Nr. 97 38. Jahrgang
Groß- Berlin
2. Beilage des Vorwärts
Berliner Wälder in Gefahr. Maffenabholzungen im Frohnau - und Kindelgebiet. Schon seit Jahrzehnten haben einsichtige Volksfreunde und Syenifer mehr Schuß für die um Groß- Berlin liegenden Waibungen gefordert, indem sie auf die hohe Bedeutung des Waldes für die Erholung der großstädtischen Bevölkerung in der Gegenwart und mehr noch in der Zukunft hinwiesen. Und der Gedante, daß Staat und Stadt zusammenwirten müssen, um weitere Waldverwüstungen zu verhindern, ist auch auf fruchtbaren Boden gefallen. Er hat zu der lleberzeugung geführt, daß für die Erhaltung eines möglichst ausgedehnten Waldgürtels um Groß- Berlin durch gesetzliche Bestimmungen oder entsprechende behördliche Anordnungen dringlichst gesorgt werden muß. Es sind auch bereits von diesen Gefichtspunkten aus Schutzbestimmungen erlassen worden, sie sind aber so eng begrenzt, daß fie als ausreichend nicht mehr gelten tönnen, zumal das neue, weit größere Flächen umfassende Berlin auch einer entsprechenden Erweiterung der zur Erholung erforderlichen Stätten bedarf. Im Hinblick auf diese Tatsache wird es bei allen Naturfreunden ein schmerzliches Gefühl auslösen, daß zurzeit wieder große Waldftreden in unmittelbarer Nähe der beliebten Ausflugsorte im Norden Berlins abgeholzt werden. In bedeutendem Umfange haben diese im Frohnauer Gebiet, das dem Baron von Belt heim gehört, stattgefunden. Es sind hier fast ausschließlich starke Bäume der Art zum Opfer gefallen, und große Kolonnen von Waldarbeitern find noch dabei, weitere Streden niederzuschlagen. Auch zwischen Schildo w und Glienicke ist die Art an der Arbeit. Das Gebiet gehört teils zum Gutsbezirk Frohnau , teils zum Gemeindebezirk Glienice. In einem großen Revier, das früher der Berliner Terrainzentrale gehörte, jetzt Eigentum des Berliner Holzfontors ist, sollen ebenfalls Abholzungen beginnen. Was aber jeden Naturfreund und alle erholungsbedürftigen Bewohner Groß- Berlins traurig stimmen wird, das sind die Abholzungen in dem schönen, von der Natur mit vielen Reizen bedachten großen Rindelgebiet, das zwischen dem ursprünglichen Dorf Glienicke und Schildow liegt. Hier finden wir noch ein Stückchen urwüchsiger Natur, prächtiges dichtes Nadelholz, das an einzelnen Stellen mit Schön geformten Tannen, Birken, Eichen, Elsen und sogar Buchen durchsetzt ist. Stolz aufstrebende Höhenrüden, mit verschiedenartigen zierlichen Sträuchern bewachsen, und fleine Gewässer in den heutigen Groß- Berlin sind jedoch von dem Kahlschlag bisher noch Miederungen drücken der ganzen Landschaft ein eigenartiges, liebliches Gepräge auf. Und ein anmutiges Bild bietet dem Wanderer der abseits von der Straße belegene, von dichtem Schilf eingerahmte fagenumwobene Kindelsee. Leise plätschert auch das dem See entstammende Kindelfließ in starken Windungen durch die ftille Landschaft, um sich später ins Tegeler Fließ zu ergießen und mit diesem in die Havel zu strömen.
Wie man uns mitteilte, ist das große Kindelgebiet überwiegend Eigentum des Barons von Beltheim , nur ein geringer Teil davon foll ehemaligen Bauern von Glienice gehören. Seitwärts von der Hohenzollernstraße, die in das Kindelgebiet führt, und auch an anderen Stellen sieht man neben den abgeholzten Kiefern auch viele niedergeschlagene schlanke Birken am Waldesrande liegen. Der herrliche Waldrücken am Kindelfließ ist rechts und links bereits vom Balde entblößt, ebenso auch nahezu das Land zwischen Schönfließer und Oranienburger Chaussee, dazu, foweit Frohnau in Frage tommt, ein bedeutender Teil der Bauernheide. Gebiete des heutigen Groß- Berlins sind jedoch von dem Kahlschlag bisher noch nicht berührt worden.
