Nr. 411+38. Jahrgang
R
Groß- Berlin
2. Beilage des Vorwärts
Die verhaßte Einheitsgemeinde.
Die bürgerlichen Kommunalpolitiker des Berliner Westens haben zurzeit eine Kunstpause eingelegt. Der Streitruf„ Los von Berlin " ist vorläufig von der Tagesordnung abgesetzt. Aber zweifellos mird Dieser Schrei bald wieder seine Auferstehung feiern und von neuem die Gemüter in Wallung bringen; der Termin für die Stadt- und
daß man von dem Butterhöchstpreis, der gegenwärtig etwa 30 m. beträgt, 2 M. abzieht und die verbleibende Restsumme durch 10 teilt. So würde also bei einem Butterhöchstpreis von 30 M. ein Liter Frischmilch sich auf 2,80 m. ab Meierei stellen.
Diese Preisfindung, die in den Wintermonaten zu einer star fen Berteuerung der Frischmilch führen würde, weil einmal die Produktion im Inlande zurückgeht, und weil ferner der schlechte Stand der deutschen Mark die Einfuhr von Auslandsbutter und somit eine Senkung der Preise inländischer Ware stark behin
Bezirksverordnetenwahlen, der 16. Ottober, rückt heran und die fo- Rote Schulwoche in Neukölln
genannten„ unpolitischen" Bezirksvereine rüsten bereits unter Assistenz Des famosen Bürgerrates zum Schlage gegen die von ihnen fanatisch gehaßte Einheitsgemeinde mit ihrer sozialistischen Mehrheit.
Diese Bezirksvereine sind auch heute noch das A und O des fommunalen Bürgertums. In dieser Interessenvertretung der„ gesamten Bürgerschaft" wurden schon in den guten alten Zeiten der, Alleinherrschaft des Besizes die Mitglieder der einstigen Magistrate
Auserwählter übte buchstäblich das Selbstverwaltungsrecht der
Glaubst Du an die Kirchenlehren? Nein? Warum befreist Du nicht Dein Kind vom konfessionellen Religions- Unterricht? Komme zu unserer
und Stadtverordnetenversammlungen ausgefnobelt. Eine Handvoll Elternversammlung aller Schulen Neuköllns Kommunen aus. Industrielle und Kaufherren, die im Norden und am Freitag, den 2. September,„ Neue Welt", gr. Saal. Osten Berlins ihr Geld verdient hatten, ließen sich im Westen eine Saalöffnung 6 Uhr. Villa bauen, um dem nimmer rastenden Tageskampf der schaffenden Studienrat Etände zu enteilen. Die hierdurch rasch aufgeblühten weftlichen Dr. Karsen Borortgemeinden mit naturgemäß äußerst niedrigen sozialen Lasten galten ehedem als die reichsten Städte des alten Preußen. Tatkräftig unterstützt von einer dreimal rechts eingestellten Borortpresse schlimm
SPD.
Bernhard Baarh VKPD.
Donnerstag, 1. September 1921
30 Jahre im Vorwärts". gestellter in unserem Zeitungsverlage tätig ist. Dreißig Jahre find es heute, daß Genosse K. Wenzel als An
Genosse Wenzel ist bereits einer von den Alten in der Partei; schon frühzeitig, kaum 19jährig, finden wir ihn in den vorderen Reihen der Parteigenossen, zu einer Zeit, wo noch das Ausnahmegesetz mit eiserner Faust auf der Partei lastete. Als Vertrauensmann und in enger Berbindung mit Grillenberger, Dertel, Dehme , Segig arbeitete unser Genoffe eifrig in den fränkischen Kreisen. Bald faß er im Vorstand des Vereins zur Erzielung volkstümlicher Wahlen" in seiner Vaterstadt Bamberg . So nannten sich damals offiziell die sozialdemokratischen Organisationen, um der polizeilichen Auflösung zu entgehen, da bekanntlich sozialistische Vereinigungen bei schwerer Strafe verboten waren. In den Bersammlungen dieser Bereine wurden naturgemäß nur harmlose" Angelegenheiten behandelt, da fie polizeilich überwacht wurden; die weniger harm. lofen", die eigentlichen Parteifragen und die Verteilung des Sozial demokrat waren den geheimen Zusammenfünften in den düsteren Schluchten des Michaelsberger Waldes vorbehalten. War eine solche beendiat, dann wurde stets gefungen und als letztes Lied stieg die bayerische Königshymne Blutwurst mit Sauerkraut" gen Himmel.
