Einzelbild herunterladen
 
  

Me.39841.Jabegang

Ausgabe A nr. 203

Bezugspreis:

fonditoned sid

chentlich 70- Goldpfennig monatlich B- Goldmark poraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland . Danzig , Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Bitauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat

Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Beit" mit ,, Gied. lung und Kleingarten", fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal

Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin

Sonntagsausgabe

Vorwürts

Berliner Volksblatt

15 Goldpicnmig

150 Milliarden

Anzeigenpreise:

Die einipaltige Nonpareille Beile 0,70 Goldmart, Reflamezcile -Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Bort 0,20 Gold­mart( aufäffig awei fettgedruckte Borte), tebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Bort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen Für zwei Morte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 030 Goldmart. Eine Golbmart- ein Dollar geteilt burch 4,20.

Anzeigen für die nächste Summer miffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin S 68, Linden fraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm

Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3

Medaktion: Dinhoff 292-295

Fernsprecher: Berlag: Dünboff 2506-2507

Sonntag, den 24. August 1924

Herriots Kampf für Verständigung.

Foch und Nollet mit der Näumung einverstanden.

diesem Zusammenhang die Angriffe Marins gegen Amerika , dessen Mitwirkung bei der Entscheidung über deutsche Verfehlungen eine wichtige moralische und materielle Unterstützung bedeute. Amerita sei te in Neutraler, sondern sei an der Seite Frank­ reichs in den Krieg gezogen. Die Einführung des Schieds. Die Einführung des Schieds. spruchs sei außerordentlich wichtig. Man dürfe den Dames- Plan nicht immer nur unter dem Gesichtspunkt beurteilen, daß er Deutsch­ land Geld verschaffe. Dies Gelb fei tein Geschent für Deutschland , sondern sei mit einer Rontrolle der deutschen Zentralbant, der deutschen Eisenbahnen und der deutschen Steuern

Paris , 23. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) In der Kammer| fehlung sei nicht aufgehoben worden. Herriot bedauerte in führte am Sonnabend vormittag die von dem ehemaligen Vor fizenden der Reparationskommission, Dubois, an den Londoner Verhandlungen geübte Kritik zu wiederholten 3wischen fällen. Als Dubois dem Ministerpräsidenten den Borwurf machte, in London die Rechte Frankreichs preisgegeben zu haben, tam es zu stürmischen Unterbrechungen durch die Mehrheit, die den Redner veranlaßten, seine Ausführungen abzubrechen. Die Sizung wurde fogar vorübergehend aufgehoben. Unter dem demonstrativen Beifall der Linken wies Herriot dann die an den Ergebnissen der Londoner Ronferenz geübte Rritit mit der Bemerkung zurück, baß er es für besser gehalten habe, um realer Borteile willen Sugeständniffe zu machen, als jene Politik fortzusehen, die jedesmal einen großen Sieg erzielt zu haben glaubte, menn fie in irgendeiner juristischen Auseinandersetzung rein theore­tische und wirkungslose Entscheidungen zu ihren Gunsten durchzusehen vermochte. Im übrigen seien

die Erfolge, die Dubois und die Reparationstommission in der Bergangenheit erzielt hätten, wirklich nicht dazu angetan, zu einer solchen Krikt der Zukunft zu berechtigen. Die Rechte der Reparationsfommission, von denen Dubois gesprochen Die Rechte der Reparationsfommission, von denen Dubois gesprochen habe, feien bisher rein akademischer Natur gewesen und hätten Frankreich nicht das geringste eingebracht. Seit Jahren habe die Reparationsfommission so gut wie nichts erreicht und das französische Bolt, das endlich wirkliche Reparationszahlungen sehen wolle, fei der ewigen theoretischen Diskussionen gründlich müde.

In der Nachmittagsfißung fam es zu neuen fierten Bu sammenstößen zwischen Herriot und dem ehemaligen Wiederauf­bauminister Reibel. Als dieser die in London getroffenen Ab­machungen über die zu leistenden Naturallieferungen einer ten­denziöien Kritik unterzog, erinnerte ihn Herriot daran, daß nach den Beschlüssen der Reparationsfommission vom 11. März 1922 Frant­reich einen Anspruch auf 950 Millionen Mart an Sachlieferungen habe, auf die die damalige Regierung in leichtfertiger Weise ver. zichtet habe.

verbunden.

Uin Mitternacht lag der Schluß der Rede Herriots noch nicht vor. Die Rammer dürfte erst in später Nachtstunde zur Abstimmung tommen, vielleicht auch erst heute Sonniag.

