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Die Aufwertungsfrage. Ablehnende Stellung des Großhandels, der Kredit- und

der Hypothekenbanken.

Der Aufwertungsausschuß des Reichstags fette am Montag bie Bernehmung der Sachverständigen fort. Für den Großhandel Sprach Geheimrat Ravené( Deutschnational). Er betonte, daß seine Auffassung sich durchaus mit der von Herrn Frowein( Reichs­ verband der deutschen Industrie ) vorgetragenen dede. Jetzt fäme eine Aufwertung viel zu spät. Durch die allgemeine Berschiebung der Werte sei es unmöglich, die Aufwertung gerecht vorzunehmen. Unmöglich sei es, die öffentlichen Anleihen aufzuwerten. Bei den Brivaten sei es ebenso schwierig. Das Betriebskapital des Groß­handels ist vernichtet. Es unterlag ebenfalls der Entwertung und fann auch nicht aufgewertet werden. Miele Unternehmungen des Großhandels find gegenwärtig nicht imftande, ihren Cohnverpflich. Großhandels find gegenwärtig nicht imftande, ihren Cohnverpflich. tungen nachzukommen. Insbesondere der Getreidegroß. handel habe ungeheure Summen an Betriebsfapital verloren. Zu elledem komme die Belastung durch die Industrieobligationen. Falls feine Kredite vom Auslande auf lange Sicht gegeben werden, ist der Zusammenbruch der Wirtschaft unvermeidlich. Die Wirtschaft braucht endlich Sicherheit. Man folle daher von neuen gejehlichen Eingriffen abfehen.

Auf eine Frage des Abg. Dr. Reichert( Dnat.) fügte Ravené hinzu, mit der britten Steuernotverordnung habe die Wirtschaft sich abgefuriden. Die Erlangung ausländischer Kredite fei vor allen Dingen abhängig davon, daß jetzt das Gefühl der Sicherheit der geschaffenen Berhältnisse nicht wieder enttäuscht werde. Das Aus­land stelle bei der Gewährung von Kredit nicht moralische Er­wägungen an, sondern frage nur, was hat Deutschland , welche Sicherheit und welche Ertragsfähigkeit bietet seine wirtschaft. Rechtsanwalt v. Karger als Bertreter des Zentralverbandes der Banten schließt fich ebenfalls den Ausführungen von Fromein on. Die Banten haben ganz besonders unter der Geldentwertung gelitten. Ihre Geldanlagen haben sich entwertet. Die dritte Steuernoiser ordnung ist zwar nicht ideal, aber die Wirtschaft hat sich mit ihr ab gefunden. Uns würde jedoch grauen, wenn daran etwas geändert wird und ein ueuer unerhörter unprobuftiver Auf­wand aufgeboten werden würde.

Für die Hypothefenbanten äußerte fich Geheimraf Schwarz. Einzelheiten aus der britten Steuernotverordnung hätten anders sein fönnen. Die Wirtschaft hat sich aber mit den durch she gefchaffenen Tatsachen abgefunden. In den fünfeinhalb Monalen des Bestehens der dritten Steuernotverordnung hat sich langjam eine gefunde Abwicklung des Berhältniffes zwischen Schuldern und Gläu­bigern angebahnt. Erst nach Einsegung des Aufwertungsaus schusses trat eine Stodung in dieser Entwicklung ein. Der Grund besig begrüßte in der dritten Steuernotverordnung festen Boden. Go lange Unsicherheit besteht, fam er nicht über seinen Befik ver­fügen, ist auch fein Realkredit zu erlangen. weil der Kreditgeber nicht meiß, welche Schulben auf dem Befiz find. Bir Bertreter der Bir Vertreter der Hypothefenbanten find ein hellig der Meinung:

Die dritte Steuernotverordnung ist ein wesentlicher Schritt zur Sanierung unserer Berhältnisse. Wir bitten, daran nichts zu ändern. Der inländische wie der ausländische Kredit ift von der Stabilität der Gefehgebung abhängig.

