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schichten feinen Pfifferling kümmerte, der seine Versprechungen Judenthum die Einsicht kommen, daß nicht der Semitismus als| Bestimmungen des Umsturzgesetzes, die nach Gutdünken der nie gehalten hatte, der stets volltönende Phrafen bot, es aber folcher, sondern der semitische Kapitalismus als Theil des Richter gegen jede der hohen Obrigkeit und den Richtern nie zu Thaten kommen ließ, hatte den Massenabfall Kapitalismus überhaupt, daß der Kapitalismus an sich die mißfallende Regung des Geistes angewandt werden können, vom Liberalismus zur Folge und da niemand sonst Wurzel alles Uebels ist. fich zur Vertretung der Interessen des Kleinbürgerthums So rasch die christlich- soziale Bewegung üppig aufgeschossen ist der schlimmste Paragraph dieses Zickzack. anbot, wurden diese Männer gewählt. Oft verdankten ist, so rasch wird sie zusammenschrumpfen und diejenigen, die Produktes fast unbeachtet geblieben. Wir meinen den sie die Wahl weit weniger dem Vertrauen, das ihnen die enttäuscht und unbefriedigt sich vom Antisemitismus abwenden, Ronfistations Paragraphen( den neuen§ 23 Wähler entgegenbrachten, als dem Etel, den die alten Vertreter werden nach nicht langer Ueberlegung zu der Sozialdemokratie des Preßgesetzes). Die übrigen Paragraphen des Umsturzbis zum Ueberdruffe sich zugezogen hatten. stoßen, die als lachender Dritter von dem Kampfe zwischen geseges überliefern die Bresse und Literatur Richtern, Liberalismus und Antisemitismus, die sie beide gleich energisch für die doch gewisse Rechtsnormen bindend sind, dieser Kon bekämpft hat, ohne einen gegen den anderen zu unterstüßen, fiskations- Paragraph aber überliefert die Presse und Literatur allein den Gewinn haben wird. der Polizei, die, mit ihren diskretionären Gewalten, auf grund derselben nach Belieben jede Zeitung und sonstige Druckschrift tonfisziren kann. Der einzige Vortheil, den das sonst so mangelhafte ReichsPreßgesetz ausgebracht hat: eine Beschränkung des polizeilichen Konfiskationsrechtes, wird so durch die Umsturzvorlage mit einem Federstrich beseitigt-wenn das deutsche Volt seinen Vertretern die Umstürzelei nicht rechtzeitig aus
Noch haben die Liberalen im Wiener Gemeinderathe die Majorität in Händen, eine Majorität noch immer 10 groß als die, mit der Graf Taaffe über ein Dezennium lang im öfterreichischen Abgeordnetenhause die Führung behielt, aber die Liberalen sind der Situation nicht gewachsen, sie haben kein Vertrauen in ihren Anhang, sie sind bereit, die Flinte ins Korn zu werfen. Der Mann, den sie vor Jahresfrist als den Vertrauens mann ihrer Partei zum Bürgermeister( entsprechend dem Berliner Oberbürgermeister) erwählt hatten, Dr. Grüble, äußerte sich einem Vertreter der Wiener Neuen Freien Preffe" gegenüber folgendermaßen:
läßlich bei den Sigungen, die einen die einen aus dem, die
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Politische Leberlicht.
