auch die geeignete Führerschaft. Dieses Geständnis wirft ein helles Licht auch auf den Leipziger Prozeß, denn dadurch wird zugegeben, daß alles bisher Dagewesene eben nur revolutionäres Abenteurertum" gewesen ist von der Art, die Stalin nerurteilt.
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zirtes Mitte, eller, und fein Adjutant Sommer, Baul Böttcher, Bied und ich. An Hand einer großen Karte wurden alle Maßnahmen besprochen, und zwar sollten die militärischen Ber bände der Partei geschlossen auf Berlin rüden. Weiter wurde beschlossen, die Sechser- und Zwölfer- Gruppen in Achter- Gruppen mie beim Militär umzuändern. Die Reffortleiter erstatteten dann noch furze Berichte über ihre Tätigteit.
feftgelegt?
Kein Mensch kann behaupten, daß der Staat zu dieser Beit gegen den Kommunismus einen gefährlichen Kampf zu bestehen hat. Durch Linderung sozialer Nöte und durch fachliche Aufflärung ist mehr zu erreichen als durch harte Urteile. Angefl.: Nein, der Termin zum Losschlagen sollte von der poli. tifchen Entwicklung in Sachsen abhängen. So bald die Massen dem m heutigen zweiten Verhandlungstag wurde in der Berneh- Aufruf der fächsischen Regierung Folge leifteten, follte der Ord. ung des nungsdienst und die hundertschaften mobilisiert und so eine Truppe geschaffen werden, mit der die Aufnahme eines Kampfes Reich gebildet, was mir der militärisch- politische Leiter Neubauer möglich war. Es wurden auch Regiments- und Bataillonsstäbe im in Thüringen auf meiner Inspektionsreise bestätigte, allerdings ohne zu wissen, ob hinter den Stäben auch Regimenter und Bataillone Borf.: Woher hatte denn nun Stoblewski die militärischen Renntnisse, um eine ganze militärische Organisation in die Hand
Hauptangeklagten Neumann fortgefahren. Auf Befragen des Borsitzenden gibt er nochmals an, daß das Revolutionsfomitee den bewaffneten Aufstand vorbereiten und durchführen wollte.
nommen?
Borj.: Wie war denn nun die Bewaffnung in Aussicht geständen. Neumann: Die Waffen sollten durch Ankauf beschafft werden. Die Gelder dazu kamen aus Rußland . Zum Teil hatte ich selbst auf Anweisung des Abgeordneten Pied
auf der Russischen Botschaft Gelder erhoben, und zwar in ame rikanischen Dollars.
Bors: Es soll sich insgesamt um eine Summe von 200 000 Dollars handeln.
Angell.: Das weiß ich nicht. Ich habe felbst ungefähr 35 000 Dollar von der Kaffe der Russischen Botschaft erhoben, aber auch andere Mitglieder des" Renfo" verfügten selbständig über Gelbmittel, die für den Antauf bestimmt waren, zum Beispiel ein gewiffer Karl Chemniß, den ich nur unter diesem Deck namen fenne. ch selbst habe im Zimmer der Landtagsfraktion in Dresden diesem Karl"
50 000 Dollar für Waffenauffäufe in Thüringen gegeben. Die Waffen sollten in Thüringen und in Berlin verteilt werden, und ich felbft sollte fontrollieren, ob der Auftrag durchgeführt wurde. Karl Chemnig verfehrte viel bei der Zentrale. Er war Redakteur in Barteizeitungen und stand in engster Fühlung mit Thalheimer. Er genoß großes Vertrauen bei den Parteimitgliedern. Ich selbst fuhr dann nach 3ella Mehlis, nach Weimar und Sach. fen, um die Auffäufe zu fontrollieren.
Bors.: Tatsächlich haben wir ja bei früheren Verhandlungen schon festgestellt, daß in den Fabriten von Zella- Mehlis und Suhl umangreiche Waffenfäufe getätigt worden sind. Wer war Verfäufer und wer mar Anfäufer?
