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Gewerkschaftsbewegung

Die Putilow- Aktion.

Der furze Brief, den eine Arbeitergruppe der Butilom- Werte in Petersburg   an die Borwärts"-Redaktion gerichtet hat und der in Nr. 12 des Borwärts"" Ein Gruß aus Rußland  " über schrieben veröffentlicht wurde, hat zu einer großen Aftion" ge­führt. Behe den Briefschreibern, wenn man fie fassen könnte

Wie die kommunistische Telegraphenagentur Inprefor" aus Moskau   meldete, wurde eine Betriebsversammlung in den Butilom. Berten einberufen und der Vorwärts". Brief oorgelesen. Angeblich habe er stürmische Proteste fämt. licher Arbeiter hervorgerufen. Diese Broteste dürften freilich nur von den Kommunisten ausgegangen sein, denn die anwesenden Sozials demokraten sowie die Berfasser des Briefes hatten selbst verständlich nicht die Möglichkeit, auch nur ein Wort zugunsten des Briefes zu sagen, da sie sonst unverzüglich von der Ticheta berhaftet worden wären. Niemand von den Arbeitern, die die Wahrheit wirklich bennen, fonnte auch nur wagen, gegen die fom­munistische Protestresolution, die sich gegen den Borwärts" richtet, zu stimmen, die infolgedessen einstimmig" angenommen wurde! Und diese erpreßte Einstimmigkeit wird nun als freier Willens­ausdruck der Butilow- Arbeiter ausgegeben. Darin liegt der abgrund. tiefe Unterschied zwischen Sowjetrußland, wo angeblich die Arbeiter regieren, und dem tapitalistischen, aber immerhin demokratischen Deutschland  . In Deutschland   ist es den Arbeitern in ihren Bersammlungen unbenommen, sich für oder gegen das herrschende Regime auszusprechen. In Rußland   kommt jeder ins Gefäng nis oder in die Berbannung, wenn er eine von den Moskauer  Dittatoren nicht beliebte Meinung vertritt. Gelbst einen Trogki ergeht es nicht besser.

Bekanntlich hat man die Butilom- Arbeiter den Vorschlag machen lassen, die Vorwärts Rebattion folle eine Dele gation von Arbeitern deutscher   Betrieb zusammenstellen und sie nach Rußland   schiden, um die Lage der Arbeiter in den Butilow- Werfen und auch in den übrigen Betrieben der Sowjet union aus eigener Anschauung fennen zu lernen, auf Kosten der utilom Arbeiter. Schon die Formulierung dieses Vor­schlages zeigt, daß er nicht ernft gemeint ist, denn die Moskauer  Drahtzieher missen natürlich, daß die Entsendung einer Arbeiter, delegation Sache der Organisationen und nicht einer Zeitung ist. Unter normalen Verhältnissen würden wir dieses Angebot an Partei und Gewerkschaften weitergegeben haben, um eine solche Delegation nach Petersburg   zu schicken. Nicht etma auf Kosten der Butilow- Arbeiter oder der Sowjetregierung, fondern auf Kosten der deutschen   Arbeiter. Eine solche Delegation tönnte sich hinsichtlich ihrer Zusammensetzung natürlich keine Bor schriften machen lassen. Vor allem müßte es ihr gestattet sein, sich einen oder mehrere in Deutschland   lebende vertrauenswürdige russische Genossen, die die Sprache, Land und Leute kennen, als Begleiter und Dolmetscher auszuwählen. Die Delegation müßte frei und unbehindert reifen und auch mit den Arbeitern der Betriebe in Rußland   unkontrolliert reden können. Unter diesen Borauslegungen ließe sich über die Sache reden.

