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Ueber andere Aufgabe» war Brandler ttnterrichlet. Helmuth" stellte mir eine Frist von ursprünglich drei Monaten, m denen der Fall Geeckt auftrag-gemäg erledigt werden mußte. Wir setzten gleich mit der Beobachtung des Reichswehrministeriums ein. die allerdings mit den geringen Mitteln nicht so, wie es notwendig gewesen wäre, aufgenommen werden konnte. Acht Tage später wurde die Frist aus 14 Tage verkürzt. laut Beschluß des Fünferkopfes, was ich für unmöglich bezeichnete, denn wir mußten Fahrten mit Autos und Elektrischen machen, muß- ten Material beschaffen. Ich verlangte die Stellung von Autos, damst es den Tätern möglich wäre, nach der Tat zu fliehen. Ich erhielt die Autos jedoch nicht, im Gegenteil, die Frist wurde auf drei Tage verkürzt. Ich verwies nochmals daraus, daß unsere Mittel zu Ende waren, erhielt abe- keine ausreichende Antwort von»Hel- mutch worauf ich mich beschwerdeführend an Brandler wandte. Cr hatte ein Tresflokal in der Müllerstraße, wo ich aber dann Skoblewski traf, der mich zur Rede stellte, ob ich bei meiner Be- schwerdebesoffen" gewesen sei, was ich mir verbat. Es kam zwi- schen uns zu tätlichen Auseinandersetzungen, worauf ich zu Brandler geführt wurde, bei dem ich auch Skoblewski, der anscheinend mit dem Auto vorausgeeilt war, schon wieder traf. Brandler sagte, die Angelegeuheik mit dem General v. Seeckt hätte sich erübrigt. Es wäre schon Dezember und es fei zwecklos geworden, nachdem di« Arbeitermassen nicht im geringsten mehr auf das Gebot der Partei reagierten, nun noch Seeckt zu erledigen. Di« Gruppe solle aber zusammenbleiben, keiner falle entlassen werden aus dem ZZer.

band, sie müsse allerdings beschäftigt werden. Ueber ihr« weitere Verwendung werde U l b r i ch bestimmen. Auf keinen Fall dürft« ich oder.Jyeismuti" uns durch unsere Differenzen bestimmen lassen. die Tätigkeit in der Partei einzustellen,chelmuth" meinte darauf. ich solle Wafsenleiter in Hamburg werden, was ich ablehnte. Daß: die Angelegenheit Seeckt erledigt sei, wurde mir am nächsten Tage vonHelmMH" offiziell bestätigt. Dann erhielt ich de» Auftrog, Stinues zu erledige». Vors.: Es waren doch schon vorher Terrorakt« in Deutschland oerübt worden. Augekl.: Mit denen hatte ich kein« Verbindung. Vors.: Gehörte es nicht zu den Ausgaben der KPD., emen ge- wissen Terror zu üben? Angekl.: Im Programm der Kommunistischen Partei steht der Massenterror.(Bewegung auf der Anklagebank und bei den Verteidigern.) Als der Vorsitzende hierzu das RundschreibenDie Taktik der Partei" verlesen lassen will, wird von der Verteidigung da- gegen protestiert und dessen Echtheit bestritten, wobei Rechtsanwalt Dr. Samter so erregt wird, daß der Vorsitzende ihn ersucht, sich zu mäßigen. Die Verteidigung beantragt einen Gerichtsbeschluß über die Verlesung dieses Rundschreibens. Das Gericht beschloß die Verlesung des Rundschreibens. Das Schriftstück, so teilte der Vorsitzende noch mit, sei in den Wohnräumen des Reichstagsabgeordneten S t ö ck e r in Berlin gefunden worden. Welchen Beweiswert das Schriftstück habe, werde das Gericht später prüfen.