Die Erzberger- Mörder endgültig festgestellt

Wien , 23. Auguft.( TU.) Die von der deutschen Regierung der Gegenüberstellung mit dem angeblichen Heinrich Förster nach Budapest entfandten zwei Kriminalbeamten haben heute bei in einer jeden Zweifel ausschließenden Weise fefigestellt, daß er mif dem Mörder Heinrid Shulz identisch ist. Das rief eine Der zweite verdächtige allgemeine Sensation herver. Reichsdeutsche, der sich den Namen Sameider beigelegt hat, ist wahrscheinlich mit dem zweiten Mörder Erzbergers, Tilleifen, identisch. Zer dritte Berdächtige, der sich den Namen Mayer beilegte, dürfte bei dem Morde nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Die Feststellung, daß der angebliche Heinrich Förster tatsächlich der Grzberger- Mörder Heinrich Schulz ist, wurde sofort der deutschen Polizei übermittelt, die im Namen der deutschen Regierung die Auslieferung verlangte.

Budapest , 23. Auguft.( WTB.) Die Oberstadthaupte mannschaft veröffentlicht heute folgende Mitteilung: Der wegen Verdachts der Teilnahme an der Ermordung des deutschen Reichs­ministers Erzberger auf der Oberstadthauptmannschaft in Haft be­findliche angebliche Förster wurde heute zwei deutschen Kriminal­beamten gegenübergestellt, die zu diesem Zweck nach Budapest ge­Die Kriminalbeamten glauben, in dem Genazun kommen waren. ten den des Mordes verdächtigen 31 Jahre alten Kaufmann Hein­ rich Schulz aus Saalfeld zu erkennen. Dieser bestreitet aber, der gesuchte Schulz zu sein. Er wurde heute behufs weiteren Verfahrens der Budapester Staatsanwaltschaft über­geben.

Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Pofifcheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion ter Distonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3

Räuber und Mörder".

Die Machtstellung der Deutschnationalen .

Als die Herren Marg und Dr. Stresemann nach Condon tamen, da fanden sie zwei Räuber und Mörder vor, die mitten im Frieden deutsches Land ge­raubt, deutsche Bolfsgenossen zu Tode gemartert haben.

( Kreuzzeitung " vom 23. August, Abendblatt .) Herr Stresemann hat sich gestern im Reichstag darüber beklagt, daß die Pommersche Tagespost" ihn und die beiden anderen Führer der deutschen Delegation als Landes­verräter" bezeichnet hatte. Herr Stresemann scheint selten deutschnationale Blätter zu lesen, wenn er diesen Borfall jo außerordentlich findet. Wollten wir uns mit allen Berleum­dungen und Beschimpfungen auseinandersetzen, denen füh­rende Persönlichkeiten der Sozialdemokratie in der sogenann­ten ,, nationalen" Preffe ausgesezt sind, so müßten wir damit tagtäglich unsere Spalten füllen. Da jedoch jeder anständige Mensch ohnehin weiß, was er von diesem Unrat zu halten

bat, verzichten wir gerne darauf.

Etwas ganz anderes ist es, wenn das führende Blatk der Deutschnationalen , die ,, Kreuzzeitung ", im Leitartikel ihres Räuber und Mörder beschimpft. Denn hier handelt gestrigen Abendblattes Herriot und Macdonald als es sich nicht mehr um innere Auseinandersetzungen, in denen man Ausschreitungen der Polemik mit Berachtung strafen fann, hier treibt eine tobsüchtig gewordene Berlogen­heit ein frevelhaftes Spiel mit den auswärtigen Interessen unseres Boltes.

Bei besserer Gelegenheit mag im einzelnen ausgeführt werden, was die nationale" Breffe felt it 1914 dazu getan hat, um Deutschland erst zu jolleren, dann es in den Krieg stol­pern und ihn verlieren zu lassen. Rur beispielsweise und im Vorübergehen sei daran erinnert, wie diese Presse den ameri­tanischen Botschafter Gerard behandelte, als Amerita noch Tagtäglich lieferte diese Presse durch ihre Roheit, ihre Plumpheit, ihre täppische Lügensucht der feind­lichen Propaganda ganze Stöße von Beweismaterial für ihre These, daß das deutsche Volk ein Hunnen volt sei, gegen das sich alle zivilisierten Bölfer verbünden müßten, ein Bolk, das feine andere Sprache verstehe als die der brutalen Gewalt. Der neueste Erzeß des führenden deutschnationalen Wir Blattes fügt der alten Kette ein neues Glied an. möchten die Kreuzzeitung " fragen und erwarten ihre möchten die Kreuzzeitung " fragen direkte Antwort welchen Nutzen sie sich von solchen Herriot und Methoden für Deutschland verspricht. Macdonald haben das meiß doch alle Welt- die Ruhrinvasion, auf die die Kreuzzeitung " anspielt, mindestens ebenso wenig verschuldet wie der Artikelschreiber der Kreuzzeitung " selbst, ja viei weniger als er, der Herrn Poincaré für seine Gewalipolitik die Argumente geliefert hat. Herriot und Macdonald haben mit dieser Gewaltpolitik ge= brochen. Sie mögen vom deutschnationalen Standpunkt aus sehr bekämpfenswete Politiker sein wir haben ja gelesen, aber auch ihre daß Gott uns" Poincaré erhalten soll Gegner im eigenen Land achten sie als Ehrenmänner vom Scheitel bis zur Sohle.