Angefl.: Die Verkäufer tenne ich nicht, Anfäufer mar der Behrer Nitolaus 3ad, der sich auch Dr. Winter nannte. Somohl er wie der Abgeordnete Neubauer in Thüringen haben Gelder von Karl Chemniß für Waffenaufläufe erhalten.
Bors: In Bella- Mehlis soll ein Fabrikbefizer Grenz Waffen verkauft haben.
Angell.: Das ist mir bekannt, er soll in enormen Mengen Baf fen verfauft, aber auch enorme Barteigelder unterschlagen haben. Borf.: Sie sollen deshalb den Auftrag erhalten haben, ihn zu erledigen. Sie haben nur die Oberbezirte mit Waffen verjehen.
Angefl.: Ich hatte nur den Geldanforderungen der Waffenleiter und der politischen Leiter der Oberbezirke Folge zu leisten. Die Quittungen führte ich an den Kassierer des" Revfo" ab, den Landtagsabgeordneten Charpentier. Nach den Quittungen muß ich ungefähr 30 000 Dollar abgeliefert haben, und zwar nicht nur für Waffen und Munition, sondern auch für Sprengstoffantaufe
Borf: Wenn der Ankauf nun nicht gelang, mas bann? Sollte her Sprengstoff auch gestohlen werden?
Angefl: Das weiß ich nicht.
Der Angeklagte Neumann berichtet dann noch einmal über die Berhandlungen der sächsischen SPD. und der Kommunisten über die Bildung einer gemeinsamen Regierung in Sachsen . Die Borverhand fungen sollte Denen führen. Nach der Bildung der Regierung jollten die fommunistischen Mitglieder des Kabinetts im Parlament bie Maffen zum bewaffneten Aufstand aufrufen. Der Angeklagte berichtet bann meiter, daß im Dezember(?) 1923 bei einem fommunistischen Arzt Dr. Riauber, dem Leiter des Proletarischen Ge fundheitsdienstes, in dessen Wohnung in der Kaiser- Allee in Berlin eine Sigung abgehalten worden ist. An der Sigung nahmen in u. a. teil: Reine, Ulbrich, Sedert, Stoblemsti,„ Adam", der in Wirklichkeit Gutsche hieß, und militär- politischer Leiter von Berlin- Brandenburg mar, ferner der operative Leiter des Oberbe
Morgenfeier.
Bon Abolf Behnert.
Herr Blödian, Käse en gros, liest am Frühstückstisch seiner Gattin Selma aus seinem Leibblatt vor. Anwesend find noch Baldmann, ein fettfüchtiger Dadel, orchen, ein Bapagei. Blödian:„ An der X- Brüde wurde die Leiche eines etwa 18. bis 19jährigen, dürftig gefleideten Mädchens geborgen
Selma:„ Ja, ja, das fommt davon, wenn das Bolt teine Religion mehr besikt!"
Blödian:' wird schon das rechte Pflänzchen gewesen sein! ( Lieft meiter.)„ Die Kostüme für die Trägerin der Titelrolle, die anmutige Lola Lila, sind Schöpfungen des bekannten Modeateliers Ria Keß, sie dürften ein Vermögen gekostet haben. Man spricht..." Selma( erregt): Jawohl, wie oft habe ich schon davon gesprochen, daß ich nicht mehr in meinem schäbigen Seaimantel vom nergangenen Winter herumlaufen kann. Ich spare mir das Nottoendigste vom Munde ab( sie schiebt vor Empörung zitternd die Jechste Schinkenfemmel zwischen die Goldplomben), um dir deine Be quemlichkeit zu schaffen! Wer sorgt dafür, daß sich Minna nicht von der guten Butter zum Frühstüc nimmt, daß punft 8 Uhr abends das Licht in der Mädchenkammer aus ist. Wer? frage ich. Berchste?!"
zu nehmen?
