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sind sehr genau spezialisiert und beziehen sich auch auf solche Be hörden, die dem Reichsbanner feindlich gegenüberstehen. In einer Schlußbemerkung auf dem Fragebogen wird gesagt:

Bedenkt, daß diefe Nachrichten Waffen in unserer Hand find, die sorgfältig gejamiedet sein wollen."

Spigelei gilt bis auf den heutigen Tag als eine gemeine und verwerfliche Handlung. Eine feine Gesellschaft, die Stahlhelm und jungdeutschen Ordensleute, die ihre Anhänger zu Schuften erzieht! Die Deutschnationalen forrumpieren die Wähler­schaft durch Geld, ihre schwarzweißroten Ableger demoralisieren bie Jugend, indem fie sie zu ehrenrührigen Handlungen anhalten! Das ist die chriftliche" Erziehungsarbeit der allerchristlichsten Partei bei Nicht befehen.

Arbeitsgemeinschaft der Mitte.

Volksparteiliche Methoden.

Die Arbeitsgemeinschaft der Mitie" besteht augenblicklich in der Gemeinschaft der Absicht, sich gegenseitig zu verarbeiten. In der Boff. 3tg." hatte Herr Erkelenz die zutreffende Bemerkung gemacht, daß eine Hereinnahme der Deutschnatio­nalen in die Regierung die Befreiung der besetzten Gebiete erschweren würde. Das offizielle Organ der Volkspartei, die " Nationalliberale Korrespondenz" erklärte darauf, schlicht und einfach, der Artikel des demokratischen Führers fei Hoch­verrat, wenn das Wort Hochperrat überhaupt noch einen Sinn hat." Die" Boff. 3tg." antwortet darauf:

Das ist der unverfälschte Hitler Graefe Zuden­dorff- Lon. Das wagt man einem Mann von dem leidenschaft­lichen Patriotismus eines Erkelenz zu bieten. Das wagt die ,, Nationalliberale Korrespondenz", die noch vor wenigen Monaten mit Recht empört war, wenn von rechtsradikaler Seite gegen Dr. Stresemann derselbe Borwurf erhoben wurde. Für diese feige und verräterische Kampfesweise gibt es feine Kennzeich nung, die scharf genug wäre.

"

Die Boff. 3tg." übersieht in ihrer begreiflichen Ents rüstung, wie entseglich dumm die Natl. Korr." ift. Denn sie bezichtigt die Bolkspartei selbst, mit einer Partei in der Regierung zu figen, deren Führer ein Hochver­räter ist! Das werden sich die Deutschnationalen natürlich im Kampf gegen die Volkspartei nicht entgehen lassen.

Aber vielleicht betrachtet es die Natl. Korr." als ihre Aufgabe, gegen ihre eigene Partei für die Deutschnationalen und die Bölkischen zu wirken. Ein Wunder wäre das nach ihrer bisherigen Entwicklung nicht.

Die Ursachen des völkischen Haders. Unsinnige Geldwirtschaft und persönliche Bereicherung. München , 29. Oktober. ( Eca.) lleber die Vorgeschichte des 3wistes in der völfischen Bewegung veröffentlicht der Bayerische Kurier" eine Reihe interessanter Einzelheiten Die Differenzen gingen schon auf das Jahr 1922 zurüd, mo bereits versucht worden sei, die völkische Bewegung für persönliche 3mede zu mißbrauchen. Auch sei es wiederholt zu schweren inneren Streitigkeiten gekommen, in deren Folge ganze Sturm abteilungen aufgelöst werden mußten. Die Bartei habe eine geradezu unsinnige Geldwirtschaft betrieben. Die Sturmabteilungen hätten Unsummen von Geld verschlungen, bei spielsweise kostete der Deutsche Tag" in Nürnberg ber Partei mehr, als die Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen und frei willigen Geldspenden für mehr als drei Monate ausmachten. Die Verfuche, Hitler von seiner militärischen Einstellung abzubringen, feien fehlgeschlagen. Schon seit dem Jahre 1923 und Anfang 1924 feien gegen den Geschäftsführer Amman und Hermann Esser die schwersten Borwürfe erhoben morden: persönliche Bereicherung, Devisengeschäfte, mangelhafte Buchführung usin. Auch die Bemühungen zur Reinigung der Partei von solchen Schäo­lingen feien vergeblich gewefen. Dr. Feder richtete anfangs August 1924 einen Brief an Hifler mit Vorwürfen über verschiedene Bor­tommniffe( Sefigelage usw.), in dem er fordert, zur gewohnten

Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der gegnerischen Bar. teien floß viel Blut. Auch Lloyd George hat während des Buren­friegés beim Wahlkampf viel auszustehen gehabt, und bei einer Ber. fammlung fam er in eine so gefährliche Lage, daß er nur noch in der Uniform eines Schußmanns durchs Fenster flüchten und sich so

retten fonnte.

alten Partelarbeit zurückzukehren und den militärischen Apparat einzuschränken. Effer habe sich, trok jeiner am 9. November erfolgten Flucht nach Desterreich, sein Gehalt meiter zahlen lassen und von den in Salzburg gesammelten Summen zur Unterstüßung notleidender Parteigenossen einen Geldbetrag erhalten.

Preußentag des Zentrums.

Die große Koalition muß bleiben!

Der Parteitag der Preußischen Zentrumspartei wurde gestern vormittag vom Bräsidenten Borsch eröffnet. Das politische Referat erstattete Landtagsabgeordneter Gottwald. Er bezeichnete als Richtlinie für die Zentrumsfraktion des Preußischen Landtages die Politit der Mitte, die eine Politif des Aus­gleichs fei. Das Zentrum sei die einzige Partei, die den Grundfaz Der Gleichberechtigung aller Staatsbürger nicht nur proflamiere, sondern auch in die Tat umgesetzt habe.

Zur Frage der großen Koalition

führte Abg. Gottwald aus:

und in den meisten Ländern erwägt, wird allein in einer frisen. Wer den beständigen Regierungswechsel im Reich losen Zeit von solcher Zeit den Beweis für die Richtigkeit der Sentrumspolitik fehen, die den anderen Barteien die gemeinsame Arbeit geradezu aufdrängte. In dieser Zeit ist Preußen von größeren Unruhen verschont geblieben; der Gegen faz gegenüber der Vergangenheit und gegenüber anderen deutschen Ländern, die zeitweise in sehr schwierige Lage gerieten, läßt dieses Berdienst der preußischen Regierung flar hervortreten. Diese Ruhe und Stetigkeit war die stärtste Stüge für das Reich, das feinen äußeren und inneren Schwierigkeiten erliegen muß, wenn es nicht an Preußen einen stärkeren Rückhalt besitzt. Man wird sich, um nur auf besonders wichtige Tatsachen hinzuweisen, taum has Schicksal des Rheinlandes und Oberschlesiens vorstellen fönnen, wenn eine einseitige Politik den Deutschen zum größten Feind seines Volfsgenossen gemacht hätte. Die Entschiedenheit, mit der fich das Zentrum für die Politif der Sammlung einsetzte, hat es innerhalb der Koalition für die Vertretung seiner eigenen Grundsäte aufgewendet.

Infolge der Koalition mit den Sozialdemo fraten ist es der Zentrumsfrattion gelungen, einen Kultur­ampf, der oft in drohende Nähe gerüdt war, zu verhindern. Mit Ende der Legislaturperiode tann die politische Lage dahin zu­fammengefaßt werden, daß die alte Landtagsfraktion der neuen feinerlei Berpflichtungen hinterläßt; die Entschließungsfreiheit wurde der neuen Zentrumsfraktion volliommen gewahrt.

Zur Frage der Kulturpolitik führte der Redner u. a. aus: Der Kampf um die tonfeffionelle Schule sei in der Ver­Der Kampf um die tonfefsionelle Schule sei in der Ver­gangenheit mit den schärfsten Mitteln geführt worden. Der Be stand der christlichen Schule hänge von der Wachsamkeit der christ lichen Bevölkerung ab. Die Entscheidung liege allerdings beim Reich, aber die Gegensäge machten sich auch in den Schulverwaltungen der einzelnen Länder geltend, und erschwerten die fruchtbringende Arbeit. Die Kulturpolitit der Zentrumsfrattion sei unbestritten. Die 3 u. fammenarbeit mit der Sozialdemokratie habe auf die tiefen Bestrebungen, die christliche Schule zu erhalten, feinen Einfluß gehabt. Die Sozialdemokraten wissen ganz genau, daß die Roalition mit der Zentrumspartei sofort gefährdet, ja unmöglich gemacht würde, wenn man die christliche Kulturpolitit des Zentrums einzufchränten versuche. Dann be

schäftigte sich Geheimrat Dr. Porsch im Schlußwort besonders Dem Referat folgte eine angeregte Disfuffion. ausführlich mit der Frage der

