Der Reichspräsident hat WTB. folgende Zuschrift zur Veröffentlichung übergeben:
cus
,, Mir sind aus Anlaß des diesjährigen Verfassungstages allen Gauen Deutschlands in überaus großer Anzahl Rundgebungen von Ortsgruppen des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold, von anderen republikanischen Vereinigungen, von zu Verfassungsfeiern versammelten deutschen Frauen und Männern und von Einzelpersonen zugegangen; fie alle einzeln zu erwidern, ist mir leider nicht möglich, und ich muß mich damit begnügen, denen, die an diesem Tage des Repräsentanten der Deutschen Republik gedacht haben, auf diesem Wege herzlichst zu danken. Alle Telegramme und Zuschriften gipfeln in dem Treuegelöbnis zur Verfassung von Weimar und zu dem in der Republik geeinten deutschen Volfe; sie geben mir in ihrem Gesamtbilde die Gewißheit, daß die große Mehrheit der Deutschen , namentlich die werftätigen Volksgenossen, fest entschlossen find, auf dem Boden der verfassungsmäßigen Staatsordnung den Weg weiter zu gehen, der zur Freiheit und zur besseren Zukunft Deutschlands führen wird. Reichspräsident Ebert."
Genf , 12. Auguft.( WTB.) Der Verfassungstag murde von zahlreichen Mitgliedern der deutschen Rolonie unter Beteiligung her studierender deutscher Studenten feierlich begangen. In den Festreden, die den Verfassungstag als Tag der deutschen Reichseinheit feierten, kam die Sehnsucht der Auslandsdeutschen nach Beendigung des innerpolitischen Haders immer wieder zum Ausdruck. Den Saal schmückte eine große schwarz- ro: goldene Fahne.
Der Dank der Ausgewiesenen. Der Reichsverband der Ausgewiesenen und Verdrängten von Rhein und Ruhr, Sitz Kassel , hat an den Reichspräsidenten folgendes Telegramm gesandt:
Ihnen, Herr Reichspräsident, sendet der Reichsverband der Ausgewiesenen und Verdrängten ehrerbietigsten, aufrichtigsten Dank für die Worte zu Münster . Wir bitten, daß wir mehr denn je in Ihrer Person den starken Befürworter zur Linderung der Not ie in Ihrer Person den starken Befürworter zur Linderung der Not Der Gefangenen, Ausgewiesenen und Verbrägten sehen dürfen. Zugleich entnehmen wir Ihren Worten die Mahnung, daß kein Opfer groß genug ist, die deutsche Einheit zu wahren."
Die Funktionäre opportunistisch.
Immer wieder haben wir betont, daß das Anwachsen der tommunistischen Welle des vergangenen Jahres eine fast automatische Folge des deutschen Währungsverfalls gewesen ist und daß die Stabilisierung der Währung ebenso wie die Stabilisierung der europäischen Verhältnisse diese kommunistische Welle zunächst zum Stillstand und dann zum Abflauen bringen muß. Die Kom munisten haben gelegentlich so getan, als ob sie sich über diese unsere Auffassung lustig machen könnten. Da bei ihnen alles auf Bluff eingestellt ist, so glauben, fie manchmal offenbar selbst, sich und anbere dadurch über die wirkliche Entwicklung hinwegtäuschen zu tönnen, wenn sie Haltung markieren. Ihre flügeren Bertreter wissen aber natürlich ganz genau, was los ist. Ruth Fischer z. B. hat fets auf dem Standpunkt gestanden, daß die Partei zu einer flei nen und geschlossenen Sette werden müsse, wenn die pazifistische Welle" anhalte. Jetzt hat sie auf der Berliner Funktionärversammlung der KPD. unzweideutig zugegeben, daß unsere Auffassung der kommunistischen Parteientwicklung von den Tatsachen bestätigt wird. Im Bericht der Roten Fahne" heißt es:
