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er an der britten Steuernotverordnung nicht rütteln lassen| die ihr Sachvermögen gerettet, vermehrt oder neue Bermögen| folcher Dokumente beschafft, um sie schriftstellerisch zu persön fönne. Da der Ausschuß troßdem einmütig eine Aenderung gewonnen haben, zu vereinbaren weiß mit einer ausreichen- lidhen 8weden zu berwerten. für unbedingt geboten hielt, bot er schließlich seine Mitwirkung den Fürsorge für die Millionen derer, die durch die Geld bei den weiteren Arbeiten des Ausschusses an. entwertung expropriiert worden sind.

Der neue Reichsinnenminister.

Die

Martin Schiele , der Innenminister des neuen Kabinetts, ge­hörte bisher nicht nur zu der Deutschnationalen Partei, er war sogar bis zu seinem Amtsantritt als Nachfolger Hergts Führer der deutschnationalen Reichstagsfrattion. Fraktion Halb und Halb, die an der zwiespältigen Haltung ihrer Mitglieder zu dem Londoner Vertrag zu zerfallen drohte, halte ihn zu ihrem Vorsitzenden erforen, nachdem eine Krankheit ihn davor

politischen Entscheidung über den Dawes- Plan zu belasten. Seine Führerschaft in der Deutschnationalen Bartei bedeutet zugleich ein Programm: Reattion auf innen, sozial- und Seine Führerschaft in der Deutschnationalen Partei bedeutet wirtschaftspolitischem Gebiet. Darin wird er seinem Vorgänger Dr. Jarres noch um etliche Grade übertreffen. ist er politisch als Reichstagsabgeordneter hervorgetreten. Im Stil Schiele ist heute, am 17. Januar, 55 Jahre alt. Erst seit 1914 der deutschnationalen Bresse, die ihm sehr zugetan ist, wäre er also eine Größe, die erst dem Kriege und der Revolution ihren Auf­ftieg verdankt". Seit 1914 gehört er ununterbrochen dem höchsten

Hat die Reichsregierung ermittelt, ob im Reichswehrminifterium ( Marineabteilung) und im Auswärtigen Amt wichtige amtliche Schriftstücke fehlen und sich im Besitz des Großadmirals v. Tirpik befinden?

Hat die Reichsregierung ein Ermittlungsverfahren gegen widerrechtliche Aneignung amtlichen Materials veranlagt? admiral von Tirpik amtliches bolumentarisches Material ohne Hat die Reichsregierung Sicherungen getroffen, daß Groß­Erlaubnis der zuständigen Behörden nicht mehr veröffentlicht? Sozialdemokratische Anträge.

Die fozialdemokratischen Mitglieder des Aufwertungsa geordneten Dr. Steininger, das Ersuchen gerichtet, den Aufwertungs­deutschnationalen Fraktion zu beraten, der die fofortige Aufhebung ausschuß sofort zusammenzuberufen, um den Gefeßentwurf der der auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung erlaffenen Ber ordnung betr. die Aufwertungsfrage bezmet.

Die fozialdemokratische Reichstagsfraktion hat folgenden Antrag eingebracht:

fuchen, dem Reichstag den Entwurf einer Novelle zum Kinder " Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregierung zu er schußgesetz von 1903 vorzulegen, die einen verstärkten Schuß der Kinder gewährleistet."

