Und lage weber noch lange auf fich warten laffen noch fich auf die die Mafien der Arbeiter selbst find nicht gewillt, eine Ber­Frrwege einer fadenscheinigen Kompromißlösung verirren schleppung diefer brennenden Frage durch endlose Beratungen dürfe. Die Regierung wird nach Wiederaufnahme der Blenar- au dulden. Ihrem Wuniche entspricht die Interpellation der beratungen, die am 18 November erfolgt, Farbe befennen Reichstagsfraktion, die eine rasche und klare Entschei- hier annehme, daß es die Meinung einflußreicher französischer müffen.

bung berlangt.

Streik der Gemeindearbeiter.

Gas, Wasser, Elektrizität!

Wie uns in später Stunde gemeldet wird, hat eine Ver­sammlung der Arbeiter der Städtischen Werke beschlossen, in den Streit zu treten. Der Streit soll heute Nacht um 3 Uhr beginnen.

äußerst geringen Bugeständnisse wurden als völlig unzureichend be. zeichnet. Nach lebhafter Diskussion wurde folgende Resolution an­genommen:

Die Versammelten erbliden in dem Schiedsspruch des Gini­aungsamts eine Ablehnung der eingereichten und vom Magistrat anerkannten Forderungen. Sie fönnen der Kollegenschaft nicht empfehlen, diesen provozierend wirkenden Schiedsspruch anzu verantworten können, daß durch diese Bettelpfennige die Gesamt­ab, da sie es nicht beit der Arbeitenden und auch der im Lugus erstidende Teil der Bevölkerung darunter leiben foll.

Ich glaube nicht an diese Möglichkeit und bestreite, daß die französische öffentliche Meinung einem solchen Unter­nehmen günstig gegenüberstehe." Auf den Einwand, daß es doch Tatsache sei, daß wichtige französische Blätter, wie das Echo de Paris", von dem man Kreise widerspiegele, den Einmarsch in das Nuhrgebiet bei jeder Gelegenheit fordern, antwortete Jouhour:

Diese Blätter vertreten nur ganz beschränkte Gruppen, bie feinerlei Einfluß auf die wirkliche öffentliche Meinung Frankreichs befigen. Die or ganisierte franzöfifche Arbeitertiaiie ist einmütig gegen die Anwendung dieser militärischen Mittel und Böller. Sie weiß, daß es wiedergutmachungen gibt, für das brüderliche 8ufammenwirten aller die geleistet werden müssen, aber sie ist der Meinung, daß diese Wiedergutmachungen erfolgen müssen im Einver nehmen zwischen den Arbeitern beider Länder. Sie ist ferner der Meinung, daß jede Politik, die zur Folge bat, daß der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete und das

Mir verkennen durchaus nicht, daß die wirtschaftliche Lage nehmen Sie lehnen die 20 Pfennig Bulage, die eine Summe von Wiederingangseßen des normalen wirtschaftlichen Lebens ver

der Berliner Arbeiterschaft eine lebr prefäre ist, und daß das Streben, durch Lohnaufbefferung einen gewiffen Ausgleich mit den immer mehr anziehenden Breifen aller Lebensbedürf niffe zu schaffen, nur allzu berechtigt ist. Das darf auf der anderen Seite aber auch nicht dazu führen, daß eine Arbeiter gruppe, die nach einem befannten Wort die Hand an der Gurgel des Wirtschaftslebens hat, diefe Machtstellung unbe Filmmert um die Intereffen der gesamten Arbeiterschaft benutt, den Wirtschaftsförper abzudroffeln.

Groß- Berlin ist eine fozialistische Gemeinde. Die gemein­famen Klaffenintereffen leiten feine fozialistischen Vertreter bei ihren Beschlüssen. Soweit es die miserablen Finanzen der Stadt zulaffen, werden und müssen die Vertreter Groß­Berlins die berechtigten Forderungen der städtischen Arbeiter erfüllen. Aber über die Leistungsfähigkeit hinaus tann Groß­Berlin nicht geben, auch wenn ihm die Gurgel wieder ein. mal zugeschnürt wird.

