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örtert.

Bürgerblock gegen die Sozialdemokratie. nofen Dr. Kurt Rosenfeld . Berlin lag, nicht einmal die Protest gegen die Wahl Landsbergs zum Landes­

hauptmann.

Das Gericht hatte der Verteidigung, die in den Händen des Ge­Möglichkeit gegeben, rechtzeitig die Aften ein Jehen und die Berteidigung vorbereiten zu fönnen. Infolgedessen verlangte der Verteidiger schon vor dem Termin schriftlich und noch mals im Termin mündlich die Bertagung. Das Gericht lehnte diesen Antrag ab, worauf der Berteidiger die Richter wegen Beforçais der Befangenheit ablehnte. Diese Ablehnung wiesen aber die abgelehnten Richter selbst, ohne Erfahrichter hinzuzuziehen, zurüd, indem sie einfach erklärten, der Berteidiger habe die Ableh­nung nur ausgesprochen, um die Sache zu verschleppen und um sie der nur noch bis zum 31. März 1924 für solche Prozeffe zuständigen Straftammer zu entziehen!

muß. Diese Differenzen find maßgebend dafür, daß auch die| daß er zur Hitler Garde übergelaufen sei. Der| Rädelsführer betätigt oder Gewalttätigteiten verübt haben Kommunistische Partei bis zur Stunde ihre Kandidaten Erfolg ist aus der Notiz des Deutschen Tageblattes" zu er- follten. In dreitägiger Verhandlung, Dom 27. bis 29. März 1924, noch nicht genannt hat. Auf dem zum Zwede der Kan- sehen. Dinters Hunger nach einem Doppelmandat wird ge- wurden die Borgänge vor der Straffammer in Frankenhausen. er­didatenaufstellung einberufenen Parteitag-Ende Februar- stillt, und Dinter bedauert fonnte feine Entscheidung gefällt werden. In der mit den Bor­arbeiten betrauten Kommission kam es zu ganz außerordent fich scharfen Zusammenstößen, bei denen Tätlichkeiten nur mit Mühe vermieden werden konnten. Ursprüngliche Absicht mar, awei Atabemifer Dr. Stein, ein fluger, aber charakter­lofer Mann, und Barion zu Spizenkandidaten zu füren. Dem hat die Zentrale ihre Zustimmung versagt. Die beiden Leutchen sind nicht zuverlässig repo. lutionär genug. Die Personen, die jetzt unterder­hand" als. Kandidatenerfaz gennant werden, find geistige Jämmerlinge, die nie eine Rolle zu spielen vermögen. Der Arbeiter, der diesen Menschen seine Stimme gibt, ohrfeigt sich Arbeiter, der diesen Menschen seine Stimme gibt, ohrfeigt sich selbst. Die übrigen Parteien treten öffentlich kaum in Erschei­nung. Die Boltspartei und die Demokraten denten jedenfofls nicht daran, ihre Werbung über den ihnen nach ihrer Ansicht sicheren Kreis hinauszutragen. Deutsch natio- gesichert. Deutschnatio: nale und Bölkische sind bis jetzt nicht in erheblichem Maße in Erscheinung getreten. Wenn der Versammlungsbefuch und die Stimmung in den Veranstaltungen einen Rückschluß auf das Wahlergebnis zulassen würden, dann hat die Sozialdemokratie das Recht zu größtem Optimismus. Wenn wir aber unsere Erwartungen auch nicht überspannen, sondern fühl und nüchtern alle Fat­toren, günstige und ungünstige, in Rechnung stellen, so bleibt doch soviel, daß die Partei im befeßten Gebiet mit der be­rechtigten Hoffnung in den Kampf geht, die alten Stellungen zu behaupten.

Dinter bedauert.