Benoffin Fischer zeigten an den beiden im ,, Funken" veröffentlichten Briefen der bisherigen Genossen Katlewski aus dem 2. Bezirk und Krause aus dem 14. Bezirk, daß es auch in der Berliner Organisation noch viele Elemente gibt, die den Charakter und die Aufgabe einer bolschewistischen Partei noch nicht begriffen haben. Aus dem Brief Katlewski spricht das mangelnde Bertrauen zur eigenen Kraft, der mangeinde Glaube und das Ber
Deutsche Professoren verleugnen die Farben der Republik . Zur 700- Jahr- Feier der Universität ne a pel war eine deutsche Delegation unter der Leitung von Profeffor Pend- Berlin abgeordnet. Diese Delegation berichtet jeht in den Mitteilungen des Verbandes Deut scher Hochschulen folgendes:
,, Die deutsche Delegation tam überein, anläßlich der Feier einen Kranz am Grabe Konradins von Hohenstaufen niederzulegen. Für die Schleife wurden die alten historischen Reichsfarben Rot und Weiß ( fo!) gewählt. Dieser Ausmeg mußte gewählt werden, da die offi3.ellen Reichsfarben Schwarz- Rot- Gold im Auslande unbekannt find diefes sieht auf den Schiffen immer nur Schwarz- Weiß- Rot zu ſehr peinlichen Verwechfelungen mit den belgischen Farben Schwarz- Gelb- Rot Veranlassung geben"
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und
Zu Deutsch : Die offiziellen Reichsfarben" wollte man nicht zeigen, fand aber auch nicht den Mut zu einer schwarzweißroten Schleife. Wozu auch? Die alten historischen Reichsfarben Rot und Weiß" fennt in Italien doch jedes Kind! Was sagt das Kultusministerium, was das Auswärtige Amt zu dieser Art, die Würde des Deutschen Reiches im Auslande zu wahren?
Die Riefenkraft des Vogelmagens. Während bei den Säugetieren das Gebiß die Zerkleinerung der Nahrung übernimmt, hat bei den Bögeln der Magen dafür zu sorgen. Der Schnabel des Bogels hat an der Zerkleinerung der Bissen nur geringen Anteil. Wie Karl W. Neumann in Reclams Universum" ausführt, ist der Vogelmagen zu diesem Zweck mit wahren Riefenträften ausgerüstet. Besonders bei Pflanzen- und Körnerfressern wird er zu einem Reiborgan von höchster Leistungstrait, zu einer förmlichen Mühle, die alle Zellulose. hüllen nach Art zweier Mahlsteine zersprengen fann. Die Wirkung der Magenwände, die durch besondere Muskeln gegeneinander gerieben werden, wird noch durch Steinchen erhöht, die zeitweilig aufgenommen werden. Diese Steine find nach längerem Verweilen im Magen ringsum abgeschlifffen und ganz glatt. Man hat nun Bersuche angestellt, um die Muskelkraft, die die Magenwände mit starkem Drud aneander preßt und die dazwischen befindliche Nahrung auf das Gründlichste zerreibt, zu berechnen. Dabei hat sich ergeben, daß 3. B. beim Truthahn die Kraft des Mustelmagens genügte, um eiferne Röhren flach zu drücken, die einer Belastung von 427 Pfund standhielten.
Das Potsdamer Schauspielhaus wird in der neuen Spielzeit vom Berliner Dramatischen Theater" gepatet, aber von dem bisherigen Intendanten weiter verwaltet werden. Die Bühne hat ihren Rückhalt in den Potsdamer Theatergemeinden.
Pocci im Bayerischen Staatstheater. Poccis bisher nur durch die Puppen theater bekannt gewordenen Stomödien beabsichtigt das bayerische Staatstheater in der Bearbeitung und Bühnenformung des neuen Schauspiel direktors Eugen Keller im Residenztheater zu geben.
