Bestimmte Anfrage, ob es richtig ist, daß eines ihrer leitenden Mit glieder vor einem größeren Kreise von Personen in den letzten Tagen die Erklärung aufgegeben hat, daß
die Aufwertungsfrage für Deutschland sich zu einem politischen Berbrechen
ausgewachsen habe.( Hört, hört! b. d. Soz.) Wenn wir in Berbindung damit den Abbau der Besitzsteuern sehen, so finden wir, daß die jetzige deutschmationale Regierung der Aufwertungsfrage viel weniger sympathisch gegenübersteht als die frühere. Für diese Bandlung zum Schlechten lassen sich objektive Gründe nicht anführen.
und
Genossenschaften in in Sowjetrußland.
Die deutschen Kommunisten, die die größten Anstrengungen| der hungersnot bei den Bauern das Vieh für einen Spott machen, die genossenschaftlichen Organisationen in preis einfauften und die Getreidepreise drückten, während sie zur ihre Hand zu bekommen, berufen sich mit Vorliebe auf das angebliche Zeit der heftigsten Verfolgungen der Privathändler diesen von Aufblühen des Genossenschaftswesens in Sowjetrußland. Da hintenherum gegen eine gute Vergütung die in Kredit erhaltenen bei find gerade jetzt die russischen Kommunisten gezwungen, ihre Waren wieder verkauften. neuesten Fehlschläge auf dem Gebiete der Genossenschaftsbewegung anzuerkennen.
Der Abg. Her gt hat im vorigen Jahre fein Wort von den Die Genossenschaften in Sowjetrußland machen gegenwärtig eine Schwierigkeiten in der Aufwertungsfrage gesagt, die er heute anführte. Damals richtete er heftige Anklagen gegen die republi- heftige Krise durch. In ihrem Kampfe gegen den Privathandel tanische Regierung, die eine Lösung für unmöglich hielt. Heute hatte die Sowjetregierung vor einiger Zeit beschloffen, fich der ihnen aber hat er fachliche Einwände gegen die Aufwertung in Hülle und gefügigen Genossenschaften zu bedienen, um die Erzeugnisse der Fülle. Diese Einwände sind nicht erst seit heute und gestern bestaatlichen Industrie abzusetzen. Den Genossenschaften wurde fannt. Aber solange die Deutschnationalen feine Verantwortung der weitestgehende Baren- und Geldkredit sowie die behördliche zu tragen hatten, haben sie verantwortungslos gehandelt Unterstützung im Kampfe gegen die privaten Händler gewährt. Im Laufe eines Jahres vermehrte sich das Netz der Genossenschaften fast alles versprochen, um jetzt nichts davon zu hallen. um das Doppelte, während ihre Umfäße sich beinahe verdreifachten. Die Sozialdemokratie hat ihre Stellung nicht gewandelt. Ich ere innere daran, daß der Abg. Emminger als Reichsjustizminister, Verschuldung der Genossenschaften. der sich heute als Aufwertungsfanatifer" bezeichnet, als eine der Die Kommunisten triumphierten. Als aber die Zahlungs nichtigsten Persönlichkeiten, die 3. Steuernotverordnung unter- termine heranrückten, erwiesen sich die Genossenschaften als banzeichnet hat. Als Reichsjustizminister hat er sich start für die Ver: ferott. Sie hatten Waren auf Kredit gekauft, ohne sich früher ordnung eingesezt, trotzdem erhebt Herr Hergt gegen ihn feinen über die Abfagmöglich feiten zu unterrichten. Sie hatten Vorwurf, obwohl er sich aus einem Gegner zum Fanatiker der weder die verringerte Kauffraft des hungernden Bauern, noch feine Aufwertung entwickelt hat. Diese Entwidlung ist aber ganz fon Bedürfnisse und die Warenpreise berücksichtigt. So kam es denn, daß sequent vor sich gegangen. Die 3. Notverordnung ist geschaffen sie bei den staatlichen Produktions- und Handelsorganen eine worden, als noch niemand wußte, ob Deutschland im Chaos unter Schuld von mehr als 360 Millionen Rubel( zirka 750 Milgehen werde, wie die Entwicklung der Währung sich gestalten, ob lionen Mark) hatten, während ihr eigenes Kapital fich auf weniger die Arbeitslosigkeit überhandnehmen, ob andere wirtschaftliche als 50 Millionen Rubel belief.( Etonomitschestaja Shifn" vom Schwierigkeiten uns in den Abgrund reißen würden. Damals 24. Februar 1925.) Um die Genossenschaften vor dem Bankerott zu haben mir und andere verantwortungsvolle Politiker uns von retten, wandten die Komunisten in großem Umfange Wechsel dem demagogischen Geschrei der Deutschnationalen ferngehalten. prolongationen und Moratorien an. Das Ausbleiben Unſere weitere Stellungnahme entspricht der inzwischen einge- von Zahlungen führte jedoch zu einer verzweifelten Finanzlage der tretenen wirtschaftlichen Gesundung. Zwischen unserer Haltung staatlichen Truste und Syndikate. Die Finanzkrise dehnte sich und der der Deutschnationalen besteht ein großer Unterschied. auf das gesamte Netz der staatlichen und genossenschaftlichen Organe aus.
