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November 1918 übernahm er dieses Amt noch in dem ehe-| maligen f. u. f. Botschaftspalais in der Roonstraße. Wo vor­her nur Hochadlige mit mehr oder weniger langen und meist recht fremdartig flingenden Namen faiserliche Diplomatie ge­trieben, also nichts getan hatten, da zog nun ein deutscher Sozialdemokrat ein, und sofort begann die eifrigste Arbeit für die Berwirklichung jenes Einleitungssages der Wiener Ver­fassung. Heim ins Reich wollten die Millionen Deutschöfter­reicher, und da die Männer der deutschen   Republit von gleichem Geist beseelt waren, betrachtete man Hartmann ein fach als Gesandten eines der deutschen   Länder. So hat er auch an den Vorarbeiten zur Weimarer Verfassung   jenen Anteil genommen, der feinem Amt und Auftrag wie feinem geschicht lich- politischen Wissen und sprachschöpferischen Können ent­sprach.

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Der harte 3wang der Entente hat dieses Werf gefniɗt seine Seele fonnte fein Druck ersticken. Hartmann rief mit Paul Löbe   den Desterreichisch- Deutschen Volksbund" ins Leben, der den Gedanken machzuerhalten hat.

Das Ausscheiden unserer Genossen aus der deutschöster­reichischen Regierung und die Seipelsche Politik der Sanierung mit Ententehilfe gegen Aufgabe der Finanzhoheit des Staates statt durch eigene Anstrengung auf dem Weg, den die Sozial Demokratie wies und in der Gemeinde Wien   selbst erfolgreich befchritt, veranlaßte Hartmann zum Rücktritt. Er ging wieder nach Hause ins Wiener Rathausviertel und auf die benach­barte Universität, um zu lehren und zu forschen. Die Wiener Wähler hatten ihn 1919 in den Nationalrat gewählt, nun wurde er vom Land Wien   in den Bundesrat entfandt, der etwa unserem Reichsrat entspricht, aber ohne die gleiche Macht und nicht von Regierungen ernannt, sondern von den Land­tagen gewählt.

In Wien  , des Gesandtenamts mit seiner vielfachen In anspruchnahme der Zeit ledig, schaffte der alte Schüler Mommsens an seinem Werk weiter, die Schöpfungen feines Meisters über römische Geschichte mit modernen wissenschaftlichen Methoden fortzusetzen. Er hat dem deutschen  Bolk die vielverbreitete neue Weltgeschichte geschenkt. Er war ein wissenschaftlicher Organisator ersten Ranges und hat nach dem Krieg feine alten Beziehungen besonders zu italienischen Gelehrten sehr innig gestaltet. Seine, legte Arbeit ist eine Schrift über Italien  .

Wir trauern mit unseren Genossen an der Donau   um den Wir trauern mit unseren Genossen an der Donau   um den uns Entrissenen, von dem die Wissenschaft wie die Bolfs­bildung noch viel erwarten durfte. Das Leben wird auch diese Lücke ausfüllen- das Gedenken Ludo Hartmanns wird nicht

erlöschen.

Die Scharfmacherpartei.

Programm der Deutschen Volkspartei  . Für Schwarz­Weiß- Rot und Klassenkampf des Unternehmertums.

