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Gewerkschaftsbewegung

Das schlechte Gewissen der Gastwirte.

Im Bertrauen auf die Gleichgültigkeit des Publikums und die wirkung ihrer Terrorismusmache treiben die Scharfmacher im Gastwirtsgewerbe ihr von vornherein fehr gewagtes Spiel au weit. Die geftrige Versammlung im 300 lehnte es ab, die Schlichtung des Konflikts einem Schiedsgericht mit drei Unparteiischen zu überlassen, dessen Spruch nur mit Dreiviertelmehrheit gelten sollte. General direktor Bartuschek machte den Wiz, es könnte da, wie bei dem Spruch über das Schicksal Oberschlesiens , ein Chinese" mitwirken, womit er stürmische Heiterfeit erzielte. Die Streifbrecher und die Unternehmer feien mit der Einführung des Prozentsystems zu frieden. Die Behauptung aber, daß auch das Bublitum, dem dieses System einfach aufgezwungen werden soll und das damit außer mit den bereits erhöhten Preisen auch noch obendrein mit den ganzen Lohnunkosten der Unternehmer belastet wird, damit durchaus einverstanden fei, wird nachzuprüfen fein. Den Herren liegt natür­lich jede starre Unnachgiebigfeit fern; sie behaupten fogar, auch jede Heßtätigkeit liege ihnen fern, wovon bisher nur wenig zu merken war. Wenn die Herrschaften ihren Borstand beauftragten, mit den Streikenden und den von ihnen Ausgesperrten! direkt und unter Zugrundelegung des Prozentsystems zu verhandeln, so ist das Spiegelfechterei, weil sie im voraus genau wiffen, daß von Verhandlungen auf Grund ihres Diktats, den Angestellten die Löhne zu entziehen und sie dafür auf Prozenté der Gäfte anzuweisen, feine Rede fein kann.

nur

-

Der Syndifus Rechtsanwalt Hampe auch ein Fachmann! vertrat vor dem Einigungsamt diesen Standpunkt, und als ihm auf feine Behauptungen hin von einem Arbeitnehmervertreter gefagt wurde, sie seien unwahr, hatten die Arbeitgeber einen Grund ge­funden, um auf die herausgeferderte Aeußerung hin als die Be­leidigten die Berhandlungen abzubrechen, die teine mehr fein

fcnnten.

Die Berliner Arbeiter- und Angestelltenschaft wird die Antwort darauf geben.

Betriebsräteschule!

Im Laufe diefer Woche geginnen folgende heiden Lehrgänge: Donnerstag, den 3. November. nachm. Uhr, im Sophien- Lyzeum, Weinmeisterfir. 16/17, Gefangiaal:

fohntarifes wird auf 120 Broz. erhöht. Attordarbeiter und-arbeite­rinnen, die nicht nach diesem Alfordtarif entlohnt werden, erhalten obige Zulagen als feste Säße.

Lohnbewegung der Tapezierer und Sattler.

Mit der Lohnbewegung beschäftigte sich eine übervolle Mit­gliederversammlung der Tapezierer und Sattler am Sonntag in Böfers Festfälen. Müller berichtete: Es fanden erst direkte Berhandlungen mit den Arbeitgebern über folgende Forderungen statt. Ein Auffchlag von 2,50 M. pro Stunde auf alle bestehenden Löhne für alle im Beruf beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, für Affordarbeit ein Zuschlag von 35 Broz., als Werkzeugentschä digung& Proz. des Lohnes, rückwirkend ab 1. Oftober. Die Ver­handlungen führten zu feinem Ergebnis, da die Arbeitgeber zu geringe Gegenangebote machten. Die Arbeitgeber haben nun den Schlichtungsausfchuß angerufen, der am Mon­tag, den 31. Oktober, entscheidet.

Groß- Berliner Parteinachrichten.

Wahlkreis 3( Wedding ). Die Fraktionsfigung der Bezirksverordneten findet nicht heute, sondern Donnerstag um 6 Uhr im Lebigenheim statt.

Heute, Montag, den 31. Oktober:

Buttbufer Str. 3/6. Neue Teilnehmer tönnen sich heute noch anmelden. Hör. gebühren für bie gesamte Arbeitsgemeinschaft 10 M

Sungfozialisten. Arbeitsgemeinschaft über Volkswirtschaft. 7 Uhr Gemeindeschute

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Frauenveranstaltungen heute abend:

101. Abt. , Treptow : 7 Uhr bei Jaeckel, Bouchéste. 85, Ede Riefholzstr. Thema: Die Frauenarbeit im Landtag." Referentin: Frau Luise Kähler, M. d. 2. 137. Abt. , Reinickendorf- West: 72 Uhr in der 5. Gemeindeschule Augufte Bittoria- Allee 37. Thema: Die Wohlfahrtstagung in Görlig. Referentin: Frau Beide.

