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Eine dunkle Tat.

meistens alsbald Hilfsbereitschaft. Benn Lydia auf dem Spazier gang nicht alles erzählen fonnie, so sezte man sich wohl auch auf Der Reinickendorfer Frauenmord vor dem Schwurgericht. eine Bant, um die mitleiderregende Schilderung des Jammers zu Die Hochflut ber Morbprozeffe, die in dieser Woche das Ber. pollenden. Stets aber tauchte plöglich ein junger Mann auf, der finer Schmurgeridt beschäftigen wird es stehen Ende der Woche den Herrn zur Rebe stellte, wie er dazu fomme, mit feiner Braut nicht weniger als vier Mord und ein Lotfchlagsprotich fehr peinlich. Sie empfahlen sich möglichst bald und entbedten Spazieren zu gehen. Den Zurechigemiesenen mar solcher Auftritt natür. 8eß bei den brei Berliner Bandgerichten zur Berhandlung an- in der Regel erst später, daß Lydia ihnen die Uhr mit Rette ader mirb eingeleitet mit der Berhandlung gegen den Händler Erich auch die Brieftasche gestohlen hatte. Merften sie es por Weiß, der unter der Antlage ficht, die Pflegerin Hedwig dem Abschied und sagten fie Endia den Diebstahl auf den Kopf zu, Blettig in feiner Wohnung in der Dohmestr. 4 in Reiniden fo tefamen fie es mit ihrem Bräutigam zu tun. Der perbat sich sehr borf ermordet zu haben. entschieden eine solche Beschuldigung und versuchte das Fehlen der Sachen damit zu erklären, daß der Herr fie unterwegs verloren haben müsse. Er ließ sich dann Name und Wohnung geben und nerfprach, eifrig nach dem Gegenstande zu suchen, um seine Braut auch non der letzten Spur eines Berdachtes zu befreien. Tatsächlich brachte er auch miederholt eine Uhr oder eine Brieftasche mit dem ganzen Inhalt zurüd und ließ sich dafür eine hohe mertbe ständige Belohnung geben. Er hatte natürlich nichts ge. funden, sondern sich bie gestohlenen Sachen von seiner Lydia geben laffen. Das Bärchen, das jeh festgenommen wurde, haufte auf einem Laubengelände in Hohenschönhausen. Bei der Berhaftung befaß es außer einer goldenen Uhr mit Stette noch 50 Schweizer Franken und eine Anzahl belgischer und französischer Noten.

,, Schicksalsfragen der deutschen Preffe"!

im

Die berufliche Standesvertretung der Berliner Rebatteure und Journalisten aller Parteien, der Bezirksverband Berlin Reisverband der Deutschen Preise, veranstaltet am fommenden Freitag, den 14. Dezember, abends 71, Uhr. im großen Sigungsfaal bes Preußischen Landtags ( Bring- Albrecht- Straße) eine große Kundgebung über das Thema: Scidialsfragen der deutschen Breffe". Dabei werden Reichsfanzler Dr. Marg und Reichstagepräsident Genosie Löbe über die Bedeutung der Breffe, Chefredakteur dermann über soziale und berufliche Fragen des Redakteurstandes fprechen.

Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin am Mittwoch, den 12. Dezember:

1. t. 7 Uhr Schulaula Auguststr. 68. Bortrag über Arbeiterschaft und Ermächtigungsgefeg". 2. Abt. 7 Uhr bei Dhngemach, Rommandantenftr. 88.

3. Abt. 7 1hr Bahlabend im gofal Gensch. Dresdener Str. 107-108, Refe rent Gen. Auguft Schmahl, und im 2ntal Arüger, Engelufer 23, Referent Gen. D. Engelmann

4. 6. 7% Uhr im Deutschen Garinerheim, Stralauer Str. 53. Bortrag des Gen. Dr. Weinberg über Die Ereignisse der Lesten Reit"., 3. Abt. 7 Uhr bei Bolgin, Gormanaftr. 12. Bortrag über ,, Arbeiterrechts­fragen und Arbeitszeitgefeg". Referert Gen. Reimann.

