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zahl sehr schöner Forderungen stehen und erklärt mit bekannter Biederkeit: Wir Kommunisten find vollkommen bereit, mit unseren be- scheidenen Kräften dabei mitzuwirken und wir haben durch Taten gezeigt, daß wir es find. Wie diese Taten aussehen, das haben die Kommunisten ja eben erst in Sachsen gezeigt, wo sie ihrebescheidenen Kräfte" der bürgerlichen Reaktion zur Berfügung gestellt haben, um die Auflösung eines Parlaments mit sozia- listischer Mehrheit zu erzwingen. Im übrigen wendet Thalhoimer ein altes kommunistisches Täuschungsmanöver an: Während die KPD. sich selbst wohl- weislich nur bescheidene Kräfte zugesteht, dichtet sie den Sozial- demokraten unbegrenzte Kräfte an. Sie tut, als brauche die Sozialdemokratie nur den kleinen Finger zu rühren, um im Augenblick ihre sämtlichen Programmforderungen zur Tat werden zu lassen. Nun ist allerdings die Sozialdemokratie keineswegs völlig machtlos wie die KPD., durch die Vereini- gung fidr beiden sozialistischen Varteien wird auch ein neuer erheblicher Machtzuwachs erzielt werden: aber nur, wer die Tatfachen nicht sehen will, kann übersehen, daß diese Macht von der A l l e i n m a ch t im Staate noch weit entfernt ist. Wenn die Kommunisten mit Hinblick auf das Aktionsprogramm sagen:So, nun macht das einmal schleuniast wahr!", so können wir mit viel größerem Recht zurückfragen:Wieviel von ihrem Programm hat denn die KPD. bis- her in die Tat umgesetzt?" Es ist ein alter Roßtäuscherkniff, wenn die Kommunisten einen Mangel an Kräften in einen Mangel an guten Willen umfälschen. Aber wenn wir uns auch darüber klar sind, daß das Aktionsprogramm nicht auf einen Hieb verwirklicht wer- den kann, so sind wir von einem anderen nicht minder über- zeugt: daß aus der Vereinigung der sozialistischen Parteien eine Macht erwachsen wird, deren Kräfte sich ständig steigern werden, weil hinter dieser Vereinigung der Wille zur Macht steht. Und so hoffen wir, gleich derFreiheit", daß die Wiedervereinigung der sozialistischen Parteien eineneue segensreiche Periode der deutschen Arbeiterbewegung" eröffnet.

De? Uebe?WLichuns?sausWuß. Der Ueberwachungsausschuß des R e i ch s t a g e s ist zum Freit ig einberufen worden. Er wird sich mit der Besprechung der Teuerungsaktion der Arbeiter und Beamten zu beschäftigen haben._ Das Verbot üer bestätigt. Kurz nach Beginn der heutigen Sitzung des Staatsgerichtshofs wurde der Fall der2. A. Z.", über den gestern Reichsgerichtsrat Zeiler als Referent und Reichsgerichtsrat Nieland als Korreferent berichtet und die Mitglieder des Gerichtshofes beraten hatten, nochmals be- handelt. Der Vorsitzende, Senatspräsident Dr. Hagens, teilt« später der Presse mit, daß das Verbot derD.A.Z." bestätigt sei.

Not an Noten. Dresden , 20. September. (Gig. Drahtbericht.) Da die Reichs- dank nicht in der Lage ist, die Stadt Dresden mit dem nötigen Klein- geld für die Gehalts- und Lohnzahlungen zu versehen und in abseh- barer Zeit auch auf Abhilfe nicht gerechnet werden kann, sieht sich die Stadtoerwaltung veranlaßt, wiederum den Weg der Ausgabe von N o t f ch« i n e n zu beschreiten. Wie wir hören, ist geplant, 100 Millionen Mark städtisches Papiergeld in 300-M.-Scheinen her­auszugeben. Die Genehmigung der Ausgabe dieses Notgeldes wird vom Wirtschaftsminifterium bestimmt in Aussicht gestellt.