Er wollte nur in den Reichstag . Im Fall Dinter ift eine plögliche Bendung eingetreten. Das Organ der Deutschvölkischen Freiheitspartei ", das " Deutsche Tageblatt", teilt mit:

Wir berichteten vor einigen Tagen, daß vom Provinziallandtag der Provinz Sachfen der bisherige Gesandte in Brüssel , Ge­noffe Otto Landsberg in der Stichwahl zum Landeshauptmann mit einer Stimme Mehrheit gewählt worden sei. Der Landtag zählt 110 Mitglieder. Im ersten Wahlgang waren für Landsberg 54 Stim men abgegeben, 24 entfielen auf den deutfcnationalen frü heren Regierungspräsidenten v. Gersdorff, 32 auf den bisherigen ftellvertretenden Landeshauptmann Hübener, der für die Demo traten fandidierie. In der Stichwahl erhielt Landsberg 54, übener 53, während 3 Zettel unbeschrieben waren. Durch diese Stimmenthaltung von drei Abgeordneten war die Wahl Landsbergs wurde bei Beginn der gestrigen Sitzung des Landtages dem Bor Wie jetzt der Voffischen Zeitung" aus Merseburg gemeldet wird, fizenden ein von sämtlichen bürgerlichen Abgeordneten unter schriebener Protest gegen die Wahl Landsbergs über reicht, in dem verlangt wird, daß die Wahl annulliert und für ungül­ig erflärt werden solle. Zur Begründung wird ausgeführt, daß Ber. ftöße gegen die Wahlordnung vorgefommen feien, und daß famt liche Unterzeichner des Antrages des Proteftes im 3 meiten Wahlgang für den Demofraten gestimmt hätten. Stimmzettels die Wahl des Sozialdemokraten ermöglicht hatten, Augenscheinlich haben die Herren, die durch Abgabe eines meißen nachträglich Betlemmungen empfunden und wollen das nun wieder gut machen, indem sie behaupten, sie hätten auch für Hübener ge­stimmt. Ueber die Zulässigkeit des Antrages auf Annullierung und über die weitere Behandlung der Angelegenheit wird einstweilen im Borftande des Provinziallandtages unterhandelt.

Diesem Berhalten entsprechend fiel auch das Urteil der Strof­tammer aus. Sie sprach 7 Angeklagte frei, verurteilte aber einen Angeklagten zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis( unter fofor­tiger Berhaftung), einen anderen( den Bater des ersteren!) zu einem 4 zu 5, 2 zu 6, einen zu 8 und 2 zu 9 Monaten Gefängnis. Alfo Jahr, außerdem einen Angeklagten zu 3 Monaten, 7 zu 4 Monaten, insgesamt 9 Jahre 9 Monate Gefängnis! Die vom Verteidiger be antragte Bewährungsfrist wurde ausdrücklich nur den An­geflagten zugebilligt, die nicht mehr als 6 Monate Gefängnis erhalten hatten, und auch diefen nur( anders als im hitler- Prozeß!) bei einer Gelbbuse Don 50 Goldmart für je einen Monat Gefängnis.

Hohenzollernfimmel.

Stresemanns Schühling läßt sich huldigen.

Breslau , 11. April. ( Eigener Drahtbericht.) Der frühere Kronprinz wurde gestern in Breslau zum erstenmal Gegen­stand einer öffentlichen monarchistischen Demon­stration. Er war zu einem Maffenkonzert der Reichswehr im Zirkus Busch erschienen, in Begleitung seiner Frau Beite Sireife waren vorher auf seine Anwesenheit vorbereitet worden. As dis Rapelle das Deutschlandlied und Fridericus Rex fpielte, brachte die Sufchauermenge, die durch ein ziemlich hohes Eintrittsgeld ent predend gefiebt war, stehend dem Hohenzollern eine Rundgebung bar, beren Tendenz nicht zu verkennen war.

fegten ihre Kundgebungen doch fort, bis er im Auto wieder nach Der Erfronpring felber hielt sich zurück, die Monarchisten aber Dels zurückfuhr. Falls sich solche Kundgebungen wiederholen sollten. dürften Gegenfundgebungen der republikanischen 10 Arbeiterschaft nicht ausbleiben. Die Monarchisten werden es sich dann selbst zuzuschreiben haben, wenn die Anwesenheit bes Hohenzollern in Schlesien zu einer Verschärfung der inner­politischen Spannung führt.

