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ferung gegenüber 311,38 Mart vor dem Kriege. Seit Beginn der Stabilisierung hat also durchschnittlich jeder ganze 16 Mart bei den Spartaffen zurückgelegt.

Wie langsam und schwierig die Kapitalansammlung vor fich geht, dafür folgendes Beispiel: Im Frieden wurde ein Sparguthaben von 1000 Marf von drei Personen aufgebracht, gegenwärtig müssen zu dieser Summe 62 Personen beisteuern. In den vier Monaten von Dezember 1924 bis März 1925 hat im Durchschnitt jeder täg Tid 6 Pfennige zurückgelegt, was in dieser turzen Zeit einen Zuwachs um über 4 Milliarde Mart zur Folge hatte. Wenn auch nicht verfannt werden soll, daß tatsächlich von breiten Boltstreisen ein unwirtschaftlicher Verbrauch z. B. von Tabak und Alkohol ge trieben wird, daß also auf Kosten dieses Verbrauches die Spartätig­feit noch intensiver sein tönnte, so wird man doch nicht fehlgehen, menn man die Hauptursache anderswo sucht. Die niedrige Kauf fraft der Löhne, der durch Kriegs- und Inflationswirtungen außerordentlich gestiegene Bedarf zwingen viele Spar miliige, ihre legten Groschen für Waren auszugeben. Eine ver­Münftige Lohnpolitit wird so zur Voraussetzung für eine beffere Spartätigteit.

Jnflationsnachwirkungen und Arbeiterschaft. Die Ausführungen, die der Staatsbankpräsident a. D. Genoffe M. Boeb zur dem Thema Nachwirkungen der Inflation und ihre Rüdwirtung auf die Arbeiterschaft an einem Vortragsabend der Sozialwissenschaftlichen Vereinigung machte, machten es begreiflich, warum sich die die Reaktion so große Mühe gab, Loebs öffentliches Wirken durch eine schamlose Hehe zu unterbinden. Er führte u. a. aus:

Den tatsächlichen Zusammenbruch des Spartapitals und der Banten während der Inflation illustriert nichts besser als die Tat fache, daß in dem Etat 695 Mill Kredite für die Land. wirtschaft vorgesehen sind. Hätte man die auf dem Görfiger Barteitag vorgeschlagene Fundierung der deutschen Schuld und die unablösbare Beteiligung des Staates an den Sach to erten rechtzeitig vorgenommen, so wäre damit elne schnelle Beendigung der damals beginnenden Inflation erreicht worden. Der deutsche Kapitalismus benutzte die Inflation als Mittel, die durch den Krieg verloren gegangenen Auslands. vermögen neu zu schaffen. Als eine der Nachwirkungen der Inflation bezeichnet Loeb die Tatsache, daß der Arbeiter schlechter entlohnt wird als vor dem Kriege. Helffer ich wußte fchon, was er mit seinem Projekt der Roggenmart wollte, nämlich einen 3ollschut für Getreide ohne Barlament. Das Ge­treide ist heute ein politischer Fattor. Es ist für die deutsche Ar. beiterbewegung eine Umorientierung nach der, Richtung notwendig. Gie muß erkennen, daß politische Fragen durch die Wirt fchaft entschieden werden. Wir müssen uns Reserven für die Ernährung schaffen. Wir müssen das Proletariat, das aus der Landwirtschaft zur Industrie gekommen ist, diefer wieder zu­führen. Die Industrie hat die Inflation benutt, sich zu' organi­fieren. Die Schwerindustrie hat uns bewiesen, daß die Soziali­fierung möglich ist. Wir können den Kapitalismus nur mit seinen eigenen Methoden bekämpfen. Technisch ist die deutsche Industrie nicht auf der Höhe, weil die deutschen Maffen sie nicht zwangen, fich auf den Massenbedarf einzustellen. Es ist ein Bahnsinn,

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zu behaupten, daß wir auf Roften ber Söhne billig im Inland Den Arbeitern produzieren müssen, um exportieren zu fönnen. Den Arbeitern muß zugerufen werden: Spart nicht, verbraucht und schafft Arbeits Benn Organisiert den Ronfum. gelegenheit! die politische Macht die wirtschaftliche Macht nicht zwingt, Dienerin der politischen macht zu werden, ist diese eine hohle Macht. Hier liegt die Aufgabe der Gewerkschaften und Betriebsräte. Sie müssen durch Steigerung der Löhne, durch Umorganisierung der Betriebe im Sinne einer Steigerung des Konsums auf die Preisbildung einwirken.

Preußische Landespfandbriefanstalt.

Die durch den Krebititandai der Rariomis, 3igemik und Ezdorf bekanntgewordene Preußische Landespfandbrief. anft alt veröffentlicht jezt Geschäftsbericht und Bilanz für das Jahr 1924. Nach einem der Presse zur Verfügung gestellten Kommuniqué stellt der Geschäftsbericht fest, daß Verwaltungsrat und Arbeits ausschuß den gesamten Betrieb der Anstalt eingehend geprüft haben, bevor die im Parlament behandelten sagungswidrigen Kredit geschäfte befannt wurden. Festgestellt wurde dabei, daß die übrigen Geschäfte in Ordnung und daß auch die beanstandeten Kredite ficher gestellt sind. Eine Beeinträchtigung der Liquidität der Anstalt ift infolge der getroffenen Maßnahmen nicht eingetreten, auch steht zu erwarten, daß bei der Abwicklung der besonderen Kreditgeschäfte ein Schaden für die Anstalt nicht eintreten wird. Das Kapital der Anstalt, das nach Umstellung auf Goldmart 18461,15 m. betrug, ist im Laufe des Jahres 1924 auf 1249 621,27 Mart gestiegen und im Jahre 1925 um weitere 3 Millionen Reichs­

inarf erhöht worden.

