Einzelbild herunterladen
 
  

einzelne Persönlichkeiten, Militärs und gewisse rechtsradikale Ginspänner mögen ihm entgegenkommen.

In der folgenden Abstimmung wurde ein Antrag Gerstenberger Es würde interessieren, den Wortlaut dieser nicht eben| freundlichen Antwort zu erfahren. Jedenfalls zeigt sich jetzt, angenommen, der die Reichsregierung ersucht, wenigstens auf ein Es scheint nach alledem nicht nur eine Forderung der daß an dieser Stelle mit Recht beim Verbot der Roten Fahne" Bierteljahr ein Verbot der Verwendung von Inlandsjuder zur Billigkeit, sondern auch des von der überwiegenden Mehrheit gefragt wurde, ob denn Bayern die Gegenseitigkeit Herstellung von Zudergebäd und Näschereien zu erlassen. Ange­nommen wurde ferner ein Antrag des Abg. Dr. Herz( U. Soz.), der des deutschen Volkes angestrebten guten nachbarlichen solchen Entgegenkommens verbürge. Das jezige Berhalten gegen die Notlage der Presse folgende Maßnahmen for­Berhältnisses zu Dänemark zu sein, alle diese Dinge, der bayerischen Regierung zeigt, daß von Gegenseitigkeit feine bert: Festsetzung von Höchstpreisen für Holz, Holzftoff, Bellstoff und die mit der neuen dänischen Wehrordnung wirklich in Ber- Rede sein kann, und die preußische Regierung sollte daraus bindung stehen oder in Verbindung gebracht worden sind, auf alle, aber auch alle Konsequenzen ziehen. das rechte Maß zurückzuführen und damit eine Mißstimmung zu vermeiden, die nicht nur die Beziehungen von Land zu Land zu trüben geeignet ist, sondern vor allem unsere Landsleute jenseits der neuen Grenze am härtesten trifft.

Der empfindliche Punkt.

Wilhelms II. Steuerschen.

Ein Histörchen, das sich in den heutigen Zeiten schwersten Steuerdrucks als Beitrag zur Geschichte des alten Systems be­sonders hübsch liest, erzählt der Oberbürgermeister a. D. We r muth in seinen hier schon erwähnten Lebenserinnerungen. Wermuth berichtet nämlich aus der Zeit, in der er Staats­sekretär der Reichsfinanzen war, u. a. das folgende:

Einen wirklichen Zorn des Kaisers scheine ich im Jahre 1911 durch das Zuwachssteuergesez auf mich gezogen zu haben. Weshalb gerade ich, darüber zerbrach ich mir damals den Kopf. Denn ich hatte es eingebracht traft früherer zwingender An­ordnung der Finanzreformgefeße. Und daß ich es gegen heftigen Ansturm ebenso fest verteidigte, war Ehrenpflicht. Erst spät ist mir der nächstliegende Grund klar geworden. Der Kaiser empfand es, daß bei dieser Gelegenheit die Steuerpflicht der Landesfürsten auch nur zur Sprache fam, und legte das mir zur Last. Obwohl gerade ich durch vorsichtiges Berhalten die Streitfrage beiseitegeschoben hatte. Genug, ich befam aus Hoffreisen sehr mißbilligende Aeußerungen über das ganze Gesez zu hören, und als wenige Tage nach dessen Verkündung der Kaiser mich auf der Straße traf, ließ er mich ohne Gegengruß stehen.

Es flingt wie ein Märchen aus alter Zeit, daß ein Mann, der über ein jährliches Einkommen von einigen Dußend Millio­nen Goldmart verfügte, es als sein selbstverständliches Recht betrachtete, feine Steuern zu bezahlen und daß er seinen Zorn über die bloße Anzweiflung dieses Rechts an dem hieran gänzlich unschuldigen Finanzminister ausließ.

Jezt ist es Aufgabe der Finanzämter, die ehemaligen Landesfürsten zu guten Steuerzahlern zu erziehen, und das freint feine leichte Aufgabe zu sein, wenn man die hoch gradige Abneigung des ehemaligen Kaisers gegen solche frän­fende Zumutungen in Betracht zieht.

Preußen und Bayern .