Die Berliner   KPD. sucht jedoch die befohlene Einladung ber Butilom Arbeiter für ihre 3wede auszuschlachten und agitiert

baher in den Betrieben für die Zusammenfegung einer Dele gation sozialdemokratischer Arbeiter. Sie spekuliert darauf, daß der eine oder andere Arbeiter recht gern einmal ein paar Wochen aus­spannen möchte, um eine Reise auf allgemeine Untoften zu machen, ganz abgesehen von dem begreiflichen Intereffe, aus eigener An schauung die Berhältnisse in Rußland   tennen zu lernen. Es wäre also leicht möglich daß einige unserer Gewerkschafts- und Partei genossen den Rapedisten auf den Leim gehen und ch als joizaldemo­fratische Arbeiterbelegation nach Rußland   gewinnen ließen, ohne zu bedenken, daß ein solches Berhalten mit der Zugehörigkeit zur Ge mertschaft und Partei unvereinbar ist. Wird uns die Bewegungs. freiheit, die wir als unbedingt notwendig erachten, zu einer folchen Delegation vollauf zugesichert von den Stellen, die bazu fompetent find, bann fönnen wir in unseren Gemert­schaften darüber reden und im Einvernehmen mit der Berliner  Gewerkschaftskommission darüber entscheiden. Unsere Genossen in den Betrieben müssen jedoch jedes Anfinnen von from munistischer Seite zurüdweisen, das darauf hinaus läuft, fie als Rußlanddelegierte zu einer fommunistischen Aktion an zuwerben.

Konflikt im Kachelofengewerbe.

Mit dem Kachelofenfabrikantenverband, Bezirk I( Provinz Brandenburg  , Pommern  , Grenzmart und beide Mecklenburg  ), und der Fachgruppe der Töpfer im Deutschen   Baugewerksbund besteht ein fäge von Zeit zu Zeit festgesetzt werden. Die letzte Bereinbarung lief Mantel tarif, der bestimmt, daß die Stundenlöhne und Alford­läge von Zeit zu Zeit festgesetzt werden. Die letzte Bereinbarung lief am 31. Januar ab und wurde vom Baugewerksbund gekündigt. Der bisherige Spizenstundenlohn betrug in den Hauptfabrikationsorten 65 Bf.; in einzelnen Provinzorten war von diesem Stundenlohn ein 10prozentiger Abzug beiderseitig anerkannt. Die Forderung des Baugewerksbundes war ein Stundenlohn von 70 Bf., welcher dem Friedenslohn entspricht. Weiter follte der 10prozentige Abzug für die fleineren Provinzorte falle gelaffen werden. Desgleichen wurde eine bezirkliche Regelung der Hilfsarbeiterlöhne verlangt. Der Wegfall des 10prozentigen Abzuges wurde in der Hauptsache damit begründet, daß die Ofenfabrikation in den fleineren Brovinzorten durch die tech nische Unzulänglichkeit der Betriebe einen wesentlich niedrigeren Ver­dienst als 10 Broz. für die beteiligten Ofenformer bedeute. Weiter wurde bestritten, daß die Lebensmittel- und Produktenpreise erheblich niedriger wären, als die in den Großstädten. Die Tarifierung der Hilfsarbeiterlöhne ist eine Notwendigkeit, da die örtlichen Differenzen fein Ende nehmen.

| einem Streit in den beteiligten Brovinzen tommt, ber nach der Ein­stellung des Rachelofenfabrikantenverbandes zu einer Aussperrung über ganz Deutschland   führen würde.

Die Aussperrung in der Chirurgiemechanik beigelegt.

Im Streit bei der Firma Adam Schneider in der Fenn­straße ist es am Montag zu Verhandlungen beim Schlichter ge­tommen. Es kam ein Vergleich auf folgender Basis zustande: Die Affordpreise werden von Fall zu Fall nachgeprüft, wobei Preise, auf die nachweisbar nicht mehr als bisher verdient werden kann, aufgebessert werden. In Streitfällen entscheidet eine vier­gliedrige paritätisch zusammengesetzte Kommission. Die Aussperrung in der Chirurgiebranche wird aufgehoben, Maßregelungen finden nicht statt. Die Belegschaften treten in ihre alten Rechte wieder ein.

