Interessent und Minister.
Graf Kanit als Rittergutsbesiker.
Der Beschluß des Reichskabinetts, die Vorlage über die Einführung von Schutzöllen und die Ermäßigung der Umfagsteuer dem Reichstage noch in dieser Sigungsperiode zur Beschlußfassung vorzulegen, ist, wie man erfährt, durchaus nicht einmütig gefaßt worden. Eine starte Minderheit vertrat mit politischen und wirtschaftlichen Gründen den Standpunkt, daß es gegenwärtig nicht angängig sei, durch diese Vorlage die Gegensäge im Volfe noch weiter zu verschärfen.
Der eifrigste Dränger für die sofortige Einbringung der Schutzollvorlage ist der Reichsernährungsminister Graf Ranig. Seine bisherige Zugehörigkeit zur Deutschnationalen Partei macht das gewiß erklärlich. Der Reichsernährungsminister Graf Ranig aber ist, wie in diesem Zusammenhang doch bemerkt werden muß, nicht nur Minister, sondern auch Rittergutsbesizer.
Bon den Getreidezöllen haben aber die Großagrarier den größten Rußen. Je größer der Befiß, um so größer die Menge des zum Verkauf gelangenden Getreides, um so größer also auch der Profit. Zu diesen Glück lichen gehört auch der Reichsernährungsminister Graf Kanig. Der jetzige Minister Graf Gerhard Kanitz ist der Sohn des alten Grafen Hans Kanig, der seinen beiden Söhnen die Rittergüter Mednicken mit 922 Heftar, Tüngen mit 457 Hektar Bodangen mit 958 Hektar und das Vorwerk Maulfrigen mit 218 Hektar, insgesamt also über 10 000 morgen hinterließ. Dazu hat Graf Gerhard Kaniz durch seine Heirat noch weiteren Landzuwachs erhalten. Denn seine Frau ist eines der vier Kinder des 1922 verstorbenen Grafen Tiele- Wincler, der es schon vor dem Kriege auf 175 000 morgen gebracht hatte. Graf Gerhard Kaniz wird also wohl heute zu den zehn oder zwanzig größten Latifundien befizern in Deutschland ge.
hören..
Bir meinen, es fönnte dem Herrn Reichsernährungsminister Grafen Kanih nicht schaden, wenn er die Deffentlichkeit vor dem Eindrud bewahren würde, als ob der Rittergutsbesiger Kanig über den Minister Rani fiegen würde. Wir selbst haben feine Veranlassung, eine solche Annahme auszusprechen, obwohl wir sicher sind, daß ein sozialdemokratischer Minister, wenn er sich in der gleichen Lage befinden würde, mit den stärksten Vorwürfen der Rechtspresse überhäuft würde.
Thüringische Regierung und Hochverrat. Die thüringische Regierung tritt in der Hafenfreuzfrage einen halben Rüdzug an. Sie läßt amtlich mitteilen, daß sie die Entfernung der Hafenkreuzfahnen vom Weimarer Nationaltheater an demselben Tage veranlaßt habe, an dem sie darauf aufmerksam gemacht worden sei. Sie habe auch nicht geduldet, daß die Fahnen durch andere Abzeichen ersetzt wurden. In Zukunft werde das Nationaltheater zu politischen Beran faltungen nicht mehr zur Berfügung gestellt werden. Damit gibt die thüringische Regierung indirekt auch zu, daß ihre Regierung indirekt auch zu, daß ihre Begrüßungsadresse an die Beranstalter des Hatenkreuz tages eine Gefch madiofigfeit und eine politische Dumm heit war. Man kann die thüringische Regierung im übrigen ihrer Blamage überlassen. Sie hat in Weimar Leute willkommen geheißen, die sich wie die Bandalen benahmen, sie hat einem Bartei tag die hand gereicht, gegen dessen Hauptredner Artur Dinter das Berfahren wegen och verrats eröffnet werden mußte. Sie das Berfahren wegen hochperrats eröffnet werden mußte. Sie hat indirekt diesen Hochverrat erst ermöglicht.
Die Folgen der Ablehnung.
Die Abrechnung wird nicht ausbleiben!
Der Reichskanzler und die beiden Reichsminister, die gestern im Reichstag zu Worte tamen, haben nicht ohne Geschick die verheerenden Wirkungen der Ablehnung der Londoner Abmachungen auf das besetzte Gebiet und auf das Reich gekennzeichnet. Es lohnt, die entscheidenden Argumente noch einmal zusammenzufassen, um darzutun, welche Wahnsinnspolitit von den Reattionären und Kommunisten betrieben wird, und wie sich die Extreme von rechts und von links zusammengetan haben, um die Wirt haft au bolshevisieren und das ganze Land, das ganze zu
Bolf erneutem Elend preiszugeben.