6

Nach der Diskussion wurde in einer Entschließung der Lohn­fommission Vertrauen ausgefprochen und den Beschlüssen der Berantw. für den rebatt. Teil: Dr. Berner Beifer, Charlottenburg ; für An Lohnkommission und der Vertrauensleute zugestimmt, daß überall zeigen: Th. Glocke, Berlin . Verlag Borwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin . Druck: dort, wo am 1. Movember die Forderungen nicht bewilligt werden, Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin , Lindenstr. 3. in den Streit zu treten ist. Die Anrufung des Schlichtungs­ausschusses durch die Arbeitgeber ändert daran nichts, wenn nicht Gewinn- Auszug der Schlichtungsausschuß einen Spruch fällt, der den Forderungen gerecht wird.

ber

Heute abend wird eine neue Berfammlung um 7 Uhr in der 18. Preuß.Südb.( 244. Preuß.) Klassen- Lotterie Neuen Philharmonie", Köpenicker Straße , zu dem zu erwarten. den Schiedsspruch Stellung nehmen. Streit oder nicht ist jetzt die Frage.

Berbindlich erklärter Tarifvertrag für Kellerarbeiter. Auf Ber­fügung des Reichsarbeitsministeriums ist unter dem 20. Oftober 1921 gemäß der Berordnung nach§ 2 vom 23. Dez. 1918 mit dem Are beitgeberverband der Getränkeindustrien und verwandter Gewerbe von Groß- Berlin E. V. und dem Deutschen Transportarbeiterverband am 23. Aug. 1921 getroffene Lohnabkommen für die Weingroßhand­lungen sowie Biförbetriebe für den Geltungsbereich der neuen Stadt­gemeinde Berlin für allgemein verbindlich erklärt worden. Die allgemeine Berbindlichkeit beginnt mit Wirkung vom 1. September 1921. Reg. Nr. 917/30. IV. D.

Tarifverträge sind im Bureau des Deutschen Transportarbeiter. perbandes, Engelufer 24/25, Simmer 38, gegen Borzeigung des Mit­gliedsbuches zu haben. Arbeiter und Arbeiterinnen, welche den ta­rifmäßigen Lohn nicht erhalten, wollen sich daselbst melden.

5. Klaffe. 14. Ziehungstag. 29. Oftober 1921. Auf jede gezogene Nummer find givel gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II

Ohne Gewähr.

Nachdrud verboten. In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 490 Mart gezogen 4 zu 10000 M 72661 128086 16 zu 5000 M 47870 52282 74381 125231 135281 176730 260764 273584

136 zu 3000 M 2911 33106 34319 84532 87115 88720 40238 48431 54195 61707 73407 78947 82681 84697 85878 91204 91463 100509 102066 107753 108371 110126 111922 115063 117752 120264 130850 132068 136859 144206 150582 151216 154311 161502 161872 165401 165879 173505 174784 181463 183920 184691 186995 189474 194235 200659 201250 202712 203316 212116 216640 223164 224255 229133 281893 233888 247455 25262 252838 256595 280940 266568 269042 273805 274204 275507 295113 297497

358 zu 1000 M 1140 3117 4287 4782 5500 7987 18844 19849 21282 21834 24638 25801 29012 32398 32861 33671 34300 36343 88426 44103 46618 52084 57126 62693 63147 63737 63796 66401 67581 69332 69538 70969 72754 74151 78832 79818 80055 80381 82370 84804 85859 86352 90816 91430 93087 93139 94470 95870 96475 97892 99071 99815 100591 101330 102279 103712 10523 107155 110151 110787 112403 114266 116368 116660 116860 117383 119271 120989 123602 123851 124304 127538 133448 185051 135548 136874 187527 137796 139107 139648 142879 146549 147078 147225 148066 148116 150382 150528 152886 153118 155396 156761 15677 15724 158602 162147 163351 163983 171791 174533 177795 179307 179405 179450 179689 181873 184506 184920 185966 188545 189089 196145 196331 196528 198198 199002 199091 200747 202462 203170 205020 206552 206763 20939 210068 210387 211186 215816 216983 219263 220066 221789 226103 229975 231721 283071 234110 236676 238205 238438 241480 244056 248719 252874 255087 259394 260035 260087 284672 271247 272122 273905 275529 279212 279481 280486 281187 282031 283323 285934 288071 287827 387907 290648 291498 291916 293070 293090 294655 297265 298767 299389 299774 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 490 Mart gezogen: 2 zu 30000 M 161845 2 zu 15000 M 140055 16 zu