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Sie wurde mit einer Inniafeit intoniert, von der unsere heutigen Deutschnationalen sich gar keine rechte Vorstellung machen können.
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Den politischen Gegnern und dem Unternehmertum wurde die Beginn 7 Uhr. Tätigkeit des Genossen Wenzel bald recht unbequem. Ein Regierungsrat forderte vom Chef des Genossen Wenzel dessen Entlassung. Lehrer Dieser jedoch obwohl Gegner der Sozialdemokratie und nationalliberaler Reichstagskandidat, ein sehr anständiger Mann, ließ den Herrn bös ablaufen. Als das Gesek über die Alters- und Invaliditätsversicherung in Kraft trat, wurde Genosse Wenzel mit großer Majorität als Arbeitervertreter gewählt. Anfang 1891 faum Wenzel als hilfssekretär zum Barteivorstand nach Berlin und trat am 1. September desselben Jahres in die Anzeigenabtei lung des Borwärts" ein, wo er heute noch die Propagandaabteilung leitet.
ster Art nahm von hier aus das„ Los von Berlin" seinen Ausgang. dert, stößt schon jetzt auf den sehr verständlichen Widerstand des Ausschließlich und allein inszeniert von dem um den Fortbestand Handels und vor allem der Verbraucher. Bei dem System der feiner Alleinherrschaft besorgten Bürgertum mit fühler demagogischer gleitenden Milchpreise wäre es in den Monaten Dezember und Berechnung auf die urteilslosen Bevölkerungsschichten. Daß die Januar, die voraussichtlich ein starkes Anziehen der Butterpreise feit Jahr zusammengeschlossenen vier Millionen Menschen eine bringen werden, durchaus möglich, daß die Frischmilch ab Meierei einzige wirtschaftliche Einheit bilden müssen, und ein Lastenausgleich fich auf 3,40 M. oder 3,50 M. stellen würde. Deshalb find die gleitenden Milchpreise ein Unding. Ihre Einführung würde einen der ganzen Struktur nach unbedingt herbeigeführt werden müßte, Sturm der Entrüstung hervorrufen und fein Vorwurf wäre zu wird diesen Bevölkerungsschichten geflissentlich vorenthalten. Es ist scharf, der dies unverantwortliche Treiben der Landwirtschaftskreise nun mal leider eine betrübliche Eigenart so mancher Volksgenossen, gebührend kennzeichnet. daß sie zu wenig denken und so schnell vergessen. Müßte doch z. B. jeder ABC- Schütze wissen, daß die schwebenden Schuldenlaften der Berliner Gemeinden eine absolute Nachwirkung des entfeßlichsten aller Kriege und der hieraus resultierenden rapiden Geldentwertung find.
