Der Angriff auf Preußen.
Aber von hinten herum!
Die Beit", das Organ des Herrn Stresemann, sieht sich genötigt, die absonderliche Behauptung, daß der Ministerpräsident Braun durch die Verfassung zum Rüdiritt genötigt sei, näher zu erplizieren. Der Ministerpräsident werde nach der Verfassung vom Landtag gewählt, daher habe der neugewählte Landtag das verfassungsmäßige. Recht, diese Wahl auszuüben. Gegen das„ Berliner Tageblatt" gewendet führt die Zeit" aus:
Auch rein parlamentarisch wird Herrn Braun gar nichts anderes übrig bleiben. Das„ Berliner Tageblatt" behauptet, das Kabinett der großen Koalition sei mit einer starken Mehrheit aus dem Wahltampf hervorgegangen, deshalb habe der preußische Ministerpräsident feinen Anlaß zum freiwilligen Rücktritt. Auch diese Argumentation geht fehl. Herr Braun ist auf jeden Fall verpflichtet, festzustellen, ob die große Roalition für den Landtag noch besteht. Er wird dabei untrüglich Gewißheit für das Gegenteil erlangen und daraus die unvermeidlichen Folgerungen ziehen müssen.
Es ist vollkommen richtig, daß der neue Landtag das verfaffungsmäßige Recht besitzt, einen neuen Ministerpräsidenten zu wählen. Er muß dazu nur eine fleine Formalität er füllen und den bisherigen Ministerpräsidenten stürzen. Wir hoffen, daß der preußische Ministerpräsident den parlamentarisch richtigen Weg gehen, das heißt blei ben wird, bis er in offener parlamentarischer Entscheidung fiegt oder fällt.
Die Bolkspartei hat im Reich sechs Krisen gemacht, aber sie hat noch nie eine Regierung in öffentlicher Sigung gestürzt. Sie hat vielmehr stets durch Borstöße, Rückzüge, Verhandlungen mit den Gegnern der Regierung hinter den Rulissen eine solche Verwirrung angerichtet, daß sich die Regierung zum Rüdtritt gezwungen jah oder gezwungen glaubte. Wir hoffen zuversichtlich, daß es der Beit" und hren Hintermännern nicht gelingen wird, nun auch in Preußen dasselbe Spiel aufzuführen. Will die Bolkspartei bie bis herige preußische Regierung stürzen, so mag sie das so tun, daß jedermann dabei zusehen fann. Nur so wird der Sinn der Verfassung erfüllt, daß die Regierung ihre Verantwortung vor dem Parlament trägt, das Parlament aber vor dem Volk Die seine!
Auf derselben Seite, auf der die Zeit" den Rücktritt des preußischen Ministerpräsidenten aus vorgeschobenen Deraffungsmäßigen Gründen fordert, schreibt sie unter der Ueberschrift Irrfahrten der Kritit":
schäftigte, mußte heute eine außerordentliche Sigung und wohl auch noch lange deutsch bleiben werde. Die Bevöl einberufen werden, die hinter verschlossenen Türen stattfand. Der ferung, und nicht zuletzt die Arbeiter, legten großes Gewicht einzige 8wed war die Beschlußfassung zur Beanstandung. Die darauf, daß ihre deutsche Muttersprache die gebührende Rücksicht Stadtverordnetenversammlung beschloß in Abwesenheit des Ma- nahme erfahre und als dritte gleichberechtigte Nationalgistrats unter dem Stimmenübergewicht der Rechtsparteien, die in prace neben der französischen und der flämischen verkannt werde. Die Abgeordneten veriraten die Auffassung, daß der Gesezentwurf unverhältnismäßig größerer Stärke im Stadtparlament vertreten über die staatsrechtliche Stellung der Belgien angegliederten deutschen sind, als nach dem 7. Dezember ihnen Mandate zukommen, Gebietsteile, der dem belgischen Parlament vorliege, eine Mehrheit die Beanstandung des Ministers durch eine Klage im Ver erlangen wird. Die Bestrebungen der Einwohner Eupen - Malmedys, waltungsstreitverfahren anzufechten. ihre deutsche Muttersprache zu erhalten, hätten bei den Flamen starfe Sympathien und Unterstüßung gefunden.
