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Wels , der Millionenschlucker. Aufklärung eines Kommunistenschwindels vor Gericht. Die Rote Fahne " hat sich am Tag vor der Wahl aus Chemiz telegraphieren lassen, daß die Sozialdemokra tische Partei durch Genosse Wels aus Reichsmitteln dreiviertel Millionen Rentenmark zu Wahlzweden erhalten habe. Diese Behauptung, die für jeden fritisch veranlagten Beurteiler ohne weiteres als ein frafier Wahlschwindel der legten Stunde erkennbar war, wird von der fommu­miffischen Preffe auch weiter unter den üblichen grotesten Schimpfereien über die bestochene BSPD." wiederholt.

DE. eine führende Rolle gespielt hat, sich auch wegen der Ermor dung Minister Erzbergers, und zwar ebenfalls wegen Beihilfe, zu verantworten haben wird.

Gemeindewahlen.

Dortmund , 6. Mai. ( Mtb.) Gesamtzahl 68( 78), 3enirum 14 ( 25), Deutschnationale 4( 3), Deutsche Volkspartei 12( 12), Demokraten 2( 5), BspD. 10( 32), 11SBD. 1, KPD . 19, Chriftlichsoziale 1, Kriegs: beschädigte 4, Bolen 1 Sig.

Mülheim- Ruhr, 6. Mai. ( Mtb.) 3entrum 10( 18), Deutschnatl. 8( 8), Deutsche Boifspt. 6( 12), Demokraten 2( 5), BSPD. 7( 19), KPD . 12( 9), Wirtschaftsbund 5( 1), Völkische 1.

Bochum, 6. Mai. ( Mtb.) In Bochum ist durch die Gemeinde­Die Sozialdemokratische Partei verdankt die Mittel zur mahl in der Stadtverordnetenversammlung eine bürgerliche Führung des Wahltampfes niemand sonst als der Opfer mehrheit erzielt morden. Die Bereinigten Sozialdemo milligfeit ihrer Genoffen. Die erforderlichen Sumeraten haben. 7( 17), Deutsche Volkspartei 6, Kommunisten 13, men find zumeist aus fleinen und kleinsten Beträgen auf Demokraten 2, Chriftlichsoziale Boltsgemeinschaft 2, Deutschnatio nalen 6, Wirtschaftspartei 2, Bentrum 15 Size errungen. gebracht. Remscheid , 6. Mai. ( Mtb.) Gefamigaht 42( 54). 3. 4. D. p. 3, Dijonti. 3, Dem. 12( bisher Berein, Bürgerp. 22), BSPD 9 ( 12), USB. 7, Komm. 2( bisher 18). Spartatus 2.

els hot peon!

Genoffe Bels bat gegen die Rote Fahne" Klage erhoben, bamit sie vor Gericht mit ihren Beweisen" für ihren frechen Schwindel herausrüden famm.

Zur Verhaftung Günther Brands. Auch am Erzbergermord und am Scheidemann - Attentat beteiligt? Ein Attentat gegen den Reichspräsidenten geplant.

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Die Korrespondenz BS. meldet aus Leipzig : Wie bereits gemeldet, ist jetzt in München ter furz nach der Ermordung des Reichsministers Walter Rathenau geflüchtete Stu­bent Günther Brand festgenommen worden. Brand wird jezt in Das Leipziger Untersuchungsgefängnis übergeführt werden und sich in Kürze vor den zuständigen Gerichten, voraussicht lich vor den Staatsgerichtshof zu verantworten haben. Nach den angeftellten Ermittlungen ist Brand, der jeßt 26 Jahre alt ist und dus Riel stammt, offenbar nicht nur in die Mordsache Rathenau verwickelt, sondern er dürfte auch, wie aus den feinerzeit bei ihm Beschlagnahinten Baperen hervorgeht, mit den Mördern des Reichsministers Erzberger, Shulz und Tillessen , in näherer Ber­bindung gestanden haben;

