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Nr. 468 41. Jahrgang

Innenpolitik im Landtag.

Deutschnationales Maulheldentum.

2. Beilage des Vorwärts

Im Landtag wurde gestern der Gesezentwurf betr. Ueber­tragung der Verwaltung und Ausbeutung der Gemeinschaftsanteile an dem sogenannten Communion- Unterharzischen Berg-, Hütten- und Fabrikhaushalt in eine G. m. b. 5. mit der Maßgabe angenommen, daß die Veräußerung der Geschäftsanteile der Zustimmung des

Landtages bedarf.

Es folgt dann die zweite Beratung des Haushalts des Mini­

steriums des Innern, mit der zahlreiche Anfragen verbunden find, die sich auf die innere Politik beziehen.

In der allgemeinen Besprechung wehrt zunächst

Abg. Hauschild( Soz.)

die Angriffe der Deutschnationalen gegen die Personalpolitik des Ministers Severing ab. Der Ausschuß habe alle Borwürfe geprüft, von den Beschwerden sei nichts übriggeblieben. Beamte, die nicht für die Republit eintreten wollen oder fönnen, mögen sich gefälligst abbauen laffen. Ein Hauptverdienst an der Unterdrückung aller reaktionären Putschabsichten habe die Innen­politit des Ministers Severing.

Abg. Coenart( 3.) begrüßt den Uebergang der Aufgaben des Staatsfommiffars für öffentliche Ordnung auf das Innenministerium. Trotz der Anstrengungen der Regierung im Sinne eines Preis­abvaues sehe man ein ständiges Ansteigen der Preise; der Minister sellte doch sein Augenmerk schärfer auf das Treiben der Kar= telle, insbesondere auf dem Gebiete der Textilindustrie, richten. Der Beamte muß sich mit Entschlossenheit auf den Boden der Ver­fassung stellen.

Abg. Dr. Negenborn( Dnat.) bringt eine große Reihe von Be­schwerden vor und erklärt, daß dem Stahlhelm" Beute aus allen bürgerlichen Parteien, sogar Sozialdemokraten angehören.(!) Der Redner führt Beschwerde über das Berbot vaterländischer Feiern und weist auf die Gefahren der Ostjudenfrage hin. Er schließt, indem er dem Minister zuruft: Sie mögen von Ihrem Standpunkt aus guten Willen haben, im Bande werden Sie geradezu als ein Sotengräber der Ordnung in Preußen betrachtet. Wir, die wir uns mit Ihrer Tätigkeit nicht einverstanden erklären können, hoffen auf den Augenblick, wo Sie Ihren Plaz einem anderen räumen.( Großer Lärm b. d. Soz.) Wir hoffen auf den Augenblick, wo dann die Vertreter aller bürgerlichen Parteien, die auf gutem, nationalem, deutschem Boden zusammenstehen, um unter Ausschaltung aller Parteipolitit Preußen wieder groß zu machen auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Ordnung.( Stürmischer Beifall rechts, Lärm links.)

Zwischendurch nimmt das Haus die noch ausstehenden Abstimmungen zum Landwirtschaftshaushalt vor. Der Antrag der Deutschnationalen auf Berücksichtigung des deutschen Weinbaues bei den schwebenden Zollverhandlungen wird angenommen. Die vom Hauptausschuß gestellten Anträge gelangen zur Annahme, ebenso ein Antrag der Demokraten, wonach die Staatsregierung auf die Hebung der Wirtschaft evtl. auch durch Schutzölle hinwirken soll.

Hierauf wird die allgemeine Aussprache zum Haushalt des Ministeriums des Innern fortgesetzt.

Abg. Dr. v. Campe( D Bp.) hält die Bildung des Bundes Re­publikanischer Frontsoldaten für verfehlt. Die Beseitigung der Farben Schwarz- Weiß- Rot und die Weberhervorholung Don Schwarz- Rot- Gold 1919 ist ein schwerer politischer Fehler ge= wesen.( Widerspruch links.) Heute würde ein solcher Beschluß nicht mehr gefaßt werden. Es war ein Gebot der einfachsten Pietät, an der deutschen Reichsflagge festzuhalten. Hätte der Minister in ge­wissen Fällen schneller eingegriffen, dann wären die deutschnationalen Bäume nicht so in den Himmel gewachsen.