Das Mannbekme? �ösatat. Mannheim , 20. September. (Mtb.) Die Untersuchung über das Handgranaten-Attentat, welches der National- s o z i a l ist Janssen im Mannheimer Börsengebäude verübte, hat zu einer weiteren Verhaftung geführt. Der Mannheimer Untersuchungs- richter hat mit dem zuständigen Staatsanwall und einem Kriminal»

Vo!ksbühns. Björnson:Ueber die Kraft II. Teil." Björnson ist Priestsr, Politiker und schließlich auch Dichter. Ts steht ihm wohl an, die Bersdtscrmkeit der Kanzel mit dem Lärm der Bolksmassan zu mischen. Es braucht ihm nicht zu widerstehen, durch Wort« höheren Stiles all diese Heiligkeit, oll diese Alltäglichkeit zu durchbrechen. Cr war der Schriftsteller, dem man jede Pathetik ge- stattete. Denn er deckte das Dröhnende einer pausbackigen, sehr thea- tralischen Dramatik durch seine mächtige und muskulöse Persönlichkeit. Man oerzieh ihm auch den Mangel an Nationalökonomie, an dem er litt, als er das Problein vom Gegensatz des Fabrikanten und Arbeiters im zweiten Teil seines SchauspielsUeber die Kraft" auf die Bühne brachte. Cs war, als man dieses Stück vor einem Menschenalter zum ersten Male spielte, ein gewaltig auf Effekt zielendes Werk. Vier Akte und darinnen zwei Volksversammlungen: zuerst die Arbeitermass«, über die der ehemalige Geistliche gebietet, um sie zum Aufftavd gegen die Not zu befeuern. Dann die Versammlung der Arbeitgeber, in der die Verständigen schwachbrüstiger reden als die Draufgänger, die sich als Herrenmenschen ausposaunen. Und dazu Explosion auf der Bühne. Ein« ganze Felsenburg wird in die Luft gesprengt. Und endlich der Wäldesfrlöden mit herrlicher Sonne und strotzenden Bäumen, während eine Jungfrau und ein wundervoller Jüngling vom ewigen Völkerfriedsn und vom Aufhören der Armut und des Elends phantasieren. Di« Gegensatze sind aufs fchärfft« pointiert, aber die Gegensätze wurden von den hellsten und freundlichsten Dichter- äugen gesehen. Man sah das Ringen der bösen und der guten Ge- wissen, der Geknechteten und der Unterdrücker auf der Bühne. Der Eigensinn und der Uebersinn hafteten stets nur an der Persönlichkeit. Alle Menschen dieses Stückes, die Arbeiter, die Agitatoren, die Fabri- kanten, die barmherzige Samariterin, sie waren alle in«in brodelndes Kämpfen um die letzte Wahrheit eingestellt. Man glaubte nicht an Prahlerei, wenn sie planten, über die beschränkte Geistes-, Muskel- und Herzenskraft hinllberzukommen und zur Lösung des Weltenglückes zu gelangen. Das Drama greift für drei Stunden fest in die Nerven hinein. Berechnung und Kritik, die sich später regen, vermindern keineswegs den aufwiegelnden Eindruck. W o l f g a n g H a r m i s ch ist der neue Regisieur der Volks- bühn«. Mit Erfahrung, die einer etwas ausgekühlten Routine gleich- kommt, bewältigt er das Werk. Die Stimmen der Masse tönt er nach Riethoden ab, die nun schon bekannt sind. Dieses Gemurmel, dieses Getaste der Zungen, dieses Stammeln und Brausen könnte aber natürlicher sein. Weniger abgezirkelt, weniger Kulisse und Theater- kolophonium. Es ist wahr, mancher neue Künstter war erst für die Volksbühne einzustimmen und abzustimmen. Von diesen frischen An- kömmlingen sind FritzAlberti, der Aufruhrer Bratt, und Hans R e h m a n n, der Extatiker Elias Sang, durchaus erfreulich. Energie spannt sich in ihnen, trotzdem sie die Hitze des Sprechens dämpfen. Keiner von beide» scheint überflüssige Wucht zu beherrschen. Sie werden aber von ihrer Rolle beherrscht und drängen nicht in das Geblende des Rampenlichtes. Sie sind sachliche Schauspieler, das ist ein Titel, der ihnen jetzt schon gebührt, der aber auch einem Ver. dienst« gleichwertig ist. Ros« Steuermann, die weniger ge-

ofiermspektor in München Ermittlungen vorgenommen und daselbst einen weiteren Mittäter verhastet. Die Herkunft der Handgranate wurde der Mannheimer.�Lolksstimme" zufolge zweifelsfrei fest- gestellt._