Brand, der während des Krieges Marineoffizier war, wohnte bis zur Esmordung Minister Rathenaus in dena. Er war ebenip wie die verstorbenen Kathenau- Mörder Fischer und Kern Angehöri ger der Sturmfompagnie der Brigade Ehrhardt und Führer bes Deutsch nationalen, Jugendbundes, Landesverband Sachfen. Bor, der Ermordung Rathenaus war ihm der Auftrag übermittelt worden, ein schnelles Bersonenautomotil zu bejchaffen, und Brand fezbe fidy mit dem inzwischen nach Desterreich geftichteten Fabritanten Rüchenmeister in Berbindung, Den er zur Hergabe feines Kraftwagens veranlaßte. Ob der Ver­haftete sich bei der Ausführung des Mordes im Kraftwagen befunden hat, bedarf noch der näheren Ermittlung. In der Jenaer Woh mang des Festgenommenen find von der Polizei Papiere gefunden warben, unter denen sich auch die Mitgliedstarte des Deutsch söllischen Turnvereins Dresden ", des Neudeutschen. Bundes Mün­then des Berbandes nationalgefinnter Soldaten", des Deutschen Drbens und der Nationalsozialistischen Arbeiter. partei" befinden,

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Aus den Dokumenten geht ferner mit Sicherheit hervor, daß Brand init den Arnsberger Mördern Schulz und Tilleffen in engem Berkehr gestanden hat, und daß er ferner auch über das gegen Ober­bürgermeister Scheidemann - Kaffel vorbereitete Attentat informiert war. Ferner find bei ihm Briefe gefunden worden, die darauf hin­treffen, daß in rediscaditalen reisen anläßlich eines Befuches des war. Ferner find bei ihm Briefe gefunden worden, die darauf hin­Reichspräsidenten in Münden offenbar ein Aufchlag geplant war. Gegen Brand mar feinerzeit die Boruntersuchung wegen Bei­-hilfe zur Ermordung Minister Rathenaus eröffnet worden, doch hielt fidy Brand- längere Zeit, mit falschen Papieren versehen, im Torslande auf, und ist dann später nach Bayern zurüdgefehrt, wo ergleichfalls unter falschent Namen leble. Auf eine Anzeige hint gelang es erst in den letzten Tagen festzustellen, daß der Verdächtige, der inzwischen in München weiterstudiert hatte, mit dem gesuchten Brand identisch ist. Es ist nicht unmöglich, daß Brand, der in der

Jm Vestibül.

Bon Else Rabe.

Ein junges Mädchen, Arbeiterin in einer Druckerei, erscheint in der Halle des eleganten Hotels, um für den Herrn in den Simmern 10 bis 12 eine Rorrettur zur Durchficht vorzulegen. Sie ist beauftragt, zu warten. Man läßt sie im Bestibül Play nehmen. Eie felt fich in einen der weichen Seifel und wartet länger als eine Stunde. Bielleicht brachte sie einem großen Dichter die Bogen seines cuen Gebidhikonbes, und er ist in letter Stunde init dem Rhythmus feiner Berje nicht zufrieden? Ein Nachfahre Heines, der feine Strephen in den Korrekturfahnen umdichtet und Zeit und Belt darüber vergiẞl?

Es ist am fritjen Nachmittag. Außer dem jutiger Mädchen haffen sich nur noch zwei Personen längere Zeit in der Halle auf. le anderen find mehr oder weniger eilige Paffanten, die schwei gend über nach hais autem Wortwechsel mit dem Portier weiter­

gehen.

Die beiden gleichfalls Wartenben aber find eine distinguierte Damé im Schatten der Palmenede, die das blaffe, leicht erschlaffte Geftcy in einen hochgestellten Weißfuchs sentt, und ein gepuderter Jingling mit blanten Augen und ästhetisch gerichteter Linie, der im Bicht des buntgeschliffenen Fensters feine Ladspihen betrachtet.

Die Dame verfolgt mit wadyfamen Auge jeden Passanten, der das Hotel verläßt, als fürdyle fie, es könne ihr jemand entweichen; der Jüngling aber hat für seine Umgebung fein Interesse; er be­teddytet. lediglich seine Stiefelspigen oder das Muster des Teppichs. Ein paar Boys stehen an den Pfeilern und warten auf Befehle. Plößlich wird ein eigenartiges Geräusch vernehmbar. Die Knaben stoßen einander an. Sie machen den Bertier auf das junge Mädchen sufmerksam, bas eingeschlafen ist und laut schnarcht. Ein tecker fleiner Bursche stolziert mit verhaltenem Lachreiz an der Schlafen­ben vorbei und räuspert sich so vornehmlich, daß sie aufwacht und den zur Seite gefallenen Kopf erschrect hochreißt. Sie bemerkt, daß es in den Mundwinkeln des Boys verräterisch zuckt und errötet bis unter die Haarwurzein. Die ferneistehenden Knaben fichern. Das junge Mädchen fämpft fidytbar mit den Tränen.