Der erife Sibirien - Film. In Nowo- Nikolajewst ist der Film„ Das rote Bas" fertiggestellt worden, zu dem die Aufnahmen teilweise im Altaigebirge gemacht worden sind. Das Filmdrama hat den Kampf der Sowjetheere gegen den Admiral Koltschat und die allmähliche Sowjettifierung Sibiriens zum Gegenstand. In polnischer Erde. Die sterbliche Hülle des bekannten bolnischen Dichters Heinrich Sienkiewicz, der am 11. November 1916 im Alter von 70 Jahren geftorben ist, soll im tommenden Herbst nach Polen übergeführt werden. Die Reiche ruht bis jetzt in Bebeh.
zweifeln an der Revolution. Aus diesem Grunde ist er genau wie| bankfrach, die Tschechoslowakei ihren Benzinprozeß, Amerika sein Friesland , Levy und viele andere zum Reformismus abge Petroleumpanama, hat Norwegen seinen„ Nickelskandal". Eine schwenkt. Nicht um die Person Katlewskis handelt es sich hier über einen großen Teil des norwegischen Nidelvorkommens verallein, sondern das Schreiben ist für uns eine ernste war fügende Aktiengesellschaft, an der bürgerliche Minister, höhere Offinung, daß, wenn es noch eine längere Zeit dauert bis zur näch- ziere und Räte führend beteiligt waren, schloß sich während des ften revolutionären Welle, wir in der Partei alles einsehen müssen, um die Mitglieder über den wahren Charakter der revolutionären Kämpfe auch in einer verhältnismäßig ruhigeren Zeit aufzuklären und zu schulen."
In gutes Deutsch übertragen bedeuten diese Bemerkungen nichts anderes, als daß die Massen und vor allen Dingen auch die Funktionäre in den Betrieben auf die wirtschaftliche Entwicklung und auf den Linkskurs der KPD . mit einem Abmarsch aus dem tommunistischen Lager reagieren. War es doch bezeichnend für die kommunistische Parteileitung, daß sie in Moskau den Versuch einer Annäherung an die Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale mit dem Argument bekämpfte, die Massen und die Funktionäre feien opportunistisch verseucht. Bekannt ist, daß nicht nur in Berlin , daß an allen Orten Ausschlüsse und Uebertritte gehobener kommunistischer Funktionäre in den Betrieben, Gemertschaften und den Gemeindevertretungen an der Tagesordnung find. Ruth Fischer wird noch manche Schwierigkeit bei ihren Gläubigen erleben, wenn die pazifistische Welle anhält".
Der Kommunistenprozeß in Leipzig .
Leipzig , 12. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Am Dienstag vor mittag nahm der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik die Berhandlungen im Hochperratsprozeß gegen die Pots damer kommunisten mit der weiteren Bernehmung der An geflagten wieder auf. Der Angeklagte S cha h, 21 Jahre alt, dem die Anklage vorwirft, verheimlichte Waffenlager mit Sprengstoffen besessen zu haben, leugnet alles und behauptet, weder den Angeklagten Fiedler noch den angeklagten Unteroffizier Burkhardt überhaupt zu kennen. Burkhardt und seine Frau sowie der angeklagte Gefreite Krause bestreiten diese Angabe. Schatz will seine Angaben vor der Kriminalpolizei der Wahrheit zuwider gemacht haben, um Frau Burkhardt gefällig zu sein, damit sie sich nicht von haben, um Frau Burkhardt gefällig zu sein, damit sie sich nicht von ihrem Kinde während einer Untersuchungshaft zu trennen brauchte. Den Munitionstransport zu Fiedlers Grundstück will er als Arbeitsloser auf Vorschlag von zwei Unbekannten übernommen haben, ohne entschädigt worden zu sein und ohne gewußt zu haben, was in den Säcken enthalten ist. Als die Handgranaten und die Munition im Keller aufgestapelt worden seien, habe er einen Schred bekommen und vorgeschlagen, nach einigen Tagen die Munition und die Waffen im nahen Walde zu versteden. Auch bei dem dritten Munitionsdiebstahl will Schatz den Auftrag von den gleichen Unbekannten erhalten haben. Er habe sich gegen den Auftrag gemehrt, sei aber beruhigt worden durch die Versicherung dieser Unbekannten, daß es sich nicht um Munition handele. Im Laufe der weiteren Vernehmung versichert er, bestimmt nicht gewußt zu haben, daß die Waffen für die KPD. bestimmt waren; es fei ihm ausdrücklich erklärt worden, fie feien für einen Gutsbesitzer, der des Selbstschutzes bedürfe.