Mit Eichenlaub und Schwertern... DieKönigliche" Universität. Aus Königsberg (Preußen) wird uns geschrieben: Die Ermordung Rathenaus hat scheinbar die Leitung der Uni- oersUät Königsberg in hellste Aufregung oersetzt. Die Herren haben sicher lange nachgesonnen, wie man auch ihrerseits der Republik zur Hilfe kommen könnte und der Pflicht als vereidigte und besoldete Diener der Republik genüge. So haben sie denn beschlossen, zunächst, zum erstenmal seit der Revolution, ein Vorlesungsverzeichnis für das neue Semester herauszugeben, in dem der Reihe nach bei samt- lichen Personen, angefangen mit dem Professor und früheren Ober» Präsidenten Batocki bis herunter zum Kastellan, eine genaue Auf- Zeichnung und zum Teil Abbildung der ihnen verliehenen Orden und sonstigen Ehrenzeichen angefügt ist. Wahrscheinlich hat es große Mühe gekostet, festzustellen, daß Herr v. Batocki 13 Orden hat, von welcher Art sie sind, und daß er ebenso das Kriegsverdienstkreuz besitzt wie der Herr Kastellan der Universität. Wir wollen nur hoffen, daß man keinen Orden vergessen hat und sich nachher nicht zahlreiche Gekränkte gemeldet haben, die irgend- einen Orden bei sich vermißten. Diese Rangliste der Orden mutet geradezu ergötzlich an, wenn man bedenkt, wohin der Glanz jener Herren ist, die diese Orden einmal verliehen haben! Um noch weiter zu zeigen, was sie können, hat aber auch die hochwohllöbliche Universität beschlossen, ihre S t u d e n t e n k a r t e n für das kommende Semester wiederum mit dem AufdruckKönigliche Universität" zu versehen. Sollte man es vergessen haben, daß wir im vierten Jahr der Republik leben und daß auch einige Gesetze zum Schutz des Republik erlassen sind, oder will man zeigen, daß die Leuchten unserer Wissenschaft außerhalb des Staatswesens stehen, ihre eigene Staatsform einführen und gleich großen Kindern über ihre im Herzen gehegten Wünsche die Wirklichkeit vergessen? Man besitzt nicht umsonst an leitender Stelle der medizinischen Fakultät einen Schwiegersohn des Herrn Kapp, einen Herrn, der das Zepter nach seiner Manier schwingt, und zudem einen mehr wieallzeit königstreuen" Unioersitätssekretär! Daß in soundsoviel Erlassen des Ministers die BezeichnungKöniglich" verboten ist, kümmert diese Herren wenig. Wie lange werden die Staatsbehörden ihre Nachsicht weiter üben? Vier Jahre Republik sind eine so lange Zeit, daß sie selbst für einen Universitätsprofessor zur Entscheidung darüber, ob er das Geholt der Republik annehmen und ihr dienen will oder aber als ehrlicher Mann seiner Ueberzeugung gemäß ihren Dienst verlassen soll, genügen müßte. Was sagt die Aufsichtsbehörde, der Minister für Kunst und Wissenschaft und der Oberpräsident zu diesem Treiben?

Deutfch-franIöjiWer Wiederaufbau. Paris . 20. September. (MTV.) VIe derMalin" milkeilt. ist der Aktionsausschuß für die verwüsteten Ge- biete gestern abend mit Vertretern des Allgemeinen Ge- werkschaflsbundes und des Vauarbeikerverbandes zusammengekommen und hat von den Besprechungen, dib in Berlin zwischen Io u h a u x und den deutschen Bauarbeiterver- bänden geführt worden sind, Kenntnis genommen. Die Vele- gierten haben beschlossen, bei ihrer Ansicht, die für eine B e t e i l l- gung Deutscher am Wiederaufbau der vcrwüsteken Gebiete ist, zu bieibeu. Am 22. September findet in Köln infolge einer ergangenen Einladung eine Znsammenkunst zur Prüfung der Bedingungen der Zusammenarbeit statt. « Es sei hier nochmals gegenüber der hartnäckigen Lügenhaftig- keit derRoten Fahne" festgestellt, daß der betreffendeAktions- ausschuß" den Lubersacschen Wiederaufbaugenossenschaften ausge- sprechen feindlich gegenübersteht und daß die'Verhandlungen, die Jouhaur hier geführt hat und die nun weitergeführt werden sollen, mit dem Stinnes-Vertrag nicht das gering st e zu tun haben.

