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1. Beilage zum, Vorwärts" Berliner Volksblatt.

Nr. 56.

Parlamentsberichte.

Deutscher Reichstag .

53. Sigung vom 6. März 1895, 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes: v. Böttiche r.

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Donnerstag, den 7. März 1895.

12. Jahrg.

wo es

abgenommen, und zwar in den letzten 20 Jahren von 125 bis tönne.( Präsident v. Levehow bezeichnet die Aeußerung als 115 auf 100 000 Einwohner.( Buruf rechts: Noch viel zu viel!) unparlamentarisch".) Wir betrachten die Menschen nicht von Sanitätsrath Neumann in Berlin hat nachgewiesen, daß viele ihrem tonfessionellen Standpunkte aus, sondern wir sehen auf die Juden ausgewandert sind; das preußische statistische Bureau hat Handlungen. Schlechte Menschen giebt es in allen Berufen und seine Untersuchung bestätigt. 1886 hat Wagner die Schrift von in allen Ständen. Man wirft den Juden materielle Be Neumann selbst anerkannt und die jüdische Massenauswanderung strebungen vor. Aber die Konservativen sollten doch an ihren Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Berathung vom Osten her als eine Fabel bezeichnet. Aber um diese großen Führer Stahl denken. Sollen denn die Meisterwerte der Anträge betreffend die Einwanderung der aus Statistik hat sich niemand von Ihnen( rechts) ge- jüdischer Musiker nicht mehr deutsche Herzen erfreuen? ländischen Juden, die eingebracht sind von den Deutsch- fümmert, sonst wäre ein solcher Antrag überhaupt nicht Herr Bindewald hat am vorigen Mittwoch behauptet, die Juden das Handwerk nicht treiben und fonservativen( v. Hammerstein und v. Manteuffel) und von den eingebracht worden. Hat sich die Zahl der russischen Juden daß Antisemiten( Liebermann v. Sonnenberg). in den Grenzprovinzen vermehrt? Sie hat sich ebenfalls ver- dabei kann ein Verein zur Verbreitung des Handwerks unter den In Verbindung damit wird ein Antrag des Abg. Haffe ( ntl.) be- mindert. Im Laufe eines Menschenalters sind nur wenige Juden Juden nicht einmal alle Leute unterbringen, die sich melden. Die rathen, wonach das Gesetz über den Erwerb und Verlust der naturalisirt worden in Preußen, und die Zahlen ergeben, daß die Juden sollen die Produzenten und die Konsumenten durch ihre deutschen Reichs- und Staatsangehörigkeit dahin geändert werden Einwanderung abgenommen hat. In antisemitischen Zeitungen Preisdrückerei schädigen. Durch hohe Preise können doch nur soll, daß eine Erschwerung des Verluftes der Staatsangehörigkeit wird jetzt paradirt mit einem Erlaß des großen Kurfürsten aus die Konsumenten geschädigt werden. Die Juden sollen die Brots und eine Erschwerung der Naturalisation herbeigeführt werden soll. dem Jahre 1641, als derselbe also 21 Jahr alt war. Da weigerte vertheuerer sein. Sind sie etwa auch jetzt schuld an den billigen Abg. Haffe( natl.) erhält zunächst das Wort zur Begründung er sich, die Juden zuzulassen. Aber 1670 hat der große Kurfürst Preisen? Die armen Juden wissen nicht, wie sie es anfangen feines Antrages. Er bezeichnet sich als einen Gegner der anti- die aus Wien vertriebenen Juden aufgenommen. Und jetzt sollen sollen, um es den Antisemiten recht zu machen. Laffen sie sich semitischen Bewegung, weil sie gesetzgeberisch unmöglich ist und wir ein Geset annehmen, welches die Begünstigung der Ein- taufen, so ist es nicht recht, und wenn sie einmal Aemter weil nur dadurch die großen Maffen aufgeregt werden. Er fönne wanderung der Juden mit Strafe belegt! Ich bitte den Antrag erlangen, so heißt es: Sie drängen sich in alle Stellungen. Raufen die Juden sich Güter, so flagt man über den Uebergang auch die Juden nicht für alle Schäden des öffentlichen Lebens ver- abzulehnen. antwortlich machen und könne die Judenfrage nicht in den