Die Magdeburgische Zeitung", die abwechselnd demokratisch und rechtsvolfsparteilich ist, erklärt, die Wahl Landsbergs fei ,, untrag­Durch eine Reihe von Mißverständnissen hatte sich Herr Dr. bar". Für die bürgerliche Gesellschaft, die sich je nach Bedarf liberal, Dinter in einen Gegenfah zu der Organisation des völlisch national oder demokratisch nennt, ist nur tragbar", wenn fonjer. fozialen Blocks in Thüringen gestellt. Dieser Block hat infolgedeffen native oder schwertapitalistische Politiket in Bertrauensämtern fügen. von einer Kandidatur Dinters in Thüringen Abst and Ein Sozialdemokrat, und mag er auch so hervorragend genommen. Im Laufe der Berhandlungen stellte sich heraus, qualifiziert fein wie der Genoffe Landsberg , ist für den Bürgerblod daß hier tatsächlich Mißverständnisse vorlagen, und Herr Dr. Dinter auf jeden Fall ungeeignet, weil von ihm vermutet wer­gab der Leitung der Freiheitspartei gegenüber die den darf, daß er nicht in erster Linie die Intereffen der Kapitalisten, Erklärung ab, daß er die angezogene Notiz in den Blättern leb- fondern auch die des arbeitenden Boltes vertreten würde. haft bedauere und daß er durch eine neue Erklärung die Angelegenheit richtigstellen würde. Da eine Kandidatur Dinters für Thüringen jegt faum noch möglich sein wird, so wird er wahrschein­lich an zweiter Stelle in einem anderen Wahlkrets kandidieren. Jedenfalls hat die Besprechung am 7. April ergeben, daß Herr Dr. Dinter nach wie vor auf dem Boden der Deutschvolfischen Freiheitspartei steht, daß ihm nichts ferner liegt, als die jetzige Leitung zu befämpfen, daß er vielmehr im Gegenteil erklärt hat, in alter Treue mit der Leitung weiter zu arbeiten.

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Die Sache sieht demnach jest jo aus: Als Artur Dinter in den Thüringischen Landtag gewählt worden war, tam ihm der Appetit beim Essen und er verlangte für fich auch noch ein Reichstagsmandet. Das fcheint feinen völlischen Freunden in Thüringen etwas happig vorgekommen zu sein, und man geriet sich über den Mandatsschacher in die Haare. Inwieweit sich die Berliner Leitung" der Herren Bulle, Henning usw., die offenbar für ihren Einfluß im Reichstag zittern, hinter den Kulissen am Spielchen beteiligte, entzieht sich der öffentlichen Kenntnis. Jedenfalls lancierte Artur Dinter , nachdem ihn seine thüringischen Freunde nicht auf die Reichstagswahlliste gelegt hatten, eine sehr biffige Notiz in die gegnerische Presse, in der er die Berliner Leitung für unbe onnen erklären und ihr den schärf­ften Kampf anfagen ließ. Zugleich drohte er mit seinem Aus­tritt aus der Partei. In einer zweiten Erklärung meldete er,

Das Samenkorn.

Bon Frant Crane( New York ).

Die sieben Weltwunder waren feineswegs die wundervollsten Dinge in der Welt. Die Wunder des Lebens sind am dichtesten imter den uns verirautetsien und alltäglichsten Dingen zu finden. Bielleicht ist das erstaunlichste, verblüffendste, geheimnisvollste Ding im ganzen Weltall ein Samenforn.

Sieh den Apfelbaum! Die ganze Form des Stammes, das Gesetz seiner Aeste und Zweige, feine Blätter und ihre Abern, seine zarten Blüten und seine Frucht fie alle waren in einem fleinen, braunen, harten Samenforn beschlossen. Deffne das Korn, und du

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fiehst nichts als eine weißliche Fülle. Und doch hat diese Substanz

Kräfte, die so feltfam sind wie die des Geistes. Ja, in ihr ruht ein Blan, der Holz, Blüten und Aepfel in sich begreift.

Bon meinem Fenster aus höre ich am Morgen den eigentüm lichen, heiteren Ruf der Hähne. Sie frähen bekanntlich alle die gleiche Melodie. Einmal war diese Melodie im Ei oder doch irgendwie mit ihm verbunden. Also: Dotter und Weiß des Eies vermögen das zu erzeugen, was einen bestimmten Schrei ausstoßen kann. Und zweifellos trähen die Hähne heute, wie sie im Garten des

Paradieses gefräht haben.