6. Abf. 7 Uhr Sahlabend bei Replis, Rangsdorfer , Cde Schwedter Straße; bei Schlistomsin, Rastanienallee, Ede Fehrbelliner Straße. Der Zahl abend bei Dobrohlam findet umständehalber am Donnerstag um Uhr ftatt.

7. t. 7 Uhr bei Dahms, Schlegelftr. 9. Thema: Währungs- und Wirt fchaftsfragen". Referent Dr. Lohmann.

8. Abt. 7 Uhr Schulaula Winterfeldtstr. 15. Thema: Die politische und mirtschaftliche Lage". Referent Gen. Stadtrat Schneider.

2. t. 7% Uhr bei Sufenbach, Perleberger Str. 64. Referent Gen. Stadtv. Bethge.

10. st. 7 Uhr Mitgliederversammlung Gemeindeschule Alt- Moabit 23. 11. Abt. 7% Uhr bei Berger, Sevegomftr. 21. Thema: Beamtenfragen Beamtenabbau und Ermächtigungsgefege". Referent Gen. Dr. Bechlin.

12. Abt. 7 Uhr gemeinsamer Bahlabend Schule Rostoder Str. 32. Bortrag über Die Wirtschaftslage Deutschlands ". Referent Gen. Dr. Mierendorf. 13. t. 7 1hr, Arminiusballen, Bremer Cir. 73. Genoffin Bachenheim fbricht über:" Die politische Lage."

14. 26, 7% Uhr, Bablabend in ben befannten Bokalen.

15. Abt. 7 Uhr bei Goldbach, Binetaplas 7. Vortrag über: Imperialis mus und Rapitalismus. Referent: Genoffe fünfiler, M. b. N. 16. t. 76 Uhr bei rüger, Suffitenstr. 34. Bortrag über:" Der bban bar Sozialgefesgebung. Referentin: Genoffin Hanna, M. b. 2. 17. 206. 7 Ubr, Soulaula Tegeler Str. 18. Bortrag üher: Religion und Sozialismus." Referent: Genofie Landa. 18. b. 7 1hr gemeinsamer Bablabend bei Hochheim , Banffit. 82. Thema: Währungsfragen." Referent: Genoffe Dr. Günther.

19. 2001. 7 Uhr gemeinsamer Bablabend Schulaula Gothenburger Straße ( graue Schule). Bezirksführer 1 Stunde früher.

20. Abt. 7 Uhr gemeinsamer 3ablabenb bei Wenbe, Roloniefir. 147. 22. Abt. 7 Uhr, Echulaula Lütticher Str. 47/48. Bortrag des Gentoffen Schröder über: Wirtschafte und Währungsfragen."