Mittel- Staatssekretär v. Bötticher: Ich habe noch keine Gelegen der Güter in fremde Hände, wenden sich die Juden den höheren punkt der Gesammtpolitit stellen. Dagegen wolle er die Judenfrage heit gehabt, mich über die Stellung des Bundesraths zu diesem Schulen zu, fo tlagt man über den Zubrang der Juden zu den vom Standpunkte des berechtigten nationalen Egoismns behandeln. Antrage zu vergewissern. Ich will nur Herrn Rickert auf seine Hochschulen. Es bleibt also teine Eristenzberechtigung für die Der Nativismus; der sich aufbäumt gegen die Ueberschwemmung Frage Antwort geben. Es ist gar kein Zweifel darüber, daß Juden; es bleibt nichts anderes übrig als: der Jude wird vers mit fremdem Volksthum, findet sich in Südfrankreich den Jta- jeder Staat das Recht hat, Ausländer aus seinem Gebiete aus- brannt. Herr Sachße lobt besonders den sächsischen Antis In ganz Sachsen giebt es überhaupt nur lienern, in Paris den Deutschen und auch in Nordamerika den zuweisen, also auch Ausländern die Aufnahme in den Staats- femitismus. Juden gegenüber 3 500 000 anderen Einwohnern. Einwanderern gegenüber. Nicht berechtigt ist er in Nordamerika , verband zu versagen. Das ist ausgesprochen in der deutschen 9000 deffen Bevölkerung aus der Europas hervorgegangen ist, auch Gesetzgebung im Gesetz von 1870. Soweit die Anträge die Absicht Herr Sachße müßte, wenn er sein Land genau kennen, nicht in solchen Ländern, die sich nicht selbst durch haben, die Einwanderung im Sinne des Erwerbs der Bundes- würde, den Juden dankbar sein, denn überall, Die ihre eigene Bevölkerung erhalten können, wie z. B. Frankreich , und Staatsangehörigkeit zu hindern, würden sie zulässig sein. Juden dort giebt, hat sich der Wohlstand gehoben. Distrikte sind diejenigen, wo es teine. deffen Bolksvermehrung eine sehr geringe ist. Berechtigt i In den Verträgen ist in der Regel ausgesprochen, daß die An- nothleidenden Es ist gesagt er in Deutschland , da die Bevölkerung sich genügend ver- gehörigen der vertragschließenden Nationen in den Gebieten Juden giebt.( Große Heiterkeit rechts.) mehrt und der Einwanderung eine sehr erhebliche Aus der Staaten Handel und Gewerbe treiben können. Wenn es die worden, daß gewiffe Leute in das jüdische Horn stoßen müßten, wanderung gegenüber steht. In Deutschland leben etwa 9 pCt. Absicht der Anträge wäre, daß ein ausländischer Jude vom Be- wenn sie Kredit haben wollten. Ich tenne in Berlin feinen von nichtdeutscher Rasse: Polen , Franzosen , Wallonen und triebe, von Handel und Gewerbe in Deutschland ausgeschlossen solchen Horniften.( Heiterkeit.) Heraus mit dem Namen! In Jsraeliten. Gegen eine Einwanderung dieser Elemente muß sich werden solle, so würde das den Verträgen nicht entsprechen. Berlin soll die Berjudung besonders groß sein, so daß die Christen jebe nationale Politik wenden. Die Einwanderer sind allerdings Aber dadurch wird das polizeiliche Verhältniß den Aus- nur noch geduldet seien. In Berlin giebt es 5 Juden auf nicht ihrer Rasse nach kenntlich, sondern nur nach ihrem Geburts: ländern gegenüber nicht berührt.( Hört! rechts.) Der russisch- 1000 Einwohner; wir freuen uns darüber( Heiterkeit), denn wir ort. Es muß die Erschwerung der Naturalisation herbei deutsche Vertrag spricht dies in seinem ersten Artikel ganz deutlich aus. wirken gemeinsam mit den Juden; die größte Harmonie ist vor.. geführt werden. Denn die jetzigen Vorschriften des Gesetzes Wir sind nicht berechtigt, einen Juden, der sich niedergelassen hat, handen. Wenn wir einen Wunsch haben, so geht er dahin, daß vom 1. Juni 1870 Iegen nur sehr leichte Bedingungen auf in seinem Handel oder Gewerbe zu stören. Aber wir sind auch andere, auch wenn sie aus Sachsen fommen, diese Harmonie nicht für die Naturalisation; mindestens müßte die Entscheidung