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Eine späte Ehrenrettung.

mungsrechts auf Grund des Friebensbertrages ge furbert. Jeder Versuch zur Rechtsbeugung wird mit Ents Im Inseratenteil unserer heutigen Ausgabe beröffent- fchiedenheit abgelehnt und von der Reichsregierung Schus ecr deutschen Rechie gefordert. #ot. A sdogau

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Ramm- Hermes.

Blamierte Fachmänner.

Werksdirektion verursacht. Auf diefer Seite stehen auch keine Unfehlbaren, auch dort fallen Aeußerungen und geschehen Handlungen, die nicht zu billigen sind. Das sind eben die Folgen des kritischen Zustandes, der sich, seit Herr von lichen wir den Tenor cines Urteils, das der ehemalige Leut­Raumer Reichsschazminister ist, zur Unerträglich- nant Vieweg gegen die Deutsche Tageszeitung" im Wege teit gesteigert hat. Auch unter den früheren Ministern- tamen der Privatklage erftritten hat. Vieweg machte vor mehr als zwischen diesen und der Direktion der Reichswerte Reibungen einem Jahr öffentlich Mitteilung, in welcher Weise in einem Durch WTB. verbreitet in später Stunde Minister Hermes bor, die sich unfchwer aus der sehr schwierigen Umstellungs- Potsdamer Offiziersfajino gegen die Republik arbeit erklären lassen. Jetzt aber, wo das Schwerste über- best und für die monarchistische Restauration eine lange Erklärung, in der er noch einmal ausführlich darlegt, wunden ist und einige Anlagen bereits mit Ertrag gearbeitet wurde. Er wurde von den bloßgestellten Offizieren daß er den Brief des preußischen Staatssekretärs Dr. Ramm, der arbeiten, ist die Spannung zwischen Reichsichahminister mißhandelt, aus der Reichswehr entfernt, und hatte dann ihm die Verfehlungen Augustine mitteilte, und vom 7. Mai datiert und Werksdirektion bis zur Unerträglichkeit geftiegen. ein Martyrium durchzumachen, das seinerzeit hier geschildert ist, erst bedeutend später erhalten taben tönne. Ferner wird auf Die Direktion will die Reichswerte vorwärts bringen, worden ist. In gehäffigfter Weise fiel die reaktionäre Bresse eine Erklärung des preußischer Pressedienstes Bezug genommen, in das ist ihr vom Aufsichtsrat wiederholt attestiert über Vieweg her; in drei Arifeln der Deutschen Tages der gesagt worden war, Ministerpräsident Braun habe den Brief worden. Sie hat mit der scharfen Konkurrenz der Privat- zeitung" wurde er mit Ausdrücken wie Spigel, Lockspizel. Ramms dem Reichskanzler zur Rachprüfung übergeben. Dies sei industrie zu kämpfen, wenn dazu aber innere Schwierigkeiten Individuum, Halunke, der das Anspucken verdient, schmieriger unmöglich, da Hermes selber den Brief noch immer in Händen habe. Der preußische Pressedienst hat seine Meldung bereits dahin berich tommen, die die Entschlußkraft der Werksleitung lähmen, Lockipitzel uiw. belegt. dann wird auch den tüchtigsten Männern die Arbeit verleidet. Das