verMetes Srot. Waggonweif« find die Schulen wieder von den Verlagen n>i. deurfchen Lesebüchern und Geschichtsbüchern überschüttet worden. Hoch, und tiefklingende ködernd« Titel prangen darauf, und di« Aus- wohl soll für die Jugend fürs kommende Schuljahr, d. h. bis auf Jahrzehnt« hinaus, getroffen werden. Man braucht bloß mal ein wenig drin herumzublättern und man gewahrt zu feinem Entsetzen: alles wie Anno Donnerhall! Bon raubgierigen, liederlichen, volks- markverzehrenden ausländischen Despoten ist die Rede, von edeln, aufopfernden, volksbeglückenden deutschen Stammeshäupter» und Landesmüttern, die ihr eigenes Hemd vom Leibe zogen, um nackt« Landeskinder damit zu bedenken: lauter Dinge, die die Tränendrüsen Schwachnerviger und Minderbegabter in Bewegung setzen und bei anderen die Lachmuskcln. Es tuten die Kriegsdrommeten, es rasselt, knattert und donnert, Hurra wird gebrüllt, Franzosen gejagt. gespießt, verspeist, der liebe Gott läßt das Eisen wie kanonenkugel- dicke Kohlköpfe wachsen, Jung-Siegfried badet sich immer wieder im Drachenblut, durch welches Stahlbad ihm ein« dicke Hornhaut wächst (bis auf di««in« Pflasterstell« zwischen den Schultern), friederizianisch« Soldäterle mit Blecheiimrn auf den bezopften Köpfen bilden den Buchschmuck: und mit all diesem verrosteten Eisen soll die Jugend künstighin zentnerweise von neuem lebendig zu Tode gefüttert werden! Wer wirkliche Nahrungsmittel fälscht, wird streng bestraft,»»er aber geistige Nährmittet vergiftet, macht ein glänzendes Geschäft. Schleunigste Hilf« und Abwendung der Gefahr tut dringend»otl Heran, ihr Herren Abgeordneten: wt eure Pflicht!

Oer Toö des öraomeisters. Auf dem Heimweg zu Fall gekommen. Der rätselhafte Tod des Braumeisters Reiche ist jetzt euJUia, aufgeklärt. Reiche, der am Grünen Weg 8 wohnte, hatte am 27. Ja­nuar in der Wallstraße zu Charlottenburg eine Besprechung mit seinem Arbeitgeber, die bis üVi Uhr abends dauerte. Um Uhr bestieg er einen Straßenbahnwagen der Linie 53, machte dann nach den Ermittlungen der Kriminalpolizei planlose Fahrten mit ocr Untergrund- und Straßenbahn, kam um\0H Uhr abends m x t ein er Beule am Kops nach Hause, legte sich zu Bett, ohne irgendwelche Angaben zu machen, führte am nächsten Morgen wirre Reden, bekam im Krankenhaus einen Tobsuchtsansall, der die Aerzte veranlaßt«, ihn noch der Irrenanstalt zu bringen, und starb dort am nächsten Tage. Die Obduktion stellte einen Schädel b r u ch fest. Die Vermutung, daß Reich« in die große Schlägerei zwischen Kommunisten und"Reichsbannerleuten geraten oder sonst einem Angriff ausgesetzt worden war, hat sich nicht bestätigt. Die Kriminalpolizei hat durch eingehende Nachforschungen festgestellt, daß der Braumeister entgegen den Bekundungen der früheren Zeugen angetrunken gewesen ist. Er hat auch in der Zeit zwischen 6ZL und 754 Uhr, nachdem er sich von seinem Arbeitgeber getrennt hatte, noch getrunken. Auf dem Untergrundbahnhvs Bismarckstraße fiel er hin und zog sich die Kopfverletzung zu. die sich erst durch die Obduktion als ein Schädelbruch herausstellte. Die Bahnhofsbeamten brachten ihn in den Dienstraum und erfrischten ihn mit einem Glas Wasser. Nachdem er sich erholt hatte, bestieg er einen Wagen der Linie 53 und machte spater schon in geistiger Verwirrung die planlosen Fahrten. Fremde Schuld an dem Tod« des Mannes ist, wie jetzt seststeht, ausgeschlossen.

Drei Jahre Gefängnis für versuchte» Landesverrat. Bor dem Schöffengericht Berlin-Mitte hatte sich soeben der Laborant Hoehle wegen versuchten Landesverrats zu verantworten Er hatte einen Verwandten in Polen , der ihn mit dem Chef der polnischen Spionage bekannt machte. Hoehle sollt« wichtige Mitteilungen über di« Reichswehr über die Grenz« bringen. Er hatte auch versucht, sich m d>e Reichswehr aufnehmen zu lassen. Da nur «in« vorbereitend« Handlung vorlog, kam er vor das groß« Schöffen» gericht zur Aburteilung. Dl« unter strengem Ausschluß der Oefsentlichkeit von Amtsgerichtsrat Dr. N e u m a n n geführte Verhandlung endete mit der Verurteilung Hoehles zu d r« i I o h r e n Gefängnis. Feuer iu der Meierei Bolle. Ein« Berliner Mittagszeitung brachte die Nachricht von einem Großfeuer in der Meierei Bolle in Alt-Moabit S8. Wie wir von der Feuerwehr erfahren,� trifft dies« Nachricht nicht zu. Es handelt sich um den Brand der Verschalung eines Trockenraumes, der bald und ohne besonder« Schwierigkeiten abgelöscht werden konnte.

