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Der Zeigner- Prozeß.

Schluß der Beweisaufnahme.

für sich selbst äußerst bedürfnislos war und in Geldsachen

wenig praflisch

Landgerichtsbirektor Saner fogt bann über seine persönlichen| sehr penibel ist, der Geschenke machte, ohne dabei aber verschwende. Beziehungen zu Dr. Zeigner aus: Er fennt ihn noch von der Studen- risch zu sein, der tenzeit her als fünstlerisch veranlagten Menschen mit wissenschaftlichen und soziapolitischen Interessen. Diese Beziehungen mit Dr. Zeigner wurden dann während der Assessorenzeit wieder aufgenommen. Den Borschlag Dr. Zeigners, ins Minifterium zu ihm zu gehen, schlug er anfangs ab, weil er nicht den Verdacht erwecken wollte, als nuge er feine persönlichen Beziehungen zu Dr. Zeigner dazu aus. Als dann Dr. Zeigner sich bei ihm darüber beklagte, daß er wenig Menschen um sich habe, mit denen er übereinstimme, nahm er die Berufung nach Dresden an. Aus feinen Beobachtungen kann er sagen, daß

Dr. Zeigner gern verschenkte, einfach lebte und keinen foft­fpieligen Neigungen fröhnle. Bom Hörensagen weiß er, daß er dem Republikanischen Richter bund Zuwendungen machte. Er hatte nicht den Eindrud, daß im Familienleben die Frau die Tonangebende war. Dr. Beigner fann, wenn ihm im Haufe etwas nicht gefällt, seine Ansicht in energischen Worten zum Ausdruck bringen. Diese Antwort gibt der Zeuge auf die Frage des Vorsitzenden, die sich auf die gestrige Aeußerung Dr. Zeigners, daß in der Damenpelzfrage nicht er allein zu bestimmen hatte, sondern auch die Frau, bezieht.

Es folgen dann ausführliche Darlegungen Dr. Zeigners zur Begnadigungsfache Mayer und Kühn, die nicht zur Anflage stehen. Mayer, der Fabrikant, soll begnadigt worden sein, während Kühn, der Arbeiter, seine Strafe hat abbüßen müssen, ob­gleich beide wegen der gleichen Sache zu Gefängnisstrafe verurteilt worden waren. Dr. Zeigner erklärt, daß die Ursache für die ver­schiedene Entscheidung der Gnadeninstanz die Krankheit Mayers war. Auf Vorhalt des Profigenten erklärt Dr. Zeigner, daß er bereits im August 1923 die Gefahr erkannt hatte, die ihm durch Möbius Indiskretion in Eaten der vernichteten Militärpapiere brohte. Deshalb bat er ihn auch, in der Sache gegen den gestern erwähnten Rechtskonsulenten, gegen den wegen Bestechung Straf­antrag gestellt worden war, den Mund zu halten. Dr. Beigner will damals schon sich mit dem Gedanken getragen haben,

Deutschland zu verlassen und nach Brasilien auszuwandern. In der Nachmittagssigung wird auf Antrag des Staatsanwalts ein früherer Bizewachtmeister aus dem Erjazbataillon, in dem Zeig ner war, vernommen. Er bestätigt, daß es allgemein hieß, daß der Befreite" Beigner in der Kanzlei des Kommandeurs die juri­ftische Abteilung leite. Auch er war überzeugt, daß Zeigner Befreiter war, bis er aus den Zeitungsberichten erfuhr, daß das nicht der Fall ist. Der folgende Zeuge Ostar Weichel erledigte vorüber. gehend die Ordonnanz im Borzimmer des Kommandeurs, führte die Statistiken, verwaltete die Kartotheken und wurde von Major Troms . per zu privatgeschäftlicher Angelegenheiten verwandt. Einige Monate por der Revolution nahm dann auch Dr. Seigner im Borzimmer feine Arbeit auf. Eine Drillichjade habe auch niemand von den dreien, die im Vorzimmer beschäftigt waren, getragen. Der Zeuge Weiner wird dem Zeugen Weichel gegenübergestellt, bleibt aber dabei, daß es Dr. Zeigner gewesen ist, der ihm den Vorschlag ge­macht hat, die Aften zu vernichten.

Rechtsanwalt Dr. Marschner lenft die Aufmerksamkeit des Ge richts darauf, daß der

Zeuge Weichel dem Angeklagten 3eigner in Figur und Profil auffallend ähnlich sehe.