Gericht hat den verantwortlichen Redakteur Bau I tigt, daß Genoffe Braun den Reichetangler um Nachprüfung Darum muß eine Neuorganisation des Ver- Baecker der, Deutschen Tageszeitung" zu 300 M Geldstrafe des Briefes ersucht hat. Die erste Fassung entsprang einem Miß­hältnisses der Wertsdirettion dem verurteilt und dem Kläger die Publikationsbefugnis im Vor- verständnis. Ministerium geschaffen werden, die der wärts" und der Deutschen Tageszeitung" zuerfannt. Das Bureaukratie die Tür zuschlägt! Diesen Auftrag Urteil ist rechtskräftig. In der Begründung des Urteils hat eine engere Sommission des Aufsichtsrates, darunter auch heißt es: Unter der Ueberschrift Herr Braun bat Bech erhebt die Genoffe Wissell, übernommen. Die Hauptverbandlung hat keine Anhaltspunkte dafür ergeben. Deutiche Tageszenung" wieder einmal viel Lärm um nich& Riemand täusche sich über den eigentlichen Zweck der daß der Privatkläger die ihm von dem Angeklagten zum Vorwurf Deutiche Tageszeitung wieder einmal viel Lärm um nichts. Der Zeitung ist die in verschiedenen Tageszeitungen er Hege gegen die Deutschen Werke. Es geht um die gemachten Handlungen, z. B. Aushorchung feiner Kameraden und Eristenz der Anlagen mit airta 40000 Ar- ihrer Anzeige, aus unebrenhaften Beweggründen be- folgte Beröffentlichung der Namen der Mitglieder des Landes­bettern und Angestellten als Reichswerfe! gangen hat. Der Privaitläger ist als 17 jähriger Mensch voll ökonomie- Kollegiums, die ausschließlich dem Großgrund. Begeisterung in den Krieg gegangen( als Striegsfreiwilliger), befis angehören, äußerst unangenehm. nach befanntem Muster zu manövrieren und ergebt sich in lan en er ist im Felde Offizier geworden und hat sich über ber ichiedene Mißstände, die nach seiner Ansicht in dem Bots- Mutmaßzungen darüber, wie das genannte Mitgliederverzeichnis der Wir wollen der angeblich auf damer Difiziereforps, dem er angehörte, herrichten, geärgert. Breffe bekannt geworden sein fann. In seinem jugendlichen Feuer und wohl auch von dem Trubel der landwirtschaftlichem Gebiete so tüch igen Teutichen Tageszeitung" Umwälzung befangen, hat er sich dann zu Maßnahmen verleiten betraten, daß der in jeder Buchhandlung erhältliche Menzel lafen, die in der Form nicht einwandfrei sein mögen; daß sie aber und von Lengerteiche Kalender" auf 1921 das Namens­Wir hätten von den Fachmännern" der nur aus Ueberzeugungstreue, nicht aus unchrenhafter Gesinnung ent- berzeichnis bringt. sprungen find, konnte nicht widerlegt werden. Der Privatkläger be- Deutschen Tageszeitung" doch etwas mehr Findigkeit erwartet. tennt sich zur Sozialdemokratischen Partei, er fast als die Angehörigen der Rechtsparteien. Wenn er unter diesem Parteieindrud die ihm nicht zuiagenden vermeintlichen Mißstände zur Sprache bringt, so kann ihm dies noch nicht als Ausfluß der Un­ehrenhaftigkeit zum Vorwurf gemacht werden.

