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fr. 67 42. Jahrgang

Beilage des Vorwärtsgdemont

Die Messen am Kaiserdamm.

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Berlin , die neue Messestadt ans verdächtiger Bescheidenheit wird offiziell dieser wahre Charakter noch verleugnet läßt im Umkreis der drei mächtigen Hallen am Kaiserdamm wieder seine Fahnen wehen. Wie es sich von selbst versteht, darunter auch eine große schwarzrotgoldene Reichsflagge. Die deutsche Bekleidungs­industrie und die Schuh- und Lederwirtschaft sind in die Hallen ein­gezogen und lockten besonders am gestrigen Eröffnungssonntag eine ungeheure Menschenmenge nach dem Ausstellungsgelände. Das äußer­liche Bild der Zufahrtsstraßen schon iſt imposant. Fahnen, Schilder, eine Papierflut von Plataten, Reflamefeffelballons in den Züften, lebende Reklamen: Arbeitslose als Staffage, die jene Berufskleidung spielerisch zur Schau tragen, in der sie ihrer Tätigkeit ernsthaft nach­gehen möchten. Mädchen mit den Schirmen der Modefirmen, die fie spazieren führen. Der neueſte Schuhput, der neueste Brofat, das Etilleben- Schleierfleid... Der Eintritt in die Hallen ist, dem Messe­zwed entsprechend, nur den Berufszugehörigen, den Interessenten, gestattet, aber dieser Kreis ist so ungeheuer weit gezogen, daß die halbe Stadt mit der Belleidungsindustrie Berlins irgendwie- Der schwägert scheint.

In einer Begrüßungsrede bei der ersten Besichtigung durch die Breffe setzte sich der Direktor des Beriines Messeamtes, Dr. Schid, mit dem Problem der deutschen Messen auseinander. Er konnte mit Genugtuung darauf hinweisen, daß der Gedante der Fachmessen, der in Berlin zuerst zielbewußt verkündet worden ist, sich durchzusehen beginnt. Um so entschiedener betonte er die Forderung, daß an diesem Gedanken nicht gedeutelt werden und daß man nicht etwa versuchen dürfe, allgemeine Warenmesien als eine Art Zusammen­faffung von Fachmessen hinzustellen. Maßgebend für die Bewertung des Fachmessegedankens, wie er in Berlin vertreten und in die Tat umgesetzt wird, sei der Grundsaz, solche Messen nur dann zu veranstalten, wenn die Frage des Bedurf­nisses durch die Teilnahme der maßgebenden Berufsorganisationen von Industrie und Handel selbst bejaht sei und diese Organisa­fionen Träger der Fachmessen wären. Im Anschluß an diese grund­föglichen Ausführungen teilte der Redner mit, daß die bevorstehen den Messen mit nahezu 1400 Ausstellern auf einer Gesamt­ausstellungsfläche von über 30 000 Quadratmetern die größten Veranstaltungen auf messewirtschaftlichem Gebiete sind, die Berlin bisher in seinen Toren gesehen hat.

Die Konfeffion.

Montag, 9. Februar 1925

finden. In weit stärterem Maße noch tritt das llebergewicht Berlins in der Damenkonfektion zutage. Hier werden allein in Berlin , abgesehen von der Saison, in der die Beschäftigewissen Emilie Biettkiewicz, bei der er in der Aderstraße 167 haust. gungszahl mit 50 000 nicht zu hoch gegriffen sein dürfte, durch­schnittlich 25-30000 Personen beschäftigt, wogegen Bres Lau mit ungefähr 5000 und Erfurt mit etwa 1500 Personen faum nennenswert ins Gewicht fallen.

Schuhe und Ceder.