' Der äfthteische junge Herr hat die Schnarchende anfangs entfekt angestarrt und sich dann angewidert zum Fenster gewandt, das er nervös mit den lang mamitürten Fingernägelii betrommelt.

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Die Danie mit dein Weißfuchs aber hat mit wachfendem Inter­effe die jene zwischen dem verlegenen Mäddyen und dem Bon per folgt, die gedankenlos ihresgleichen verlachen und nur die Komit in der Situation der Arbeiterin bemerken, die fett 7 Uhr morgens Wait für all in die surrende Maschine tegle und in der ungewohn Kube des Wartens den weichen Polstern des Luxushotels erlag. te vam je nicht verfchentlich in das Bestibül für die Gäste ge­

Solingen, 6. Mai. ( Mtb.) Bürgerl. Parteien 20, BSBD . 7, Romm. 13, Rep. 1.

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Siegen, 6. Mai. ( Mtb.) Gesamtzahl 33( 36). 3. 7( 9), Difchnl. 10( 8), D. Vp. 7( 8), Dem. 2( 3), BspD. 3( 5), USP. ( 1), Komm, 3(-), Völl. Blod 1. Keiner Partei angehörig 2. Effen, 6. Mai. ( Mib.) Bei den Stadtverordnetenwahlen er­hielt die KPD. gegen bisher 3 Size 19 Size. Die BSPD. erhielt 10( 20) Sige. Das Zentrum 25( 45) Size, christliche Boltsgemein schaft hat 2 Size. Die vereinigten nationalen Parteien, die bisher 15 Sige hatten, zerfallen jetzt in die D. Vp. mit 9 und die Dntl. gleichfalls mit 9 Gigen. Die Bolen haben ihre bisherigen 3 Man: baie eingebüßt, Dem, santen von 6 auf 1, dagegen erhielt die Partei ordneben stehen 49 bürgerliche gegenüber. Die Stadtverordneten versammlung ist in ihrer Gesamtheit von 102 auf 78 Eike reduziert worden.

Elberfeld , 6. Mai. ( Mtb.) Gesamtzahl 54( 66), 3. 8( 12), Dntl. 11( 13), D. Bp. 5( 4), Dem. 2( 6), SPD . 10( 29), KPD . 9-(-), Wirtschaftsb. 5(-), Dtschvölf. 4, Kriegsbeschädigte 0( 2). Barmen, 6. Mai. ( Mtb.) Gesamtzahl 56( 78), Zentrum 5( 8), Deutschnatt. 16( 18), Deutsch Bolfspt. 5( 2), Demofraten 2( 9), USPD . 8( 34), KPD . 13( 2), Witishaftbund 1, Deutschvölfische 2, Westfalenbund 3.

Duisburg, 6. Mai. ( Mtb.) Zentrum 12( 25), Deutschnatt. 6.( 10), Deutsch Beifspt. 8( 7), Demofraten 2( 6), BSPD. 9( 21), PD. 14 (-) Böfifche 4(-). Erefeld, 6. Mai. ( tb.) 3entrum 24( 30), Büroert. Arbeits­gemeinschaft 13( 12), SPD . 5( 12) USPD . 1( 12), KPD . 7(-) Machen, 6. Mai. ( Wtb.) BSPD. 3( 14), Bentrum 23( 37), Dnatl. 2( 1), Deutsche Bnlfspt. 5( 3), Dem. 2( 5), Komm. 8( 9), Mieter 7, Bürgerblock 2. Dntl. 5, Dem. 1( bisher D. Bp., Dntl. und Dem. zusammen 11), Bonn , 6. Mai. ( Mtb.) Gesamtzahl 48( 60), 3. 20( 33), D. 2p. 6. SPD . 5( 13), KPD . 5(-), Mieter- und Bodenp. 4(-), Mieter­verein-( 1).

Koblenz , 6. Mai. ( mtb.) 3. 20, freie Bürgervereinig. 12, Dntl. 3, BSPD. 4, KPD . 2, Beamte 2.