Rechtsbruch, Berständigung mit den Gegnern auf dem Fuße der| zöllen, die Durchbrechung des Achtstundentages, die Bebrückung Gleichberechtigung, lebernahme von Basten nur gegen Sicherung der Arbeiterschaft-- das sind die Ziele des Bürgerblocks. Dies von Freiheit, Ehre und Leben als Kulturvolt, Wiedereinfügung Wahlprogramm ist die Proflamation des unverhüllten Klassen­Deutschlands als Faftor in Weltpolitik und Weltwirtschaft sind die kampfes des Unternehmertums gegen die Arbeiterschaft. Es Meilensteine unseres Weges... Die ersten Erfolge dieser Politik spricht lauter als die schändlich verlogenen Deklamationen der Deutschen Volkspartei   und ihres Führers beginnen zu reifcn." gegen die Zerreißung des Volkes durch Klassentämpfe. Die Das Wort ,, nationale Realpolitit" ist eine neue Erfindung Herren von der Schwerindustrie und ihre politischen Hand­des Herrn Stresemann  , aber mehr nicht. Die Politif, die von langer mögen sich nicht einbilden, daß die deutsche Arbeiter­der Volkspartei in der Regierung verfolgt werden mußte,| schaft schweigend und fampflos ihre Diktatur hinnehmen wird. wenn sie überhaupt Regierungspartei bleiben wollte, war Pelitit der Volkspartei das heißt Klassenfampf. Je mehr nichts anderes, als die Außenpolitik der Weimarer Koalition. die Bolkspartei ihre reaktionären Ziele durchzusehen sucht, un Die Früchte dieser Außenpolitik reifen nun heran, nachdem so stärker wird der Klassenkampf der Arbeiterschaft anschwellen. fie in zähem, jahrelangem Rampf von der Sozialdemokratie, Und zu allem zeigt dieser Wahlaufruf, wie die Bolks­von Männern wie Wirth, wie Rathenau   gegen die partei zur Republik   und zu den Verfassungsfragen steht: Rechte verteidigt und durchgefeßt wurde. Bis nach dem Ruhr­" Unter falscher Flagge, mit irreführenden Parolen ist der fampf wurde die Befreiungspolitik durch Erfüllung, die Wahlkampf eingeleitet worden, Verfassungsfragen stehen Deutschland   endlich den Weg ins Freie geöffnet hat, von der nicht im Borbergrund... Zur Schau getragenes Republi Partei des Herrn Stresemann auf das hef fanerium ist feine Gewähr für Tüchtigkeit und Charakter. Banner­tigste betämpft. Die Partei des Herrn Stresemann hat paraden lenken vom Wesentlichen ab und tragen die Gefahr der immer die Intereffen der deutschen   Großindustrie gegenüber Ueberhebung und Verheßung in sich... Unter dem Symbol der den Interessen des deutschen   Volkes in den Vordergrund ge: alten Reichsfarben Schwarz- Weiß- Rot wollen wir ein neues, ftellt. Solange die deutsche   Schwerindustrie in der Inflations glückliches Deutschland   schaffen." zeit mit Gewinn für sich die Inflation vorwärts treiben und das deutsche   Bolk ausrauben fonnte, solange hat die Deutsche  Bolkspartei die demokratische Außenpolitik bekämpft, deren Riel es war, der Inflation ein Ende zu setzen, den Weg zur Verständigung mit den Gegnern auf dem Fuß der Gleich berechtigung zu ebnen und Deutschland   wieder in die Welt­politik und Weltwirtschaft einzugliedern. Die Partei des Herrn Stresemann hat sich erst zur demokratischen Außenpolitik bekehrt, als die Zerrüttung der deutschen   Finanzen und die Berrüttung der politischen und weltwirtschaftlichen Stellung Deutschlands   aufhörte, für die Hyänen der Inflation, die sie vertrat, ein gutes Geschäft zu sein.

Die Wahlphrafen des Programmes der Bolkspartei find eine Inverschämtheit gegen die Führer der bisherigen Außenpolitit, nicht nur gegen uns Sozialdemokraten, sondern gleichermaßen gegen die Politiker des Zentrums und der De mokratischen Partei, die die bisherige Außenpolitik, unterstützt

haben.

Herr Stresemann hätte allen Grund, bescheiden zu sein und fich nicht als den Führer der deutschen   Außenpolitik auf­auspielen. Ohne die Gegenwirkung der republikanischen Parteien gegen die verhängnisvolle Politif, die er, die sein Barteifreund Stinnes  , die seine ganze Frattion im Intereffe der Schwerindustrie während der Inflationszeit getrieben haben, wäre Deutschland   längst verloren. Herr Stresemann war auch im Kabinett Marr nicht der Führer der deutschen  Außenpolitik. Den Kurs der Außenpolitik mußte Herr Marr energisch gegen Herrn Stresemann durchsetzen. Wäre Herr Stresemann der Führer gewesen, die deutsche   Außenpolitit wäre längst im Sinne deutschnationaler Katastrophenpolitik betrieben worden.

