Gewerkschaftsbewegung
Boutechniker und Wiederaufbau.
In einer Bersammlung der Fachgruppe Baugewerbe des Bun des der technischen Angestellten und Beamten am 20. Januar sprach Architekt Kaufmann, ein Mitglied der vom ADGB . und AfA Bund eingelegten Kommission zur Förderung des Wiederaufbaues Der zerstörten Gebiete Nordfrankreichs, über die Berhandlungen in Baris und rantfurt a. M., fowie über die Eindrücke, die bie deutsche Delegation in Paris und in den zerstörten Gebieten emp. fangen habe. Aus den Ausführungen ging hervor, daß fowohl bei ben deutschen wie bei den französischen Arbeitern und Technifern bis hinauf in die Kreise der führenden Techniferschaft der ernste Wille vorhanden ist, eine
Bolitik der Berständigung und Versöhnung zu treiben, die im gemeinsamen Wiederaufbau der zerstörten Gebiete ihren praktischen Niederschlag finden soll. Es war ein düsteres Bild, das Raufmann von den Kriegszerstörungen in Nordfrankreich den Anwesenden vor Augen führte. Das Clend der in Bellblechbaraden, primitiven Bretterhäusern und dumpfen Keller lofalen haufenden Menschen die aber trotzdem zähe an ihrer Scholle tleben, sei unbeschreiblich und fordere das rein menschliche Soli baritätsgefühl der Deutschen diesen unglüdlichen, vom Kriege be fonders hart betroffenen Bewohnern gegenüber geradezu heraus. Die Schuld, daß beim Wiederaufbau nicht mehr geschchen ist und son den mehr als 600 000 teils gänzlich zerstörten, teils bis zur Un bemohnbarkeit beschädigten Häusern
fo gut wie nichts wiederhergestellt murde, liegt aber ausschließlich bei den Großfapitalisten und deren Anwälten. Kaufmann schilderte sehr eindringlich die schwierigen Berhandlungen der deutschen und französischen Arbeiterführer feit der Zeit des Friedensschluffes bis heute und erbrachte den Nachweis bafiir, daß das arbeitende Volt in Frankreich fich immer mehr vom Haßgedanken abwendet und einen wahren Friedenszustand herbeijehnt. Unter der Regierung Poincaré werde freilich die Berwendung freier deutscher Arbeitsträfte faum zu erwarten sein. Dann aber wird sich
die Bewegung der Geschädigten nur noch energifcher gestalten und fich durchflegen. Der Umfthwung Der öffentlichen Meinung in Frankreich gegen früher sei unverkenn bar, weshalb auch die Frankfurter deutsch - französische Konferenz sich durch die Maßnahmen der Chauvinisten und Friedensfeinde nicht abhalten laffe ihre Arbeiten fortzulegen. Diese werden soweit gefördert, daß, fobald die Voraussetzungen in Frankreich dafür gegeben And, fofort mit der praktischen Aufbauarbeit begonnen werden kann. Es sei ein erfreuliches Reichen der wachsenden Erkenntnis der
Nowendigkeit eines friedlichen Zusammenwirtens beider Böller, daß nunmehr nicht nur in den Gebieten der wiederholt genannten 11 Dörfer, fondern auch an anderen Stellen der langen Front die Frage der Beteiligung deutscher Arbeitskräfte von den Geschädigten leidenschaftlich erörtert wird. So habe u. a. auch ein Bertreter des Gebietes am Chemin des Dames in Frankfurt zum Ausbruck gebracht baß auch in der dortigen Gegend die Deutschen cis Helfer willkommen geheißen würden. In Frankreich führen
ble Conisbération générale du Travaille und die Ustica , die gemertschaftlichen Organisationen der Hand- und Ropfarbeiter, im engsten Busammenwirten mit dem Aktions. fomité ber Sin: ftrés einen scharfen Kampf gegen die herrichenden Gewalten, der auf die Dauer nicht erfolglos bleiben tann. Mit einem Ausblick auf die düster vor uns liegende Zukunft und einem Appell an die internationale Solidarität aller Böller, bei der die deutschen Technifer ganz gewiß nicht zurückstehen, schloß Kauf mann feine 1½stündigen mit großem Beifall aufgenommenen Aus führungen.
Es ist beabsichtigt, diefe Frage demnächst noch vor einem größeren Kreis der Berliner Funktionäre der Technikerorganisation au erörtern.
Zulagen für Zeitungsansträgerinnen.
tagsmorgenaustragen sowie die Entfernungsgelderzuschläge in den Bororttouren.
Einem Antrag, um das Interesse für wirtschaftliche und fozial politische Dinge in Jugendfreifen mehr zu weden, öffentliche Ber fammlungen zu veranstalten, wird zugestimmt.