Um die Elektrizitätstarife.

Die Neuregelung des Tarifs der Städtischen Elektrizitätswerte, die am 1. April d. J. eingeführt wurde, hat in manchen Kreisen leb­hafte Angriffe erfahren. Die eingeführte Grindgebühr wurde namentlich in Rreifen des besseren Mittelstandes deswegen für ungerecht erflärt, weil diefe Grundgebühr sehr häufig auf einen zu Sm Mittelstand sind sehr großen Zähler zugeschnitten war. häufig noch Wohnungen mit großen elektrischen Anlagen vorhanden, die entweder nicht ausgenugt werden oder auch nicht ausgenugt werden fönnen. Die Stadtverordnetenversammlung hat, um diesen Rlagen entgegenzufommen, feinerzeit einen sozialdemokratischen An trag angenommen, der von der Direttion eine forgfältige Nachprüfung der Beranlagung der Grundgebühr verlangt. Etwas spät hat sich die Direktion der Städtischen Elektrizitätswerte jetzt veranlaßt ge ſehen, diesen Wünschen der Stadtverordnetenversammlung dadurch Festsetzung der monatlichen Grundgebühr in mehreren Bunkien zu Rechnung zu tragen, daß fie die Richtlinien der erte zur gunsten der Verbraucher geändert hat. Die Aenderungen bestehen im wesentlichen im folgenden: Leere Fassungen sind bei der Gesamtaufnahme des Anschlußwertes nicht mitzu zählen, Anschlußdosen nur insoweit, als hierfür bewegliche Stromverbraucher vorhanden sind. Koch, Heizapparate und del, soweit sie nicht die Aufstellung eines Zählers größeren Meßbereichs bedingen, find be­züglich der Grundgebühr nicht nach der auf ihnen angegebenen Watt zahl, sondern wie Glühlampen( 24 Watt) zu bewerten. Für größere ohnungsanlagen mit Anschlußwerten erheblicheren Umfangs ift auf Antrag mit den Abnehmern ein bestimmter, marimal gleichzeitig in Gebrauch zu nehmender Anschlußwert zu vereinbaren und hierfür ein Zähler aufzustellen, dessen Meßbereich fich tunlichst den im Tarif feftgelegten Berechnungsstufen anpaßt.

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Hoffentlich bleibt es nicht nur bei diesen Bestimmungen und der dadurch ermöglichten Herabsehung der Grundgebühr in vielen Fällen. Es ist unbedingt notwendig und wirtschaftlich durchaus mög­lich, daß auch der eigentliche Elettrizitätstarif, der zurzeit 18 Pf. für das Rilowatt beträgt, weiter heruntergefekt wird. Die Städtischen Elektrizitätswerte haben die Berpflichung, ihren Tarif o niedrig wie möglich zu halten, benn sie beeinflussen dadurch die Broduktionstoften des größten Teils der Berliner Industrie, des Handels und Gewerbes. Eine Herablegung des Stromtarifs ist mirt schaftlich bei der Entwicklung, die die Berte genommen haben, durchaus möglich. Sie sollte deswegen schleunigft durchgefühet werden.

Kreisleitertag der Arbeiterfamariter.

Der Bundesausschuß und die Kreisleiter des Urbeiter Samariter- Bundes aus allen Teilen des Reiches traten in den Musikerfälen am Sonnabend und Sonntag zu einer Rreis. leiterfonferenz zufammen.