23. Abt. 7 Uhr, Bahlabenb bei Lewandowsti, Eeeftr. 104, und Zaube, Müllerfic. 62a.

Es handelt sich um einen Prozeß non größtem psychologischen Intereffe. Weiß war Anfang September Strohmitmer und be gegnete am 4. September am Bahnhof Friedrichstraße der durch ihre Schönheit auffallenben Pflegerin Bleftig, die gerade einen Berwandten zur Bahn gebracht hatte. Es gelang ihm, die Belami haft bes Mädchens zu machen und sie zu einer fleiner Bummelfahrt durch nerfchiedene Bitär- und Weinstuben der Fried­ richstadt zu bewegen. Dann begleitete die Plettig den Angeklagten in feine Wohnung, wo sie zwei Tage und zwei Nächte per blieb. Nach den Angaben des Angeklagten wäre sie in ihm so perlicht gewesen, daß er sie nicht mehr Los werben fonnte. Shrem ftürmischen Verlangen, fich pon seiner Frau scheiden zu lassen und fie zu heiraten, habe er fich faum erwehren fönnen. Als sie am britten Morgen halb angeticitet auf dem Bettrand saß und ihn mieber mit ihren Liebfosungen bestürmte, wil ihn die ut der= art gepadt haben, daß er in die Südge rannte, ein fpiges Küchen­meffer und einen Schlagring helte und das Mädchen da mit fo lange bearbeitete, bis es ohmmächtig in feinem Blut auf ber Erbe lag. Dann warf er sich auf bie Bewußtlose und drückte ihr die Bebe zu, bis sie tot war. Sehr belastend für den Angeflagten ist es, daß er der Reiche die Ringe und Wertsachen abnahm, bie er dann sofort verkaufte. Fer­ner, daß er am Abend bes Morttages an einem Tanznergnügen hes Fußballflubs Liberta" teilgenommen hat. In der Nacht dar. auf 30g er der Beide bas Hemd aus und steckte fie in einen Sac. Mit feiner graufigen Bast auf den Schultern ging er burch tie Straßen Reinidendorfs nach einem freien Blag nahe dem Zaun tes Friedhofs der Nazareth- Kirche, wo er die Leiche im Sande nerfcharrie. Drei Tage später wurde die Beiche gefunden und der Angeklagte balb darauf perhaftet. Rechtsanwalt Dr. Kurt Pindar hat einen umfangreichen Beweis tafür angetreten, baß der Angeflagte, der jung verheiratet und unbestraft ist und in alüdlicher Ehe lebte, bei Begehung der Bluttat. offenbar von Sinnen gewesen sei, Zur Begutachtung feines Geisteszustandes ift Medizinalrat Dr. Thiele gelaben. Der Angeklagte Weiß selbst gebärdet fid) im Untersuchungsgefängnis mie ein Wahnsinniger, meint Tag und Nacht und zeigt anscheinend tiefe Reue. Ein aus. Elfenbahnunglüd zwischen New Bort und Chifago. Der Zug, gedehnter Beugen und Sachverständigenapparat mirb in bem pinber täglich die Strede von Chitago nadh New Dort in chologisch interessanten Fall wohl Klarheit über die Veranlassung 20 Stunden zurücklegt, fuhr gestern infolge des starten Bertehrs 35. t. 7% Uhr, Zablabenbe: 3öpper, Rigaer Str. 85; Selfriegel, Aigner zu der Tat brirgen. vor Weihnachten in vier Abteilungen. Der zweite Bug über­fuhr bei einem Bahnübergang ein Automobil, wobei vier Personen getötet wurden. Der nachfolgende dritte Zug be­obachtete das Rothaltesignal und hielt. Der darauffolgende vierte Bug fuhr infolge des dichten Nebels auf den dritten 3ug auf, wobei der letzte Wagen des dritten Zuges zertrümmert wurde. 9 Personen wurden getötet

Auf der Spur eines Mörders.

Bor einigen Tagen wurde der 15 Jahre alte Knabe Rudolf Klenner, aus der Alten Jakobstraße, der am 8. Oftober von seinen Eltern nach Tiefensee geschickt worden war, um Kartoffeln zu faufen, ermordet und beraubt. Die Ortspolizei ermittelte, daß er zuletzt mit zwei Männern auf ber Chauffee Tiefensee- Leuernburg und Tiefenfee- Freudenberg gesehen worden war. Es ist jetzt ge lungen, einen dieser Männer festzunehmen. Es ist ein Fleischer Hermann Meißner aus Lichtenberg , der in jener Gegend öfter Einfäufe gemacht hatte. Er behauptet jedoch, von dem Morde nichts zu wissen. Der junge Klenner sei mit jenem anderen Manne allein weitergegangen. Dieser Dtann, der eine gelbliche Schiebermüße trug, foll, wie Meißner behauptet, die Mundart der dortigen Gegend gesprochen haben. Er soll mittelgroß sein und einen dunklen Anzug, anscheinend von ber Stange getauft, getragen haben. Mitteilungen zur weiteren Aufklärung nimmt Kriminalfommissar Galzom im Bolizeipräsidium entgegen.

Lydias Tiergarten abenteuer.