Berleumdungen der Sozialdemokratie sind heute ein gang barer Artikel der bürgerlichen Presseindustrie. So denkt auch die T.. Filiale, der Deutiche Schnelldienst". Er veröffentlicht einen Artikel über ein Sozialdemokratisches Panama", der auf folgenden Behauptungen basiert: Die Sozialdemokraten Wissell, Bauer, Hoch und Legien sind gegen Herrn v. Raumer für die Direktion der Deutschen Werte eingetreten. Die Direktion hat mit Herrn Cahn das befannte Geschäft gemacht. Cahn steht mit der

Firma Sweizer u. Oppler in Berbindung, dieie wieder mit

einem Herrn Leon Stlarz. Leon Eflarz ist aber der Bruder von Georg Stlarz, der zu den Wahlen der Sozialdemokratie die be­tannte Millionenfpende" gemacht hat.

naturgemäß das Leben und Treiben in Difizierstreifen anders auf

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Sie sucht dater

Der Marburger Mordprozeß.

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Am kommenden Montag beginnt, wie bereits von uns gemeldet, vor dem Schwurgericht in Kaffel unter dem Vorsiz des Lands Ob Herr Cahn mit Schweizer und Oppler in Verbindung steht, gerichtsdirektors Schmidt die Wiederaufnahme des Verfahrens wissen wir nicht. Desto genauer wissen wir, daß die bekannte Dieses Urteil bedeutet eine völlige Rehabilitation gegen 14 Angehörige des aus Studenten gebildeten Marburger Millionenspende" des Herrn Georg Stlarz nicht egiftiert. für den Mann, der wegen nichts anderem systematisch be- Bettfreiwilligenforps. Die Anklage, die von Staatsanwalt Dr. Sauer Weber Leon noch Georg Stlarz find Mitglieder der Sozialdemo- schimpft ind verdächtigt worden ist, als daß er rechtzeitig auf 8. 3. in der Nähe von Wechteistädt 15 Arbeiter, die als Ge bertreten wird, legt den Beschuldiglen zur Laft, daß sie im März frattschen Bartet. Beder der eine noch der andere hat Bustände aufmerksam gemacht hat, die Monate später beim fangene nach Gotha transportiert werden follten, eric offen einen fennig für die fozialdemokratische Rapp- Putsch für jedermann tlar zutage traten. Wir haben. Die Antiage richtet sich gegen die Studenten Engelbrecht, Agitation gespendet. Die Genossen Wissell, Bauer, Hoc freuen uns dieser Rehabilitation befonders, weil dem Vor- Jahn. Strauß. Göbel, Heerbaber, b. Uffel, Roch, Vöifer, Voß. Echüler, and Legien find aus fachlicher Ueberzeugung für die Direktion der märts" bon verschiedenen Seiten zum Vorwurf gemacht Springer, Nedelmann, Lange und Blum, die sämtlich von Rechts von privatlapitalistischer Seite hart angegriffenen reichseigenen wurde, daß er in Viewegs Ehrenhaftigkeit teinen anwalt Buetgebrune Göttingen berteidigt werden. Betaunt Deutschen Werte eingetreten, der selbst ihr schärffter Widersacher, 3 weifel gesett hat. Herr v. Raumer, den guten Glauben zugebilligt hat. Diese Ge noffen auf Grund eines solchen Beweismaterials" der Korruption au beschuldigen, ist eine Infamie, die durch unsere Fest­ftellungen reftlos erledigt ist. Aber was hilft's? Der Schmutz bes Berleumdungsfumpfes ist unerschöpflich. Morgen wird eine nene Lüge erfunden werden.

Kohlensozialisierung.

Bier Wochen vertagt.

Wie die TU. erfährt, find die Verhandlungen der Berständigungs­tommission" in der Sozialisierungsfrage des Bergbaues in Essen vorläufig auf vier Wochen vertagt worden, nachdem eine einheitliche Stellungnahme zu den vorliegenden Anträgen sich nicht ermöglichen ließ. Die Anträge scheiterten bald an dem Widerspruch der Arbeitgeber, bald an dem der Arbeitnehmer, oder ihre Durchführbarkeit wurde aus finanziellen und bureaukratischen Gesichtspunkten bezweifelt.

Der tote Hund.

Bon Robert Heymann.

Kurfürstendamm .

Dicht am Bürgersteig liegt ein toter schwarzer Sund. Ueber fahren. Eine alte Frau steht weinend bei dem Kadaver, mitleidige Menschen sammeln fich und sprechen ihr Troft zu. Die Wenigen

ziehen mehrere an. Jeder läßt sich die Geschichte von dem toten Hund, den ein Autobus totgefahren hat, wiederholen. Das Interesse verwandelt sich unter dem Eindrud der phantafievollen Schilde­rungen in Mitleid. Aus Mitleid wird Empörung.

Diese Ausländer!" sagt ein dider, freundlicher Herr. Fahren te die Verrückten, ist ihnen ja egal, ob fie einen Hund totfahren. Bei den heutigen Breifen!"

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Die Oberschlesier gegen Köln .

In eindrucksvollen Rundgebungen protestierten am geftrigen Mittwochabend die in Berlin wohnenben beimattreuen bere schlesier gegen die Absicht der Entente, die im Reich woh nenden Oberschlesier in Köln über das Schidial ihrer Seimat ab ftimmen, au laffen. Sowohl im Börjeniaal wie im Gerrenhaus waren die Versammlungen überfüllt, Redner aller Parteien hatten fich zum Dolmetscher der Gefühle der Heimattreuen gemacht.