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Ferner

Der Gefchäftsbericht des Bundesvorsitzenden Rresh mer bemies, daß fich der AGB. troh Inflation und Arbeitslofig. feit gut gehalten hat. Der Bund stellt heute eine machtvolle Organi­fation dar und zählt gegenmärtig 36 000 Mitglieder mit einem Teil in der Haustrantenpflege tätig. Sie find bestrebt, möglichst allen Rolonnenbeftand von 650. Die Rolonnen sind zu einem großen Schichten der Bevölkerung in gesundheitlichen Fragen beizustehen. Außerdem hat der Bund Bertreter in den Krantenfaffen, Berfiche tommunistisch eingestellten Mitglieder eine Berſplitterung nicht er rungs- und Wohlfahrtsämtern. Leider blieb dem Burd durch die ( part. Diese Außenseiter fonnten jedoch größeren Schaden nicht anrichten, weil die gefunden Clemente im AGB. weit überwiegen. Die Herren vom Proletarischen Gesundheitsdienst bewiesex aber An die Darlegungen des Geheimrats Schwarz fnüpft sich eine durch ihr Auftreten, daß fie gar nicht den ernsten Billen haben, überaus interessante Fragestellung. Unter anderem fragt der Ab- für eine Berschmelzung mit dem ASB. einzutreten. Einstimmig nahm der Kongreß folgende Resolution an: Nachdem Bundesvor. geordnete Düringer( D. Bp.), wieso Geheimrat Schwarz feine stand und Bundesausschus in genügender Form versucht haben, den Meinung fo wesentlich geändert habe und ob er eine Bujammenschluß des ASB. mit dem BGD. herbeizuführen und die Sypothetensperre für zwedmäßig halte. Geheimrat Schwarz Arbeit infolge der böswilligen Taftit des PGD. bisher negativ ver­entworter: Die bestehende Goldwertbelastung des Grundbefizes belief, erachten wir es für überflüssig, sich weiter mit dieser Frage zu trage noch 6 Milliarden Goldmart, die Belastung nach der dritten beschäftigen. Die Kreisleiterfonferenz erwartet som Bundesvorstand, Steuernotverordnung also etwa eine Milliarde Goldmart. Der inlän- daß alle Berhandlungen und Thematas möglichst vermieden werden, dische Realkredit ist sehr eingeschränkt. Er setzt anlagefuchendes damit wir uns fruchtbringender Arbeit widmen fönnen. wurde der Bundesvorstand beauftragt, für das Zusammenwirten Rapital voraus. Die Rapitalbildung geht aber fehr langfam vor wärts. Vor dem Kriege fetten die Hypothekenbanken für etwa auszugeben. Der Raffenbericht des Koffierers zeigt eine er mit dem Zungenfranten und Tuberkuloseverband Richtlinien her 400 Millionen Goldmart jährlich Pfandbriefe ab, jezt höchstens für freuliche Ueberwindung der finanziellen Strife. In der Zeit vom 20 Millionen. Eine Aenderung der britten Steuernoterordnung 1. Januar bis zum 30. Juni 1924 wurden 65 917 m. eingenommen wird Monate und Jahre erfordern, diese Unsicherheit wäre für die amb 62 724 m. ausgegeben. Es ist ein leberichuß von ca. 3200 m. Wirtschaft sehr gefährlich. Zur Frage des Abg. Düringer be zu verzeichnen. Mehrere Stunden nahmen die Beratungen der Sta merit er: tuten in Anspruch. In der regen Aussprache wurden, die Mängel der alten Saguneen fargelegt und die Umstellung des Bundes in eine Zentralorganiſation ausführlich begründet. Der Bundesbeitrag beträgt monatlich 30 Bf. Ein Drittel ist an die Kreife arozentual abzuführen. Die Sterbeunterstützung beträgt nach einem Jahr mit siebichaft 20 M., nach 3 Jahren 30 M., nach 5 Jahren 40 M. für jedes weitere Jahr kommt ein Zuschlag von 10 M. bis zur Höchft fumme von 100 m. Retsschuß und Unfallsflicht wird vom Burde selbst eingeführt. Ein Witrag, der die Einstellung eines technischen Beilers fordert, wurde angenommen. In Sachen ber Internationalen Arbeiterhilfe murde ferner der Beschluß gefaßt, daß der AGB. jede Zusammenarbeit mit der 325. abzulehnen hat. Bum Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold" nahin bie Tagung folgende Stellung ein: Da der Bund politisch neutral bleiben will, lehnt er es ab, sich am Reichsbanner zu beteiligen. Da der ASB. auf dem Boden der Republik steht, stellt er sich bei An­forderungen zu Versammlungen, Demonftrationen stets zur Ber fügung." Schließlich wurde noch eine Entschließung engenommen, bie sich gegen die eigenartige Stellungnahme des Ministeriums des Innern in bezug auf Anerkennung des Arbeiter Sama: riter- Bundes als dem Rotes Kreuz gleichberechtigte Organisation wendet. Die reisleitungen geloben, nichts unversucht zu laffen, die Regierungen der einzelnen Länder zu überzeugen, daß ber Arbeiter Samariter Bund in allen seinen Bestrebungen und Beiftungen für die Allgemeinheit dem Roten Kreuz gleichgestellt