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Ein fauberes Bärchen, bas feit geraumer Zeit im Tiergarten sein Unmejen trieb. murbe nach längeren Beobachtungen von der Krimi­nalpolizei unschädlich gemacht. Eine Stiderin Lydia Haffe mußte es in ben meniger belebten Gängen des Tiergartens, meistens in der Nähe des Brandenburger Tores , so einzurichten, daß sie von alleingehenden Herren angesprochen wurde. Geschah das nicht, so murbe fie breifter und sprach jelbst die Herren an. In allen Fällen aber schilderte sie ihr angebliches Glend und sie fand bafür

11. b. m, abends 8 Uhr, in der Aula Sonnenburger Sr. 20, ein Unter. Sum Beffen einer Weihnachtsfeier für bedürftige Kinder findet am haltungsabend statt, veranstaltet von Touristenverein Die Natur­freunde" zur Vorführung gelangen Gesangs- und Musifvorträge unter Mitwirkung des Bitherflubs Alventlänge" sowie Rezitationen. Gäste Herzlich willkommen. Eintritt 20 f.

Einen schweren Berlust exliit am Sonnabend, bent 8. Dezember, ein Sturzarbeiter durch Liegenlaffen einer braunen Altenmappe( großes Format, Stokodil- mitation, Inbait Berlzeuge) im legten Zuge der Strede Stettiner Bahnhof-- Bernau . Der ehrliche Finder wird gebeten, feine breffe an die Verkaufsstelle ber Konfumgenossenschaft, Bantow, Berliner Str. 41, gelangen zu lassen.

Groß- Berliner Parteinachrichten.

8. Rreis Spanbau. Dienstag, den 11. Dezember, 7 Uhr, Kreismitgliederver fammlung in der Oberrealschule, Moltkestraße( Eingang vom Schulhof). Tagesordnung: Die Regierungstrife und die Bartei".

11. Atreis. Dienstag, ben 11. Desember, 7% Uhr, Sigung der Zeitungs. tommiffion, Belaiger Str. 27. Ale Abteilungen müffen vertreten fein. 13. Kreis Tempelhof.Mariendorf . Heute, Dienstag, ben 11. Dezember, 7 Uhr, Sigung der Bildungskommission im Rimmer 32 des Rathauses Mariendorf . 20. Areis, Bollsbildungsamt Reinidenbort. Sente, Dienstag, den 11 Desem ber, 8 Uhr, Theatervorstellung in Reinidendorf- Oft, Schülsenhaus, Residens ftrage. Zur Aufführung kommt Der Serr Senator". Rarten noch cu ber Raffe.

Heute, Dienstag, den 11. Dezember:

1. t. 7 hr Funktionärsigung bei Spiegel, Aderfic. 1. 11. t. 7% Uhr bei Kaifer, Goglowstnitt. 84, wichtige Funktionärfonferens. Aue Partei und Betriebsfunktionäre müffen anwesend fein Die Funktionäre treffen

26. bt. Die Funktionärversammlung fällt aus. fto ½ Stunde vor Beginn der Mitgliederperfammlung.

38. abt. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Bartus, Friedenftr. 88. Der Rahl­abenb am Mittwoch fällt eus und findet am Freitag, ben 14. Dezember, 123. bt. Roulsborj. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Beldenfaat der eine Abteilungsperfammlung in Schmidts Feftfalen, Fruchtftr. 86a, ftatt.

Schule Abolffte. 25. Bortrag des Genoffen Südemann. M. d. 2.

140. Abt. Borfigwalbe. 7% Uhr Borstandsligung beim Borsitzenden, Mäuschte. 5. Jungjozialisten. Gruppe Süben: 8 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Linden ftraße 8, Vortrag des Genoffen Samm über Sozialpolitische Fragen der Gegenwart".

