Heute Ueberreichung der Note.
Und mündliche Erläuterung Lord d'Abernons. Paris , 5. Januar. ( WTB.) Wie Havas aus Berlin berichtet, mird die Note über die Kölner Zone heute mittag 21 Uhr dem Reichstanzler überreicht werden. Der englische Botschafter Lord d'Abernon werde dabei eine festgelegte mündliche Erklärung abgeben. In der Mitteilung wird auch die Absicht kundgegeben, der deutschen Regierung eine neue Note zuzustellen, wenn der endgültige Bericht der Militärkontrollkommission vorliegt und nachdem dessen Schlußfolgerungen geprüft sein würden.
Die Ueberreichung ist, entsprechend dieser Ankündigung, erfolgt.
Das Amnestie- Theater. Demonstrationen auf Kommando der Zentrale. Der Rüffel, den Sinomjem den deutschen Kommunisten megen ihrer viel zu lahmen" Attion bei der Eröffnung des letzten Reichstages erteilt hat, scheint gesessen zu haben. Diesmal soll die Attion" augenscheinlich noch ganz anders aufgezogen werden. Der Klamaut im Reichstag soll unter Begleitung eines eben bürtigen Klamaufs außerhalb des Reichstags vor sich gehen. Da bie Polizei erklärt hat, die Bannmeile um den Reichstag einhalten zu wollen, sammeln sich schon vom frühen Morgen an einzelne Grüppchen von Kommunisten im Tiergarten. Man sieht einzelne Frauen mit roten Fahnen in der Tasche und mit den Fahnenschäften in der Hand, um sie im entsprechenden Augenblid zu entfalten. Die Kommunisten wissen freilich sehr gut, daß ihr Aufzug auf niemanden mehr Einbrud macht, und sie täten besser, menn fie an Stelle wirtungsloser Demonstratiönchen sachgemäße Behandlung fachgemäßer Anträge im Reichstag erstreben und dadurch für die Amnestie ihrer Opfer sorgen würden. Vorläufig haben sie durch ihr Betragen eine erfolgreiche Erledigung von Amnestieanträgen nur verhindert. Allem Anschein nach beabsichtigen sie, dasselbe Spiel mit den gefangenen Arbeitern noch weiter zu treiben.
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Ant Sonntag veranstalteten die Kommunisten auf dem Bülowplaz eine Rundgebung für die Amnestie der politischen Gefangenen. Die Beranstaltung verlief völlig ruhig. Auch der An- und Abmarsch ber Demonstranten, die in Zahl von einigen Tausend erschienen maren, führte nicht zu Störungen. Sauber, Mühsam und Bied hielten Ansprachen. Gelbstredend gegen die Sozialdemokratie!
Gegen das Magdeburger Urteil. Sympathiekundgebungen an den Reichspräsidenten. Amtlich wird gemeldet:
Dem Reichspräsidenten gehen aus Anlaß des Urteils bes Magdeburger Schöffengerichts noch ständig zuschriften und Kundgebungen von öffentlichen Körperschaften, Berbänden und Bereinen, führenden Persönlichkeiten der Wirtschaft, der Wissenschaft und Der Politik sowie von Privaten zu, die sich der Erklärung der Reichsregierung anschließen und gegen die schöffengerichtliche Urteilsbegründung Stellung nehmen. So schreibt der Präsident des Deutschen Industrie und Handelstages Franz von Mendelssohn :
Ihr ganzes persönliches Berhalten während der Kriegsjahre und in der Nachtriegszeit wird jeden sachlich Urteilenden zu der Ueberzeugung bringen, daß dasselbe nur getragen sein fonnte von Liebe und Hingabe zu unserem Volk und Vaterlande." Geheimer Justizrat Heini, einer der angesehensten deutschen Anmälte, erklärt, daß er dem Urteil des Magdeburger Gerichts und feiner verfehlten Begründung nicht nur verständnislos, fondern tief beschämt gegenüberstehe. In ähnlichem Sinne haben sich zahl reiche Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte in Zuschriften an den Reichspräsidenten ausgesprochen.
Professor Lujo Brentano schrieb:„ Das Magdeburger Urteil hat mich gleich Hunderttausenden rechtlich denkender mit Entrüstung und tiefem Schmerz über die Verblendung vieler Deutscher erfüllt."