Gewiß sei er von Ende 1922 bis Mitte 1923 für ein Sperr gefek eingetreten. Heute fei aber die Lage ganz anders. 1. Etwe Die Hälfte der Hypotheten feien bereits zurückgezahlt. 2. Die Lage der Wirtschaft habe fich wesentlich geändert. Selbft die Möglichkeit des Grundbefizes, 15 Broz. zurückzuzahlen, ist eingeschränkt. Bor allen Dingen aber sei von Bebeutung, daß sich auf dem Boden der dritten Steuernotverordnung der Ausgleich zwischen den widerstreitenden Interessen vollziehe. Geheimrat Peschmann, ein bayerischer Bertreter der Hypothefen banten, schließt sich Schwarz in jeder Beziehung an. Das müsse er fagen, obwohl er vier Jahrzehnte feines Lebens der Arbeit der Berbreitung der Pfandbriefe gewidmet habe, bie in Bayern das eigentliche Sparpapier barstellten. Er fürchtet, daß eine höhere Aufwertung auf dem Papier fiehen bleibt, weil die Wirtschaft die Bast nicht tragen kann. Heute sei eben die Bage anders, als 1922. Es sei ganz unmöglich, die Höhe der Auswertung der Entwicklung unserer Wirtschaftsverhältnisse zu überlassen, wie überhaupt eine 26­änderung der dritten Steuernotverordnung wegen der damit verbun­denen Berewigung der Rechts- und Verkehrsunficherheit viel mehr Nachteile als Vorteile enthalte.

Die Berhandlungen des Ausschuffes bauern fort.

Die Börse hoffnungsfreudig.

Die Berliner Börse schickt sich an, einen günstigen Aus.. gang der Londoner Ronferenz bereits jetzt zu estomp­tieren. Das Angebot, das bisher ständig auf bie Effettenmärfte drückte, ist mit Beginn der neuen Woche fast völlig verschwunden. Man hört allenthalben nur Geldkurse, die außenpolitische Lage wird im Hinblid auf die heute in London stattfindende Bolligung uns in Erwartung einer sofortigen Einladung der deutschen Delegierten außerordentlich günstig beurteilt. Man glaubt, daß die Londoner Ronferenz ihr fritisches Stadium überwunden habe. Dementsprechend schreitet bie Spekulation zu erheblichen Räufen, um für den Fall einer allgemeinen Aufwärtsbewegung mit Waren versorgt zu sein. Auch die ausländifen Räufe nehmen ihren Fortgang. Außer der Londoner Ronferenz spielen verschiedene Bor. gänge, deren Hauptgewicht am Gelbmartt liegt, eine Rolle. Go gibt das Krebitablommen ber Rommerz - und Privatbant mit ameritanischen Kreisen Anlaß zur Hoffnung auf baldiges Zustandekommen weiterer berartiger Abmadungen. Auch die Aeuße rungen des Reichsbanfpräsidenten über bevorstehende Erleichterun gen im Lombardtrebit bestätigen die Erwartung, bag bei einem befriedigenden Berlauf der Bonboner Ronfereng die Kredit­politit ber Reichsbant wesentlich gemilbert werde. Bei ber allgemein herrschenden optimistischen Stimmung finden naturgemäß auch Melbungen über Auslandsaufträge für deutsche indu­ftrielle Werte stärtere Beachtung. Bei Beginn der Börje war das Geschäft bereits recht lebhaft. Man handelte z. B. Kriegsanleihe mit 315 Geld, Deutsch- Betroleum mit 12% Gelb, 3½proentige Ronfols mit 680 Geld. Der Geldmartt bleibt flüssig, someit täglich Gelb in Frage tommt. Im Devisensertehr ist das Geschäft ruhig bei ausreichendem Angebot.