Das Wahlprogramm der Deutschen Boltspartei ft der unverhohlene Versuch, die Linie der bisherigen Außenpolitik zu verlassen, Brücken zu schlagen zu den Deutschnationalen. Das Schlagwort nationale Realpolitik soll die Bahn frei machen zum Bürgerblod.

Herr Stresemann hat auf dem Parteitag der Deutschen  Bolkspartei drei Reden gehalten, von denen eine jede anders nuanciert war. Er ist sicher ein Meister im Reden und im Bielreden, aber selbst brei Stresemann- Reden können nicht verdecken, was der Wahlaufruf der Deutschen Volkspartei   laut und deutlich in die Welt schreit. Diese Partei ist keine republi­tanische Mittelpartei. Sie ist eine Rechtspartei. Sie ist die Die wahren Biele der Deutschen Volkspartei   und domit Bartei der per stedten Reaktion auf politischem Ge- des Bürgerblods fommen in folgenden Sägen zum Ausdruck: biet, sie ist die perförperte Reaktion auf fozia. Wiedergefündung der Wirtschaft ist ohne Produttions. lem Gebiete. Der Parteitag ber Deutschen Boltspartei förderung, vernünftige Steuerreform unb staatlichen hat einen Wahlaufruf beschlossen, der das wahre Besen der Schuß derjenigen Zweige nicht denkbar, die trok tafioneller Be Bartei des Herrn Stresemann fennzeichnet. Dieser Wahlauftriebsweise der Auslandskonkurrenz unterliegen mürben." ruf befaßt sich zunächst mit der Außenpolitik der Bolkspartei: Wir bekennen uns zu dem Gedanken nationaler Real. politit. Sie unterscheidet sich ebenso von einer Illusionspolitik, die sich eine nicht vorhandene Macht vortäuscht, wie von jener Illusionspolitik, die von moralischer Abrüstung Deutschlands   Erfolge erträumt und nichts aus der Ber gangenheit gelernt hat. Befreiung des Vaterlandes von moralischen und materiellen Fesseln ist unser Ziel. Widerstand gegen

Begegnungen.

Bon Peter Walter.

Jähe Lichtheile zerhackten die Dunkelheit, Schlaghämmer häm­mern Tafte auf eifernen Reilen, die sich in die stumpfe, zerbrochene Erde hineinwürgen. Kraftgespannte Arme rudern Streise in der Luft, Körper beben bei dem Aufprallen der Hämmer, eiserne harte Ecken sticht das Licht aus Gesichtern, die nichts sehen als den eisernen Keil, der in die Erde hinein muß heute nacht noch.

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Arbeiter sind es, die blant zerriebene metallene Stränge aus fefter. Gestein lösen. Auf dem eisernen vierkantigen Reil schlagen fie die ganze Nacht den eigenen Schmerz tot eigene Sehnsucht hämmer sie unbeugfam tot ich weiß es. Diesen harten Arbeiter habe ich doppelt lieb in der Nacht, weil er den Schmerz hat, nichts au sehen als bloßen einen Keil. Diesen Keil treibt er in die Erbe, in sein Herz, in sein Gehirn, und frrägt eine ganze Nacht seit Gehirn, warum er das machen muß. Das Gehirn läuft zum Herzen, das Herz zum Gehirn, fragt in der Nacht: Warum muß ich das wohl machen?" Aber er findet feine Antwort darauf. Nur in der Baufe manchmal hebt er den Kopf, sieht eine steile Häuferwand und denkt ganz langfam: Bielleicht haben die Häuser schuld." Die Häuser. Warum sie bloß die Häuser so eng bauen, wo

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doch die Menschen franken.