Schuh - und Leberwirtschaft gemorden. Auch hier haben die betei­Die Alte Automobilhalle ist das Heim der effe der ligten Ausstellerfirmen zu einem großen Teil Wert darauf gelegt, die strenge Sachlichkeit der gleichmäßigen Ständeanordnung durch fünstlerischen Aufbau und Ausbau im Innern zu ergänzen. Durch eine neue Raumverteilung gegenüber der Augustmesse ist es gelun gen, die damalige Zweiteilung der Messe zu vermeiden und in dem Riesenraum der 210 Meter langen Halle ca. 750 Firmen der F

Jayte

BRAD UNI

Das Haus der Funtindustrie und die Neue Auto­mobilhalle haben die Fachmesse der deutschen Bekleidungs - gesamten ledererzeugenden und verarbeitenden Industrie geschlossen industrie aufgenommen. Im Haus der Funkindustrie sind die unterzubringen. Den größten Raum nehmen die verschiedensten Damenartitel untergebracht, in der Neuen Autohalle die Zweige der Schuhindustrie ein, dann folgt die Portefeuille, Koffer­Herrenartitel und Birtwaren. Wieder ist der Gedante der und Sattlermarenindustrie und neben den mannigfaltigen Bedarfs Einheitlichkeit für die äußere Gestaltung der Stände festgehalten artikelbranchen in überraschend großer Zahl die Lederbranche. Die worden. Aber es zeigt sich, daß diese Uniformierung des äußeren Zusammenfassung der gesamten Lederwirtschaft in einer Halle hat Bildes keineswegs zur Monotonie geführt hat, zumal es feinem Aus- leider bedingt, daß nahezu 100 Schuh- und Lederfirmen nicht mehr steller genommen war, im Innern seinen Stand völlig nach eigenem untergebracht werden konnten. Es sieht hier schlichter aus als in Geschmad, allerdings unter Berücksichtigung der fünstlerischen Richt den anderen Hallen. Die viel fleineren und in festen Formen ge­linien des Berliner Messeamts, auszugestalten. Von dieser Mög- faßten Ausstellungsobjekte verlangen eine Betrachtung aus nächster lichkeit hat die Bekleidungsindustrie teilmeise mit Geschid und Biel - Nähe. Aber man ist doch erstaunt über alles das, was sich in dieser feitigkeit Gebrauch gemacht. Wenn schon die fräftigen Farben, Industrie versammelt. Da ist z. B. einer, der sich wohl in der Haupt­in denen die Stände äußerlich durch den Innenarchitekten fache mit der Herstellung von Gummisohlen und Einlagesohlen bes Amar gehalten worden sind, in ihrer Kontrastierung gegen die ge- fchäftigt. Aber meil es nun mal in das Gummifach schlägt, stellt er dämpften Farben der Halle eine starte Wirtung hervorrufen, die auch die vielfarbigen bunten Ballons her, die die Firmen neuerdings durch den Blumenschmud Hermann Rothes überall liebenswürdig als Zugabeartikel so zahlreich verwenden. Und so vereinen sich die unterstrichen wird, so geben darüber hinaus die bunte Fülle der Be größten Gegensäge: Schuhsohlen und Luftballons. Die fleidungsgegenstände jeder Art und die mitunter ausstellungsmäßig weichen, zarten Leder, die man jetzt herzustellen weiß, tom­aufgebauten Dekorationen der Ausstellerfirmen den Hallen den Ein men nicht nur in den Farben, sondern auch im Charakter den Tuchen druck fesselnden Lebens, wie er in