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feit wire the Deutschobitischen unb ble Deutfcnationalen nicht beleben mr banen, bab Arbetter ens teugterbe thre Berfammdungen| Boffthewiften ofs Berräter on her Arbetterblaffe bronbarthe, s fähigen, nach den Wahlen auf den Boden. der Sachverständigen zu besuchen. Wenn unsere Genossen ihre Bersammlungen meiden, tritt ihre ganze Lächerlichkeit an den Log

treten.

Die Auswertung der neuen außenpolitischen Situation auf die Mittelparteien fann nicht ausbleiben. Der Wirrwarrin der Deutschen Boltspartei wird immer größer. In der einen Bersammlung spricht ein Redner, als wäre er deutschnational, in der nächsten Versammlung spricht ein anderer wie ein finter De mofrat. Die verzweifelten Versuche, die die Zeit" macht, um das Hin und Her in der volksparteilichen Politit zu rechtfertigen, die falomonische Weisheit, daß die Bolkspartei eine Rechtspartei auf amittlerer Linie fei, tönnen niemand darüber hinwegtäuschen, daß hier fich ein Prozeß anbahnt, von dem sich noch nicht flar übersehen läßt, ob er afs Bersegungs- oder als Umwandlungsprozeß zu be. urteilen ist. Die Auseinandersetzungen in der Volkspartei werden sich nach den Wahlen verschärfen, weil dann die Volkspartei vor dem Problem der Regierungsbildung steht und sie die große Zahl ihrer Anhänger enttäuschen muß, die immer noch glauben. bürgerliche Regierungen fönnten in Deutschland allein regieren. Heute schon muß die Zeit" darauf aufmerksam machen, daß leider mit den Deutschnationalen wahrscheinlich nicht wird regiert werden fönnen".

Wie wähle ich?

als Handlanger des Stapitalismus antlagte, ihnen, die sich von jedem Kommunismus in Rußland bereits losgefagt haben, die Benennung Rommunisten verwehrte, den Sozialismus gegen sie, die den Gozio fismus schänden, in Schuh nahm. Es waren harte Wahrheiten, aber Wahrheiten. Sie gingen schließlich doch über die Kräfte der anwesen den Kommunisten. Nur mit Mühe fonnte fich noch der Anarchist Auf dem amtlichen Stimmzettel für Berlin fleht die Roder Ruhe verschaffen. Er erklärte sich bereit, eine Diskussican auzulaffen, wenn ein Bertreter der Sowjetregierung im Saale BSPD. an erster Stelle, für Teltow - Beestow erscheinen wolle, um die Erschießungen und Berhaftungen an Ort ( Potsdam II) an zweifer, für Niederbarnim und Stelle zu widerlegen. Die Antwort barauf war neues Gebrüff ( Potsdam 1) an drifter Stelle.

Was jeder Wähler wiffen muß.

Blafate unferer Partei mit Abbildungen des Sfimm­zeffels werden erkenntlich machen, wie gewählt werden muß, damit fein Irrtum entsteht.

Unsere Listen beginnen für Berlin : Crifpien, Heimann, für Teltow - Beestow: Zubeil, Bernstein , für Niederbarnim : Wissell, Breitscheid .

Wo wird gewählt? Die Wahllotale werden heute durch amtlichen Säulenanschlag befannt gemacht, am 3. und 4. Mai wird der Säulenanschlag wiederholt. Jeder Wähler und jede Wählerin merke fich: 1. Gehe am 4. mai früh zur Wahl. 2. Nimm einen Bleistift mit.

Auffallend it bas 3urdtreten der Rommunisten Em Bahlkampf. Noch vor wenigen Wochen pflegten die Rommu nisten so zu tun, als ob sie feine gegnerische Wahlversammlung und vor allem beine sozialdemokratische Versammlung dulden würden. Ihr Auftreten ist sehr viel bescheidener und ihr Einfluß, der im Herbst vergangenen Jahres, dem Höhepunkt der Inflationskrise, zweifellos bedeutend geworden war, nimmt sichtbar von Tag zu Tag ab. Wie sie mit der Inflation groß geworden find, so sterben 4. fie jetzt an der Stabilisierung. Ihre Entwicklung nach fints, ihr Rampf gegen die Gewerkschaften erschwert ihnen die propagan­distische Arbeit außerordentlich. Ihre Bäume werden am 4. Mai micht in den Himmel wachsen.