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Krante Menschen kosten viel Geld. Er weiß es. Als feine Frau frant war, mußte er ein Bierteljahr sparen, um den Arzt zu be­zählen. Der Arzt fagte ganz rubig: Die Krankheit hängt auch mit der engen Wohnung zufammen." Jezt grübelt er darüber schon lange. Mit der engen Wohnung hängt die Krankheit zu fammen. Warum sie bloß immer wieder enge Wohnungen bauen." Er möchte diesen Gedanken totwürgen. Er sagt zu sich:" Meie Frau hat grüne Schmerzen und rote. Wenn die roten Schmerzen grün wären, bain hätte fie viel mehr grüne Schmerzen." Das fagt er jetzt schon sechsmal hintereinander, um die engen Häuser zu ver­geffen Er fann in der leßten Zeit schon gar nicht mehr richtig Denten.

Immer wieder muß er grübeln

er weiß ja selbst darum. Marichmal ist es dann gut, wenn er hämmern muß bis morgens. Er ist sehr erschöpft und berührt seine Frau im Bett nicht mehr. Er ist entfräftigt und schläft unruhig. Ganz wirr träumt er von ungeheuren, stürzenden Häuserblöden mit vielen Fenstern. Die Augen sind ihm meh.

Als ich im Süden war, traf ich zerlumpte Steinhauer. 3hre gerfressenen Gesichter, ihr wunden Augen schrien mich ebenso an. Einer spudte Blut, immer kleine Klümpchen. Einen müden Ruli fand ich am Hafen. Er hatte dieselben ausgemergelten, blau strähnigen Arme, vorspringende Backenknochen und tiefliegende Augen. Arbeiteraugen.

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Das ist das Programm der sozialen Reattion! Dahinter verbürgt sich die Absicht, die Lasten des Dawes- Gutachtens durch Berlängerung der Arbeitszeit und durch Schutzölle auf die arbeitende Bevölkerung abzuwälzen. Herr Stresemann hat erst vorgestern in seiner ersten Rede vor der Schutzoll­politit gewarnt. Das Wahlprogramm seiner Partei ist das unverhohlene Betenntnis zur Schußzoll­politit. Ein neues System von Industriezöllen und Agrar |

Einmal schlief ich im Armenhause. Als ich morgens die Stiege hinauffletterte, um ein Stück Brot abzuholen, fand ich auf dem Korridor ein fleines blasses Kind. Es hatte auch wieder dieselben fragenden, traurigen Augen, wie ich sie oft bei den Kindern fand, welche bei uns auf dem zweiten Hofe spielten. Alle diese Augen hatten ein so tief Verwandtes, als ob sie einer Mutter Schoß ent­blüht wären. Alle schauen nach etwas aus. Bielleicht suchen sie elle doch im letzten Grade bloß Liebe.

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Alle haben sie doch eine Sehnsucht zum guten Menschen. Ich fannte eine ehemalige Dirne. Die ging für Wochen wieder hinaus auf die Straße, um brei heimlich bei ihr haufende frante Leute zu unterstüßen. In dieser Dirne fand ich noch Liebe. Aver auch wieder diese Augen, die nach etwas ausschauten wie bei dem Kuli, dem Kinde, dem Steinarbeiter, dem Straßenarbeiter.- Der Straßenarbeiter möchte manchmal fein Herz auf dem Eisen zerhauen. Ich weiß es.

Neues von der Farbenphotographie. Das Jos- Pe"-Verfahren.

Gibt es etwas Doppelzüngigeres, etwas Unehrlicheres als diese Partei, die auf der einen Seite als republitanische Mittel­partei in der Regierung fit, und auf der anderen Seite die Agitation gegen die Republik   betreibt! Außenpolitisch schwan­fend und zweideutig, innenpolitisch die Bert terin der sozialen Reaktion und der Diftaturgelüfte des Großkapitals, das Sammelbeden aller versteckten Monarchisten und Schwarz­Weiß- Roten  - so geht diese Partei in den Wahlkampf.