seiner fünstlerischen Gestaltung und Samten sehr nahe und machen es der Bekleidungsindustrie in deutschen Messehallen selten zu finden ist. Es zeigt sich, daß wirt. leicht, außer Handschuhen und Schuhen auch Hüte, Mäntel und lich, wie man erwartet hatte, gerade die Bekleidungsindustrie, die Kleider herzustellen. Leder wird konfektioniert. Man verarbeitet es alles umfaßt, was den Menschen hüllt und ziert, in der Vielfältigkeit für fich allein oder zur Ausschmüdung in Verbindung mit Web­ihrer Erzeugnisse Ausstellermöglichteiten in sich birgt wie taum eine stoffen. Die Vielseitigkeit der jetzt zur Berfügung stehenden Leder. andere Industrie. In den Vorführungsfabinen werden die forten ermöglicht der Schuhfabritation die Ausführung der mannig zarten Damen. die Manequins, mit den Gebilden der Modeindustrie faltigen Formen in abwechslungsreichen Lederarten, Farben und bekleidet, die sie berufsmäßig zur Schau tragen müssen. In der Zusammenstellungen. Die große Auswahl der für jeden 3med her Neuen Automobilhalle, in der die Herrentonfetgestellten Schuhe schuf einen wachsenden Konsum, und je besser die tion in einer Uebersicht zur Schau gestellt wird, wie sie bisher Erzeugnisse wurden, um so mehr dienen sie zur Befriedigung eines in Deutschland noch auf teiner Messe zu sehen war, geht besonderes Lurusbedürfnisses, das sie selbst hervorrufen durch schnellen Wechsel Leben von der Wirtmarenabteilung aus. Die Erzeugnisse der Wirk- in der Herstellung der Formen und der Verwendung neuartigen marenindustrie sind in den letzten Jahren in steigendem Maße von Bedeutung für das gesamte Modegebiet geworden. Mit lebhaftem Interesse sieht auch der Laie hier die Kühnheit der Farben und die Berwegenheit der Modelle. Doch erkennt man daneben mit größtem 35 ftatt, der die erste Ansprache hielt Die Eröffnung der Messen fand gestern durch Oberbürgermeister Intereffe die fabritatorische Entwicklung in der Herrenfonfettion, die Nach einer kurzen An­längst aufgehört hat, nur Stapelware zu liefern, und deren jezige fprache des Geheimrats agemann vom Reichswirtschaftsmmiste­Erzeugnisse nach Schnitt, Stoffgüte, Verarbeitung, Siz und modi- rium nahm der Bater des Mustermessegedankens, Oskar Hei= scher Form, hinter den Schöpfungen der Schneiderateliers taum mann, das Wort, der den angeblichen Irrtum bekämpfte, daß mehr zurückſtehen. Die Modeindustrie ist bekanntlich eine der Berlin den übrigen Messestädten tonfurrenz machen wolle. Ein ersten Berlins . Abgesehen von dem Maßschneidergewerbe, das in Wettbewerb mit den allgemeinen Messen sei in teiner Beise beab Berlin in hoher Blüte steht und über 5000 Maßschneidern reichende Beschäftigung bietet, werden in der Herren- und Knaben- ichtigt. Bielmehr dienten die Berliner Beranstaltungen lediglich fenfeftion zirfa 18 000 gegen rund 8500 in Breslau , zirfa 7500 in Stettin und etwa 9000 Bersonen in dem übrigen Deutschland be schäftigt. Es handelt sich hier nur um die Fabritation, in der Fabri­Panten sowohl wie Zwischenmeister und Heimarbeiter Beschäftigung

