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KSchzenden Stufen ihr« gewohnten Schlafplätze wieder einzunehmen. Mir dem schwindenden Tage wird es stiller und stiller im Krähen- wald. Wenn aber die Sonne höher steigt, oeranlaßt der erwachend« Vrullrieb die Vögel, sich in Paaren zusammenzuschließen und mit dem Nestbau zu beginnen. Das jedes Paar zu seiner Erhaltung und zum eigenen und der kommenden Jungen Nahrungserwerb ein größeres Wohn- und Jagdgebiet nötig hat, losen sich die Schwärme auf, bis die Nöte des Mnter» sie wieder zum engen Zusammenschluß zwingen.___ Was in öer Lust liegt. Wenn man in lange verschlossen gewesene Stuben plötzlich einen Luftzug strömen läßt, so beginnen Spinngewebe und Staubmassen sich von ihren verborgenen Platzen zu lösen und in der Lust umher- zuwirbeln. Aehnlich i es im Lssentlichen Loben, wenn die Zuglust der Kritik durch i'e Ülltenstöß« fährt, die die sorgsame Obrigkeit als Aerschanzung zusammengetragen hat. 2ei solchem kritischen Verfahren enlschliipsen dann wohl zuweilen dem sonst so ver- schlössen«!? Gehege der Zähne verantwortlicher Männer Ausspn'tche, die volle Vereristigung haben, neben Buchmanns geflügelten Worten im Gedächtnis der Mit- und Nachwelt fortzuleben. Di« letzten Tage waren besonders reich an solchen Worten. Ein Deutschnationaler sprach im Auswertungsausschuß das große Wort gelassen aus:Es muß im Reichstag noch Männer geben, deren Wort gilt." Man sollte der Meinung sein, daß dieser Ausspruch eigentlich etwas Selbstverständliche» sei, aber wer Bescheid weiß, wird seine helle ftreude an diesem in positive Form gekleideten Verneinungsurteil hoben und er wird auch wissen, wo di« so gekennzeichneten Männer sitzen,dked lov tkil man Und bygge* mit bcirf Gesetz soll man da« Land bauen diese trefflichen Worte stehen in Kopcn- Hagen an einem alten Volkshause ins Neu-Nationaldeutsche über- setzt heißt es: Mit Wahlversprechungen soll man Wählermossen ködern. Ei» anderer Ausspruch führt uns au» dem Kampf um Geld und Gut in den noch gefährlicheren um Leben und Tod. Ein Arzt etklärt, daß er sich freue, daß die Obduktion der Leiche di« Richtig- keit seiner Bormiesage ergeben habe. Dem Toten wäre e« zweifel­los lieber gewesen, wenn der Arzt sich darüber hätte freuen können. daß er der Tote mit dem Leben davongekommen wäre. Jener Ausspruch erinnert doch bedenklich an das derühmte:Operation ge- glüikt Patient leider gestorben." Wie weit sind doch die Ehinesei? un» voraus, die ihren Arzt nur dann bezahlen, wenn sie gesund sind. Opfer müssen fallen, soll die Menschheit in ihrer Entwicklung fortschreiten. Aber es ist doch ein Unterschied, ob diese Opfer frei- willig gebracht werden, indem kühne Forscher und Entdecker ihr Leben wage», um bisher Unerforschtes zu erkunden, oder ob die Opier wahre Opier von Lerhöltnissen sind, die in gleicher Weis« der Vernunft und dem Zeitgeist widersprechen. Nachher wird der Brunnen zugedeckt, wenn da» Kind hinein- gefallen ist. Oder auch nicht?

I�eute öeginn ües veuhiheu Runüflugs. Der Deutsche Rundilug löZZ, die erste große deutsche Flug- Veranstaltung nach dem Kriege, nimmr am heutigen Sonntag früh vom Flughasen Tempelhoser Feld aus fernen Ansang. In 5 großen Schleifen von 1l0t) bis 1200 Km. Länge wird der Wettbewerb'sich vom 3t. Mai bis zum ö. Juni fast über das ganz« Reich mit Ausnahme Ostpreußens und de» besetzten Gebietes erstrecken. Von den ursprüglich gemeldeten Ol Maschinen dürften etwa 70 sich dem Starler stellen, nachdem eine ganze Reihe von Flugzeugen, die sich an dem Wettbewerb beteiligen wollten, nicht rechtzeitig fertig geworden sind oder au« sonstigen Gründen aus die Beteiligung' ver- zichten mußten. Der Statt beginnt heut« früh um 4 Uhr, so daß bei glattem Verlauf die Flieger der ersten Etappe schon von Ii Uhr vormittag« ab wieder auf dem Tempelhoser Feld zurück- ermattet werden können. Die Flugzeuge haben jedoch bi« zum Abend des 1. Juni, also de» zweiten Pfingsifetettages, Zeit, diese Etappe zu beenden, da der Start für di« zweit« Schleis«, die bis hinunter nach Fronkfun a. M. und Darmstadt führt, erst am Dienstag früh 4 Uhr beginnt. Auf dem Flughafen Tempelhoser Feld sind für den zu erwartenden Massenandrang von Zuschauern aus- gedehnte Platzanlagen mit Restaurationszelten und Cr- frischungstiosken aller Art geschaffen worden. Die Flugzeuge selbst stnd zum großen Teil in den großen Hallen de« Aero-Sloyd und der