Wenn das Abholzen noch einige Jahre weiter geht, wird man von den Waldungen wohl nichts mehr sehen. Nur Sandhügel und fandiges Land ohne Kultur werden als traurige Erinnerungen der Bergangenheit verbleiben. Die Gefahr ist groß, das wird auch von allen verständigen Leuten in den betroffenen Gemeinden erkannt. In Frohnau hat sich schon eine starke Mißstimmung breitgemacht,
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und seitens der Gemeinde Glienicke ist bereits beim Landratsamt für Niederbarnim Protest gegen weitere Abholzungen der Walbungen erhoben worden. Man mill sich gegen die Verunstaltung des Landschaftsbildes energisch wehren und nötigenfalls höhere Instanzen anrufen. Die Preise für das abgeschlagene Musholz find so hoch, daß sie zu weiteren Kahlschlägen verlocken. Eile tut not, um die drohende Gefahr abzuwenden. Stan hört schon davon, daß die Absicht bestehen soll, das ganze Kindelgebiet abzuschlagen. Eine folche Berwüftung würde nicht wieder gut zu machen sein. Selbst wenn man sofort mit neuen Anpflanzungen beginnen wollte, würde cin Menschen alter vergehen, bevor ein neuer Wald Ersatz für die jezigen Bestände bringen könnte.
Die Straßenbahnfrage im Magistrat.
Sonntag, 27. Februa: 1921
Arbeiterlegitimationskarten für Deutschausländer.
Ein Erlaß des Ministeriums des Junern hat die bisherigen Bestimmungen in dem Sinne geändert, das Ausländer, die sich mit einem gültigen Baß ausweisen, nur 5 M. Gebühren zu entrichten haben. Die Antragsfrist wurde bis 31. März eritrect. Nähere usfünfte erteilt Desterreichisch- Deutscher Bellebund, Schloß Bellevue , Telephon Moabii 684.
Ueberfallen und beraubt
wurde in der bergangenen Nacht ein Kaufmann B. in Neufölln als er gegen 1 Uhr auf dem Heimwege die Hermannstraße entlang ging, sprangen in der Nähe des Grünen Weges zwei junge Männer aus einem Versted heraus, ihm an die Kehle und versuchten, ihm die Brieftasche zu rauben. Als der Ueberfallene fich zur Wehr setzte und um Hilfe rief, erklärten die Stäuber fich bereit, ihn gegen Der Magistrat hat sich am Sonnabend sehr eingehend mit der ein Löjegeld von 100 M. laufen zu lassen. Da niemand zu Hilfe Tariferhöhung für die Straßenbahnen und den Anträgen der Frat fam, fo entschloß fich B. in feiner Notlage, auf diejen Vorschlag fionen zu der Ausgestaltung des Berliner Straßenbahnverkehrs usw. einzugehen und zog die Brieftasche, um die berlangten 100 M. berbeschäftigt. Es wurde nach forgfältiger Prüfung beschlossen, den auszunehmen. Darauf batten es bie Stäuber nur abgesehen. Gie vorgeschlagenen Staffeltarif abzulehnen, und zwar hauptsächlich des entriffen ihm blizschnell die Tasche, eilten mit der Beute davon halb, weil nach genauen statistischen Berechnungen sich gegenüber und entfamen. Die geraubte Brieftasche enthielt 1800 m. in Gelddem Einheitsfaris von 1 M. eine Mindereinnahme ergeben fcheinen, einen Sched über 2000 M. und allerlei Bapiere, die für würde. Dazu kommt, daß dann bei der großen Zahl von Linien den Beraubten sehr wichtig waren. Die Räuber sind beide etwa nicht weniger als 480 verschiedene Fahrscheine( drei für jede Linie) 22 bis 24 Jahre alt und etwa 1,60 Meter groß. Der eine, der erforderlich wären und die in den Außenbezirken wohnenden Fahr- sächsische Munbart sprach, trug eine blaue Sahirmmüte, der andere gäfte, Ausflügler