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Die Bedeutung des Reichstags- Votums vom 23. März wird mehr und mehr gewürdigt auch den Herren der Hurrahminorität, die im Anfang den Mund so Wir stehen jetzt vor einem großen Fragezeichen. Eine voll nahmen, fallen die Schuppen von den Augen. Gegen treibt. Majorität von 74 gegen eine Minorität von 64! Bestünde die die Regierung hat der Reichstag schon öfter sich erklärt, Majorität aus Soldaten, auf welche ich unter allen Umständen aber niemals vorher hat er einer derartigen, lange vor- Es geht auch mit dem Zentrum. Ungeachtet der rechnen tönnte, so könnte ich allerdings administriren, weil ich bereiteten Regierungsaktion, hinter der, wie jedem Thatsache, daß am 23. März der Kaiser, die Regierung der Majorität sicher wäre. Nun weiß ich aber genau, daß dies Reichstags Mitgliede bekannt war, auch der Kaiser und alle sonstigen anständigen Leute über den Reichstagsnicht der Fall ist. Die Liberalen erscheinen nicht verstand, ein Nein entgegengesetzt. Das ist es gerade, Beschluß, der wesentlich mit Hilfe des Zentrums zu stande anderen aus jenem Grunde. Die Minorität dagegen was auf das Ausland eine so verblüffende Wirkung aus gekommen war, die tiefste Entrüstung" empfanden, hat sich ist stramm organisirt; sie weiß bestimmt, was fie geübt, und die traditionellen Vorstellungen von der die Regierung bereits mit Grazie und Würde darein ge will und ihre Führer tönnen sich verlassen, daß sie immer voll- frommen Kinderstube" Deutschland jäh über den Haufen funden, gerade mit Hilfe dieses Zentrums die kaiserlich deutsche Politik zu betreiben. In diesem Sinne schreibt zählig am Plate ist. Ich würde mich daher damit zurechtfinden geworfen hat. müssen, mit der Minorität zu administriren." Verstärkt worden ist die Wirkung noch dadurch, daß die Norddeutsche Allgemeine Zeitung", anscheinend offiziös Gemeinderaths bitten oder ob er Dr. Lueger durch seinen Rück- Auflösung des Reichstags beantwortet hat, was undenkbar erklärt, daß sie neue Strafbestimmungen von der Art der in der Er erwägt, ob er die Regierung nicht um Auflösung des die Regierung das Votum des 23. März nicht durch eine inspirirt, folgendes: Die verbündeten Regierungen haben mit aller Bestimmtheit tritt schon jetzt den Weg zum Bürgermeisterstuhle freigeben solle. wäre, wenn die Reichsregierung nicht die Majorität des sogenannten Umsturzvorlage vorgeschlagenen nicht entbehren erklärt, daß sie neue Strafbeſtimmungen von der Art der in der Er erklärt also offen den Bankrott seiner Partei. Was Wiens Bürgermeister für Wien thut, das thut das seit deutschen Volkes auf seiten der Reichstagsmajorität wüßte. tönnten.--- Wer sich so einem nachdrücklichen und mit Jahrzehnten führende Organ der österreichischen Großbourgeoisie, Alles, was man sich über die politische Naivetät des schwerwiegenden Gründen motivirten Appell versagt, hat, wie Die liberale Neue freie Presse" für Desterreich, sie schließt ihren deutschen Volkes zurechtgelegt hatte, ist mit einem Schlag, nns scheint, fein Recht, sich zu beschweren, wenn die Regierung Jammere und Leidartikel über die Gemeinderaths- Wahlen mit wie ein Kartenhaus weggeblasen worden. das Werk, deffen Durchführung fie ihrer Pflicht gegen Anlehnungen folgenden Sägen: unter Dach zu bringen versucht. Bundesrath. In der am 4. d. M. abgehaltenen Plenar das Vaterland schuldig ist, unter anderen Die an Wenn sich das Ministerium schwach zeigt, so wird die fizzung des Bundesraths wurde noch der Antrag des Königreichs die Regierung gerichtete Forderung, sich nicht auf das Flamme, die heute in Wien angezündet wurde, sehr bald auf Sachsen , betreffend den Artikel Vinum- Wein" im Arzneibuch Bentrum zu stüßen, ist uns überhaupt bei einem prattischen den schwankenden Bau der Koalition hinüberzüngeln, denn steht den zuständigen Ausschüssen überwiefen. Von der Vorlage, be- Bolitifer unverständlich, wenn nicht energische und erfolgreiche es einmal fest, daß die Regierung nicht die Energie findet, um treffend die im Jahre 1894 erfolgten Ausprägungen von Gold- Politiker unverständlich, wenn nicht energische und erfolgreiche Bemühungen in letzter Stunde einen Damm gegen die sengende Gluth aufzu- und Silbermünzen, wurde Kenntniß genommen. Den Ausschuß der Regierung eine ausreichende andere Stütze zu bieten, mit von denen man nur wenig gewahr wird richten, dann ist das Schicksal der liberalen Partei anträgen, betreffend Bestimmungen über die Vornahme einer ihr Hand in Hand gegen. Die Regierung fieht sich fortlaufend auch im Reichsrathe nicht mehr zweifelhaft und Berufs- und Gewerbezählung im Jahre 1895, wurde die Zuvor wichtigen Aufgaben, die gelöst werden müssen. Daß sie die dann haben die politischen Kampfgenoffen des Herrn v. Plener Stimmung ertheilt. Endlich wurde über die Wiederbesetzung der Mitarbeit einer Partei grundsäßlich zurückweisen oder mit Uebelin Wien die drohenden Beichen einer barten bei dem Disziplinarhof erledigten Mitgliedsstellen und über die wollen bezahlen soll, ist eine unüberlegte Zumuthung." Niederlage erblickt. Die liberale Partei in geschäftliche Behandling der vom Reichstag bei Berathung ganz Desterreich steht auf dem Spiele, und nur des Reichshaushalts Etats für 1895/96 gefaßten Refolutionen folgenden Tagen wird jetzt zum Rückzug geblasen. Nach der großen Entrüstung vom 23. März und den ein Blinder fann das nahende Schicksal nicht sehen." Beschluß gefaßt.