Das Haus vertagt sich hierauf auf Sonnabend 11 Uhr. Schluß 5 Uhr.

Der Aeltestenrat des Landtages beschloß, die Woche vom 27. Oftober bis 1. November fißungsfrei zu lassen.

Weltkongreß für Sozialpolitik.

Alle Redner gegen Brentano .

( Fortsetzung aus der Abendausgabe.)

Prag . 3. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Nach dem franzöfi­schen Gewerkschaftsführer Genossen Jouhaur- Paris führte Ge­noffe Paul Umbreit Berlin aus, daß die deutsche Arbeiterschaft cine fachliche Uebereinstimmung mit der Willensfundgebung dieses Rongresses anstrebt und zu erzielen hofft. Er schildert ausführlich die Arbeitsverhältnisse in Deutschland und sagt, daß es nicht be= fremden dürfe, wenn die allgemeine Durchführung des Achtstunden­tages in Deutschland eine arbeitssteigende Wirkung ver= missen ließ. Die

größte Schuld an dem Verfagen des Achtstundentages

in ökonomischer Hinsicht treffe die Arbeitgeber.

Die Verhältnisse in Deutschland brachyten einen teilweisen zeit­weiligen Durchbruch des Achtstundentages, namentlich in der Schwer industrie und in der Textilindustrie. Die deutsche Arbeiterschaft aber ist fest entschlossen, dem Achtstundentag wieder allgemein Geltung zu verschaffen. Sie erwartet, daß gerade diese internatio­nale Tagung viel dazu beiträgt, um auch die letzten Schwierigkeiten zu überwinden. Die Ausführungen Brentanos von Donners­tag lassen wohl den Kollegen Jouhaur befürchten, daß ein Keil zwischen die deutsche Arbeiterschaft und diejenige der anderen Län­Der getrieben werden könnte. Diese Befürchtung aber ist vollständig unbegründet. Genosse Wauters( Belgien ) erflärt, nach der verdienstvollen Vergangenheit Brentanos hätte er gerade das Gegenteil von dem erwartet, was Brentano ausgeführt hat. Weise

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Sodann wird die Debatte geschlossen.

Gewerkschaften und Arbeiterwanderung.

Prag , 1. Oktober. ( Eigener Bericht.) Am 29. und 30. Septem­ber tagte in Brag eine Konferenz des internationalen Gewerkschafts­bundes, die sich mit der Frage der Aus- und Einwanderung be. schäftigte. Sie stellte feft. daß die jetzigen wirtschaftlichen Wirren eine Folge des Krieges sind und nur eine internationale Lösung der Frage die Schwierigkeiten überwinden und die auf dem internationalen Arbeitsmarkt herrschende Unordnung mit ihren Gegenfäßen überbrücken kann. die früher von internationalen Gewerkschaftskonferenzen gefaßten Indem die Konferenz des Internationalen Gewerkschaftsbundes

Sonnabend, 4. Oktober 1924

Kenntnis der Geschichte Europas und der Menschheit. Wir ver­zeichnen bei uns heute eine starte Ausbreitung des Inter­nationalismus, die sich u. a. in der Wirksamkeit der engli= schen Arbeiterregierung und in der Verbreitung von anti­nationalistischer Literatur und einer großen Vorliebe für den Völker­bund ausdrüdt.

Hierauf sprach Fernand Buisson, der Präsident der franzö= fischen Liga für Menschenrechte, über

Er sagte: Neben dem Glauben an das Vaterland, aus dem das heit stehen. Der Krieg hat uns belehrt, daß wir heute nicht mehr Baterlandsgefühl entstanden ist, muß der Glaube an die Mensch­so wie noch vor zehn Jahren denten können. Wir dürfen nicht antipatriotisch sein, aber auch nicht antihumanitär. Es ist ein Unding, von der Kriegsschuld eines Volkes zu bemerkbar, ganz besonders unter der Lehrerschaft. fortschritt sichern. Nur die demokratische Staatsform faan Frieden und Völker­

das französisch- deutsche Kulturproblem.