usw. gegenüber den im Zentrum Wohnenden be- einen hellen Jackettanzug und eine Ballonnige. nachteiligt würden. Der Magistrat beschloß, in eine gründliche Prüfung der zwischen der Stadtgemeinde und den Organisationen Mar Hoppe t. Am 24. d. m. verstarb nach schwerem mehrabgeschlossenen Tarifverträge vom 11. Juni 1920 einzutreten, be- wöchigem Krantenlager im 66. Lebensjahre unfer alter lieber Gesonders hinsichtlich der monierten Bergütung der Wochenfeiertage, noffe Max Hoppe , der Vertreter des Berliner Lagers der Großder Bezahlung für die Zeit, in der nicht gearbeitet wird, und wegen einkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine in Hamburg . Schon des Urlaubs und Krankenlohnes. Der durchlöcherte Achtſtundentag in früher Jugend wirkte er in seiner fächsischen Heimat für soll im Zusammenhang mit hygienischen Verbesserungen nach Ber - die Partei, die bis zu seinem Tode in ihm einen überzeugten, idealen handlungen mit den Betriebsräten, deren Befugniffe fid) in Bahnen der gesetzlichen Bestimmungen bewegen sollen, wieder zur Geitung und beredten Verfechter gefunden hat. Die sozialistische Weltanschau gelangen. Der Stadtverordnetenversammlung wird sofort eine Vor- ung führte ihn zur Genossenschaftsbewegung, in der er durch verlage zugehen. biblichen Fleiß und Zähigkeit bald eine führende Stellung einnahm. Er gehörte zu der kleinen Schar deutscher Genossenschafter, welche im Jahre 1899 eine Reise nach England unternahmen, um die eng lische Genossenschaftsbewegung zu studieren. Ihre Eindrücke haben die Teilnehmer in einer Rollettivarbeit in Broschürenform:„ Unsere Englandreise" niedergelegt.. Die Berliner Genossenschaftsbewegung hat bei ihren Anfängen aus ver Broschüre sowie vom Mitverfasser May Hoppe selbst die ersten fruchtbringenden Anregungen empfangen. Wir werden sein Werk in Ehren halten und ihm ein dauerndes Andenken bewahren.
Zur bevorstehenden Erhöhung der Eisenbahntarife. Bei aller Anerkennung der Notwendigkeit einer abermaligen Erhöhung der Eisenbahntarife ift der Deutche Städtetag aus Gründen der Volksgesundheit sowohl als auch ane voltserzieherischen Gründen beim Reichsverkehrsministerium vorstellig geworden, den Ausflugs- und Vorortsverkehr, wenn irgend angängig, ganz frei zu stellen und für den Ferien- und Bäderverkehr wieder besondere Vergünstigungen einzuführen. Das Wohnungselend, mit dem leider noch auf Jabre hinaus gerechnet werden muß, und der schlechte Gefundheitszustand des Boltes erfordern, daß sich die minder bemittelten Schichten der Bevölkerung ohne unerfdywingliche Unkosten häufig ins Freie begeben und sich dort erholen unb fräftigen fönnen. Ebenso kann die halbstädtische und ländliche Siedlungsweise in dem beabsichtigten Umfange nur dann durchgeführt werden, wenn die Vororttarife in mäßigen Grenzen gehalten werden.
Linienumleitungen bei der Straßenbahn. Bauarbeiten an der Kreuzung der Belle- Alliances und Gneisenauftraße machen es erforderlich, vom 28. d. Mts. as in den nächsten Nächten von 1100 bis 500 11hr die Linien 3. 5, 10 und 89 in beiden Richtungen über Belle- Alliance- Straße, Blücherplaz und Blücher straße, die Linie 114 in beiden Richtungen durch die Blücher- und Boffener Straße, die Linien 2, 36 und 41 über Belle- Alliance- Straße, Hallesches Tor, Gitschiner Straße umzuleiten.