Der Angeklagte Franz Fredmann, 33 Jahre alt, Gärtner in Potsdam , bestreitet sämtliche Behauptungen der Anklage, die ihm u. a. schweren Diebstahl von Munition zur Baft legt. Das gleiche tut fein bereits schwer vorbestrafier Bruder Gerhard. Bon beiden nimmt die Antlage an, daß sie zusammen mit Reichsmehrangehörigen die in Frage stehende Munition entwendet und außerdem Sprengstoff besessen und anderen zu unerlaubten Zweden, Um 2 Uhr die ihnen befannt gewesen seien, überlassen haben. nachmittags wurde die Verhandlung auf 1% Stunden unterbrochen.
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Krieges plöglich einer kanadischen Nickelindustriegesellschaft an. Mit riesiger Reflame wurde zur Zeichnung von Kleinaftien für diese englisch - kanadisch - norwegische Gründung geworben. Willig und vertrauend gab der norwegische Mittel- und auch Arbeiterstand, der damals sehr gut verdiente, seine Sparpfennige in die Gesellschaft, denn die Minister und andere Honoratioren versicherten ja, daß die englische Regierung selbst Nickel zur Kriegführung brauche und hinter der Neugründung stehe. 1917 brach die verheißungsvolle Gesellschaft ebenso schnell zusammen, wie sie aufgepustet worden war- rund 200 Millionen Kronen der norwegischen Aktionäre waren verloren. Wohlverstanden: der Kleinaktionäre. Von den Aufsichtsräten der Gesellschaft erfuhr man, daß sie außer Riesenprämien auch noch den größten Teil ihrer Attien rechtzeitig verkauft hatten. Immer noch beschäftigt sich ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß mit dieser Blüte des Kriegsschwindels; auf Antrag unserer Genossen ist die Angelegenheit erneut dem Obersten Gericht zur Verfolgung über
geben worden.
Der norwegischen Sozialdemokratie wird ihre Arbeit ungeheuer durch die Politisierung und Ueberspannung der Alkoholfrage erschwert. Den bürgerlichen Parteien ist es eine angenehme Verschleierung der sozialen und ökonomischen Fehler ihrer Männer, daß die Alkoholfrage alles überschattet. Dadurch wird die große Masse der Indifferenten daran gehindert, über den Kriegsschwindel und die Gründe der immer noch andauernden Wirtschaftsnot und Arbeitslosigkeit nachzudenken. Gefördert wird diese Verschleierungspolitik der Bürgerlichen noch durch den wahnwißigen Kampf, den Moskau gegen die norwegische Arbeiterbewegung führt. Nur die Zersplitterung der Arbeiterschaft ermöglichte es, daß diefelben Kreise noch heute am Ruder stehen, die die Kriegseinkünfte in phantasievollen Spekulationen verpufften und feine Reserven für den seit Schaffung der eigenen Handelsflotte in Amerika flar vorauszusehenden Rückschlag zurücklegten.
Die Konferenz vor dem Ende.
Condon, 12. Auguft.( WBT.) Außerhalb der Konferenz hat dem Vernehmen nach die Erörterung der Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebiets während des ganzen Tags fortgedauert, ohne daß bisher über deren Ergebnis etwas Endgültiges befannt ist. Inzwifchen werden seitens Frankreichs auch die handelspolitischen Fragen aufgerollt. Das Schriftstüd, das gestern der französische Finanzminister Clémentel und Seydour dem Außenminister Dr. Stresemann überreichten, enfhält die Wünsche Frankreichs bezüglich der Regelung des handelspolitischen Verhältnisses mit Deutschland . Die französische Auffaffung scheint dahin zu gehen, daß, wenn in der Reparationsfrage in London eine Regelung getroffen wird, der Friede nicht durch einen eventuellen Zollfrieg gestört werden dürfe nach Ablauf der Frist, innerhalb deren Deutschland die zollfreie Einfuhr von Waren aus Elsaß - Cothringen zu genehmigen hat.
Die deutsche Delegation überreichte einen Gegenvorschlag, der fich von der franzöfifchen Auffaffung in wesentlichen Punkten unterfcheidet.