Dr. Zeigner habe deshalb auch behauptet, daß im Borzimmer bes Rommandeurs ein Goldat gesessen hate, der ihm ähnlich sah. Trog Berbehalt des Borfizenden bleibt der Zeuge Weichel dabei, daß er mit dem Zeugen Weiner nie gefprodjen habe und ihm über­haupt nicht fenne. Der Versuch, durch ein langwieriges Kreuz verhör genau festzustellen, ob Beichel im Borzimmer des Romman deurs zu gleicher Zeit mit Dr. 3oigner gearbeitet habe, bleibt er­folglos. Dr. Zeigner erflärt, daß er nur die letzten paar Wochen vor der Revolution im Borzimmer gefessen habe. Die ganze frühere Zeit habe er nur das Borzimmer mit den Aften paffiert. Bei der Frage der Bereidigung des Zeugen Weichel erflärt Dr. Zeigner nochmals in fichtlicher Erregung, daß hier eine Berwechslung vorliegen müfje, da er mit dem Zeugen Weiner nie gesprochen habe. Der Borsigende macht nochmals den Versuch, den Zeugen Weichel zu veranlassen, falls es der Fall gewesen sein sollte, einzugestehen, daß er sich vielleicht fälschlich als Assessor und Dr. Beigner be. Beichnet habe. Er macht den Zeugen aber gleichzeitig darauf auf mertfam, daß er nicht verpflichtet sei, etwas auszufsagen, was ihn eines Berbrechens zeihen würde. Der Zeuge Weichel bestreitet aber nach wie vor, fich Assessor genannt und mit dem Zeugen Meiner gesprochen zu haben. Weichel und Weiner werden laut Gerichtsbeschluß vereidigt.

Landgerichtsdirektor Homm, der bereits morgens seine Aussage gemacht hat, erscheint erneut, um noch ergänzend mitzuteilen, daß Dr. Zeigner wirklich der Partei gewisse Beträge zufom­men ließ. Ueber die Persönlichkeit Dr. Zeigners fagt dann Frau Clean aus. Sie schildert Zeigner als Menschen, der in Geldsachen

gewesen ist. Sie ihrerseits habe Dr. Zeigner die ihm zur Laft ge­legten Handlungen nicht zugetraut, weil sie ihn dazu für viel zu vornehm halte. früheren Innenministers Liebmann, der in der Boruntersuchung Rechtsanwalt Marschner beantragt hierauf die Ladung des ausgesagt hat, daß er glaube, bestimmt behaupten zu können, daß das Telephongespräch mit Dr. Zeigner teinen Einfluß auf seine Entscheidung in der Sache Schmörl gehabt habe und ferner Dr. Zeigner in dieser Angelegenheit keine Amtshandlung nach seiner Ansicht vorgenommen, sondern nur eine Empfehlung an die zuständige Stelle gegeben hate.

Der Staatsanwalt bitet um Feststellung, daß der Zeuge Pa. nier wegen Teilnahme an räuberischer Erpressung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt war und der Rest der Strafe ihm auf dem Gnadenwege gegen eine Bewährungsfrist von vier Jahren erlassen wurde. Darauf entfernt sich das Gericht, um über den Antrag der Ver­beidigung schlüssig zu werden und von einem Brief, der foeben aus der Schweiz an die Adresse des Borsitzenden eingetroffen ist, Kenntnis zu nehmen. Der Vorsitzende verkündet dann den abschlägigen Gerichtsbeschluß in bezug auf die Ladung Liebmanns und teilt mit, daß der Brief von der Angehörigen einer bekannten Echweizer Familie, einer Deutschen namens Sulzer tomme, die an die Gefühle Ses Gerichts zugunsten Dr. Beigners macht jedoch den Vorhait, daß Dr. Frant I, der die letzten zwei appelliere. Neue Beweisantrage liegen nicht vor. Dr. Marschner Tage abwesend war, eventuell noch Anträge stellen fönnte. Es sollen dann nach Entgegennahme des ärztlichen Gutachtens von Die Sigung wird darauf auf Mittwoch 9 Uhr vertagt. Dr. Echüß die Plädoyers beginnen. Als letter Verhandlungs­tag ift eventuell der Donnerstag vorgesehen.

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Jadte Coogan, das Wunderkind des amerikanischen Films, ist einige Jahre älter geworden, aber er hat noch seine findliche Anmut, ben Neiz seines Lächelns und seine rührende Hingabe bewahrt. Er ist in ang lebe der König "( Marmorhaus) zum Prinzen gewoiven, ber lange Hosen und Zylinder trägt, oder in Uniform und schließlich im Rönigsornat auftritt. Aber seine Sehnsucht ist bei dem findlichen Spiel und den luftigen Streichen geblieben, und wenn es ihm im Hofleben gar au langweilig wird, fliehlt er sich fort oder schläft auf dem Throne einfach ein. Die Handlung, die um ihn als Hauptperson herumgeschrieben ift, spielt in irgendeinem phantastischen Ballanstaat und ist mit ihren Hof­intrigen, Verschwörungen, Liebesszenen und der Entführung und Be freiung des nunmehr zum Thronerben Avancierten mehr als naiv. Die Soldatenspielerei wobei der Snirps zwischen den Beinen der langen ober die Thronbesteigung, woran Titty Bit( so heißt Rerle verschwindet

