Gewerkschaftsbewegung
Plenarversammlung der Berliner Gewerkschaften.
In der Plenarversammlung der Gewerkschaftskommission am Donnerstagabend in Dörings Festfälen machte zunächst Gemertschaftssekretär Sprung die Mitteilung, daß die vom Ausschuß zurzeit empfohlene Zahlung eines Beitrages in Höhe von fünf Mart für männliche und vier Mart für meibliche Gewerkschaftsmitglieder bis auf einige Ausnahmen erfolgt ist. Die Plenarversammlung möge diese Beiträge nachträglich fanttionieren und ferner beschließen, daß sie in gleicher Höhe auch für das erste Quartal 1923 entrichtet werden sollen. Die Plenarversammlung beschloß demgemäß.
Dem Referat folgte eine längere Aussprache. Bon einigen| Ablehnung der Dezemberlöhne entscheiden. Man denke: durch Rednern wurden verschiedene Bedenken gegen das Gesetz geltend Schuld der Arbeitgeber, an deren Starrsinn jede frühere gemacht, die jedoch von anderen Rednern nicht geteilt wurden. All- Festsetzung der Löhne scheiterte, bekommen die Musiker erst am gemein überwog die Auffassung, daß es Aufgabe der Gewerkschaften 30. Dezember zu erfahren, welche Löhne ihnen ab 1. Dezember sein müsse, das Beste aus dem Gefch herauszuholen.
Zweierlei Maß im Reiche Gröners.
Wir erhielten folgende Zuschrift:
zustehen. Diese Tatsache bildet den Ausfluß eines rüdsichtsIosen Unternehmertums, tie es schlimmer gar nicht gedacht werden kann. Die Inrube unter den Musikern ist natürlich groß und die Lage fehr gespannt. Hoffentlich fommen " Wie verschieden bei der Pensionierung von Beamten die Unternehmer noch 5 Minuten vor 12" zur Vernunft, da verfahren wird, zeigt folgender Fall: Auf den Bahnhof Charlotten- andernfalls eventuell mit einer sehr unliebsamen„ Silvester- leberburg fristete lange Jahre ein Dienststellenvorsteher sein Dasein und raschung" gerechnet werden müßte. hatte bereits als„ noch besonders rüftig" das 72. Lebensjahr überSchritten. Aber auch jetzt noch scheint er ganz besonders rustig zu sein denn dieser Beamte, der außer seiner Ehefrau niemand zu Ueber das Arbeitsnachweisgesez referierte Stadtrat versorgen hat, ist im Gegensatz zu vielen anderen Beamten, die bei Brühl , der hauptsächlich die Streitfragen behandelte. Leider Vollendung des 65. Lebensjahres gehen mußten, vor wenigen Tagen habe das Gesetz im Reichstag eine Verschlechterung erfahren, selbst nach dem Anhalter Bahnhof versetzt worden, also in dem Referentenentwurf gegenüber. In einem lehrreichen Rückblick eine bedeutend verantwortungsvollere Stellung. Man sagt, nicht auf die Entwicklung der Arbeitsnachweise in Berlin hob Genosse etwa der besonderen Leistungen, sondern der höheren Pension Brühl hervor, daß hier der Zentralarbeitsnachweis bereits vor wegen, die der alte Herr in Charlottenburg nicht erreichen fonnte. 40 Jahren begründet worden ist. Dr. Freund habe sich bereits Welche Stelle hat diesen verdienten Herrn, der im allgemeinen als für den Gedanken lebhaft eingesetzt und in Verbindung mit den Ge- Leuteschinder bekannt ist, unter ihre Fittiche genommen? Die alte werkschaften an seiner Verwirklichung gearbeitet. Langer und Stelle hätte genügend Pension abgeworfen." schwerer Kämpfe habe es bedurft, bis endlich mit den Arbeitgebern eine tarifliche Regelung über die Inanspruchnahme der Arbeitsvermittelung erreicht werden konnte.