Lady Hamilton im Zirtus. Das neueste Manegeschaustück im Zirkus Busch behandelt ein Stück Leben und die Abenteuer der schönen Engländerin Emma Lyonna, deren Reize die Dichter besungen, deren Schönheit di« G«. mälde des George Romney der Nachwelt überliefert haben, jener Lyonna, die Lady Hamilton wurde, deren Leben durch die Lieb« des berühmten englischen Admirals Nelson eine besonders glänzende Folie erhielt und die verachtet und vergessen, im Elend starb. Paula Busch hat diesen dankbaren Stoff bearbeitet, und.alles ist mit geschickten und bühnensicheren Fingern gemacht. Gewiß,«in großer Teil des Schaustückes ist darauf eingestellt, auf die Träneil drüsen zu wirken, aber schließlich erwartet ja niemand literarische Qualitäten im Zirkus. Aber gespielt wurde ausgezeichnet. Man hat sich als Darsteller des Nelson Henry Pleß vom ehemaligen Hoftheater in Karlsruhe geholt, man hat den ausgezeichneten Komiker Fritz Beckmann vom Lustspielhaus verpflichtet, und auch Paula Busch wirkt als Lady Hamilton lebenstrsu und echt. Vor allem ist die Inszenierung hervorzuheben. In der Kuppel des Zirkusoebäudes hängen e»,e große Anzahl Scheinwerfer, die dem Auge märchenhaste, fast unwahrscheinliche Farbenspiele vorgaukeln. Von besonderem Reiz ist eine Bassettszene, die unter großen weißen Tüchern sich abspielt. Die Windmaschine bläht diese Tücher, daß sie wie riesen- große Ballons ausschauen, und die Scheinwerfer verleihen ihnen immer wieder wechselnde, immer aufs neue überraschende Farben. Auch das SchlußbildIn Meerestiefen" muß als Meisterstück der Regie angesprochen werden. Kostüme und Toiletten, sowie di« Aus- stattung der Szenen sind von großer Schönheit. Alles wandelt sich und wird auf den Kopf gestellt. Echtestes Theater aus dem geharkten Sand, und die Bühnen werden nun wohl demnächst den Assen am Trapez und andere Sensationen bringen. Gar so weit sind ja oer schieden« Berliner Bühnen von diesem Programm nicht mehr enb fernt!_

Auskunstsstelle für Volkstanz»nd rhykhmilch« körperbtldung Ilm der wacklendcn Anteilnahme oller Bevölkerung�ichickten an rhythmischer Körperbilduno und VolkStan, enigegenzukcmmen, Hot das Jugendamt der Stadt Berlin . Berlin C 2, Poststr. 16, Zimm 28, eine AuSkunftSsteNe geschaffen, in der allen auf diesem Gebiete Ratsuchenden fachmännische Auskunft erteilt wird, am besten Dienstags in der Zeit von>/,12 bis>/,h Uhr. Sollte zu anderer Zeit Auskunft gewünscht werden, so wird dies« noch Möglichkeit nach vorherigem fernmündlichen Anruf(Merkur 2216) zur angegebenen Zeit erteilt werden. Auch schriftliche Anfragen werden erlebigt. Li« Arbeitsgemeiofcha( der Sindersreuude Sroß-Verlia /Gruppe Mitic» veranstallel am?onnerStag, 12. Kebruai. abends'',8 llfir. Im Moraareien« ilpzeum, Jfflnndftr. 9 10, einen VartraaSabend mit dem Lichtbildervortrag: .Da« proletarische Kind'. Alle an der Schulrciarm mtercssierten Iugendgenossen, Parteigenossen, Eltern und Lebrer find eingeladen. Au«, kunst über alle llngelegenbeiten der Kindergrupp« erteilt Han» Mensch. O 34, TM««tr. 83, vorn 2 Tr. rechts.

preußifther Untersuchungsaussthuß. Verschleppungstaktik der Deutschnationalen.