Die neue Wahlkreiseinteilung.
Die Wahlreformnovelle setzt die Zahl der Reichstagsmaßgebend: Die Zahl der Abgeordneten im Reichstag der Bis abgeordneten auf 399 feft. Hierfür waren folgende Erwägungen Lothringen und 14 auf Bosen und die übrigen Abtretungsgebiete mardschen Verfassung betrug 597, wovon 15 auf Elsaßfielen. Von den alten 397 Wahlkreisen fönnen also nur noch 348 auf die erweiterten Aufgaben des heutigen Reichstages gegenüber im jezigen Reichswahlgebiet als vorhanden gelten. Mit Rücksicht dem früheren Reichstag erscheint es geboten, nicht unter die Zahl des alten Reichstages herunterzugehen. Die ungerade Zahl 399 bietet eine bequeme Berechnungsgrundlage für einfache und qualifizierte Mehrheiten. Bayern hat die Zahl feiner Landtagsmitglieder bereits von bisher 155 auf fünftig 128, Würt tem berg von bisher 101 auf fünftig 80, Braunschweig von 60 auf fünftig 48 herabgesetzt. Die Verminderung der Zahl der gent in Bayern , 18,4 Broz. in Württemberg und 20 Proz. in Abgeordneten beträgt also im Reich 15,5 Proz., gegenüber 17,4 ProBraunschweig.
In der Novelle wird Berlin in 10 Wahltreise einge
teilt. Die Verwaltungsbezirke Mitte und Hallesches Tor bilden je einen gesonderten Wahlkreis( Berlin 1 und 2). Zu je einem Wahlfreis sind zusammengelegt die Verwaltungsbezirke Tiergarten und Schöneberg ( Berlin 3), Charlottenburg und Spandau ( Berlin 4), Wedding und Reinickendorf ( Berlin 5), Prenzlauer Tor und Bantow ( Berfin 6), Friedrichshain und Treptow ( Berlin 7), Köpenid, Lich tenberg und Weißenfee( Berlin 8), Tempelhof und Neukölln( Ber lin 9), Wilmersdorf , Zehlendorf und Steglitz ( Berlin 10).
Einen besonderen Anstrich erhalten die Feststellungen der Regierung, wenn man sie den Klagen der Interessenten in der jetzigen Wirtschaftstrife gegenüberstellt. dustrie hat daraus den richtigen Schluß gezogen, daß der Londoner Noch immer ist die Kredittrise nicht behoben. Die In Baft unbedingt angenomemn werden muß. Die Landwirt. fchaft jedoch, die lange Zeit unter der Kreditnot noch schärfer geliten hat, gibt mit der Ablehnung des Londoner Protokolls gerabe die schwächsten und der Hilfe am meisten bedürftigen Mitglieder ihres Berufsstandes dem Ruin preis. 1½ Milliarden Goldmark find an Auslandskrediten der deutschen Wirtschaft bereits zugeflossen. Werden diese wieder zurückgezogen, so muß fich die Krise auf das werden diese wieder zurückgezogen, so muß sich die Krise auf das äußerste verschärfen. Die Reichsbank kann dann nichts dazu tun, um die Krise zu mildern. Je länger der Zustand der Unsicherheit andauert, der durch die Ablehnung des Londoner Protokolls durch den Reichstag herbeigeführt werden würde, desto näher rüdt die Im übrigen bilden die Großstädte entweder für sich oder Gefahr der Inflation, desto länger wird die Möglichkeit der in Verbindung mit benachbarten ländlichen Bezirken je einen WahlSchaffung einer Goldwährung hinausgezogen. Wir stehen dann mit treis. As selbständige Wahltreise erscheinen die Städte den Bodenzetteln, die man Rentenmart nennt, neuen Anstürmen Breslau , Hannover , Frankfurt a. M., Effen, Düsseldorf , Dresden am Balutenmarkt gegenüber. Bekämpft werden können sie nur durch und Chemnitz . Die Stadt München und Köln werden in je einen schärfste Zurückhaltung bei der Kreditgewährung. So muß die Abnördlichen und einen südlichen, Leipzig in einen westlichen und östlehnung des Londoner Protokolls zu einer Berewigung und Berlichen Wahlkreis aufgeteilt; Nürnberg bildet mit Fürth , Mannheim schärfung der Arbeitslosigkeit führen, zu sozialem Elend, zur Bergeudung unzähliger Arbeitsstunden, die heute im Zeichen mit Bruchsal zusammen je einen Wahlkreis. des Schreies nach Mehrarbeit nicht geleistet werden können, weil es an Arbeitsgelegenheit fehlt.