Angell: Das fann ich nicht bestimmt fagen. Ich weiß nur von Kleine, daß ich mit einem russischen General Wolf zujammenarbeiten sollte. Durch Zufall habe ich erfahren, daß Bolf identisch mit Sfoblewski oder Gorem ift. Es wurde mir auch gesagt, daß er der Sieger von Kronstadt ist, derjenige, der den Aufstand von Kronstadt niedergeschlagen hat. Das hat mir auch der militärische Oberleiter von Berlin- Brandenburg , Gutsche, bestätigt. Wolf selbst erzählte mir, daß er russischer General sei. U. a. fagte er mir, in Deutschland sei er gezwungen, fich sportlich zu betätigen, Schlittschuhlaufen usw., während er in Rußland reiten könne. Borf.: Hat er damit nicht nur renommiert?
Angell.: Das glaube ich nicht. Er wohnte ja auch eine Zeitlang in der ruffischen Botschaft und ich habe in seinem Zimmer ruffische 3ivilfommiffare getroffen.
Vorf.: In einem Rundschreiben des Oberbezirks Berlin- Branden burg vom 22. Oftober 1923 heißt es:„ Die Situation steht auf des Meffers Schneide.
Don
Angell: Das ftüßt sich auf einen Beschluß des„ Repto". Borf.: Wie tam denn nun der Aufstand in Hamburg zustande? Angefl.: Nach meiner Rückkehr aus Dresden besuchte ich Kleine in seiner Wohnung in Berlin , Melanchtonstraße1. Er war ziemlich aufgelöst und erzählte mir vom Bewaffnetenaufstand in Hamburg . Dann fam der Reichstagsabgeordnete Remmele dazu, der über feine Tätigbeit und über die Vorgänge in Hamburg berichtete. Ich erfuhr, daß er den Auftrag erhalten hatte, nach Hamburg zu fahren und dort den Aufstand einzuleiten. Ob dieser Befehl von Kleine, Revfo" oder von der Parteizentrale stammt, weiß ich nicht. Als Remmele mit dem Befehl abgefahren war, wurde ein Gegen befehl hinter ihm hergejagt, der aber zu spät fam, so daß die Aktion in Hamburg ihren Anfang nahm. Dann wurde das Repto" aufgelöst, die Militärorganisation aber beibehalten und Stoblewsti unterstellt. Es wurde dann ein sogenannter Fünfer- Kopf gebildet, der diftatorische Bollmachten er hielt, während die Zentrale nur noch die politisch- organisatorischen Aufgaben zu erfüllen hatte. Diesem Fünfer- Kopf gehörten u. a. an. Brandler, Ruth Fischer, Thälmann und ein Ruffe, der den Dednamen„ Arvid führte. Kleine sagte mir, er habe feinen Einflußz mehr, er fei auf Beschluß des Parteivorstandes ausgebootet worden Ich müsse mich jetzt immer an Brandler wenden. Stoblewski mar als militärischer Leiter des Fünfer- Ropfes verantwortlich.
Borf.: War denn nun das Ziel, in fürzester Zeit mit dem Rampf zu beginnen, aufgegeben worden?
Angell: Absolut nicht. Die Arbeit der militärischen Abfindung mar noch diefelbe. Es trat nur eine Benderung in der Stellen befehung ein.
Borf: Das Rundschreiben ,, Die Tattib ber Bartei foll eine Brobemobilisierung für den 13. Februar 1924 in Aussicht gestellt haben. Kommen Sie jetzt mal auf die Tschefa" zu sprechen. Bas ist denn„ Tschefa"?
Angell: In Rußland ist das die Bezeichnung für die Außer ordentliche Kommiffion zur Befämpfung ber Gegenrevolution. Borf.: Ist dieses Wort nicht aus den Anfangsbuchstaben der betreffenden russischen Worte gebildet?