Nimm zwei Keime. Der Mikroskopift kann kaum einen Unter­

schied zwischen beiden wahrnehmen. Und dennoch entwickelt sich aus dem einen der Löwe mit dem ganzen vielfachen Organismus von Haaren, Nägeln, Blutgefäßen, Eingeweiden, Rervenfäden, geistigen Anlagen und besonderen Kennzeichen, und aus dem anderen der

Mensch mit seinem Körper, der ebenso umfassend ist wie der des

Löwen , und mit einem Gehirn, das Gedanken empfangen und denken, das Phantasien erzeugen fann.

Es erscheint unheimlich, wenn wir eine Eprechmaschine betrach­ten und beobachten, wie der Ton einer Stimme, cines Klaviers, einer Bioline oder die volle Crchestermusit durch eine Nadelspige hervor nebracht werden. Es erscheint unmöglich, ein Wunder. Und dennoch ist dies nicht so erstaunlich wie die Tatsache, daß ein lebendes Wasen, eine Ente, ein Hund, ein Eichbaum, ein Rosenstrauch, den ganzen

munterreichen Organismus in einem Ei oder einem Samenforn vereinigt, aus dem dann ein ganz ähnlicher Organismus hervorgeht. Nicht eine von den Ansichten der Erde ist dem Samentorn vergleich bar. Die Niagarafälle , die Petersfirche in Rom , die Pyramiden in Aegypten , die Gipfel des Himalayas nichts davon überwältigt ben gedankenvollen Geist fo Jehr wie ein leines Samentorn. Das Wunder aller Wunder ist das Leben. Und das Samenfora ist die wundersamste Offenbarung des Lebens. Die Wunter der Elektrizität, der Radioaktivität, des Hypnotismus, bes Hellsehens und der Träume, die Wunder des gestirnten Himnicis mit seinen unge­heuren Massen und Entfernungen, die chemische Verwandtschaft und

Emminger- Justiz.

Schtverste Strafen gegen Arbeiter.

Aus Thüringen wird uns geschrieben:

Zu Pfingsten 1923 fand in Frantenhausen am Kyffhäuser ein Stommers des Allgemeinen Deutschen Burschenbundes statt. In demselben Saale war am Tage vorher ein Fest des Arbeiterrad­fahrerbundes gefeiert worden. Während des Kommerfes fam es zu einem Zusammenstoß zwischen Studenten und Ar­beitern, bei dem ein Arbeiter blutiggefchlagen wurde.

Bei seiner Bitte, ihm den Aufenthalt in. Deutschland zu geftatten, hat übrigens der jüngere Wilhelm Berpflichtungen über­nommen, an die er rechtzeitig von der Regierung erinnert werden sollte, bevor er selbst ins Gedränge kommt,

Der Erfola.

Völkische Agitatoren in franzöfifchen Gefängnisfen. Diese Tatsache, die übertrieben von Mund zu Mund ging, ver­Düsseldorf 10. April,( Eca.) In das hiesige franzöfifche anlaßte das Zusammenlaufen einer großen Anzahl von Arbeitern, Gefängnis wurde eine Reihe deutsch - pöllischer Agi die verlangten, daß der Täter festgestellt würde. Das lehntatoren eingeliefert, die in Celfenfirden, Wanne und Umge ten die Studenten ab, und es fam darauf zu einem Sturm auf bung angeblich eine die Sicherheit der Befaßungstruppen gefähr den Saal, in welchem die Studenten ihren Kommers feierten. dende deutsch - völkische Propaganda betrieben haben follten. Die Gegen die Saaltür wurde mit Batten und Stöden geschlagen, eine gerichtlichen Berhandlungen gegen die Berhafteten Anzahl Stühle und Biergläser, auch andere Gegenstände wurden zer- follen bereits in der nächsten Woche stattfinden. brochen, einem Lehrer wurde die Studentenmüße vom Kopf ge= schlagen, ein Student wurde gestoßen. Ernst ere Mihhandlungen rat am Donnerstag genehmigte, ändert die Beftimmungen über die Bergnügungssteuern in Gold. Eine Verordnung, die der Reichs oder Gewalttätigteiten sind aber nicht vorgekommen. Das einzige Blut, das vergossen wurde, war das des zuerst gemeinden zu erhebenden Bergnügungssteuern nunmehr auf Gold Bergnügungssteuer dahin ab, daß die Mindestsäße der von den Ge schlagenen Arbeiters. Dieser selbst wurde natürlich- natürlich angeklagt. umgestellt werden. Gleichzeitig findet eine Ermäßigung einzelner Die Staatsanwaltschaft faßte die Sache sehr schwer auf Säge statt, weil die bisherigen Säze das Risiko der Geldentwertung und stellte nicht weniger als 26 Arbeiter unter die Anflage des in sich schlossen. Die neuen Bestimmungen sollen am 1. Mai in and friedensbruchs, unter ihnen 15, weil fie fich als Kraft treten.