Ermordung eines städtischen Angestellten? Ein geheimnisvoller Leichenfund im Norden Berlins . Am frühen Morgen des gestrigen Sonntags murde die Mord­kommission nach dem Hause Ackerstr. 167 gerufen, wo man die Leiche eines zunächst unbekannten Mannes gefunden hatte. Da man bei dem Toten einen Briefumschlag des Bezirksamtes Tiergarten fand, murde ein Beamtes des Amtes herbeigeholt, der in dem Toten als. bald den etwa 50 Jahre alten städtischen Angestellten Karl Ruppin erfannte, der in der Melanchtonstraße 19 mohnt. Herbeigerufene Verwandte bestätigten diese Feststellung. Die Feststellungen der Polizei haben bisher folgendes ergeben:

Zwei junge Leute hatten in der Nacht zum Sonntag, als sie von einem Bergnügen heimkehrten, auf dem Flur des Hinterhauses Ader straße 167 um 1% Uhr einen Mann tot aufgefunden. Sie erstatte ten auf dem zuständigen 13. Polizeirevier Anzeige und die alarmierte Mordkommission eilte sofort an den Fundort. Der herbeigerufene Gerichtsarzt fonnte tur tief am Hinterkopf, etwa 2 Finger breit unter dem Haarwirbel, eine einfache Hautwunde feststellen. Nachdem eine photographische Aufnahme der Fundstelle gemacht worden war, wurde die Leiche nach dem Schauhaufe übergeführt. Hieran schloß sich die Bernehmung der beiden jungen eu te, die zuerst Anzeige erstattet hatten. Die Bernehmung er gab folgendes: Ein junges Brautpaar, das nachts gegen% 41 Uhr auf dem Hausflur stand, hatte flüchtig beobachtet, daß bald nach 1 Uhr zwei Männer über den Flur gingen, von denen nach etwa 5 Minuten nur. einer zurücfam. Bald darauf famen jene zwei jungen Beute, die im Hinterhaus wohnen. Als sie über den zweiten Hausflur gingen, stolperte der eine über einen Gegenstand, entzündete ein Streichholz und fah den Toten liegen. Gr machte auch das Brautpaar auf feinen Fund aufmerksam und erstattete dann auf dem Revier Anzeige. Die Feststellung der Bersönlichteit des Toten gelang auf

Materials.

dem Gedanken, daß die Fachleistungen durch besondere Fachmessen gefördert werden müßten. Die Messen bleiben bis Mittwoch abend geöffnet. Dieser lezte Tag foll nach den vorliegenden Beschlüssen für den Besuch des großen Publikums freigegeben werden.

T

die oben angegebene Art. Wie weiter ermittelt wurde, war Ruppin am Sonnabend um 7 Uhr von seiner Wohnung fortgegangen, um an einer Bersammlung teilzunehmen. Bo diese Bersammlung statt. finden und welchem 3mede fie dienen sollte, hatte er feiner Frau nicht gefagt.. Wie Ruppin in die Gegend der Ackerstraße und besonders in dieses Haus gekommen ist, ist noch unaufgeklärt. Frau Ruppin gibt an, daß ihr Mann bei feinem Fortgang am Sonnabendabend eine filberne Uhr mit golde Ferner hatte er in einer braunledernen Brieftasche etwa 25 M. nem Rande an einer dünnen goldenen Ravaliertette getragen habe. bares Geld bei fich. Weder Uhr noch Brieftasche sind bei dem Toten gefunden worden.

Wie noch weiber festgestellt werden fonnte, war Ruppin früher Steuererheber. Dann wurde er auf dem Wohnungsamt in der Friedrich- Wilhelm- Straße und endlich auf dem Bezirksamt Tier­garten in der Klopstockstraße beschäftigt. Er war ein ver­fchloffener Mann, tam stets aleich vom Dienst nach Hause und pflegte früh schlafen zu gehen Früher gehörte er einem Regelklub aus, wie er jedesmal angab, um eine Beamtenversammlung zu be­Seit geraumer Zeit ging er nur etwa alle 14 Tage einmal fuchen. Das scheint aber mitunter nur ein Vorwand gewesen zu sein. Am vergangenen Sonnabend schütte er wieder eine Bersamm lung am Königstor vor und ging um 6% Uhr von Haufe meg mit dem Bemerken, daß es 12 Uhr werden könne.

an

Zeilweise Aufklärung des geheimnisvollen Fundes. Der Leichenfund in der Aderstraße ist, wie in legter Stunde mit geteilt wurde, bereits zum Teil aufgeklärt. Während die Beamten der Mordkommission gestern morgen um 7% Uhr in dem Hause Aderstraße 167 mit Besichtigungen und Bernehmungen noch zu tun hatten, tam ein 43 Jahre alter aus Raftenburg gebürtiger Julius Reichmann aus feiner im zweiten Stod des Hinterhauses ge legenen Bohrung heraus und bie Treppe herunter, Auch er murde