England und die Räumung.
Der 10. Januar nicht mehr diskutabel. London , 23. Dezember. ( Eigener Drahtbericht.) Ueber die Besprechung zwischen Chamberlain und dem deutschen Botschafter hinfichtlich der Räumung der Kölner Zone liegt jegt folgende offiziöfe Mitteilung der englischen Regierung vor: Die Situation hat sich nicht geändert. Die Meinung der britischen Regierung über die Räumung der Kölner Zone ist in der letzten Woche von Lord Curzon im Oberhause dargelegt worden. Die Bedingungen, unter welchen die Räumung erfolgen soll, find im Versailler Vertrag festgelegt, und dieser sieht vor, daß seine Bestimmungen ehrlich erfüllt werden. Nach britischer Ansicht ist das hinfichtlich der Reparationsfrage der Fall. Aber hinsichtlich der Abrüftung liegen die Dinge anders. Nahezu zwei Jahre lang ist durch Obstruktion von deutscher Seite die Arbeit der Militär- und Rontrollfommission verzögert worden, und nunmehr kann der Schlußbericht nicht vor der dritten Januarwoche erwartet werden. Die Räumung am 10. Januar ist nicht mehr diskutabel. Die vorläufigen Berichte der Militärtommiffion find für Deutschland nicht günstig, weil sie deutsche Verfehlungen gegen die Abrüftungsbestimmungen des Versailler Vertrages festgestellt haben. Die endgültige Entscheidung wird mit Rücksicht auf ihre große Bedeutung erst nach Prüfung des endgültigen Schlußberichtes fallen. Sobald der Bericht vorliegt, werden die Alliierten gemeinsam feststellen, in welchem Ausmaße die Bestimmungen des Versailler Bertrages erfüllt find und wann die erste Zone geräumt werden kann. Die britische Regierung hegt nicht den Wunsch, die Besetzung fortzufeßen und ist forgfam darauf bedacht, die normale Lage in Zentraleuropa so bald als möglich wieder herzustellen. Aber das ist im gegen wärtigen Augenblid noch nicht möglich.
Der vorläufige Kontrollbericht bei Foch . Condon, 23. Dezember. ( Reuter.) Der Botschafterrat wird morgen in Paris zusammentreten und sich wahrscheinlich mit dem vor läufigen Bericht der Interalfiierten Militärtontroll tommission befassen, der dem militärischen Komitee Die hebe gegen den Außenminister gefällt sich in in Versailles , dessen Vorsitzender Marschall Foch ist, soeben zu Exzessen die man nur noch auf Geistesabwesenheit zurückführen gegangen ist. Möglicherweise wird der Botschafterrat die Entfann. Bekanntlich ist der Reichskanzler Mary freiwillig zurüd. fendung einer Mitteilung an Deutschland über die Kölner Zone in getreten(!), um dann bei dem Bersuch einer Regierungsbildung auf Erwägung ziehen. In diesem Zusammenhang wird in hiesigen amt. ein totes leis zu fommen, was ihn veranlaßte, die ganzen lichen Kreifen darauf hingewiesen, daß die britische Regierung nicht Berhandlungen bis ins neue Jahr zu vertagen. Das hindert die demo- den Wunsch hegt, die Besetzung der Kölner Zone über das vom tralische Presse aber nicht, zu behaupten, daß Stresemann den Kanzler Versailler Vertrag festgesetzte Datum zu verlängern, daß aber geflürzt und den gegenwärtigen Zustand geschaff n habe. die Berzögerung in der Fertigstellung des endgültigen Berichts der Das ist die treuherzige Methode, mit der die Zeit" und militärischen Kontrollkommission ausschließlich auf die Tatsache zu ihre Hintermänner auch Preußen erledigen wollen. Die rückzuführen ist, daß seit der Befeßung des Ruhrgebiets Bolkspartei hat die Regierung Braun gestürzt? Sie hat an teine angemessene Ueberwachung möglich war. möglich war. die Stelle der Stetigkeit und Ordnung, die sich über drei Jahre Bielleicht erweist es sich als möglich, bereits auf Grund des vorläufi ang bewährte und das Reich aufrechterhielt, ein Chaos gegen Berichts eine Entscheidung zu treffen. Doch ist man hier der teht! Du lieber Himmel, welche nerfeumderische Hetzel Der Meinung, daß eine Entscheidung von fo vitaler Wichtigteit nur nach Ministerpräsident Braun ist doch genau wie Margreiflicher Prüfung des vollständigen endgültigen Be reiwillig zurüdgetreten und hat dadurch den richts gefällt werden fann. gegenwärtigen Zustand geschaffen".