Druckpapier. Zusammenschluß der Erzeuger von Zellstoff, Holzstoff und Druckpapier zu Bereinigungen zum Zwecke der Festsetzung von Einheitspreisen und Preisausgleich unter behördlicher Mitwirkung; ferner erträgliche Zahlungs- und Kreditbedingungen für die Presse und schließlich Sicherstellung der zur Papiererzeugung notwendigen Rohstoffe: Holz, Bellstoff und Holzstoff sowie des Drudpapiers. Angenommen wurde ferner eine gemeinsame Entschließung

Neue Warnung an die Rechtebolfchewiften. München , 7. September. ( WIB.) Unter der Ueberschrift Besinnung" bringt die Bayerische Staatszeitung an der Spike ihrer heutigen Ausgabe einen Artikel, in dem es u. a. heißt: Von neuem laufen Gerüchte um, daß demnächst der Versuch gemacht werden soll, die Umgestaltung der gegenwärtigen Regierung auf der fozialdemokratischen Fraktion und der Unabhängigen, worin die einem Wege, der dem Gesehe und der Berfaffung zuwiderläuft, vor- Reichsregierung beauftragt wird, dem Bolkswirtschaftlichen Ausschuß zunehmen. Das Blatt jagt weiter: Jur politische Unfähigkeit ver- in fürzester Frist Bericht darüber zu erstatten, welche Maßnahmen mag zu glauben, daß durch einen Wechsel der leitenden Stellen der sie angesichts der volkswirtschaftlichen Notia, e ergreifen wird, ins­Regierung oder wohl gar der Regierungsform, die Verhältnisse ge- besondere, welche Stellung sie zu folgenden Fragen einnimmt: 1. Unterbindung der Benugung ausländischer Zah­ändert oder gar gemeistert werden können. Der Artikel schließt: lungsmittel im inländischen Warenverfehr; 2. Währungs­Wir wollen gar nicht daran zweifeln, daß es nur vaterländische Er- reform( Bolante, Schäßungsaktion für die Mart, Devisen­wägungen sind, die jene Kreise, die mit dem Gedanken einer Dit bewirtschaftung); 3. Beschränkung der Einfuhr von Waren, die tatur fpielen, zu ihren Absichten veranlaffen. Aber dem Vaterlande wirtschaftlich nicht notwendig find; 4. Unterbindung der Verwen dient in seiner gegenwärtigen verzweifelten Lage nur der, der auf dung notwendiger Lebensmittel in Schlemmerlokalen und dem gefehlichen Wege bleibt und dahin wirkt, daß dieser zur Herstellung von Spirituosen sowie Süßigkeiten; 5. Sicher­Weg auch von anderen beschritten wird. Wer an der Gesundung des ftellung des Bedarfs der Bevölkerung mit Kartoffeln, 3uder, Staates mitarbeiten will, hat dazu Gelegenhelt genug, dazu bedarf Milch, Butter und anderen notwendigen Lebensmitteln; 6. Be es feines Putsches, feiner Dittatur, dazu bedarf es nur der Be- feitigung der Schlemmerei; 7. Bekämpfung des Wuchers sinnung. Und zu dieser rufen wir auf im Intereffe unferes und der Preistreiberei durch die Kartelle; 8. Intensivfte Agrar­wirtschaft( Bebauung, Düngung, Kreditfrage, Erfassung der bayerischen Landes und des ganzen Reiches. Ernte); 9. Förderung des Wohnungsbaues und der Bau­stoffversorgung; 10. Schnellste und laufende Einziehung der Be­figsteuern entsprechend der Martentwertung, Anpassung der Höhe der Zwangsanleihe an die Geldentwertung.

Der Kampf gegen die Teuerung.

Der Boltswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages jegie am Donnerstag die Beratungen über die gegen die allgemeine Teuerung zu ergreifenden wirtschaftlichen Maßnahmen fort. Der Bentrumsabg. Schlad erinnerte daran, daß vor dem Kriege viele Jahre hindurch die Verbraucherschaft pro Jahr

500 Goldmillionen für das verbrauchte Getreide mehr zahlen mußte, als sie zu zahlen gehabt hätte, wenn das ausländische Getreide ohne Schußaoll nach Deutschland hereingekommen wäre. Es fei deshalb geradezu eine Ehrenpflicht der deutschen sandwirtschaft, jezt ihrerseits nach Kräften an der Linderung der Ernährungsnöte des deutschen Boltes mitzuwirken. Der Bolts parteiler) u go polemisterte gegen die Preiswucherordnung, die in ihrer jezigen Fassung für den Handel untragbar sei. Hugo befürwortete dann u. a. noch die Wiederherstellung des Bankgeheim­niffes. Der demokratische Abg. Reinath empfiehlt, die Heraus­gabe von furzfristigen Goldschazwechseln als Golddeckung für den inländischen Verkehr zu erwägen.