Je größer die Möglichkeiten für die Aufwertung sind, um fo ablehnender verhalten sich dazu die Deutschnationalen. Bir dagegen wollen um so eifriger an der Beseitigung des Un rechts an den kleinen Sparern und Gläubigern arbeiten, je mehr die wirtschaftlichen Schwierigkeiten fich vermindern.( Sehr richtig! b. d. Soz.) Wir haben schon im vorigen Jahre die Wege zur Abänderung der 3. Steuernotverordnung gewiesen, diese Linie ver folgen wir auch heute konsequent weiter.
Die Situation ist heute anders als bei der Schaffung der Notverordnung. Die Währung is gefestigt, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind geringer geworden, die Finanzverhältnisse des Reiges haben sich gebessert, die Regierung hat 700 Millionen für das Ruhrkapital übrig. Die Mittel und Möglichkeiten für die Aufwertung sind also vorhanden. Wenn das Reich Mittel für die Herren Kapitalisten hat, dann muß es auch Mittel für die Aufmertung haben. Die Gelder des Reiches müssen gerecht verteilt werden. Weil die Aufwertung möglich ist, ohne die Währung zu gefährden, ohne eine größere Arbeitslosigkeit und Finanzschwierig feiten hervorzurufen, muß die Regierung eine durchaus positive Stellung zur Aufmertungsfrage ein nehmen. Ich verzichte darauf, noch einmal in Erinnerung zu bringen, welche hemmungslose Demagogie die Deutschnationalen in der Aufwertungsfrage getrieben haben. Heute müssen in ihrer Fraktion die wenigen Aufwertungsfreunde einen heftigen Kampf gegen die zahlreichen Aufwertungsfeinde führen.
Bezeichnend dafür ist ein Artikel, den der Abg. Steiniger vor einigen Tagen in der„ Nationalpoſt" veröffentlicht hat. Darin heißt es, daß die Wähler nicht vergessen werden, welche Wahlversprechungen ihnen die Deutschnationalen gemacht haben. Das ist ein vernichtendes Urteil gegenüber der heutigen Stellung der Deutschnationalen.( Sehr richtig.)
Die Regierung behauptet, menn nach unferem Antrag die Aufhebung der 3. Steuernotverordnung erfolge, dann werde ein Chaos in der Rechtspflege entstehen. Wie kann aber ein Chaos entstehen, wenn die Regierungserflärung richtig ist, daß die Vorarbeiten für den Gefeßent murf ichon abgeschlossen seien?( Sehr richtig bei den Eoz.) Wenn Sie den Gesezentwurf dem Reichstag vorlegen, dann fönnen sie ihn binnen 24 Stunden fertig haben und damit ist auch diese schwierige Frage entschieden. Wir haben niemals bestritten, daß die Aufwertungsfrage ein verantwortungsvolles Gebiet darstellt. und deshalb ließen wir uns niemals zu hemmungslosen Versprechungen hinreißen. Unser Antrag befindet sich aber in Ueber einstimmung mit unseren früheren Erklärungen, monach mir feinen Zweifel darüber gelassen haben, daß wir aufwerten wollen, wenn wir die Mittel dazu haben. Wir wollen die Reichsregierung und die widerstrebenden Wirtschaftskreise dazu zwingen, ihren passiven und aktiven Widerstand aufzugeben.
Wenn Sie unseren Antrag heute ablehnen, so werden die Sparer und Gläubiger sehen, daß in der Aufwertungsfrage tein Schritt weiter gekommen ist. Das zu verantworten, haben Sie heute Gelegenheif.( Lebhafter Beifall bei den Soz.).
In der Abstimmung wird der Antrag der Demokraten
einstimmig angenommen.