- Und das Blatt hat recht! Denn nicht blos in den HeerVon der fächsischen Justiz. Der Maifeierprozeß, schaaren der chriftlich- sozialen Partei stehen die Todtergräber des Bei der Reichstage Erfahwahl in Eisenach am österreichischen Liberalismus, auch in ihren eigenen Weihen. Der Donnerstag sollen, nach den letzten bekannt gewordenen durch den die sächsischen Justizbehörden zu so unvergleich große Erfolg der beiden neuen Wochenblätter in Wien , der„ Neuen Meldungen, abgegeben worden sein: für den Kandidaten licher Berühmtheit gekommen sind, hat am Donnerstag vor Revue" und der Zeit", die trotz schärfsten Gegensatzes zum der Freis. Volkspartei Caffelmann 3420 Stimmen, für den dem höchsten sächsischen Gerichtshof seinen Abschluß gefunden. Antisemitismus in energischeſter Weise den Liberalismus be- nationalliberalen Dr. Edels 1867, für den Direktor des Bundes 29 Verurtheilte deren Berufungen von der 4. Straffammer des tämpfen, die Thatsache, daß die Arbeiter Zeitung " trotz ihrer der Landwirthe Dr. Röfice 2701, für den sozialdemokratischen bürgerlichen Kreisen wegen ihrer schroffen Bekämpfung des Kandidaten Pähold 2667 und für den antisemitischen Liberalismus und der Koalition hat, beweist, daß der Liberalis Kandidaten Riemann 2338 Stimmen. Es fehlten bei der mus auch in Defterreich im Sterben liegt, daß kein Arzt gegen Busammenstellung noch die Ergebnisse aus 19 Orten. feine Krankheit etwas vermag. Die fozialdemokratischen Stimmen können sich also Und was dann? Wir wollen die Frage heute nicht für immer noch so vermehren, daß der Sozialdemokrat mit dem Defterreich beantworten, denn die durch die Sprachenunterschiede, Freisinnigen in die Stichwahl kommt. Wenn das Verdurch die große Mannigfaltigkeit der wirthschaftlichen Enthältniß bleibt, wie bisher, würde mit dem Freisimmigen wickelungsstadien in den verschiedenen Kronländern komplizirten der Vertreter des Bundes der Landwirthe konkurriren. Go ist, schreibt unser Dresdener Parteiblatt zu diesem Berhältnisse lassen dies in dem Rahmen dieses Artikels nicht mehr zu, deshalb bloß über die politische Zukunft Wiens einige Immerhin hat die Sozialdemokratie schon nach dem vor Urtheil, beinahe nach einem vollen Jahre der Maifeierliegenden Resultat auch im Eisenacher Wahlkreise Fort- Prozeß beendigt worden. Schwere Opfer sind es, die den Parteigenossen auferlegt wurden. Wir werden sie aber zu Gemeinderath und Verwaltung Wiens fommen, wenn auch nicht schritte gemacht. vielleicht sofort, so doch unzweifelhaft innerhalb Jahresfrist in die Die letzte uns vorliegende Depesche lautet: Eisenach , tragen wissen. Uns wird diese Bestrafung nicht hindern, die Feier des Hände der chriftlich- sozialen Partei, Diese Partei hat durch zahllose 5. April. Bis jetzt sind 13 162 Stimmen bekannt. Bon Versprechungen in den letzten Jahren die hochgespanntesten Er- denselben entfallen auf Caffelmann 3107, Röside 2792, 1. Mai auch in den folgenden Jahren würdig zu begehen. wartungen erweckt, sie sind theils unerfüllbar, theils von den Bä hold 2792, Riemann 2553, Edels 1918. Aus Darum Glück auf zum 1. Mai 1895!- Führern nicht ernst gemeint, an stelle der großen Thaten werden 15 fleinen Ortschaften fehlen noch die Wahlergebnisse. die fleinlichen Maßregeln, an ftelle der reinen Verwaltung die Fortsetzung der Korruption, an stelle der Entlastung des Klein- Zum Umsturzgesetz. Während die Zeitungen voll bürgerthums die Enttäuschung, an stelle des Schimpfens auf das sind von Erstaunen oder Entrüstung über die monströsen wußte. Denn dann hätte sie ihm ja auch Kendelmann's doch etwas zu sagen), daß der neue Hilfsprediger in nächtliches Eindringen erzählen müssen und sie fürchtete sich so Bogenau ihr ein sehr würdiger junger Mann zu sein vor seiner Unbesonnenheit in der Wuth. Wenn es nur scheine. wenigstens keinen Mord und Todtschlag gab! Aber sie sprach ihm unauffällig mehrmals zu, das Schriftstück nur ja gut verschloffen zu halten, daß es nicht gestohlen werden könnte. Kurz vor dem Termin der gerichtlichen Beschlagnahme überwand sie sich- und ging zu Frau Kendelmann hin. Sie wollte diese zu bewegen suchen, ihren Mann um zustimmen, daß er die Sequestration nicht zur That werden ließe.