Abg. Dr. Her( U. Soz.) bestritt, daß eine Senfung der Ar­beitsleistung die Folge des Achtstundentages sei und verwies darauf, Die preußische Regierung hat vor wenigen Tagen an den daß, wenn überhaupt eine Senfung der Arbeitsleistung eingetreten Reichskanzler eine Beschwerde gerichtet und darüber sei, die Ursache in dem Sinfen des Reallohnes und damit der Min Klage geführt, daß wichtige Verhandlungen, in denen es sich derung der Arbeitsfraft zu suchen sei. Auch sei es irr­um die Wahrung einzelstaatlicher Rechte handelte, nur mit tümlich, die Entwertung der Mart nur im Zusammenhang mit den einem einzelnen Staat, und zwar Bayern , geführt Reparationszahlungen zu bringen. Der Liefstand der Mark werde vielmehr hergeleitet aus dem Mißtrauen gegen die Mart. Sie sei wurden. Die Beschwerde ist in höflicher und äußerst verbind im Großhandel, kein Zahlungsmittel mehr, sondern nur noch ein licher Form gehalten und betont, daß das preußische Kabinett Bahlungsbehelf im Kleinhandel. Bezüglich der Zeitungsnot schlug nicht daran dente, der Reichsregierung Herg die Herbeischaffung der Holzrohstoffe für die Herstellung des irgendwelche Schwierigkeiten zu machen, Drudpapiers auf dem Wege einer Umlage vor. daß es andererseits aber nicht dulden könne, zu einem Bun In der Nachmittagssigung wandte sich Genosse Rörst en scharf desstaat zweiten Ranges herabgewürdigt zu werden. gegen die Maffenüberflutung Deutschlands durch Ausländer, die dem In diesem Zusammenhang ist auch folgende Meldung von deutschen Arbeiter das Brot vom Munde megeffen. Reichswirtschaftsminister Schmidt bedauerte, daß er aus der Interesse: Die bayerische Regierung hat bekanntlich vor einigen Wochen die preußische Regierung auf den Vorwurf des ganzen Diskussion pofitive, praktische Borschläge nicht entnehmen tönnte. Geistreiche theoretische Erwägungen nügten ihm nichts, " Landesverrats" in der Roten Fahne" aufmerksam gemacht. wenn sie das Stadium der praktischen Reife nicht erreicht hätten. Die Die preußische Regierung hatte daraufhin die Rote Fahne" ungünstige Handelsbilanz müsse vom Reichswirschafsministerium verboten, aber zugleich in einem Schreiben die bayerische Re- zum Besseren beeinflußt werden, selbst wenn gewisse Interessenten­gierung auf wüste Beschimpfungen der Reichsregie- freise einen behördlichen Eingriff unangenehm empfinden. Auch rung und der preußischen Regierung in der bayerischen die Presse müsse unbedingt gerettet werden

Breffe hingewiesen. Darauf ist, wie die PP. hören, vor und das zur Herstellung des Drudpapiers notwendige Holz mit aller einigen Tagen eine nicht eben freundliche Ant- Energie erfaßt werden. Bezüglich der Aufgabe des Bankgeheim. wort der bayerischen Regierung eingetroffen. niffes äußerte der Minister große Bedenken.

Künstliche Schaffung organischen Lebens. Gesetzt den Fall, daß sich ein Forscher wirklich im Besitz des ge­famten Rüstzeugs aller Wissenschaften befände, gefeßt auch den Fall, daß das Leben als Erzeugnis des Spiels bekannter chemisch- phyfifa­lischer Kräfte tatsächlich denkbar wäre, welches sind seine Chancen, falls er sein Wissen in den Dienst dieser Sache stellt und versucht, wenigstens ein Tröpfchen Amöbenschleim im Laboratorium anzu fertigen? Diese Frage beantwortet Dr. Adolf Roelsch in der Zeitschrift Natur und Techni?".

-

Nach Erledigung weiterer Anträge vertagte sich der Ausschuß.

Teuerungsunruhen in Mülheim .