Die Deutsche Volkspartei  , jenes zweideutige, verlogène, unehrliche Gebilde, ist die wahre politische Gefahr in Deutschland  . Kampf gegen diese Partei, Kampf gegen die verkörperte Doppelzüngigteit, das ist das Erfordernis dieses Wahlkampfes. Die Deutsche Volkspartei   ist die Berkörperung des Bürgerblods." Bürgerblod oder Sozialdemo tratie" ist die Parole des Wahlkampfes, darum nieder mit der Volkspartei!

Der ganze Unterschied.

Wirth und Stresemann  .

Da Herr Stresemann, um als außenpolitischer Führer zu erscheinen, sich von den bisherigen Führern der deutschen  Außenpolitik unterscheiden muß, hat er das Wort von der nationalen Realpolitik erfunden. Man fann auch sagen reale Nationalpolitik, das ist gleich. Der Name ist da, wo ist der Unterschied?

In einer seiner Dortmunder   Reden sagte Herr Strese= mann: teien der Rechten, so trennt sie sich andererseits mit Entschieden. beit von der 3llusionspolitit der Linken ab.... Dr. Wirth war ein ehrlicher Anhänger der Erfüllungspolitit sans phrase."

Trennt sich unsere Auffassung der Außenpolitit von den Bar­

In der Tat! Wirth trieb Erfüllungspolitik ohne Klausen  , Stresemann Erfüllungspolitik mit Klausen  . Das ist der ganze Unterschied!

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Staatshilfe für das Hochwassergebiet.

Eine Million Mark neu überwiesen. Der Amtliche Preußische Breffedienst meldet: Die Breußische Staatsregierung hat am Freitag als weitere Abschlagszahlung der Notstandsattion zur unmittelbaren Silfe­leistung für bie gefchäbigten Einwohner des oawaiier. ta ta ftrophengebietes die Summe von einer Million Mark an bie hierfür bestimmte Zentrale, den Oberpräsidenten der Rhein­proving. Dr. Fubs, überwiesen. In den vorhergegangenen Tagen waren bereits 850 000 m. für den gleichen 3wed an den Ober­präsidenten von der Staatsregierung gefandt worden.

und nur turze Belichtungszeit benötigen. Die drei in der Kamera erzeugten Teilbilder sind nicht nur in der Größe, fondern auch in der Helligkeitsverteilung gleich. Von diesen drei Platten, auf denen also jeweils die blauen, gelben oder roten Farbenanteile des Bildes besonders hervortreten, werden Diapofitive von beliebiger Größe angefertigt, deren Schicht chemisch so zusammengesetzt ist, daß sie in eine Farblösung eingetaucht werden tann. Man beginnt mit der Blauplatte, taucht sie in eine blaue Farblösung, spült sie ab und legt nun das Kopierpapier darüber, breitet über dieses ein Stüd Wachstaffet und streicht das Waffer herunter. Nach etwa drei Minuten ist die Blaupause von dieser Platte fertig. Sie wird her­untergenommen und nun auf die entsprechend vorbereitete Gelb. platte gelegt, mobei natürlich die einzelnen Linien sich genau decen müffen. Mit dieser Platte wird genau verfahren wie mit der Blau platte. Das Kopieren der roten Platte pollendet dann das Drei­farbenbild, das zuweilen überraschend schöne, immer fast gleich­mäßig ausfallende Töne ergibt. Dieses Verfahren wurde innerhalb pon pier Monaten auf Grund einer von dem Hamburger Photo­graphen Koppmann gefundenen Methode ausgebildet. Die Farben mirten noch nicht ganz natürlich, ta blau und rot auf den Bildern zu start hervortreten. Immerhin ist es ein vielverspreden der Anfang und sicherlich werden viele so hergestellte Dreifarben­photographien" als durchaus brauchbare Abbildungen der Wirtlich­M. M. feit angesehen werden können.