berechtigt, aus bestimmten Gründen einen solchen Ausländer aus- stören möchten durch unbegründete Anträge wie die vorliegenden. Man spricht von Christenthum und Deutschthum. Die Menschen in die Hände einer Reichs- Zentralbehörde gelegt werden. zuweisen." Aber auch der Verlust der Reichsangehörigkeit müsse erschwert Abg. Lieber( 3): Der Antragsteller hat es am vorigen welche von den Parasiten sprechen, mögen sich wohl Christen werden. Viele Tausende von Deutschen sind nach Rußland , nach Mittwoch ausgesprochen, daß der Antrag nur der erste nennen, aber das wahre Christenthum haben sie noch nicht er­Judenfrage sei; da wird tannt, namentlich nicht den Hauptsah: Liebe deinen Nächsten wie Südamerika ausgewandert, fie tehren vielleicht nach Deutschland Schritt zur Lösung der zurück und müssen sich die Staatsangehörigkeit erft neu erwerben. es nicht unnöthig sein, unsere Stellung zur Judenfrage dich selbst. Die Antisemiten erkennen in den Juden nicht ihre Jetzt ist es in das diskretionäre Ermessen der Behörden der ein- im allgemeinen etwas zu kennzeichnen. Der Antrag Hasse steht Nächsten, sie machen vielleicht einmal bei einer Jüdin eine Aus zelnen Bundesstaaten gestellt, ob sie die Naturalisation gewähren mit den anderen Anträgen nicht in Verbindung, und was wir nahme. Es giebt eine Menge Adliger, die sich mit jüdischem wollen oder nicht. Nur das Mindestmaß ist zum Schuße des zur Begründung deffelben bis jetzt gehört haben, reicht nicht aus, Golde ihr Wappenschild aufgefrischt haben!( Burufe rechts: leider!) Staates vorgeschrieben; erwerbsunfähige, arbeitsscheue und be- um ihn als nothwendig erscheinen zu lassen. Ueber den Sinn Die Christen vergessen ganz und gar, daß der Stifter ihrer eigenen scholtene Personen können ferngehalten werden. Warum sollen des Antrages Hammerstein tann Herr Rickert doch nicht zweifel- Religion ein Jude gewesen ist.( Rufe rechts: Pfui!) Und nun nicht auch die national minderwerthigen Personen ferngehalten haft sein; es handelt sich lediglich um die Untersagung der das Deutschthum! Wer ist ein Deutscher! Jeder in Deutschland werden können? Einwanderung; dasselbe besagt der Antrag Liebermann v. Sonnen Geborene; nach der Konfession kann man nicht unterscheiden Im Interesse eines selbstbewußten und mächtigen Reiches berg. Diese beiden Anträge widersprechen den bestehenden zwischen guten und schlechten Deutschen . Das wäre der größte muß es liegen, über seine Reichsangehörigen möglichst lange die Handels- und Niederlassungs- Verträgen.( Hört, hört! links.) Unsinn. Worin sind die Antisemiten den Juden überlegen? Die Verfügung zu besitzen. Jezt verliert Jeder nach 10 Jahren Ab- Darüber laffen auch die Ausführungen des Staatssekretärs Biele der Antisemiten sind geradezu revolutionär und ftaatss wesenheit seine Staatsangehörigkeit. Das ist aus Bequemlichkeits- v. Bötticher keinen Zweifel aufkommen, daß das allgemeine gefährlich; der Klassen- und Religionshaß wird geschürt. Ich rücksichten für die Verwaltung geschehen. In anderen Ländern Verbot der Einwanderung den Verträgen widersprechen würde. bitte Sie, die Anträge abzulehnen. Abg. v. Langen( dt.): Daß von der Sozialdemokratie verliert man nicht durch bloßen Aufenthalt im Auslande seine Mich wundert, daß noch niemand der Redner auf das bayerische Staatsangehörigkeit. Gegen den jetzigen gesetzlichen Zustand Reservatrecht verwiesen hat. Das Schlusprotokoll zum Vertrage gerade Herr Vogtherr als Redner gewählt wurde, hat mich über: hatten sich bei Schaffung des Gesezes die Abgg. Miquel und über den Beitritt Bayerns zur Verfassung des deutschen Bundes rascht; denn es schienen mir zwei Seelen in seiner Brust zu er schien nicht ganz rein von antisemitischen Braun ausgesprochen; fie meinten, daß erst durch die Er stellt ausdrücklich fest, daß die Gesetzgebung des Bundes sich nicht wohnen; Er meinte, man müsse Rücksicht werbung einer fremden Staatsangehörigkeit die deutsche verloren erstreckt auf die Heimaths- und Niederlassungsverhältnisse im Tendenzen.