In ähnlicher Weise äußern sich auch andere Vertreter des geistigen Deutschlands , so die Berliner Professoren Schumacher und Jastrow, der Kieler Professor Tönnies und Professor Mag v. Schillings. Sympathiefundgebungen haben dem Reichspräsidenten ferner zugesandt die Berliner Industrie- und Handelstammer, die Handelshochschule in Berlin , der Hilfsbund für die Elsaß- Lothringer im Reich, die Lessinghochschule, die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger , der Vorstand der Demokratischen Partei und zahlreiche Ortsgruppen der Demokratischen und Sozial demokratischen Partei, des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold, des Republikanischen Beamtenbundes, ferner der Republikanische LehrerBund, der Bund deutscher Radfahrer und andere mehr.
Zu Eduard Bernsteins 75. Geburtstag. Eine Feter der Arbeiterjugend.
Aus Anlaß des 75. Geburtstages des Genossen Eduard Bern tein veranstaltete der Verein Sozialistische Arbeiterjugend GroßBerlin gestern eine Morgenfeier. Im schönen Bürgersaal des neuen Rathouses in Schöneberg waren um 10 Uhr vormittags etwa 800 Burschen und Mädel versammelt und in ihrer Mitte, an weißgededtem, blumengeschmüdtem Tisch faß der, dem die Feier galt: unser Genosse Bernstein .
Die Jugend erschien auf der Bühne und in harmonischer Folge boten ihr Jugendchor, ihre Rezitatoren und ihr junger Sprecher ihre Gaben. Viel Freude erweckte eine junge Genossin, die am Flügel einige gut gewählte Musikstüde darbot. Aus den Worten des jungen Redners flang es heraus, daß die sozialistische Jugend sich bewußt st, ein Teil der großen, welterneuernden sozialistischen Bewegung zu sein, und daß sie zu den alten Führern, die dieser Bewegung als Pioniere vorangegangen find, in Hochachtung und herzlicher Freundschaft aufschaut. Dem Genoffen Bernstein, der am 6. Januar fein 75. Lebensjahr vollende, fühle fich die sozialistische Arbeiterjugend aber besonders eng verbunden, ist er es doch gewesen, der der Bewegung der Arbeiterjugend in ihren allerersten Anfängen hilfreich zur Seite gestanden hat. Mit einem freudig aufgenommenen Hoch auf den Genossen Bernstein schloß der Redner seine von innerer Anteilnahme getragenen Ausführungen. Eine Junggenoffin überreichte dem Gefeierten die vom Gen. Korn verfaßte Geschichte der deutschen Arbeiterjugendbewegung, wobei sie erklärte, daß die Ber liner Arbeiterjungen und Mädel sich mit Stolz als Mitstreiter in der großen sozialistischen Bewegung der Welt fühlen, und daß sie dem fozialistischen Ideal mit der gleichen Treue und Opferbereitschaft bienen wollen, wie es Genosse Bernstein getan hat. Mit bewegten Worten dankte Genosse Bernstein der Jugend für ihre Freundschaft. Er rief sie auf, im Kampf für den Sozialismus niemals müde zu werden. Wenn die Geschichte berichtet, daß der junge Allegan ber von Mazedonien seinerzeit flagend ausgerufen habe, fein Bater Lasse ihm zu erobern nichts mehr nach, so brauche die junge Arbeiter. erringen. Lauter Beifall der Jugend dankie Bernstein und dann schloß die Feier mit den fröhlichen Klängen des Jugendliedes: Wann wir schreiten Seit an Seit".
fchaft folche Klage nicht zu erheben, sie habe noch unendlich viel zu
Vor dem Rathause bildete die Jugend einen Zug, nahm den Genoffen Bernstein in ihre Mitte und gab ihm mit Gesang das Geleit bis zu feiner Wohnung
Das Unwetter über Nordeuropa .
Hochwasser im Rhein - und Ruhrgebiet , Belgien und Nordfrankreich.