fallen durfte, muß allerdings die schwerere Ausgabe lösen. In dem Herzen der Samariterin Rahel, die sie gab, muß ein unterirdisches Lächeln wohnen. Nicht nur die Geiragenheit, die beladene Tragik nicht nur sind Hauptteile ihres Charakters. Herr Koch, Herr H e r z f e l d, Herr Leopold, Herr Sachs, Stützen der Volks- bühnengesellschaft, rechtfertigten ihren guten Ruf und Namen. ___ Max H o ch d o r f. Die Vererbungslehre auf dem Tlatnrforschertag. Aus L e i p- z i g wird uns geschrieben: Das Thema der 2. allgemeinen Ner- fammlung am Vormittag bildete die Vererbungslehre. Zu. nächst entwarf der dänische Forscher Prof. Johannsen-Kopen» Hagen ein historisches Bild über 1l)v Jahre der Vererbungs- forschung. Er zeigte wie in dieser Zeit die Biologie aus dem Sta- dium der Spekulation in das Stadium der aus Experimente ge- gründeten Erfahrung übergegangen ist, wie sie aber unter der Herrschaft der Richtuna, die an den Namen Darwin anknüpfte, zu Irrwegen gekommen ist. Aber auch wo die Forschung abirrt«, ist der Boden von unrichtigen Vorstellungen gereinigt worden, so daß man voller Hoffnung in die Zukunft sehen kann. Dann sprachen Meisenheimer-Leipzig und Lenz- München über Einzelfragen der Vererbungsforschung, der letztere über die Ver- erbungslehre beim Menschen. Wir können führte er aus heute als ganz sicher annehmen, daß das berühmte Spaltungsgesetz Mendels bei der Vererbung auch für den Menschen gilt. Ein Irr- tum sei es.«ine Beeinflussung der Vererbung durch äußere Umstände anzunehmen, die erbliche Veranlagung eines Menschen sei vielmehr etwas Gegebenes. Man könne daher nicht von der Degeneration einer Rass« infolge Vererbung sprechen. Aenderung der erblichen Veranlagung einer Bevölkerung ist nur entweder durch Auslese möglich, indem gewisse Erbanlagen sich als stärker erweisen als andere, oder durch eine Veränderung der Erbmasse selbst. Nachmittags fand eine Gesamtsitzung der medizinischen Haupt- gruppe statt, in der Prof. B i e r- B« r l i n über Regenera- tion beim Menschen sprach. Bei den höheren Säugetieren und also auch beim Menschen nahm man bisher im Gegensatz zu niederen Tieren, bei denen verlorene Glieder sich neu bilden, an, daß derartiges nicht vorkommen könne, daß Knochen. Gewebe, Mus- kein sich nicht wieder herstellen, nicht regenerieren, sondern daß hier nur von Bernarbung die Rede sein könne. Bier aber hat in jalzr- zehntclangen Versuchen nachgewiesen, daß auch beim Menschen Knochen, Muskeln, Gewebe sich neu bilden, wenn die notwendigen Vorbedingungen dafür geschaffen werden, wenn vor allem für eine Lücke gesorgt wird, in die sie hineinwachsen können. Bt. Heinrich Dich. Ein kultureller Bahnbrecher." Ein G e- d e n k b l a t t. Den Teilnehmern an unserem Augsburger Partei- tage hat Genosse Dr. Paul Kampfs meyer mit der Abfassung der kleinen Schrift und der Verlag I. H. W. D i e tz N a ch f.(Buch- Handlung Vorwärts) mit seiner pietätvollen Ausstattung eine erfreuliche Ueberrnschung, dem bedeutenden Toten eine vornehme Ehrung, unfern bildungsbeflissenon Genossen und der literatur - wissenschaftlichen Forschung einen sachlich wertvollen Dienst erwiesen. Das Buch hat als literaturhistorischer Abriß und als Führer durch die ältere sozialistische Literatur bleibenden Wert. Darüber hinaus