Dem Geliebten in den Tod gefolgt.
anstalten werden neuerdings von einem unbekannten Schwindler Warnung! Angehörige von Pfleglingen städtischer Irrenaufgesucht, der unter dem Vorgeben, daß der betreffende Pflegling jetzt besseres Essen erhalte, von den Anverwandten im amtlichen Auftrage 80 m. Zahlung einzuziehen sucht. Der Betrüger ist etwa 20 Jahre alt, hat schwarzes Haar und ist bartlos. Er pflegt ein angeblich amtliches Schriftstück, vorzulegen.
Die Wahlen im Berwaltungsbezirk 16( Köpenick- Friedrichse hagen) ergaben folgendes Resultat: Bürgermeister der Berliner Stadtrat Dr. Franz( D. Bp.), zum stellvertretenden Bürgermeister Gemeindeschöffe Ehrlich Friedrichshagen( S.P.D.), zu besoldeten Stadträten: Werfmeister Herbst( S.P.D.), Prorektor Paz( Bürgerlich) zum Bezirksschulrat, Ingenieur Felig und Schloffer Mente ( U.S.B.); zu unbefoldeten Stadträten: Stadtrat Beide und ReCierungsrat Heinrichs( Bürgerlich), Bendig Grünau( S.P.D.) und Frau Wudtfe- Köpenid( U.S.B.) Die Wahl eines befaldeten Stadtrats, den die Kommunisten erhalten sollen, wurde ausgesetzt. Der Wahlausschuß für den 10. Bezirk( Stegliz- Lichterfelde) hat
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Die 35jährige Schneiderin Marie Friedrich aus Potsdam , sich, wie berichtet wird, auf folgende Persönlichkeiten geeinigt: Kurfürstenstr. 2, war mit einem Arzt verlobt, der aber im Felde Bürgermeister Stadtfyndikus Se mbrigfi Charlottenburg, zweiverstarb. Sie erhielt die Erlaubnis, sich den Namen ihres Ver: ter Bürgermeister: Magistratsrat Plath- Berlin , Hochbaurat: Ge lobten anzulegen. Seit dem Tode ihres Bräutigams zeigte Frl. meindebaurat Frenmüller- Lanfwiß, Tiefbaurat: Magistratsbaurat Gestern naist legte sie fich Jentsch- Charlottenburg. Ueber den Schulrat wird die Entscheidung Friedrich ein schwermütiges Weien. geschmückt in das Bett, nahm Gift und drehte sämtliche Gashähne erst in der Bezirksversammlung am Montag fallen. Die Genannten auf. Vorher hatte fie alle Türen und Fenster sorgfältig verschloffen. find fämtlich bürgerlich. Ferner wurden zur Wahl vorgeschlagen: Die Feuerwehr, die auf den Gasgeruch hin benachrichtigt wurde, Gemeindeſchöffe Dr. Lengner- Lichterfelde ( Dem.) und Schöffe B- fand Frl. F. bereits tot im Bette vor. In einem hinterlassenen mann Stegliz( SPD.). Briefe teilte fie mit, daß sie ihrem Geliebten kn den Tod folgen wolle.
waren sie bei Helsingör übergesetzt worden, in einer Woche waren sie vielleicht jenseits der Südgrenze, im deutschen Gebiet. Sie hatten nägelbeschlagene Stiefel und eine Höhlung statt des Bauches, ein Tuch um den Hals und Pulswärmer um die roten Handgelenke und gute Laune. Der große Klaus fannte fie und blieb von selbst stehen.
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Auch vor armen Frauen, Schulkindern und Arbeitern blieb er stehen; er und Lars Peter waren darin ein und der felben Ansicht: alles, was fahren wollte, follte dieses Vergnügen haben. Aber an feinen Leuten ging der große Klaus vorüber; die ließen sich ja doch nicht dazu herab, mit dem Schinder zu fahren.