Worte noch.
Sie traf die Frau des reichen des reichen Händlers in einem steifen, gelben, blau geblümten Seidenkleid auf dem Hartgepolsterten Sopha sitzend und emsig häkelnd. Das Bimmer, mit allerlei unnüßem Schmuck überladen, athmete progenhafte Großthuerei und fristete Langeweile.
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" Deshalb bin ich eigentlich gekommen, sagte Frau Schwartz, indem sie sich ein Herz nahm. Weil so viel Schlechtigkeit passirt. Ihr Mann ich muß es Ihnen sagen er hat schlecht an uns gehandelt, sehr schlecht seit lange schon!"
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Und sie brachte, obgleich Frau Kendelmann durch emsiges Häkeln zu verstehen gab, daß sie sich gar nicht dafür interessiren, unentwegt die lange Liste ihrer Klage vor. ,, Sie wissen ja gar nicht, was Sie uns alles anthun sollen!" schloß sie unter halbem Schluchzen.
Dresdener Landgerichts bereits im November v. J. verworfen wurden, hatten gegen das Urtheil Revision eingewendet. Betanntlich wurde das Urtheil im wesentlichen damit begründet, daß zunächst erwiesen sei, daß sich am 1. Mai v. J. durch verschiedene Straßen der Stadt ein Umzug bewegt habe. Ein Umzug war aber polizeilich verboten worden. Die Revision wurde nun in der gestrigen Verhandlung verworfen und die Kosten den Beschwerdeführern auferlegt.
Freiherr v. Hammerstein. Auf die gestrige Er klärung des Chef- Redakteurs der Kreuz- Zeitung ", daß er die Frankfurter Kl. Presse" verklagen werde, erwidert
Denken Sie doch!" rief sie stoßweis, ganz außer sich vor Schmerz." Ich habe ein Töchterchen von faum 15 Jahren! Ein so liebes Kind! Das soll nun in die Armuth gestoßen werden! Bu fremden Leuten müssen! Sie haben doch auch Kinder! Könnten Sie zusehen, daß die auf die Straße gejagt würden?"
Sie war aufgestanden und faltete bittend die aufgestützten Hände über der Tischdecke. Der gauze, zusammen gepreßte Jammer ihrer in ewiger Sorge und Angst ver brachten letzten Jahre sprach aus ihren feuchten, guten Mutteraugen. Langsame Tropfen rannen ihr über die Backen hinab.
,, Bitte, sagte die Frau, an deren Herz sie sich gewandt Wollen Sie unser Grundstück zurück haben? Gut! hatte ,,, Sie zerknüllen mir ja das Tuch da!" Gut! Dann geben Sie uns nur unsre Anzahlung retour, Sie wies ärgerlich auf ein kleines Atlastuch unter der und das Kapital, das wir hineingesteckt haben die Arbeit Majolikavase in der Mitte des Tisches, dessen einen Zipfel wollen wir gar nicht einmal vergütet haben und die viele, die fieberhaft erregte Frau mit nervösen Fingern gefaltet hatte. viele Sorge und wir laffen es Ihnen! Mit tausend Freuden lassen wir es Ihnen! Lieber heute, wie morgen! sind Und wir gehen aus der Gegend"
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Frau Kendelmann stand nicht auf, als die ihr so wohl bekannte Frau ihres Gutsnachfolgers eintrat. Sie begrüßte sie nur durch einen halb tarirenden, halb nachsinnenden Blick, der heißen sollte:" wo hab' ich Dich denn doch nur Go? Ei, was Sie sagen! Halten Sie denn wirklich schon gesehen?" ein kaum merkliches, hochmüthiges Kopf nicht inniger an gewissen zarten Beziehungen fest, meine nicken und wandte sich dann wieder hingegeben ihrer Beste?!" Häfelei zit. Frau Kendelmann sah bei diesen Worten einen AugenEndlich, nach größerer Pause des heimlichen Triumphes, blick auf, ihrem Gegenüber gerad ins Gesicht. Ihre Aeuglein ließ sie sich soweit herab, dem Besuch durch eine lässige funkelten sehr giftig. Handbewegung den an der anderen Tischseite stehenden" Ich verstehe Sie nicht," sagte Frau Echwart befangen. Plüschsessel anzubieten. Denn eine Ahnung stieg in ihr auf, daß die andere irgend Verlegen schob Frau Schwartz, nachdem sie Platz ge- woher über Kendelmann's fürzlichen Besuch in der Schwarznommen hatte, die Falten ihres einfachen Wollkleides zu schen Wohnung unterrichtet sein könnte. recht und ärgerte sich dabei innerlich wüthend über Als Frau Kendelmann hartnädig schwieg und ihr nur den feinen Seidenstoff, den Frau Kendelmann trug, von Zeit zu Zeit einen grünlich schillernden Blick zusandte, über die an dem geschmacklos gemusterten Teppich schleifen- wie einen Scorpionstich, sagte sie ausweichend: den dicken Quasten der Tischdecke und die theuren Spizengardinen der Fenster.