Iunckers-Wsrke, in einem an der südlichen Peripherie des Platzes errichteten Zelllager untergebracht. Sovderveranstaltungea auf bau Tempelhoser Ield. Unter günstigen Verhältnissen wird die Rückkehr der ersten Rundflieger von der heutigen 1000-Km.-Schl«ise zwischen 2 und 3 Uhr erwartet. Ab 4 Uhr nachmittags wird auf allen Plötzen des Berliner Flughafens wieder Konzert sein!. Außer Kunst- und Geschicklichkeitsflügen findet zwischen S und ö Uhr nach- mittaqs ein Fallschirmabsprung �us etwa 1000 Meter Höhe statt. Am Pfingstmontag ist nachmittags gleichsakls von 4 Uhr ab Konzert auf allen Plätzen. Neben Kunstslügen werden verschieden« Flug- �zeugtypen neuester Konstruktionen im Flug« vorgeführt. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß auf jede 20. Dauerkart« des ersten Platze«, sowie auf'jede 100. Dauerkart« de» zweiten Plage««in Freislug ausgelost wird. Nähere« wird durch Anschlag und Lautsprecher auf dem Flugplatz bekanntgegeben.

ver?tc'i des Gesetzes. Verhaftung eines Pariser Verbrecher» in verllo. Ein 2? Jahre alter Pole Johann U r b a n i a k, den die Pariser Polizei wegen Totschlages und Diebstahl» verfolgt«, wurde in Berlin verhaftet. Bei einer Kontrolle des Asyl« in der Fröbelstraß« fand ihn die Berliner Kriminalpolizei und nahm ihn fest. Der Ber - hastet« legte auf dem Polizeipräsidium alsbald eln Gestand- n i« ab. Wie er sagt, hatte sich in Paris ein« Bande von sechs Polen und Russen zusaminengefunden. um in einem Vorort in di« Villa einer Gräfin einzubrechen. Ein Angestellter dieser Gräfin ge­hörte«bensall« zu dem Komplott. Dl« Verbrecher besprachen mit diesem ausführlich zur Nachtzeit in einer Kneip« den ganzen Plan und führten ihn in der nächsten Nacht au». Sie fuhren mit einem Auto in den Vorort, dessen Namen Urbaniak entfallen ist. hinaus, verließen in der Nähe der Villa den Wagen, schlichen sich an di« Besitzung heran und drückten, ohne daß jemand etwas hört«,«in« Scheibe ein. Drei Mann stiegen durch da» Fenster ein. die beiden anderen durch die Tür, die ihnen die drei von innen öffneten. Der eingeweihte Angestellte war bereits vorher im Hause. Der An- schlag geschah kurz vor Weihnachten, al» es nachts stockfinster war. Die Verbrecher drangen sofort in das Schlafzimmer der Gräfin«in und drohten dieser mit dem Revolver, ol» sie erwachte. Als sie dann aber doch um Hilfe rief, schoß einer sie nieder. Die Ver- breche« ralften dann an sich, wa« sie an Brillanten und Goldsachen erreichen konnten, mußten aber eiligst entfliehen, weil da» Personal der Villa durch die Schüsse geweckt worden war. Ihre Beute war lange nicht so groß, ol» sie erwartet hatten. Vier der Verbrecher, darunter auch der Angestellte, wurden im Lauf« der Zeit von der Pariser Kriminalpolizei ermittelt und festgenommen. Urbaniak entkam nach Amsteidam und mochte dort seinen Beuteanteil zu Geld. Weil er ohne Aufenthaltserlaubnis war, so wurde er festgenommen, well man ober von seinem Verbrechen keine Kenntnis hatte, so schob man ihn nach Polen zu über die deutsche Grenze ab. Er wandette setzt nach dem Hannoversäien Zu und arbeitete eine Zeitlang auf einem lorfwerk bei Gifhorn . Don dott kam er vor acht Tacjen nach Berlin , wo er sich, wie die Streife V. T, bereits ausgespürt hatte. zunäd)st in der Umgebung des Schlesiichen Bahnhofes und in der Gubener Straße aufhielt. Der sechst« Verbrecher, den Urbaniak nicht kennen will, wird noch gesucht. Sin MordgerScht. Eln Mordgerücht hatte sich in Tegelort verbrettet. Donach sollte am Freibad Tegelott ein Mann einem Derbrechen zum Opfer gefallen sein. Totsach- ist nur. daß gegen SX Uhr nackmittaq, ein Beamter der Schutzpolizei in der Näh, des Freibades Tegelott den SMifer Fi s ch- r au« der Fröbelstraß« hilsslo» und au» Mund und Nase blutend daliegend fand. Auf der Rettungsstelle in Tegel stellte der Arzt einen schweren Schädelbruch fest. Fischer erholte sich wieder und gab an, daß ihm beimBadenschlechtgeworden sei. Halb ohnmächtig habe er das Wasser verlafien. und beim An­legen der Kleidung sei er zusammengebrochen. Bor einem Jahr höbe er an einer Gehirnvereiterung gelitten und vor drei Tagen bei einer Schlägerei in der Fröbelstroße mit einem Schlagring einen wuchtigen Hieb auf den Kops erhatten. Daher rühren ohne Zweifel der Schädelbruch und die Blutungen. Der Berletzte wurde nach dem Dirchow-Krankenhause gebrocht. Sich selbst gerichtet. Zwei Mord«, di«. wi« wir früher schon mittektten. nach sechs Jahren von dem Berliner Kriminalkommissar Busdorf in Gommern aufgeklärt wurden, stehen seit vergangenem Montag zur Hauptoerhandlung vor dem Schwurgericht in Magdeburg . Ermordet wurden ein Steinhauer Andrea» Müller aus Gommern und«in Fellhändler Solomon Zweifler aus Leipzig . Angeklagt sind die