Börse und Ruffen- Zwischenfall. Ziemlich ernst betrachtet man an der Börse die Folgen des deutsch - russischen Zwischenfalles in der Berliner russischen Handels: vertretung, insbesondere befürchtet man unnfangreiche Schädigungen einzelner Industrien durch die Schließung der Handelsvertretung und durch die Unterbindung des deutsch russischen Geschäftes. Dieß formen, wie man in Börjentreifen meint, leicht eine dauernde fein, fändische und englische Marki von den Russen besonders beachtet wird. da gerade im gegenwärtigen Augenblick der soeben erschlossene bol Immerhin hofft man im beiderseitigen Interesse auf eine balbige Beilegung der Angelegenheit. Infolge dieser Erwägungen eröffnete die Börje anfangs in fhwächerer haitung. Recht günstig beeinflußt wurde jedoch die Tendenz der Börse durch den ersten Ausweis der deutschen Golddiskontbank, der eine durchaus gute Entwicklung der Kreditgestaltung erkennen fäßt. Die Lage des Gelde marftes erscheint mit einem Sag für tägliches Geld von 1 bis pro mille etwas angespannt. Immerhin konnte das Kaufninecu auf den meisten Märkten sich im Verlaufe der ersten Börsenstunde erheblich aufbessern.

wiesen, sondern im Botenzimmer warten lassen, so wäre ihr Schlaf respektiert worden,

Die stille Beobachterin hat aufgehört, auf die Personen zu achten. Eie lugi feilnahmsvoll zu dem Mädchen hinüber. Vielleicht gehört auch sie zu denen, die man warien läßt, so daß sie empfäng­ich wurde für das Leid der anderen. Diskret veranlaßt sie einen Boy ,, der jungen Arbeiterin einen Motta mit Kuchen zu servieren. Sie bezahlt und läßt den Kopf traurig in den Weißfuchs sinten. Scheinbar nimmt sie fremdes Leid zu eigenem an oder läßt ihre größere Tragit in der fleinen eines anderen Menschen sich ver­fieren:

Die Arbeiterin fährt erschreckt zusammen, da ihr der Boy den Kaffee bringt. Sie nippt verwirrt an der winzigen Tasse und fann cus Angst vor den indiskreten Blicken der Knaben Kuchenbested und Kuchen nicht berühren.

Aber if plötzlicher Entschlußtrofe steht sie auf, läßt den weichen Seffet, Metta und Kuchen auf filbernen Tablett im Stich und wendet sich an den Portier. Ob man fie vergessen habe? Sie bittet, den Herrn auf Zimmer 10 bis 12 zu erinnern, daß sie die Korrektur feiner Artien ermarte.

Da erscheint auch endita) ein großer Sider Herr mit einemi Bündel Papiere, die er auf den Tisaj des Bortiers wirft. Er be trachtet mißbilligend die Arbeiterin und schimpft über die miserable Roereftur. Die Fehler habe er bereits telephonisch angegeben, binnen zwei Stunden verlange er neue Abzüge. Die Kleine rafft hastig die Papiere zusammen und will sich fluchtartig entfernen. Der dide Herr aber ruft sie zurück und gibt ihr unter gubartigem Brummen ein Trinkged. Danach wendet er sich selbstzufrieden um und entdeckt die Dame mit dem Weißfuchs, die sich ihm in den Weg gestellt hat. Er lagt breit auf und begrüßt sie mit einem Schulterschlag: Ach richtig! Na, dann kommt nur rauf! Wie du siehst, war ich beschäftigt." Der Jüngling blickt den beiden nach und bemerkt, daß die im Balmendunkel so distinguierte Dame nicht nur ein schlecht sitzendes Kostüm, sondern auch einen etwas angeschmußten Weißfuchs trägt. Er zieht die Mundwinkel herah und dokumentiert damit seine Men­fchenverachtung.

Dann betrachtet er wieder seine Ladipizen und wartet, bis die Gäfte zum Fünfuhrtee erscheinen.

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Die internationale Regelung.

Die erste Etappe zurückgelegt.

Baris, 6. mai.( WEB.) Der Brüsseler Berichterstatter des Echo de Paris" berichtet, nach Auffassung der belgischen Minister fei jedenfalls eine erste Etappe zurückgelegt. Die Annahme des Sach. verständigenberichts bedeute ihnen zufolge, daß die Allierten jidh darüber einig felen, es handele ich nur noch darura, über die Art und Weise der Ausführung und die Vorsichtsmaßregeln, die dabel geboten feien, eins zu werden.