Seine Majestät mit seinem Kindernamen) sein Hündchen teilnehmen läßt, Ernst zu markieren hat( so bei dem von ihm ausgebrachten Hoch auf den

wirten als Barobie sehr luftig. Einige Szenen, bei denen der Jacie König) find ganz gegen seine Natur und wirken gezwungen. Aber wenn er mit einem Spielfameraden Murmel spielt oder Rutschbahn fährt oder die Erzieherin nachmacht, ba ift er in seinem Element. Was wird seine nächste Rolle sein? Bird man ihn nicht durch Frübreifung verderben? Wo Amerita seine große Natur und feine Urwüchsigteit ins Treffen führt, wird es immer siegreich sein. Der Herr der Steppe ( Mozartsaal) führt uns ins rauhe Cowboyleben Nevadas. Vor dem Hintergrunde schneebedeckter Berge tummeln sich in der weiten Steppe wilde und verwilderte Pferdeherden. Der Leithengit Tony" entwidet bie ganze Schönheit des Tieres in Freiheit. Sein Abenteuer bei den Menschen er begibt sich aus Hunger in die Knechtschaft feine Be freiung und Wiedergewinnung und endgültige Bändigung durch Tom

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Mity der Inhalt des Films, bem eine Blebesgeschichte mit einer Farmer tochter parallel geht. Tom Mir ist der Meistet in allen Künsten bes Schießens und Reitens, von fabelhafter Geschicklichkeit und Пlügster Taktik gegen Menschen wie Ziere. Zwei lustige For- Grotesten eine Ver­ullung des Bergsports und eine von tollfter Laune regierte Aben teuergeschichte ,, Serz über Bord" fügten sich dem Programm aufs Beste ein.

In eine andere Wundertelt eröffnete ein deutscher Film Einblide: Der Film bom unbewußten"( hypnose und Suggestion). Er will nicht Propaganda machen wie seinerzeit die jetzt verbotenen öffent lichen Hypnosevorführungen, sondern über das Wesen dieser Erscheinungen aufklären. Dr. Thomalla und Kronfeld haben mit gutem Erfolg ein reidyes und gut gruppiertes Tatsachenmaterial filmisch bewältigt. Da ber

Film zusammen mit einem Vortrag geboten wird, ist er außerordentlich geeignet, über diese Gebiete, die auch Spekulationsobjekte des Aber­glaubens werden können, wirkliches Wissen zu verbreiten. Besonders Selbsthypnose, zeigte Borgänge, wie sie auch dem Kenner felten unter­interessant find die Kapitel Sypnose und Verbrechen" und ,, Hypnose als Heilmittel. Einige Aufnahmen, z. B. die eines indischen Fatirs in kommen.

d.

alhambra zu bestreiten. Seine Reflame hat immer so etwas Gönner­Fox Filme. William For beehrt sich, das ganze Programm der haftes, Herablassendes an sich, und die brei gezeigten Filme sind Blöd­finn in filmischer Vollendung. For weiß, der Film ist stumm, man muß ben Augen etwas bieten, bas große Publitum will unterhalten sein. Dementsprechend handelt er. Das Wort wird faum mehr durch den Ge fichtsausbrud, sondern schon mehr und mehr durch die ganze förperlide Gelenfigkeit der Darsteller ersetzt.

In Herz über Bord" be­

ginnt die Hauerei bei Anfang des ersten Attes und endet beim glücklichen Abschluß des zweiten, während man in Die 2öwenbraut bie bereits berühmt gewordenen Löwen allerlei Unheil zwecks geschickter Aus nugung ber Situationstomit anrichten fiebt. Ein Wirbelwind von Toll­heiten aber durchzieht das Cowboy- Drama mit Tom Mir in der Haupt­rolle. Er nennt sich Der Blisbeißer, folglich ist es jedem fimplen Deutschen flat, daß ganz Ungeheures geschieht, und dem ist auch so, zumal noch ein Pferd Tony mitwirft. Als Beispiele felen nur angeführt, bak mehrere Häuser abbrennen und ein Liebespaar auf galoppierendem Pferb burch mehrere hundert Filmmeter rottolorierter Flammen jagen muß. Das Publikum schwitzt vor Vergnügen und Aufregung. Eine gewisse Ab ein Drama in Gis und Schnee, das uns die Wiener bescheren. Die Ver fühlung bringt Die Lawine"( Uraufführung Uz. Kurfürstendamm), gleichsmöglichkeiten, die uns die fremden Filme bieten, find immer sehr interessant. Die Hauptdarsteller find, angängig, aber nicht hinreißend. Doch sehen wir zwei reizende Kinder, die trotz des Jackie- Coogan Rummels überall bestehen werden. Die Manuskripthandlung ist unnötig berwickelt, weil sie sieben Arte füllen muß, und die Zwischentitel sind un­beholfen. Die Innenbauten sind so sehr Kulisse, daß sie die Flusion völlig rauben. Aeußerst spannende Momente bringt die Arbeit eines Hundes, und die Wintersportbilder find von frischem Neiz. Ganz vorzüg lich jedoch sind die Aufnahmen aus den Schnee und Eisgefilben der Berg­welt; fie füllen den Film tatsächlich mit Werten. e. b.

ein Haus in die Luft gesprengt, ein anderes Haus umgerissen wird,

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