werden fann.

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Mit einem Hoch auf den ASB. fonnte die Tagurig nach fünf. zehnftündiger Beratung geschlossen werden.

Selbstmord oder Verbrechen?

der Bandarbeiter Karl Dippe im Garten des Bergnügungslotals Mit einer Schußverlegung wurde heute Nacht gegen 42 Uhr Rohr in der Kaiſerallee in Wilmersdorf aufgefunden. Beim Eintreten der Sanitätsmannschaft der Wilmersdorfer Feuerwehr und eines Arztes war D. bereits verstorben. Die Waffe wurde wenige Meter von der Beiche entfernt aufgefunden. Die Polizei beschlagnahmte ie Leiche und oronete die Ueberführung in das Leichenschaubaus an. Der Tote gehörte einer fintspolitischen Organisation an. Es wird der Berdacht ausgesprochen, daß ein politisches Berbrechen vorliege. Die Polizei ift zurzeit noch mit der Aufklärung beschäftigt.

Ein Neunzehnjähriger als Räuber.

Ein unangenehmes nächtliches Erlebnis in einem Cafshaus hatte ber Musiker Hans 2. Im vorigen Jahr fuchte er ein Café in der Nähe des Rottbufer Lers auf und machte dort bie Bekanntschaft eines 19jährigen jungen Mannes, mit dem er sich bald anfreundete der Beche unvorsichtigerweise gezeigt haben, daß er eine große Geld. und bis zum Schluß ber Polizeistunde zechte. L. muß beim Bezahlen fumme in seiner Brieftasche hatte. In liebenswürdiger Weise wollte ihn nun sein neuer Bekannter nicht allein nach Hause gehen lassen, fondern bis zur Hochbahnstation begleiten. Blöglich) traten aus dem Duntel zwei Männer vor und verlangten von 2. bie Brieftasche, Sie warfen ihn dann zu Boden und der Neunzehn. jährige entriß ihm die Brieftasche; sodann liefen fie elle davon.

nahm die Berfolgung auf, wurde aber non feinem Caféhausbe Bannten bebeant, hag er ein paar Mejerische betemmen tönnte,

wenn er nicht zurüblish Singutsammenben Baffanten gelang es jedoch, einen der Täter, und zwar den Bekannten aus dem Café feftzunehmen. Er entpuppte fich als ber 19 jährige rich Wegen Shwarzlose, der bereits zweimal vorbestraft war. schweren Raubes angeflagt, verhängte die große Strafsommer des Bandgerichts I über den Hebeltäter eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis.

Eine 20köpfige Diebesbande.