Der Staat um 2 Millionen betrogen. Durchstechereien bei der Reichsfeldzeugmeisterei. Eine aufsehenerregende Affäre, die zeigt, wie der Staat betrogen Unfer gegenwärtiger Einfluß in den Bezirksämtern des Westens wird, beschäftigt zurzeit die Staatsanwaltschaft und den Unter ift nominell gering. Das Bestreben der Partei muß auch in der fuchungsrichter bei dem Landgericht I. Es handelt sich um umfangschwärzesten Ede von Groß- Berlin darauf gerichtet sein, aus vor. reiche Durchstechereien und Schiebungen bei der läufig noch hoffnungslosen Minderheiten in absehbarer Zeit wirt- Reichsfeldzeugmeisterei. liche mitbestimmende Mehrheiten zu machen. Ein energischer Rud
In seinem Wohnort Lichterfelde entwickelte er im Laufe eines Bierteljahrhunderts eine lebhafte Tätigkeit im Interesse der Bartei und deren Organisation; Jahrzehnte war er Vorsitzender des sozial demokratischen Vereins und Funktionär des Kreiſes Teltow . Als Lichterfelde spielte 1916 die unglückliche Parteispaltung eintrat dabei eine besondere Rolle und die alte Organisation zertrümmerte, ging Genosse Wenzel abermals unverdrossen an die A eit zum Neubau der Organisation, die heute über eine starke Mitglie: r- zahl verfügt. Nach der Revolution wurde Genosse Wenzel na h 25jährigem vergeblichen Kampf zum Gemeindeveror neten und von her sozialdemokratischen Fraktion zu ihrem Vorsitzen den gewählt. Wir wünschen ihm noch viele Jahre Arbeit in unferen Reihen.
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Der 1. September und die Eisenbahn. Am heutigen Tage treten im Betriebe der Reichsbahnen wich Diese Behörde hatte in der Munitionsfabrik Pintert u. Kühlwein in Erfurt Artilleriezünder zerlegen lassen. Es tige Aenderungen in Kraft. Neben der allgemein für.Beitnach vorwärts muß unbedingt schon bei den diesmaligen Wahlen ge- wird nun behauptet, daß den Beamten, die zur Brüfung der Unter- arten vorgesehenen Ermäßigung von 20 vom Hundert tan werden. Das Graulichmachen der Wähler vor der sozialistischen lagen der Festsezung der Preise nach Erfurt famen und die Fabrik der jetzt geltenden Säge tritt bei den Wochenkarten noch eine Buderwirtschaft", die nach Meinung dieser Volksbetörer schuld an besuchten, falsche Buchungen über die Unkosten der Zerlegung vor weitere Ermäßigung ein. Bisher betrug der Preis der allem Unglück ist, ertönt bereits in allen Variationen. Die Platte gelegt worden sind. In die Sache ist u. a. ein Offizier, den die Wochenkarte% des Preises der Monatstarte 3. bzw. 4. Klasse, Los von Berlin" wird hie und da schon wieder aufgezogen. Dem Feldzeugmeisterei zur Kontrolle in die Fabrit hineingesetzt hatte, während von heute ab für die Wochenkarte der vierte Teil des Preises der Monatstarte für die gleiche Strecke erhoben Organisationsapparat des in puncto Bekämpfung der Sozialdemofra- vermidelt. Ihm wird zur Last gelegt, daß er sich hohe Summen Die Ermäßigung der Zeitkarten wird für den tie um jeden Preis vereinigten Bürgertums stellen wir unsere unter dafür habe zahlen lassen, daß er die Un regel werden wird. schwierigsten Umständen geleistete Arbeit mit gutem Gewissen ent- mäßigteiten unterstüßte oder zum mindesten nicht zur Fern- wie auch den Vorortverkehr eingeführt. Innerhalb thres Anzeige brachte. Der Gesamtfchaden, der dem Reich durch Geltungsbereiches wird für die Zeit- und Arbeiterfarten folgendes Erfreuliche einfichtsvolle Anzeichen zu gemeinsamer Abwehr diese Schiebung entstanden ist, soll sich auf weit über zwei Millio- um 1. September neu festgefeht: Monats, Schülermonats- un nen Mart belaufen. In diese Angelegenheit soll ferner ein Bücher- Wochenkarten des Stadt- und Ringverkehrs gelten für die Stadt, gegen die anstürmende Reaktion sind in einigen westlichen Vorort- revisor Holland aus Erfurt auf Veranlassung des Inhabers der Ring- und Vorortzüge. Ebenso auch die Zeitkarten des Vorortver gemeinden deutlich erkennbar. Und das erscheint als ein nicht zu Firma die Kostenrechnung fälschlicherweise bedeutend erhöht haben. fehrs. Die Monatskarten des Fernverkehrs gelten außerdem noch unterschätzendes Plus. Nicht häuslicher Streit und rückschauende Die Angelegenheit spielt auch nach Berlin herüber. Hier haben in den zu den Eil- und Personenzügen. Soweit die Schnellzüge für den Kritik, sondern der gemeinsame Wille zum entschlossenen Handeln ist letzten Wochen Verhaftungen einer Reihe angefehe- Verkehr mit Monatskarten nicht gänzlich gesperrt find, fönnen auch das Gebot der Stunde! ner Persönlichkeiten stattgefunden. Diese sind gegen Stellung fie mit Monatstarten des Fernverkehrs gegen Zahlung des Schnellhoher Kautionen vorläufig wieder auf freien Fuß gezugszuschlages benutzt werden. Schülermonatsfarten dagegen dürfen segt worden. Die noch in Hast befindlichen Personen werden in zur Fahrt in Schnellzügen nicht mehr benutzt werden. Wochenkarten den nächsten Tagen nach Erfurt transportiert werden, wo der Unter- des Fernverkehrs gelten für die 4. Klasse in Personenzügen, Eil- oder fuchungsrichter, Landgerichtsrat Wiese hahn, in ihrer Gegenwart Schnellzüge können nicht benutzt werden. Die Zeitkarten 4. Klasse umfangreiche Vernehmungen vernehmen will.
gegen.
Milchpreistreibereien.
Heute sollen in Berlin maßgebende Körperschaften der Landwirtschaft und des Handels zusammentreten, um über eine neue Regelung der Milchpreise zu beraten. Mit dem Ablauf der jetzt geltenden Lieferungs- und Bachtverträge mochen sich Beftrebungen geltend, den Preis für Frischmilch nicht mehr wie bisher auf 6 Monate festzulegen, sondern etwa alle vier Wochen eine Neuregelung der Kosten vorzunehmen. In gewissen Kreisen 30. August eine Verfügung erlassen, wonach am 1. und 2. Sepder Landwirtschaft, so bei den märkischen Milchproduzenten, versucht man als Grundlage für den Milchpreis den jeweilig geltenden Butterpreis zu nehmen. Die Normierung soll in der Weise erfolgen,
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Die Rächer.
Roman von Hermann Wagner.
Kein Wunsch, der brutal war, fein Wort, das sich nicht geschämt hätte, deutlich zu werden, so feusch war es, überall nur ein vages Sehnen. Und eine winzige Hoffnung auf eine ferne und unbestimmte Zukunft, eine zarte Pflanze, die nur gedeihen konnte, weil zwei sie mit vertrauender Liebe pflegten. ,, Es ist alles so fern," sagte sie ,,, und es war alles so leis, daß ich es- vergessen mußte..." ,, Aber es war doch da," erwiderte er ,,, es bestand, und wir glaubten daran."
,, Domals..."
des Fernverkehrs gelten in der 3. Klaffe der Stadt, Ring- und Bors ortzüge innerhalb ihres Geltungsbereiches, soweit diese Züge nicht durch einen besonderen Schalteraushang auf einzelnen Strecken von der Benutzung ausgeschloffen sind. Die Arbeiterrüdfahr. tarten, die gegen Borlage eines besonderen Ausweises ausgegeben werden, berechtigen zur Benutzung aller Züge, die 4. Klasse führen, nur auf solchen Strecken, auf denen Züge mit 4. Klasse nicht vertehren, zur Benutzung der 3. Klaffe. Der Uebergang mit allen genannten Zeittarten in eine höhere Wagenklasse ist ausgeschlossen.