Hi Schnock. Ei« Roman von See und Sümpfe». Von Svend Fleuron . Schnock hatte Glück im Unglück: allerding» war es«in Menschen-Weißskjch. auf den sie angebisien hatte: aber sie hatte mit Erfolg die Leine gesprengt und stürmte nun davon mit einem langen, nachschleppenden Angelvorfach. Den Köder- fisch hatte sie verschlugen: aber«» störte sie ungemein, daß sich beim Biß gleichzeilig«ine lang«, dornige Wasserpflanze an der Oberlippe festgehalt hatte. Es waren die drei Svitzen des Angelhakensi Da sieht sie im nämlichen Augenblick wieder«inen kleinen Weißfisch funkeln.(St ist ebenso ermattet wie der erst« und macht den gleichen verlockenden Eindruck. Mit einem Hap« beißt sie zu! Dieselbe Komödie wie vorher, dieselbe unfaßliche Kraft in so einem elenden Fischchen und dieselbe Müh« und Anstren- gung, um den Wderspenstigen in ihre Gewalt zu bekommen. Na. es klappte ja schließlich auch: endlich hatte sie ihn gekapert... Auch den kriegte sie herunter: aber wieder mußte sie«nvae Spitzes und Stechendes ausspeien, das auf der«nt» gegengesetzten Seite an ihrer Oberlippe hängenblieb.

Es währte eine geraume Zeit, bis Schnock die beiden Angelhaken aus den Mundwinkeln herausgezogen hatte. Lange schwamm sie mit den verrosteten Dingern, als sei es ein Paar besonderer Ungeheuer von Eckzähnen, im Munde herum. Die Schnurenden, die hinterdrein fegten, blieben oft- mals hängen und ketteten sie auf unbegreifliche Weife an Nohrgestrupp und Schilfpflanzen. Aber nach und nach zog sie erst den sine» Haken, später den anderen heraus, und harte, knorpelige Lederhaut bildete sich dort, wo sie gesessen hatten. Aus diesem Erlebnis zog sip beträchtliche Erfahrungen: ihr Mißtrauen oereinzellen, tranken Weißfischen gegenüber war geweckt! Sie raubte später mit vertrauensvoller Gier sowohl große wie kleine Weißfische-, aber sie nahm nur sehr ungern sene halbschwimmenden, elenden Tiere, an denen sie sich an dem denkwürdigen Morgen so eklig gerissen hatte. .Ähre schlaffen Flossen und die schwerfällige, schwankende Be- wegung waren deutlich in ihrem Gedächtnis haften ge- blieben. Ihr« friedliche Jugend, als sie nur mit dem Reiher und