Der preußische Untersuchungsausschuh für die Barmat-Kutisker-Seehandlung-Affäre trat, heute, Mittwoch 10 Uhr 15 Minuten zu seiner 10. Sitzung zusammen. Bor Eintritt in die Tagesordnung erklärt Abg. kuttner(Soz.): Der Abg. Swlt(Komm.) hat in der letzten Sitzung mich als schwer belastet bezeichnet. Auf di« Frage nach der Begründung dieses Anwurfes ist Stall jede sachgemäße Antwort schuldig' geblieben. Heute sind diese Beschuldigungen in derRoten Fahne' wiederholt und das Blatt fragtverwundert", worum ich denn mein Mandat nicht niedergelegt habe und wo denn das Vorgehen der Staatsanwalt- schaft bleibe. Ich ersuche den Abg. Stoll,«ine kategorische Erklärung über diese Beschuldigungen abzugeben. Kann er dos nicht, dann muß ich feststellen, daß es sich hier um den Versuch einer Ehrabschneiderei handell, Da der Abg. Stolt nicht anwesend ist, erklärt Vor- sitzender Leidig, daß dessen Erklärung zu Beginn der Nachmittags- sitzung entgegengenommen werden soll. Dann kommt das Mißtrauensvotum gegen den Abg. Deerburg als stellvertretenden Vorsitzenden zur Sprache. Es wird festgestellt, daß die Entscheidung über die Bestellung der stellvertretenden Vorsitzenden von Untersuchungs- ausschüssen die Fraktionen herbeiführen und nicht die einzelnen Ausschüsse. Die Deutschnationale Volkspartei sehe keinen Grund zur Amtsniederlegung Dr. Deerburgs, und sie richte deshalb das Ersuchen an Dr. Deerburg, diese? Amt weiterzuführen. Vors. Dr. Leidig erklärt dann, dies« Angelegenheit aus den? geschäftsordnungsmäßigem Wege zu erledigen. Abg. ffukkner(Soz.) erhebt dagegen Widerspruch, da ja hier ein Antrag vcn Ausschußmitgliedern vorliege und darüber noch nicht abge- stimmt sei. Dr Leidig erklärt, daß er auf Grund der Geschäft?- Ordnung keinen Grund sehe, den Antrag zur Abstimmung zu bringen. Der Vorsitzende bringt dann einen deutschnationalen Antrag zur Kenntnis, welcher verlangt, daß mit der Weiterver- fclgung der Angelegenhell der Ein- und Ausfuhrbewilligungen an Hand der Zeugenaussagen von Wifsell, Falk und Klinghammer di« Staatsanwaltschaft' betraut werde.' Dr. Leid ig fragt, ob man mll Verweisung dieses Antrages an den Geschäftsordnungsausschuß einverstanden sei. Ein weiterer deutsch nationaler Antrag ersucht, die seinerzeit im Bureau des Reichspräsidenten beschäftigt« Sekretärin E n d r u l a t ausfindig zu machen, da ihre Zeugenaussage über die damaligen Vorgänge in der Frage der Paßsälschung(?) von Wichtigkeit ist und sie insbesondere gehört werden soll, ob diese Fälschungen mit Einverständnis des Reichspräsidenten erfolgt seien. Vorsitzender Dr. Leidig häll sich als Vorsitzender des Ausschusses zu Nachforschungen nach der Zeugin nicht verpflichtet, er habe ober angesichts der schwerwiegenden Bekundungen dieser Zeugin durch Vermittlung des Polizeivräsidiums Nachforschungen angestellt und festgestelll, daß sie aus Ostpreußen stammt. Es sei an den Ge- meindenorsteher bezüglich ihres Aufenthalts telegraphiert worden, eine Antwort sei aber noch nicht eingelaufen. Abg. Dr. Deerberg(Dnat.) erklärt sich damit einverstanden, daß die Nachforschungen in dem Augenblick eingestellt werden, wo das Polizeipräsidium erklärt, nichts weiter in der Sache tun zu können. Abg. Suitner(Soz.) legt Verwahrung dagegen ein, daß eine Bestätigung der Vorwürfe bezüglich der Paßfälschiingen durch Frl. Endrulat etwa gleichbedeutend sei mll einerErledigung" des Reichs- Präsidenten. Vorsitzender Dr. Leidig: Mein« Worte und meine Ermittlun. gen liegen gerade im Interesse des Herrn Reichspräsidenten , des bachsten Vertreters und Repräsentanten Deutschlands und seiner Würde. Abg. Riedel(Dem.): Die Angelegenheit zeigt sehr deutlich, wohin