Welchen Verlauf sodann die Verhandlungen in dem vom Aufwertungsausschuß eingeseßten Unterausschuß im Septem­ber und Oftober v. 3. nahmen, ist noch in frischer Erinnerung. Sie stellten ein ununterbrochenes zähes Ringen zwischen den Barteien und dem Reichsfinanzminister Dr. Luther dar, das fich zeitweilig so verschärfte, daß im besonderen die Deutsch nationalen Herrn Dr. Luther als den Vater aller Hinderniffe antlagten, dabei aber freilich selbst nicht den Mut zur Beschluß­faffung hatten. Der Almosenpoit", wie die Deutschnationalen den Fonds für einen engbegrenzten Kreis bedürftiger Besitzer von Kriegs- beschützt hatte, sich mit einem Ja oder Nein in der wichtigen außen ausschusses des Reichstags haben an den Vorsitzenden, den Ab anleihe zur Verfügung stellen wollte, wurde ihm geradezu vor die Füße geworfen. Das Endergebnis war, daß der Auf­wertungsausschuß nach der Reichstagsauflösung im Oktober mit völlig leeren Händen vor den deutschen Wählern stand. Sollte nun der Versuch, die hungernden Gläubiger und Sparer für die Zwecke der fapitalistischen Parteien einzufangen, noch einmal gelingen, so mußten diese Parteien ihre Schuldsosigkeit am Bersagen des Reichstages beteuern und der Wählerschaft einen großen Sündenbock als Schuldigen vorführen. Dieser Sündenbock war Finanzminister Dr. Luther. Die Deutsch­nationalen hingen ihn der Deutschen Bollspartei an die Bon Hause aus Rittergutspächer und Fabrikant, ist er in Birt Rodschöße, die Deutsche Bolkspartei tat der Deutschen Wähler- schaftsfragen Interessent und da ja die Deutschnationale Partei schaft tund und zu wissen, daß Dr. Luther nie in seinem bekanntlich zwischen Politik und Wirtschaft keine Verflechtung will Leben ihr Mitglied gewesen sei, die Völkischen und die Wirt­schaftsparteiler freideten es den beiden großen Rechtsparteien wirtschaftspolitischer Berater der Fraktion. As folcher hat er im Jetzt gehörig an, daß fie diesen Dr. Luther nicht längst aus Amt Reichstag gegen die Zwangswirtschaft erbittert gefämpft. wird er zu denjenigen Kräften gehören, die den schutzzoll­und Würden gejagt hätten. Der naiv rechtsgläubige Gläubi­ger und Sparer mußte nach der Stellung, die die Rechts- schaftlichen Entscheidungen des Kabinetts ftärken, und er wird darin freundlichen Einfluß der Privatwirtschaft auf die volkswirt­parteien im Wahlkampf Herrn Dr. Luther gegenüber ein schaftlichen Entscheidungen des Kabinetts stärken, und er wird darin nahmen, jedenfalls annehmen, daß dieser Mörder" vieler in seinem politischen Freunde Neuhaus eine starke Stüze finden. verhungerter Kleinrentner, Bon besonderem Beigeschmack ist die Vorbestimmung Schieles wie ihn die Aufwertungs­zeitschriften lieblos betitelten, vor Eintritt des neuen Reichs- zu einer der wichtigsten Aufgaben, die das Reichsinnenministerium tags in die Beratung der Aufwertungsfrage dorthin gesandt in der letzten Zeit beschäftigt, dem Journalisten gesez. Es erregte nämlich nicht geringes Aussehen, als im vorigen Jahre aus werde, wo der Pfeffer wächst. feiner Feder eine Reihe von Auffäßen für die Agrarzölle erschienen, mäntelte Anleihen bei einer bekannten Wirtschaftszeitung heraus stellten. Die Abschriftstellerei beherrscht er alfo. Ob er bie Not wendigkeit einer freien, von der Willfür des Privatfapitals un­abhängigen Journalistit begreift, ist zu bezweifeln.

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Reichsparlament an.

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die sich bei näherem Zusehen in wesentlichen Teilen als schlecht be­

Und nun erleben die hoffenden und har renden Gläubiger und Sparer die große Ueberraschung, daß Dr. Luther der Kanzler einer Rechtsregierung geworden ist, beren erste Aufgabe sein fein soll, soll, die bisher von ihm verhinderte Aufwertung durch Seine ganze Einstellung beweist jedenfalls, daß die Arbeiter. zuführen! Der von allen Aufwertungs= freunden aufs fchärffte betämpfte Aufschaft von seiner Politik nicht viel Gutes zu erwarten hat. Schieles wertungsgegner Dr. Luther ist zum Auf- Persönlichkeit ist im Kabinett Luthers diejenige, die am stärksten die reaktionäre Note der neuen Regierung betont. wertungsfanzler emporgeftiegen!