Mülheim a. d. Ruhr, 7. September. ( WTB.) Im Laufe des Bormittags sammelten sich mehrere Trupps Rommunisten in den Straßen der Stadt an, um gegen die herrschende Teuerung zu demonstrieren. Es tam zu Zusammenstößen mit der Schupo, die den Rathausplah und die Hauptstraßen der Stadt absperrte. Durch unvorsichtigkeit(?) entlub sich ein Rarabiner, wodurch fünf Personen verlegt wurden, die in das Krankenhaus gebracht werden mußten. Bei dem hierauf entstehenden Handgem enge wurden die Demonstranten zerstreut, so daß bald wieder Ruhe ein­

tehrte.

Nochmals die Reife des Polizeipräsidenten. In der reaftio­nären Presse wird immer wieder das Märchen verbreitet, daß Polizei­päsident Richter von seiner Amerikareise habe umfehren müssen, weil er als Sozialdemokrat den Amerikanern nicht genehm gewesen fei. Ferner werden allerhand alberne Vermutungen über die Un­tosten der Reise ausgesprochen. Hierzu stellt die" Soz. Korr." fest: Die Amerikaner hatten den Berliner Polizeipräsidenten nicht nur in der herzlichsten Weise eingeladen, sondern ihm auch durch den amerikanischen Botschafter in Berlin die Mittel zur Bestreitung der teuren Reise zur Berfügung gestellt. Die Rückbe­rufung des Bolizeipräsidenten Richter von feiner Amerikareise, die zuvor vom Ministerium des Innern genehmigt werden war, ist lediglich deshalb erfolgt, weil die inzwischen eingetretene maß­lose Teuerung die innere Lage Deutschlands sehr prefär gestaltet hatte. Die Regierung wollte deshalb den Polizeipräsidenten in Diesen fritischen Wochen zur Befämpfung des Buchers und zur Verhütung von Hungerunruhen auf seinem Boften sehen.

Beränderte Straßennamen in Dresden . Der Rat zu Dresden

hat einer Anregung der Stadtverordneten entsprechend beschlossen, ben Amalienplatz an der Carolabrüde Rathenauplaz zu nennen. Die König Johann- Straße foll in Zukunft nur Johann­straße, der Kaiser- Wilhelm- Play furzweg Wilhelmplag und die Prinzeß- Luisen- Straße einfach Luisenstraße genannt werden. Die Friedrich- August- Brücke, die unter der glorreichen Regentschaft des Erlönigs Friedrich August an Stelle der altehrwürdigen Augustus­brüde errichtet worden ist, soll, wie ihre Vorgängerin, Augustus. brüde heißen.

Hamburgische Schauspielschule.

Unter dem Protektorat der

in genauer Ropie der Naturvorlage in der Retorte hergestellt haben, und zu den Zuständen von Farbe, Form, Dichtigkeit, Biegsamkeit, Hamburger Schauspielbirektoren und der Vertreter Hamburgischer Gewicht usw., die er hat, noch gewisse andere Eigenschaften hinzu- Behörden haben eine Anzahl Künstler und Gelehrter die Hambur tommen müssen, die wir überall finden, wo Leben ist. Es sind ihrer gische Schauspielschule ins Leben gerufen als eine gemeinnützige so­mindestens elf und fie find das ist sehr bezeichnend aus- ziale Einrichtung. Berdient gemacht um die Idee und ihre praktische Durchführung hat sich Madeleine Lüders, der auch die Leitung über­nahmslos Tätigkeiten. Sie find nicht Zustände, sondern Betragen ist. Um das künstlerische und wirtschaftliche Proletariat an fchehnisprozesse, nicht Arten des Seins, sondern Arten der Leistung der Bühne zu verringern, erfolgt die Ausbildung nach der Auslese und des Verhaltens. Es sind, um sie kurz zu nennen, die Tätigkeiten der Begabten. Eine Ehrenpflicht soll es sein, besonders start be­der Stoffaufnahme, des Etoffumbaus und der Stoffausscheidung, des gabten, aber unbemittelten Schülern die Ausbildung zu ermöglichen. Wachstums, der Bewegung, der Reizbarkeit und Erlebrisbildung, Der Unterricht wird erteilt in den Räumen der Hamburger Staat­der Bermehrung, Vererbung, der Variation und die Fähigkeit, jede lichen Kunstgewerbeschule. In den Lehrplan find alle Fächer auf­der genannten Tätigkeiten derart in Gang zu halten und zu regu- genommen, die für eine gründliche Ausbildung des modernen Schau­lieren, daß die Fortdauer des Lebens gesichert ist. Alle Faktoren, spielers, Rezitators, Regisseurs notwendig sind. Die Schule wird im Oftober eröffnet. Die Aufnahmeprüfung findet ftatt am 26., 27. die diese Tätigkeit bedingen, sind im Protoplasma gleichfalls ent- und 28. September. Weitere Auskunft erteilt die Beitung: Hamburg , balten. Sie liegen nicht in der Außenwelt, sondern in der Substanz Finkenau 6 I. der Zelle, find identisch mit etwas, was in ihr vorhanden ist. Es ist also nötig, daß der Chemiker, der das Leben herstellen will, Proto­plasma nicht nur aus den Elementen wirklich aufbaut und in voll­fommener Weise herrichtet, sondern daß er seinen toten, künstlich gewonnenen Plasmastoff außerdem mit den Faktoren anfüllt, die als Entstehungsursachen der elf verschiedenen Arten von Geschehnis­prozeffen zu gelten haben.