neutral war. Reibel, als damaliger Wiederaufbauminifter, habe danach wirklich nicht die Berechtigung, über diese Dinge zu rechten. Ein weiterer Ausfall Reibels gegen die Rolle, die die inter­nationalen Bankiers in London gespielt hätten, veranlaßte Herriot zu der neuen, nicht minder scharfen Erwiderung, daß es nicht seine Schuld sei, wenn die internationale Finanz einen übermächtigen Einfluß auf die Polilit erhalten habe. Er glaube Er glaube fich erinnern zu können, daß unter seinen Vorgängern die gleichen internationalen Bantiers als Gegenleistung für einen der französischen Regierung gewährten Borj chuß die Zusicherung erhalten hätten, daß im französischen Haushaltplan feinerlei Aus gaben ohne entsprechende Dedung mehr bewilligt werden dürfen und daß selbst die Ausgaben für den Wiederaufbau der zer­störten Gebiete eingestellt werden sollten. Unter diesen Umständen fei der von Reibel gegen ihn erhobene Borwurf doppelt erstaunlich. Der ehemalige Minister im Rabinett Poincaré Marin wieder holle, daß die Sanktionsrechte der R.-K. beschnitten worden seien. Der amerikanische Beobachter werde sich scheuen, einen Teil der Berantwortung mit zu übernehmen. Das Problem der interalliierten Schulden müsse erörtert werden, denn es handle fich nicht um Schulden, sondern um gemeinsame Beiträge zu den Kriegstoften". Wenn das franzöfifche Bolt die Ruhrpolitit nicht gebilligt und sie nicht verstanden hätte, würde es auch die Opfer, die diese Politik verursachte, nicht gebracht haben.

Herriot erwiderte: Die Opfer hat das Volk wohl verstanden! Zur Amnestie bemerkt Herriot, daß er die Einbeziehung der Separatisten in diese Amnestie in London gefordert habe, ob­wohl er ihre Politik nicht billige. Herriot ruft in der Erläuterung über die Bedeutung der Ruhrpfänder dem Abg. Reibel zu: Wenn Sie die Meinung des Marschall Foch hören wollen, wird sie Ihnen General De stiders mitteilen.

Wien , 23. Auguft.( TU.) Der stellvertretende Mt. nisterpräsident Joseph Baß äußerte sich hierzu folgender. maßen: Die Prüfung der Angelegenheit und das Gerichtsverfahren ist im Zuge. Wir werden die Sache von ihrem gesetzlichen Wege nicht ablenten. Die Regierung hat den Minister für Inneres und den Justizminister mit der Untersuchung der Angelegenheit betraut, ebenso wie mit der Abfassung der Antwort auf die Note der deut schen Regierung. Ich meinerseits betone, daß die Frage der Aus lieferung jedenfalls sehr schwierig ist.

Löbe und Wirth in Bern .

-

Durch die wüsten Beschimpfungen, mit denen sie diese Bern, 23. August.( Eigener Drahtbericht.) Die Sonnabend Männer bedenkt, kann sich die Kreuzzeitung " nur die Ber­tagung der Interparlamentarischen Konferenz wurde mit der Berachtung aller anständig denkenden Menschen zuziehen. Wäre lesung eines Briefes des amerikanischen Präsidenten Coolidge eingeleitet. Er ledet die nächste Tagung der Interparlamentarischen Union nach Washington ein. Die Konferenz nahm diese Ein­Dann tam Genosse ladung für das Jahr 1925 einstimmig an. Löbe

General Defficers, der Chef des Generalstabs, ber im Hause anwesend ist, erklärt sodann unter größter Aufmerksam­feit der Kammer, daß Marschall Foch die im Versailler Ber. zu Wort. Er begrüßte das Ergebnis der Londoner Konferenz und trag vorgesehenen Sicherungen für Frankreich durchaus als gebrachte die Hoffnung zum Ausdruck, daß die Reichsregierung an nügend erachte und erklärt habe, daß dem Ruhrgebiet nicht das Bolt appelliert, wenn im Reichstag die Erledigung der die überragende Bedeutung zufomme, die man ihm zu verabschiedenden Geseze scheitert. Als er forderte, daß auch für das besetzte Gebiet der Schiedsgerichtsgedanke gelten müsse, murde allgemein zuschreibe. ihm stürmischer Beifall zuteil. Löbe sprach zum Schluß die Hoffnung aus, daß die auswärtige Politik aller Staaten bald durch die Interparlamentarische Union tontrolliert werde und Amerika wie Deutschland bereits im nächsten Jahre dem Bölfer­bund angehören.