Nochmals, das wird er hoffentlich nicht tun! Menigstens in Breußen soll man flar sehen, werden gegenwärtigen zu stand geschaffen hat"!
Die Arbeiter sind die Vorfämpfer des Deutschtums.
Köln , 23. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Der Brüffeler Bertreter der Kölnischen Boltszeitung" hatte eine Unterredung mit Potsdam , 23. Dezember. ( Eigener Drahtbericht.) Infolge der belgischen Abgeordneten ber katholischen Bartei über das Schicksal Beanstandung des legten Stadtberordnetenbeschlusses der Streife Eupen und Malmedy. Die Abgeordneten gaben dom 12. Dezember, der sich unzulässigerweise mit der Maßnahme zu, daß die Bevölkerung in diesem Belgien angegliederten ehe des Ministers Severing gegen den Oberbürgermeister bemaligen deutschen Landesteil immer deutsch geblieben fei
Ich atme befreit auf.
In den schauderhaften Eisentäfig, ben ich als barbarisch empfand, brauche ich nicht mehr zurüd. Aber die Erinnerung an diese erste Nacht im Zuchthause bin ich nicht wieber losgeworden.
Evangelium auf Speck.
Damit geht er, um eine Biertelstunde später wiederzufommen.| und eindrücklich. Das Anfangstempo von Schuberts Sanctus" er Mein Käfig wird aufgeschlossen und ich werde zum Direktor geführt, schien mir reichlich vergriffen und ging dann auch nach und nach in frog des Sonntags. bas doppelte Beitmaß des Schlusses über. Merkwürdig, wie leicht sich beim volksliedfremden Moll immer gleich Unreinigkeiten in der Intonation ergeben. Die letzte Nummer des Abends litt bezüglich biefer, nicht des Vortrages darunter. Vielleicht entschließt sich der Dirigent auch einmal, allzu fade Sachen, Liedertafeteien und Schmarren im Schweizer und Kärntner Stil, aus dem sonst musi falisch recht wertvollem Programm auszuschalten und folch Ünechtes zu meiden. Anna Hopf Geibel spielte zwei schlimme Salon stücke für die Harfe. Sie hätte fich doch fagen sollen, daß fie in einem solchen Konzert ein Stüd mufitalischer Boltsbildung zu leisten hat. Fürs Volt aber ist nur das Beste unserer Großen gut genug. Gertrud Wolf fang zur Harfe drei Lieder von Robert Schumann , am Klavier( Dr. Ernst Jof) fünf Möride- Hugo- WolfLieber. Ihr sind die episch gerichteten Kompositionen Wolfs mehr wesenseins als die reine Lyrik Schumanns, die zudem ihre im Ber gleich zur Mittellage und Höhe nicht so schöne Tieflage start beanspruchte. Ihre Vortragskunst feierte bei Hugo Wolf Triumphe. Dem Verein ist fürs nächſtemal mit vollem Recht eine zahlreichere Buhörerschaft zu wünschen.
Mein Schlächtermeister ist ein patenter Rert. Grwurzelt in der Zeit".( Bitte sehr, alle bedeutenden Männer wurzeln!). Er hat jüngst den ersten Inmungspreis erhalten. Aber das gehört nicht hierher.