Die Berichte fiber die sozialdemokratischen Wahl­Berjammlungen und über die Aufnahme der sozialdemokrati­schen Propaganda zeigen übereinstimmend, daß die Sozialbemo­tratische Partei im Wahlkampf ihre Kräfte wachsen sieht und daß jeber Tag ihre Werbefraft auf die Arbeitermassen neu zur Ent­faltung tommen läßt. Gegenüber den bürgerlichen Parteien fann Sie sich mit Recht auf ihre tonfequente außenpolitische Haltung be­rufen, und die Ratastrophenpropaganda der Desperadopolitiker von rechts und links verliert die Wirkung auf die Bevölkerung zusehends. Noch eine Woche unermüdlicher Arbeit im Bolte und die Sozial­demokratie wird wieder als die stärkste Partei, als die unterschütter­liche Partei der arbeitenden Massen in den Reichstag einziehen.

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Eine Knüppel- Kunze- Versammlung.

Ein lehrreiches Beispiel.

Die Snippel- Runge- Bartel hatte für Freitag, 25. April, eine Berfammiung in Ludenwalde einberufen. Das Referat sollte efn gewisser Schlüter alias Günther halten, der sich von der PD. ins Lager Kunzes voltigiert hat Es hatten sich etwa 400 Personen eingefunden, aber die Versammlung follte einen anderen Berlauf nehmen, als es Knippel- Kunze sich gedacht hatte. Denn gleich nach Eröffnung der Versammlung trat ein SPD. - Mann auf und erklärte unter tofendem Beifall, daß man nicht erschienen fet, um die lügenhaften Berhetzungen der Kunze- Bartei anzuhören. Man dürfe es den gereiften Arbeitern nicht zumuten, folche Bhrafen entgegenzunehmen. Die Zeiten feien zu ernst für schädliche Harleti naden. Der Redner forderte die Versammlung auf, den Saal zu perlaffen, damit einmal festgestellt werden fönne, wie groß oder wie Mein die Schar der Anhänger Knüppel- Runges eigentlich fel. Die Erschienenen kamen diefer Aufforderung nach und verließen den Saci Zurüd blieben ganze 7( ieben!) Mann, benen bann ber Referent seinen Unfinn verzapfte.

Die fibrigen begaben fich in ein benachbartes Lotal, wo unter

ber Leitung des Genossen Schwerdt. Ludenwalde eine eigene Bersammlung abgehalten wurde. Auch die Kommunisten nahmen an diefer Bersammlung teil. Als erster Redner sprach der Genoffe Schriftsteller Adolf Abter, Berlin , der die Partei der Knüppel Runze und der Völkischen treffend charatteristette. Genosse Schwerdt ging dann auf das gefährliche Treiben der Antisemiten ein und fonnte an Hand von statistischem und wissenschaftlichem Material die bewußten Lügen der Rechtsparteien gebührens beleuchten. Wir Arbeiter von Ludenwalde," fo rief Genoffe Schwerbt, haben es fatt, uns pon poli tischen Berbrechern und Sehern der Rechten in Bersammlungen loden zu lassen." Brausende Zustim mung folgte diesen Worten. Mit einem Hoch auf die Republik schloß diese eindrucksvolle improvifierte Bersammlung.

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Die Splitterparteien vom Schlage der Knippel- Runze- Bartet

Lebende Wahlreklame.

Bon Rari Fischer.

3. Laß Dir beim Eintritt ins Wahllokal den amffichen Stimmzettel und den amtlichen Umschlag

geben.

4. Mache in dem dazu vorgesehenen Wahlraum ein Kreuz in das Feld der BSPD.

5. Stede den Stimmzettel in den Umschlag und gib thn dann dem Wahlvorsteher.

Keine Stimme darf durch Säumigkeit unserer Partei am mai verloren gehen!

Wählt VSPD.1

Die Mietsteuer."

Sozialdemokratischer Erfolg in Preußen.

