Gewerkschaftsbewegung
Nach dem Kampf.
Im Hauptmaterialienlager in Röpenis besteht infolge der Bersonalverringerung eine folche Arbeitsanhäufung, daß man neuerbings einen Privatunternehmer mit einer Anzahl Arbeitern herangezogen hat, der diesen Arbeitern einen Stundenlohn von halten, felbst aber von der Bahnverwaltung pro Arbeiter und 53 Bf. zahlt, alio 17 Bf. mehr, als die Eisenbahner er. Stunde nicht weniger als 75 i. erhält.
angeführt wird, zeitigt der planlos vorgenommene Abbau unter| abtommen zum 8. April gekündigt Die Unternehmer lehnten den Eisenbahnern die tollsten Blüten. 20prozentige Lohnerhöhung. Die Unternehmer lehnten diese ab und glaubten, auf Grund der in der vorigen Woche in Goslar ftattgefundenen Tagung der Arbeitgeberverbände für das Baugewerbe mit Gegenanträgen aufwarten zu müffen. Eine Berlängerung des Bezirtstarifvertrages fann auf Grund der in Gostor gefaßten Beschlüsse nicht in Frage fommen. Die Unterneh mer miegen fich in der Hoffnung, daß später ein Reichstarifvertrag zustandekommen merde und möchten vorderhand eine gewiffe Uebergangszeit schaffen. Die Gegenanträge der Unternehmer gipfelten in der Hauptsache darin, die tägliche Arbeitszeit auf 9 Stunden festzulegen; alfo fiatt Bohnerhöhung Bers längerung der Arbeitszeit.
abgebauter Arbeiter, von anderen Dienststellen a blomman Bei anderen Dienststellen ist man dazu übergegangen, an Stelle bierte zu beschäftigen. Man schredt dabei nicht banor zurüd, bie bann außer der Arbeitszeit nog Fahrzeit und Fahrgeld aus den entlegenfien Bororien Berlins Arbeiter abzufommandieren, erfekt belommen, fo baß für einen einzelnen Arbeiter oft bas bie bann außer der Arbeitszeit noch Fahrzeit und Fahrgeld Doppelte an Bezahlung nötia ift. als ein abgebauter erhalten ihr verfolgten Absichten Schindluber treiben. Die Pfennige, bie hätte. Das heißt denn bog mit der Abbauverordnung und den mit Martbeträgen wieder aus." man auf ber einen Seite spart, gibt man auf der anderen Seite in
Man fonnte einigermaßen gespannt sein, wie die„ Rote Fahne", gestern nachdem sie geft ern ben lächerlichen Aufruf ihrer tommunistischen Organisation, Borbereitungen zum Rampfe zu treffen, vet. öffentlicht hat, heute zu dem abgefchloffenen Konflikt in ber Reichsbahn Stellung nehmen werde. Die unter der Diftatur von Moskau stehenden Eisenbahner haben, wie wir in unferem heutigen Morgenblatt bereits feststellten, überall, wo die foci gewerfschaftlichen im Berein mit den driftlichen und Hirsch Dunder. fchen Eisenbahnern im Rampf standen, sich gebrüdi und teilweise offen Streitbruch getrieben. Was schreibt nun heute die Rote Fahne"? Sie leiftet sich einen Beltartikel und außerdem auf der vierten Seite fünf Ueberschriften, von denen man fagen fann: gelogen wie gebrudt. Der Beitartifler bat offenbar von den Tingen, um die es fich dreht, nur einen dunflen Begriff. Er fann also ruhig barauf Losschreiben. Er erzählt, daß die 6 Bf. Lohnerhöhung nur mit Intaufnahme ungeheurer Ber. fchlechterungen in Bezug auf Arbeitszeit, Urlaub ufm. erreicht wor ben fei. Bozu zunächst zu bemerken ist, daß die Frage, ber Urständigen laubszeit gegenwärtig fich noch im Stadium der Berhandlung befindet und baß bezüglich ber Arbeitszeit nicht nur feine BerSchlechterung eingetreten ist, sondern insbesondere für die Ober. bauarbeiter eine Berbefferung. Für diese fonnte ber