Mein Schlächtermeister weiß, daß Weihnachten vor der Tür steht. Als Geschäftsmann hat er davon Notiz zu nehmen. Aber wie? Soll er's machen, wie der Bruchband, Binden- und Bandagen verfäufer von vis- a- vis, der ein Schild ins Fenster gehängt hat: Baffende Weihnachtspräsente"?
Bitte, das geht doch nicht Obwohl eine Wurst zweifellos lieber unter dem Christbaum gesehen wird als ein Bruchband oder eine Eisblase. Aber, wie gesagt, mein Schlächtermeister erwacht in der Zeit. Er ist originell, er erfindet neue Effette.
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Und so hat er als einzige Weihnachtsdekoration zwei monu mentale rechteckige. Specffe ten ins Schaufenster gestellt. Beide hat er mit talggegossenen Inschriften geziert, so daß sie ragen wie die Gefegestafeln Mofis.
Die linte Gefegestafel, pardon Spedfeite, verfünbet:„ Ehre sei Got in der Höhe! Die rechte fährt fort:" Und Friebe auf Erben!" ( Wirklich, das fehlende Wohlgefallen" ergibt sich hier von allein.) Die Menschen hasten vorüber und bemerken nichts. Nur ich bleibe stehen und bemerke, daß hier eine unerreichte Kombination gefunden ist: Ewige Worte grüßen von nahrhaftem Material. Man baue dies Berfahren aus. Man träufte alle Weisheit der Welt mittels Talg auf Speckseiten und bringe fie unters Bolt. Sie wird willig genoffen werden. Mir schwant die Herausgabe einer Zeitschrift:„ Der Weisheitsspruch".
Aber da bin ich im Phantasieren. Eigentlich genügt die fachliche Feststellung, daß mein Schlächtermeister als erster die Heilsbotschaft in glaubhafte Form gegossen hat Mich. von Lindenheden.
Der Männerchor Harmonie"-Charlottenburg ( Chormeister Mar Schaarschmidt) mußte in seinem 1. Winterfonzert in Der Hochschule für Musik auch spüren, daß die Zeit vorläufig vorüber ist, da man sich gern ein Stelldichein im Ronzertsaal gibt, daß Ge danken und Streben schon zuviel auf Weihnachten , zumenig noch auf musikalische Beranstaltungen gerichtet sind. Das war in mancher Hinsicht zu bedauern. Denn der Chor hat ein schönes, prägungsfähiges Stimmenmaterial, über das fein Chormeister gefchickt disponiert, und das er zu einer einheitlichen Klangmaffe zu fammengeschweißt hat. So geriet denn in dem vorwiegend aus fchlichten Bollsweisen geformten Programm, Weifen in funstreicher und auch wieder in anspruchslofer faffung, vieles recht abgerundet
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G. 6.
Der Konkurs über das Vermögen der Deutschen Opernhaus betriebs- Gesellschaft ist wie das Nachrichtenamt der Stadt Berlin mitteilt- nunmehr eröffnet worden. Zum Konkursvermalier murde der bereits für die Große Boltsoper bestellte und daselbst bewährte Ronfursverwalter Borchardt bestellt. Er wird alles daran segen, um den Betrieb des Opernhauses in der bisherigen Weise fortzufeßen, so daß die Vorstellungen wie bisher stattfinden werden. Das Deutsche Opernhaus ist Eigentum der Stadt Berlin . Die Kunstbeputation des Magistrats hat über die Zukunft des Opernhaus. betriebes beraten und zunächst das Bezirksamt ermächtigt, den burch) Bermittlung des Konkursverwalters einzuleitenden vorläufigen Be trieb zu unterstützen. Ein Ausschuß der Kunstdeputation wird in den nächsten Tagen Vorschläge über die endgültige Neuregelung aus
arbeiten.