28

24. Abt. 7 Uhr, Soulaula Chriftburger Str. 7. Bortrag bes Genoffen Dr. Schönherr über; Die Ereigniffe ber legten Seit

25. út. 7% Uhr, Bablabenbe in ben bekannten bier Rafalen. Die Mit glieberberfammlung am bierten Mittwoch biefes Monats fällt aus. 26. ft. 7 Uhr, im Musikalischen Fuchs". Jofthstr. 7. Thema: Die Bolitik ber Bartei." 27. st. 7 Uhr, Soulaula Sonnenburger Str. 20. Tagesordnung: Be richte und Neuwahl ber Aretsbelegierten. Die Funktionärtonferenz findet borher pünktlich um 6 Uhr im Kinderhort statt.

28. Abt. 7% 11hr im fleinen Saal bei Büttner, Schwebter Str. 23. Tages ordnung: 1. Bericht vom Bezirksborstand. 2. Vortrag des Genoffen Albert Sorlis über: Die Bolitik ber Bartei." Ohne Mitgliedsbuch fein Butritt. Die Arbeitslofen und Kurzarbeiter tönnen zur proletarischen Seterstunde zum 16. Dezember bie Starten in Empfang nehmen. 29. 2001. 7 Uhr, Schulaula Senefelber- Str. 6. Bortrag des Genoffen Bittor Schiff über: Die englischen Bablen." Bozirag.

30. 06. 7 Uhr. Schulaula Babbelaee 40'41,

32. 2001. 7 Uhr, im unieren Gaal bon Somibt, Fruchtfit. 36s, Sahlabenb. Die Weihnachtslisten müssen abgezedinet werben.

34. Abt. Die Mitglieberberfammlung findet am Sonntag, den 16. Dezember, früb 10 Uhr. Schulaula Littauer Straße, fiatt.

Straße 54; Bombe, Boigtstr. 25; Dreffe, Schreinerstr. 18 und Gemeinde fchule Samariterſtr. 20. teferent: Genofie Aozte, M. d. st., über: Ge­febgebung und Partei."

37. 261. 7 Ubr gemeinsamer Bablabend, Schule Sausburaftr. 20. 39. 2001. 7 Uhr, Jugendheim, Lindenstr. 3. Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Alühs über: Die Aufgaben unserer Breffe," Dienstag ( heute). 6 Uhr, Funktionärfonferens im Konferensfaal.

-

40. t. Uhr bei Neufner, Hagelberger Str. 20. Vortrag des Genoffen Sirschfeld über: Finanz- und Währungsfragen der Jestzeit."

41. Abt. 7% Uhr bei Schult, Mariendorfer Str. 5. Bortrag des Genoffen Altmaier fiber: Die politische Bape."

44. t. 7 Uhr, Reichenberger Sof. Reichenberger Str. 147. Vortrag über: Wirtschafts- und Währungsfragen."

46. Abt. 7 Uhr, Schulaula Wrangelfir. 85. Bortrag bes Genossen Dr. Korach über: Die bolitische Lage." 48. St. Uhr bei Gliefing, Waffertorstr. 68. Vortrag über: Die Charlottenburg . 51. Abt. 7 Uhr Bablabend bei Schellbach. Königin- Elifa lebten politischen Ereigniffe. beth- Str. 6. Thema: Arbeiterwohlfabri." Referentin: Genoffin Toben­hagen. 52. st. 7 Uhr, itgliederversammlung bei Büttner, Kaiferin Augufta- ee 81. 54. 2001. 7 Uhr, Jugendheim, Rofinen­Straße 4. Vortrag des Genoffen Rebentinin über: Die rechtsrabifale Bewegung in Deutschland ." Die Der Berfammlungsraum ist gebeizt. Teilnehmer haben ein Brifett mitzubringen. 36. 906t. 715 Uhr, Schul aula Beftalossi- Str. 40. Bortrag des Genoffen Dr. 0ofes,. b.., über: Die Sungersnot in Deutschland ." 57. 25. 1. Gruppe:

7% 15. Sablabenb bei Arnbt, Rantfir. 81 Borizag des Genoffen Bleier über: Die Bactetfchwäche und ihre Ursachen." Gäfte tilfømmen.

