ang 4. Beilage
4. Beilage des Vorwärts
Nr. 203 38. Jahrgang
Profit- Orgien.
Bon Clemens Rörpel
Bir befinden uns zurzeit in der Hochflut der Geschäfts. berichte der Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien usw. über das Geschäftsjahr 1920. Wer diese Berichte aufmerksam verfolgt, kann die Feststellung machen, daß die Di videndenergebnisse fast ohne Ausnahme in einem Gegen saz stehen zu den Klagen über die schlechte Geschäftslage, die ebenfalls fast ohne Ausnahme von allen Unternehmungen gegenüber den Gewerkschaften bei Tarifabschlüssen und gegenüber der Regierung bei Durchführung irgendwelcher Maßanhmen vorgebracht worden sind. Fast alle fapitalistischen Firmen haben es verstanden, ein fehr gutes Dividendenergebnis zu erzielen; vielfach steht der Reingewinn in gar feinem Verhältnis zu der infolge von Rohstoffmangel ufm. zurüd gegangenen Produktion. Man hat bei spielsweise die Produktion eingeschränkt und durch ungeheure Breiserhöhungen trotzdem höhere Gewinne erzielt, als es vor dem Kriege bei voller Ausnutzung der Werke der Fall gewesen ist. Wenn nun schon durchgehend ein Anwachsen des Gewinnes zu nerzeichnen ist, so fallen einzelne Firmen aus diesem Rahmen doch infofern noch heraus, als sie selbst für kapitalistische Begriffe geradezu beispiellose Gewinne erzielen konnten.
Die
Sonntag, 1. Mai 1921
jeder neuen Attie Gewinne von Tausenden von Mark einzuftreichen. sagen, die Arbeitnehmer würden bei den zu erwartenden hohen Im Geschäftsbericht heißt es, daß das Geschäft im Bergleich zum Dividenden keine Rücksicht darauf nehmen, daß die Aktionäre die Vorjahre stiller geworden sei, man habe teinen Anlaß zur Klage". Aftien zu hohen Kursen beziehen mußten. Interessant ist es, daß &" Rhenania" Berein Chemischer Fabriken awar von einer Strife in der deutschen Kaliinduſtrie gesprochen wird, Aft. Ges. in Aachen verteilt für das Geschäftsjahr 1920 eine aber gerade in diesem Augenblick die Consolidierten Alkaliwerke Dividende von 30 Proz. Das Stammattienkapital foll von 36 auf große Beträge aufnehmen, um zu einer großen Erweiterung ihres 80 Millionen Mark erhöht werden. Jeder Besizer einer alten Attie Betriebes zu schreiten. Später, wenn wir wirklich einmal zu einer fann eine neue Aktie zu 107 Proz. beziehen. Da die alten Aftien normalen Wirtschaft gelangen sollten, würde diese ungeheure saan der Börse mit zirka 730 Proz. gehandelt werden, ist ein solcher pitalsverwässerung natürlich nur eine prozentual niedrige Dividende Aktionär, der eine neue Aktie im Nennwerte von 1000 m. zu 1070 m. zulassen. Man würde dann mit aller Macht auf die Existenz bezieht, ebenfalls in der Lage, sie mit hohem Kursgewinn weiter bedingungen der Arbeitnehmer drücken, ohne Rücksicht darauf, zuverlaufen. Die Kapitalserhöhung stellt außerdem eine Kapital- daß man früher wahre Profitorgien gefeiert und diese wahnsinnigen verwässerung dar, denn die hohen Gewinne sollen und werden durch Zustände absichtlich herbeigeführt hat. Erhöhung des Attienkapitals prozentual herabgedrückt, um die Be gehrlichkeit der Arbeitnehmer nicht allzu sehr aufzustacheln.
Aber auch innerhalb dieser schon geradezu phantastischen Verdienstmöglichkeiten gibt es immer noch besondere Höhepuntte, die selbst die vorstehenden Rekordgewinne noch bei weitem über
ragen.
Wohin soll dies führen?