Hierüber wurde zwischen dem französischen Finanzminister Clémentel und Seydour fowie dem Reichsfinanzminister Dr. Luther und dem Staatssekretär Dr. Trendelenburg verhandelt.
wird.
Wie in Ententefreifen verlaufet, wurde bei dem gestern zwischen den deutschen und belgischen Delegationsführern ausgetauschten Besuch belgischerseits der Wunsch ausgesprochen, den deutsch - belIn der heute abend nach 8 Uhr beendeten Zeugenvernehmung gihen Handelsvertrag abzuschließen. Es tann angenommen werden, daß die ganze Frage der wirtschaftlichen Handelsbe. bekundeten die mit der Voruntersuchung beauftragten Berliner und Potsdamer Kriminalbeamten, sie hätten im Verlauf der Borunterziehungen Deutschlands in nächster Zeit eine Neuregelung erfahren juchung festgestellt: Am 7. Juni 1923 wurde gegen Abend in Potsdam der Friseur Rasch aus seiner Wohnung herausgelockt. Als er faum die Straße betreten hatte, erhielt er zwei Schüsse, einen schweren Bauchschuß und einen zweiten in den Oberschenkel. Gleich nach dem ersten Schuh rief ihm der Täter zu:„ Du Aas, das ist für Botsdam". Rasch lebte noch bis in den März hinein und machte diese Aussage den untersuchenden Kriminalbeamten am Tage nach seiner schweren Verletzung und gab ferner als Grund an, er habe aus dem Fieblerschen Grundstück auf einem Laftkraftwagen vor kurzem Gemehre abgefahren, aber später reute ihn dieser Waffentransport umd er meldete ihn der Polizei. Durch diesen Spizeldienst war Rasch der tödlichen Rache verfallen.
Die Frage, an welchem Tage die einzelnen Diebstähle auf dem MG.- Zug stattgefunden haben, fonnte einwandfrei nicht festgestellt werden. Die einzelnen Daten konnten nur an der Hand der Meldungen der Wachtbücher, die der Rittmeister Möller, Führer des MG.- 3uges des Reiterregiments 4 in Potsdam vorlegte, refonftruiert werden.
Mittwoch früh 9 Uhr beginnt die Anklagerede des Reichsanwalts. Daran schließen sich die Berteidigungsreden der drei Rechts
anwälte.
Vor den Neuwahlen in Norwegen .
Aus Christiania wird uns gefchrieben:
Die neue norwegische Regierung hat sich dem Parlament vorgestellt. Sensationslos, wie zu erwarten war, mit einer faum 20 Minuten dauernden Regierungserklärung, die in ihren allgemeinen Redewendungen eigentlich nur das eine sagte: Wir sind ein Geschäftsministerium, das bis zu den Wahlen des Landes laufende Angelegenheiten so gut wie möglich ordnen will. Das Parlament nahm auch diese Erklärung ohne den Wunsch zu einer Aussprache über sie zur Kenntnis und vertagte sich bis auf weiteres, um der Regierung Zeit zu lassen, das von ihrer Vorgängerin begonnene Budget zu vollenden, das noch von diesem Thing angenommen werden muß.
Fehlbetrag
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Das Budget muß zeigen, wes Geistes Kind die Regierung ist. Denn der vorliegende Entwurf balanciert bis auf 30 Millionen - durch riesige Verbrauchssteuern und Einfuhrzölle auf Güter des allgemeinen Konsums. Die fehlenden 30 Millionen sollte das ftaatliche Alkohol monopol, über das die Rechtsregierung fiel, einbringen. Unsere Genossen und die Arbeiterpartei" -die in ihrer Ideologie mehr den früheren deutschen Unabhängigen entspricht, als den Kommunisten haben bereits eine Reihe von Anträgen zur Entlastung des Konsums der breiten Massen von den übermäßigen Verbrauchssteuern und Zöllen bzw. Ersetzung des Fehibetrags durch Vermögens- und Luxussteuern vorbereitet. Bei der Beratung dieser Anträge wird die Regierung der Liberalen Farbe bekennen müssen.