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Im Herrenhaus fprachen als Vertreter der Rechtsparteien Dr. Everling und Prof. Hoesch, als Redner der Deutsch­demokraten Oberbürgermeister Dominicus, der auf die Be deutung des Abens hinnies, durch den die Einigkeit aller deutschen Parteien erwiesen worden sei. Als Vertreter der So zialdemokratie gab der Reichstagsabgeordnete Genosse oeffler gleichfalls bie Ablehnung der Bergewaltigung des Deutschtums durch die Sozialdemokratie fund. Am Schluß der Tagung wurde eine Entschließung angenommen, in der die Zumutung, in Köln abzustimmen, als auftschlag ins Gesicht eines icden Deutschen und als Versuch eines Rechtsbruch& bezeichnet wird. Es wird die gesicherte Ausübung des Selbst bestim

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lich beichäftigte der Fall ichon einmal das außerordenti che stiegs gericht der 22. Division zu Marburg , das nach mehrtägiger Wer handlung die Angeklagten freisprach. Nach Auflösung der Kriegs­gerichte wurde, da eine Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt war, der Fall dem Kasseler Schwurgerit überwiesen. Die Borgeschichte des Marburger Falles, der nunmehr in Raffel feiner weiteren Behandlung entgegenfieht, haben wir fo häufig in unserem Blatt besprochen, daß unseren Leiern der Tate Charakterisusch bestand noch in frischer Erinnerung sein dürfte. für die Methode, mit der von gewiffer Seite von vornherein eine Beeinfluffung des Schivurgerichts beabsichtigt wird, ist der Bericht eines Berliner Korresponden bureaus, der angeblich eine Borgeschichte des Marburger Arbeitermordes enthalten soll, fich in Wirklichkeit jedoch wie das Plädoyer eines gewandten Berteidigers lieft. Es scheint uns gerade im jezigen Augen­blick höchst unangebracht, periönliche Sympathien in einer fo iube jettiven Weise zum Ausdruck zu bringen, wie es in jenem erwähnten Bericht geschieht. Zunächst bat das Schwurgericht das Wort und niemand sonst. Kritisch zu dem Verhalten des Kasseler Schwurgerichts Stellung zu nehmen, wird später an der Zeit fein, im Augenblid lann jedes Für und Wider nur den wahren Tat bestand verbunkein und somit die durch die Wiederaufnahme des Verfahrens angestrebten Zwede durchkreuzen.

Dieses Struwwelpeterbuch

offenbart es sich im Schrift des einzelnen, im Aufflug des Ganzen. zum Vergnügen verborgen- blühender literarischer Kabaretts heraus­Genosse G. R. Müller, der Sonnenmüller der Arbeiterjugend, hat gelacht. In folgenden Schlußstrophen deutet er an, was feiner aus all dem Vielen, das ihm gegeben wurde, ein Wert aus einem Blechschmiede Wesen ist: Guß gemacht. Neben jenen Zeichnungen, die bon einer Siebzehnjährigen stammen, find auf adyt Kunstbrud feiten sonnige Szenen der Weimariage gegeben. Das Buch, das gebunden 10 M. Hoftet, ist bom Hauptvorstand des Verbandes der Arbeiterjugendvereine. Berlin , Lindenstr. 3, zu beziehen.

Arno Holz Buch der Zeit", diese kühnbreiste schmetternbe Fanfare der jungen Literaturrebellen der achtziger Jahre, die der st hrischen Stoffwelt realistisch Neuland eroberten, ist bleibender Hall geworden. Jetzt hat dies lyrische Wert ein viertes Gewand er. halten; das erste gab ihm der alte Achtundvierziger Schabelih in Zürich 1885, das zweite der Fontane - Berlag 1892, das dritte der Piper- Verlag in München 1905 und jetzt legt der neue Sibyllen­Verlag in Dresden , dessen Bücher durch Inhalt, Herrichtung und Preis