der internationalen Anleihe ja erst in den Anfängen befinden würde, Das Kreditproblem, dessen Lösung sich bei einer Annahme wird dann nahezu unlösbar, da die ausländischen Geldgeber, die sich jetzt erst für Deutschland zu interessieren begonnen haben, schließlich besseres zu tun haben, als sich an der Nase herumführen
zu lassen. Helfferichsche Verblendung hat Deutschland in die Inflakon geführt, die das Betriebskapital zerstörte und uns von der Beschaffung von Krediten im Auslande abhängig machte. Bestarpscher Nationalismus und agrarisches Etappenheldentum wollen den Weg versperren, der zur Be freiung des Ruhrgebiets offen steht und der zu einer Erleichterung für die ganze deutsche Wirtschaft führen würde. Man will es offen bar nicht, daß durch eine Teilnahme der amerikanischen Finanz an der Lösung der Reparationsfrage die Behandlung dieses Problems macht politischer Ratastrophenpolitit entzogen wird. Industrie und Landwirtschaft tlagen gleichmäßig über die allzu hohen Eisenbahntarife. Mit Recht tonnte Finanzminister Dr. Luther betonen, daß durch die Eingliederung des Ruhrgebiets in das deutsche Eisenbahngebiet eine Tarifermäßigung ermöglicht würde. Burden doch 30 Proz. der im gesamten Reichsgebiet benötigten forderten Güter tamen von dort oder gingen borthin. Die Land wirtschaft lehnt durch die Haftung der Deutschnationalen diese Tarif ermäßigung ab.
Zur Lex Stinnes.
Auffäße Brattische Steuerfragen". In ihnen bemüht Im Berliner Tageblatt" erscheinen seit langem regelmäßig fich Rechtsanwalt und Notar Dr. Mag Lion, ben Steuerpflichtigen Anweisungen zu geben, wie man bei richtiger Anwendung der Gesetze seiner Steuerpflicht am leichtesten genügen kann. Manches
wäre zu seinen Methoden zu sagen. Das sei jedoch einer anderen wiefen, daß sich Dr. Lion in feiner letzten Abhandlung mit dem Gelegenheit vorbehalten. Heute sei nur auf die Tatsache hingefozialdemokratischen Antrag beschäftigt, die Erbschaftssteuerpflicht der Ehegatten wieder einzuführen.
Er kommt dabei zu dem Ergebnis, daß man, wenn man nicht
auf dem Standpunkt" Eigentum ist Diebstahl" steht, zu einer unbedingten Ablehnung kommen muß". Gegenüber dieser Stellung
nahme sei daran erinnert, daß die Demokraten bereits 1909 für die Besteuerung des Gatten- und Kindeserbes eingetreten sind, daß 1919 alle Parteien, auch die Deutsch nationalen, diesen Standpunkt eingenommen haben, und daß dieser Rechtszustand von 1919 bis 1922 bereits be ft anden hat. Will angesichts diefes Tats bestandes Herr Dr. Lion etwa behaupten, daß fämtliche bürgerlichen Parteien von den Demokraten bis zu den Deutschnationalen den
Damit gibt die thüring die Veranstalter des Hakenkreuz Güterwagen im befehten Gebiet gestellt, faft die Hälfte aller ge Standpunkt„ Eigentum ist Diebstahl" vertreten?
Der Sowjetgefandte für Polen , Bojto, ber bas Tobesurteil des Baren und feiner Familie seinerzeit bestätigt hatte, wurde von der polnischen Regierung nicht zugelaffen.
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Die Offiziersbände.
Weil der General von Deimfing Eich als Mann und bolzengrad, Nicht sich als Charakterschleimling Dergestalt erwiesen hat,
Daß die Republik er haßte, Gleichwohl um Pension fich rib, Tat ihn tiefergrimmt die Rafte Der Kollegen in Verschiß. Offiziere in brei Bünden
Rotten heldisch sich zu Hauf, Reißen gleich Ranonenschlünden Die empörten Guschen auf: Wir sind gänzlich unpolitisch, Das heißt: völtisch allezeit, Königstreu, antisemitisch,
Und zu jedem Putsch bereit."