Es mußte düster aussehn, wenn die breite Landstraße den Schinder nicht in gute Laune versetzen trinnte. Der ruhige, melodische Taft im Hufschlag des großen Siaus gegen die Steinschicht der Chauffee forderte zum Mitsurumen auf. Die Bäume, die Meilensteine mit der Königskrone über dem Namenszug Christians V., die endlosen Perspektiven mit all dem Leben und Verkehr, dem man auf der Reise zwischen ihnen hindurch begegnete das Ganze hob die Stimmung.
Zur Abgabe der Kapitalertragssteuererklärung fordert eine öffentliche Bekanntmachung des Zentralfinanzamts I im InseratenHandel und guten Handel nahm er hin, wie's tam, und ebenso Sorge und Freude; er wußte aus unerschütterlicher, feftliegender Erfahrung, daß Regen und Sonnenschein wechseln. So war es unter feinen Eltern und Großeltern gewesen, und sein eignes Leben hatte es bestätigt. Worüber sollte man da denn nachgrübeln? Hielt das schlechte Wetter ungewöhnlich lange an, ja, dann schüttelte man den Pelz desto stärker, wenn's vorüber war.
Und mit jemandem zu habern, fonnte ebensowenig nüßen. Andre Menschen mußten ja ebenso wie er die Dinge nehmen, wie sie famen, und eine lenkende Hand hinter dem Ganzen hatte er nie so recht empfunden.
Jetzt aber mußte er nachdenken, so unnüß es ihm auch vortommen mochte. Es pacte ihn etwas unerbittlich im Nacken, wie er ging und stand, und stellte ihn non Angesicht zu Angesicht vor das stets gleich hoffnungslose: Warum? Aus einem tausendfachen Hinterhalt tauchte der Gedanke an Sorine auf und machte das Ganze schwer und trüb.
Lars Peter hatte seinen gründlichen Anteil vom Unglüc abbekommen- und hatte ihn getragen als das Maß an Bürden, das einem nun einmal zugemeffen war.
Er hatte
einen breiten Scheitel und einen breiten Rücken wozu war der wohl sonst, wenn nicht dazu, Bürden darauf zu legen. Es war nicht feine Sache, zu jammern und den Schwächlichen zu spielen. Und das Schicksal hatte ihm aufgeladen! Konnte er dies tragen, ja, dann konnte er auch jenes tragen! Bis er schließlich unter der Bürde zusammengebrochen war. Mit seiner alten Inverwundbarkeit gegenüber bösen Schidungen war es vorbei.
,, Er ist beinah' noch verrückter nach der Landstraße als man felber," pflegte Lars Peter vom großen Klaus zu jagen; und es war wirklich wahr; der Gaul war sofort guter Laune, sobald er merkte, daß Vorbereitungen zu einer weiteren Fahrt getroffen wurden. Aus den furzen Touren machte er sich nichts; die richtigen Landfahrten mit Abstechern nach rechts und links und lebernachten in irgendeinem Retsestall, die Die beiden fannten die Landstraße und ihre Abstecher fagten ihm zu. Inwiefern er etwas Besonderes an ihnen gleich gut. Gab es irgendetwas zu sehen, eirie Dreschmaschine fand, war nicht gut zu sagen; so geradezu etwas Neues erleben auf dem Felde oder einen Neubau, so nahm einer von ihnen wie man selber fonnte er doch wohl nicht. Freilich_immer Beranlassung, haltzumachen. Lars Peter tat so, als sei hol's der Henter!