Borläufig ist die einzige Substanz, mit der die Erscheinungen des Lebens verbunden sind, noch immer das Protoplasma. Es liegt fein Grund zu der Annahme vor, daß seine Herstellung nicht eines Tages gelingen sollte. Größter Optimismus ist in diesem Punkt an­gebracht. Man fennt schon ziemlich genau die Stoffe, die am Auf­Die Verteuerung des deutschen Buches. Die ungeheure Preis. bau des Protoplasmas beteiligt find, man fennt die Elemente, die steigerung für Bellstoff und für Druckpapier hat auf dem Bücher. Um sich gegen diese Stoffe zusammensetzen, und man wird später einmal die markt cine rasche Preissteigerung im Gefolge. Ronstitutionsformel von Protoplasma mit der gleichen Kapitalschn und zu sichern, haben die Verleger in den letzten Mo­Sicherheit an die Tafel schreiben, wie die Formel für Wasser. Man naten auch die Preise ihrer älteren Verlagswerte start heraufgefeßt, wird auch das gegenseitige Mengenverhältnis der Eiweißkörper, und eine Grenze dieser Steigerung ist überhaupt noch nicht abzu sehen. Es geht immer gleich um 100 Proz., ein großer Münchener Fettorten, Fermente, Eifen, Kalf- und sonstigen Salze, die im Proto­Berlag z. B. fetzt den Teuerungszuschlag auf die älteren Werte auf plasma vorhanden sind, sowie die Anzahl der beteiligten Wasser- Ist Aussicht, daß ihm die Erledigung dieser Verpflichtung gelingt? 2900 Pro3. feft. Und ein anderer Berlag inferiert im Börsenblatt moleküle mit einer Genauigkeit festgestellt haben, die nicht mehr den Ueber die Beschaffenheit jener Fattoren, von denen das Be- mit der Ueberschrift: Ahnt der Buchhändler, welche Bücherpreise für Bruchteil eines Fehlers gegenüber der Wirklichkeit mitfchleppt. Ob- wegungsgeschehen, die Stoffwechfeltätigkeit oder irgendeine andere ben Herbst zu erwarten sind? Noch sind die Bücher billig, balb ein gleich wir hiervon, wie bemerkt werden darf, noch weit entfernt sind, der elf genannten Lebensleistungen abhängig sind, wissen wir gar Lurus." Schon hat der Preis für ein neueres Drama die Grenze mird alles dieses erreichbar sein und auch kommen. nichts. Wir wissen nicht einmal, zu welcher Energiegruppe sie ge- von 100 m. fast erreicht, der Preis für einen befferen neueren Ro­Allein damit wird die Schlacht noch entfernt nicht gewonnen hören, ob sie chemische, physikalische oder transzendente Faftoren man hat sogar diese Grenze längst überschritten. Und das wissen. fein. Denn Protoplasma und Leben sind nicht sind. Alle Versuche, in diese Geheimnisse einzubringen, sind trois fchaftliche Buch ist allmählich so teuer geworden, daß es für die ibentisch. Bielmehr gibt es Protoplasma, das lebt, und solches, mächtiger Anstrengungen bisher immer gescheitert. 3war hat man meiften, die es nötig haben, als unerschwinglich gelten muß. Denn das ausgelebt hat, weil es entweder von selber gestorben ist oder Gebilde angefertigt, die sich nach Art von Amöben mit friechenden es ist ja leider nicht so, daß Bücher einen Lurus darstellen. Der wissenschaftliche Schußverein in Leipzig fonnte vor furzem bei den durch einen äußeren Eingriff getötet wurde. Gerade an solchem Bewegungen auf ihrer Unterlage vorwärts bewegen; einige von Berlegern wenigstens einige Bergünstigungen beim Bezuge eigener abgetöteten Protoplasma sind aber sämtliche Untersuchungen ar- ihnen