es führt, wenn alles, was in der Presse stchi. zum Gegen­stand von Leweisanlrägen gemacht wird. Unter solchen Umständen werden wir 1330. ja 1930 noch nicht Vors.: Wir müssen also erst die Antwort des Gemeindevorstehers von Prökuls abwarten. Abg. Deerberg(Dnat.): Ich trete mit einzelnen Personen nicht in Verbindung, sondern entnehm« solche Gerüchte nur aus Z« i t u n- gen. Dieses Gerücht muß im Interesse des Reichspräsidenten unter- sucht werden, um die Atmosphäre vollkommen zu reinigen. Vors.: Herr Abg. Schwering. mir wird soeben mitgeteilt. Sie hätten die Ausführungen des Abg. Dr. Deerberg als schamlos erklärt Abg. Dr. Schwering(Z.) bezeichnet seine Aeußerung als Privat- gespräch. Abg. Dr. waentig(Soz.): Wenn die Verhandlungen hier so weitergehen, dann bringt der Ausschuß sich um jede Achtung. Große Zeitungen lochen heute schon über uns. Auf Zsllungsnachrjchten können wir nicht eingehen..,. vor}.: Diese Ausführungen sind sehr beachtenswert, nur koin- wen sie zu spät. Denn wir haben es hier mit einem von, Aus- ichuß angenommenen Antrag zu tun. Wir stehen seit einer Woche bereits in der Vernehmung des Abg. Heilmann» in die sich aber olles mögliche hineingeschoben Hai. Das dient nicht gerade zur Klärung der Sachlage. Es wäre zweckmähig, wenn auch bei uns. wie vor Gericht üblich, die Vernehmung vom Vorsitzenden geführt würde und nicht von 29 Mitaliedern de omnibus et quibus. dam altis(nach allem und«inigent darüber) gefragt wird. Wir haben UN» über fast alles Zlliercssanle aus den letzten sechs Zohrea unterhalten. Abg. Riedel(Dem.) bittet, bei nochmalig,? Vernehmuilg der Zeugen Klinghammer und Falk nicht mehr lange P l a I» d" h e r s entgegenzunehmen.,. vor,.: Dem Zeugen muß die Gelegenhett gegeben werden, feine

Aussagen zu ergänzen und zu berichtigen, da er vielleicht unter Eid steht. Nach weiterer Geschäftsordnungdebatte, die durch«inen Antrag Schwering(Z.) beendet wird, erhält der Zeuge Ministerialdirektor Falk das Wort zur Ergänzung seiner Ausjagen und erklärt: Mit bezug auf die Bekundung des Zeugen Klinghammer, ich hätte ihm an einer Aussage im Erzberger-Helfserich-Prozeß verhindern wollen, be- rufe ich mich auf das Zeugnis meines damaligen Vertreters, des jetzigen Ministerialdirektors Ab egg, der bekunden wird, daß ich sachgemäß gehandelt habe. Ich habe dienstlich nur mit Heinrich S k l a r z zu tun gehabt, mit den anderen Brüdern Stlarz halle ich nichts zu tun. Abg. Kaufhold(Dnat.) hat gesagt, ich hätte seinerzeit Weisung gegeben, das Verfahren gegen Barmat-Amexima e i n z u- st e l l e n. Das ist nicht richtig, das Verfahren ist eingestellt worden durch Beschluß des zuständigen Amtsgerichts. Und wie in dieser Sache vorgegangen worden ist, so wurde damals in vielen ähnlichen Fällen gehandelt, bei denen man annahm, daß nichts her- auskommen würde. Damit ist die Befragung des Zeugen Falk beendet und der Zeuge Kriminaloberinspektor Klinghammer erklärt zur Ergänzung seiner Aussagen: Für die seinerzeitige Be- schlagnohme von Privotbriefen durch mich hatte ich moralische Gesichtspunkt«, nämlich die Sauberkeit der Verwaltung. In der Angelegenhell meiner Zeugenaussage im Erz. berger-Helfferich-Prozeß halte ich mein« Behauptung aufrecht. Ich kann mich nur nicht genau auf den Zellpunkt der von mir er- wähnten Mllteilung des Herrn Falk besinnen. Außerdem lag da- mals«in« von mir verfaßte Anzeige vor, die den Gegnern des Herrn Helfserich in«inen Verdacht bracht« und die in meinem Vorgesetzten überreicht«, er damals nicht Falk»mr. Diese Anzeige fft der Staatsanwaltschaft n ich t übergeben worden Zeuge Mbg. Wissell erklärt zu der Bekundung Klmghammer«, daß damals so utel« Fälschungen von Ein- und Ausfuhrscheinen vorgekommen wären, daß man ein besonderes Dezernat zu ihrer Untersuchung habe einrichten müssen und daß die Fälscher oft in hohen Stellungen des Reichswirtschaftsininisteriums gesessen hätten, er, Wissell, habe heute wie damals keinen Grund gehabt, an der Integrität der ihm im Reichswirtschaftsministerium unterstellt gewesenen Beamten zu zweifeln. Abg. veebnrg(Dntl.): Der Zeuge Wissell will oftenbar sagen, daß er die Einfuhrbewilligung, die bei der Durchsuchung der Ameximo-Räume gefunden worden ist und die die Unterschrift Wissell getragen hoben soll, nicht unterzeichnet habe. Zeuge Mssell: Jawohl, ich habe n i««in« Einfuhrbewilligung erteilt. Aus eine Frage de? Abg. Stoll(Konnn.) erklärt der Zeuge wissell: Es ist mir bekanm, daß der Vertreter der Firma Hecht. Pfeifer u. Co. zugunftcn der Firma Barmat ein« Einfuhrbewilligung nachgesucht hat. Ich habe mich fiir dies« Angelegenheit auch auf die Akten des Reichswirtschaftsminifteriums berufen. Auf weiter« Fragen erklärt Zeuge Wissell. es sei ousgefchlossen. daß er jemals eine Aus- oder Einfuhrbewilligung unlerzeichnet habe. Di« Unterzeichnung fei Sache des Reichskommissars für Aus- und Einfuhr gewesen. Jeder Antrag auf Gewährung einer solchen Be­willigung habe letzten Endes der. Entscheidung dieses Reichs- konnnissars und seiner Unterzeichnung zugestanden. Zeuge flbg. Heilmann lSoz.) gibt zu den Aussagen des Zeugen Klinghammer folgende E r k l ä- r u n g ab: Ein Fraulein Peters hat in der..Sozialistischen Korre- spondenz" überlmupt niemals mitgearbellet. Der ihr zugeschriebene Artikel ist von m i r versaßt. Das Material habe Ich weder von Herrn Falk noch von Fräulein Peters erhalten. Daß di« Ausfuhrbcwllli» gung für Druckpapier vielleicht eine Fälschung gewesen ist, halte ich für ausgeschlossen, weil ich weiß, daß die zusrändigen Referenten des Reichswirtjchaftsministeriums die Angelegenheit genau gekannt haben und weil auch Herr Falk hier erklärt hat, daß Geheimrat Staudinger ihm amtlich über die Gründe der Ausfuhrbewilligung Auskunft erteilt hat. Da der Abg. K a u f h o l d (Dnat.) hier behauptet hat, es sei festgestellt, daß durch mein Da- zwischentreten der Zeuge Klmghammer seinerzeit bei der Durch- suchung der Amexima-Räume an der Äussühning seiner Amts- pflichten behindert worden sei, bitte ich, darüber Klinghammer nochmals zu befragen. Vors. Dr. Leidig: Der Zeuge Klinghammer hat nicht gejagt, daß durch das Dazwischentreten des Abg. Heilmann seine amtliche Aktion bei der Amexima behindert worden sei. 4 In der Mittagsstunde beginnt die Vernehmung des früheren Redakteurs D a v i d f o h n, der sofort einen Zwischenfall provoziert. indem er erklärt, er würde nicht vor einem Kollegium aussagen, in dem ein befangener Richter sitze der die Interessen van Sklarz und Barmat immer wahrgenommen habe. Er meint damit den Genossen Kuttner, der ihn bekanntlich schon wegen Beleidigung mit Erfolg hat verklagen müssen. Die unverschämte Art Davidsohns rief leb- hafte Entrüstung hervor, und der Zeuge mußte sich vom Vorsitzen- den aus seine Zeugenpflicht aufmerksam machen lassen mit der Wir- kung, daß er sich bann bereit erklärte, auch in Gegenwart Kuttners auszusagen. Davidsohn erzählte wieder seine alten Märchen über dieKorruption in der Sozialdemokratie" und behauptet, aus sicherer Quelle zu wissen, daß alle Führer der Partei an den Fett- geschösten Barmais beteiligt gewesen lesen, auch Ebcrt. Nachdem Daoidsohn sich_im Zusammenhang" ausgelassen, wurde ein« Paus» von einer Stunde eingelegt, nach deren Beendi- gung die Einzelvernehmung dieses Ehrenmannes«r- folgen soll.

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