Die Periode der Stürme und Woltenbrüche erftredt fich zurzeit,| vielen Stellen der Stadt Schornsteinbrände ausgebrochen, begleitet von einer abnorm gestiegenen Temperatur, über das ganze Don einem Hause an der Verbindungsbahn wurde ein Dach atnördliche Europa . Teilweise find in allen Ländern schwere Schäden gedeckt. In Uhlenhorst wurden ebenfalls an zwei Gebäuden zu verzeichnen. Wir registrieren die folgenden telegraphischen Melteilmeile Ziegel und Wellbleche losgeriffen und herabgeschleudert. Personen wurden nirgends verletzt. Aus Curhaven wird in den Dungen: gemeldet. In furzen Zwischenräumen hollen die Hochwasser. Abendstunden ein Wasserstand von 6½ Meter über normal marnungsschüsse der Batterie am Stintfang über Stadt und Hafen. Der Südweststurm erreichte abends eine Stärte von 8 bis 9 Sefundenmetern. Im Hafen sind eine große Anzahl von SchleppDampfern losgerissen worden und find ins Treiben gekommen, jedoch fonnten bisher alle geborgen werden. Auch auf der Nordsee herrscht ein schwerer Sturm.
Köln , 4. Januar. ( WTB.) Die Strede Overath- Engels firchen ist durch Ueberschwemmung der Wecker feit gestern nachmittag 5% Uhr unfahrbar. Das Ende der Störung ist noch nicht abzusehen. Der Personenverkehr wird vorläufig durch Pendelzüge, auf der gesperrten Strede selbst durch Autos aufrecht erhalten. Auch die Strede Engelskirchen- Ründeroth ist seit 8 Uhr abends gesperrt.
Effen, 4. Januar. ( TU.) Die anhaltend starten Regenfälle ber letzten Tage haben auf der Ruhr Hochwasser hervorgerufen, wie feit vielen Jahren nicht. In Duisburg zeigte der Pegel gestern norgen einen Stand von 0,55, heute morgen von 1,60 und heute nachmittag 15 1hr 2,20, bei weiter steigendem Wasser. Von den nahme der Flut gemeldet. Die Niederungsgebiete an der Ruhr sind Beobachtungsstationen oberhalb der Ruhr wird allerdings eine Ab weit überschwemmt. Viele Straßen stehen unter Wasser, die Verbindungen sind gestört. In Mülheim an der Ruhr zeigte der Begel Sonntag nachmittag einen Stand von 4,20 Metern. Gegen Abend murde ein Stillstand der Flut beobachtet. Es stehen eine Reihe von Straßen unter Wasser. Wenn das Wasser in Hattin. gen noch einen halben Meter steigt, wird die Berbindungsstraße mit Bochum unterbrochen werden. Auch müßte dann die Turbinen calage des Wasserwerkes außer Betrieb gesetzt werden. Die Bewohner vieler Häuser mußten sich in die oberen Stockwerte flüchten. Der Betrieb der 3 e che" Gibraltar " bei Herbebe ist durch das Hochwasser unterbrochen. Das Wasser füllte die Stollen( die Zeche hat einen sogenannten Stollenbetrieb ohne Schachtanlage). Bus Witten wird gemeldet, daß das Wasser seit heute morgen steht und voraussichtlich wieder zurückgehen wird. Die Ueber Ich wemmungen sind auch dort sehr start. Sämtliche Ruhr häuser sind unter Wasser gesezt. Die Harbeder Ruhrwiesen und die in den Niederungsgebieten stehenden Wohn brücke, die die Verbindung zwischen Witten und Harbede herstellt auf der Straße Witten- Harbede- Blankenstein- Hattingen, ist unter Wasser gesetzt. Der auf einer Ruhrinsel befindliche Turbinenneubau ist sehr geschädigt. Die Betonmaschine steht unter Wasser, und ein großer Stapel von Gerüstholz st teilweise abgeschwemmt worden. Auch aus dem Wuppertal wird startes Hochwasser gemeldet. In der Umgegend von Wipperfürth und mehreren fleinen Gemeinden ist der Berlehr unterbunden. Gleiche Meldungen treffen aus Solingen ein. Die Temperatur ist dauernd außergewöhnich milde und betrug heute zehn Grad Wärme.