Das arme Tier," fährt die fehr reich gewordene Frau Rom - das Auge auf sich lenken, die vierte Form( Preis geb. 20 M.) mergientat fort und läßt ihre Brillantenboutons mitfühlend zittern. die der Dichter als endgültige Ausgabe bezeichnet. Solz hat die Fülle Das arme, arme Tier! Man sollte die Rohlinge ein paar Monate des Inhalt. die bisher bimt hingeschütet lag, jest in Gruppen einsperren! Das ist auch ein Mord, wenn's auch nur ein Tier ist." geordnet. Sein altes Leitwort Vivos voco!( die Lebenden rufe ich!) bleibt als erster Gruppentitel voran und dann folgen: Großstadt, Ich denke drei Jahre zurück. Da war ich bei Frau Kommerzien. Literarische Liebenswürdigkeiten, Deutsches( hier ist ein Strauß rat zum Tee. Bir fiegen," batte fie gelächelt. Wir haben ja junger Lieblyrit toischen stiebzehn und achtzehn" eingefügt), zu fobiel Menschenmaterial"! Und was meinen Sie wohl, menn lebt Gärung. Der Charakter des Ganzen ist durch die Plaßände erst das neue Giftgas, bas wir erfunden haben, auf die Feinde rungen und auch durch die zugefügten Gedichte nicht angetastet losgelaffen wird worben. Es ist ein echt junges Buch geblieben, ein Stampfbuch gegen eine Zeit der Trugidole, ein sprühendes Buch voll ungeber digen Tropes, voll Lachen, Schmerz, Groll und Hohn. Die den Nagel auf den Kopf: früheren Auflagen fehlenden Verse eines Schlußgedichts treffen den

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Sie hat eine Träne in den Augen und drückt der Befizerin des Hundeleichnams die Hand. Ich gehe.

Seitwärts fist ein Mensch auf der Erde. Aus den feldgrauen Uniformfegen steht ein dünner Armstumpf steif gegen den grauen Horizont. Seine Füße find gelähmt. Er blidt mit heißen, gornigen Augen auf die Menschen und auf den toten Hund. Sie geben an ihm vorbei, ohne ihn zu bemerken, denn ihre Herzen find noch erfüllt von Empörung über die Robeit des Automobils. Die Frau Kommerzienrat wirft einen schnellen Blid auf den Mann auf der Erde. Sie schaudert vor seinen flammenden Augen. Und jagt zu ihrer Begleiterin:" Man lieft den Leuten die Auf­lehnung gegen Sitte und Gesetz aus dem Gesicht. Rein, dem gebe ich nichts."

Ich höre, wie der Krüppel in einem furchtbaren Tonfall sagt: Der tote Hund." Drei Worte nur. Aber wie bergen sie die ungeheuerliche Lüge unserer sentimentalen Kultur!

Auch wob ich manchen derben Fluch recht fernverliebt hinein,

es soll ja tein Erbauungsbuch für christliche Jungfern sein!

Es ist ein Buch, das Leben und Tod­tief in fein Sphinchera schließt; es ist ein Buch, das zukunftsrot der Welt die Leviten lieft.

leg ich euch aufs grüne Luch, in Ehrfurcht ganz zerflossen vor so viel Zeitgenossen!

So viele sich in ihm auch spiegeln, es ist fein Ding mit sieben Siegeln; jedes Wort und jeder Sazzi steht abrett an seinem Plaz!

Jhr baselt, und es gibt fein Ganzes, ihr taferlaft, und ich berpflanz es; au eurem windigen Gewese

bin ich die lachende Synthese!