Brüffel, 6. Mai. ( EP.) Nachdem Theunis und Hymans gestern vormittag dem König über ihre Londoner Reise Bericht era fio ebenfalls mit den Unterrebungen der beiden Minister in Chequers stattet hatten, fand gestern nachmittag ein Ministerrat ftoft, der beschäftigt. Ueber diese Unterret ungen mitd nach wie vor strengfies Stillschweigen bewahrt. Man erilärt lediglich, der Zweck der Reise fei vor allem der gewesen, zwischen den Aliierten eine Atmosphäre des Vertrauens herzustellen, um die spätere Einberufung einer interaffiierten Konferenz zu erleichtern.

Die Wirkung nach außen.

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Die deutschen Wahlhelfer Poincarés. Paris , 6. Mai. ( EP) Die Kommentare über die Reichstags mahlen haben sich seit gestern wenig verändert. Die nationalistischen Zeitungen fordern die franzöfifchen Wähler auf, sich am nächsten Sonntag von Beispiel der deutschen Wähler leiten ju lajica. Allge­mein meist man darauf hin, daß es fomieriger als früher jein werbe, Der Petit in Deutschland eine Regierungsfoalition zu bilden. Barisien" und das Journal" glauben, daß eine Roalition aller bürgerlichen Parteien das wahrscheinliche sein werde. Der Matin" schreibt, daß den Alliierten die Einigung sowohl in der Reparations. als auch in der Sicherheitsfrage fich aufprängen werde, wenn sie sich in einigen Wochen einer deutschen Befreiungs" regierung gegenüber befänden, denn auch die Mäche, die Deutschland Bertrauen entgegen­bringen wollten, würden ohne Müte begreifen, daß man auf das Wort einer solchen Regierung nicht vertrauen dürfe. Wenn sie auch den vorteilhaften Teil des Sachverständigenplanes, nämlich die An­leihe, annehme, so werde sie doch nachher offen ihre Absicht befunden, Deutschland von den übrigen Berpflichtungen zu befreien. Im Echo de Paris" erklärt Pertinar, daß man nicht ohne weiteres fagcn tönne, welches die neue Regierungsmehrheit sein werde. Es foi wahrscheinlich, daß die Sozialisten endgültig van der Regierung aus geschlossen würden. Die Reichstagswahlen zeigten der Welt, daß Deutschland sich feit der Niederlage nicht geändert habe. Der Ver­failler Bertrag werde nur in dem Maße Wert befizen, als er pon ber überlegenen Gewalt geschützt werde. Der Figaro" fordert auf, die Politif des neuen Reichstags mit Aufinerffanifeit zu verfolgen, denn Deutschiand scheine jetzt für eine, monarchistische Diftatur reif. heitsfront der iierten geradezu auf. Gegenüber diesen beunruhigenden Symptomen dränge sich die Ein­

Die französischen Wahlen.

Paris , 6. Mai. ( TU) Der Ausgang der Kammerwahlen am tommenden Sonntag wird in hohem Grabe von dem neuen Wahlsystem beeinflußt, das die Bertreter fümtlicher Parteien. übereinstimmend als widerfinnig bezeichnen. Dieses neue Wahl­gesetz ist von der alten Kammer kurz vor ihrem Auseinandergehen beschloffen worden. Es ist ein kompromiß zwischen der bisheriger Methode der Entscheidung durch Stimmienmehrheit bzw. durch Stich­wahlen und dem System der Berhäl niswahl in Deutschland . Ge­wählt werden diesmal im ganzen 584 bgeordnete gegen 624 in der liften nach Departements ftatt. Entscheidend ist zunächst die abſo vorigen Kammer. Die Wahlen finden auf Grund von Kandidaten­Iute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Eine Bewerberlifte, die dieje erreicht, ist unter Ausschluß fämtlicher Gegenlisten gewählt. Bird die absolute Mehrheit für teine der abgegebenen Listen erzielt, fo kommt die Berhältnis mahi in Anwendung. Dem Wähler ist gestattet, die Kandidatenlisten insofern zu ändern, als er die Namen verschiedener Lijien jeines Wahltreises felbständig zu einer neuen Liste zusammenstellen, tann. Dies läßt eine 3ersplitterung ohne Ende und eine Berwicklung als möglich erscheinen, aus der jobald fein Endergebnis herauszufinden ist.

stellte. Die beiden Bilder, die die heiligen Christoph und Stephan Darstellen gingen für den Refordpreis von 100000 Dollar an einen Sammier in Cincinnati über.