Angefl: Das meiß ich nicht.
Bori.: Sie haben nun alfo auch hier in Deutschland eine ,, Dicheta" gebildet?
R.- 2. Samter( einfallend): Das ist eine Suggeftinfrage, die ich beanstanden muß.
Die Tribüne:„ Der Biberpelz". Bolkstümlich und burlest murde Hauptmanns Diebestomödie aufgeführt. Aber es war ein großer Abend. Gelächter, das nicht aufhören mollte. Dies Stüd ist unvergänglich. Jeder einem Amtsvorsteher, der sich für Kaifer und Reich den Schlagfluß Treffer fizt noch. Jeder Biz zündet noch. Selbst der Esel von anredet, ist noch unvergänglicher Typ feiner Kaffe. Und scheut man fich auch nicht in der Tribüne, den Amtsdiener Mitteldorf genau so wie den Gerichtsdiener Frosch in der Fledermaus" torfeln und dümmeln zu lassen, so nimmt diese Uebertreibung der Fröhlichkeit der Diebesfomödie feinen Schimmer. Die Vorstellung vereinigte bürfen. Steinrüd Behrhahn, Biensfeldt. Rentier Krüger, prächtige Künstler, die heidenfroh maren, mas Rechtes spielen zu Diegelmann der alte Wolf, der Dichter Paul Apel , sonst selbst Mitteldorf. Und dann in fleineren Rollen ebenso gut: Heinrich ein Dramatiker, dem allerhand Lustiges einfällt, war der Amtsdiener Schroth, Werner Schott, Adele Förster usm. Dann aber und vor allem Lucie Höflich als Mutter Wolffen. Was fie spielte, war vollendete Natur. Sie ist nicht etwa die Komödiantin für eine Rolle, sondern ganz und gar zugehörig zur Natur dieser verschla genen, herrlichen, strozenden Spizbibin. Das flappte alles por züglich. Ein großer Erfolg. Der Biberpela" ist noch lebendig wie am ersten Tage. Ja, er ist heute noch frischer. Man sucht heute nicht mehr Literatur, wo nur gute Laune vorhanden ist.
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Kluge Leute haben längst gemerkt, daß am Montagabend im Deutschen Theater nicht der Volksfeind" gespielt wurde, sondern die Stüzen der Gesellschaft". Aus dem Tert des Berichts war das ja auch leicht zu erkennen. Nur durch einen Jrrium, der beim Tele
Blödian versteht und zündet sich eine Zigarre an. Selma blickt ihn vernichtend an, faut, wird ruhiger. Blödian liest weiter:„ Die Arbeiter der Firma Holzkopp u. Co. phonieren des Berichts vortam, gerief der falsche Titel an die Spize. fad gestern früh in den Streit eingetreten."
Selma füttert den Dackel mit gekochtem Schinken, rohen friẞt ei nicht. Blödian:„ Bande die! Allesamt einsperren, an die Wand stellen sollte man fie. Das war denn früher doch anders. Kein Bflichtgefühl hat das Gesindel mehr."
Die Uhr schlägt elf.
Blödian:„ Der Feier wohnten bei Ihre königlichen Hoheiten, ie Prinzen Karl Hanns- Heinz und Eitel- Tatterich. Ferner war zu argen der Großherzog von Sachsen- Tuttenhausen und die Generale .( es folgen die Namen der berüchtigtsten Heerführer)." Selma träumt und seufzt.
Blödian( tief Atem holend):„ Einst tommt der Tag!" Waldmann leckt sich wo.
Lorchen( fortiffimo): Heilige Flamme glüh.-- Lorchen, Ropchen fraufen!!!( Es flingelt.)
Der Geldbriefträger bringt zwei Millionen Goldmart van der Bürgerblodregierung als Entschädigung für einen während des Ruhrkampfes aus dem Fenster gefallenen Hyazinthentopf. ( 2 Tage später.)