Koalition mit der Sozialdemokratie. Das Zusammengehen mit der Sgzialdemokratie in der Politik be­deutete noch lange nicht eine Gesinnungsgemeinschaft mit der Sozial­demokratie, Das unvermeidliche Zusammengehen mit der Sozial demokratie hat aber auf der anderen Seite sogar Momente für sich, die auch im fommenden Wahlkampf nicht übersehen werden dürfen; wenn wir Ruhe im Innern haben, so ist das gerade der Mitarbeit der Sozialdemokratie in der preußischen Regierung auch zum großen Teil zuzuschreiben. Gerade ein sozialdemokratischer Innenminister war beffer als vielleicht ein deutschnationaler in der Lage, die Kommunisten im Saum zu halten. Dr. Borsch lam in diesem Zusammenhange ouf die Versuche von deut dynationaler Seite zu sprechen, die große Koalition in Breußen aufzu= heben. Ein foldes Berlangen hätten die Deutschnationalen wohl taum in Bayern oder Württemberg erhoben. Im übrigen sei ein folches Verlangen von deutschnationaler Seite sehr unflug ge­wesen. Hätten die Deutschnationalen nach den Mai- Wahlen diese Forderung nicht erhoben, so wären sie vielleicht in die Reichsregierung hineingekommen, und hätte sich dort ein Zusammenarbeiten mit den Deutschnationalen nüglich erwiesen, so wäre vielleicht im Laufe der Zeit auch in Preußen ein Zusammenarbeiten mit den Deutschnatio­nalen ermöglicht worden. Die Zusammenarbeit des Zentrums mit der Sozialdemokratie in Preußen hat aber weiter die Reichspolitik zum großen Teil ermöglicht.

Mit Worten des Dantes schloß Dr. Borsch den Parteitag. Er wurde wieder einstimmig zum Vorsitzenden der Preußischen Bentrumspartei gewählt.

Berechtigte Vergeltung.

Erhöhung der deutschösterreichischen Einreisegebühr

für Reichsdeutsche.

Die Kriegsmaßnahme des Sichtvermertzwangs hat längst jeden Sinn verloren. Verbrecher und mostowitische Butschheher sind auf diese Weise niemals ferngehalten worden, und seitdem Deutschland eins der teuersten Länder der Welt geworden ist, hat auch die Flut der Balubareifenden aufgehört. Die Rentermart steht auch so hoch, daß es nicht mehr nötig ist, die deutschen diplomatischen Ver­tretungen durch Sichtvermerkeinnahmen zu erhalten; es bewerben sich ja auch nur noch wenige um den Sichtvermert nach Deutschland ! Im Gegensatz zu fast alle europäischen Kulturstaaten hält aber die deutsche Reichsregierung an dem Sichtvermert under. rüd bar fest und sie hat sogar ihre eigenen Landsleute mit einer Ausreisefteuer von 10 Goldmart belegt.

Ein besonderer Standal war es jedoch, daß die Ein­reisegebühr für Deutschösterreich nach Deutschland trog aller Proteste ein Vielfaches der deutschösterreichischen Einreisegebühr für Sanierung", die Deutschösterreich zu den härtesten Sparmaßnahmen Reichsdeutsche betragen hat. Troß dem würgenden Druck der Genfer 3mingt und eben jetzt fogar den Abbruch eines im Bau befindlichen zwingt und eben jetzt fogar den Abbruch eines im Bau befindlichen großen Wasserkraftwerks herbeigeführt hat, blieb Deutschösterreich bei der niedrigen Gebühr. Als aber auch die Vorstellungen des deutschösterreichischen Gesandten im Auswärtigen Ami nuglos blie ben, hat die Wiener Regierung zu dem offenbar einzigen Mittel ge­griffen, mit dem auf gewisse Maßgebende im Deutschen Reichsaußen­und Finanzminiserium noch Eindruck zu machen ist: die deutsch­österreichische Einreisegebühr für Reichsdeutsche ist seit gestern be trächtlich erhöht worden.