sind unter gewiffer. Umständen auch imstande, einen draußen Werke für sich selbst und für die Universitätshörer der Berfasser er­gestellt, auf die der Chemifer sich bei seinen Aussagen über die Be- liegenden Fremdförper, der sie berührt, aufzuschlucken, ihm Substanz reichen. Aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Heute, schaffenheit der Zellsubstanz stüßt und die ihm die Grundlage für zu entziehen und den Rest wieder auszustoßen. Aber die Bedin- wo die Presse mit Recht ein Eingreifen fordert, müßte auch der Buch­feine Berechnungen über die Berteilungsweise der vorhandenen gungen für alle diese Leistungen liegen nicht in den Gebilden selber, verlag im Interesse der Erhaltung unserer literarischen Kultur die Grundstoffe geben. Mit totem Protoplasma wird er auch in aller sondern im besonderen Zustand der Außenwelt, entweder in der Forderung durchdrücken können, daß die Preisbildung auf dem Zell­Zukunft arbeiten müssen, weil man der Bestandteile niemals habhaft Beschaffenheit der Unterlage, auf die man sie fest, oder in der Be- ftoff- und Papiermarkt nicht ganz unbeaufsichtigt bleibt. wird, ohne das Ganze vorher zertrümmert zu haben. Und auf diese schaffenheit des Fremdkörpers, den man ihnen zum Fressen" dar­Bestandteile allein, das Geheimnis ihrer Zusammensetzung, fommt reicht. Das, was die Leistungen lebender Wesen charakterisiert, es dem Chemiker an.... Wenn alle chemische Arbeit bis zum nämlich ihre Selbständigkeit, fehlt den Leistungen dieser künstlichen Ende gedichen sein wird, werden wir daher noch lange teine Aussage Erzeugnisse ganz. Auch sind sie niemals zu mehreren Leistungen haben über eine Bellsubstanz. die lebt, sondern über eine, die tot ist. gleichzeitig befähigt. Go wenig wie das Dreied ein Säugetier ist, Wir werden infolgedessen auch bei der Verwertung des erlangten sind sie Repräsentanten von Leben. chemischen Wissens höchstens totes Protoplasma herstellen fönnen. Das tote Protoplasma mit den Faktoren anzufüllen, die als Was fehlt also noch, damit es zu einer Identität zwischen Proto. Entstehungsurfache und Bestimmungsbedingungen der elf genannten plasma und Leben femme? Nun, dünkt mich, eben das Leben Lebensleistungen im Hintergrund der Geschehnisse stehen, ist also fehlt! Was heißt das aber, das Leben? Gehen wir wieder von vorläufig ein Ding der Unmöglichkeit, weil man über die Beschaffen­der Erfahrung aus, so heißt das, daß zu Protoplasmaftoff, den wir heit jener Faktoren nicht das mindeste weiß.

Von der Volfsbühne, Zeitschrift für soziale Kunstpflege", ist Heft 1 des dritten Jahrgangs erschienen. Es enthält u. a. Szenen aus einem noch ungedrudien Drama von Allions Baquet, ferner Beiträge von Julius Bab ( Berlin und die Proving), Richard Seidel( Romantit oder Dffenbarung), Siegfried Neftriepte( Dilettantentheater), Paul Zech ( Dichter und gedichtfeindliche Gegenwart), einen ausführlichen Bericht vom Dritten Voltsbühnentag usw. Die Zeitschrift ist zum Halbjahrspreis von 20 m. durch den Verlag, Berlin SO 16, Cöpenider Str. 68, zu beziehen.

Kurt Liebmann , der sich in weiten Streisen durch seine Dichtung Entwerden" bekannt gemacht hat, bringt am Sonnabend in der Kunst­ausstellung Der Sturm" Teile der symphonischen Dichtung Entwerden" und neue Gedichte zum Vortrag.