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Düsseldorf , 4. Januar. ( WTB.) Infolge der starten Regenfälle füdlichen Düsselarmes trat und die Keller der anliegenden Der letzten Tage führt die Düssel Hochwasser, das über die Ufer des Grundstüde überschwemmte. Wie aus Elberfeld gemeldet wird, ist das Hochwasser der Wupper im langsamen Fallen begriffen. Auch aus Solingen und Burg, wo die Ueberschwemmung der Wupper größeren Schaden angerichtet hat und das Wasser in den StraBen 50 Zentimeter hoch stand, ist die Ueberschwemmung im Rüdgang begriffen.
Siegen, 4. Januar. ( WTB.) Der seit Weihnachten unaufhaltsam herniederströmende Regen führte auch in Siegen und Umgegend zu Hochwasser. Die Alche, ein Bach von geringer Tiefe, ist stellenweise zu einem breiten Fluß angewachsen. Landstraßen und Wege sind bis in die Stadt hinein überschwemmt. Aus den benachbarten Ortschaften fommen ebenfalls Hochwassermeldungen. Die Untergefchoffe mehrever Häufer mußten von den Bewohnern geräumt werden.
Hamburg , 5. Januar. ( WTB.) Der Sturm steigerte sich in den heutigen Vormittagsstunden zu großer Heftigkeit. Bei der Bolizei und den Feuerwachen sind eine Reihe von Meldungen über Sturmschäden verschiedenster Art eingelaufen. So find an
Die Verfolgung Sprit- Webers. Zwei Verhaftungen.
Die Verhaftung des Generaldirektors Hermann Weber, des großen Spritschiebers, wurde gestern abend in später Stunde gemeldet und heute wurde diese Nachricht in den Morgenblättern wiedergegeben. Jetzt ist festgestellt, daß der Verhaftete nicht Hermann Weber, sondern sein Bruder Heinrich ist, der von der Kriminalpolizei ebenfalls gesucht wurde. Hermann Weber, auf deffen Ergreifung eine Belohnung von 100 000 Mart ausgesetzt ist, wird noch gesucht. Mit seinem Bruder Heinrich wurde noch ein gewisser Benz festgenommen, der ebenfalls in die Sache verwickelt ist.
Rönigsberg ein orfanartiger Südwest sturm hinweg, der Königsberg , 5. Januar. In der vergangenen Nacht ging über durch das Herabreißen von Dachrinnen, Firmenschildern und Häuserverputz vielfachen Schaden angerichtet hat. Auf dem Steindamm wurde eine 24jährige aus angestellte durch ein herabftürzendes Gesimsstüd getötet.
Hamburg , 5. Januar. Bei schwerem Südweststurm erreichte das Wasser der Elbe gestern abend mit 13 Fuß seinen höchsten Stand. Die Sturmgefahr scheint noch nicht vorüber, die Seewarte hat das Südweststurmsignal noch nicht eingezogen. Bei Blaawand an der dänischen Küste ist der englische Dampfer Stibfea gestrandet; ein englischer Schlepper leistete ihm Hilfe. Beim Elbefeuerschiff I verlor der norwegische Tankdampfer Le Havre Anter und Kette; er wurde durch den Ham burger Bergungsdampfer Loewer nach Curhaven eingebracht. Der deutsche Dampfer Horst ist mit Havarie aus Gee zurückgekehrt. Beim Elbefeuerschiff III ist der deutsche Dampfer Faust mit dem Dampfer Trier zusammengestoßen und mußte nach Hamburg zurückgehen. In Roßhafen riß sich der amerikanische Dampfer Bitsburg los und mußte mit Hilfe von fünf Schleppern wieder festgemacht werden. Große Besorgnis herrscht wegen des Schicksals des Fischdampfers hecht".