Eine zwanzigtöpfige Banbe, bie es auf Bigarren- und Ziga­rettengeschäfte abgesehen hatte, wurde von der Kriminalpolizei fest­genommen. Eine Reihe von großen Einbrüchen dieser Art vers anlaßten die Kriminalpolizei zu besonderen Beobachtungen in ge­missen Stadtvierteln. Dabei fielen ihr Leute auf, die namentlich in der Elfasser und in der Gormannstraße verdächtige Geschäfte machten. Es zeigte fich, daß fie mit gestohlenen Bigarren und 3iga­festzunehmen, die zum Teil einbrachen, zum Teil die Beute retten handelten. Nach und nach gelang es, zwanzig Männer verschärften und zum Teil sie als Hehler fauften. Diese Bande haufte besonders in der Invaliden- und Petersburger Straße. An einer Stelle brach fie sogar vom Keller aus durch eine starte, betonierte Dede in einen Laden ein und räumte ihn aus. großer Teil des gestohlenen Gutes wurde wieder herbeigeschafft. Ein Bosten wurde bei einem gewissen Grünbaum noch gefunden. Andere Waren, besonders Zigaretten, waren schon an Kleinhändler vertauft und befanden sich bereits in der dritten und vierten Hand. Fünf große Einbrüche fonnten der Bande nachgewiesen werden.

Verbesserung der Berliner Straßenbeleuchtung.

Ein

Der Berliner Magiftrat hat bekanntlich für die Verbesserung ber Berliner Straßenbeleuchtung Mittel bewilligt. Augenblicklid wird bei den Bezirksämtern geprüft, in welchem Ausmaß sowoh bie Gas wie die Elektrizitätsbeleuchtung ver mehrt werden soll. In erster Linie sollen bie bisher starl bernaglafiigten Rebenstraßen, die teilweise in fai bölliges Dunkel gebüllt sind und deshalb au wiederholter Bov ftellung der Polizeibebörden Anlaß gegeben haben, beffer beleuchte werden. Boraussichtlich wird die Vermehrung der Straßenbeleuch tung bereits im Laufe des Monats September erfolgen, doch dürft aus dann erft höchstens ein Drittel der Friedensbeleuchtung ev reicht werben.

Sieben Berjonen bei einem Autozufammenstoß verlegt. An Sonntag früh gegen 54 Uhr stießen vor dem Hause Kaiserbamm( ein Privatauto, Führer Karl Riffing aus Zehlendorf , Mittelstr. 5 und eine Autobroschte, gefahren von dem 60 Jahre alten Chauffeu Hermann Arnst aus der Rofimenftr. 12 in Charlottenburg , mit volle Gewalt zusammen. Der erstere Wagen tam von der Heerstraße uni wollte einer Wasserpfüße ausweichen, dabei fuhr er zu weit nad lints und fam der Kraftbroschte, die vom Reichstanzlerplaz tam, i den Weg. Die 27 Jahre alte Chefrau Anna Nissing erlitt ein Gehirnerschütterung. Mit leichten Verletzungen kamen di anderen Infaffen davon.

trat heute zu einer Ferientagung zusammen. Nach der Justizreforn Das Ferienfchwurgericht. Das Schwurgericht des Bandgerichts. I vem 1. April d. I. wird das Schwurgericht nicht mehr durch di Gerichtsferien vollständig unterbrochen, sondern es trif zur burteilung dringender Haftfälle jeweils zu furzen Tagun hat zwei Fälle des Meineids abzuurteilen, die heute un gen zusammen. Die gegenwärtige Tagung des Ferienschwurgericht morgen zur Verhandlung anstehen.

Jm Dienste der Menschheif! In dem Artikel in Nr. 340 de Vorwärts" hat eine Stelle zu einem Mißverständnis Anla gegeben; es wurde nämlich das Zusammenarbeiter m bem Stoten Kreuz dabin gedeutet, ale ob eine Arbeitsgemein faft des Arbeiterfamariterbundes mit dem Roten Kreuz be fände. Das ist eine vollkommen faliche Auffassung, da ein arbeitsgemeinfcaft mit einer bürgerlichen Orga nisation ftritte abgelehnt wird. Auf bebördliche Ar forderung wird mit anderen Sanitätsorganisationen Dienst ai Außenfpielplägen uit. wechselteise geleistet.