In dieser Situation begannen die russischen Kommunisten ihre machte Sinom jew die Mitteilung, daß die Frage der Gefundung Mißgriffe einzugestehen. Auf der Parteifonferenz in Petersburg des Genossenschaftswesens auf der nächsten allgemeinen Konferenz der russischen fommunistischen Partei an erster Stelle stehen würde; diese Frage sei eine der brennendsten".( Prawda" vom 26. Februar 1925.)
3wang statt freien Zusammenschluffes.
Als die Sozialdemokraten behaupteten, daß die Genossenschaften in Sowjetrußland verftlapt und in Organe des Berleumdung sei. Jest jedoch nennt Sinomjem die Genossenschaften Staates verwandelt seien, schrien die Kommunisten, daß dies eine führer Tomsfi zugibt, daß die behördlichen Organe die Genossenstaatliche Handlung Nr. 2", während der befannte Gewerkschaftsfchaften als Organisationen betrachten, die ihnen unterstellt sind". ( Bramda" vom 8. und 31. Januar 1925.)
Bis Ende 1923 gestatteten die Kommunisten grundsäßlich feine freiwillige Mitgliedschaft in den genoffenschaftlichen Organisationen. Sämtliche Staatsbürger wurden zwangsweise als Mitglieder der betreffenden Genossenschaft eingetragen. Nachdem diese Methode zusammengebrochen war, zog sich die Sowjetregierung auf den Standpunkt der form ellen Anerkennung der freiwilligen Mitgliedschaft in den Genossenschaften zurüd. Aber noch heute ist die freiwillige Mitgliedschaft und die Selbständigkeit der Mitglieder in den Genossenschaften angesichts der allgemeinen Rechtlosigkeit in Sowjetrußland eine bloße Fiftion.
Worte haben in Sowjetrußland ihren eigentlichen Sinn verloren. Deshalb sieht sich Sinomjem genötigt, feinen Mitarbeitern die Binfenwahrheit beizubringen, daß es notwendig fei, eine wirt the freiwillige Mitgliedschaft einzuführen. Gleichzeitig gesteht Tomski ein, daß, obwohl das Detret pom 20. Mai 1924 die frei millige Mitgliedschaft proflamiert habe, in Wirklichkeit eine zwangsweise Eingliederung in das Genossenschaftswesen von oben her vor fich gehe". Der Kommissar für Aderbauwesen, N. Smirnom, schreibt in einem feiner Berichte, er habe bei einer Inspektionsreise durch Südostrußland in allen Orten festgestellt, daß man bei der Ausgabe von Unterſtügungen und Darlehen die Mit glieder zwangsweise in die Konsumgenossenschaften eintrage".( Eton. Shifn" Nr. 296.)
Mißerfolge und politische Beeinfluffung.
Das fommunistische Zentralorgan Pramda" zieht die Bilanz dieser ganzen Kritif, indem es in der Nummer vom 8. Januar erflärt: Die Folge von alledem ist, daß wir unter der Flagge des Genossenschaftswesens teinen genossenschaftlichen Handel haben, sondern einen gewöhnlichen Handel, der zudem noch schlecht und zweitrangig ist."
Nein, nicht in Somjetrußland, nicht im Reiche der fommunistischen Selbstherrscher soll man Vorbilder für eine gefunde genossenschaftliche Entwicklung suchen. Freie felbfttätige Ronsumentenorganisationen, wie sie den Sozialisten in allen Ländern stets als Ideal vorgeschwebt haben, gibt es in Sowjetrußland nicht! Jeder ehrliche Genossenschaftsfreund wird sich für die Anwendung des russischen Beispiels auf die deutschen Genossenschaften herzlich be= danken. 2. Jugow.
Der Berliner Arbeitsmarkt gestaltete sich auch in der letzten Woche aufnahmefähig. Vorherrschend ist ein großer Bedef an landwirtschaftlichen Arbeitsfräften. Die Anwerbung von Jugendlichen für die Landwirtschaft ergab einen recht fühlbaren Mangel an solchen, da auch für gewerbliche Arbeit großer Bedarf an Jugendlichen vorliegt. Neben anderen Berufsgruppen, wie dem Buchbinder, Bekleidungs- und Vervielfältigungsge verbe , zeigt namentlich die Metall- und Holzindustrie erhöhte Aufnahmefähigkeit. Teilweise macht sich hier ein erheblicher Mangel an Qualitätsarbeitern bemerkbar. Infolge der allgemeinen Unsicherheit in bezug auf die Erhöhung der Band rolensteuer ist eine Stodung in der Tabakindustrie eingetreten, die auch durch ein Nachlassen des Beschäftigungsgrades hervortritt. Trotz verhältnismäßig günstiger Witterung fetzt die Bcüberwiegt im allgemeinen die Besserung auf dem Arbeitsmarkt, was lebung im Baugewerbe nur sehr zögernd ein. Immerhin besonders in nachstehenden Zahlen zum Ausdrud gelangt.