Einer Bersammlung der Streifenden lag gestern nachmittag dieser Vergleich zur Beschlußfassung vor. Man war sich allgemein darüber klar, daß das Ergebnis nicht befriedigen kann, weil es feine positive Regelung der Streitfrage bringt. Die Streifenden fühlen sich aber start genug, nach Biederaufnahme der Arbeit eine für sie günstige Auslegung und Anwendung der Vergleichs= bestimmungen im Betriebe durchzusehen. Jedenfalls stellt der Ber gleich gegenüber der bisherigen ablehnenden Stellungnahme der Firma einen beachtenswerten Erfolg auch in moralischer Hinsicht dar. Die Bersammlung nahm schließlich den Vorschlag des Schlichters gegen eine starke Minderheit an.

In einer Vollversammlung der Ausgesperrten gab anschließen daran Rahmann vom Deutschen Metallarbeiterverband einen Eituationsbericht. Die Anwesenden faßten ihre Meinung zum Streit und zur Aussperrung in folgender Resolution zusammen: Die Bersammelten der ausgesperrten Betriebe protestieren gegen das brutale Vorgehen der Arbeitgeber, die wegen einer Forderung eines Betriebes von 60 Beschäftigten über 1000 andere Arbeitnehmer auf die Straße geworfen haben. Sie verpflichten fich, einmütig und geschlossen ihrer wirtschaftlichen Organisation, dem Deutschen Metallarbeiterverband  , beizutreten. Gleichzeitig er­warten die Versammelten von der Ortsverwaltung des DMV. und der zuständigen Branchenfommission, daß sofort alle Maßnahmen getroffen werden, um für die Branche wieder einen Rahmenver­trag, b. h. Urlaubsregelung und arbeitsrechtliche Bestimmungen, zu schaffen.

Arbeitsaufnahme im Metallwert. Die Aussperrung bei der Firma Deutsche   Metallwerte in der Lindenstraße ist beendet. Die Ausgesperrten haben in ihrer Mehrheit einer Vereinbarung zugestimmt, die für den größeren Teil der Belegschaft sofortige Arbeitsmöglichkeit schafft und den Unternehmer verpflichtet, vor Ablauf eines Vierteljahres feine betriebsfremden Arbeiter ein­zustellen.

Rabelwerke Oberspree. Freitag nachmittag 4 Uhr Fraktionsligung ber GPD.- Genossen in Oberschöneweide  , Lobal Jmberg, Wilhelminen­hofstraße. Der Fraktionsvorstand. RAG., Oberschöneweide  . Freitag nachmittag 3% Uhr Gigung der SPD.  - Mitglieder bei Lange, Wilhelminenhofftt. 64. Tagesordnung: Stellungnahme zur Betriebsratswahl. Der Fraktionsvorstand.

Bei der Berhandlung erkannten die Unternehmer den 70- Pf. Stundenlohn an, wollten ihn aber auf 5 Monate festlegen. Dem fonnten die Arbeitervertreter unter feinen Umständen zustimmen, da in den übrigen Bezirken des Kachelofenfabrikantenverbandes schon seit dem 1. Januar ein Stundenlohn von 70 Bf. gezahlt wird und diefe Vereinbarung am 31. März abläuft. Die Arbeitnehmer waren bereit, über den 31. März hinaus eine Vereinbarung einzugehen, wenn der Stundenlohn auf mindestens 75 Pf. festgelegt würde. Daran scheiterten die Berhandlungen. Der Fortfall des 10prozentigen' ST+ FFFFFFFFELFYTITELLECT Abzuges wurde ebenfalls abgelehnt, doch wollten die Unternehmer in den nächsten Verhandlungen von Fall zu Fall, wenn die not­wendigen Unterlagen vorhanden sind, darüber entscheiden. Die be­Birkliche Regelung der Hilfsarbeiterlöhne wurde rundweg abgelehnt, Berlag: Borwärts- Berlag, G. m. b. S., Berlin  . Drud: Borwärts- Buchdruckerei weil die Hilfsarbeiter im Hauptfabrikationsort Belten im Fabrifarbeiterverband organisiert sind.

Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter  ; Wirtschaft: Arthur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Eklorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin  . und Berlaasanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstroke 3. Sierzu 2 Beilagen ,,, Unterhaltung und Biffen" und Frauenstimme".

erflärt, fofort einzugreifen. Sollten die Berhandlungen jedoch zu feinem anderen Resultat führen, so ist vorauszusehen, daß es zu

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