Deutschnationale Dunkelkammer.chen. Auch bei uns macht ſich ein zunehmender Wille zur Völker­

Lehnert

Siehst du was?-

Der deutschnationale Vertretertag war für die deutschnationale Breffe gesperrt.

Eintritt boten

Nee! Hörst du was?- Nee!

Ach was, faufen wir uns den Vorwärts", da wird's schon drin stehen.

Entschließungen nachprüft, namentlich die von Christiania und Zürich , erkennt sie, daß die Entschließungen nicht mehr den ge gebenen Umständen entsprechen und einer Revision unterzogen wer­den müssen. Aus diesen Gründen beauftragt die Konferenz das Bureau des JGB., in der Untersuchung dieser Frage fortzufahren, um fie in einer kurzen Frist einer endgültigen Lösung zuführen zu fönnen. Die Konferenz hält nachfolgende Maßnahmen für geboten: 1. den internationalen Arbeitsmarkt durch Kontrolle der Aus- und Ein­wanderung zu organisieren; 2. zwischen den einzelnen gewerkschaft­lichen Landeszentralen, die an der Frage interessiert sind, unter der Aufsicht des IGB. Vereinbarungen zu treffen; 3. weiterhin international die Gleichheit der Behandlung aller Arbeiter ohne Unterschied ihres Ursprungs zu erwirken; 4. Vereinbarungen über die Gegenseitigkeit der Rechte und der Pflichten der Ein­und Auswanderungsländer zu treffen; 5. die einwandernden Ar­beiter zu verpflichten, den Organisationen beizutreten; 6. das Material über diese Frage und seine Bedeutung vom GB. zu sammenfassen zu lassen. Er soll sie durch geeignete Beröffentlichung den angeschlossenen Landesorganisationen zur Kenntnis bringen; 7. in jedem Lande paritätische Körperschaften für das ganze Staatsgebiet und für einzelne Gebiete zu bilden, die sich mit der Kontrolle der Anwerbung und der Auswanderung der Arbeiter beschäftigen sollen und in denen gewählte Arbeitervertreter fizzen müssen; 8. eine internationale Stelle für die Ein- und Auswanderung zu schaffen, die befähigt und berechtigt wäre, das Material zu sammeln und sich über alle die Kontrolle der Aus­wanderung betreffenden Vorschläge auszusprechen. Diese internatin­nale Stelle soll dem Internationalen Arbeitsamt angegliedert werden.

In Anbetracht der Dringlichkeit dieser Frage fordert die Konferenz vom Bureau des JGB. die Beschleunigung der Eriedigung, um den Landeszentralen die Möglichkeit zu bieten, fich über diese Frage auszusprechen, damit eine fünftige Konferenz oder ein fünftiger Rongreß endgültig die Grundfäße 1. für die Ein- und Auswanderung, 2. für die verschiedenen Einrichtungen, die mit der Ausführung der Bestimmungen betraut werden sollen, festlegt.

Brentano auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands hin, Internationale Geschichtstagung

Zweiter Tag.

so dürfe er nicht vergessen, daß auch andere europäische Staaten, vor allem Frankreich und Belgien , sich in noch größeren Schwierigkeiten befänden. Die Frage des Achtstundentages müsse vom internationalen Standpunkt aus betrachtet werden. Brentano den geschichtsphilosophischen Grundlagen gegolten hatte, diente der Während der erste Tag der Internationalen Geschichtstagung habe auch die Ruhrfrage berührt. Die belgischen und französischen zweite Tag den Beziehungen der Völker untereinander und ließ des Arbeiter waren von Anfang an gegen dieses unglückselige Unterhalb lauter Ausländer zu Worte kommen. Zu Beginn der nehmen, aber was bedeute die Okkupation des Ruhrgebiets Bormittagssigung schilderte Genosse Dr. Siegfried Kawerau die gegenüber der Verwüstung Belgiens und Frankreichs ? Mit gewaltigen Schwierigkeiten, die der bereits seit Jahren ge­der Rede Brentanos werde mehr den Interessen der deutschen planten Abhaltung dieser Tagung entgegengestanden hatten, und wies Kommunisten und Nationalisten gedient sein als den besonders darauf hin, daß der vorjährige Berliner Universitätsrektor Interessen des sozialen Fortschritts Gustav Roethe die Universität als nicht geeignet für die Tagung erklärt hatte. Hierauf führte A. J. Grant von der Universität