Borgestern hat der Reichstanzler auf dem Zentrums. parteitag die großeutsche Bee feierlich proklamiert; vielleicht bringt er dem Auswärtigen Amt bei, daß es nicht die Aufgabe hat, der fünftigen Heimkehr Deutschösterreichs ins Deutsche Reich immer wieder Steine in den Weg zu werfen!

Rausschmiß aus der Repko.

Ein hoher Beamter gepfändet, entlaffen, hinausgeworfen. Frankfurt a. M., 29. Oftober.( Eca.) In der Neparations­tommiffion ist es gestern, wie die Franff. 8tg." erfährt, zu einem fleinen Zwischenfall gekommen. Ein Gerichtsvollzieher erschien im Hotel Astoria, um dort das Gehalt eines hohen Be­amten der Reparation Commission zu pfänden. Dieser Beamte, deffen Name und Nationalität von den Blättern nicht bekannt ge­geben wird, der aber einen hohen Posten bekleiden muß, da fein monatliches Gehalt fich auf 10 000 Fr. beläuft, wurde auf Beschluß des Generalsekretariats mit fofortiger Wirkung ent­Iaffen. Er weigerte sich, die Entlassung anzunehmen. Nach einem heftigen Wortwedsel. der in Tätlich feiten ausquarten drohte, entfernte die Polizei den Beamten mit Gewalt aus dem Hotel Astoria.

Cillessen verhaftet.

Aber nicht in Ungarn , sondern in einem Kulturstaat. Das tschecho Prag , 29. Oftober.( Gigener Drahtbericht.) flowvatische Justizministerium hat gestattet, daß ein reichsdeutscher Mord betraut ist und die Mitglieder der Drganisation Consul Polizeibeamter, der mit der Untersuchung über den Erzberger­fennt, in Preßburg dem mutmaßlichen Mörder Tillessen , der in Preßburg berhaftet wurde, gegenübergestellt werde. Die Regierungspresse betont, daß das weitere Edicial des Verhafteten im Justizministerium entschieden werden und daß sich in der Tschechoslowakei die ungarische Behandlung des Falles Schulz nicht wiederholen dürfte.

Bayerns neues Gemeindewahlgeset München , 29. Ottober.( Eigener Drahtbericht.) Der Ber. fassungsausschuß des bayrischen Landtags hat nunmehr den von der Regierung vorgelegten Entwurf eines neuen Ge­meindewahlgefeges in zwei Sigungen durch beraten und verabschiedet. Sämtliche Forderungen der sozialdemo tratischen Fraktion, u. a.: Wahlrecht bei sechsmonatiger Auf­enthaltsdauer, Beibehaltung der geundenen Liste, Erlöschen des Mandats beim Ausscheiden aus einer Gruppe, auf deren Vorschlag der Gemeinderat gewählt wird, Wahl er ersten Bürgermeister durch fämtliche Wahlberechtigte, wurden von der bürgerlichen Mehrheit niedergestimmt. Das neue Geseg das im Plenum des Land­tags kaum noch Abänderungen erfahren wird, enthält folgende neue Bestimmungen:

Wahlberechtigt ist, wer sich mindestens zwölf Monate in der Gemeinde aufgehalten hat; der Wähler fann nur den in die Zentrum und bayerische Volkspartei . Wahlvorschläge aufgenommenen Bewerturn feine Stimme geben, München , 29. Oktober. ( WIB.) Der Landesausschuß und zwar einem Bewerber höchstens drei Stimmen; der Stimm. der bayerischen Bolts partei ist zu einer außerordentlichen zettel darf nicht Namen aus verschiedenen Wahlvorschlägen ent­Tagung am Sonntag, den 2. November, nach München berufen halten; menn mehr als die Hälfte aller auf einen Wahlvorschlag ent­morden. Auf der Tagung soll der zuständigen Barteiinstanz Gefallenden Stimmen für den unveränderten Wahlvorschlag abgegeben