A

wie denn auch widerlegen, was gleich einem Rainsmal auf der Stim brennt. Die Krönung der Bersammlung bildete aber ein sowjetistischer oppositioneller Kommunist, dessen Gesinnungsgenoffe, der befannte Kommunist Mijasnitow, bereits im tschetistischen Gefängnis fizt. Er rechtfertigte die Erschießung von Sozialdemo fraten, Sozialrevolutionären und Anarchisten, betlagte sich aber bitter über die Verfolgungen feiner Gesinnungsgenossen Eine originelle Logif. Die Versammlung schloß unter nicht endenwollendem Radan. Die Anarchistin Goldmann hatte recht: das Betragen der Kommunisten auf gegnerischen Bersammlungen gibt einen Borgeschmad davon, wie es in Deutschland aussehen würde, wenn sie ans Ruder fämen. Daß meder Die Links noch die Rechtsraditalen ihre Bernichtungspläne a Deutschland verwirklichen, daß die deutschen und russischen Gefängnis tore für die Arbeiter und Revolutionäre sich öffnen, dafür werden die Proletarier am 4. Mai forgen. Wohl auch so manchem Rommu nisten wird auf der Versammlung ein Licht über das wahre Wesen des Bolschewismus aufgegangen sein. Möge er daraus die Ronfe quenz ziehen.

Viel Feind, viel Ehr!

Welche Partei dürfte das schöne deutsche Boltsmort Biel Feinb, viel Ehr mit mehr Recht auf sich felbft anwenden als die Sozial demotratie in diesem Wahlkampf! Nicht nur die äußersten Krachflügel rechts und links, soweit ihnen das Kratzen der inneren Streitigteiten in ihrem Gefieder Zeit dazu läßt, bewegen sich in der gleichen Schimpf, Hez- und Fluchbahn gegen die Sozialdemokratie, auch die nicht ganz radikalen Bürgerparteien fehen in ihr den Hauptfeind.

Das Reich hat den Ländern und Gemeinden ab 1. April b. Die Landjunter wie die Schlotbarone haben sich umgruppiert, die Besoldungszuschüsse genommen und verschiedene andere Basten um die verlorene politische Borherrschaft wiederzugewinnen. Sie auf die Einzelländer abgewälzt. Die Länder sollen diese Mehr wissen, was manch anderen vielleicht rasch entschwunden ist: daß belastung deden durch die Mietzinssteuer, deren Höhe ihnen die Sozialdemokratie ihnen die Borherrschaft überlassen bleibt. Die preußische Regierung hatte dementsprechend für genommen hat. Das gleiche politische Recht aller Staatsbürger, erst die deutsche Republit hat es den Ausgleich des Staatshaushalts eine Mietsteuer gefordert, die für Mann und Frau etwa 24 Proz. der Friedens miete ausmachte, wozu dann dem deutschen Bolt gebracht und errichtet wurde sie durch die So noch die bereits beschlossene regelmäßige Steigerung der Miete tam, zialdemokratie. Das alte Reichstagswahlrecht, nach dem zuletzt 1912 die Ende Oktober dieses Jahres den Friedensfag erreichen mürde. Abgesehen selbst von der Entrechtung der Frauen- welch grandiose gewählt wurde, war weit entfernt davon, gleiches Recht darzustellen. Unsere Landtagsfraktion war sich darüber einig, daß diefes Bertangen Berfälschung des Volkswillens, zugunsten der Landjunter vor allem, obzulehnen fei. Im Ständigen Ausschuß des Landtages, der brachte die tolle Wahlkreiseinteilung zumege, gab fie doch z. B. dem über die Höhe der Mietsteuer beschließen follte, tft durch Eingreifen Wähler im posenschen Westarpmahlkreis vieltausendmal soviel der Soziamemotraten erreicht worden, daß nicht 24 Broz, sondern Stimmgewicht als der dichtgedrängten Induftriebevölkerung! Die 16 Bros von der Friedens miete als Mietfteuer erhoben Hauptstüze ber Borherrschaft der Grund- und Fabritherren aber winden und von diefen 16 Broz die Hälfte für Bohnungs. maren die Privilegienparlamente der Einzelstaaten, mit dem une neubau, die zweite Hälfte faft ausschließlich für Fürsorge- reformierbaren preußischen Dreiflaffenhaus an der Spize. 3me de verwendet werden blirfe. Borbedingung für die fozialvember 1918, als der längst entschiedene, von Helfferi unh demokratischen Bertreter war jedoch, daß die Höhe der Miete vom 1. April à 3.( S1 bis 35 Broz der Friedens. miete) nicht überschritten werden darf, folange diese In ihrem Kampf um die Wiedereroberung des Berlorenen haben Steuer zur Erhebung tommt. Diesem Verlangen wurde durch eine sich die politischen Bortruppen der agrarischen und industriellen dementsprechende Erklärung des Wohlfahrtsministers Rechnung geucherer und Wolfsausbeuter zunächst umgruppiert. Die verhaßten Fahnen fonfervatio und nationalliberal" verschwanden, wie die tragen. In der Praxis hat die sozialdemokratische Bandtagsfraktion merilos gewordene Hohenzollerndevise von der Stirn der Kreuz erreicht, daß die Belastung des Mieters von jetzt an 47 bis 50 Broz Seitung die jahrzehntelang mit äußerster Erbitterung, mit teufti der Friedensmiete betragen wird, während sonst auch ohne schem Haß und frechem Hohn jede Erweiterung der Bolfsrechte be Mtetsteuer bie Friedensmiete bis Ottober fämpft und verhindert hatten, die nannten sich auf einmal Bolts 100 Broz betragen hätte. Daß die Mietsteuer als eine parteien; deutschnational die eine, einfach deutsch die andere, diese unfoziale und ungerechte Steuer zu betrachten fel, faft noch herausfordernder, als ob die anderen, älteren, bewährteren haben die sozialdemokratischen Vertreter mit Entschiedenheit zum Bolfsparteien nicht deutsch wären. Die Umfirmierung und Umgrup pierung allein schaffte es noch nicht. Darum gliederte man fich- in Ausdrud gebrachyt. getreuer Nachahmung scheinbar bewährter Mostauer Methoden­allerhand zweifelhafte Abenteurer und unzweifelhafte Narren an umb