Wir
Bir haben eine ständig anwachsende Arbeitslosigkeit. haben eine große Wohnungsnot, eine Weltwirtschaftskrise und eine nationale Wirtschaftskrise. Die Kauffraft weiter Boltsschichten ist infolge der wahnsinnig in die Höhe getriebenen Preise versiegt und dadurch mußte die Produktion erneut eingeschränkt werden. Allen Einen solchen Höhepunkt bildet die Berlin - Gubener Gesundungsvorschlägen von Sozialisten und verant Hutfabrit Att.- Ges. in Berlin . Diese verteilt eine Di- wortungsvollen Volkswirtschaftlern seht das Unternehmertum den vidende samt Bonus von 46% Broz, was allerdings den armen hartnädigsten Widerstand entgegen. Gerade in diesen Aktionären zu wenig war, die erklärten, daß diese Dividende in Tagen waren es die den Aktionären der vorerwähnten Firmen ficher feinem Einklang mit dem Reingewinn stehe und die Aktionäre in nahestehenden Kreise und deren Presse, welche die preußische Regie Anbetracht der Geldentwertung" Anspruch auf eine volle Aus- rung angegriffen haben, weil diese angeblich den Kommunistenschüttung des Reingewinns hätten. Die entsprechenden Anträge putsch nicht mit genügender Energie niedergeschlagen hätte. Diese wurden allerdings abgelehnt, die" Armen" müssen sich mit 46% Das Eisenhüttenwert Thale a. Harz hat seinen Rein- Brozent„ begnügen". Aber sie erhalten ein Pflaster in Form einer Leute und ihre Presse haben wahrhaftig keine Veranlassung, auch nur gewinne von 4,29 Millionen Mark im Jahre 1919 auf 34,9 Mil- Kapitalserhöhung von 3 Millionen Mark. Die neuen Attien werden einen Ton zu reden, denn wenn schon die Kommunisten ein großer fonen Mark im Jahre 1920, also um das achtfache, gesteigert. Hier zu pari, also zum Nennwert, den Aktionären angeboten. Da der Teil der Schuld an den Vorkommnissen in den letzten Tagen trifft, ſo aus wird an die Aktionäre auf das erhöhte Aktienkapital eine Kurs der alten Aftien am 30. März auf 838 stand, fönnen sie also find die Urheber all dieser Zustände doch gerade die Anhänger einer Dividende von 50 Proz. gezahlt. Der Reingewinn hätte jedoch aus zu ihren 46% Pro3. Dividende sich ebenfalls noch die Möglichkeit fapitalistischen Wirtschaftsordnung, die solche Profitorgien gereicht, 100 Bro3. zu zahlen; man hätte also in einem einzigen verschaffen, weitere Tausende von Mark durch Verkauf der neuen inmitten einer zusammengebrochenen Wirtschaft Jahre den Aktionären den ganzen Betrag des Aktienkapitals als Aktien an der Börse hinzuzuverdienen". Selbst die bürgerliche ermöglicht, wie sie in obigen Beispielen dargestellt sind. Das Gewinn ausschütten fönnen. 14 Millionen Mark find für Rüd Bresse faßt ein Grauen ob solcher Entwicklung, und man wagt die Gesetz über die Bilanzeinsicht gibt den Betriebsvertretungen stellungen verwendet worden. Der ungeheure Gewinn ist erzielt fchüchterne Bemerkung, daß die Firma ihre günstige Lage hätte be- die Möglichkeit, in diese Braftifen hineinzuleuchten. Hoffentlich ver worden durch Berarbeitung von aus früheren Jahren stammenden Rohmaterialien". Die Preise sind also ungeheuer in die nutzen sollen, einen Druck auf den heimischen Preisstand für not- stehen es die Betriebsräte, mit aller Energie das Interesse der wendige Bekleidungsstücke auszuüben". Sämtliche Maschinen, die Allgemeinheit gegenüber dem Unternehmerinteresse wahrzunehmen. Höhe getrieben worden, während die Fabrikate in Wirklichkeit noch 4 Gebäude und die 2 Grundstücke samt Geräte und Fuhrwert stehen Die Arbeiter und Angestellten müssen sich aber in geschlossener aus alten Beständen, die sehr billig eingekauft waren, hergestellt nur mit 1 M. zu Buch. Die Firma fann infolgedessen Abschreiwerden konnten. Statt die Möglichkeit zu benutzen, den Preis