und der Sturm über Nordfrankreich dauerten gestern bis zum Paris , 5. Januar. ( Eca.) Die Ueberschwemmungen Abend unverändert an. Die Ueberschwemmungen haben besonders in der Bretagne ungeheuren Schaden angerichtet. Seit Menschengedenken, so wird aus Brest gemeldet, hat der Fluß, Eldorn niemals einen solchen hohen Wasserstand gehabt wie jetzt. In der Gegend von Lanerneau ist das Gelände filometerweise überschwemmt. Auf sämtlichen dortigen Gutshöfen steht das Wasser fast zwei Meter hoch. In zahlreichen Ortschaften mußten ganze Straßen geräumt werden. In zahlreichen Fabriken mußte die Arbeit eingestellt werden, insbesondere in den Werken von Guer- les- Quin, wo gerade eine große Elektrizitätszentrale für die laufen ähnliche Meldungen ein. In Saint Jo mußten zwei Straßen gesamte mittlere Bretagne gebaut wird. Aus der Normandie geräumt werden. Gaswerf mußte aussetzen, ebenso Papierfabriken und andere InDas städtische Hospital ist überschwemmit, das dustrieunternehmungen. Die Stadt Caen ist vollkommen Don Wasser umgeben. Das Steigen der Flüsse dauert an. In Contances steht ein ganzes Stadtviertel unter Wasser. Auch der Norden Frankreichs ist start heimgesucht. In der Gegend von Bethune ist ein Deich gebrochen und die ganze Ortschaft unter Wasser. Hunderte von Personen sind obdachlos. mehrere polnische Arbeitertinder sind ertrunken. Wie gemeldet wird, ist das Schauspiel geradezu tragisch. Alle Wege sind unbenutz bar. Aus den Ardennen werden ebenfalls starte Schäden gemeldet..
weite Gebietsteile verwüstet. Das Maas - Tal steht Brüffel, 5. Januar. ( TU) In Belgien hat das Unmetter zum großen Teil unter Waffer, das auch in die Borstädte vont Lüttich eingedrungen ist. Im hennegau mußte ein Nonnen floster geräumt werden. Auf der Strecke Charleroi- Namur murde ein Pfeiler einer Eisenbahnbrüde gestern umgestürzt. Bier Men schenleben find zu beklagen.
Man muß doch die Frage stellen, ob es dieses Aufwandes bedurfte und ob man nicht gleich dazu schreiten konnte, das Mädchen in um auffälliger Weise zur Polizeiwache zu bringen.
Die Veruntreuungen auf Postamt 9.
Die Schuldigen verhaftet.
Der Oberpostsekretär Berthold Fischer vom Postamt. 9 flüchtete, mie mitgeteilt, am Sonnabend früh. nachdem durch eine Revision Fälschungen in Büchern und Quiitungen in Höhe von 250 000 m. festgestellt worden waren Fischer wußte, daß durch bie Raffenrevision seine Veruntreuungen aufgedeckt werden mußten. Er hinterließ deshalb bei einem Bekannten ein Testament, und man glaubte zuerst, daß er sich das Leben nehmen würde. Die Kriminal, fofort mit allen notwendigen Maßregeln ein. Alle Bahnhöfe wurden polizei und die Ueberwachungsabteilung der Oberpostdirektion setzten Gegen 6% Uhr erblickte man ihn auch in der Nähe der Wohnung überwacht und ebenfalls die Wohnungen der Angehörigen Fischers. eines Berwandten in Dahlem . Fischer fühlte sich aber verfolgt und
Hermann Weber hatte auf Antrag seines Verteidigers die Erlaubnis erhalten, in feinem Betriebe in der Gneisenaustraße unter Aufsicht von zwei Gefängnisbeamten zu arbeiten. Er wurde jedes mal mit einem 100- PS- Benzwagen vom Untersuchungsgefängnis abgeholt. Am dritten Tage, am 20. Dezember, bewog er die Beamten, flüchtete. Die Kriminalbeamten eilten hinter ihm her, und als der mit ihm seine Villa in Schlachtensee aufzusuchen, weil seine Frau Flüchtige feinen Ausweg mehr fah, stellte er sich den Beamien selbst. ihrer Entbindung entgegensah. Von dort verschwand er. mittlungen der Kriminalpolizei ergaben, daß der Führer des Benz gestellt worden, daß die Oberpostsekretäre Schmidt, Drogeler Die Er Durch die eingehende Untersuchung beim Bostamt 9 ist weiter festmagens fein Bruder Adolf gewesen war. Dieser hatte ihm zur Flucht verholfen und wurde einige Tage später