Mit der Zeitungszentrale( 3. 3.) A.-G. wurde vereinbart, daß pro Eremplar und Monat gezahlt wird bei einmaligem Austragen 2 m., bei zweimaligem Austragen 4 M. unter Drohender Teglilarbeiterstreit in M.- Gladbach. Nachdem der Fortfall der Teuerungszulage. Für das Inkasso der Abonnementsbeträge 20 m. pro Monat und Tour extra. Die Ertraent-- Gladbach noch verhindert werden fonnte, steht, wie die Deutiche zum 1. Januar drohende große Ausstand der Textilarbeiter in schädigung für das Sonntagsmorgenaustragen von 8 m. bleibt be stonfettion" meldet, für den 1. Februar eine neue Arbeiteniederlegung fehen sowie die Entfernungsgelderzuschläge in den Bororttouren. bevor. Die Gewerkschaften der Textilarbeiter haben für diesen Beit Für die Zeitungsausträgerinnen der Berlagsgenossenschaft Frei punti wiederum ihre Kündigung eingereicht, wenn ihnen nicht weient heit wird am 1. Januar 1922 für zweimaliges Austragen pro liche 3ugeständnisse bezüglich Löhne und Arbeits Eremplar und Monat 4 Mt. fowie 20 Pf. Raffiergeld pro EremSie fordern eine Heraufiegung der tarifs plar und Monat gezahlt. geit gemacht werden. Die Sonntagsertraentschädigung von mäßigen Alford- und Zeitlobnfäge um 15 Bioz.; eine Herablegung 8 m. bleibt bestehen sowie die Entfernungsgelderzuschläge. der Wochenarbeitszeit bon 48 auf 46 Stunden und sechs Arbeitss tage als Ferien anstatt vier Tage.
Ende des Uhrenarbeiterstreifs. Die in Donaueschingen unter Mitwirtung der württembergischen und badischen Regierung ge führten Verhandlungen haben zu einer Beendigung des Schwarz wälder Uhrenarbeiterstreits geführt. Ein großer Teil der Betriebe hat bereits die Arbeit wieder aufgenommen.
Konflikt in der Lederwarenindustrie Berlins ? In einer am Sonntag ftattgefundenen Bersammlung bei Boeker berichtete der Vorfizende A. Blume über die Reichstarifverhand lungen in Eisenach . Diefe Verbandlungen find gescheitert, da die Unternehmer nicht gewillt waren, die bisherigen Löhne au er höhen. Sie beantragten, Mitte Februar wieder zusammenzutreten. Zentralverband der Zimmerer Deutschlands . Nachdem der Die Arbeitervertreter lehnten eine Vertagung ab und fennzeichneten Streit am 11. Januar beigelegt ist, machen wir darauf aufmertiam, das Verhalten des Unparteiitchen, der fich auf die Seite der Unter- daß nach dem 27. d. M. Auszahlung von Streifgeld nicht mehr nebmer ftellte, in gebührender Weise. Dies gab den Arbeitgebern stattfinden kann. Die Staisierer ersuchen wir, Fabrgelder und Ent Beranlaffung, dem Unparteiiichen ihr vollites Bertrauen auszuschädigungen der Streitleitungen persönlich abzuholen. sprechen. Sie verlangten von den Arbeitnehmern dasselbe. Dies geichab natürlich nicht, daraufhin trat der Vorsitzende von seinem Deutsche Fl'mgewertschaft. Ueber die tafino- Richtiviele, Berlin , Amte zurüd, so daß die Verhandlungen vertagt werden mußten. Jorditr. 5, ist wegen Lohndifferenzen die Eperre bei hängt. Die Disluffion der stark besuchten Bersammlung war sehr leb- SPD. - Buchbinder! Ericheint zahlreich und pünktlich in der am haft. Algemein wurde verlangt, das provozierende Verhalten der Donnerstag 41, Uhr im Deutschen Hof. Ludauer Straße, statt. Unternehmer fofort mit Arbeitenieberlegung zu befindenden Brandenversammlung. Flugblätter find Dienstag und antworten. Schließlich wurde einstimmig befchloffen, am Mittwoch ab 4 Uhr bei Reuner, Kommandantenftr. 46, abzuholen. Montag bie zentralen Forderungen den Arbeitgebern im Betrieb zu überreichen mit Frift bis Dienstag abend. Sollten die Unternehmer es ablehnen, bis zu diesem Tage eine Antwort zu geben, fo werden die Arbeitnehmer in einer zum Mittwoch vor. mittag angefesten Bersammlung Stellung zur Situation nehmen und ein Kampf dürfte dann, nach der Erbitterung der Kollegen zu urteilen, unvermeidlich sein.
Aktionsausschus.