Die belgischen und französischen Arbeiter werden es nicht zu­lassen, daß die Reparationslast ausschließlich auf die Schul­fern der deutschen Arbeiterschaft abgewälzt wird. Der Redner schließt seine Ausführungen mit dem Appell, die Arbeiterschaft der einzelnen Staaten nicht gegeneinander aufzuheben. Er erklärt, dem deutschen Proletariat über Brentano hinweg die Hand zu reichen in der Hoffnung, gemeinsam die Welt wieder­herzustellen und eine neue Ordnung zu begründen. Es sprechen fodann eine Reihe von Delegierten der Ententeländer, welche durch weg gegen Brentano polemisieren.

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Leeds über das Thema

England und Deutschland

etwa folgendes aus: Die deutsch - englischen Kulturbeziehungen sind alt und mannigfaltig und haben sich oft in der gegenseitigen Be­fruchtung von Wissenschaft und Dichtung gezeigt. Man muß nüchtern genug sein, um den Wert der Völkerverständigung für den Weltfrieden nicht zu überschätzen. Aber immerhin hat der Krieg die internationalen geistigen Bande nicht zu zerstören vermocht. Es herrscht in unserem Bolte ein starkes Bedürfnis für die

In dem hierauf verlesenen Referat von Henri Lichten­ berger Paris wird ausgeführt: Der Bangermanismus und die in Frankreich herrschende gelegentliche Ueberschäzung des französischen Einflusses auf Deutschland sind gleich falsch.

Ueberall macht sich der scharfe Gegenfah von Kosmopolitismus und Chauvinismus bemerkbar.

Der Friedensschluß hat zwar den bewaffneten, aber noch nicht den geistigen Konflitt beendet. Gerade ich als Elsässer weiß aus Erfahrung, wie meine engere Heimat unter einem Kulturimpe= rialismus gelitten hat. Wenn wir der europäischen Krise be= gegnen wollen, müssen wir den größten Einsatz für eine deutsch­französische Kulturgemeinschaft und die europäische Bölfer­verständigung wagen.

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Hierauf betonte Dr. Marcell Szarota- Bolen, es sei töricht, den tatsächlich vorhandenen deutsch - polnischen Gegensatz zu leugnen, aber es sei möglich und erstrebenswert, ihn zu beseitigen. Darin erblicke er ein Ziel dieser Tagung. Endlich spricht noch Dr. Synder Amerika für die amerikanischen Lehrer, die, wie er aus: führt, die Wichtigkeit einer Reform des Geschichtsunterrichts vollauf erkannt haben. Für die deutschen Lehrer sei es gewiß besser, wenn zunächst erst einmal Gelder für die Erhöhung ihrer Gehälter anstatt für die Beschaffung amerikanischer Bibliothefen bereitgestellt werden. Die geistigen Kriegsfolgen machen sich am stärksten und gefährlichsten bei der Jugend bemerkbar und verlangen u. a. auch eine Reform der Schulbücher. Es wäre viel gewonnen, wenn auch die Lehrer eine größere Solidarität pflegen würden. Wie man von einem Vater- oder Mutterland spricht, so sollte man auch Sie ganze Welt als ein Bruderland

ansehen.

In der Nachmittagssigung hielt Horace Thivet, Leiter der französischen Friedensschule"( Ecole de la Paix), ein Referat, das burch seinen Humor und seine fritische Schärfe und Treffsicherheit besonders großen Beifall fand. Alle Reform erfordere in erster Linie Ehrlichkeit gegen sich selbst. Er habe immer Zweifel gehegt, als man dem französischen Bolt den verflossenen Krieg dadurch schmackhaft zu machen versucht habe, daß man ihn als den letzten" bezeichnet habe. Auch die Monarchen und republikanischen Präsidenten seien nur Exponenten des ganzen Volksgeistes und deshalb nicht aus­schließliche Urheber des Kriegsausbruches. Der Mensch neige allzu leicht zu Illufionen und Selbsttäuschungen. Man solle deshalb auch fehr steptisch gegen Resolutionen und die Weiheftimmung von Kongressen sein. Notwendig sei eine Erziehung der Bernunft und des Gemüts. Der Pazifismus sei fein Unterrichtsfach, und die Berehrung pazififfifcher Helden sei genau so unfinnig wie die Berehrung von Kriegshelden.