Selma bekommt einen Kreuzfuchsmantel, Lola Lila meitere Schöpfungen der Firma Keß.
M. H. Unterhausmitglieder dürfen mit dem Staat teine Geschäfte machen. Das englische Gesez ist überaus streng in allen Dingen, die auch nur entfernt geschäftliche Beziehungen zwischen Regierung und Bolksvertretern vermuten laffen. Dafür erbringt der Prozeß gegen ein tonservatives Parlamentsmitglied, der zurzeit viel besprochen wird, überzeugenden Beweis. Es handelt sich um den haus gewählt worden war. Er hat automatisch seinen Siz im Barunionistischen Abg. Preston, der vom Wahlkreis Walsall ins Unterfament verloren, weil er nach der Wahl einen fleinen Betrag aus der Staatskaffe erhielt, der aus einer Abmachung mit der Regierung herstammte und der nicht mehr als 4 Pfund Sterling betrug. Der Lieferungsvertrag war obendrein vor seiner Wahl abgeschlossen und ausgeführt worden; das hindert aber nicht, daß nach dem Gesetz Preston eine Geldstrafe von 500 Pfund Sterling für jede Parla mentsfizung, an der er teilgenommen hat, zahlen muß. Da es sich dabei um acht Sizungen handelt, so hat er eine Strafe von 4000 feit des Falles von der Staatstaffe übernommen werden soll. Pfund Sterling verwirkt, die aber mit Rücksicht auf die Harmlosig
Die ruffische Atademie im Jahre 1924. In einer Festsizung der ruffischen Akademie der Wissenschaften wurden die Leistungen der Akademie und der russischen Wissenschaft im verflossenen Jahr dar. gelegt: Im ganzen find 78 Expeditionen und Forschungsreisen unter nommen worden. Besonders bemerkenswert sind die Reifen der
Ungefl: Der Ausdrud ,, Ticheta" ift non uns niemals gebrandyt worden. Wir sprachen nur pon
Terrorgruppen, von T.- Gruppen. Stoblewati fogte mir, es sei infolge der zugespitzten Verhältniffe nach dem Verbot der Partei notwendig, eine Organisation zu bilden, die die Aufgabe haben müsse, die Partei als solche rein zu halten und zu überwachen und diejenigen Personen, die als besondere Feinde der KPD. durch ihre Tätigkeit in öffentlichen Aemtern oder durch ihre Stellung im Wirtschaftsleben bekannt seien, zu erledigen. Borf.: Was heißt erledigen Angefl.: Ich verstand darunter, mir mir gesagt wurde, zu töten. Vorf.: Wer hat Ihnen das gesagt?
Angefl: Stoblemsti sagte, die Organisation sei berufen, folche Bersonen zu erledigen. Ich habe keinen Zweifel daran, daß Erledigung des Rausch sagte Stoblewski mir ja auch, für ihn wäre er darunter töten verstand, obgleich er es nie gesagt hat. Nach dieser Fall solange nicht erledigt, als Rausch noch lebe. Sonst hätte ja die Sache ganz gut geflappt, aber folange er nicht tot sei, sei die Sache nicht erledigt.
Borf.: Rausch mar ja bekanntlich nur angeschossen worden und starb dann erst später.
Auf Beranlaffung von Rechtsanwalt Marschner, des Verteidigers von Stolewsfi, wird dann festgestellt, daß Neumann früher niemals von Stoblewski, sondern immer nur von Selmuth" gesprochen habe und daß er diesen Namen erst bei der Gegenüberstellung er fahren habe. Auf Befragen des Vorfizenden erklärte Neumann, daß Abteilung sei er drei Wochen lang tagtäglich von 9 bis 10 Uhr eine Verwechselung unmöglich sei. Als Sekretär der militärischen vormittags mit„ Helmuth" alias Stoblewski zusammengekommen, um ihm Bericht zu erstatten. Stoblemsti habe immer seinen kurzen Mantel mit Belzfragen auch im Zimmer anbehalten, da dieses ungeheizt war. Er wisse also nicht, ob Stoblewski damals denselben Anzug getragen habe, wie jezt im Gericht. Das Zimmer, in dem sie fich trafen, habe sich in der Wohnung des Angeschuldigten Schneider Karl Intorf, Berlin , Bärwaldstr. 48, befunden.