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Deutscher Transportarbeiterverband. Bertrauensperfonen ber Firmen Rub. Molle, Scherl, Ulstein: Heute 7% Uhr im Bereinshaus Südost, Melchior ftrabe 15, Tericht über die Verhandlungen mit den Unternehmern. Branche der Geschäftsfuffer, Lagerarbeiter ufw.: Mittwoch 7 Uhr im Englischen Hof, Alexanderftr. 27, Gruppe Rohprodukte, Bersammlung. Bericht von der legten Lohnverhandlung. Glas- und Teppichreinigungsbranche: Mittwoch 4 Uhr bet Rönisch, Infelfir. 1b, Erweiterte Branchenleitungssigung. 6 Uhr im selben Lotal Funktionärversammlung.
Reparaturschuhmacher. Heute vorm. 9 Uhr im Gewerkschaftshaus, Forte fegung der Streifversammlung vom Montag.
Der Konflikt in Nordwestböhmen beigelegt. Der wegen der Arbeitsordnung zwischen dem Internationalen Metallarbeiterverband und dem Verbande der Eisen- und Metallindustriellen in Teplig ausgebrochene Konflikt wurde gestern durch Berhandlungen, die in Tepliß zwifchen beiden Organisationen ftatt tanden, beigelegt. Die ftrittige Arbeitsordnung wurde berich- Realgymnafium, Kaiser- Friedrich- Str. 208, Sigung. feitigt, die entlassenen Vertrauensmänner wieder eingestellt und über die noch offenen geringeren Streitfragen wird die Paritätstommiffion wieder verhandeln.
Berband der Sattler , Tapezierer und Portefeuiller. Alle in ber Metall industrie beschäftigten Sattler und Tapezierer, heute 6 Uhr Versammlung bet Krummbach, Barschauer Str. 61.
Gewerkschaftsunterkommission Renton. Mittwoch 7 Uhr im Raifer- Fried
Das Frelgewerkschaftliche Jugendfartell hielt am 18. Januar im Gewerkschaftshaus eine Bollverfammlung ab, die zur Frage der Schülerausschüsse in ach. und Berufsschulen Stellung nahm. lieber die vom Reichsausschuß der Arbeiterjugend erganisationen unter Hinzuziehung von Fachleuten aufgestellten Forderungen referierte Stollege Maschte. Ausgehend vom Unterschied zwischen dem Schulwesen der Borkriegszeit und dem heutigen ben Fortbildungsschulen Plas areifen müsse. Die Schülerausschüsse betonte er, baß das Prinzip der Selbstverwaltung auch in find ein erzieherifches Mittel zum Berantwortungsgefühl und zur Solidarität. Auch von den Lehrern müsse erwartet werden, daß sie an dieser Aufgabe gemeinsam mit den Schülern arbeiten. Die Distussion war sehr rege. Allgemein wurde die weitgehendste Unterstützung durch die Gewerffchaften gewünscht. Die Mahnung politischer Richtungen zu machen, fand weitefte Beachtung. eines Redners, die Fortbildungsschule nicht etwa zum Tummelplay Jugend foll und muß ihre Selbständigkeit beweisen, sich bemühen, Die den Einn der Sache zu fehen, damit sie selbständig und schöpferisch wirfen fann. Die Kartelldelegierten werden die aufgestellten Richtfinien in den einzelnen Industriegruppen befprechen. Der Ausschuß wird mit der Schuldeputation und den entsprechenden Behörden in Unterhandlung treten und dafür sorgen, daß die Richtlinien zur Anwendung fommen.
Die im Deutschen Transportarbeiterverband organisierten 3ei tungsausträgerinnen nahmen den Bericht über die Berhandlungen mit den Unternehmern entgegen. Die neuen Bedingungen treten ab 1. Januar 1922 in Kraft und gelten bis 31. März 1922. Die Begrüßt wurde die Mitteilung von der am 24. Januar er. Firmen Rudolf Moife, A. Scherl G m. b. S., 11ftein folgenden Ronstituierung des Drtsausschusses der Arbeiterjugend2.- 6. zahlen für 100 Gremplare und Monat bei ein- organisationen. Dieser Ausschuß bietet die Möglichkeit zum engen maligem Austragen 175 m., bei zweimaligem Austragen 350 D. Zusammenschluß und zur Zusammenarbeit der proletarischen Jugend Die Teuerungszulagen von 20, 22, 23 m. pro Monat bleiben be- und wird, hoffentlich getragen von diesem Bewußtsein, seine Arbeit tehen, ebenfalls die Extraentschädigung von 8 M. für das Sonn- aufnehmen.
Renton.
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Den Mitgliedern gar Nachricht, daß der Ge noffe 1/16
Aug. Beckmann
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aller Funffionäre aus den Betrieben, welche dem BBM3. angeschloffen find und zum Metallfartell gehören. Tagesordnung: Stellungnahme zum Ergebnis der Berhandlungen zwischen bem BBW J. und dem Metallfartell.
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