Kr. 49« ♦ ZS. �ahrgaag
2. Heilage öes Vorwärts
Sonnabenö, 2Z. Oktober 1921
Sie Gewerkschaften Ser Welt. Die Augustnummer der Internationalen Arbeits- r u n d s cf; a u, der Monatsschrift des Internationalen Arbeitsamts, enthält bemerkenswerte Zahlen, die die gewaltige Entwicklung der gewerkschaftlichen Organisationen seit 1913 anzeigen. Die Statistik ist durchaus vollständig und verläßlich. Jedoch ist darauf hinzuweisen, daß die Genauigkeit und Vollständigkeit der Angaben von Land zu Land verschieden ist, weshalb in einigen Fällen Schätzungen der Mitgliederzahlen der Gewerkschaften genügen mußten. Alle derartigen Schätzungen sind in der folgenden Tabelle besonders bezeichnet, welche die gesamte Mitglicdcrzahl der Ge- werkschaften in 30 Ländern für die Jahre 1913, 1919 und 1920 angibt.
Es ist bemerkenswert, daß im Jahre 1919 von den insgesamt 42 040 000 Mitgliedern 34 061 000 oder 80 v.H. auf europäische Länder entfallen. Won den 7 979 000 außereuropäischen Mitgliedern trafen 5 985 000 auf Nordamerika . Man kann auch eine stark ausgeprägte Häufung der Gewerkschaftsmitglieder in gewissen Län- dern beobachten: sechs Länder, nämlich Deutschland , Groß- britannicn, die Vereinigten Staaten von Amerika . Rußland, Frank- reich und Italien zählten im Jahre 1919 insgesamt nicht weniger als 33� Millionen gewerkschaftlich organisierte Arbeiter und Arbeite- rinnen, während es in den anderen 24 Ländern deren nur 8% Millionen gab. Die vier großen Industrieländer, Deutschland , Großbritannien , Vereinigte Staaten und Frankreich weisen zu- sammen 23 Millionen Mitglieder auf, das sind 6 6 v. f). der im Jahre 1919 gezählten Gewerkschaftsmitglieder aller Länder der Welt. _ Die christlichen GsVerksthaften 1020. Zm„Zentralblatt der christlichen Gewerkschaften" wird der Ge- schäftsbericht des Gesamtverband es der christlichen Gewerkschaften für da» Jahr 1920 veröffentlicht. In der ge- wissermaßen programmatischen Einleitung wird über die Ziel- r i ch t u n g der christlichen Gewerkschaften gesagt, daß das Ziel sei, die Neuordnung der Gesellschaft und der Wirtschaft des Volkes im christlichen Sinne, die Herbeiführung einer wirklichen Volksge- meinschaft, in der nicht der eine des anderen Ausbeuter ist, sondern alle miteinander und füreinander wirken. Im politischen Leben müsse die christliche Demokratie herrschen. Eine Demokratie, die sich nicht nur stützt auf den Mehrheitswillen des Volkes, sondern auch auf die Verantwortung vor Gott . An mehreren passenden und unpassenden Stellen wird noch neben dem lieben Gott besonders das Christentum zitiert, womit lediglich die Erfahrungstatsache aufs neue unterstrichen wird, daß die christlichen Gewerkschaften sich abhängig fühlen und abhängig sind vom Klerus und daß sie im Dienst d er klerikalen Zentrumspartet stehen. Nicht unerwähnt wollen wir lassen, daß in reuevoller Selbsterkenntnis zugegeben wird, daß sich in der Vergangenheit die Kampffront der christlichen Gewert- schaften im stärkeren Maße al» gegen den Kapitalismus gegenden Sozialismus gerichtet hat. Wie die freien Gewerkschaften haben auch die gesamten christ» lich-n Gewerkschaften im Berichtsjahre 1920 ihre Mitglieder» zahlen gesteigert, und zwar von 1 000 770 am Jahresschluß 1919 auf 1 105 894 am Jahresende 1920, was eine Steigerung von 105124 Mitgliedern bedeutet. Im gleichen Zeitraum steigerten die im Allgemeinen Deutschen Gewertschaftsbund vereinigten freien