Borf.: Wie haben Sie denn in der russischen Botschaft nach Helmuth" gefragt?
Angefl.: Ich sollte ihm einmal Karten hinbringen und da fragte ich Bied, unter welcher Adresse Helmuth" in der russischen Botschaft wohne. Pied sagte mir, ich solle nur nach Gorem fragen. Das tat ich und wurde darauf zu Helmuth"( Sroblewski) geführt.
Der Antlagte Intorf erklärte dann noch, daß tatsächlich Neumann sich jeden Vormittag mit einem Herrn in seiner Wohnung getroffen habe, auf den er sich aber nicht mehr besinnen fönne, eine Angabe, die Neumann insofern als wahrscheinlich erklärt, als Intorf fast niemals zugegen gewesen sei. Wohl müßte es aber die Richte des Intorf bezeugen tönnen, die ihnen meistens die Tür geöffnet habe. R.-A. Dr. Marschner: Bei zweimaliger Gegenüberstellung hat diese Nichte gestritten, Stoblemsti zu fennen.
Nach einer furzen Bause erklärte der Angeflagte auf einen diesbezüglichen Einwurf seines Berteidigers, daß seitens der Polizei auf ihn auf keinen Fall irgendwelcher Einfluß ausgeübt worden sei. Seine Angaben seien von feiner Behörde beeinflußt worden. Dann fam der Angeklagte wieder auf die Bildung der L.- Gruppen zu sprechen. Helmuth" habe ihn beauftragt, einen Entwurf einer solchen Reichsorganisation auszuarbeiten. Mit dem Entwurf sei Stoblemsti dann einverstanden gewesen und habe ihm die Bildung der Reichsorganisation übertragen, ihm aber befohlen, den Entwurf zu vernichten. Helmuth" sagte, er werde mir zuerst 5000 Dollar zur Verfügung stellen. Die erste Aufgabe sei es, den General v. Seedt zu erledigen, aber nicht fo, daß er nur verwundet würde. Er müßte unbedingt getötet werden, sonst blamierten wir uns.
auf die Bezeichnung erledigen nicht ausbrüdlich von töten geBorf.: Borher haben Sie gefagt, Stoblemsti habe im Hinblic
fprochen.
Neumann: Bei dem speziellen Auftrag Seedi hat er ausbrüdlich gefagt, daß es sich um eine Tötung des Generals handele. Ich bildete dann die Terror- Gruppe, erhielt aber bie 5000 Dollar nicht, sondern befam zunächst nur eine Anweisung Helmuths" an den Kassierer de: militärischen Abteilung über 500 Dollar. Helmuth" fagte, es handele fich nur zunächst um die Ermordung Seedts.. Dazu genüge eine Gruppe in Berlin . Diese Gruppe stellte ich mun zusammen. Bei lebernahme meiner Funktionen mußte ich mich durch Handschlag auf die Partei verpflichten. Die Verpflichtung lautete fast mörtlich:
Ich verpflichte mich bei meiner proletarischen Ehre, alle mir übertragenen Aufgaben pflichtgemäß auszuführen und erfenne an, daß Berrat mit dem Tode bestraft wird." Diese Verpflichtung mußte ich auch mit allen Gruppenmitgliedern vornehmen.