Wir verlangen Meinungsfreiheit: Jeber, der nicht mit ums heult, Wird durch unserer Bünde Dreiheit Angeefelt und verbeult."
„ Niezufriedene Pensionäre, Die die Republik erhält, Sprechen dem wir ab die Ehre Der sich schützend vor sie stellt." Also standen fie und mährten.- Ich dacht', wie einst Mann für Mann Ganz die gleichen Herren erflärten Sich für Ebert- Scheidemann. Mich. von Lindenheden.
Die größten Bibliotheken der Welt. Eine Zusammenstellung der Bibliothelen von 50 000 und mehr Bänden und ihre geographische Berteilung auf der Erde " hat der argentinische Gelehrte Dr. Enrique Sparn veröffentlicht und damit einen überaus intereffanten Ueberblick über die Zentren des wissenschaftlichen Lebens geboten. Wie im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" hervorgehoben wird, steht Deutschland in dieser Zusammenstellung unter den Völkern der Welt an zweiter Stelle. Die meisten Bibliotheken über 50 000 Bände befizt Nordamerika . Aber Deutschland weist ein Biertel aller großen Bibliotheten Europas und ein Viertel der ge famten Bücherschätze dieses Erdteils auf. Es befigt mit 10,3. Millionen Bänden in seinen Universitätsbibliotheten fast ebenso piel Bände, wie die Universitätsbibliotheken von England, Frankreich und Ita lien mit ihren 12 Millionen Bänden zusammen. Dabei fällt noch der Verlust der früher deutschen Bibliothek Straßburg , die mit ihren 1,2 Millionen Bänden die größte Universitätsbibliothet der Welt ist, zugunsten Frankreichs in die Wagschale. Im ganzen befigen die 160 größten deutschen Bibliotheken 29,5 millionen Bände. Führungen im Museum für Meerestande. Dienstag, 26. Auguft, 1 Uhr, Ronteradmiral a. D. Lorey: Entwicklung des Linienschiffs.
leber die Gefahren des 3 usammenbruchs der Reichs. finanzen, der Haushaltsführung der Länder und Gemeinden, die durch die Ablehnung des Londoner Protokolls herbeigeführt wird, burch die Ablehnung des Londoner Protokolls herbeigeführt wird, lachen die Leute, die diesem Staat feinen Pfennig geben und feine Schulden aufwerten wollen.
Daß die soziale Not und das wachsende Elend der breiben Maffen ihnen fein Mitleid abfordern, brauchte man nach der Geschichte der letzten zehn Jahre, nach Kriegs- und Inflationselend und Zollkampf nicht erst noch erneut bestätigt zu bekommen. Daß ihnen aber ber wirtschaftliche und soziale Busammenbruch des Ruhrgebietes, der bei einer Ablehnung des Pattes in dichte Nähe rüdt, nichts gilt, obwohl felbft rechtsgerichtete Politifer seine Gefahr erkennen, das ist das besondere Ruhmesblatt jener natio nalen Kreise, die wirklich feine Schuib daran haben, wenn das be. setzte Gebiet sich heute noch Deutschland verbunden fühlt. Nun, die Abrechnung wird nicht ausbleiben.
Der Memeler Putschplan.
Litauische Angaben. Gesezwidrige Aburteilung. Marterung der Gefangenen.
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Aus dem Memelgebiet wird uns geschrieben: Die litauischen Behörden veröffentlichter vor wenigen Tagen eine amtliche Darstellung über die Butschvorbereitungen deutscher Nationalisten gegen des Memelgebiets litauische Berwaltung. Die Untersuchung ber fitauischen Behörden hat angeblich folgendes ergeben:
Bunächst wurde in Pogegen eine uniformsenbung aus Deutschland festgestellt, die auf dem Zollamt nicht abgeholt wurde und die aus 200 Uniformen und 2000 Militärmüßen bestand. Es handelt sich dabei um Husaren-, Utanen- und Infanteriemüßen preuBischer Regimenter der alten Armee. Ein Zettel bei der Sendung gab als Empfänger einen gewissen Schwart aus Hendekrug an, der schon früher in dem Verdacht stand, Sprengstoffe ins Memelgebiet eingefchmuggelt zu haben. Der Butschplan felbft fab folgendes vor: Drei Gruppen follten in der Putschmacht die Memeler Kaserne, in der die litauische Besatzung liegt, überfallen. Einer vierten Gruppe war die Aufgabe zugedacht, die Banten, den Hafen und den Flugplag zu besetzen. Am Morgen sollten f.mtliche Automo. bile des Memelgebiets beschlagnahmt werden. Sie sollten dazu bienen, eine Verbindung mit dem Sih ber hatenkreuzlerischen Butsch leitung in Tilsit herzustellen. Gleichzeitig follten alle litauischer Offiziere und Beamte als Geifeln auf den zur Abfahrt bereit gehaltenen Lotfendampfer Sdylidmann" gebracht werden. Zu einer legten Besprechung des Plans follte sich am 1. August eine Abord nung der Verschwörer aus dem Memelgebiet zu dem Führer der Butschisten in Ostpreußen , dem Hauptmann a. D. Ammon in Tilfit begeben. 150 der Leute, die für den Butsch gewonnen waren, sollen bereits mit Waffen versehen gewesen sein. Weitere Bewaffnung war von einem Waffenhändler Schwerter zugefagt, außerdem wurden aus Tilsit 40 Maschinengewehre erwartet. Insgesamt sollen an der Organisation des Putsches 400 Mitglieder nationalistischer Berbände beteiligt gewesen sein.