Gewerkschaften ihre Mitgliederzahlen von rund 7 800 000 auf 8 Millionen, also um 700 000. Angeblich sollen viele von denen,„die im Taumel der Revolutionszeit zu den sozial- demokratischen Organisationen gestoßen waren", sich auf sich selbst besonnen haben und zu den christlichen Gewerkschaften in der richtigen Erkenntnis gekommen sein, daß sie hier am richtigen Platz wären. Die Zunahme der freien Gewerkschaften, die siebenmal so groß ist als die der christlichen, zeigt, was es mit dieser Behauptung auf sich hat. Einige chrisllich« Verbände haben angesichts ihrer bisherigen Mitgllederzahl eine nennenswerte Mitgiiederzunohme zu verzeichnen. So haben die Banarbeite-r ihren Mitgliedarstand um rund 5000 vermehrt, die Bergarbeiter um 11 500. die Fabrikarbeiter um 23 000, die Holzarbeiter um 2300, die Landarbeiter um 19 000 und die Metallarbeiter um 9400. Vergab ist es gegangen mit den Verbänden der Heimarbeiterinnen, die 1800 Mitglieder verloren haben, die Hausange st eilten oer- loten 2900. Auch der grqphifche Verband, der Leder» arbeitet verband und der Württembergische Eisen» bahneroerband verzeichnen einen Mtiglieder v e r l u st. An Weiblichen hatten die Christen im Jahresdurchschnitt 214550 or» ganisiert. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschafts» b u n d hatte am Jahresschluß mehr als das achtfache, nämlich rund 1700 000 weibliche Mitglieder.
Hinsichllich der Beitragsregelung find die Christen den Spuren der freien Gewerkschaften gefolgt. Man hat diesen den Bor» zug gelassen und jetzt auch die Norm aufgestellt: Der wöchentliche Eewerkschaftsbeitrag soll der Höhe eines Stundenlohnes gleichkommen. Die Zahlen im Kassenbericht sind, wie es heißt, „ins Riesige angewachsen". Und doch wie klein nehmen sich die Zahlen aus gegenüber denen der freien Gewerkschaften. Die Gesamt- einnahmen der christlichen Gewerkschaften betrugen im Jahre 1020 84 815 200 M., ein Mehr gegenüber dem Vorjahre von 53 200 426 M. Die Gesamtausgaben betrugen 63 413 688 Mk., gegenüber dem Bor- jähr mehr 44 803 373 M. Der Vermögensbestand erhöhte sich gegen- über dem Vorjahre von 20 161 629 M. auf 42 413 350 M. Zum Ver- gleich wollen wir die entsprechenden Zahlen der im A l l g e m e i n e n Deutschen Gewertschaftsbund vereinigten Gewerkschaften folgen lassen. Deren Gesamteinnahmen betrugen 1920 747 Millionen Mark, die Gesamtausgaben 544 Millionen Mark und der Vermögens- bestand 268i4 Millionen Mark. Für Lohnkämpfe wendete die christliche Gewerkschaft 6 806 805 M. auf, für Arbeitslosenunter- stützung 1 955 857 M., die freien Gewerkschaften 108% Millionen Mark bzw. rund 54 Millionen Mark. In den Schlußbemerkungen zum Geschäftsbericht begibt man stch wieder auf das politische Gebiet.„Wer im Herzensgrunde für die Monarchie Sympathien hat, dem muß dennoch der kühle Ver- stand sagen, daß es eine höhere Aufgabe ist, ein OO-Mil- lionen-Volk vom Untergang zu retten, als eine Anzahl Fürsten , von denen sich doch wirklich keiner beklagen kann, daß es ihm schlecht gehe, wieder auf den Thron zu erheben" Im allgemeinen kann man diesen letzten Bemerkungen zustimmen. Allein ste stnd ein Zeichen dessen, daß die christlichen Gewerkschafts- führer dem Geist der neuen Zeit Rechnung tragen müssen, um ihre Gefolgschaft zu halten. Mit dem Zitieren des lieben Gottes und dem Schimpfen auf den materialistischen Sozialismus hält man heute auch die Massen nicht mehr bei der Stange.— u.