Kultusminifterium und Bühnenvolksbund. In unserm gestrigen Bericht über die Zufammenkunft, zu der das Präsidium der Bühnen. genossenschaft die Vertreter der Presse geladen hatte, erwähnten wir auch die Mitteilungen einiger Herren von der Bühnengenossenschaft, wonach dem Bühnenpoltsbund seitens des Preußischen Kultusminifteriums besondere Borrechte eingeräumt worden feien. Dazu nimmt der Preußische Pressedienst auf Grund von In­formationen aus dem Kultusministerium folgendermaßen Stellung: ,, Es ist unrichtig, daß der Bühnenvolfsbund beim Preußischen Kultusministerium Borrechte irgendwelcher Art, insbesondere bas der Befreiung von der Konzelfionspflicht oder die Borteile uner­fommenden Fragen der Ronzessionspflicht überhaupt nicht das Kultusministerium, sondern das Oberverwaltungsgericht die zu­ständige oberste Stelle. Im übrigen wird der Bühnenvolfsbund als Befucherorganisation von Preußen wie von den andern Ländern und vom Reich durchaus paritätisch mit der anderen Besucher. organisation, nämlich dem Berband der Freien Boltsbühnenvereine, behandelt. Er ist wie dieser Verband Gesellschafter der Preußischen Landesbühne und erhält von den Ländern und vom Reich gemäß den in öffentlichen Verhandlungen gefaßten Beschlüssen der Barlamente, so des Breußischen Landtags, die gleiche Förderung, auch durch staatliche Beihilfen, wie z. B. der Verband der Freien Boltsbühnenvereine. Für das Dramatische Theater find meder ihm, bem Bühnenvoltsbund, noch Herrn Dieterle irgendwelche stacliche Mittel gewährt worden.

Die Farbenphotographie war immer das Schmerzensfind aller Photographen, die die Wiedergabe der natürlichen Farben turch ein photographisches Verfahren als höchftes Biel anstrebten. Wäh rend beim natürlichen Betrachten einer Landschaft helles Licht die Linien verschwimmen und die Farben hervortreten läßt, ruft es in der Kamera die entgegengefeßte Erscheinung hervor: die Umrisse, die Linien, werden scharf, der Farbenglanz aber verschwindet. Nun gab es allerdings bisher schon eine Reihe von Verfahren, die die Photographie in natürlichen Farben gestatteten, aber diese Bilder statteten nicht, von ihnen farbige Abzüge zu machen. Die oft in maren immer nur farbige Diapositive, also Glasbilder, und ge­Zeitschriften veröffentlichten farbenphotographischen Bilder waren gewöhnliche Drucke nach diesen Glasplatten. Nun ist es gelungen, den Anfang mit einem auch für die industrielle Berwertung gehörter Brivilegien", genießt. Zunächst ist für die hier in Betracht eigneten, absolut sicher arbeitenden Berfahren zur photographischen Herstellung farbiger Bapierbilder zu machen. In einem Bortrag, den Professor Mente von der Technischen Hochschule Charlottenburg im Atelier Dührtoop, Unter den Linden, ihren ersten feimhaften Anfängen bis zu dem modernften, bem fo­hielt, murde ber Entwicklungsgang der Farbenphotographie von genannten 3os Pe"-Berfahren geschildert. Bei dem neuen Ver. fahren wird ähnlich vorgegangen, wie bei der Herstellung drei farbiger Drude. Es werden brei Aufnahmen gemacht, bei benen die Negative durch Vorschalten von roten, blauen und gelben Filtern für die entsprechenden Töne besonders lichtempfindlich ges macht werden. Zur Erzeugung diefer brei Aufnahmen ist eine be fondere Kamera gebaut worden, die mit einem einzigen Objektiv brei in einem bestimmten Winkel zueinander angeordnete Blatten belichtet. Das Licht wird durch Spiegel auf die Blatten gelenkt. So entstehen mit einer einzigen Belichtung brei in ihren Maßen vollkommen übereinstimmende Aufnahmen. Die Platten sind foges nannte Jos Be"-Farbenplatten, die höchst farbenempfindlich sind

life 2anbestheater, daß dem Bühnenvollebund gehörte, bat in Ein Theater des Bühnen volksbundes zufammer gebrochen. Das. Safe­biefen Tagen seine Zahlungsunfähigkeit erklärt. Wie es heißt, find auch Schauspielergagen in Höhe von 26 000 m. noch nicht bezahlt,