Bohnbetrug, ber darin bestand, daß man den Saisonarbeitern im Sommer für zehn Stunden nur achteinhalb zahlte, beseitigt merben. Den Bogel hat die Rote Fahne" aber zweifellos mit folgendem Den Bogel hat die„ Rote Fahne" aber zweifellos mit folgendem Gaz abgefchoffen: Nur bie gewerfchaftliche Opposition und die burch die refermiftischen Führer aus dem DEB. Ausgeschloffenen, bie fich im freien Eisenbahnerverband pereinigt haben, ftanten un eridyroden an erster Stelle, wiesen unermüdlich den Beg. Sie fagten ben Waffen der Cisenbahner, baß fie nur durch den scharfsten Rampf auf der ganzen Linie von den Vertretern des tapitalistischen Staates irgend etwas erreichen fönnten. Und foviel weiß heute jeder Eisenbahnarbeiter, baß, wenn die Brüber in Gütbeutschland, un
Beften, im Magdeburger Bezirt, in Hamburg nicht unter Führung der Opposition in ben Streit getreten mären, nicht einmal Berhand lungen um die lumpigen 6 Bennige erreicht worben wären."
Es ist eigentlich überflüssig, diese hanebüchenen Lügen nochmals zu widerlegen. Wir haben festgestellt, wie fich bie Opposition in biefem Stampfe in Birtlichkeit verhalten hat. Nachdem der Kampf nun ohne fie fiegreich beendet worden ist, stellen sich die jungen Leute Sinomjems hin und erzählen ber staunenden Mitmelt, Daß fie bas Rennen gemacht hätten. Diese Drüdeberger von Beruf find nur noch lächerlich.
Wie die Reichsbahn wirtschaftet.
Während sich die Regierungsstellen mit den Eisenbahnerorgani fationen in ungezählten Berhandlungen um einige Pfennige Lohn erhöhung streiten und dabei vom Verkehrsministerium ebenso wie vom Gesamtfabinett die bedrohte Wirtschaftlichkeit der Reichsbahn
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durch den Bersonalmangel in gefährlicher Weise vernachläffigt. Die Selbst die Bahnunterhaltungsarbeiten werden ständigen fleinen Reparaturen an den Bahntörpern und Gleis. anlagen werden nicht mehr regelmäßig ausgeführt. So waren bei ( pielsweise zwischen den Stationen Hohenzollerndamm und Schmargendorf auf dem Gütergleis nicht weniger als 42 zerbrochene Baschen festzustellen, was zur Folge hatte, daß die Schienen da, wo die Lasche gebrochen war, ohne Berbindung mit der Schwelle maren und frei in der Luft hingen. Auf der Strecke nach Ertner fchüttung gebrochen Es ist als ein Bunder zu bezeichnen, baß nicht find fogar die Schienen infolge ungenügender und geloderter Stein größere Eisenbahnunfälle vorkommen.
Für die Arbeiter felbft bedeutet bar instemlose Abbau eine leichtfertige Gefährdung ihres Lebens während der Arbeit. Auf unterhaltungsarbeitern 16 für anderweitigen Dienst ablommandiert. einer Bahnmeifteret im Gebiet bes Sibrings find von 28 Bahn Die verbleibenden 12 Mann nerteilen fidh auf 8 Rottenführer, so bag eigentlich über Aufsichtspersonalmangel nicht geflagt werden daß Anspruch genommen. Die Arbeiter find bann gezwungen, ohne fönnte, würden die Rottenführer nicht oft anderweitig dienstlich in Sicherheis poften auf befahrenen Streden zu arbeiten.
in feiner Weise zur Rentabilitätserhöhung der Reichsbahn beiträgt. Aus all bem ergibt sich zweifelsohne, daß der Berfonalabbau Schönen Spruch von früher her durchgeführt: Was befohlen ist, Der non oben verfügte Abbau wird von den Dienststellen nach dem wird gemacht und wenn es auch Quatsch ist. Den Schaden haben Arbeiter und Beamte, Reichsbahn und Reichsfaffe.