( Heiterkeit.) werden könne. Das wurde aber nicht angenommen und es giebt Königreich Bayern( Buruf rechts: das soll nicht berührt auf das Menschenmaterial nehmen, was von Rußland jetzt sehr viele Deutsche , z. B. in Rußland , welche durch werden!) dann sprechen Sie das gefälligst in Ihrem Antrage hereinkäme. Das wollen wir durch unsere Anträge erleichtern. 10 Jahre Abwesenheit ihre Reichsangehörigkeit verloren, aber aus, das würde sich für eine konservative Partei wohl schicken. Durch die Taufe wird kein Jude ein Deutscher und Balduin die russische nicht erworben haben. Sie sind also rechtlos. Schon aus diesem Grunde ist ein Eingehen auf den An- Möllhausen bedauert es auf das lebhafteste, daß der Jude Jacobs Wir können uns doch nur ein Volt von Brüdern nennen, wenn trag für meine politischen Freunde vollständig son jetzt seinen Namen führen darf. Ebenso wie die jungen wir nicht nur ein Vaterland besitzen, welches wir mit starker unmöglich. Wir wollen tein Ausnahmegesetz gegen bestimmte Mädchen, wenn sie ihren Namen ändern, d. h. heirathen wollen, Hand schüßen, sondern auch, wenn wir unser Muttervolt Bekenntnisse oder wie man sich geschmackvoll auszudrücken beliebt, 14 Tage aushängen müssen, ob Widerspruch erhoben wird, so schüßen. Darin erblicke ich die Grundlage einer nationalen gegen bestimmte Rassen. Ich will nicht untersuchen, wie weit sollten auch die Juden erst 14 Tage aushängen, ehe sie sich Politit. die arische Raffeneinheit derjenigen reicht, welche lauttönende deutsche Namen zulegen dürfen.( Heiterkeit.) Wenn wir darauf Abg. Rickert( frs. Vg.): Der Antrag des Vorrebners hat Worte in der antisemitischen Bewegung ertönen laffen. Daß warten wollen, daß die Juden Deutsche werden, dann tönnen. einen verdächtigen Charakter nur in dem Zusammenhang mit unsere jüdischen Mitbürger uns vielfach Anlaß zu Klagen wir vielleicht erleben, daß vorher alle Deutsche Juden acht lassen. Wir geworden sind.( Große Heiterkeit.) Das ist ebenso, wie den anderen Anträgen. Die Erschwerung des Verlustes der gegeben haben, werden wir nie außer Staatsangehörigkeit kann man objektiv behandeln; man kann werden nie vergessen, mit welcher Brutalität und Bosheit bei dem Judenjungen, der start mauschelte. Er wurde in darüber verschiedener Meinung sein. In diesem Zusammenhang namentlich jüdische Blätter alles den Katholiken Heilige eine deutsche Schule gebracht, aber nach einiger Zeit mauschelte lehne ich den Antrag umsomehr ab, als auch der Vorredner herabgewürdigt haben zur Zeit des Kulturkampfes. Jetzt sehen er noch immer und die ganze Klasse mauschelte mit.( Große nicht entfernt ein Bedürfniß für denselben nachgewiesen hat. wir wieder jüdische Federn am Werk; ich erinnere nur an die Heiterfeit.) Das Edikt des großen Kurfürsten von 1641 berust Man fann auch den nationalen Standpunkt überspannen. Zukunft", nicht blos Religion und Sitte, sondern auch die aller sich auf die Praxis der Vorfahren; und wenn der große Kurfürst Der Antrag Hammerstein soll der unverfängliche Anfang der höchsten Stellen des Staates werden von jüdischen Federn in damals jung war, waren denn die Vorfahren auch jung? ganzen antisemitischen Gefeßgebung sein. Der Bund der Land- fchmählichster Weise heruntergeriffen. Aber die Gerechtigkeit( Heiterkeit.) Wenn er später die Juden zuließ, so that er es, der wirthe ist ja eine antisemitische Organisation geworden. Das fordert das Anerkenntniß, daß es nicht die Juden allein find, Noth gehorchend nicht dem eigenen Triebe, denn er brauchte nach Ziel der Bewegung ist die Aufhebung der Gleichberechtigung der und daß ihre Jahrhunderte lange stiefmütterliche Behandlung sie feinen Kriegen Geld.