Kriegsminister General Nollet erklärt anschließend, daß er in Unterredungen mit Macdonald und Herriot erreicht habe, daß auch die Kölner Zone nicht eher geräumt würde, bis Deutschland vollständig entwaffnet sei.

Nach Marin ergreift Ministerpräsident Herriot das Wort, um zunächst darauf hinzuweisen, daß die Londoner Konferenz die Entente cordiale zusammengelötet habe. Dies set besser als die" Rupture cordiale"( ber herzliche Bruder) wie man den Ausgang der Pariser Konferenz genannt habe. Man habe in London auf einer nicht von ihm geschaffenen Bafis verhandeln müssen. Herriot macht der Politif Poincarés den Vorwurf, das Volf durch Lügen vergiftet zu haben, Erreicht habe man jedenfalls in London , dem Frieben eine feste Grundlage gegeben zu haben, und es fei nicht seine Schuld, wenn die Frage der Sicherheiten und der interallierten Schulden nicht erörtert werden konnte. Er habe diese Schwierigkeiten nicht aus dem Weg schaffen können. Der Aufbau der internationalen Befriedung auf der Grundlage der Wiederherstellung des deutschen Wirtschaftsfattors werde eine Annäherung unter den Völkern zur Folge haben. Dies sei die wichtigste Bedingung des Londoner Abkommens, das mit dem Wiesbadener Sachleistungsabkommen das wichtigste Ereignis seit dem Friedensschluß sei. Auch das Recht Frankreichs auf Einzelattionen im Falle einer deutschen Ver­

Auch die Rede des früheren Reichskanzlers Dr. Joseph Wirth,

die einen starken politischen Charakter trug, wurde mit starkem Beifall aufgenommen. Wirth erklärte, daß der Friedenswille der deutschen Demokratie Mitteleuropa vor dem Chaos ge­rettet habe. Später einmal werde man die Leistungen des deutſchen Boltes gerechter beurteilen als heute. Deutschland und Frankreich feien aufeinander angewiesen, und deshalb sei es 3eit, daß der Haßgeist verschwinde. Die deutsche Demokratie arbeite trotz aller Enttäuschungen dafür, daß die Reparationsfrage im Sinne der Dekonomie und nicht im Geiste des Haffes gelöst werde. Wirth sprach dann seinen Dank aus für die amerikanische Wieder aufbauhilfe und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Dawes- Plan im Rahmen des wirtschaftlich möglichen durchgeführt werde. Er schloß mit einem stürmisch aufgenommenen Appell an ganz Europa , die schwere Arbeit der deutschen Demo. fratie zu unterstügen und insbesondere an fern des Rheins für den Frieden in Europa und die wahre Demokratie zu wirken.

beiden

es nur das! Aber die Deutschnationalen sind eine große deutsche Partei, die Kreuzzeitung " ist ihr führendes Blatt und trägt auch als Organ der Opposition, als das sie sich ja immer noch geberdet, a ußenpolitische Berantwor= tung.

Noch mehr. Zur selben Zeit ungefähr, in der die ,, Kreuz­ zeitung " jenen Artikel veröffentlichte, verhandelte der Volks. parteiler Curfius mit Herrn Hergt über die Annahme der Dawes- Gesetze und den Eintritt der Deutsch = nationalen in die deutsche Reichsregierung. In der Hoffnung, dadurch die Unterschrift der Deutschnatio­nalen für den Londoner Pakt mit den Räubern und Mör­dern" zu gewinnen, stimmten vorgestern fünf von neun an­wesenden Kabinettsmitgliedern für die fofortige Einbringung der Zollvorlage. Der ,, Tag" des deutschnationalen Ab­geordneten Hugenberg orafelt zur selben Zeit von einem geheimnisvollen Umschwung, der die Dawes- Gesetze zur An­nahme und die Deutschnationalen in die Re­gierung bringen soll.

Die Deutschnationalen sollen also Bartner und Garanten eines Vertrags werden, der mit ausländischen Regierungen abgeschlossen werden soll, und zur selbe nStunde bezeichnet ihr führendes Blatt die Chefs jener fremden Regierungen als Räuber und Mörder". Und dieser Att der internatio­nalen Brunnenvergiftung, der den Ruf nach einem zwischen­Staatlichen Strafgesetz gegen die Bölferverhezung durch die Bresse verständlich macht, soll nach dem Wunsch führender Polititer einer jezigen Regierungspartei mit der Aufnahme in die Regierung belohnt werden.

Ben wundert es, wenn dann aus jenseitigen nationa­Itistischen Kreisen, die leider viel geschickter find als die unseren,