für bungen überhaupt nicht vornehmen und hat alle Hände voll zu tun, Front dem Unternehmertum entgegenstellen und ihrem Treiben die Fertigfabrikate zu drücken, hat man das Gegenteil getan ohne auf Mittel und Wege zu finnen, wo sie mit ihren unge Einhalt gebieten, damit endlich an Stelle der wirtschaftlichen Diks Rücksicht, daß die Bolkswirtschaft bei solchen Praktiken zugrunde heuren Verdiensten bleiben soll. Im Geschäftsbericht tatur des Kapitals die demokratische Wirtschaftsordnung treten kann. gehen muß. Für das neue Geschäftsjahr wird im Geschäftsbericht wird bemerkt, zurzeit seien die Betriebe nur kurz mit Arbeit verangegeben, daß in Anbetracht des vorliegenden immerhin noch sorgt. Ueber die Weiterentwicklung ließe sich nichts sagen. guten Auftragsbestandes und der vorhandenen günstigen Eindeckung Hoffentlich muß die Firma nicht etwa in nächster Zeit die Arbeitsmit Rohmaterial ein zufriedenstellendes" Ergebnis zu erwarten seit verkürzen oder die Löhne herabsehen oder etwa gar die prosein dürfte. Duftive Erwerbslosenfürsorge in Anspruch nehmen, um weiter Reichelt Metallschrauben Aft. Gef. existieren zu können. Dies hätte nämlich in diesem Bilde kapitalistiFinsterwalde verteilt eine Dividende von 40 Broz.( im Borscher jahre 20 Proz.). Das Aktienkapital wird verdoppelt und 4.2 Mil- fcher Wirtschaft gerade noch gefehlt. lionen neue Aktien werden zu pari, also zum Nennwert an die Befizer der alten Aftien ausgegeben. Der Kurs der alten Aktien war am 1. April 1921: 870( eine Aftie zu 1000 m. gleich Börsenwert 8700 m.). Die Aktionäre brauchen für diese neuen Attien aber noch nicht einmal den Nennwert von 1000 m. zu bezahlen; denn die die Firma stellt für jede Attie aus einem Reservefonds den Attios nären 700 m. zur Verfügung, fogar die 10 Proz. Kapitalertragssteuer, die für diese" armen" Aktionäre mit dieser Transaktion verfnüpft sind, werden von der Firma aus einem Refervefonds für die Aktionäre ebenfalls bezahlt. Also nicht nur, daß diese Aktionäre 40 Broz. Dividende erhalten, fönnen sie sich außerdem durch Zahlung von 300 m. die Möglichkeit verschaffen, an der Börse durch Verkauf
Die
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in
Andere Firmen wollen es wegen der„ Begehrlichkeit der Arbeiter" nicht zu solchen öffentlichen Dividendenorgien fommen lassen und versuchen vorher das Aktienkapital zu verwässern, um das Ergebnis prozentual niedriger zu gestalten.
Aus der Partei.
Einigung auf dem Boden der SPD.! Wie uns aus Watten icheid gedrahtet wird, ist die dortige Organisation der USP. go schlossen zur SPD. übergetreten, so daß es dort nur noch eine sozialdemokratische Parteiorganisation gibt, wir begrüßen diesen Beschluß der ehemals unabhängigen Genossen und hoffen, daß die gemeinsame Arbeit nur Ersprießliches für die Sache der Arbeiterbewegung und des Sozialismus leisten wird.
Zu diesen Firmen gehören die Consolidierten Alfalt werfe Westeregeln , die ihr Stammattienkapital um 8 Millionen Mart auf 32 Millionen Mart erhöhen und daneben 30 Millionen Mark Obligationen ausgeben wollen. Die Attien dieser Be- Vorträge, Vereine und Versammlungen. sellschaft stehen an der Börse etwas über 500. Die neuen Aktien Bentral- Kranten. und Sterbefaße der Zimmerer. Mittwoch, 1hr, ine follen zu 250 Broz. ausgegeben werden, so daß diese Kapitals1. Stellungnahme zu unserer diesjährigen Generalversammlung. 2. Stellung erhöhung um 8 Millionen Mark der Firma zirka 20 Millionen Mark Gewerkschaftshaus, Saal 5, Engelufer 15, Generalversammlung. Tagesordnung: einbrachte. Das paßt selbstverständlich diesen Aktionären nicht. Sie von Anträgen. 3. Verschiedenes.
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