Alles unser Geld!" dachte sie. Während des feierlichen Schweigens, das den ersten gleichgiltigen Worten über Ernte, Wetter, Viehfutter folgte, betrachtete fie verstohlen und angstzitternd das Gesicht ihres Gegenüber. In diesen verschwommenen, zerfnitterten Zügen, fühl wie Gallert, war deutlich heuchlerische Bigotterie zu lesen und heimtückische Zanksucht.
Meist sah die häkelnde Dame nieder. Wenn sie ja einmal die fast wimperlosen Augenlider von ihrer Arbeit aufschlug, so war es, um einen gelangweilten Blick zur Zimmerdecke emporzuschicken das sollte andeuten: zum Himmel".
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Ach ja! Es giebt so viel Sündhaftigkeit in der Welt!" seufzte sie, als Frau Echwarz ihr mitgetheilt hatte( um
„ Es ist Ihnen also nicht nur um Ihre Hypothek zu thun, daß die Subhastation abgehalten wird? Oder wollen Sie uns nur haben Sie was gegen uns?"
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" Jch?! entgegnete die Dame auf dem Sopha, sichtlich verletzt. Ich habe gegen niemand was. Ich liebe alle Geschöpfe Gottes. Selbst jene, welche eigentlich Verachtung verdienen."
„ Sie lächelte sanft- schmerzlich bei diesen Worten, etwa anzusehen wie ein Lämmchen, das man auf die Pfote getreten hat. Sie bemühte sich sichtlich, in ihr fables, vertrocknetes Gesicht, das einer soeben zusammengeklappten Spaßenfalle erstaunlich glich( besonders die Mundpartie), einen Zug pon überirdischer, urchristlicher Sanftmuth und Menschenliebe zu legen.
Frau Schwarz ließ sich aber noch immer nicht ent
muthigen.
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Uebrigens", fuhr sie fort, die Töchter mancher Mütter von vornherein reif für die Straße."
Das brachte Frau Schwarz wieder auf ihre anfäng liche Muthmaßung zurück.
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Was wollen Sie damit sagen? hat man was ge schwaßt?" frug sie tastend, ihre Empörung niederdrückend. und wenn man sich auch " Ja, die Leute reden so viel- da wird noch so sehr bemüht, christlich zu empfinden man doch schließlich so- wenn das Lafter gar zu nadt geht-!" Sie meinen, Sie wüßten was Besonderes, und haben sich großartig," schluchzte die Angegriffene zwischen Vers zweiflung und Wuth mit stromweis vorbrechenden Thränen, aber man hat Sie nur angelogen. Gemeiner Klatschoder womöglich hat Ihr Mann selbst es herumgedreht!" ja! Aber er Wenn ich es denn doch sagen muß Mein Mann?! Aha!" zischelte Frau Kendelmann. verfolgt mich! Seit Gott weiß wie lange schon! Schämen follie er sich! In die Erde hinein schämen!"
Da richtete sich Frau Kendelmann im Sopha auf, wie eine getretene Schlange im Grase. Sie häkelte aber immer unverdrossen weiter. Nur schienen die Häkelnadeln Schlangenzungen geworden zu sein.
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bellte sie.
Man verfolgt keine Frau, die nicht verfolgt sein will!" Das war selbst der Frau Schwarz zu viel. " Wenn Sie sich das herausnehmen mir das ins Gesicht zu sagen--?
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bon Aber was reg ich mich da auf- es ist ja zu gemein und zu dumm! Sie kennen Ihren sauberen Patron von Ehes mann ja doch nicht erst seit gestern-" ( Fortsetzung folgt.)