2. Gruppe: bei Thunad. Wielandstr. 4. 58, 2001. 7 Uhr, Sigungs faal bes Deutschen Eisenbahnerberbanbes, anteftr. 4. Vortrag des Genoffen Dr. Deiters über: Die Kulturlehre bes Sozialismus. 62. 90t. Siemensstadt . 734 Uhr, Botal Marsandt, Seibelrug", Sonnen bammalee. Bortrag. Wilmersdorf . 69. st. 71 Uhr bei Wolter, Uhlandstr. 108/109. Steferent und Tagesordnung werden in ber Berfammlung belannigegeben. 70. t. 7% Uhr, Sahlabend an bekannter Stelle. Vortrag des Genoffen obert Breuer her; Die politische Lage." 71. und 2. bt. 7% Uhr ge­meinsamer Bahlabend bei Robr, Raiferalee 51/52. Bortrag.

74. Abt. 3chlendorf. 7% Uhr, Bindenport, Berliner Str. 8. Vortrag des Genoffen Zachert über:" Beamtenfragen und Beamtenabbau."

Das Ende einer Schauspielerrepublik. tung. Diese angeblichen Republikaner find in Wirklichkeit verkappte| Solche Versuche können die fruchtbarsten Folgen für die zu­

Bon Mar Hochdorf.

Große Hoffnungen, große Worte und ein Chaos. Das Sauspielertheater, die Gründung einiger Idealisten, eristiert nicht mehr. Nachdem man sich in den Hundstagen vor­trefflich vertragen und nach einer wifden Räuber"-Borstellung die Maffen der Meugierigen angelodt hatte, schwärmten die Bundes. genoffen weiter. Sie mieteten sich im Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater in der Chauffeestraße ein. Sie meldeben eine Wiedergeburt ber Schauspieltunst und die Erlösung der jungen, immer noch ver­ftoßenen Dramatiter an. Nichts ging in Erfüllung. Bevor ge. zeigt merten fonnte, was bie gute Absicht war, melbete der Raffierer einen Unglüdsrapport nach dem anderen, und als man ben legten Raffensturz machte, war das Unternehmen der Idealisten schon gestürzt.

Der Idealisten? Gewiß, sie waren 3dealisten! Sie überboten fich nach allem, was man erfuhr, in bem Ehrgeiz demütig zu sein. Es gab teine große Rolle, es gab feine fleine Rolle, was auf die Bühne zugelassen wurte, follie gleichberechtigt sein.

Rhythmik des Tones und der Bewegung.