festgenommen, als und Barftnecht an der Unterschlagung beteiligt sind, bzw. daß sie seit Monaten von den Unterschlagungen gewußt haben er von einem Bekannten 6000 m. zu leihen versuchte. Adolf Weber und zu der Verschleierung durch Fälschung der Bücher beigetragen verhalf auch seinem Bruder Heinrich, der steckbrieflich gesucht wurde, haben. Die Ganannten sind ebenfalls verhaftet worden. mit einem 100- PS- Mercedeswagen zur Flucht. Die Kriminalpolizei Wenn Fischer auch das Geld auf den Rennbahnen verwettet haben traf fofort alle Maßregeln zur Verfolgung. Sie fand die erste will, fo dürfte die Oberpostdirektion durch Rückgriffe auf die MitSpur in Luckau und verfolgte sie weiter nach Görlitz und nach der schuldigen doch in der Lage sein, für den größten Teil des veruntschechoslowakischen Grenze zu. Oberinspektor Borwert er treuten Geldes Dedung zu erlangen Durch rücksichtsloses Durch mittellte, daß zwei der Verfolgten zwischen Glah und Kugreifen ist die ganze Unterschlagung in verhältnismäßig furzer Zeit doma über die Grenze gekommen waren, als Touristen, die an aufgeflärt worden. scheinend Wintersport treiben mollten. In dem Orte Vrchlabi in der Nähe von Spindelmühle ermittelte er die beiden in einem Gasthofe, wo sie unter falschem Namen abgestiegen waren. Er erfannte in ihnen Heinrich Weber und Lenz, nahm beide in Vereinbarung mit der tschechoslowakischen Behörde fest und brachte sie nach dem Gerichtsgefängnis in Hohenelbe, wo sie bleiben werden, bis der Auslieferungsantrag genehmigt ist. Wo sich Hermann Weber aufhält, ist noch unbekannt,
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Anita Berber wieder einmal verhaftet. Die Tänzerin Anita Berber , die durch eigenartige Affären bereits vor einiger Zeit in Wien von sich reden machte und von dort ausgewiesen wurde, hat das Gebiet ihrer ebenso gefälligen wie ferfationellen Tätigkeit auch auf Berlin ausgedehnt. Sie trat seit einiger Zeit im Kabarett„ Rampe" auf und erregte auch hier durch eine Standalaffäre mit ihrem Tanzpariner erhebliches Aufsehen. Von einer Automobilfirma, der sie große Beträge schuldet, follre fie zur Leistung des Offenbarugseibes herangezogen werden. Sie war jedoch nicht zum Termin erschienen und wurde gestern beim Verlassen des Kabaretts nach heftigen Widerstreben verhaftet. Sie foll jetzt zwangsweise zur Leistung des Offenbarungseides dem Gericht zugeführt werden.
Schnee in Mesopotamien . In der Hauptstadt Mesopotamiens , das Thermometer ist unter den Nullpuntt gefallen, und Bagdad , hat sich ein äußerst seltenes Borfommnis abgespielt: feit 14 Jahren ist zum ersten Male Schneefall eingetreten.
Der Schlüssel zum Grünen Wagen". Vor dem Hause Charlottenburg , Spandauer Straße 12, hielt heute vormittag 11 Uhr der Gefangenenwagen des Polizeipräsidiums. Da sich in dem gleichen Hause eine Polizei. mache nicht befindet, mußte man annehmen, daß sich hier eine ganz besonders schwierige Verhaftung abspielen würde. Infolgedessen war dieses Haus von Hunderten von Menschen umlagert. Nach einiger Zeit fam aus dem Hause ein Kriminalbeamter und ein Schupomann, die ein junges blaffes Mädchen herausführten, bis an den Bagen. Das Mädchen weigerte sich, den Wagen zu betreten, und sagte, fie aufschließen wollte, um die Arrestantier hineinzubefördern, mußte feststellen, daß derSchlüssel zu dem Wagen nicht paßte, sinsendungen für diese Rubrik find so daß der Wagen also nicht geöffnet werden konnte. Darauf selbst. rerständlich unter den umstehenden allgemeiner Hohn und unge. heures Gelächter. Das junge Mädchen wurde nunmehr in Begleitung ber beiben Beamten nach dem zuständigen Bolizeirenier gebracht.
habe doch nichts verbrochen. Der Beamte, der nunmehr den Wagen
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