GftZtköm in DsutWanö. Das Arbeiterkürsoraeamt der Jüdischen Organisationen Deutsch- lande Hot eine aufschlußreiche Schrift über die Ostjuden in Deutsch - land herausgegeben: ihr ist folgendes zu entnehmen: Von jenen Hunderttaussnden von Ostjuden, mit denen die mon- archistischen Pogromhetzer krebsen gehen, ist gar keine Rede: ihre Zahl bewegt sich nur»m 60 000 herum, und zwar lebt ein Teil seit Jahrzehnten in Deutschland , ein anderer, etwa 30 000, ist von der Ludendorffschen Heeresleitung zur Munitionsherstellung aus dem besetzten Osten nach Deutschland vergfliMt worden— nicht selten zwangsweise—, und der Rest ist vor Pogromen und Heeresdienst aus Polen usw. geflüchtet. Das Arbeiterfürsorgcamt bemüht sich mit Erfolg, die proletarischen Ostjuden nicht dem deutschen öffentlichen Leben zur Last fallen zu lassen. Deutschland ist bei seiner dichten Vesiedelung niemals ein Einwandsrungsland für Ostjudcn gewesen: viele sind nach 5— 6 Monaten westwärts weitergezogen, und nach dem russisch-poliüsthen Friedensschluß hat auch die Rückwanderung wieder eingesetzt. Es besteht eine umfangreiche Hisss- und Fürsorgetätigkeit. Von den im Kriege eingewanderten oder hergebrachten oft- jüdischen Arbeitern wurden viele durch die Dcmobilmachungsver- ordnung arbeitslos. Heim konnten sie nicht— s o wurden sie Händler. .Der Bericht hebt hervor, daß z. B. im rheinisch-westfälischen Industriegebiet, das von dem Zwang zur Entlassung der Ausländer freigelassen blieb, das Verhältnis zwischen deutschen und ostjüdischen Arbeitern rein kollegial ist und die Gewerkschaften wiederholt für diese eingetreten sind, bis zu den Ministerien hinauf. Auch auf mecklenburgischen, pommerschen und anderen Landgütern sind oft- jüdische Arbeiter zu Zufriedenheit tätig, so daß sogar weitere ver- langt worden sind. Die ostjüdischcn Arbeiter sind nahezu vollzählig In den Gewerkschaften, ihre einzige deutsche Zeitung, die„Jüdische Arbeiterstimme" der sozialistischen Richtung„Pool« Zion", ist anti- kommunistisch. Der zionistischen Organisation ist nur ein Teil an- geschlossen, die„Hapoel Hazair" mit dem deutschen Organ„Die Arbeit". Daneben erscheinen mehrere Bkätter in der«stjüdischen, hebräische Lettern gebrauchenden Sprache, die bekanntlich zum großen Teil jenes Deutsch ist, das die Luden zur Zeit ihrer Vertreibung aus Deutschland nach Polen sprachen— also Mittelhochdeutsch, freilich mit vielen hebräischen und wohl auch etlichen polnischen Einsprengun- gen. Kulturvereine, Teehallen und Arbeiterküchen sind aus der Initiative der Masse selbst entstanden. Schwere Sorgen hat die Unterbringung ostjüdischer Frauen und Kinder den Hilfsorganisationen bereitet. Auch hier konnte manches erreicht werden. Das