tragen, gegen 60 519 der Borwoche. Darunter befanden sich 43 583 Es waren 56 406 Personen bei den Arbeitsnachweisen einge( 47 029) männliche und 12 823( 13 490) meibliche Personen. Unterstützung bezogen 24 631( 25 658) männliche und 4644( 4624) weibliche, insgesamt 29 275( 30 282) Berfonen. Die Zahl der zu gemein.. nügigen Pflichtarbeiten lleberwiesenen betrug 308 gegen 355 der Borwoche.
Werkzeugmaschinen auf der Leipziger Messe.
Die Leipziger Frühjahrsmesse, die heute zu Ende geht, stand unter feinem allzu glücklichen Stern. Der Tod des Reichspräsidenten warf zu ihrem Beginn einen schweren Schatten auf das bunte Meßtreiben und ihr weiterer Berlauf ist nicht geeignet, mit allzu großen Hoffnungen in die Zukunft zu schreiten. Noch hat sich die Diskont ermäßigung der Reichsbant nicht auswirken können. Wohl ist das Interesse an der Messe groß, aber die Zahl der Käufer, die Abchlüsse tätigten, steht nicht im Verhältnis zu der großen Schar
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der Besucher. Zwar spricht der meßamtliche Bericht von einer guten Mittelmesse es ist aber offenes Geheimnis, daß dieser gute Durchschnitt nicht erreicht wurde. Es wurde nur zögernd gekauft. Die meisten Interessenten betrachten die Warenschau mehr als eine Getegenheit zur Belehrung als zinn Kauf.
zuvor. Auf dem Ausstellungsgelände der Technischen Messe am Das äußere Bild der Messe aber war großartiger als je Böllerschlachtdenkmal" steht die Maschinenschau" in der Halle 9, die eine hervorragende Uebersicht über die Entwicklung des deutschen Werkzeugmaschinenbaues gibt, im Vordergrund des Interesses. Die Industrie ist heute mehr als je bestrebt, durch arbeitsparende, ausge zeichnet erdachte Werkzeugmaschinen die Güte der Erzeug nise zu steigern und die zur Herstellung nötige 3 ett auf ein Mindestmaß herabzudrücken, um auf dem Weltmarft wettbewerbs fähig zu bleiben. Nach zwei Richtungen sind die Konstrukteure ge= gangen, um höchste Wirtschaftlichkeit ihrer Maschinen zu erzielen. Einmal haben sie versucht, die Maschine automatisch zu ge
Unter diesen Umständen fann man nur sein Erstaunen darüber ausdrücken, daß in den Sowjetgenossenschaften bloß 7 Millionen Mitglieder und nicht die gesamte russische Bevölkerung gestalten, sie zu zwingen, möglichst alle Handgriffe des Arbeiters entzählt wird.
Alle leitenden Basten in den Genossenschaften werden von Kom munisten und sogenannten.„ ehrlichen Parteilofen" befeht. Das ist kein Wunder, da die Wahlen durch offene Stimmabgabe por genommen werden. Je höher die in Frage kommende genossenschaftliche Instanz, desto größer die Zahl der Kommunisten, die zu ihr gehören. So beläuft sich die Zahl der Kommunisten in den unteren Genossenschaftsverwaltungen auf 12 Prozent, in den Bezirksverbänden auf 30 Prozent, in der leitenden Zentrale( 3entroffojus) auf 80 Prozent.
Jeßt, nach fiebenjähriger Mißwirischaft, beginnt Sinomjem end: Wählarbeit in den Genossenschaften notwendig fei, während Tomsti zur Vernunft zu kommen. Er erklärt, daß eine wirtliche anerkennt, daß die Ernennungen von oben her ein großes llebel Die Ueberweisung des Antrags Müller- Franken an einen Aus- feien"." Prawda" 8. und 31. Januar 1925.) In der Sowjetpreise fchuh wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommu- liest man jetzt fogar das offene Bekenntnis, daß die Bevölkerung fich niften beschlossen. von den Genossenschaften fernhält, fie als eine fremde und imstande seien, die Apathie und das Mißtrauen der Be unnüße Einrichtung betrachtet und daß keine Bemühungen völkerung gegenüber dem Genossenschaftswesen zu überwinden". Genossenschaften und Privathandel.