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die sonderbaren Gelüfte der Moleküle, die Wunder der Kunst und der Erfindung ich kann sie mit dem Wunder des Samenforns nicht vergleichen, das in einer einzigen, leinen, nicht sehr hoch Bergangenheit und Zukunft von Tausenden von Geschöpfen be organisierten Substanz alle physische, moraische und intellektuelle schließt.

Wenn ich ein Heide werden und in der Naiur einen Gegenstand fuchen sollte, um ihn als Gott zu verehren, etwas, das tas unendliche Mysterium des Lebens verförpert ich würde ein Samenforn anbeten. ( Uebertragung von Mar Hanef.)

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| Spur zu fommen. Mehrere Jahre später fand der Wiener Maler Aleg. v. Moed, der das Gebirge auf der Suche nach malerischen Mo­tiven und besonders pittoresken Formationen durchstreifte, ebenfalls in hand garbeitet hat mit der neuesten Forschung auf dem Wege, der biefe Höhle und setzte sich für deren Erforschung energisch ein. Es hat etwas besonders Reizvolles, daß die Romantik des Künstlers Hand Natur ihre Wunder abzulaufchen. Heute sind bereits 3.0 Sito meter Hallen und Gänge der Höhle mit den bizarrsten Eis­bildungen erforscht.

Studienrat Sa tow, der den Film mit einem erläuternden Bor trag und einer Fülle außerordentlich gut gelungener fester Bilder" vorführte, wies darauf hin, wieviel Schwierigkeiten zu überwinden waren, bevor es gelang, in der ewig finsteren Höhle 1200 Meter über dem Lal, einen Film zu furbeln, weil man über keine ge Wien , ein vollständig unabhängiges Beleuchtungsmittel für die eigneten Lichtquellen verfügte. Schließlich gelang es Dr. Kral in Kinematographie, ein Magnesium Dauerlicht zu erfinden. Benn der Film auch nicht in allen Teilen ganz rein und scharf iſt, muß man doch die Lebendigkeit und Anschaulichkeit des Ganzen bes wundern. Der Besuch des Vertrags, der heute und morgen wieder holt wird und eine Fülle an Belehrungen aus der Natur und Erd­gefchichte bringt, kann dringend empfohlen werden.

Eine Burleste im. Lustspielhaus. Ein fondererbarer Borfall ereignete fid gestern im Lustspielhaus. Mensajen, die angeblich Schauspieler waren, agierte auf der Bühne. Eine größere Anzahl Ein Stüd war auch da, es hieß: Der scharfe Löwe". Die ganze Zurichtung machte den Eindrud einer richtigen Theatervor ftellung. Nach den ersten Sägen merfie man aber, daß es sich um ein dilettantenhaft zusammengestelltes Potpourri aus den dümmsten Boffen handelte, die vor einigen Jahrzehnten aufgeführt worden waren. Ich kann mir die Sache nur so erklären, daß der Verfasser Heinz 11ftein, der ja dant feiner Beziehungen zur Zeitung die beste Gelegenheit hat, sich darüber zu orientieren, wie ein Theater­stüc aussieht, mit einigen seiner Freunde eine Wette abgeschlossen hot, Er wollte mit der Aufführung seines burlesken Schwantes beweisen, daß man in Berlin die albernste Cache auf die Bühne bringen fann, ohne daß das Publikum merkt, wie es an der Nafe herumgeführt wird. Tatsächlich hatte auch Heinz Ullstein feine Wete gewonnen. Die ödesten Wiße wie z. B. Stiefelwichfe?- mir wird schwarz vor Augen" wurden von dem Bublifum mit be getfterter Zustimmung quiltiert. Leider hat der Regisseur die ein heitliche Linie, die nötig war, nicht gewahrt, indem ein Schauspieler, Wilhelm Bendom, fehr übermütig und luftig spielte, so daß die Heiterkeit, die manchmal erweckt wurde, auch berechtigt war. Es ist nach dem Vorhergesagten unnötig, über den Inhalt des Mach. werfs ein Wort zu verlieren. Herr Leo Peutert trat ebenfalls auf. Das bemerkenswerteste an diesem Ereignis war sein Sportschaft weiterhin bestehen läßt. Auch in der neuen Bonner Studenten. anzug, deffen Herkunft im Programm angegeben war.