( Große Heiterkeit.) Weshalb beruft sich Vogtherr auf den Fürsten Bismarck, der die Juden.( Buruf des Abg. v. Plöt: Das würde gar nichts in die Berufszweige gedrängt hat, in denen sich die Fehler am Herr schaden!) Man hält es nur nicht für praktisch, mit der Be- allerleichtesten bemerkbar machen. Aber zur Heilung der Emanzipation der Juden in Rumänien durchgesezt habe. feitigung der Gleichberechtigung der Juden der Juden anzufangen. Schäden bedarf es feiner Ausnahmegesetzgebung, sondern Ich wünsche den Juden alles Gute, fie mögen einen eigenen Ich hoffe, es wird keine deutsche Volksvertretung geben, einer allgemeinen Gesetzgebung zur allgemeinen Gesetzgebung zur Heilung allgemeiner Staat gründen, aber nur nicht unter uns. Gegen die Ein die jemals diesen Schritt thut.( Burufe rechts! Abwarten!) Schäden. 3 u einer Ausnahmegeseggebung wanderung der Chinesen hat sich Herr Vogtherr ausgesprochen. sich Zentrum Die Untersagung des zeitweiligen Aufenthalts im Reiche würde wird niemals bewegen Warum will er aber die Einwanderung der Juden gestatten? eine Berhöhnung der Verträge sein, welche Deutschland mit lassen, denn man hat es durch die Gesezgebung uns bis in die Daß auf den Schiffen des Lloyd Chinesen als Heizer fungiren, fremden Staaten abgeschlossen hat. Selbst das Verbot der Knochen hinein geprügelt, daß wir selbst eine Minderheit sind. ist eine Schonung der deutschen Arbeiter, welche den Aufenthalt Naturalisation, gefeßlich ausgesprochen, würde gegen den Geist( Sehr richtig! im Zentrum.) Wir sind deshalb auch für ein im Heizraum in tropischen Gegenden nicht aushalten tönnen. der Verträge verstoßen. Welches Bedürfniß liegt für den Antrag Schachtverbot nicht zu haben, nachdem Rabbiner in öffentlichen Jüdische Landarbeiter sind noch seltener als an der Berliner vor? Ausländische Strolche, Hausirer und ähnliche Leute können Versammlungen erklärt haben, daß das Schächten ein ritueller Börse die Germanen. Daß Herr Vogtherr sich weniger gegen seitens der Landespolizei- Behörden ausgewiesen werden, des- Att ist. Wir tönnen unsere Hand nicht dazu die Antisemiten als gegen uns gewendet hat, beweist, daß wir gleichen jeder Ausländer, der sich unbequem macht. In bieten, heute gegen die Juden, morgen gegen auf dem rechten Wege sind; dafür danke ich ihm. Herr Paasche sprach Preußen fann ein Ausländer die Naturalisation nur die Polen und übermorgen gegen die Sozial- von den sprachlichen Leistungen des Abg. Sachße; er hätte sich das erwerben unter Zustimmung des Ministers des Innern. demokraten vorzugehen. Als das Jesuitengefeß an sparen können. Es ist gut, daß alle Voltsstämme und alle Die Zahl der russischen Juden hat sich im Westen vermindert. genommen wurde, ertönten laute Jubelrufe, die mir noch heute Dialekte hier vertreten sind; nur der eine Dialekt, das Mauscheln Ein jüdischer Arzt, ein Russe, der lange Jahre in Deutschland in den Ohren gellen. Da hieß es: Die Jesuiten sind wir los, follte ferngehalten werden. Herr Rickert meint, wir brauchen prattizirt hat, fuchte seine Naturalisation nach; er erhielt vom das Zentrum wird folgen; wir wünschen glückliche Reise! uns vor den Juden nicht zu fürchten. Das ist richtig, wir sind Regierungspräsidenten den Bescheid, daß er die Naturalisatiou Wir werden dafür sorgen, daß man nicht sagen fann: die Juden jegt aufgebracht; aber früher stand es sehr schlimm. Die Juden erhalten würde, wenn er seine Entlassung aus dem russischen sind wir los, die Katholiken werden ihnen folgen.