Ihre Aufgabe- Förderung des Rieinwohnungsbaues hat die Anstalt durch durch Hergabe hypothefarischer Darlehen Hergabe von erststelligen Hypothetendarlehen im Betrage von 6961 192,30 Goldmark erfüllt, durch die insgesamt 4445 Wohnungs­bauten im Bereiche des Breußischen Staates erststellig beliehen werden fonnten. Daneben find noch 152 000 Goldmart für Kom. munaldarlehen gegeben worden. Ferner hat die Anstalt aus dem staatlichen Zwischenkreditfonds, der ihr in Höhe von 2 450 000 Mark zur Verfügung gestellt worden war, Zwischenkredite zur Er. richtung von Kleinwohnungsbauten gegeben, bei deren Verteilung das besetzte Gebiet und die Grenzproningen besonders berücksichtigt werden konnten und durch die der Bau von 3044 Wohnungen finan­ziert worden ist. Außerdem ist die Anstalt mit der Verwaltung der für die Ansiedlung abgebauter preußischer Beamter und Lehrer auf Grund des Gesetzes vom 27. März 1924 bereitgestellten Mittel in Höhe von insgesamt 3 Millionen Mart beauftragt worden.

Dei Bilanz meist einen Reingewinn von 162 386,59 m. aus, der nach den Beschlüssen der Hauptversammlung zur weiteren Stärkung der Anstalt in vollem Umfange in Reserve gestellt ist.

Schlesische Bergwerks- und Häffen- 21.- G. Beuthen Q- Schle. Die Schlesische Bergmerts- und Hütten- A.- G. ist der fleinere Teil der früheren Schlesischen A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb Lipine, die ihrerseits das Kernwerk des Fürsten Guido von Donnersmard Ronzernes war und durch die Teilung Oberschlesiens im Jahre 1921 in ungleiche Hälften zerrissen wurde. Die Schlesische Bergwerts- und Hütten- 2.- G. ift der deutsch .

gebliebene Teil des Gesamtwerts, der nach der Loslösung von dem Muttermert 1922 in eine neugegründete deutsche A.-G. übergeführt wurde, während das Mutterwerf unter dem alten Namen eine polnische Gesellschaft wurde. Der erste Geschäftsbericht des deutschgebliebenen Werfteils hätte bemerkenswert sein können, da er über die Wirkungen der neuen Grenzführung auf den Konzernfomplex, der die aufeinander eingespielten Betriebe ver­schiedenen Gesegen, Steuermethoden und auch Konjunkturen unter­stellte, hätte Aufschluß geben tönnen. Leider ist das unterlassen worden. Immerhin läßt sich aus den Fußnoten zur Darstellung der Betriebsverhältnisse entnehmen, daß die politisch getrennten Werftomplere ihren betrieblichen Zusammenhang auf­rechterhalten haben. Die in den deutschen Zinferzbergwerfen gewonnene 3intblende wird auf Grund eines Hüttenlohnwerfver frags von den bei der polnischen Gesellschaft befindlichen Zink­hütten zu Rohzint verhüttet und dann den deutschen Walzwerken des Konzerns zur Zinkblecherzeugung zur Verfügung gestellt. Im übrigen wurde die seit dem Tode des alten Guido beobachtete Be schränkung auf die Kohlen, Zinthütten- und Walzwerksproduktion fortgeführt, eine Politit, die den heute sehr bescheiden anmutenden Konzernresten angesichts der immer heftiger werdenden Krise in der Schwerindustrie gut bekommen dürfte. Im Gegensatz zu den meisten bisher befanntgewordenen Geschäftsabschlüffen verteilt die Schlesische Bergwerks- und Hütten-.- G. auch eine Dividende, und zwar von 6 Proz. auf ein Kapital von 16,67 millionen Mart. Der Rohgeminn abzüglich aller Geschäftsuntosten und Steuern beträgt 2,2 Millionen Mart, von dem 1 Million Mark auf Ab­fchreibungsfonto geht. Die Steintohlenförderung auf Karsten- Zentrum betrug 1924 689 000 Tonnen gegenüber 535 000 Tonnen und 600 000 Tonnen in den beiden Vorjahren. Wie im Ruhrgebiet hat die Förderleistung je Schicht im Jahre 1924 wieder 0,89 Tonnen erreicht gegen über 0,95 Tonnen im Jahre 1913. Das sind rund 94 Pro3. Es wäre rein betrieblich an der Beit, daß die Hauerlöhne wieder stärfer an den Real­wert von 1913 herangeführt würden. förderung( 24 000 gegen 29 000 Tonnen im Vorjahr) ist um 5000 Tonnen zurückgeblieben, was wesentlich auf die Stillegung der Gewerkschaft Neue Viktoria zurückzuführen ist, die zu schlechte Erze förderte. Die Walzwerfe( 9046 gegen 7078 Tonnen im Vorjahr) produzierten 1968 Tonnen mehr. Dem einzigen Besitz im Ruhr­ gebiet , das Kalker 3infmalzwert, wurde am 1. Oftober 1924 die Feinzinthütte Reisholz angegliedert, um Frachtkosten zu sparen.

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