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Die Aburteilung der angeblichen Putschisten soll burch ein Kriegsgericht auf Grund einer Verordnung erfolgen, die rüdmirtende Kraft besitzt. Dabei sieht das Memel ft at ut ausdrüdlich vor, daß im Memelgebiet nicht das litauische Recht, sondern das deutsche Strafgefehbuch gift. Im übrigen wollen die Ge rüchte nicht verstummen, daß die wegen Teilnahme an dem Butschver fuch Verhafteten in den ersten Tagen nach ihrer Festnahme den schwersten Mißhandlungen ausgefeßt gewefen feien, bis ber Untersuchungsrichter aus Kowno eingriff.
deshalb betämpft, weil er vorfieht, daß ihm rüdwirtende Kraft Daß Herr Dr. Lion den sozialdemokratischen Gefeßentwurf auch rom 1. April 1924 an gegeben werden soll, muß ebenfalls verzeich net werden. Der Zwed dieser Bestimmung ist, die gesetzliche Steuerhinterziehung von Hugo Stinnes nachträglich rüdgängig zu machen. Das ist also nach Herrn Dr. Lion Diebstahl am Eigen. tum"! Wir glauben zwar nicht, daß das die Auffassung der demofratischen Partei sein wird. Immerhin wollten wir den Anlaß nicht vorübergehen lassen, um zu zeigen, daß unter der Maste harmloser Sachlichkeit sich eine gefährliche Fürsorge für das Befigintereffe breitmacht, die geeignet ist, eine gefunde Berlei lung der Steuerlasten zu gefährden.
Gratis abzugeben.
Die Deutsche Tageszeitung" über Wilhelm von Doorn. Manchmal verraten die Reaktionäre ihre wirkliche Gesinnung wider Willen durch irgendeine Kleinigkeit. Im redaktionellen Zeil ist Wilhelm II. bei ihnen der große Märtyrer, der unverstanden und einsam in der Verbannung der Stunde harrt, wo Sein dankbares Bolt ihn zurückrufen wird. Im Inseratenteil sehen die Dinge manchmal anders aus. Da findet man in der Deutschen Tages. zeitung"& B. folgende niedliche Sache:
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Das ist wirklich nett, daß der Wilhelm gratis abgegeben werden foll. Biel mehr gibt das deutsche Bolt für ihn auch nicht. Vielleicht fommt die Deutsche Tageszeitung" auch im redaktionellen Teil noch so weit, daß sie sich zur Gratisabgabe Wilhelms von Doorn versteht.
Angeblich beigelegt.
Athen , 23. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Auf dem Kreuzer Averoff" ist eine Meuterei ausgebrochen. Die offiziellen Berichte sprechen allerdings nur von einer teilweisen Gehorsamsverweigerung, von der man jedoch befürchtet, daß fie in der gesamien Marine um fich greift. Der Führer dieser Bewegung ist der Rapitän oli alegis, der der Regierung offen den Gehorsam berweigert hat.
Da das Kabinett eine von der Marine aus
gebende Bewegung zum Sturze der Regierung annimmt, hat es befohlen, den größten Teil der Flotte zu entwaffnen und die Befagung auf unbeschränkte geit zu beurlauben.
Athen , 28. Auguft.( WTB.) Der Kapitän Colialegis und jeine Anhänger haben auf eine Intervention des Admirals Hadjitiriatos hin den Widerstand aufgegeben.
Paris , 23. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Der Senat beschloß am Sonnabend mit 232 gegen 32 Stimmen die Rückkehr zum System der Ein Mann- Wahltreise