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Moralische Ohrfeige für die Kommunisten. Der Borwärts hat immer wieder die bolschemistischen Ge­fozialverräterische Lügen, geiferten fängnisgreuel gebrandmarkt die Kommunisten. Die Sozialdemokratische Partei erhob wiederholt in Versammlungen Probest gegen Erschießungen von Revolutionären, die im Kampf um Rußlands Freiheit ergraut waren ihre Rebner wurden niedergebrüllt. Die deutschen Kommumften vertragen wohl Mostaus Fuchtel, nicht aber die Wahrheit. Nun haben vor einigen Tagen im Lehrervereinshaus diesmal nicht Sozialdemokraten, sondern Anarchisten eine Abrechnung mit dem Bolschewismus gehalten. Ihre Redner wurden diesmal nicht ganz niedergebrüllt Redner wurden diesmal nicht ganz niedergebrüllt das proletarische Gewissen scheint bei manchen Kommunisten sich doch schon zu regen, die Moskauer Hypnose scheint zu verfiegen. Die Rommunisten hörten zu und schwiegenschwiegen, als die Anarchistin Goldmann die

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Weggeblasen wurden diese Borrechte des Geldjads am 9. Now Ludendorff längst eingestanden, doch dem Bolt lügnerisch vers heimlichte Zusammenbruch jenen Revolutionssturm hervorstieß!

betadierte sie zur parteimäßigen und später auch militärischen For. mierung zur Gewalttätigkeit neigender Leute und triegsverwüsteter Geifter, die man rief, aber nicht wieder loswerden konnte, als fie den Rampf der Mutterpartei gegen Republik und Sozialdemokratie auf ihre Weise in Sd, wung brachten. Man mußte also schmerzbewegten Herzens die völkische Frucht vom deutschnationalen Heldenstamm trennen, da Maschinenpistolen, Handgranaten und Blausäuresprizen nicht als tommentmäßig erachtet wurden.

Biel Feind, viel Ehrl

Die Partei, gegen die alle Feinde der Festigung und des sozialen Ausbaus des deutschen Boltsstaats um die Wette hetzen, erweisen Three bamit felbft als die stärkste Stüge der Republit, als die befte Borkämpferin aller arbeitenden, auf Sohn und Behalt angewiefenen Menschen.

Run bämmerte es auch bem Dümmsten, und einer im Bagen meinte zu seinem Nachbarn:

Du, weeßte, det is, jloob' id, een verflossener Bursche von Sn einem Nordringaug gab es unlängst zwischen den Stattonen bem Ludendorff. Und die blaue Brille hat er ihm gefchentt, als er Bebbing und Bestend so etwas wie eine Genfation.

Kurz bevor die Maschine anrudte und der Zug aus der Halle antierte, letterbe ein alter Mann, der eine blaue Brille rug, in etnen Bagen.

Er tastete mit einem Stod vorsichtig vor sich her und seine ganze Haltung und der ungewisse und ein wenig schwankende Gang mußten den Eindrud erweden, daß er blind sei

In dem Wagen faßen fast nur Arbeiter, die sofort aufſprangen, ais fie den Alten sahen, und ihm in ein Abteil halfen.