e. d.

fufe in Charlottenburg gab es gestern abend die Uraufführung Ein Film aus der Unterwelt. In der Technischen Hoch­eines Films, der überaus feffeln und reizvoll ist. Man wußte nich, Technik oder die auch dem Stumpfesten ans Herz. greifende gran ob man mehr den Bagemut der Manjajen, die Bollendung der diofe Schönheit der Natur bewundern sollte. Die Eis mielen höhle im Tennengebirge, die größte Eishöhle der Erde, die hier im Film zum ersten Male in Deutsch and gezeigt wurde, ist ein gewaltiges Stück Unterwelt mit allen Schönheiten und Schauen, mit benen Phantasie und Aberglauben der Menschen die unterirdischen Reiche geheimnisvoller Gester und Götter ausgeschmückt haben. Bereits 1879 wurde der Eingang zu der Höhle im Tennengebirge, unweit Salzburg von dem Jäger von Poffelt entdeckt. Obwohl er von seiner Entdeckung in Fachblättern berichtete, rührte sich feine Hand, um weiter zu forschen und diesem Wunder der Natur auf die

Das Ergebnis der Bonner Studentenschaftswahlen. Seit Moraten hatten sich an der Universität Bonn alle rechtsstehenden Studenten­gruppen, der Hochschulring und selbst die katholischen Korpo tationen zu einem großen Ginheitsblod zufammengeschlossen, um die bisherige staatstreue Mehrheit der Kammer unter dem so­zialistisch- demokratischen Studentenschaftsvorsitzenden zu stürzen rnd an ihre Stelle eine solche der Korpationen treten zu lassen. Der ahlkampf wurde mit einer unendlichen Fülle von Blakaten und Flugblättern in außerordentlicher Schärfe durch eführt, zumal d'e Bölkischen bedienten sich einer gehäffigen, nach Form und Inhalt jeden anständigen Menschen abstoßenden Wahlpropaganda. Um so höher ist das Ergebnis der Wahlen zu bewerten, das die bis. berige von Volksstudenten und Fachschaftlern gebildete Mehrheit mit 14 Stimmen gegenüber 12 der Korporationen und Völkischen Finken­fammer werden die republitanischen, staatsbejahen. den Gruppen die Mehrheit bilden!

Eine Julius Hart- Feier wird zum 65. Geburtstage des Dichters vom

hiesigen Westfalen- Heimatbund am Sonnabend, 8 Ubr, im Meifteriaal ver

anstaltet. sprechen aus seinen Werfen. Dr. Franz Müller spricht die Einleitung: Julius Hart , cir Dichterleben". Dr. Leo Blag und Maja Hart, die Tochter des Dichters,

.Das Märchenbuch betitelt fich eine Ausitellung, die die Buch und Gröffnung findet Montag statt. Sunithandlung Reuß& Pollad in ihren Räumen veranstaltel. Die

Neue Radio- Wunder. Bei einer Funkvorführung in London hörten die Ruhörer plöglich den leifen, aber deutlichen Zon eines regelmäßigen Tid.Tad. Urforung des Geräuschs, bis endlich die Zuhörer durch den Lautsprecher Geräuschs. Man erging sich in allen möglichen Muimagungen über den darüber belebit munden, daß das ieltsame Geräusch aus Pittsburg in den Vereinigten Staaten fam, wo man die Schläge eines Menschenherzes auf genommen und durch die Auft entsandt hatte