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Was die mutmaßliche Dauer der Konferenz betrifft, so heißt es, daß, auch wenn eine schnelle Verständigung über die Räumungsfrage erzielt würde, die Herstellung des Protokolls, das die Ergebniffe der Konferenz zusammenfaßt, eine gewisse Zeit beanspruchen wird. Auch umfaßt der Rat der Bierzehn nur einen Teil der alliierten Staaten; den übrigen wurden heute nachmittag die bisherigen Beschlüsse unterbreitet.
In englischen Kreisen glaubt man, daß die Konferenz bis Ende der Woche dauern wird.
Günstige Aussichten.
Condon, 12. August, abends.( Eigene Funtdepesche.) Die allgemeine Beurteilung der Lage ist abends günftig. Die Regelung der schwierigen Eisenbahnfrage soll morgen erfolgen. Man erwartet den Schluß der Konferenz feineswegs vor Sonnabend, da die Ferfigftellung des Schlußprotokolls zwei Tage in Anspruch nehmen dürfte.
Die Rechte des Transferkomitees.
London , 12. August. ( WTB.) Wie hier verlautet, find die Arbeiten der Konferenz soweit vorgeschritten, daß nach dem Stande von heute nachmittag von denjenigen Dingen, die die drei Kommisfionen betreffen, nur noch die Frage der Sachlieferungen aussteht, die auf der Vollkonferenz erörtert werden sell. In der heutigen Konferenzfizung scheint eine sehr entschiedene sachliche Auseinandersetzung über die Frage stattgefunden zu haben, wieweit das Sachverständigengutachten dem Transferkomitee das Recht gibt, langfristige Anlagen in Deutschland zu machen. Die vier in London anwesenden Mitglieder des Dawes- Komitees sollten der Ronferenz mitteilen, wie sie selbst diesen Punkt des Berichtes des Sachverständigenkomitees interpretieren.
Die zweite Frage war, ob darüber unbedingt zwischen der deut schen Regierung und dem Transferkomitee eine Verständigung erzielt werden muß oder ob an ein Schiedsgericht gedacht war. Der Bericht der vier Mitglieder des Dames- Romitees scheint der Auffassung der deutschen Delegation nicht entsprochen zu haben, die darum ersuchte, daß bezüglich der Auslegung dieser Bestimmungen die Konferenz felber der deutschen Delegation eine Erklärung abgibt. Heute vormittag wurde darüber in mehr als zweieinhalbstündiger Debatte gesprochen. Reichsfinanzminister Dr. Luther vertrat nachdrücklich den deutschen Standpunkt. Es wurde erreicht, daß heute nachmittag eine Spezialkommission von zwei Delegierten jeder der beteiligten Nationen zusammentrat, um festzustellen, wie weit die Rechte des Transfertkomitees nach dem Wortlaut des Gutachtens gehen. Wie verlautet, sind die deutschen Sachverständigen in der Lage gewesen, den Beschlüssen dieser Unterfommission beizutreten. Die deutsche Delegation hat sich vorbehalten, einen bestimmten Prozentsatz der deutschen Industrie von jeder fremden Anlage auszunehmen.
Steuer, Zoll und die Zuchthausvorlage" wie unsere normegische Parteipreffe den auch der neuen Regierung unerledigt vorIn der Frage der Sachlieferungen erflärte fich die deutsche liegenden Entwurf einer richterlichen Entscheidung von Arbeitsstreitigkeiten nennt, mit Strafbestimmungen, Gelderstattung, Gefäng. Delegation dem Vernehmen nach bereit, Rohle und Kots nis, ja Zuchthaus für den, der sich dem richterlichen Entscheid nicht über 1930 hinaus zu liefern, ferner Brauntohle und Stid. fügt, das sind die Punkte, auf die die norwegische Sozialstoff, weigerte sich aber, in ihren Zugeständnissen weiterzugehen. demokratie als Wahlthemen hinweisen wird. Dazu kommt die Die Entscheidung darüber wird wahrscheinlich in der letzten KonAbwidlung der Kriegstorruption. Wie Dänemarf feinen Landmanns- ferensphase jallen.