Rolland schildert in der bei Eugen Diederichs erscheinenden Monats­schrift Die Tat" Dr. Hannah Szász. Fern von dem berauschen. den Treiben des Pariser Lebens, hoch oben am Boulevard Mont­parnasse empfängt Relland den Besuch zu einem Gespräch inmitte. unzähliger Bücher" Stumme Zeugen sind die beredien Köpf: Beethovens und Strauß als einziger Schmud an den Wänden. In einer solchen selbstgewählten Einfachheit, in jolcher Weltabgeschieden­heit will Romain Relland leben, ganz gleich, ob er in Spanien , in der Schweiz , in Italien oder in Paris ist; fein Inneres soll frei bleiben von allem äußeren Tand; denn es gehört ganz seinem Werke." Romain Rolland spricht davon, daß es in allen Ländern eine Elite von Menschen gibt, die sich durch Leiden zu sittlicher Größe durchgerungen haben, und daß diese wenigen freien Geister sich finden werden. Sie werden sich über Nationen und Völker hinweg die Hände reichen zei einem Bunde, der nur das eine Ziel kennt, die. Gesellschaft zu den höchsten Jdealen zu führen, zur Wahrheit. Diese Wenigen werden die Echöpfer und Erneuerer der Gesellschaft sein; eine neue Generation wird sich finden, die zur weiteren Kulturs arbeit bereit sein wird. Mit einem Lächeln fügt Rolland hin­zu: Man braucht nicht immer die Sonne zu sehen, aber man muß wiffen, daß fie immer da ist... Es gibt noch eine andere Sonne die Sonne der Musik, die niemals so leuchtend ist als dann, wenn die andere sich verdunkelt hat Und er erzählt von der beutschen Musik und seiner Liebe zu ihr und von seiner Vers ehrung für Malwida von Meysenburg , der er in jungen Jahren in Rom Stunden der tiefften Schönheit und des fostbarsten Reichtums verdankt. Ahich weiterhin spricht Rolland noch von Deutschland und den Deutschen , und es zeigt sich wieder, mit welcher Liebe er die deutsche Landschaft im Jean Christophe aeschildert hat, mit welcher unermüdlichkeit und Sicherheit bes Blides er die deutsche Seele studiert haben muß, um sie in Typen aus allen Kreisen in ihrer Mannigfaltigkeit wieder vor uns erstehen zu lassen."

Ein Besuch bei Romain Rolland . Einen Besuch bei Romain

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Arno Bolz ist ein deftiger Spötter, und fein Spott hat einen Zungenschlag, der berlinischer Art ist. Die Luft der Spreestadt ist diesem Ostdeutschen voll ins Blut gegangen. Das ist schon dem Buch der Zeit" zugute gekommen. Orgien feierte es aber dann im satirischen Schnibelbuch Die Blechschmiede". Sier fliegen die Späne literarischer, politischer, menschlicher Spötterei in Wolfen . Bor zwanzig Jahren machte der Insel- Berlag erstmals mit dem Gesprühe dieser burlesken Ausgelassenheit bekannt. Gine zweite Ausgabe wurde vor ein paar Jahren auf Büttenpapier in breitem Das Weimar der arbeitenden Jugend, bies unlängst von uns Format für die Leute des großen Geldjacks gedrudt. Jezt aber besprochene Buch der Erinnerung an den Geist des ersten Reichs- bringt der Sibyllen- Berlag auch dieses Buch in einer Faffung her. Unanständige Wissenschaft". Der Dresdener Zoologische Gar jugendtages, ist jetzt erschienen und wirbt um seinen Blas unter aus, die ihm den Weg erleichtern wird. Die Neigung für Beit ten gewann in Prof. Dr. Brandes von etwa zehn Jahren einen den Geschenkbüchern der Arbeiterjugend zum Weihnachtsfest. Ge fatire ist tüchtig aufgeschoffen in unserer aufgewühlten Gegenwart, Leiter. der jenem ins Stocken geratenen Institut mit schnellen Mak­ift ein Buch, daß die junge Arbeiterschaft selbst geschrieben, gedichtet end so wird sie sorgen, daß das, was die Autoritätsehrfurcht der nahmen eine neuzeitlich gültige Entwicklung verschaffte. Ueber and mit Zeichnungen geziert hat. Kroft, Wille, Feuer, Freude find wilhelmintichen Aera beiseitezudrücken verstand, nun die verdiente diese Arbeit hinaus tat Brandes sich in dieser Zeit auch ale zoolos jeine Scale. Was die füngste Generation des Proletariats ift, bier| Ceffentlichkeit gewinnt. Hols fat feine Stachelnerje nicht bloß gifer Boufher herbor. Er stellte Bersuche über die Umwandlung