Löbes Reöe in Augsburg . (Fortsetzung von der 1. Seite.) Schühinger-München : Der Zusammenbruch und der Vertrag von Versailles haben uns vom Militarismus befreit. Wir haben eine neue Wehrmacht, die der Verteidigung der Republik dienen soll. Leider ist sie nicht zuverlässig genug. Tos liegt daran, daß man dem Führerproblem nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt Hai. Wir müssen die wirklich republikanisch empfindenden Führer schützen. Das Reichswehrministerium muß wieder in die Hände der deutschen Arbeiterschaft kommen.(Beifall.) Markwald-Frankfurt a. M.: Wir verlangen, daß die Praxis der Partei mit den Beschlüssen der Parteitage in llebereinstimmung ge- bracht werde. In Görlitz ist gesagt worden, daß wir nicht in die Regierung gehen werden, wenn nicht die monarchistischen Offiziere aus der Reichswehr entfernt werden. Auch später ist ähnliches wiederholt gesagt worden, und doch ist nichts lin dieser Richtung geschehen, vielmehr hat man den letzten republikanischen Offizier aus der Reichswehr hinausgeekelt. Der Parteivorstand darf nicht vor den nächsten Parteitag treten, ohne die Versprechungen von Görlitz erfüllt zu haben. Auch beim Steuerkompromiß sind wir tapfer zurückgewichen. Ohne die Erfassung der Sachwerte können wir mit neuen Steuern nicht vor das Volk treten. Alle an- deren direkten Steuern werden abgewälzt. Es ist beantragt war- den, alle Anträge der Fraktion zu überweisen. Da bekommt man nicht einmal Antwort, wie wir z. B. auf unseren Antrag bezüglich der Abstimmung über das Hohenzollernvermögen. Redner verlangt schließlich, daß die Fraktion stärkeres Gewicht auf die Frage der Sozialisierung lege. Denn ohne die Sozialisierung ist eine Hebung der Produktion unmöglich. Löbe-Berlin : Es hat in vielen Kreisen unserer JSartei eine ge- wisse Verstimmung darüber gegeben, daß sich die Fraktion mit der Zwangasnleihe an Stelle der Sachwerte abfinden mußte. Wir müssen aber im Parlament auch Forderungen erheben, die nicht in den ersten Anstürmen gewonnen werden können(Sehr richtig!) und wir können nichk immer die lehken Konsequenzen ziehen, wenn unsere Forderungen nichk sofort durchgeführt werden. (Sehr gut!) Als zum ersten Male die Getreide fraze in der Fraktion zur Debatte stand, waren wir uns darüber schlussig, daß wir�an einem bestimmten Preise festhalten und wenn wir nicht durchdringen. die Verantwortung für Rot und Teuerung den bürgeri'.chcn Parteien rechts von uns überlassen müssen. In diesem Augenblick kamen die Schüsse gegen Rathenau . Es entstand eine neue Situa- tion. Konnten wir da noch sagen, wir überlassen die Berank- Wartung den anderen? Es muß immer die Wichtigkeit der Fragen gegeneinander abgewogen werden.(Sehr richtig!) Die Frage des Austritts aus der preußischen Regierung hat gerade bei denen keine Billigung gefunden, die vorher so eilig kritisiert haben. Der Fehler liegt darin, daß wir in dem Augenblick, wo wir eine Forderung nicht durchsetzen können, diese Forderung selbst ver- kleinern. Das ist unrichtig. Wir hallen an der Forderung der Erfassung der Sachwerte fest. Wir kommen damit wieder. Die Besitzer der Sachwerte werden bei der Rot dieses Winters vielleicht froh sein, wenn sie mit dem Opfer der Sachwerte davonkommen und nicht mehr Opfer brmgen müssen. Ich hoffe, daß es uns die bevorstehende Einigung ermög- licht, das Schwergewicht unserer Forderungen zu erhöhen.(Sehr richtig.) Wir haben einen Antrag unterbreitet, der die Regierung er- muntern soll, Schritte zur Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zu unternehmen, vorausgesetzt, daß uns darin eine unserm Volk angemessen« Stellung eingeräumt wird. (Sehr richtig!) Die Mißachtung unserer Rechte bei den Grenzfest- setzungen, die Entscheidungen wichtiger Institutionen des Völker- bundes, der auf reine Machtprinzipien gestützte Geist des Völler- bundes, hoben es dem Völlerbnnd schwer gemacht, sich Freunde in den besiegten Ländern zu sichern. Wir wissen, daß der Völkerbund auch geographisch nicht vollkommen ist. Trotzdem müssen wir uns die Frage vorlegen, ob es für unsere wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse besser ist, wenn wir die Abstinenz gegenüber dem Völkerbund weiter aufrechterbalten. Wir glauben, daß die Zeit gekommen ist, diejenigen Tendenzen in der Regierung zu unter- stützen, die für eine friedliche Verständigung der Vol- k e r eintreten. Gewiß hat man unsere Rechte in Obcrschlesicn mit Füßen getreten, gewiß wird die Hoheit von der Völkerbundtom- Mission immer sehr ausgiebig mißbraucht, gewiß sind die Mittel des Völkerbundes zum Schutze der nationalen Minderheiten qerina. aber eine A e nd e r u n g zur Besserung werden wir in der Zukunft a m allerwenigsten dadurch erreichen, wenn wir dem Völkerbund, der für die ganze übrige Welt etwas bedeutet, fernbleiben. ..