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Die Uebernahme des„ Daily Herald". Unter den Beschlüssen, die der englische Gewerkschaftsfongreß in Southport faßte, war feiner von so unmittelbarer und weitgehender Bedeutung wie der, den„ Daily Herald" zum offiziellen Organ des Trade Union Congreß und der Labour Party zu machen. Die angeschlossenen. Organisationen werden pro Mitglied 2 Pence ( etwa 300 Papiermark gegenwärtig) jährlich für die Finanzierung des Daily Herald" zur Verfügung stellen, also eine Summe von 50 000 bis 60 000 Pfund im Jahr. Mit vier Millionen gegen nicht einmal eine Million Stimmen hat der Kongres beschlossen, den " Daily Herald" zu übernehmen, ein Zeichen, daß sich die englischen Arbeiter der tiefen Bedeutung bewußt geworden sind, welche die eigene Bresse für den Befreiungskampf der Arbeiter besitzt: die eigene Tageszeitung macht die Arbeiter unabhängig von der großen Bom Bostamt 5 wird über das Berhalten des Postdirektors bürgerlichen Bresse. Sie ist ein unentbehrliches Mittel. um die Wenn wir heute auch nicht mit allen Bestimmungen des neuen Lau geklagt, der den Beamten die nachbewilligten 20 Proz. Teue- solidarischen Interessen der Arbeiterklasse innerhalb der kapitali Gefeßes zufrieden sein fönnen, so laffe sich doch nicht verkennen, rungszuschläge vor dem Weihnachtsfest troh wiederholter Vorstischen Gesellschaft im politischen und wirtschaftlichen Tagesstreit Daß es immerhin einen Fortschritt bedeutet. Die Ausführungsbestellungen des örtlichen Beamtenzuschusses nicht auszahlte. Der Post zum flaren Ausdruck zu bringen und in den Reihen der Arbeiter stimmungen für Preußen sind erst am 28. November herausgefom- direktor motivierte diese Weigerung damit, daß nicht genügend die Einheit des Wollens auszubilden und zu festigen, die eine so men. Nach dem Gesez haben wir es mit öffentlichen Arbeitsnach- mittlere Beamte vorhanden seien, um die Lohnliften fertigzustellen. wesentliche Voraussetzung gemeinsamer, zielbewußter Aktionen ist. weisen, den Landesämtern für Arbeitsvermittlung und dem Reichs Man müßte schon erwarten, daß die Anweisungen des Reichspostamt für Arbeitsvermittlung zu tun. Die Landesämter bilden Kon- ministers von den nachgeordneten Stellen gehörig befolgt werden, Die Angestellten der Saroffi- Werte stehen seit dem 13. Dezember trollstellen und haben Aufsichtsbefugnisse. Das Reichsamt ist die anstatt durch ihre Mißachtung den Beamten die Festtagsfreude zu wegen Abschluß eines Tarifvertrages im Streif. Die Arbeit Beschwerdeinstanz. In Berlin sind dem Magistrat die Rechte vergällen, sie ohne die ihnen zustehenden Bezüge zu lassen und so geber drohen mit Aussperrung der gewerblichen Arbeitnehmer. der obersten Landesbehörden übertragen worden. Ausschuß der unnüßerweise große Mißstimmung hervorzurufen. Es hätten sich Eine solche Maßnahme würde zweifelsohne auch von nachteiligen Berliner Gewerkschaften und Magistrat sind dafür eingetreten, daß sicherlich bei einigem guten Willen die Lohnlisten rechtzeitig fertig Folgen für alle übrigen Angestellten der SchokoladenBerlin ein Landesamt für Arbeitsvermittlung erhalten stellen laffen, wie es an anderen Postämtern geschehen ist, wo die Industrie sein. Die Angestellten versammeln sich zur Entgegen. hat. Das werde sich nach vielen Seiten hin vorteilhaft auswirken. Nachzahlung im Sinne der ministeriellen Anweisung mehrere Tage nahme von Informationen am Dienstag, den 2. Januar, abends Man werde zu prüfen haben, ob es sich nicht empfehlen wird, vor Weihnachten erfolgt ist. 8 Uhr, im Bureau des Zentralverbandes der Angestellten, Bellefleinere Fachgruppen zu leistungsfähigen Abteilungen zu- Im Postamt C. 1. Spandauer Straße, wird über das Re- Alliance- Straße 7/10( roter