Zum 100. Geburtstag des Dichtermufifers Peter Cornelius veranstaltet ber Berliner Vollschor( Mitglied des D. A.-S.) am Sonntag, den 28., abends 7 Uhr, eine Gedenkfeier( Bortrag, Lieder, Ensemblestüde, Chöre) in der Aula des Andreas- Realgymnasiums, Stoppenstraße. Eintritt für Mit glieder fret, Gäste zahlen 50 Pi.
Besuchszelten des Museums für Meeresfunde. Von 11-8: Sonntags( frei). Bon 10-3: Montags( 30 f.), Mittwochs( fret), Sonnabends( 30 Pf.). Schulflaffen haben nur Zutritt Dienstags 9-12( frei), Montags u. Sonn abends 10-8( 10 Bf. ie Schüler oder Schülerin). Während der Feier tage ist das Museum geschlossen am Heiligen Abend, 1. Feiertag und am Neujahrstag, am 2. Feiertag ist es von 11-3 geöffnet( fret).
Weihnachtskonzerte des Berliner Sinfonie- Orchesters finden am 1. umb 2. Feiertag im Blüthner - Saal abends 8 Uhr unter Leitung von Dr. Julius topic tatt. Am 1. Feiertag findet ein Dpernabend unter Mitwirkung von Gertrud Wolf( Belang) und am 2. Feiertag ein Wagner- Abend unter Mitwirkung von Kammerfänger Werner Engel statt. Eintritt 1 Mr.
Die Musikgeschichtliche Kommiffion des Preußischen Kultusministeriums Monumentalwertes Denkmäler deutscher Tontunst" bereinbart. Es werden zunächst 20 weitere Bände erscheinen. Leiter der Beröffentlichung ist Hermann Abert , Berlin .
hat mit dem Berlage Breitkopf& Härtel in Leipzig die Fortsetzung des
"
Deutschlands Entwaffnungszustand.
In der am Dienstag veröffentlichten deutschen Note an den Völkerbund wird der Zustand der Entwaffnung und Wehrlosigkeit, in dem sich das Deutsche Reich befindet, an der Hand einiger statistischer Angaben nachgewiesen. Von unterrichteter Seite wird jetzt gegen den Vorwurf der Entente, mit dem die Berlängerung der Kölner Befegung begründet wird und wonach Deutschland den Abrüstungsbestimmungen des Friedensvertrages ungenügend nachgekommen sei, entschieden Stellung genommen. Auch in dieser Zuschrift wird der Entwaffnungszustand Deutschlands statistisch begründet, wobei besonders die nachfolgenden Tabellen eine deutliche Sprache reden:
Heeresstärke.
Frank reich
Polen
Ticheco flowakei
Zu Deutschiammen land
80 936 c.1,3mu
100 000
4 000
785 924 276 375 150 000 DavonDffiziere 35 845 18 900 10 629 5 410 Dienstzeit 2 J. 13. 1 J. 17.- 55. 20.- 50. 21.- 45.
Wehrpflichtig Für den Krieg verfügbar Leichte M. G. Kleine M. G. Leichte Geschütze. Schwere Geschüße... Kampfwagen Flugzeuge...
1½ J. v. 21.bie 48. J.
123.
9
8500 000 2000 000 1000 000 28 556 6 500
550 000 rd.7 mu
100 000
2 500
4 400 rb, 42000
1134
10 500
1.560
1 500
2 100 16000
792
"
1.912
1 288
828
408
4500
288
"
1 404
396
456
72 2300
5 806
150
60
150 6200
"
1 370
220
500
257 2400
Die offiziöse Buschrift bemerkt dazu: Jeder Kommentar zu dieser Uebersicht ist überflüssig." Das ist richtig, soweit die Alliierten in Frage tommen: von einer Bedrohung irgendeiner Macht durch Deutschland kann angesichts dieses Mißverhältnisses gutgläubig nicht die Rede sein, und deshalb ist es nur ein übler Vorwand, wenn in London und in Paris die Nichträumung der Kölner Zone mit einer„ deutschen Gefahr" begründet wird.