über etwaige Wahrnehmungen befragt und fagte, daß er erst um 4% Uhr morgens betrunken nach Hause gekommen sei. Man sah sich nun den Mann etwas näher an und stellte fest, daß Reichmann, der auch morgens noch ganz betrunken war, pervers Dere anlagt ist und Ruppin fannte und schon von jetnem Tode wußte, bevor die beiden jungen Männer die Leiche fanden. Nach feiner Darstellung besuchte Reichmann mit seiner Geliebten, einer am Sonnabend abend ein Lotal. Von hier ging er, während seine Geliebte zurückblieb, zunächst mit einem alten Zeitungshändler nach Hause. Als er zurüdfehrte, faß Ruppin da, den er schon länger fcnnte und der schon öfter bei ihm in der Wohnung gewesen war. Die Beiden fuchten dann auch die Wohnung auf, während die Biettkiewicz noch im Lofal blieb. Als sie im Finstern die Hinter treppe wieder hruntergingen, machte Reichmann, wie er behaupiet, feinen Begleiter auf die legte Stufe aufmertiam. Es war aber schon zu spät. Ruppin schlug in dem gleichen Augenblid hin und blieb regungslos liegen. Blut trat ihm aus Mund und Nase, er atmete nur noch ganz schwach. Reichmann versuchte erst noch, ihn aufzurichten, ließ ihn aber liegen, nachdem er sich über­zeugt hatte, daß ihm nicht mehr zu helfen sei und ging wieder nach dem Lokal zurüd. Bon der Uhr und der Brieftasche des Toten will Reichmann nichts wissen. Er bestreitet entschieden, sie sich ange eignet zu haben. Reichmann und seine Geliebte wurden vorläufig festgenommen und bleiben noch im Gewahrsam.

Die Helden von Röntgenthal.

Kommunistischer Ueberfall auf Reichsbannerleute.

Seit einiger Zeit häufen sich die Ueberfälle des Roten Frontfämpferbundes" auf einzelne Mitglieder oder Trupps von Reichsbannerleuten. Am Sonntag versuchte man, die Gründungs versammlung des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold" der Orts. gruppe Rontgenthal in der Mark zu stören.

Am Sonntag versammelten sich gegen 12 Uhr mittags über 1000 rote Fronttämpfer und Jungstürmer am Bahnhof Bernau, um anscheinend hier eine Gründungsversammlung des Roten Front fämpferbundes" vorzunehmen. Sie begnügten sich aber damit, durch Bernau einen Umzug zu veranstalten, um dann geschlossen nach Röntgenthal zu ziehen. Auf dem Bahnhof Bernau tam es schon zu einigen Anrempelungen. Dann setzte sich der Zug des roten Front­fämpferbundes von Bernau in Cemegung, um zu Fuß auf der Land­straße nach Röntgenthal zu gelangen. Ein Teil dieser Helden be mußte den Zug, um gemeinsam mit den Reichsbannerkameraden nach Röntgenthal zu fahren. Die Bernauer Reichsbannerleute fuhren aber nur bis 3epernick, um sich dort mit den dortigen Kameraden zu treffen und von dort nach Röntgenthal zu marschieren. Kaum ge­langten die Reichsbannerleute in Stärfe von 160 Mann auf die Röntgenthaler Chaussee, so trafen auch die Kommunisten von Bernau kommend ein. Dem Einschreiten der Landjäger ist es zu verdanken, daß nicht hier schon zusammenstöße vorgekommen sind. Die Kom­munisten zogen die Chaussee weiter und bogen einige 100 Meter von 3epernick entfernt rechts in den Feldweg ein, um hier wohl end­gültig über die Lage zu beraten. Zu bemerken ist, daß es den Roten Frontkämpfern" an Radfahrern und Samaritern nicht mangelte; auch liefen einige mit ihren Kartentaschen herum und man fann daraus entnehmen, daß es sich um einen plan­mäßigen Ueberfall handelt. Die Reichsbannerleute marschiers ten ruhig ihres Weges weiter, um nach Röntgenthal zu gelangen. Die Kommunisten dagegen teilten ihren Zug, der bereits über 1500 Mann starf war, in zwei Teile, um so den Ueberfall besser vornehmen zu können. Kaum näherten die Reichsbannerleute sich dem Ort Röntgenthal, wurde auf der Chaussee von einem Zug des Front fämpferbundes der erfte Ueberfall verübt. Nur der Disziplin der Reichsbannerleute ist es zu danken, daß es nicht schon hier zu schmeren Zusammenstößen fam.