Studentenunterfunft. Ber fans einen Teilnehmer des Pazifiſtiſche möglich gegen feine oder geringe Vergütung. Mitteilung erbeten a Studententongreffes vom 7.- 9. Oftober Untertunft gewähren Gerba BeyI, Berlin N. 54, Lothringer Straße 42.

Flucht eines Raubmörders.

Die zu

Sachsen ein entsetzlicher Doppelraub mord verübt. In der Nacht zum 24. Juni wurde in Petersdorf im Freistac nächst noch unbekannt gebliebenen Täter waren in das Grundstü des Biehhändlers Schäfer eingebrungen, hatten deffen wachge wordene 82 Jahre alte Mutter niedergestochen und nat schwerem Kampfe die in den fünfziger Jahren stehende Sch weſt e bes Befibers erstochen. Ohne Beute mußten die Berbreche flüchten. Die zuständigen Bolizeiorgane hatten bald festgestellt, da als Täter der 20jährige Schuhmachergehilfe Glafer ber Leptilarbeiter Friedl und ein gewisser Netoma i Betracht tamen, die sich nach Wien gewendet hatten. Dort konnte Glaser und Friedi bereits vor zwei Wochen verhaftet wer den, sie hielten sich in einem Grundstüde am Ottakringe auf. Ne tom a war zunächst nicht zu fassen, er hatte sich nach Glashütte Berwandten begeben, wurde aber sehr bald aufgespürt und an 18. Juli festgenommen und in das Amtsgerichtsgefängnis Lauenstei eingeliefert. Am Sonnabend, vormittags während des fogenannte Spazierganges, ist der noch nicht zwanzig Jahre alte Raubmördes der ein gewandter Turner und Schnelläufer ist, über die hoh infriedigung entflohen und entkommen. Retoma gewendet, steht noch nicht fest, alle Polizeibehörden murde von dieser verwegenen und geglückten Flucht sofort in Kenntnis ge fett, sowie deffen Personalbeschreibung allerorts verbreitet.

Mohin fie

der Nähe von Balencia, veripürte man gegen 11 Uhr heute oor Erdbeben in Spanien . In der Gemeinde Cargagente, mittag zwei Erdstöße binnen einer Viertelstunde. In Huejer wurde im Berlaufe des Bormittags ebenfalls ein Erdftos verzeichnet der sechs Setunden andauerte. In mehreren Orten im Gebirge ware bereits am legten Dienstag mehrere Erdstöße ver zeichnet worden.

megifchen Ameritadampfer Bergens Fiord" brach am Sonn Feuer auf einem norwegischen Ameritadampfer. Auf dem nor abend, nachdem er Chriftiania verlassen hatte, Feuer aus 500 Baffagiere wurden in Bettungsbooten nach Chriftiania ge bracht. Der Materialschaden ist bedeutend.

Wetter für morgen.

Berlin und Umgegend: Roch ziemlich fühl, meist bewölft mit Regen fällen und frischen westlichen Winden. Deutschland : Weftsftmärts forfehreitende Nieberschläge, dann im efter etwas Aufheiterung. Ueberall noch fühl

Parteinachrichten

Ginsenbungen für biefe Kadrit find Berlin G. 68, Sindenstraße 2,

für Groß- Berlin

flets on bas Bezirkssekretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten

107. bt. Borftandsligung heute Montag, abends 8 Uhr. im Jugendheim Falter berg. Erscheinen aller Funktionäre erforderlich. Die Genoffen des Reiche banners Schwarz- Rot- Gold nehmen an einer wichtigen Besprechung teil. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation

33. st. Der Genoffe Poul Röder ift plöglich verstorben. Einäicherung Mittwed ben 30. Juli, nadpittags 2 Uhr, in Srematorium Baumschulenmeg. Us rege Beteiligung bittet Der Borftand.