Wir weisen barauf hin, daß diese beiden Bilder nach der Ber ordnung der Reichsregierung vom 11. Dezember 1919 in das er zeichnis national wertvoller Kunst merke" ausdrück­lich aufgenommen waren, ihre Ausfuhr ins Ausland also nur mit besonderer behördlicher Genehmigung stattfinden durfte. Ist diese Genehmigung nachgesucht und erteilt worden?

Die Brücke über das Goldene Tor". Die dem Reford auf jedem Gebiet nachjagenden Amerifoner begeistern sich jetzt für ben

gigantischen Vlan, San Franzisko über den Meeresarm des Golde­nen Tores hinweg mit der ihm im Norden gegenüberliegenden Halbinsel durch eine Riefenbrüde zu verbinden, die an Länge und Höhe alle anderen Brüden der Welt weit hinter sich lassen würde. Die von J. B. Strauß entworfene Brüde über das Goldene Tor hat eine Gesamtlänge von über 2500 Metern. Der Mittelteil, als Hängefonstruktion geplant, foll eine Länge von nicht weniger als 1200 Metern erhalten und sich 60 Meter über dem Wasserspiegel befinden. Als Träger für die beiden mächtigen etwa 5200 Tonnen wiegenden Spaimseile der Mittelpartie find an jeder Seite zwei je 233 Meter hohe Türme vorgefeheit. Diese vier Türme, in der Höhe xur wenig hinter dem Woolworth Building , New Yorks höchstem Wolfenfrazer, zurückbleibend, sollen gut einem Wahrzeiden San Franzistes werden und die antommenden Schiffe schon von weitem grüßen. Es ist geplant, auf der Spitze der Türme Galerien für bas Bublifum einzurichten, dem fich von der Höhe aus ein wunder voller Blick auf das über zahlreiche Hügel brandende Häusermeer San Franziskos, über den weiten Ozean und die von Bergen um­rahmte Bai von San Franzisko bieten wird. Die Kosten der Brüde find auf 17 Millionen Dollar veranschlagt. Wie gewaltig die Maße der Goldenen- Tor- Brüde find, wird einem erst recht flar, menn man sich vergegenwärtigt, daß die weitestgespannie, im Gebraudy be findliche Brücke der Welt die 1917 erbaute St. Lorenzbrüde bei Quebec ist, die 549 Meter migt.

Bolksbähne. In der für Sonntag, den 11. angefekten ersten Film. matinee der Bolfsbubne im Theater am Bilsplay wird der Film Ammmbfens Nordvolerpedition die gescheiterte Nordpol­fabei mit dem Schiff Maud zur ersten Ausführung fomnies. Der Vertriebs dieses Films für Deutschland und das gesamte tuslaud liegt in den Händen der Reyfilm-.-., die das Wert der Boltsbühne in freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hat.

Die Früh ahrsausstellung der Akademie der Künfte, die ene Barijes Blak Werte der Malerei und Vigitif zeigt, wird am Sonnabend, den 10, eröffnet. Die Gröffnungsrede hält Brof. Mar Lieberman.

Die Graße Boltsoper wird auch über den Sominer bin Cher spielen und in glaishem Maße wie bisher Neueinstubleringen herausbringen.

Deutsche Fürsten vertaufen national wertvolle Kunstwerte ins ustand. In Amsterdam wird die große Bersteigerung der Galerie des früheren Großherzogs von Oldenburg angekündigt. Aber auch Wiener Sunflausftetung. Sonnabend wurde in Bien die 45. Jahres. in London und New Dort erschienen jekt bedeutende Werte aus darunter war das Auftauchen von zwei fleinen Altorfiügeln des deutschem jürstlichen Befiz im Kunsthandel. Der auffälligste Fallien 3 und die damit verbundene 9. repräsentative ungarische Ausstellung ausstellung der Genossenschaft der bildenden ünfte eröffnet. Um das Interesse für bie alte berühmte Biener Bebaillenfumit großen Brügger Meisters Hans Memling aus, dem Befih des aujs neue ju treden, hat die Medailleurvereinigung im Rahmen der Früb früheren Großherzogs von Sachsen Weimar , die ein jahrsausstellung eine Sonderausstehung veranstaltet, welche die herbore teutih- ameritanijcher Kunsthändlertongera in Amerita zu Vertaufregenden Werke biefer Rimt von Jahre 1908 bis in die Gegenwart enthält