Das Haus wendete sich nunmehr zu der Fortsetzung der Beratung des Haushalts des Verkehrsministeriums, und zwar zu den Ausgaben des außerordentlichen Haushalts. Der Haus haltsausschuß hat den Fonds von zwei Millionen Reichsmart zur Unterstützung des Baues von Kleinbahnen auf zehn Millionen erhöht
Das Haus beschließt nach dem Ausschußvorschlage. Die Einfegung eines Ausschusses zur Prüfung und Feststellung der Rechtsverhältnisse und Zuständigkeiten, wie sie fich auf Grund des Reichsbahn- und des Reichsbahnpersonalgefeßes er geben, wird beschlossen. Die auf der Tagesordnung stehenden Amnestie anträge werden abgesetzt. Der Antrag der Kom muniften auf Einstellung des Strafverfahrens gegen den Abg. Schüßz ( Komm.) wird dem Geschäftsordnungausschuß überwiesen.
Gegen 16 Uhr vertagt sich das Haus auf Montag 2 Uhr ( Beschlußfassung über den Wahltag für die Wahl des Reichspräsidenten , Stellvertretungsgefeß. Bor lage wegen Uebernahme der durch das Ableben des Reichspräfidenten entstandenen Kosten auf das Reich, Antrag auf Bildung einer Abordnung zur Untersuchung der Ursachen der Explosion in Reins dorf, Gefeßentwurf wegen Aufnahme von Auslandskrediten durch Gemeinden, Antrag wegen Wiedereinführung der vierteljährlichen Gehaltszahlung an die Beamten.)
ALTER
=
Die russischen Genossenschaften vermögen entweder gar nicht die Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu befriedigen, oder fie tun das in sehr ungenügendem Maße. Ungeachtet der Unterstützung des Staates haben sie sich im Kampf gegen das Privatfapital als o bn mächtig erwiesen. Ende 1924 waren sie mach amtlichen Angaben neunmal meniger mit der Bevölkerung verbunden als der private Handel. Wie zahlreiche Rorrespondenzen aus der Provinz melden, verkaufen die Genossenschaften oft teurer als die Privathändler.
Von den Genossenschaftsorganen werden wiederum andere Vorwürfe gegen die Genossenschaften gerichtet. So schreibt das Organ für Genossenschaftswesen, Sojus Botrebitelei" in Nr. 13/14:„ Die Genossenschaften haben sich auf den Weg der Anhäufung der Kapitalien begeben." Die„ Prawda" schreibt am 8 Januar 1925: „ Die Genossenschaften betrachten ihre Aufgabe lediglich als eine rein om merzielle." Noch schärfer sind die Vorwürfe, die das offizielle Wirtschaftsorgan Efonom. Shifn" in Nr. 289 gegen die Genossenschaften richtet. Danach haben die Genossenschaften völlig ihr inneres Wejen verleugnet und sind soweit gelangt, daß fie während
behrlich zu machen, so daß eine mehr oder minder große Gruppe von Maschinen von einem Arbeiter bedient werden kann. Zum anderen wollen sie von einer einzigen Maschine eine möglichst große Zahl von Verrichtungen erzwingen, so daß das zu bearbeitende Werkstück die Maschine nicht zu wechseln braucht, wodurch Zeit und Geld gespart wird. Hinzu kommt, daß stille Laboratoriumsarbeit das Wesen, die Zusammenschung der Arbeitsstühle erforschte, so daß die Schnittgeschwindigkeit der Werkzeugmaschinen erheblich gesteigert merden konnte. Endlich macht sich bei den modernen Bertzeugmaschinen die Tendenz bemerkbar, alle Maschinen mit elettrischem Einzelantrieb auszustatten, so daß daß Sinnverwirrende des Transmissionsantriebes wegfällt. Diese Tendenz wird unterstützt durch die Vergrößerung der Antriebsträfte bei schweren Werkzeugmaschinen. Eine Anzahl Maschinen sind auch schon mit Antriebsmotoren ausgestattet, die den Einbau von sparen, da ihre Umlaufzahl direkt geregelt werden kann. Hier Zwischengetrieben zur Aenderung der Umlaufgeschwindigkeiten erwird durch Herabsetzung der Reibung, die einen wesentlich größeren Teil der Antriebskraft für eigentliche Arbeitsleistung ausnußt, der Wirkungsgrad und damit auch die Wirtschaftlichkeit der Maschine erhöht.
Aus der fast unübersehbaren Menge von Werkzeugmaschinen seien hier die bemerkenswertesten Typen erwähnt. Da ist zunächst
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