Untertanen eines außerordentlich tyrannischen Theatermonarchen, fünftige Entwidlung einer Dolfstümligen und dieser Monarch beugt sich wieder einem Uebermonarchen, der Bühnenkunst zeitigen. Und es wäre dringend zu wünschen, ben Titel des Ministers für Wissenschaft und schöne Künste führt. daß dergleichen noch oft und wenn möglich in wechselnden Formen unternommen würde. John Schifomsti. und biefer hohe Mann hält in der rechten Hand die Balme der fabemie und in der linten das Kreuz der Ehrenlegion und all Nellys Traum," Das Theater am Rurfürstendamm die ehrgeizigen Komödiantenrepublikaner, die erst nach den Balmen hat feinen Spielplan um ein Kinderballett bereichert, das und später nach dem Kreuze gierig find, wollen nichts als ihre Eitel jeht in der Weihnachtszeit jeden Sonnabend und Sonntag nachmit. Die Erstaufführung fand den einstimmigen beit befriedigen. Dieser Wunsch ist higiger als ihr Republikanertum. Logs gegeben wird. Darum find sie sehr gehorsam und feineswegs fo rebellisch wie die jubelnden Beifall der in diesem Fall zuständigsten Beurteiler, des Republikaner in der Friedrich- Wilhelmstadt gewesen sind. Diese Publikums zwischen fünf und zwölf Jahren. Das von Jean Ming Herrschaften errangen weber Gelb, Gut, weder Ehrenlegion noch erdachte und fomponierte Märchenspiel zeigt uns eine liebe fleine Nelly, die in Großmutters Küchenstuhl einschläft und von den fleinen akademische Palmon, weber volle Häufer noch volle Herzen. Darum lieben Bergen ins Traumland entführt wird, das ganz voller eni­stoben sie auseinander. Das ist der Sinn, Unsinn und lebersinn züdender Spielfachen ist, die die wunderbarsten Tanze aufführen, folcher Patriotenliga der Komödianten. Troßbem nur die Beit is fchließlich der entseglich große Teddybär auch mit Nelly tanzen hat den herrlichen Gedanken getötet, aber nicht der Gebante die mill, worüber sie vor Schred aufwacht und wieder in Großmutters Seit. Darum ist es sehr möglich, ja fogar sehr notwendig, daß der Rüdenstuhl fist. Aber das Spiel ist nicht nur für Kinder ergöglich Gebante an das Schauspielertheater nicht aussterbe. Die Theater. und interessant. Es ist, in der Aufmachung des Theaters om Sur­republit muß wiebertommen, sie wird wiederkommen, wenn auch fürstendamm, ein wirkliches Kunstwert. Kindlich, ohne je platt einige falsche Republifen in die Brüche gehen. oder füßlich zu werden. Bon echter Naivetät, die jeden ironischen Antlang vermeibet und sich nicht zur Gefühlsmelt der Kleinen herab. läßt, sondern in ihr lebt und aus ihr heraus gestaltet. Der Stil, dcn das Toni- Freeden.Ballett fultiviert, paßt zu diesem Milieu. An folcher Stelle läßt man sich eine etwas preziöse Bierlichkeit und Einen sehr lehrreichen Abend bereitete uns der Bolts or beforative Drolerie gern gefallen. Und ein Künstler vom Range nit feiner jüngsten Veranstaltung in der Aula bes Andreas- Real Rudolf Bellings hatte die Bühnenbilder und Rolüme entwor gymnasiums. Fräulein Pfeffer, Lehrerin für Gehörbildung und fen. Die Motive stammten aus der Spielzeugschachtel, aber ein Sörperrhythmit an der Staatlichen Hochschule für Musik, brochte mit zum höchsten strebender Kunstrille gab ihnen Form. So tamen ihren Schülerinnen eine Reihe eigenartiger und geistreicher Bor. Bilber von einer einheitlich großzügigen Linien- und Farbenprach, führungen, die den Zusammenhang zwischen muji von einer berauschenden Bucht des tompofitionellen Aufbaus zu unb förperlicher Bewegung nach der Dalcroze- Methode stande, denen man auf unseren Bühnen nur ganz fetten begegnet. illustrierten. An elementaren Beispielen wurde zunächst die Grund­Loge der Theorie deutlich gemacht: Höhe, Stärte und Rhythmus der Die Kinder jauchzten vor der Ueberfülle phantastischer Schönheit Tone spielten sich in Schritten, Gesten, Attitüden und Rumpfbewe- und wir anderen empfanden die Weihe eines ernsten großen Stunft­J. S. gungen. Dann fo'gte die Probe auf die Stichhaltigkeit der Theorie. Die Leute vom legten verfrachten Schauspielertheater ahnten Der Bolfschor song unter Dr 3 anders Leitung eine Arie aus Legenden, Märchen, Hiflörchen" war der Titel, unter