Flüchtlingsheim in Verlin, Wiesenstraße, ein Städtchen für sich, hat vom Oktober 1920 bis Mai 1021 nicht weniger als 80 039 durchwandernden Personen Unterkunft, Verpflegung, Bekleidung und Gelegenheit zur Säuberung gegeben. r. d. Ms öer Partei. Stellungnahme zum Parteitag. In zwei Versammlungen nahm die Kasseler Parleiorgcmisation zum Görlitzer Parteitag Stellung. Dem Bericht folgte eine stch über zwei Abende erstreckende lebhafte Aussprache. Die vom Vorstand eingebrachte Entschließung des Parteivorstandes wurde gegen etwa 50 Stimmen angenommen. Sie spricht die Er- Wartung aus, daß Parteivorstand, Reichstags- und Landtags- fraktionen alles tun, was zur Sicherung der Republik und zur Stär- lung des sozialdemokratischen Einflusses in der Republik möglich ist, vor allem aber auf eine schnelle Umbildung des Kabinetts Stegerwald hinarbeiten durch Beteiligung der Partei an der Regierung. Dabei ist an den Görlitzer Mindestforderungen unbe- dingt festzuhalten._ Ein chilenischer Sozialist. Der„Franks. Ztg." entnehmen wir
folgendes: Vor kurzem starb in Santiago Don Malaquias C o n ch a. der Begründer der chilenischen f o z i a l i st i s che n Partei, die heute schon zahlreiche Abgeordnete zählt und sich besonders in letzter Zeit kräftig zu regen beginnt. Lange Jahre hindurch war Don Malaquias der einzige Vertreter der Partei. Er durchzog das Land, leitete die Propaganda und gründete Ortsgruppen. Er war ein ungeheuer scharfsinniger und schlagfertiger Mann. Bezeichnend hierfür ist folgende kleine Geschichte, die sich wirklich ereignet hat. Don Malaquias hatte fein Kommen in einer Stadt angekündigt, um die Landarbeiter eine neue Ortsgruppe zu gründen. Die„Bourgeoisie" aber hatte sich � natürlich gegen ihn verschworen und, um seine Tätigkeit von vorn- herein zu vereiteln, hatte sie beschlossen, drei Esel am Bahnhof auf- zustellen, die ein Plakat auf dem Rücken trugen mit der Aufschrift: „Ich bin ein Sozialist." Don Malaquias stieg aus dem Zug und bemerkte sogleich die Esel vor dem Bahnhof, an dem sich eine große Menschenmenge angesammelt hatte, die ihn verspottete. Er ließ sich dadurch nicht beirren, sondern ergriff das Wort zu folgender kleinen Rcde:�„Auf meinen vielen Reifen durch das Land bin ich oft mit größeren Ehren empfangen worden, als es sich mit meiner Bescheidenheit vertrug. Aber nirgends wurde mir ein io guter Empfang bereitet wie hier. Denn nicht nur die Anhänger der Leh» ren, die ich vertündige, find gekommen, um müh zu Hegrühen, fon»
tungen noch übertroffen worden sind, denn die drei hervorragende sten Vertreter der Bourgeoisie sind gekommen, um mich zu empfane gen." Don Malaquias gewann sich mit diesen Worten alle Herzen in der Stadt.