Unter dem Arm trug er in einem Sad, der so verschliffen, ver­chossen und schäbig war, wie sein Anzug, eine Geige.

Raum hatte sich der Zug in Bewegung gefeßt, als der Alte bie Geige aus dem Sad zog und zu spielen begann. Erst den Radeßky­Marsch, dann den Pariser Einzugsmarsch und dann den Torgauer and den Hohenfriedberger Marsch.

Lauter Parademärsche!

von Schweben zurüdtam!"

Alles an dem Alten war falsch!

Nicht nur die Töne auf feiner Geige, auch sein Pathos und die

Bettelei.

Und die Blindhett war vorgetäuscht!

Echt ist nur das Geld, das er für diese Wahlreklame be tommt. Armer, after Mann!

Drei kleine Geschichten vom preußischen Junker.

Der Herr Baron X. auf Izenplih war wegen seiner Stramm­heit berühmt. Als einmal feine Gutsarbeiter zu ihm tamen und um eine Aufbesserung ihrer Kost baten, da sie bei den ewigen Lüf­ten" und Sauermich die schwere Arbeit nicht mehr leisten könnten, gab er die klassische Antwort: Meine Mastedefschweine triegen auch

Das Konzert wurde, weiß Gott , nicht genußreicher dadurch, daß nichts anderes und werden dick und fett dabei!"

ber Geiger häufig genug daneben haute und viele falsche Töne griff. Die Arbeiter murrten zwar über diesen Kunstgenuß und mur­melten so allerlei gegen die Parademärsche, aber mildtätig, wie Ar­beiter nun mal sind, ließen sie sich nicht lange bitten, sondern gaben dem armen Alten ein paar Groschen.

Als aber der Geiger gar nichts weiter wußte, als seine Geige Parademärsche wimmern und quietschen zu lassen, sagte einer der Arbeiter:

Mensch, nu plärr' doch nich immer de ollen Parademärsche! Spiel doch mal was Luftiges!" Auf diese Anrede antwortete der Alte und warf sich ordentlich dabei in die Brust:

Wer vernünftig ist, wählt Deutfchoöltische Freiheitspartett

*

Ein anderes Mal fam fein Pastor zu ihm mit dem Borschlage, für die Kinder der Hüttenarbeiter eine Gonntagsschule einzurichten. Herr Baron aber lehnte das glatt ab: Nichts zu machen, lieber Pastor, wenn die Kerls hiter dem Pfluge erst mal anfangen, mehr zu denken, wie ihre Ochsen vor dem Pfluge, dann ist es mit unserer Herrlichkeit bald vorbei.

Der Herr Baron war aber auch ein sehr wißiger Herr, der seinen Leuten gegenüber immer gerne einen patriarchalischen Ton anschlug. Als ihn einmal eine Häuslersfrau bat, doch endlich das Strohdach ihrer Hütte ausbessern zu lassen, da es andauernd durchregne, sagte er freundlich:" Nee, meine Liebe, dafür habe ich kein Geld, aber laß dir von der Mamsell meinen alten Echirm geben, der tut es ebenso gut!"

Genoffinnen und Genoffen Wahlfampfwoche!

-

nüget bie legte

Ode an Ludendorff .

Stach bekannter Melodie. Heil dir in Mannenpflicht, Herrscher vom Bolksgericht, das du bezwangft! Strahlend im Kriegsbehang, mehre den Deutschbelang!

Sei immer mittenmang! Hab teene Angst!

Richt Wels, nicht Levinsohn Sichern den Ferschtenthron. Bitte nimm Play! Mach die Schwazbude zu! Deutschland entjude du! Halt ihm die Schmute zu! Kaiser- Ersay!

Du, der es nie vergißt, mas deutschabträglich ist, zücke den Stahl! Hoffentlich schon im Mai tommt auch Held Hitler frei, gehn wir ins Bürgerbräu gleich noch einmal!

Dann kommt der große Wurf, Exzellenz Ludendurff, das Deutschgericht!

Führ uns zum Bolfstrafeel, Gib uns den Marschbefehl gegen das Marg- Ramel, nimm uns in Pflicht!

Erich Weinert

Bir entnehmen das vorstehende Gedicht dem republikanischen Bigblat Sachen lints", bas jeden Freitag erscheint. Preis der Nummer 25 Bfennige