Berstehen jetzt die Wähler der Rechtsparteien aus den Kreisen der Gläubiger und Sparer, warum diese Parteien mit ihren Anträgen zur Aufwertungsfrage im neuen Reichs tage noch um einige Grade vorsichtiger sind, als sie nach den Maiwahlen waren? Unter der Führung Dr. Luthers die Auswertungsfrage so zu lösen, wie es die Rechtsparteien den Wählern versprochen haben, ist eine Aufgabe, die etwa der Quadratmeter des Birkels gleicht.

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Das haben offenbar auch die Männer erkannt, die bisher als Nachfolger des Herrn Dr. Luther im Amte des Reichs­finanzministers in Frage tamen. Reiner sehnt sich banach, im Aufwertungsfabinett" Luther als Finanzminister die Prügel für die Unehrlichkeit der Deutschnationalen in Empfang zu nehmen. Die einzig mögliche, für unsere Wäh rung gefahrlofe Regelung der Aufwertungsfrage, nämlich die Opfer der Inflation vor dem Untergang zu schützen niit Den Mitteln, die von den Inflations gewinnlern auf­zubringen sind, darf der Finanzminister eines Rechtsfabinetts nicht wagen, weil die dank der Inflation von ihren Schulden befreiten großen Sachwertbefizer die finanziellen Säulen der Rechtsparteien find. Mag man das Amt des Finanzministers feilbieten wie jaures Bier: der Zauberkünstler wird nicht ge­funden werden, der den Schuh der Interessen der Besitzenden,

Der neue Pressechef.

Mit Dr. Marg scheldet auch sein Hauptmitarbeiter, Bressechef Dr. Spieler, aus dem Reichsdienst. Als alter Berufsjournalist hat Dr. Spieler sein Amt mit fobiel Verständnis für die Auf gaben der Bresse versehen, daß sie sein Scheiden lebhaft bedauern muß, so sehr es auch dem geraden und festen Charakter Dr. Spiefers entspricht. Zu seinem Nachfolger ist Ministerialbirektor Kiep cr

nannt.

Der neue Chef der Reichskanzlei.

Der Reichspräsident hat den Ministerialdirektor Dr. Franz Rempner zum Staatssetretär in der Reichstanzlei

ernannt.

Gegen Aktendiebstahl.

Eine Interpellation zum Fall Tirpit.

Die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat folgende Inter­pellation eingebracht:

Seit Monaten wird dem Großadmiral v. Tirpis, Reichs tagsabgeordneten und Ehrenvorfizenden der Deuticnationalen Reichstagsfraktion, öffentlich vorgeworfen, er habe sich wider rechtlich Aften und Dokumente angeeignet und sich Abschriften

Wer wirft zuerst den Stein auf ihn...? fuchungsrichter gestern alles gesagt haben? Er ließ sich das Protokoll

Nach der Wirklichkeit von Walter Dach.

Er war Angestellter auf einer westfälischen Steinkohlengrube und hatte den Landabfaz der Kohle zu regeln. Seinen Dienst tat er, wie es fich gehört. Nach der mündlichen. Dienstanweisung vor Jahren hatte er den Händlern und Fuhrleuten die Kohlen nur gegen sofortige Bezahlung auszuliefern. Das war für das Wert einfacher, da es sich beim Landabsatz nur um fleinere Mengen handelt.