__________ L______ J---- i.___------------- l enthält es ein Programm für die am Grabe unseres Dietz ge- gründeteHeinrich D i e tz- G e s e l l s ch a s t", deren Ziel Paul Kampffmeiier im Schlußsatz seines Gedenkblattes folgendermaßen kennzeichnet:Planvolles Zusammenwirken der geistigen und körper- lichen Arbeit sollen ein« kulturelle Befruchtung der ganzen Gesell- schaft mit den weltumwälzenden Ideen des Sozialismus herbei- führen." 2. R. Bekämpfung von Gelbem Fieber und Malaria mil Hilfe von Fischen. Die von dem bekanten amerikanischen Oelmagnaten zu Zwecken medizinischer Ausbildung und Forschung gestifteteRocke- feller Foundation" hat im letzten Jahre an der Westküste von Sud- amerika eine dort 1920 erstmalig ausgebrochene und unterdrückte und Anfang 1921' wieder aufgetretene Epidemie von Gelbem Fieber zu bekämpfen unternommen. Die dorthin entsandte Expedition kon- zentrierte ihre ganzen Bemühungen auf die Vernichtuno der Brut der Infektionsträger, einer Moskito-Art(Stegomyia). Als alle ge- wohnten Mittel zur Vernichtung der Moskitos bzw. ihrer Eier und Larven versagten, besetzte manjedesstehende Gewässer mit Fischen von einer bestimmten einheimischen Art 750 000 Stück wurden in dieser Kampagne verteilt mit dem Erfolg, daß seit Juli 1921 aus der Fieberregion kein einziger Fall mehr gemeldet worden ist. Der Bericht fügt hinzu, daß man in den Südstaaten der Union , wo Malariafälle vorkommen, sich diese Cr- fahrung zunutze gemacht hat und den Gemeinden und Privaten Fische zur freien Verfügung stellt, die dort neben dem Entwässern oder Oelen von Wasser- und Sumpfflächen das hauptsächliche und oft das einzige Mittel zur Bekämpfung der Moskitos bilden, die auch hier die Ucberträger der Fieberkeime sind. Die Wasserkräfke der Welt. Eine neueste Statistik der Ver- einigten Staaten, die inWerft, Reederei, Halsen" mitgeteilt wirb, gibt die Wasserkräfte der Welt auf etwa �39 Millionen PS an. Davon sind bisher 23 Millionen oder 5,24 Proz. ausgenntzt. Von den europäischen Staaten besitzt Norwegen mit 5,5 Millionen PS die meisten Wasserkräfte, dann kommt Frankreich mit 4,7 Millionen, Schweden mit 4,5 Millionen, die Schweiz mit 4 Millionen, Spanien mit ebenso viel, Italien mit 3,8 Millionen, Oesterreich mit 3 Millio» nen, Jugoslawien mit 2,8 Millionen, Rußland mit 2 Millionen, Deutschland mit 1,425 Millionen und England mit 0,535 Millionen PS. Am meisten sind bisher die Wasserkräfte in Deutschland aus- gebaut, nämlich mit 43 Proz., in England mit 35 Proz., in Italien mit 30 Proz. und in Schweden mit 20 Proz.

SKfieater i. d. Königgräher Straße. Die fiir Sonnabend anae- kündigle erste AusführungJüdin von Toledo" ist aus den 27. verlegt worden. Eine einmalige Nuffiihrnng de?.Pierrot Limaire« von Arnold Slhoenberg. unter Leitung von Hcrm. Slberchen.tst für den 7. Oltober, abends 8 Ubr, im Saal der Hochschule sür?1tustk sestgesetzt. Karnstel", die russllch-deut'che Kamuierkimstbühne(Verl i» er Sezciiionl, wird unter Leitung von DoviZ Evclinest, dem trüberen?irc'tor des i"o*- lauer NiNtZli-TbeaterS, End: September eröffnet. TaZ Thcalcr wird russisch« Kleinkunst im Stil der Moskauer Fledermaus" pflegen. WcdefindsErdgeist" soll im Lause dieser Saison am Theater Antotne in Parts gegeben werde»