Archäologen Alpatom und Brunow , die im Auftrage des Bildungstommiffariats in Kleinasten die Zusammenhänge des altrussischen effante Feststellung gemacht, daß nicht nur die byzantinische Hoffunft, Kulturlebens mit Borderasien untersuchten. Dabei wurde die inter Nowgorod in den Denkmälern der bildenden Kunst tonftatiert werden sondern in gleichem Maße auch die Kunst der fleinasiatischen Völker schaften das alte Rußland beeinflußt hat, was ganz besonders in Erforschung des Jakuten- Landes und der Mongolei an. Ruffische tann. Als Hauptaufgaben der nächsten Zeit sieht die Akademie die geschickt worden, und zmar 28 000 Exemplare. Weitere 30 000 find Bücher und Schriften sind im Vorjahr in großer Zahl ins Ausland zur Bersendung bestimmt.
Frühzeit der Kolonisierung Ameritas häufig angetroffen wurde, die Eine wiederentdeckte Pflanze. Eine Blumenart, die in der aber seit 175 Jahren spurlos verschwunden war, ist jezt in der Nähe die blaßrosa blühende Schildblume, die den wissenschaftlichen Namen Don Washington plöglich wieder aufgetaucht. Es handelt sich uni reicht eine Höhe von etwa 1 Meter und treibt große Blumen von " Chelone obliqua" führt. Sie wächst auf fumpfigem Gelände, er. hübscher roter Färbung und einer Gestalt, die der Blume ihren Namen gegeben hat. Sie wurde um das Jahr 1750 von dem damals berühmten englisch - amerikanischen Botanifer John Clayton entbeckt und von diesem an Linné gesandt, der die neuentdeckte Pflanze tlaffifizierte und ihr den Namen gab.
im
Mary Wigmans Tanzmärchen" wird am 19. und 20., abends 9 Uhr, heater am Rollendorfplat nochmals aufgeführt werben. Die Galerie Dr. Goldschmidt-- Dr. Wallerffein, Schöneberger Ufer 36a, zeigt vom 10. Febr. bis Mitte März Seidenbilder bon Masha Beher und Aquarelle von Erich Hedel, Mag aus u. a.
Si11, Mosait Plaftit von Karl Schmidt- Rottluff , Gemälde
Der Feuerreifer- Ball 1925 findet am 21. in sämtlichen Sälen des Scala Casinos( Lutherstr. 22-24) als st oft üm fe ft statt. Startenausgabe in Baigstr. 20, zwischen 4 und 6 Uhr täglich( Anruf: Steinplatz 5486). beschränktem Umfange nur im Ballbureau des Feuerreiters, London , in dem Didens einige feiner berühmtesten Werke, die Bidmidier", Ein Didens- Museum in London . Das Haus in der Doughth Street in den Ridleby" und" Oliver Twist" geschrieben hat, soll jest als ein Didens Museum eingerichtet werden, das zugleich eine Didens- Bibliothek und eine auf Didens bezügliche Gemäldegalerie enthält.
Eine neue Expedition nach Dinosaurier- Eiern. Der Leiter der aftatischen Egbedition des New Yorker Museums für Naturgeschichte ist in der mongolichen Hauptstadt Urga angelangt und bat von der mongolischen Regierung die Erlaubnis erhalten, in der Wüste Gobi nach Foffilien und Dinosaurier Giern zu forschen. Die Expedition hat ihre Reise nach der Wüfte bereits angetreten. Bei einer früheren Expedition entdeďte Andrews sehr reiche
Fossilienfelder mit Knochen riesiger Borwelttiere und eine Anzahl Dino. aurier- Gier.
Weiterführung der„ Denkmäler deutscher Tonfannft". Die mufilgeschicht liche Kommission, die das preußische Kultusminifterium eingefekt hat, beschloß die Fortießung des Monumentalwerts Denkmäler deutscher Ton funft. Unter Leitung des Musikhistorifers der Berliner Universität, Professor Hermann Albert, werden zunächst 20 weitere Bände erscheinen. Die wissen Ichaftliche Auswertung wird das ist eine Neuerung in gesonderten Beiheften zusammengefaßt.
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