Nach der Inflationszeit fam die große Rot an flüssigem Rapilal. Die Arbeit ſtockte, Not und Elend breiteten sich aus. Auf der Seche unferes Angestellten ging es mit der Arbeit anfangs noch fo halb megs. Aber auch hier warf die Arbeitslosigkeit bald thre Schatten Dorous. Was noch flott ging, war der Landabsag. Schließlich wurde es aber auch da weniger, denn die Handler und Kleinunternehmer hatten ebenfalls fein Geld, um ihre Kohlen sofort im voraus bezahlen zu tönnen.

Unseren Angestellten pacte die Sorge. Nicht nur um ihn und feine Familie, sondern auch um jeine Arbeitskollegen. Es lag auj der Hand, wenn auch der Landabsatz aufhörte, famen die Feier schichten und damit die Arbeitslosigkeit.

Er beging die Eigenmächtigkeit, zwei Händlern Kohle auf Kredit zu geben. Es war ein Kredit ohne Sicherheit. Man tannte sich, er

tertiaute den Händlern, übermorgen oder spätestens in einer Woche würde er das Geld etwa 500 Martin Händen haben. Irgend­einen eigenen Gewinn hatte er durch den Kredit nicht, nur den einen, daß die Förderung nicht stockte.

Es tam anders. Die Handler verschwanden, mit ihnen das Geld, und unser Angestellter hatte das Nachsehen. Da ein Unglüd jelten allein kommt, wurde zu gleicher Zeit die Kaffe geprüft, und die um­fangreichen Verfehlungen, Sohlens hiebungen ufw." waren festgestellt. Das geschah, als er zu Hause war. Man holte ihn vom Mittags­tisch weg und in die Untersuchungshaft. Erst am nächsten Tage, nach mittags 4 Uhr, führte man ihn vor den Untersuchungsrichter. Bts dahin hatte er feinen Bissen zu effen befommen. Geschlafen hatte er in der Nacht auch nicht Rasend jagten ihm die Gedanken im Kopfe herum. Ueber zwanzig Jahre war er bei der Firma, er war redlid) und ehrlich gewesen und nun das!

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3um Untersuchungsrichter schleppte er sich mehr. als er ging. Ausgehungert und übernächtigt, war er völlig erschöpft. Das Kreuz verbör dauerte tro feiner förperlichen Unzulänglichkeit von nach mittage 4 Uhr bis abends 10 Uhr, Er sollte Zugeftändniffe machen, die er beim besten Willen nicht geben fonnte. Seine Hände waren

rein! Aber das Hin und Her der Fragen ging immer weiter. Buiegt wurde ihm schwarz vor den Augen. Er wußte gar nicht mehr, was er fagte. Es ging alles durcheinander.

Diese Nacht schlief er ungewöhnlich fest. Als am anderen Mor­gen die helle Sonne durch das vergitierte Fenster schten, schrat er

zufammen. Ein Gedanke zitterte in thm: was mochte er dem Unter­noch einmal vorlesen und hörte, daß er gestern in seiner geistigen und törperlichen Erschöpfung eine Sauld auf sich geladen halte, die ihm nie und nimmer zufam. Seine Einwendungen gegen das Pro­tofell brachten ihm die Fortsetzung der Untersuchungshaft ein.

So saß er drei und einen halben Monat in der engen Zelle und hatte nicht nur die Ungewißheit seines eigenen Schicksals durch zufoften, sondern auch um die Hilflosigkeit seiner Familie zu bangen. Betzt hatte er wieder die Freiheit. In einigen Wochen wird das Gericht über seinen Fall zusammentreten. Seine frühere Firma hat ihn mieder eingestellt, wenn auch zurzeit zu ungünstigeren Bedin gungen.

Er selbst ist ein höchft empfindsamer Mensch. Die dreieinhalb Monate im Gefängnis bebrücken ihn aufs schwerste. Niemand kann ihn dafür entschädigen. Ihm wird auch feine Genugtuung für den entgangenen Berdienst, für das Hungern seiner Angehörigen und für die seelischen Qualen werden. Vielleicht sieht man ihn in der Gesci­schaft gar über die Schulter an.