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Wictfdyafi Die Preisverhandlungen im Eisenwirlschafksbund.. Den Arbeitnehmern im gemeinwirtschaftlichen Selbstverwal- tungskörper wird oft zum Vorwurf gemacht, daß sie sich auf den Produzenten st andpunkt stellen und darüber ihre Klassen- interessen als Arbeiter und die Rücksicht auf die Allgemeinheit ver- nachlässigen. Daß aber das nicht immer der Fall zu fein braucht. dafür lieferten die Verhandlungen über die Festsetzung der Eisen- preise im Eisenwirtschaftsbund am 19. Oktober ein treffen» des Beispiel. Der Eisenwirtschaftsbund wurde, wie erinnerlich, als gemein» wirtschaftlicher Selbstverwaltunzskörper gegründet mit der Aufgabe. die Versorgung der heimischen Industrie und der Verbraucher zu erträglichen Preisen sicherzustellen. Er verdankt seine Entstehung einer Zeit, wo ähnlich wie heute infolge der Verschlechterung der Valuta sämtliche Preise in die Höhe schnellten und wo durch den Ausverkauf Deutschlands der gesamte Inlandsmarkt von lebenswichtigen Waren entblößt wurde. Um dem auf dem Gebiete der Eisen- und Stahlindustrie, wo stch besondere Mißstände herausgebildet hatten, entgegenzuwirken, setzte man den Eisenwirtschaftsbund ein, der stch eine Außenhandelsstelle angliederte, Ausschüsse einsetzte und durch Höchstpreise den inländischen Markt regulierte. Aber nach wenigen Monaten bereits trat die Weltwirt- schaftskrise«in, von der unsere Schwerindustrie besonders schwer betroffen wurde, weil sie vorher in maßlosem Profiteifer die In- lands- an die Weltmarktpreise herangeführt hatte und nun, als sich die Valuta besserte und die Weltmarktpreise obendrein zurück- gingen, in ihrer Konkurrenzfähigkeit sehr geschwächt war. Der ftei« Markt sorgte nun von selbst für einen Preisrückgang und so konnte der Eisenwirtschaftsbund auf die Festsetzung von Höchstpreisen ver- zichten. Das hat sich wieder geändert, seit die Valuta in den letzten Wochen sich erneut verschlechterte. Wieder zogen die Eisenpreise stark an und aus dem Eisenmarkte machte sich das Schiebertum erneut breit. Infolgedessen sah man sich zu einer neuen Preisregelung genötigt. Der Eisenwirtschaftsbund Nahm in feiner Bollsitzung dazu Stellung. Während nun die Arbeitnehmeroertreter ge- schlössen für die Festsetzung von gesetzlichen Höchstpreisen eintraten, lehnten die Unternehmer sämtlicher Gruppen, also der Produzenten, Händler und Derbraucher eine solche Bindung ab. Unter denjenigen Unternehmervertretern, die auf Höchstpreise verzichten zu können glaubten, befand sich auch ausfallenderweise der Vertreter des Eisenbahnzentralamts, der offenbar der Meinung ist, daß das Defizit der Reichseisenbahnen einer Erhöhung bedarf. So kam der Antrag der Arbeitnehmer zu Fall. Die Unter- nehmer verlangten nun die Einsetzung eines Arbeitsausschusses, der Richtlinien für die Sicherstellung des Jnlandbedarfs und für die Lieferungsbedingungen aufstellte. Die Arbeitnehmer wurden freund- lich eingeladen, dabei mitzuwirken, das ihnen zustehende Stimm- recht wurde ihnen jedoch abgestritten. Sie lehnten desyatb" eine Teilnahme ab. Es kam dann zu Abreden zwischen den einzelnen Unternehmcrgruppen. Als Richtpreise(nicht Höchstpreise!) wurden folgende festgesetzt: 1. Rohblöcke 2435 M.. 2. Vorblöcke 2655 M.. 3. Knüppel 2725" Mark, 4. Platinen 2790 M., 5. Formeisen 8150 M., 6. Fluß- und Stahleisen 8200 M., 7. Universaleisen 3500 M., 8. Vlankeisen 3585 Mark, 9. Walzdraht 3500 M., 10. Grobbleche 5 Millimeter und dar- über 3500 M.. 11. Mittelbleche 3 bis unter 6 Millimeter 4300 M.. 12. Feinbleche 1 bis unter 3 Millimeter 4400 M., 13. Feinbleche unter 