Ueberhaupt sei davor zu warnen, etwa allegorische Verherrlichungen des Krieges einfach durch solche des Friedens zu ersehen. Pazifismus Unterdrückung aller friegerischen und kriminellen Instinkte. bedeutet in erster Linie die Realisierung ethischen Lebens und die Bon großer Wichtigkeit für die Bölferverständigung scheine ihm die Verbreitung einer Weltsprache.

Wirtschaft

Leichte Besserung der Wirtschaftslage.

Nach den Berichten der preußischen Industrie- und Handels­leichte Besserung auf. fammern weist die wirtschaftliche Lage im Monat September eine Bergbau, die Kaliindustrie, die Textilindustrie und Insbesondere nehmen hieran der einzelne Zweige der Nahrungsmittelindustrie teil. Auch Belebung, die offenbar auf die Annahme des Londoner Abkommens in der Eisenindustrie zeigte sich zu Beginn des Monats eine geringe durch die gefeggebenden Körperschaften zurückzuführen war, fie nehm jedoch gegen Monatsende wieder ab. Im allgemeinen haben sich die von vielen Seiten an die Londoner Abmachungen geknüpften Erwartungen bisher noch nicht erfüllt. Das war auch faum mög­lich, weil weder die politischen noch die wirtschaftlichen Wirkungen der Abmachungen schon voll erkennbar sind. An der Börse hielt die befestigte Stimmung an, ohne sich aber zu einer Hausse zu steigern.

Im Berichtsmonat ist im westfälischen Bergbau eine ganz leichte Besserung eingetreten. Die Abfagkrisis dauert zwar noch an, aber in geringem Maße hat der Absah doch zugenommen; eine weitere Steigerung erwartet man von den ab 1. Oktober ein­tretenden Preisermäßigungen der Kohle. Im mitteldeutschen Braunkohlengebiet hat der Absatz an Briketts eine weitere, teilweise erhebliche Besserung erfahren. Auch der Absatz ar Rohtohle hat sich in den meisten Revieren gehoben, wenn er auch noch nicht als zufriedenstellend bezeichnet werden kann. Die Zahl der Feierschichten ging zurück. In dea Revieren Naumburg und Frankfurt brauchten überhaupt feine Feierschichten mehr eingelegt zu werden.

Die Kaliindustrie hatte sowohl im Inland wie im Aus lond einen erhöhten Absah.

Die Lage in der Maschinen- und Lokomotivindu­strie ist nicht einheitlich. In Breslau belebte sich das Geschäft etwas, insbesondere gingen Anfragen aus dem Auslande wieder zahlreich ein, während die Berliner und Kasseler Industrie nach wie vor über Auftragsmangel flagt. In der Klein­eisenindustrie des Westens ist die erhoffte Befferung der Lage noch

nicht eingetreten.

Auguſt eingetretene leichte Besserung auch im September an. Be­In der elektrotechnischen Industrie hielt die im darf war überall vorhanden, nur hinderte der außerordentliche Kapitalmangel die Ausgabe von neuen Bestellungen. Im einzelnen erfuhr das Zentralgeschäft eine Belebung. In der Telegraphie und im Fernsprechwefer trat eine mäßige Steigerung der Aufträge ein. Fernsprechanlagen. Auch die Fabriken für elektromedizinische Gute Fortschritte macht nach wie vor das Geschäft in automatischen Apparate hatten eiren befferen Beschäftigungsgrad. Die Aufträge auf Ausrüstung von Straßenbahnwagen steigerten fich, Bestellungen für elektrische Vollbahnen gingen in befriedigendem Umfange ein. Der Umsatz in Glühlampen war größer als im Borvierteljahr, aber geringer als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.

Aus den verschiedenen Zweigen der Textilindustrie wird ein besserer Geschäftsgang gemeldet. Gebeffert hat sich die Lage der Margarineindustrie( was bei den hohen Butterpreisen fein Wunder ist). In der Tabakindustrie war der Auftragseingar wesentlicher lebhafter als im Vormonat.