- ein fluger Kerl war er! Jedenfalls liebte das Pferd der Neugierige. Na, hast du dich nun bald fatt er es, die Landstraße unter den Hufen zu fühlen, und je weiter gegafft?" brummte er, wenn sie eine fleine Weile stillgestanden eine Fahrt augenscheinlich werden sollte, desto zufriedener war hatten, und raffte dann die Zügel zusammen. Der große Klaus er. Er nahm das Ganze mit der gleichen guten Laune hinfand sich in dies bißchen Berrat, ohne sich in seinem Tun und hügelaufwärts, wenn er sich ordentlich ins Zeug legen müßte, Laffen nach irgendeiner Richtung hin daurch beeinflussen zu und hügelabwärts, wenn das Fuhrwert dicht auf seinem laffen; er folgte am liebsten seinem eigenen Kopfe. zottigen Hinterteil hinrollte. Nur wenn der Hügel sehr steil war, machte er Haltum Lars Peter Gelegenheit zu geben, abzusteigen und die Beine etwas zu bewegen. Für Lars Peter hatte die Landstraße etwas vom Leben selber an sich. Von dort holte er für sich und die Seinen das Brot heim, und die Landstraße befriedigte seinen Bagabundierbrang. So ein Stück Landstraße mit ihren beiden Reihen geftugter Pappeln und mit den anhllosen Seitenwegen zu Er hatte angefangen, über fein Los nachzufinnen- und Höfen und Häusern hin barg alle Möglichkeiten in sich. Man Der Schnee war allmählich zu einer leichten Eisdecke zu- begriff nichts; das Ganze war fo finnlos, menn er sich selbst fonnte diese Richtung einschlagen oder jene, wie einem im fammengefahren, die unter dem Hufbeschlag des Gauls er- mit andern verglich. Kaum hockte er auf dem Wagen und Augenblick der Sinn stand, oder man fonnte die Richtung dem flang. Die dünne, spröde Luft erleich larte das Atemholen, und hatte dem großen Klaus die Gangart beigebracht, so suchten Zufall und dem großen Klaus überlassen. Immer fam etwas die Sonne goß ihr Rot über das weiße Schneeland. Man ihn die trüben Gedanken heim und stapften in seinem Sinn dabei heraus. fonnte gar nicht anders, man mußte guter Laune sein. Aber umber, immer in der Runde, daß er ganz betäubt war. Und Und die Landstraße war bloß das sichtbare Stück einer dann tauchte im Geist der Zweck der Fahrt auf, und alles er fonnte sich nicht herausfinden, sein Verstand trat immer Kette ohne Ende. Wenn man nun auf den Gedanken fam, verlor feinen Glanz. wieder in die gleichen Fragen. Warum hieß er der Schinder • einmal geradeaus zu traben anstatt abzubiegen, ja dann Lars Peter hatte sich nie sonderlich damit abgegeben, auf und wurde als Unreiner behandelt? Er ernährte sich doch fam man weit in die Welt hinaus so weit es fein follte. eigne Fauft nachzudenken oder mit bem Dasein ins Gericht zu ebenso redlich wie jeder andere. Barum verfolgte man seine Natürlich tat Lars Peter das nicht; aber allein das, zu wissen, gehn. Wenn etwas gerade so oder fo fam, fo fonnte es eben Kinder und verwies fie aus dem Kreise her übrigen- warum bağ man es tum fonnte, befriedigte etwas in einem. nicht anders sein und mas nutte es, groß nachzubenten! nannte man fein Heim das Elternreft? Und warum fuchte Auf der Landstraße traf er Leute feines eigenen Blutes, Kauerte er während der langen Stunden da quf dem Wagen, ihn das Unglüd heim und das Schicksal? Da war ja in fahrendes Bolf, die zu ihm auf die Fuhre hinauffletterten, dann brummte er bloß eine Art Melodie vor sich hin und vieles, was er nicht verstand, aber morüber er fid) flar werden ohne um Erlaubnis zu bitten, eine Flasche aus der inneren fühlte sich wohl. Was Mutter heut' abend für dich baben mußte. Das Unglück, das so oft an feine Tür gepocht hatte, Tasche zogen und ihm hinreichten und anfingen, drauflos zu mag?" dachte er dann wohl, oder möcht' miffen, ob die Gören ohne ihn zu Haufe anzutreffen, hatte diesmal ben energisch arzählen. Das waren Leute, die weit herumtamen; gestern mir heut entgegenkommen!" Das war das Ganze. Schlechten in die Türspalte gestellt.
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( Forts. folgt.)