Sur Lohnbewegung in den Copenider Dampfwäschereien nahm eine gut besuchte Versammlung Stellung, in der Gla mitteilte, Arbeitswissenschaftliche Besprechungen( mit daß der Spruch des Schlichtungsausschusses, wonach die Wäschereien die Berliner Lohnfäze minus 8 Proz. zahlen müffen, einer Führung durch das städtische Berufsamt, 164071 185533 167987 169694 169782 170855 nur von drei Firmen anerkannt wurde. Kayser vom Transport­mit Vorführung von Lichtbildern und Prüfungsarbeiterverband erstattete Bericht über die Verhandlungen und das apparaten.)" Resultat. In der Diskussion lehnten es sämtliche Redner ab, Freitag, den 4. November, nachm, 5 Uhr, städtische Höhere unter den Berliner Lohnfäßen zu arbeiten. Es gelangte eine Re­Fachschule für Tegtil- und Bekleidungsindustrie, Warschauer Blat 6, 8. folution zur Annahme, welche die Organisationen beauftragt, von 3immer 117. den Arbeitgebern die Anerkennung der Berliner Lohnfäße zu fordern. Buchhaltung und Bilanz als Rontrollmittel Die Antwort müsse bis spätestens 1. November im Befiße der Dr­( für hörer mit Borkenntnisien, insbesondere ganisationen sein. Die Arbeitnehmer verpflichten sich. mit allen für Technifer und taufmännische Angestellte.)" ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für ihre Forderung ein­zutreten.

Teilnehmerfarten sind im Bureau der Freigemerffchaftlichen Betriebsrätezentrale, Engelufer 24,25, 2. of I. zum Preise von 6 M. erhältlich( Arbeitslose unentgeltlich). Ferner fönnen die 286429 Die Zahl der englischen Arbeitslosen hat in der letzten Woche Kollegen die Hörerbeiträge auch bei dem in der ersten Stunde zu gegenüber der Vorwoche eine Zunahme von 400000 er­wählenden Kursvertrauensmann entrichten. fahren.

Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale, Betriebsräteschule.

Der Streit in Nordfrankreich noch nicht beendet. Entgegen allen früheren Meldungen der Bresse, daß der Streif in Nordfrankreich be= endet sei, meldet humanité", daß der Streit vielfach meitergeführt wird. In Roubair, wo allerdings ein großer Teil der Arbeiter die Arbeit wieder aufgenommen hat, stehen nur noch die Spinnerei arbeiter und die Wollarbeiter im Streit. In Turcoing dauert der Streit noch vollständig fort. In Halluin haben die Streifenden nach zehnmöchigem Kampf die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem ihnen die Beibehaltung der Teuerungszulage von 45 Centimes für die Stunde zugefagt worden war.

Ein neues Lehnabkommen für die Buchbinderbranche wurde nach dreitägigen Berhandlungen am 30. Oftober in Weimar abgeschlossen. Das Abkommen sieht für die 1. Ortstlaffe neue Stundenlohnzuschläge vor in Höhe pen 1,10 m. für das 1. bis 4. Gehilfenjahr und von 1,50 M. für die Zeit nach dem 4. Gehilfen jahr für ledige Arbeiter. Berheiratete Gehilfen erhalten in allen Altersklassen 1,75 M. Zulage. Arbeiterinnen unter 16 Jahren erhalten pro Stunde 0,60 m. Borgeübte 2rbeis terinnen über 16 Jahre erhalten im 1. Halbjahr 0,60 m, im 2. Halbjahr 0,80 m. Geübte Arbeiterinnen über 16 Jahre fekten Verhandlungen statt, in denen entschieden werden wird, ob In der Mailänder Metallindustrie finden heute vor dem Prä­erhalten in allen Altersstufen 1.- M. pro Stunde. Diese Zulagen merden auf die seitherigen Löhne gezahlt, und zwar ab erster voller es zum Streit der Metallarbeiter von Mailand und Umgebung Lohnwoche im November. Ende November follen neue Ber- fommt. Das Aktionskomitee der Metallarbeiter hat alle Lokal­handlungen stattfinden, um die dann gegebene Lage zu überfettionen aufgefordert, in Permanenz zu bleiben und für alle Mög prüfen. Mit der neuen Zulage werden in der 1. Ortsklasse Spizen­lichkeiten Vorsorge zu treffen. löhne erreicht von 7,95 M. für ledige Gehilfen, von 8,50 M. für verheiratete Gehilfen und 4,95 m für Arbeiterinnen. Der seitherige Zuschlag von 90 Proz. auf die Akkordgrundlöhne des Reichsafford

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