Die Kommunisten aber folgten dem Zuge der Reichsbannerleute. Diese hatten taum Röntgenthal betreten, als ein Kommunistentrupp von hinten und ein anderer von querfeldein die Gruppe des Reichs­banners zu stürmen suchte. Aber sie tamen hier an die verkehrte Adresse. Es entspann sich eine furchtbare Schlägerei, in deren Ber­lauf die Roten Fronttämpfer" troh ihrer großen Uebermacht die Flucht ergriffen. Beim Reichsbanner waren zwei Leicht­verwundete, bei den Kommunisten zirta 15 bis 20 zu verzeichnen.

hinzufominenden Schuhpolizisten, forgten dafür, daß nicht noch mehr Die anwesenden Landjäger und die im selben Augenblic Verwundete auf der Strecke blieben. Die Reichsbannerkameraden nisten wurden von der Polizei zum Bahnhof gedrängt, so daß sie begaben sich geschlossen zu ihrem Bersammlungslokal. Die Kommu­gegen 5 Uhr Röntgenthal wieder verließen.

Reichsbuud Deutscher Mieter, Berlir et Meterverein B. Achtung& e moerbemieter! Deffentliche Protesiversammlung beute Montag, abends 7% Uhr, Schulaula Pallasstr. 15.

13 Tote bei einem Fabrifbrand. In der Maggonfabrik in Be ziers( Frankreich ), in der ein großes Feuer ausgebrochen war, ftürzte plöglich eine Mauer ein, die ungefähr 50 Männer unter ich begrub. 13 waren sofort fot, 15 Schwerverletzte muß­zum Beichen der Trauer die Schließung der Kinos und Theater an. ten ins Krankenhaus übergeführt werden. Der Bürgermeister ordnete

Groß- Berliner Parteinachrichten.

111. Abt. Bohusdorf. Mittwoch, abends 8 Uhr, Zahlabend bet Heimann, Walters dorfer Straße

Vorträge, Vereine und Derfammlungen.

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Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Gefchäftsstefie: Berlin G 14. Sebaftianftr. 37/88 Sof 2 Tz. Gauvorstand. Dienstag, 10 Februar, nachm. 4 Uhr, Bahnhof Baum schulenweg: Treffen zur Einäscherung des Rameraden Wiebe. Sahl

reiche Beteiligung.

Sport.

Ban Net- Hahn gewinnen die Drei Stunden".

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Ein gutbesetztes Haus und Programm im Sportpalast. Nachdem der Renntag mit einem 50- Runden Prämienfahren, das Ergleben in 11 min. 29,2 Set. vor Schwab und Meyer ( vierter wurde Rudel mit 1 Runde zurück) gewann, eröffnet murde, stieg das Drei Stunden Rennen nach Art der 6 Tage".

Am Schluß jeder Stunde fanden vier Wertungsspurts statt, die das nachstehende Ergebnis brachten: 1. Wertung: 1. Minoretti, van Net, Lang, Tieh. 2. Lewanow, Stellbrint, ruptat, Spears. 3. Tonani, Krüger, Camall, van Nef. 4. Hahn, Bauer, Lewanon, Sennede. 2 Wertung: 1. van Net, Bauer, Tieß, Krüger. 2. Jaeger, Spears, Hahn, Lang. 3. Samall, Tieß, Tonani, van Net. Hahn, Jaeger , Lang, Standaert. 3. Wertung: 1. Schrage, Bauer, Dan Net, Jaeger . 2. Tonant, Hahn, Spears, Rielens. 3. van Net, Lang, Bauer, Tieg. 4 Hahn, Samall, Tonani, Beber.

Im Gesamtresultat war fomit die Mannschaft pan et Hahn Sieger mit 42 P. Gefahrene Kilometer: 122,020. 2. Zonani- Jaeger, 25 Bunfte; 3. Bauer- Standaert, 12 Buntte, 4 Lang- Weber, 10 Bunfte; 5. Rielen- Tieß, 8 Punkte; 6. Sal­dom- Kruptat, 2 Bunite Me anderen Baare lagen zwei Runden zurüd