Der Berliner Sängerchor unter Leitung feines Chormeisters Philipp Heid konzertierte im großen Saal der neuen Welt" por einem zahlreichen und dankbaren Publikum. Der Abend war ganz dem Chorwert großen Stils, mit und ohne Orchester, gewidmet. Einem langschönen, etwas tonventionellen Feftgefang von H. Seyf farbt folgte fpäter Segars flippenreiches Totenoolt. Zu einer schönen Darstellung gelangte Edvard Kriegs and erfennung", eine in Chor und Orchester runde Leistung, gut auf gebaut in seiner mächtigen Steigerung und flangschön ausgefeilt im Chor. Wohl der Höhepunkt des Abends. Weiterhin folgte Hugo Jüngsts russischer Liederzyklus An der Wolga ", in dem die ruffisch- volfshaften Elemente nur leider allzu sehr unter dem Gelegenheit gegeben werden, zu dem Ergebnis der Verhandlun gen Stellung zu nehmen, die am 28. Oftober in Berlin zwischen fichtswinkel mitteleuropäisch- neuzeitlicher Mufitkultur geschaut und gestaltet find, so daß ihr Wesenhaftes eigentlich ganz verloren geht. Bertretern der bayerischen Volkspartei und der 3entrums Hier sprach. Gregori die verbindenbe Dichtung und hinterließ partei zweds Herstellung eines Burgfriedens für die Wahlen starte Eindrüde. Franz Reisinger fang die fleine Solopartie stattgefunden haben. am Schluß, wie auch die Worte des Königs in der ,, Bandertennung". Er bot weiter Wotans Abschied in starker, bühnenmäßiger Auf fassung, schien aber an dem 20bend stimmlich nicht ganz auf der Höhe zu sein. Der junge Felix He id spielte Mendelssohns G- Moll- Klavier­fonzert, vielleicht mit für den großen Gaal noch zu kleinem Ton, aber in abgeglichener Technik und mit jugendlichem Elan. Eine schon recht achtbare Leistung. Philipp Heid leitete und begleitete mit gutem Erfolge.

S. G.

Soziologische Bortragsrelhe. Das Zentralinſtitut für Erziehung und Unterricht wirt in Verbindung mit dem Institut für angewandte Soziologie im Monat November eine Vortragsreihe über das Thema: Der Auf bau der menschlichen Gesellschaft" veranstalten. Die Bor träge werden von den Professoren Vierkant und Dunkmann gehalten und finden jeweils am Montag und Donnerstag um 8 Uhr Botsdamer Str. 120 statt. Prof. Dunfmann eröffnet fie Montag, den 3. November: Aufgabe und Bedeutung der modernen Gesellschaftslehre". Deutsche Kunst in Frankreich . Zu der im nächsten Jahre in Baris stattfindenden Sunstgewerbe Ausstellung wird auch Deutschland eingeladen werden. Die Einladung soll unmittelbar nach Unterzeichnung des deutsch - französischen Handelsbertrags erfolgen. Der Shauspieler de Mag ist, 55 Jahre alt, in Baris gestorben. Er gehörte zu den bekanntesten Vertretern der sogenannten tlaffischen franzo fischen Bühnenkunst, wie sie noch heute in der Comédie française gepflegt wird, beren Mitglied de Mag war.

Der Satanist als Bureaufrat. Der polnische Staatspaäfident hat den Digter Stanislaus Brzybyszewsti zum Beamten in seiner Sibiltanzlei ernannt. Przybyszewski , von dem viele Berte zuerst in deutscher Sprache erschienen sind, hat um 1890 lange Zeit in Berlin gelebt, wo er, der Satanist". eines der wildesten Mitglieder des Künstler und Literatenfreises war, der sich im Schwarzen Feriel" um Strindberg und Carl Ludwig Schleich zu versammeln pflegte. Mostaus Revolutionsmuseum. In dem brächtigen Gebäude, welches ehemals den vornehmen Englifchen Klub beherbergte, ist jetzt das Museum der Rebolution eröffnet worden. Das Haus liegt an der Ewerstajajtrage, einer der Hauptverkehrsadern Moskaus .

Deimling für Schwarz- Rot- Gold.