1 Millimeter 4450 M. Die vorgenannten Preise sind Grundpreise für 1000 Kilo- gramm und für Lieferung in Thomashandelsgüte. Der Aufpreis auf Lieferungen in Siemens-Martin-Handelsgüte wurde auf 50 M. für 1000 Kilogramm festgesetzt. Der Handelszuschlag beträgt 4 Praz. im Werkgeschäft und 20 Proz. im Lagergeschäft. Dir bis- herigen Ueberpreislisten treten wieder in Kraft. Es versteht stch von selbst, daß diese Preise wieder recht statt- liche Gewinnmöglichkeiten lassen: belastet werden durch sie nicht nur die letzten Verbraucher, sondern insbesondere auch die klein- gewerblichen E i s e n v er b r a u ch e r, die bei dem hohen Handels- Zuschlag ganz unberechtigt hohe Preise zu zahlen haben. Der Streitfall ist damit noch nicht erledigt. Die Arbeitnehmer gedenken vielmehr gegen dieses rücksichtslose Vorgehen der Unter- nehmer bei den zuständigen Stellen Einspruch zu erheben. Es ist bedauerlich, daß hier ein Gemeinwirtschaftskörper einer solchen B e- lastungsprobe ausgesetzt ist. Es ist aber Pflicht der Arbeit- nehmer, gegen die Preistreibereien der Unternehmer zu wirken und die Interessen der Allgemeinheit wahrzunehmen. Der Bericht des Eisenwtrtfchaftsbundes über diese Verhand- lungen, der von MTB. verbreitet wurde, weiß von diesen scharfen Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern natürlich nichts. Um so notwendiger ist es, zu betonen, daß die im Eisenwirtschaftsbund vertretene gewerkschaftlich organisierte A r- b e i t e r s ch a f t mit diesen Machenschaften nichts zu tun hat und daß es nicht ihre Schuld ist, wenn den Verbrauchern das Eisen verteuert, den Unternehmern und Händlern aber über» mäßige Gewinne zugeschanzt werden. ZNarknokierungcn vom 21. Oktober 1921. (Die Ziffern in Klammern bedeuten den Kurs vom Tage vorher.) Kopenhagen 3,55(3,45): Stockholm 2,80(2,80); Christian ia 5,25(5,00); Zürich 3,45(3,40); Amsterdam 186%(189%); Paris 87/,(9%); London —(527%): New York 0,60(0,66%): Wien 2197(-,-): Prag 60%'(-,-). Die weitere Erholung der Mark geht aus folgenden amtlich er- mittelten Kursen hervor: 1 Dollar kostete 155,34 gegen vorgestern 157,84 M.. 100 holländische Gulden 6204,75 gegen 5344,65 M.. 1 Pfund Sterling 615,35 gegen 616,35 M., 100 Schweizer Franken 2857,10 gegen 2867,10 M.. Der französische Franken wurde um einige Mark höher, nämlich mit 1137,85 gegen 1123,85 M. für 100 Frank bewertet. Die gestrige Besserung der Mark hält sich demnach in engen Grenzen. � ver vörsenoerkehr bleibt infolge des großen Andrangs weiter beschränkt. In der Woche vom 24. bis 29. Oktober 1921 finden Börsenversammlungen der Abteilung Wertpapierbörse statt am Montag, den 24. Oktober, Mittwoch, den 26. Oktober, Frei- tag, den 28. Oktober d. I. Davon sind Montag und Freitag Voll- börsen. Am Mittwoch, den 26. Oktober d. I., werden nur für die zur fortlaufenden Notierung der tatsächlichen Umsätze zugelassenen Wertpapiere Kurse festgesetzt. Der Außenhandel der Dereinigten Staaten Im September er- fuhr nach Stattstiken de» amerikanischen Handelsdepartement» dem Werte nach erneut einen Rückgang. Die September ausfuhr hatte einen Wert von 325 000000 Dollar: das sind noch 5 000 000 Dollar weniger als im Juli, wo die Ausfuhr den bisher niedrigsten Stand des Jahres erreicht hatte, 46 000 000 Dollar weniger als im August und 279 500 000 Dollar weniger als September 1920. Der Wert der Einfuhr im September wird mit 180 000 000 Dollar angegeben: das sind 14 000 000 Dollar weniger als im August 2 000 000 Dollar mehr als im Juli und 182 000 000 Dollar wenige» als im August, ZW000V Dollar mehr als im Juli und 183 000000 iDtnidtr 410*101€fplftnfrtr