dem tros ihrer blinden Begeisterung derartiges. Sie wählten sich einen Haydns Schöpfung und Goethes Rantate Die erste Walpurgis Resi Langer und Fris Delius im Gaal der Sezession einen Direfior, der mit einem Devisenbündel fam und mit einem Ideal, radht" in der Bertonung Mendelssohns und die Tanzgruppe über Bortragsabend veranstalteten. Hört man Resi Banger zum ersten aus dem er zunächst Binsen erhoffte und dann auch Ehren. Als trug diese Musikvorträge in die entsprechenden rhythmischen Be- Male, bann ist man über die Herbheit ihres Organs erstaunt. Und die Ehren nicht tamen und die Zinsen erst recht nicht, sondern nur wegungen. Dem Ganzen mar ber Charakter der Improvisation ge- dennoch ist diese Vortragsfünftlerin berufen, als Bertünderin von die hohen Rechnungen für den heutigen Theaterbetrieb, sagte auch geben. Denn bis dahin hatte jebe Bartei nur für sich probiert und Dichterworten au wirten. Sie ist mit Hingabe, mit innerem Feuer beide wirkten jetzt zum ersten Male im Ensemble zusammen. Das bei der Sache, fie hat eine gefällige Geste und eine reiche Ausdruds. ber Direttor Lebewohl und alles war verwaist, alles war ver- Experiment ge ang über alle Erwartung. Die Birtung war über weise. Hervorragend gut gelang ihr die Wiedergabe der Geschichte münscht, alles war verloren unb verspielt. wältigend start. Ein Phänomen, das Reisende bei phantastischen des Löwen Alois. Frih Delius, begnadet mit einem wunderbaren Ein Häuflein, ein verlorenes; heißt es, will trogbem weiter. Tanzaufführungen primitiver Völker beobachtet haben, trat hier Organ, brachte zuerst eine der so leidflüffig erzählbaren Christus­fpielen. Gut Glüd, aber man glaubt nicht mehr daran. Man glaubt mitten im nüchternen Berlin zutage: Sänger und Tänzer steigerten legenden von Selma Lagerlöf . Aber nicht nur dieser großen Er­eher, daß Schauspielertheater als Schauspielerrepublifen mit mehr.| fich gegenseitig in ihrem Elan, zeitweise bis zur Etstase. Und zählerin, auch Andersens fein fultivierter Bhantafie und Bubmig föpfigem Präsidium heute reine Utopien geworden sind. Der was fast das Interessanteste an dem Ergebnis war: dem unmusi. Thomas erfrischender Derbhcit wurde er zum Genuß seiner Zu­frante Harry Walden versuchte auch folche Republik zu gründen. talischen Laien, dessen Aufnahmefähigkeit die Kompofitionen Haydns hörer vollauf gerecht. So gelang es beiden Künstlern, ihrer Ge­Er scheiterte nicht minder und der Selbstmord mit frassen Nehen, und Mendelssohns sonst unzugänglich sind, erschloß sich durch den meinde einen Vortragsabend zu schaffen. der freundliche Erinnerungs­umftanden war feine legte Rettung. Man fagt aber, baß bie Schau augenfälligen Eindrud der förperlich rhythmischen Bewegung Sinn werte in fich birgt. und Gefühlsinhalt dieser schweren Mufit. spielerrepublit in der Pariser Comédie Française trotz allem blüht, Das Experiment des Boltschors hat eine weit über den Rahmen gedeiht und ewig ist. A nein, das ist eine ganz irrige Behaup- leiner originellen Bereinsveranstaltung hinausgehende Bedeutung.

Es ging nicht so. Die Bekanntesten tonnten ihr Temperament nicht bändigen. Sie wurden ungeduldig, sie wurden unmutig, fie Tiefen weg, fie liefen auseinander, ebenso wie bie Mitglieder des Rünstlertheaters vor anderthalb Jahrzehnten. Statt des bamali gen Rünfilerbundes 30g ein smarter Direttor ein und die Operette triumphierte. In ber Chauffeestraße geschah nichts anderes als da mals in der Nürnberger Straße. Schauspieler, meinte der alte Philosoph Plato , find herrliche Uebermenschen. Aber man tue mit ihnen, was mit allen Genies zu tun fei, man fröne sie mit Lorbeer und jage fie außer Landes! Man könnte Plato zeitgemäß ver. bolmetschen und sagen, man gebe ben Romöbianten einen Direktor

mit fiarter Faust, damit sie nicht tobsüchtig werben!

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merts.

e. b. Rudolf Blümnet trägt am 12. Dezember 8 1hr Potstamer Str. 134a zum erften Male seine ſprechmelodische Kompofition Ango laine" bor , außerbem Dichtungen von Kleist, Poe und Andersen.

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