Weiter wurde festgefeßt, daß in den Betrieben bis Montag eine ura bitimmung über den Schiedsspruch borgenommen wird. Das Ergebnis der Abstimmung ist der Tariftommission fo­fort zu übermitteln. Sie wird je nach dem Ausfall der Abstimmung bie Barole ausgeben.

Achtung, Straßenbahner!

städtischen Arbeiter findet bei den Straßenbahnern eine Urabstimmung Ueber Annahme oder Ablehnung des Schiebsfprudes für die tatt. Räberes wird noch bekanntgegeben. Deutscher Transportarbeiterverband. Seltion Straßenbahner.

Revision?

Washington, 5. November.( 11.) Senator Mac. Cor­mid gab folgende Erklärung ab: Wir haben fürzlich auf dem einen oder anderen Wege, zwar nicht offiziell, aber in birekt die Versicherung erhalten, daß die europäi­ schen Großmächte mit uns bereit sind, die Revision des Vertrages vorzunehmen.

Bestätigung oder nähere Auskunft über diese fenfatio nelle Meldung war noch nicht zu erhalten.

der

finanziellen Lage mit sich bringt, und ein Land in Abhängig feit anderer bessergestellten Länder versett, ebenso un heilboll für Frankreich wie für Deutschland ist. In diesem Sinne betrachtet die französische Arbeiter­Flaffe die Fragen, vor denen sie steht, und deshalb erblickt sie deren einzige Lösung in einer wiederaufbauenden Arbeit auf der Grundlage folder internationalen finanziellen Garan­tien, die nicht nur diesen beiden Ländern, sondern gang Europa und daher der ganzen Welt die Basis für einen wirts lichen und fruchtbaren. Wiederaufbau verschaffen würden." Welche Formen von finanziellen Garantien schweben Ihnen dabei bor ?"

Ich denke vor allem an eine internationale An­leihe durch den Bölkerbund. Wir sind gegen alle Arten von Politik, die auf Grund veralteter diplomatischer Anschauungen getrieben werden, und die darin bestehen, die Bölfer gegeneinander zu hetzen unter dem Vorwand, ihren nationalen ntereffen damit zu dienen. Wir sind der Ansicht, deß es ebensowenig einer einzelnen Station möglich ist, allein zwifchen allen anderen Nationen zu leben, wie dies einem einzelnen Menschen möglich ist. Die Welt und namentlich Europa , bedürfen einer Befträndigung zwischen allen Böl­fern, um nicht nur das eigene Leben zu sichern, sondern auch um die sozialen Fortschritte und die ökonomischen Besserungen zu erzielen, die die Bölker berechtigt find zu verlangen. Wir erklären daher, daß jede auswärtige Politit, die zur Folge hätte, daß irgendein Land isoliert und aus dem internatio­Politik für die Gesamtheit aller Länder sein würde: eine folche Politik muß daber verurteilt und bekämpft werden durch alle diejenigen, die klar sehen und gesund den­fen, und vor allem durch die Arbeiterorgani­fationen.

Gerade die Arbeiter der lebenswichtigen Betriebe haben in ihren Entscheidungen doppelte Pflichten: Sie müffen bei ihren Rämpfen auch berücksichtigen, welche Wirkung ihr Handeln für ihre Klaffengenoffen, die Gefamtarbeiterschaft bot. Wenn die Elektrizitätsarbeiter fich diefer höheren Pflich ten bewußt find, werden sie zu der Entscheidung kommen müffen, daß fie wie alle Arbeiter in lebenswichtigen Betrieben auf dem Verhandlungswege ihre Forderungen Paris , 5. November. Hollandfch Nieuwsbüro.) Echo be durchzusetzen versuchen. Daß da die Bertreter Groß- Berlins Baris" meldet aus New York , daß der Versailler Friebensvertrag bis zur äußersten Grenze entgegenkommen werden, dafür bem Senat nicht vorgelegt werden würde, sondern daß der neue bürgt uns ihre sozialistische Mehrheit. Wir sprechen die be Kongres unmittelbar nach seinem Zusammentritt eine Ernalen Leben ausgeschalter wäre, eine unheilvolle stimmte Soffnung aus, daß diefer, Streit, der über die Aerm- flärung über die Wiederherstellung des Friebenssu. ften und ihre Kinder die schwersten Leiden zu bringen drohttandes mit Deutschland abgeben wolle. da Gas, Elektrizität und sogar afier stillgelegt und der ganze Wirtschaftsbetrieb einschließlich des Straßenbahnbetriebes zum Stoden gebracht werden binnen füracfter Frist durch Verständigung zum Abschluß gebracht werden wird.

foll

Für den Schiedsspruch!