Nur wir verstehen ihn und seinen Fall. Und wir erheben die Frage: Wer wirft zuerst den Stein auf ihn?"

Theater und Kino in London .

Das Londoner Theater ist, von feltenen Ausnahmen abge sehen, langmeilig und fonventionell und hat ein viel tieferes Niveau als beispielsweise das Berliner Theater. Das englische Theater fennt teinen lünstlerischen Ehrgeiz, feinen sichtbaren Regie­willen, tein tunstbegeistertes Publium und feine anspruchsvolle Kritit. Dabei ist der Theaterbesuch ungeheuer teuer und wegen der großen Entfernungen auch sehr zeitraubend. Ueberdies find die Theater an Sonntagen geschlossen. Da es aber Cafés wie im übrigen Europa nicht gibt und das Leben außerhalb der Wohnung auf Sport und Klubs beschränkt ist, so wird es erklärlich, warum Das Kino in noch weit höherem Maße als auf dem Kontinent zum geselligen Zentrum und zur täglichen Zufluchtsstätte für Hundert­tausende wird. So ist das Rino für England eine ernstere fulau­relle und soziale Lebensfrage geworden als für irgend ein anderes Land, höchstens mit Ausnahme Ameritas. Amerika beherrscht infolgedessen auch den Markt. Der englische Film steckt immer noch in den Kinderschuhen und nicht einmal in jehr hoffnungsvollen. Der amerikanische Film erhält höchstens noch eine ernsthafte Konkurrenz durch die wenigen aus Deutschland importierten Filme, die aller­dings als deutsche Filme für die großen Massen unfenntlich find. Das bedeutet bei der breiten Birkung, die der Film ausübt, eine Art von fultureller" Eroberung Englands durch seinen jüngeren Better".

auf den Wildwest- und Abenteurerfilm, in dem geritten, geschoffen, Leider beschränkt sich die amerikanische Lichtbildkunst nicht nur um dei Wette gerast und gebort wird, und in dem am Schluß der traftvolle Hüne mit der Kinderseele die moralischen Gewichte der Welt mit feinen starten Händen wiederherstellt, sondern es gibt daneben auch eine andere Art von amerikanischem Film, die sich

Neue Krise der Pariser Verhandlungen. Trendelenburg nimmt Fühlung mit der neuen Regierung. Paris , 16. Januar. ( WTB.) Ueber die heutigen Berhandlun gen der deutsch - französischen Handelsvertragsdelegation wird mit fichten für eine Einigung in den weiteren Handelsvertrags­geteilt: Bei der heutigen Verhandlung haben sich die Aus. verhandlungen verschlechtert. Der deutsche Gegenvorschlag, der versucht hatte, sich dem letzten französischen Vorschlag zu nähern, erklärte, daß sie die gegenseitige Meistbegünstigung, wie sie das erschien der franzöſiſchen Delegation nicht diskutierbar. Sie Protokoll vom 10. Januar und vom 12. Dezember 1924 vorgesehen habe, in weiterem Umfange nicht zubilligen tönne, sondern eine Baren verlangen müsse, die für die deutsche Exportwirtschaft wesent unterschiedliche Zollbehandlung auch solcher deutscher lich seien. Diese völlig veränderte Lage veranlaßte Staatssekretär

Trendelenburg, zu erklären, daß er zunächst mit der neu. gebildeten Regierung in Berlin Fühlung nehmen müffe.

Eine Klage gegen Verleumdung.

Robert Schmidt verklagt den Tag". Der Tag", das Organ des Herrn Hugenberg, hat dem Ge noffen Robert Schmidt trotz eindeutigster Richtigstellung zu wiederholten Malen nachgesagt, daß er an Diners oder Soupers

mit den Gebrüdern Barmat im Hotel Bristol teilgenommen habe.