Konflikt im Berliner Baugewerbe.
Bon den Borständen ber baugewerblichen Arbeitnehmerverbände wird uns geschrieben:
Die gestrigen Berhandlungen im Berliner Hoch, Beton. und Tiefbaugewerbe find refultatios verlaufen. Am 1. April haben die baugewerblichen Arbeitnehmerverbände das auf dem Wege freier Bereinbarung unter Mitwirkung des Schlichters getroffene Lohn
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mitig abgelehnt In ber Berliner Bauarbeiterschaft ist man Ein derartiges Anfinnen haben die Arbeitnehmervertreter eine infolge der Unternehmergelüfte während der legten Bertragsperiode Boufirmen nunmehr dazu übergehen merben, mit den einzelnen Be anderer Auffassung. Es ist nicht ausgeschloffen, daß die Berliner legschaften Sonderbestimmungen zu treffen, b. h. daß man der Arbeiterschaft einen Revers zur Unterschrift vorlegt. Die Ar. Unterschrift unter einen Repers zu verweigern if beitnehmerverbände weisen ausdrücklich darauf hin, daß jebe Die baugewerblichen Arbeitnehmerverbände werden zu ber neuge fchaffenen Situation Stellung nehmen.
Zwölfftundenschicht in den Deutschen Werken.
Mitte Februar wurden( wie wir in Nr. 95 bes Bormärts" be richtet hotien), die Arbeiter im Stahlwert der Deutschen Werte in Haselhorst entlassen, weil sie es ablehnten, sich mit der von der zu erflären. Die Entlaffenen flagten jetzt beim Gewerbegericht Direktion verfügten Einführung der zwölfftundenfchicht einverstanden auf Wiedereinstellung oder Entschädigung. Sie machten geltend, daß die Direktion durch ihr Vorgehen verstoßen habe gegen ben Tarifvertrag, gegen die Arbeitszeitverorbung und gegen bie Still 3wölfftundenschicht bereits erfolgt mar, habe die Direktion die Ges legungsverordnung. Erst als die Stillegung nach Ablehnung der nehmigung des Demobilmachungstommiffars zur Stillung einge holt. Als die Berhandlungen vor dem Gewerbegericht femeit feftftellte, zeigte ich, daß bie Rlager bie im BRG. vorgesehene gefommen waren, und der Borfizende bie Daten ber Entlassung Frift zur Einreichung der Klage nicht inne gehalten haben sei, mie der Vorsitzende Magistratsrat Sul bemerkte, zu be Aus diesem Grumbe mußte bie Rlage abgewiefen werden. Das erhebliche Bedenten vorliegen. Aber an den Frifthe. dauern, da fachlich gegen die Schritte der Deutschen Werte febr ftimmungen des BRG. fönne bas Gericht nicht vorübergehen, Dieses Mißgeschid mit ihrer Klage haben die entlassenen Arbeiter unferes Erachtens dem Umstande zuzuschreiben, das sie gemert. fchaftlich nicht organisiert sind und wohl glaubten, fie fönnten ihre Angelegenheit ohne die Hilfe einer Gewerkschaft durchführen. 1 Berantwortlich für Bolitik: Craft Reuter; Wirtschaft: Wetur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton : Dr. John Sailowski; Lotales Berlag: Borwärts Berlag 6. m. b. S., Berlin . Drud: Borwärts- Budbruderet und Sonstiges: Fris Rarstäbt; Anzeigen: Th. Glode;( ämtlich in Berlin . und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin 628. 68.. Sindenfirake 3.
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