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Das

Im Plenarsizungsfaal des ehemaligen Herrenhauses hatte am Mittwochabend die Demokratische Partei , Ortsgruppe Berlin- Mitte, einen demokratischen Abend veranstaltet, auf dem General v. Deimling über Vaterland und Republik" fprach. Er führte u. a. aus: Ein Lichtblick in dem Chaos der Parteien bilde das Reichsbanner Schwarz Rot Gold, das überpartei­lich das Reich und die Republik schützen, der Welt zeigen will, daß nicht die Chauvinisten in Deutschland die Mehrheit haben. Reichsbanner wolle dafür sorgen, daß die Republit nicht eine leere Form bleibe, sondern mit lebendigem Leben erfüllt werde. In Reichsbanner gäbe es nur Staatsbürger, alle gleich fehr intereffiert an dem Wiederaufstieg des Reichs wie an der Berföhnung der gefell­fchaftlichen Gegenfäße. Das Reichsbanner fet nicht etwa eine sozialdemokratische Organisation, wo es scheine, sei bie Bauheit und Schlaffheit des republikanisch gesinnten Bürgertums schuld. Wahre nationale Gesinnung sei nicht bei den Bhraseuren der vaterländischen Verbände. Des Reichsbanner mache täglich größere Fortschritte, aber alle Kriegsteilnehmer, auch die Offiziere müssen hinein.

Der demokratische Staat sei das, was der Fleiß, die Gewissen­haftigkeit und die Opferwilligfeit seiner Bürger qus ihm machen. Die deutsche Republit habe 1919 auf Schwarz- Rot- Gold als auf das uralte Symbol der Einheit aller deutschen Stämme zurückgegriffen, dieses Hoheitszeichen fordere Respekt und sollte ebensomenig wie Schwarz- Weiß- Rot zu einem Propagandamittel erniedrigt werden; das deutsche Bolte stehe jetzt vor der Wahl: Demokraft: oder Reat­fion und Weltfrieg. Es gehe in dem beginnenden Wahlkampf aufs Ganze. Der demokratische Schlachtruf fönne nur lauten: Nieder mit der Realtion! Hoch die Republik ! Hoch das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold!

find, so ist bei Berteilung der Size die Reihenfolge der Bewerber in dem betreffenden Wahlvorschlag magebend; die ersten Bürgermeister werden in Gemeinden, bis 3000 Einwohner von sämtlichen Wahlberechtigten, die weiteren Bürger. meister von den Stadt- und Gemeinderäten gewählt; die Höchst­zahl der Bürgermeister beträgt drei( die Zahl der Gemeinden in Bayern unter 3000 Einwohnern beträgt 7783, aber 3000 Einwohner nur 185).

Nach diesem neuen Gemeindewahlgefeh sollen bereits die gleich­zeitig mit der Reichstagswahl stattfindenden bayerischen Ge meindewahlen durchgeführt werden.

Eine neue Teufelsinsel.

Offenbar scheinen die Greuel auf den Solemezk- Inseln den maßgebenden Kreifen der Sowjetrogierung noch nicht auszureichen. Wie uns aus Mostau mitgeteilt wird, haben diese Herrschaften einen neuen Berbannungsort für gefangene Sozialisten ausfindig gemacht, der anscheinend den Ruhm" der Solonezl- Inseln ver dunkeln wird. Das ist die Insel Che an der Mündung des Obj. nördlich vom Polartreis. Dorthin find bereits aus einer aus Tobolst angelangten Gefangenengruppe 12 Personen trans­portiert worden, darunter 6 Jugendliche, die aus Babersburg aus gewiesen worden sind.

Ob die Insel Che bewohnt ist oder ob die dorthin deportierten Sozialisten die Kolonisatoren dieses Eiseilandes sein merden, ist uns noch nicht bekannt. Jedenfalis ist die Insel Che in den geogra phischen Lehrbüchern nicht verzeichnet und konnte nur mit Mühe auf einer der größten Seefarten ausfindig gemacht worden.

Der nationalliberale Wahlausschuß meldet fich wieder.. Er teilt mit, daß der Vertretertag der Nationalliberalen Reidspartei am Sonntag, den 9. November, in Berlin stattfindet. Er wird sich mit dem Eingreifen der Partei" in den Wahlkampf und der Haltung zu den anderen Parteien befassen.