,, Rede," forderte er sie leise auf. Ein Wort, ein gutes Wort zur rechten Stunde, zündet Helle in uns an und verbrennt alles Dunkle und Schwere.
fie
,, Ein gutes Wort..., zur rechten Zeit..." wiederholte tieftraurig. Glaubst du nicht daran?"
Ich, ich habe es... verpaßt... ...
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,, Ich weiß soviel von dir," sagte sie ,,, aber es gibt nichts. das du von mir weißt. Auch hinter mir liegen Jahre, Jahre." Er lächelte:„ Ich weiß alles."
,, Nein, was in mir ist, kannst du nicht wissen."
Das Provinzialichultollegium bat unter dem tember jede Schulfeier zu unterbleiben hat und regel mäßiger Unterricht durchzuführen ist. Soul- und Klaffenausflüge dürfen an diesen Tagen nicht unternommen werden. betrachten, und ich mußte es auch tun, obgleich mir vor mir graute, denn es gab sonst nichts, das ich betrachten konnte.... So versentte ich mich in mich. Und aus dem Grauen wurde langfam ein Staunen, und aus dem Staunen wurde ein Glück, denn ich erkannte allmählich, daß ich gar nicht tot war. Ich entdeckte das Leben meiner Seele, während ich früher nur das Leben meiner Triebe gekannt hatte, die, wenn auch von Gefühlen einer zarten und unbestimmten Sehnsucht um- Er schüttelte den Kopf. Du überschäßest die Zeit, weil meht, doch nur Triebe gewesen waren... Von dieser Stunde du sie nicht kennst. Ich hatte reichlich Gelegenheit, die Zeit an wurde ich wieder glücklich. Und es war tein Glück füßer verachten zu lernen. Was ist eine Stunde, ein Tag, was find Melancholie, sondern hatte eine sanfte, blaue Heiterfeit, jene hundert, was find tausend Tage? Sie können ein Nichts sein, Heiterkeit, die die Blumen haben dürfen, weil sie sich ihrer Seifenblasen, die zerplazen. Und ein Augenblic fann groß Triebe nicht bewußt sind. Es war die Heiterfeit der Unschuld, sein, fann sie in seiner Wirkung alle überragen. Allein auf die auch der schuldige Mensch wieder erlangen fann, wenn er den rechten Augenblid tommt es an. Und für den ist es nie über seine Schuld hinauswächst. Ich warf meine Schuld hin zu spät, glaub mir!" Ich nahm es mit mir, und es war das einzige, das ich ter mich und war ihrer ledig. Vor mir lag neues Land... hatte, als ich im Gefängnis mar. Und dort, in der grenzen- und von neuem dachte ich jetzt an die Stunde, die kommen losen Einsamkeit, blühte es auf. Aus der schwachen Pflanze. mußte, eines Tages gebieterisch und sicher, aber nun dachte die wir beide gepflegt hatten, wurde eine Bhume, die mir ich auf eine andere Art an sie als zuvor. Ich wollte dich wieder entgegenduftete... Reines deiner halben Worte hatte ich ver- finden. Und ich wollte dich auch besitzen, mein Herz schrie geffen, ich erinnerte mich jedes Blickes, jedes Händedrucks, noch nach dir, wenn es auch meine Triebe nicht mehr taten... jedes stummen und doch verstandenen Versprechens. Und aus Sie hat geirrt, dachte ich, und sie hat Zeit, das zu erkennen. alledem wob ich eine Welt zufammen, in der ich in Wirklichkeit Eines Tages wird sie es sehen. Eines Tages wird sie sehen, lebte. Du standest in dem Mittelpunkt dieser Welt. Ich daß sie mir etwas schuldig ist, und ihr Gewissen wird ihr feine lebte nicht allein, denn ich hatte dich. Du sprachst mit mir und Ruhe lassen, bevor sie sich nicht