Genosse Robert Schmidt hat diese wiederholten Behauptungen wiederholt öffentlich zurückgewiesen. Diese Behauptungen waren um so verletzender, als Genosse Robert Schmidt als Reichswirt­schaftsminister durch den Tag" in eine Verbindung mit den Bar­mats gebracht werden sollte, die mit den Pflichten seines Amtes nicht vereinbar gewesen wäre. In einer den Geboten aller journa­liftischen Anständigkeit widersprechenden Weise hat die Redaktion des Tag" diese Berdächtigungen fortgesett

Genoffe Robert Schmidt hat infolge diefes unqualifizierbaren Berhaltens gegen die Redaktion des Tag" Beleidigungs. flage angeftrengt. Die Berdächtigungen und Berleumdungen des Tag" werden somit gerichtlich geahndet werden.

Neuer Herriot - Sieg. Die Kammer hat im Laufe ihrer gestrigen Sigung auf Antrag des Ministerpräsidenten Herriot eine Inter­pellation des Abg. Lafriarche über die allgemeine Bolitit der Re. gierung mit 33 gegen 225 Stimmen auf unbestimmte Zeit ver tagt.

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immer entscheidender vordrängt, in dem ein romantisch verklärtes Bild des Kapitalismus gemalt wird. Lafter und Eugend wird in einer mag taufendmal die feltsamen Verzerrung hingestellt, bei der Tugend fiegen das Laster von Anfang an unfere ganzen Sym­pathien hat, und daneben wird eine billige, mit dem wirklichen Leben völlig im Widerspruche stehende Katechismus- Geschlechts­moral gepredigt. Dadurch wird in hundertaufenden, lebens hungrigen", gefunden Menschen der im angelsächsischen Menschen ohnedies so start entwidelte Reim zur Heuchelei noch besonders ge pflegt und der Boden dafür bereitet, daß auch die kommende Gene ration jenen Zwiespalt zwischen Scheinleben und tatsächlichem Leben nicht überbrüdt, der das Leben unter dem Angelfachsen für den fortgeschritteneren Kontinentalen zuerst so unverständlich, ja schmer erträglich macht. E. B.

Abgesagte Vorstellung.

Nur immer rin ins Rabinett!" So sprach der Dr. Luther,

Mit rechts schwenkt marsch- Schodschwerebrett! Ift alles bald in Butter.

Durch Schielen hab' ich es geschafft-

Dem Tücht'gen freie Bahne! Nu herrsche ich mit Mut und Kraft, Und Strese trägt die Fahne. Und Freitag um bie Abendstund' Will ich den Tegt euch lesen, Dann tu' ich groß auf meinen Mund Für soundsoviel Thesen!"

Doch als es Freitag abend war, Da fehlten Stüder viere

Minister noch, als ob die Schar Sich felber subtrahiere.

A macht nicht mit, B macht nicht mit,

C will sich's überlegen,

D zeigt des Rodes Rüdenschnitt Und sagt: Ihr fönnt... Von wegen!" Da wend't fich Luther ab und grollt Und spricht betrübt zu Streßen:

Die Thesen die ich lefen wollt, Sind leider Hypothesen!"

Jeremias.

In der Staa'sorer beginnt Richard Zauber am 21. b. M. seine dies jährige Tätigkeit ale uribbu" in Cavalleria rusticana ", in der Barbare temp die Gontuzza" fingt. Weiteres Auftreten am 22( Belmonte Ent führung") und am 24.( Bedio Tiefland).

BO

Das 55. Tonfünftlerfest des Allgemeinen Deutsen Musik. bereins findet in den Tagen vom 14. bis 18. Juni d. 3. in Kiel ſtatt

Eine Schauspielerehrung. Der Amsterdamer Gemeinderat beschlos dem auch in Deutschland bekannten Schauspieler Louis Bouwmeester Außerdem wird auch die Regierung Bouwmeester eine Reichssubvention ber jest 82 Jahre alt ift, eine jabrliche Rente von 4000 Gulden zu zahlen bewilligen.