( Zustimmung sind uns in gewisser Beziehung überlegen. Sie sind nicht flüger als wir, aber schlauer und gerissener. Herr v. Bötticher berief Staatsverbande nachweisen könne. Als er seine Entlassung er- im Zentrum.) halten hat, wird ihm die Naturalisation nicht gewährt. Ist das Abg. Hermes( dfr. Vp.): Die Anträge sind wohl nur zu sich auf den Artikel 1 des deutsch russischen Vertrages; ich gewiffe Dinge von gerecht? Die russischen Staatsangehörigen sind aus den östlichen dem Zweck gestellt, um jüdische Mitbürger in unerhörter Weise verweise auf Artikel 5, der Provinzen zum großen Theil ausgewiesen worden; aber es anzugreifen; sie sind eines Kulturstaates unwürdig. Man hat Einfuhr ausschließen will. Die Juden, wenn sie von Rußland standen große wirthschaftliche Interessen auf dem Spiel, und den Eindruck, als wenn man dem Antisemitismus im Lande eine zu uns fommen, sind russische Erzeugnisse( Große Heiterkeit), deshalb fonnte man nicht alle ausweisen. Die russischen Kom besonders gepfefferte Speise vorfeßen wollte, weil er an Zugkraft deren Einfuhr wir verbieten können( Lachen links). Wir wollen Ein Ausnahmegesetz, von dem missionäre in Memel und Rönigsberg fann man gar verloren hat. Die Zahl der Juden in Deutschland hat abe davon nicht mehr haben. 567 000 Juden im Herr Lieber gesprochen hat, kann nur Es befinden sich nur nicht entbehren. Man bereitet ihnen allerhand Schwierigkeiten; genommen. gegen Inländer Reiche 49 500 000 Christen. gegenüber Ausländer. Die erlassen werden, niemals aber Das einen dauernden Aufenthalt gestattet man ihnen überhaupt nicht. Deutschen fönnen wir nicht als rituell bezeichnen, Sie werden meist nur auf 6 Monate zugelassen; wird eine längere jüdische Masseneinwanderung ist lediglich eine Fabel, die Schächten Genehmigung ertheilt, so gilt sie nicht für die Familie. Also zur Stellung solcher Anträge feinen Anlaß giebt. Der Antrag sondern nur als eine Thierquälerei. Abg. Hermes verdient einen ein Bedürfniß für den Hammerstein'schen Antrag liegt nicht vor. ist aber auch garnicht durchführbar. Denn bei den internationalen großen Orden von der Juden Schuhtruppe. Herr Hermes hat Was ist überhaupt angeführt worden? Antisemitische Reden Beziehungen tommt schließlich nur die Staatsangehörigkeit in nur den Juden zu Munde geredet; ich will lieber dem deutschen gegen unsere Juden, aber fein Nachweis, daß die massenweise Frage, nicht die Konfession. Eine Regierung könnte einen solchen Wolfe zu Munde reden. Herr Hermes meint, daß die Juden die Einwanderung fremder Juden stattfindet. Antisemitische Reden, Antrag niemals annehmen, denn sie kann den Grundsatz der fächsischen Bezirke reich gemacht haben. Sollte er nicht Ursache die man in Versammlungen für 50 Pfennige anhören kann. Gleichberechtigung nicht verlassen. Mit welchen Gründen wird und Wirkung verwechseln, daß die Juden in die armen Bezirke Herr Jacobstötter führt alle gar nicht hingehen? Herr Hermes als Dissident sollte uns keine die überhaupt das Oberflächlichste sind, was es giebt, hat man der Antrag befürwortet? Dinge auf die Juden zurück; er spricht Belehrung über Christenthum angedeihen lassen. Mit der Be­hier gehalten. Auf die Frage der Konkurse, des unlauteren Wett- schlechten daß es eine Sünde und Schande sei, daß seitigung des jüdischen Einflusses allein ist natürlich die Ge­bewerbs u.s.w.will ich nicht eingehen, auch Christen sind bei Konkursen davon, und beim unlauteren Wettbewerb betheiligt. Diese Dinge gehören die Juden alle möglichen Dinge zur Reklame benutzen. nesung nicht zu erreichen. Stedner zitirt aus der Broschüre von Die Juden und die deutsche Kriminalstatistik", nicht zur Sache, deun es handelt sich hier um auswärtige Juden. Ich muß es auch als eine Sünde und Schande bezeichnen, daß Giese: Die Jud eu haben im Deutschen Reiche nicht zugenommen, sondern auf der Tribüne des Reichstags solche Rede gehalten werden daß die Juden bei solchen Bergehen, die ihrer Volks

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