Saal). Jeder Betrieb muß vertreten fammenzulegen. Weiter sei darauf zu achten, daß auch die giment des Postinspektors Sch. geflagt, der zugleich Stellenvorsteher sein! Berufsberatung Aufgabe der Arbeitsnachweise bleibt bzw. ist. Jeder untere Beamte, dessen Nase ihm nicht gefalle, fomme auf Die Gemeindearbeiter in Thüringen sind am letzten Sonnabend in den Kreis ihrer Aufgaben einbezogen wird. Weiter sei not die schwarze Lifte und fliege von einer Stelle zur anderen, so daß in den Streit getreten, weil die Tarifverhandlungen zwischen dem wendig, daß das Landesamt bei der Erwerbslosenfürsorge den Angestellten die Arbeitsluft dabei vergehe. Man schiebe die Gemeinde- und Staatsarbeiterverband und dem Tarifverband Thü Direktion und Initiative in der Hand behält. Ferner, daß die ge- Angestellten nach anderen Aemtern ab, wo sie nicht gebraucht wür: ringer Gemeinden und Kreise zu feiner Einigung führten. Gegen samten Aufgaben der Deputation für Handel und Gewerbe bis auf den und lange Fahrzeit haben, ohne Fahrgeldentschädigung zu be- den Schiedsspruch vom 11. Dezember hat der Verband das thüringische bie Gemerbeangelegenheiten an den Verwaltungsausschuß über kommen. Daß fortgesetzt auf die Republik und die Juden geschimpft Wirtschaftsministerium angerufen. Der Schiedsspruch hatte den gehen. Eine fleine Deputation zur Eriedigung der Gewerbeange- werde, gehöre zu den Lebensgewohnheiten der Oberen. Spizenlohn für die erste Dezemberhälfte auf 230 M. und für die legenheiten tönnte bestehen bleiben. Wie notwendig die endzweite Hälfte auf 280 M. festgesetzt. Die Lohnspanne zwischen gegültige Regelung des Nachweiswesens ist, dürfte daraus hervor lernten und ungelernten Arbeitern stieg auf 22 M. und die Spanne gehen, daß in Berlin noch eine ganze Reihe wilder gewerbsmäßiger Stellenvermittler cristieren. zwischen den Ortsklassen auf 18 M. Die Arbeiter lehnten den Schiedsspruch ab und riefen den Demobilmachungskommissar an, dem es jedoch nicht gelang, den Vorstand des Gemeindetarifverbandes zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen.
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Der§ 49 des Gesetzes fann zu der Verpflichtung führen, sämtliche frei werdende Stellen dem Arbeitsamt zu melden. Die wirt. fchaftliche Entwicklung kann dahin führen, daß von dieser Bestimmung Gebrauch gemacht werden muß. Schließlich wies der Redner die gegnerischen Behauptungen, daß beim Magistrat die Absicht bestehe, gegen die Arbeitsnachweise vorzugehen, als unzutreffend zurüd. Der Magistrat sei vielmehr von der Abficht geleitet, für die beste Ausgestaltung der Arbeitsnachweise zum Wohle der Arbeiterschaft zu sorgen.
Musiker in den Gastwirtsbetrieben. Hierzu wird uns geschrieben:
Die Festsetzung der Dezemberlöhne sollte am 23. Dezember Durch einen vor einem vereinbarten Schiedsgericht erfolgen. Vorstoß der Arbeitgeber, der sich regelrecht als ein folcher gegen Treu und Glauben ausweist, ist es aber auch am 23. Dezember noch nicht zur Festsetzung der Dezember löhne gekommen. Sie wird nunmehr heute Freitag durch den gefeßlichen Schlichtungsausschuß erfolgen. Die Mufilerschaft selbst wird sich in einer öffentlichen Versammlung morgen vor mittags 101, 11 hr in den Sophien- Sälen über Annahme oder
Die neuen Lohnverhandlungen für den Ruhrbergbau hat Reichsarbeitsminister Dr. Brauns auf den 3. Januar im Reichsarbeitsministerium angesetzt.
Berantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin ; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin . Verlag Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin . Drud: Borwärts- Buchdruderci u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin , Lindenstr. 3
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