Dagegen erscheinen Kommentare durchaus am Blaze, wenn es gilt, innerpolitische Schlußfolgerungen aus dem deutschen Entwaffnungszustand zu ziehen. Die obigen, von unterrichteter Seite stammenden Tabellen beweisen, wie verantwortungslos diejenigen Parteien und Blätter handeln, die so tun, als ob Deutschland überhaupt in der Lage wäre, eine Politik des attinen Widerstandes und der Rache gegen die übermächtigen Sieger zu treiben. Die ganze deutschnationale Agitation beruht doch letzten Endes auf der mehr oder minder deutlich ausgesprochenen Drohung mit dem Revanchefrieg. In der Zeit der Ruhrbesehung ging die Politik der Deutschnationalen darauf hinaus, den passiven Widerstand durch ein attives Vorgehen, d. h. durch einen Krieg in irgendeiner Form zu ersehen. Wer sich damals gegen die irrsinnigen Bestrebungen nach dieser Richtung hin wandte, wurde nicht nur als„ Landesverräter" beschimpft, fondern er lief sogar Gefahr, daß die hohen und höchsten Justizbehörden des Reiches auf Grund der Landesverratsparagraphen gegen ihn einschritten.
Die neuen amtlichen und halbamtlichen Dokumente über den Entwaffnungszustand Deutschlands beweisen, daß die wahren Landesverräter alle diejenigen sind, die den Massen die wirkliche Sachlage verschweigen und ihnen durch ihre Redensarten oder gar durch ihre Spielereien Möglichkeiten vorgaufeln, die jeder nüchterne Mensch als absolut undenkbar verneinen müßte.
Mazedonisches Attentat in Mailand . Ein Komitatschi durch einen Bulgaren getötet. Rom , 23. Dezember. ( WTB.) In Mailand hat heute nachmittag ein Buigare, namens Dimitrief, 24 Jahre alt, den in einer Bar sizenden mazedonischen Revolutionsführer Schaut eff
andere nennen ihn schauteff, ohne ein Wort zu sagen, durch Fünf Revolverschüsse getötet. Der Täter versuchte dann Selbstmord zu verüben. Er erklärte bei seiner Verhaftung, daß er von einem mazedonischen Komitee beauftragt und ausgerüstet morden sei, um Schauteff zu töten, der gemeinsam mit Rabitsch die föderalistische Bewegung für die Bereinigung aller Ballanvölker betrieben hätte und auf einem Kongreß dieser Bewegung zum obersten Führer derselben gewählt worden sei. Der Täter bekannte fich zur bulgarischen Nationalistenpartei und sagte, er betrachte Schauteff als Berräter. Er habe ihn in verschiedenen Städten Italiens , auch in Rom , gesucht und in Mailand erfahren, daß er sich nach Wien begeben wolle. Am Sonnabend habe er ihn in Mailand auf dem Domplat getroffen, ihn aber gefchont, um nicht Passanten zu verlegen. Er habe mit seiner Tat Mazedonien von einem seiner schlimmsten Feinde befreit.
Macdonalds Weihnachtsbotschaft.
London , 23. Dezember. ( WTB.) Macdonald richtete an die unabhängige Arbeiterpartei eine Weihnachts- und Neujahrsbotschaft, in der er vorausfagt, daß ruhige und ehrliche Arbeit für den Sozialismus zum Erfolge führen und einen Um schwung der öffentlichen Meinung sowie einen beträchtlichen Fortfchritt in der Richtung auf ein sozialistisches Staatswesen zur Folge haben werden, das auch das Ziel der Partei sei.
Zivillord und Bergarbeiter.
London , 22. Dezember. ( Eigener Drahtbericht.) Frank Hodges, der Zivillord der Admiralität im Kabinett Macdonald, der bei der letzten Wahl sein Abgeordnetenmandat verloren hat, fehrt als Bergarbeiter in die Grube zurück. Er war vor seinem Eintritt in die Regierung Gewerkschaftssekretär. Dieses Amt ist inzwischen aber neu besetzt worden. Die Angebote anderer Gewerffchaften, ein leitendes Amt anzunehmen, hat er abgeschlagen.
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