Die Internationale.

London , 5. November( WTR) Das Exekutivkomitee ber

zweiten Internationale hielt eine Eisung ab, an der außer den

weit davon entfernt ist, dem deutschen Volke Aus alledem fönnen Sie schließen, daß unsere Haltung englischen Delegierten teilnahmen: Für Deutschland : We18; für übelwollend gegenüberzustehen. Belgien : Bandervelde; für Holland : Troelstra ; für Ersten gewesen, die verlangt haben, daß die internatio­Wir sind übrigens die In ber nigsbant" tagte am Freitag eine Verfammlung aller chweben: Engberg. Die Beratunren werden fortgefeht. nalen Beziehungen zwischen den Arbeiterklassen wieder auf­London, 5. November. ( Hollandsch Nieuwsbureau.) Das genommen werden. Das einzige, was wir berlan­Funktionäre und Betriebsräte des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Die Veriammlung rabm nab einer febr ein- gelutivkomitee der zweiten Internationale ist heute in London augen, ift. daß unfere deutschen Kameraden die rebenden Tebatte einen Antrag der Drieverwaltung der Tarif. fammengetreten, um die Mittel zur Wiederherstellung der Notwendigkeit eines raiden Wiederauf­tommiffion an. noch bem Aher ten Sie inch rah. Einheit in der fosialistischen Arbeiterbewegung zu besprechen. banes der erstörten Gebiete anerkennen. De Urabitimmung foll Ein Beichluß wurde nicht gefaßt und die Versammlung bis morgen ebenso wie wir unsererseits entschlossen sind, jede reat. stimmung, vorgenommen werden soll am Sonnabend oder Sonntag erfolgen Die Funktionärverfamm-, vertant. tionäre Politif au bekämpfen, die sich gegen das Die Schweizerische Sozialdemokratie vereiniat die von ihr ae dautsche Volf richten würde und namentlich jede Be­lung empfiehit für die Urabstimmung Annahme des Schieb& spruches. und zwar unter Berüdiichtigung der plante internationale Konferenz mit der von Tripien- Ledebour ein fegung bes Ruhrgebietes." außerorbentlich schwierigen Werbältniffe, unter berufenen; fie io am 5. Tezember in Bern aufammentreten, Auch benen sich bie neue Berliner Regierung befindet. die Unabhängige Arbeiterpartei Englands wird an diefer Konferenz Die Angestellten gegen den Schiedsspruch, aber für

Urabstimmung.

teilnehmen.

Im Anschluß an diefe Erklärungen, die wohl die schlagendite Widerlegung bilden jener von den Moskauer Ge­werfichaftszerstörern, u. a. von Losowski in seiner Rede in Bolschewiften in Bien verhaftet. Dem Neuen Wiener Abend. Salle berbreiteten Unterstellungen, daß in der Gewerkschafts­blatt" zufolge verhaftete bie Bolizeibirettion brei bolichemistische internationale chauvinistische Strömungen gegen die deutiche Die Angestelltenräte und Funktionäre der städtischen Ange- Agitatoren, bie in der Beitung der Wiener tommunistisch- utraini. Arbeiterklaffe herrichen, fragte unser Berichterstatter den stellten( Silfsarbeiter) nahmen am Freitag abend den Bericht über fchen Partei tätig waren, und auch Rurierbienie zwischen Führer der franzöfifchen Gewerkschaften, wie er die Gegen­die Einigungsverhandlungen entgegen. Die Verlesung des Schiedsien und Mostau verfahen. Die Berhafteten werden aus| wart und die Zukunft der Gewerkschaftsbewegung in Frank­fpruches rief allgemeine Enttäuschung hervor. Die Desterreich ausgewiesen werden. reich beurteile. Jouhaur antwortete: