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Gewerkschaftsbewegung

Wo bleibt die Antwort der Reichsbahngesellschaft? Am 3. Februar haben die Eisenbahnerorganisationen an die Direktion der Reichsbahngesellschaft eine gemeinsame Eingabe einge: reicht, die die Notwendigkeit der Erhöhung der Löhne und Gehälter und der Herabfeßung der Arbeitszeit begründet. Es sind nunmehr zwei Wochen verstrichen, ohne doß die Direktion der Reichsbahn­gesellschaft es für notwendig gefunden hätte, auf diese Eingabe eine schriftliche Antwort zu geben. Oder soll man annehmen, daß die leitenden Beamten während der zwei Wochen damit beschäftigt waren, ihre eigene Lohnbewegung durchzuführen und feine Zeit gefunden haben, die Eingabe der Eisenbahnerorganisationen zu beantworten?

Sicherungen baut, ftand int Etat des Reichsverfehrsministers sowohl wie auch im jezigen Geschäftsplan der Gesellschaft tein Pfennig für Versuche mit neuen Sicherungsanlagen.

Für solche dringend notwendigen Sachen ist kein Geld da, zur Zahlung torrumpierender Zulagen dagegen haufenweise, trop der Dawes- Geseze, die die Eisenbahnen in erster Linie zu einem Repa­rationsobjeft machen.

Die Milchversorgung Berlins bedroht! Durch die Halsstarrigkeit der Arbeitgeber. Vom Deutschen Verkehrsbund wird uns geschrieben: Wie wir in der Sonntagnummer bereits mitteilten, stehen dic falls in einer Lohnbewegung. Den vom Schlichtungsausschuß ge­Arbeitnehmer bei der Milchlieferungsgesellschaft eben­fällten Schiedsspruch, der für die Arbeitnehmer eine Lohnaufbejle rung von 50 Bf. bis 2 m. pro Woche brachte, lehnte die Milch­M. lieferungsgesellschaft ab. Die beantragte Verbindlichkeitserklärung wurde am 12. Februar vom Schlichter abgelehnt und damit die Be­legschaft vor die Entscheidung gestellt, entweder für den alten Lohn weiter zu arbeiten oder sich den durch Schiedsspruch festgelegten Lohn zu erkämpfen. In dem ablehnenden Bescheide des Schlich ters heißt es, daß die Voraussetzungen des Artikels I§ 6 der dem betreffenden Artikel heißt es, daß ein Schiedsspruch für ver­bindlich erflärt werden fann, wenn die in ihm getroffene Regelung bei gerechter Abwägung der Interessen beider Teile der Billig eit entspricht und ihre Durchführung aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen erforderlich ist.

Eine Gaftrolle in New York .

Die Firma Umbi( auf deutsch : Artur Müller, Berlin­Johannista 1) hatte einem ihrer Monteure Urlaub erteilt, da­mit er bei ihrer Tochtergesellschaft, der American Ambi in New Vorf, Spezialarbeiten verrichte. Nachdem der Monteur einige Bochen in New York gearbeitet hatte, merkte er, daß der Lohn, den ihm die American Ambi zahlte, den amerikanischen Ver­hältnissen nicht entsprach, er forderte deshalb eine angemessene Lohnaufbesserung. Da auch ein zweiter Arbeiter mit einer gleichen Forderung an die Firma herantrat, fürchtete sie, der Ber­ liner Monteur werde eine allgemeine Lohnbewegung bei der Ameri­can Ambi ins Werk segen. Um dem vorzubeugen, wurde der Monteur fristlos entlaffen. Er trat also wieder die Rück reise an und meldete sich bei der Berliner Ambi zur Arbeit, denn er war ja nur beurlaubt, fein Arbeitsverhältnis bestand also fort. Aber die Ambi lehnte die Weiterbeschäftigung ab. Nun focht der Monteur beim Gewerbegericht seine Entlassung durch die Berliner Ambi als unbillige Härte an und hatte den Erfolg, daß die Firma zur Wiedereinstellung oder zur Zahlung einer Entschädigung Don 600 m. verurteilt wurde. Die Firma stellte den Monteur nicht wieder ein, sie wollte auch die 600 m. nicht zahlen, sondern flagte eine Gegenforderung gegen den Monteur ein, die ihr die

Die Zulagen, die die leitenden Beamten der Reichsbahngefell. schaft bekommen, gehen weit über die Bezüge hinaus, die nicht nur gleichgestellte, sondern höhergestellte Beamte des Reichsdienstes er­halten. Gleichzeitig haben sich die Mitglieder des Berwaltungsrats für ihre ehrenamtliche Tätigkeit Jahresbezüge von 10 000 bis Schlichtungsverordnung vom 30. Oftober 1923 nicht vorliegen. In American Ambi zediert hatte. Der Monteur hatte nämlich für die

20 000 m. zugebilligt. Angesichts dieser Tatsache ist es um so under­ständlicher, daß man teine Zeit findet, den Eisenbahnerorganisationen eine Antwort zugehen zu laffen. Bei den niedrigen Löhnen und Ge­hältern der großen Masse der Eisenbahner muß dieses Verhalten der Direktion der Reichsbahngesellschaft von den Eisenbahnern als eine Brüstierung empfunden werden.

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Will der Schlichter mit seiner Entscheidung sagen, daß die durch Im Dawes- Gutachten ist ausdrücklich betont worden, daß die Schiedsspruch getroffene Regelung der Billigkeit nicht entspricht? Lebenshaltung der Arbeitnehmer Deutschlands nicht schlechter will der Schlichter damit sagen, daß die Milchlieferungsgesellschaft die Löhne nicht zahlen fann? die rein fubjeftive Begründung fein soll als die der Arbeitnehmer der allierten Länder. Vergleicht des Geschäftsführers der Milchlieferungsgesellschaft anläß­man jedoch die Bezüge und die Arbeitszeit der Eisenbahner Franflich der Berhandlung fann doch für die Entscheidung des Schlichters reichs und Englands. mit denen der deutschen Eisenbahner, nicht maßgebend sein. Soll etma behauptet werden, die Erhaltung dann muß man feststellen, daß die Voraussetzung des Dawes Gut des Wirtschaftsfriedens für einen Betrieb, der das für einen großen achtens gegenwärtig bei weitem nicht erfüllt ist. Um so mehr ist es Teil der Bevölkerung( Krante, Säuglinge, Kinder) michtigste Nah­die Pflicht der Direktion der Reichsbahngesellschaft, den Forderungen tungsmittel handelt, ist aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen der Eisenbahnerorganisationen gerecht zu werden. Wir nehmen nicht nicht erforderlich? Wenn Arbeitgeber und Schlichtungsinstanzen an, daß man mit der Antwort jo lange warten will, bis eine Krijen die Lebenswichtigkeit für solche Betriebe verneinen, dann wird man fich nicht wundern dürfen, wenn die Belegschaft dieser Betriebe ftimmung erzeugt ist, die jede Verständigung nur erschwert. dem Beispiel der Arbeitgeber und der Schlichtungsinstanzen folgt. Die Arbeitnehmer der Metereibetriebe werden die notwendigen Schlüffe aus allem zu ziehen haben und diese Betriebe allen anderen Betrieben gleichstellen, d. h., daß bezüglich der Durchführung von Lohnbewegungen diese Betriebe genau jo bestreift wer den wie jeder andere. Eine sofort mit den Funktionären abgehal: tene Besprechung ergab, daß sich die Funktionäre für den Streif aussprachen.

Bon einem Eisenbahnbeamten wird uns geschrieben:

Der Borwärts" hat schon mehrfach mit danfensmerter. Offen heit das jetzt bei der Eisenbahnverwaltung beliebte System der Leistungszulagen als das bezeichnet, was es in Wirklichkeit ist, näm lich als ein System zur Korrunpierung der Eisen bahner. Die Hauptverwaltung befam es fertig, zu den im Bor: wärts" angeführten Tatsachen eine fogenannte Berichtigung zu bringen, die in Nr. 63 als ein Muster demagogischer Berdrehungs­fünfte" bezeichnet wurde.

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Die Belegschaft der Milchlieferungsgesellschaft wird zu der Ent scheidung des Schlichters in einer heute früh 7 Uhr stattfinden den Bersammlung Stellung nehmen. Nach Lage der Berhältnisse ist mit dem Ausbruch des Streits zu rechnen. Die Milch relieferung der Berliner Bevölkerung ist damit unter Umständen gänzlich unterbunden.

Die vier, allerdings sehr peinlichen Fragen, die an die Haupt verwaltung gerichtet wurden, hat man nicht mehr zu beantworten gewagt. Damit ist also eingestanden, daß in der Hauptver waltung einschließlich Zweigstelle Bayern man sich selbst ohne Am heutigen Vormittag tagt auch der Schlichtungsausschuß in Mitwirkung der dazu berufenen Kontrollinstanzen vom General der Lohnstreitsache mit der Meierei Bolle. Fällt die Entscheidung direktor bis zum Bförtner Weihnachtsgelder bewilligt des Schlichtungsausschusses so aus, daß sie für die Belegschaft nicht hat, die durch die mit Lebensgefahr verbundene Dienstleistung des annehmbar ist, dann ist mit einem lebergreifen des Kampfes Betriebspersonals mühsam verdient worden waren. An diesem auf den Betrieb Bolle gleichfalls zu rechnen. Da die Einstellung des Raubzug haben sich auch alle anderen leitenden Beamten der Eisen- Schlichters durch seine Entscheidung im Falle Milchlieferungsgesell­bahnverwaltung einschließlich der Amtsvorstände beteiligt. Die schaft befamt ist, ist es mehr wie fraglich, ob die Belegschaft von Deffentlichkeit wird am meisten die Tatsache interessieren, daß diese in Bolle auf die Entscheidung des Schlichters noch Wert legt und der gesamten Bresse fritisierte Geldverteilung Anfang Februar, mie darauf noch einige Wochen wartet. Die Arbeitnehmerorgani­verlautet, erneut wieder vorgenommen wurde, diesmal fation, der Deutsche Verkehrsbund, hat noch in legter Stunde aber nur an die notleidenden" höheren Beamten, während man versucht, im Berhandlungswege zu einer Berständigung zu fommen, die Beamten aller anderen Grade glaif überging. ihre Bemühungen sind aber gescheitert.

Während auf einer Seite mit dem Gefde förmlich geaaft wird, denn die Beträge, die hier ohne Kontrolle perteilt merden, gehen in die Millionen, Derlautet andererseits, daß der bisher erteilte Urlaub an Betriebsbeamte und Arbeiter gefürzt werden müsse, da dieses System zu teuer fei. Die leitenden Beamten hagegen beabsichtigen, ihre bisher erhaltene Urlaubsbauer noch zu verlängern. Ein feines Plänchen!

Die Deffentlich wird am meisten interessieren, daß zur Durch führung von Sicherheitseinrichtungen allerdings ein Geld vorhanden ist. Nach jedem größeren Eisenbahnunglüd, mie auch jetzt wieder( mer spricht noch von dem pon Herne ), erklärt die Berwaltung, daß sie neuerdings Bersuche anstelle, um die Betriebs ficherheit zu erhöhen In Wirklichkeit haben sich die Sicherheitsein richtungen des Eisenbahnbetriebes auf den deutschen Bahnen feit zirfa 50 Jahren nur unwesentlich verändert. Während unsere Tech­nit für fremde Bahnen alle möglichen Systeme vervollkommneter

Einigungsbestrebungen der Bankangestellten.

Wie wir hören, sind gegenmärtig Berhandlungen zwischen dem Allgemeinen Verband der deutschen Banfangestellten und dem Reichsperbande der Banfangestellten im Gange, die den 3wed haben, den 3ufammenschluß beider Organisationen herbeizuführen. Ein solcher Zusammenfchuß wäre im Hinblick auf die im Bantgewerbe vorhandene Zersplitterung sehr zu begrüßen. Wir fügen hinzu, daß die Lage der Bantangestellten heute wahr. scheinlich wesentlich günstiger mare ohne die 3ersplitterung der gemertschaftlichen Organisation. Die gegenwärtig schwebenden Einigungsverhandlungen sind ein Zeichen dafür, daß die Erkennt nis, gegenüber dem Bantkapital die Front der gemerkschaftlich organisierten Banfangestellten zu schließen, eine zwingende Not­mendigkeit ist, sich endlich Bahn bricht. Wir begrüßen diese Be­strebungen und wünschen ihnen einen schnellen und vollen Erfolg.

Zeit feiner Ueberfahrt nach New Yort außer der freien Fahrt seinen bliebenen Familie verbraucht wurde, so daß der Rest für unvermeid­Berliner Lohn bekommen, der zum größten Teil von seiner hierge­liche Nebenausgaben auf dem Schiffe nicht reichte. Deshalb hatte sich der Manteur von der American Ambi eine dem amerikanischen Lohn entsprechende Nachzahlung geben laffen. Dieser Betrag wurde nun im Klagemwege von ihm zurückgefordert. Das Gewerbegericht wies die Klage ab mit der Begründung, daß der Monteur für die eit feiner Ueberfahrt den amerikanischen Lohn beanspruchen fönne.

Bolschewistische Diskussionsmethoden.

Der Generalsekretär des englischen Bergarbeiter­bundes Coot richtete in einer Rede in Llamelly einen heftigen Angriff gegen den früheren Generalsekretär des Berg­arbeiterbundes und nachmaligen Zivillord der Admiralität im Arbeiterkabinett Frant Hodges. Legterer hatte fürzlich in einer Rede erklärt, die britische Kohlenindustrie brauche für die nächsten Jahre völligen Frieden. Coof bezeichnete ihn aus diesem Grunde als einen Berräter, der die Interessen der Arbeitgeber gegen die der Arbeiter, vertrefe.

( Hodges hat in Wirklichkeit, ausgehend von der gegenwärtigen Ueberproduktion im Steinfohlenbergbau, den Borschlag einer Ber­ständigung zwischen den Hauptfändern des Kohlenbergbaus vor­geschlagen, um die auf Kosten der Bergarbeiterlöhne ausgetragene Unterbietung zu verhindern. Wie immer man fich zu dem Vorschlag von Hodges stellen mag, diejen deswegen als Berräter" abzutun, ist eine aus Moskau importierte Methode. Bekanntlich ist Cook einer der Führer der bolichemistischen Minderheitsbewegung". Es scheint aber, daß die Methoden made in Russia auch den englischen Gewerf­schaften nicht erspart werden.)

Straßenbahnerstreik in London .

London , 17. februar. Die Angestellten des grožеn Londoner Straßenbahndepois traten heute vormittag in den Streit, da sich die Straßenbahngesellschaft geweigert hat, einen entlaffenen An­gestellten wieder einzustellen. Der Verkehr in der Stadt hat durch den Streit erhebliche Störungen erlitten.

Sattler und Bortefeuiller. Donnerstag abend 7 Uhr Vollverfammlung der Lederwarenbrauche. Bericht von den Lohnverhandlungen. Zutritt nur gegen Berbandsqusmeis.

Gewerkschaftskommission( Abt. Reinickendorf , Bez. 20) Tadet die Bertreter zu Montag, den 23. Februar, abends 8 Uhr. ins Boltshaus, Scharnweber. ftraße, ein. Berbandsbuch und farte legitimiert S.. Der Obmann..

Bund der technischen Angestellten und Beamten, Ortsverwaltung Berlin . Chemotechniker und Angestellte der Chemischen Industrie: Heute abend 7% Uhe im Chemie- Bortragsfaal der 2. Sandperterschule, Berlin D., Andreasstr. 1-2, Bortrag über den heutigen Eiend der Colloidlehre.

Berantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter ; Birtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Estorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin . Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin . Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanftalt Boul Singer u. Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Sieran 1 Beilage und Unterhaltung und Bissen".

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übergibt man nur dem Nachweis des Deutichen Mufiler Verbandes, Berlin O 27, Andreasfir. 21( Königstadt 4310). Geschäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbesuch.

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