entschlossen hat, es mir zu tröstetest mich und sagtest zu mir: Warte. Sei geduldig und rückzugeben. Den Glauben an sie, den sie mir genommen hat, warte. Ueber jeden Tag neigt sich ein Abend, und aus jeder ist sie mir schuldig. Sie wird freiwillig fommen und mir Nacht blüht ein Morgen. Auch uns wird ein Morgen blühen. fagen: Du, du hast dich nicht getäuscht. Eine Zeitlang war Und einmal kommt die Stunde... So habe ich gewartet, Tag ich abwesend, war ich in der Fremde, in einer Wildnis, in der auf Tag, Woche auf Woche, Monat auf Monat, Jahr auf ich mich nicht zurechtfand, aber jetzt bin ich wieder daheim. Jahr, und es wurde mir gar nicht schwer, denn ich lebte in Ich bin wieder die alte, die du gekannt hast, aber ich bin es einem festen Glauben, der mich völlig einschloß, in den feines nicht blind, sondern bewußt. Verzeih mir meinen Jrrweg! der brutalen Geräusche hineindrang, die die Welt draußen er Ich gehöre wieder dir, mit meiner Seele wieder dir!" füllten. Ich sah, daß Glaubenkönnen alles ist. Und ich glaubte. Bis... bis ein Lon der Welt draußer doh fiert genug war, in meinen Glauben einzubringen, der plößlich erschreckt niederbrach und entsegt in sein verzerrtes Spiegelbild starrte... Da starb ich, der ich ein langsames, lautloses Sie griff nach seiner Hand, füßte fie, preßte ihre Lippen Auch für ihn war es nur ein Zufall gemesen. Aber er Leben geführt hatte, nun einen ebenso langsamen und laut- darauf und ließ fie auf ihnen liegen. war ein Mensch, der Zufällen eine mystische Bedeutung gab, Insen Tod Tag auf Tog, Woche auf Woche, Monat auf Go verharrten fie eine lange Zeit. und so hatte auch fie an diefe Bedeutung geglaubt, mit geMonat, Jahr auf Jahr. Mein Tod war endlos. Er war ein ,, Lucie," sagte er weich, jezt kann ich wieder an dich schlossenen Augen, hoffend, daß er recht haben möge, und war Leben, das feines war und das dennoch eines jein mußte... glauben." jeine Frau gemorden. Und doch wollte ich, ich wäre tot Bch hatte mun mur mich. Es war mir unbenommen, mich zu
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Er schwieg und sah sie an. Ihre Augen waren sehr groß geworden und hatten einen tiefen Glanz. Sie waren wie der Spiegel eines Wassers, das keinen Grund hat. Er sah ihre Seele in ihren Augen.
alles
Erzähle," sagte er und führte sie zur Ottomane ,,, es wird flar werden, wenn du sprichst.
Während er ihre Hände in den seinen hielt, wurde es ihr leicht, zu reden. Anfangs tasteten noch ihre Worte in einem Dunkel, sie ging durch ein Gestrüpp, das sie rizte und dessen weige ihr ins Gesicht schlugen, aber ihre Worte schoben die 3weige auseinander, schufen sich einen Pfad, der allmählich breiter wurde und der in einen freien Blak mündete, von dem aus ihr Auge einen flaren Blick über die Bergangenheit hatte. Sie beschrieb die Jahre, die sie gewandert war, von dem unbestimmten Wunsch getrieben, etwas zu suchen, über dessen Art fie fich feine Rechenschaft ablegen fonnte und das sie auch nicht gefunden hatte.
Müde war sie heimgekommen, müde und enttäuscht. Und es war vielleicht nur ein Zufall gewesen, daß sie zu dieser Zeit Reisner getroffen hatte. Dieser Mann hatte sie aufgehoben, vom Wege, an dessen Rand sie sich niedergelassen hatte, um auszuruhen.
( Forts. folgt.)