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100000 Mark Belohnung!

In Berliner Läden tauchen neuerdings Fälschungen von Reichardt- Schokoladen auf; bis jetzt sind solche der beiden besten Marken Blaukreuz und Schwertschlag" festgestellt. Schwarzkünstler, wie sie sonst Geldscheine fälschten, verfallen auf den jetzt weit lohnenderen Gedanken, die Umhüllungen von Reichardt- Marken nachzudrucken in der richtigen Erkenntnis, daß sie die Reichardt- Schokoladen selbst nicht nachzuahmen vermögen. Ihnen kommt der Umstand zu statten, daß wir troß Tag­und Nachtbetrieb nicht soviel liefern können, wie verlangt wird. Geschädigt werden zunächst die deutschen Verbraucher, und dies leider in einem Grade, der alle Vorstellungen übersteigt. Daher setzen wir

für die Ermittelung der Fälscher

die obige Belohnung aus. Denn die Qualitäten dieser Denn die Qualitäten dieser Fälschungen sind der größte Schund, wie ihn nur Winkelfabriken fertig bekommen. Die Schokoladenmasse besteht aus schlechtestem Material, die Verarbeitung ist eine ganz oberflächliche, sodaß die Tafeln oft Löcher wie Schweizerfäse aufweisen. Der Geschmack ist überwiegend muffig. Statt Vollmilch- ift Magermilch- Pulver verwendet worden. Nachstehend die äußerlichen Unterscheidungsmerkmale der Fälschungen

von Reichardt- Schokolade.

Die echte Blaukreuz und Schwertschlag

hat eine Tafelgröße von 155X90 mm.

Bei den echten Tafeln haben die Worte, Blaukreuz" und ,, Schwertschlag" auf den kurzen Ranten ihren Platz gefunden.

Die echte hat 30 Teile, und zwar fühlt man deutlich durch das Papier 6 in der Länge und 5 in der Breite.

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Die Färbung des Einschlagpapiers ist bei der echten Blaukreuz" stets weiß mit einem gelblichen Ton, bei der echten ,, Schwertschlag" stets weiß mit bläulichem Ton,

Der blaue Aufdruck der Vorderseite ist bei Reichardt- Blaukreuz in einem völlig fatten Blau gehalten,

Der violette Druck ist bei der echten Schwertschlag" dunkel und kräftig, Der Bronzedruck ist bei der echten Blaukreuz rotgold und dick aufgetragen, was besonders im Namenszuge Reichardt auffällt.

Der Namenszug Reichardt ist auf allen Tafeln, welche auf der schmalen Rückseite zugeklebt sind, geprägt. Die echte Blaukreuz ohne Prägung ift Maschinenpackung und daher sind nicht die schmalen Seiten, sondern die breiten Längsseiten zugeklebt.

Die Fälschungen

sind etwa 165 X 85 mm groß.

Bei den falschen Tafeln sind diese Worte entweder nach links oder nach rechts auf die breite Oberfläche verschoben.

Bei der falschen fühlt man entweder 24 oder 50 Teile, und zwar in der Länge 8 oder, 10, in der Breite 3 oder 5 Teile.

bei der Blaukreuz- Fälschung meist weiß mit einem bläulichen Ton, bei der Schwertschlag- Fälschung meist weiß mit schwach gelblicher Tönung.

bei der Blaukreuz- Fälschung in einem gesprenkelten Blau.

bei der Fälschung dagegen blaß und gesprenkelt.

Der Bronzeaufdruck der Fälschung erscheint gelbgold und läßt sich leicht abwischen.

Bei den Fälschungen fehlt jegliche Hochprägung, und bei allen Tafeln sind nur die schmalen Seiten zugeklebt.

Man achte also zunächst darauf, ob man eine an der schmalen Seite zugeklebte Tafel mit oder ohne Prägung erhält. Die geprägte ist echt, die ungeprägte falsch.

Im Kreuzring der echten Blaukreuz- Schokolade stoßen bei dem Worte Reichardt die Buchstaben HARD" am Fuße zusammen.

Bei der echten Schwertschlag sind die in Gold ausgeführten Umrisse und Schattenlinien des Ambosses stark gewellt.

Bei der echten Schwertschlag- Packung umfaßt der Schwertgriff nur die oberste Linie des Schwertes.

Die Rückseite der echten Reichardt- Packung hat enge, kleine Schrift, das Verzeichnis der Verkaufsabteilungen ist infolgedessen mit Ueberschrift nur 4 cm hoch und äußerst 104 cm breit.

Das Gewicht der echten Tafeln hält sich ziemlich gleichmäßig zwischen 98 und 102 Gramm.

Die nackten Tafeln zeigen, daß in jedem Teilchen der echten Schokolade das Wort ,, Reichardt" oder Golf" eingeprägt ist.

Bei der Fälschung stehen diese Buchstaben einzeln für sich.

Bei der Fälschung sind sie ruhiger gezogen und fast gerade. Bei der Fälschung führt der Schwertgriff bis zur Mittellinie des Schwertes.

Die Rückseite der Fälschungen besteht aus größerer Schrift, daher ist das Verzeichnis der Verkaufsabteilungen mit leberschrift reichlich 5 cm hoch und äußerst 12 cm breit.

Die Gewichte der gefälschten Tafeln schwanken zwischen 88 und 112 Gramm.

Auf den gefälschten Tafeln fehlt jegliche Inschrift.

Als Herstellungsmonat ist bei den bis jetzt vorgefundenen Fälschungen auf der Rückseite durchweg angegeben: Bei Blaufreuz" Juli/ August, bei Schwertschlag" September/ Oktober 1921.

Das einfachste Mittel gegen die Fälschungen ist, nur in soliden Geschäften zu kaufen, die an unseren bekannten Schildern mit dem Namenszuge Reichardt" kenntlich sind. In solchen Geschäften sind Fälschungen bisher nicht aufgetaucht, sondern nur bei Geschäftsleuten, deren Belieferung wir ablehnen mußten, weil sie uns nicht die Gewähr für hinreichend sorgsame Pflege von Edelfabrikaten bieten. Die Wiederverkäufer sind vollständig gesichert, wenn sie nicht von irgend welchen, plößlich aus dem Dunkel auftauchenden unbekannten Grossisten, sondern von unseren altbekannten Bezirks­vertretern beziehen. In unseren eigenen Filialen läuft man natürlich nicht die geringste Gefahr, Fälschungen zu erhalten. Obige Belohnung wird ausgesetzt für diejenigen Personen, welche den Drucker der falschen Etiketts, den Fabrikanten der Schokolade und die Unternehmer des Ganzen, die den Großvertrieb ins Wert gesezt haben, als erste so nachweisen, daß deren gerichtliche Bestrafung erfolgen kann. Teilermittlungen werden von einem Notar unter Kontrolle der Kakaowirtschaftsstelle bewertet. Alle Meldungen erbitten wir an die Detektei Nabert, Berlin , Potsdamer Str . 141, Fernsprecher Nollendorf 875, oder deren Zweigbureau Hamburg , Große Bäckerstr. 12, Fernsprecher Vulkan 766.

Kakao- Kompagnie Theodor Reichardt

Deutschlands größics Kakaowerk, Wandsbek- Hamburg