den Krebsen Kriez zu führen hatte, war seit langem vorbei sie sollte immer häufiger die Listen de« Holzdrechslers zu spüren bekommen. i Der alte Sonntagsfische? aber, der mit einigen morschen Geräten geangelt hatte, mußte daran gehen, seinen Bestand gründlich zu untersuchen und zu erneuern. Er ärgerte sich gelb und grün und hatte noch lange nach- her einen üblen Geschmack im Munde. Daß der Hecht, den er verloren, mindestens eine Dronzemedaille wert gewesen, dessen war er, dem Widerstande nach zu urteilen, den der geleistet hatte, völlig überzeugt. Er wollte niemand verraten, wo er sich aufhielt, vielmehr ihn bei Gelegenheit selber holen. < Der Reißer. Die Horde der Marodeure durchjagk« wieder den See und dahinter folgten die Hechte! Sie kamen nicht wie die Barsch« in einem geschlosienen Trupp in wildem, überstürzten Iagdtempo daher, sondern schlichen sich einzeln von Stein zu Stein, von Tangbusch zu Tangbusch. Schnock ist unter ihnen und wie ein« Robbe grast sie die flüchtenden Plötzen ab, die in unmäßigem Schrecken blind- lings in ihren Rachen stürzten. Schnell geht das Fangen von statten, aber dennoch nicht schnell genug, das Schlemmen der Barsche ergrimmt und reizt sie, sie fühlt ihren Bauchsock wachsen, der Schlund weitet sich: sie hat noch Platz für viele Heringe... Berge von Heringen! Durch einen Schlag mit dem Körper kommt sie näher und ist nun mitten im Mahlstrom der Plötzen und Barsche... Zitternd und bebend fahren die kleinen Fische ausein- ander, während sie unter ihnen wütet und unter harten Schlägen mit dem Schwänze nach rechts und links ihr« Schlachtopfer verfolgt. Die Augen leuchten, und die schmalen Lippen zittern in unersättlicher Raubgier. Ein großer, turmrückiger Barsch fängt ihr ungeniert die Beute vor der Nase weg. In seinem Eifer noch Fang tummelt er sich derart im Wasier, daß es fortwährend wie ane efülll mit dicken, schillernden Schlangen erscheint. Haps... apsl Da hat er ein« Plötze Schnock geiade vor dem Maule weggeschnappt. Si« kann das Biest nicht ausstehen! In stärkerem Maße noch denn damal». als sie. ein Iunghecht nur. sich dem Schutz des Wieks vertraute, ist der freche Seeteufel fetzt ihrer Natttr zuwider. Seine Schläue und Hinterlist, seine Fähigkeit, sich

Söhne Müllers, die Brüder Kark, Fritz, Hermann und Gustav Müller und deren Mutter. Nach tagelanaem Leugnen aller Ange- klagten gestand, wie uns mitgeteitt wird, Gustav Müller beide Mord« und erhängt« sich darauf m der Nacht zum gestrigen Sonnabend im Gefängnis. Clenö unü Tugenö. Alltägliches aus Moabiter Gerichtssälen. Elend nicht schad't, wer Tugend hat." So steht es geschrieben in goldenen Lettern an den Wänden eines Moabiter Ge- richtssaals«. Schadet das Elend wirklich nichts? Ein« grauhaarig« kleine Frau in Begleitung ihres Sohnes tritt vor die Richter. Die Anklage beschuldigt si« der Hehlerei und den Sohn de» Diebstahls. Was war's denn, was die beiden bisher unbescholtenen Leutchen hierher brachte? Der Sohn hatte immer seine alte, arbeitsunfähige Mutter schlecht und recht miternährt bi,._ ja bis das Gespenst der Arbeitslosigkeit ihn packte. Ein halbes Jahr ohne Arbeit, nur Erwerbslosenunterstüt- zung. Schulden müssen gemacht werden, denn von den paar Mark Unterstützung können nidst Miete, Feuerung, Licht und das zum Leben Notwendige bezahlt werden. Da bekommt er endlich wieder Arbeit. Wenns Gehatt man auch sehr kläglich ist, so wird doch wenig- stens der Rückgang wieder aufgehalten. Doch wie die Schulden be> zahlen? Er entwendet im Geschäft L Dutzend Taschentücher und gibt sie seiner Mutter zum Verkaufen. Der Schlimmes ahnenden Mut- ter versichett er, sie billig von seiner Firma bekommen zu haben. Der Kausspreis werde ihm erst am Gehattstage abgezogen. Ein übelwollender Verwandter zeigt Ihn und die Mutter der Polizei an und nun stehen sie weinend und schluchzend vor dem Richter. Der aber Ist einsichtsvoll: 10 Mark G e l d st r o s e für den Sohn und der Freispruch der Mutter lassen den Tränenstrom ver- ebben. Ein andere» Bild. Zwei Frauen treten in die Anklagebaak. Die«m« ärmlich aber sauber gekleidet, mit freudlosem, verhärmten Gesicht. Ihr Ernährer wurde durch eine tückische Krankheit zum Feiern gezwungen. Die Frau muß sich nach Arbeit umsehen. In einer Metallwarenfabrik bekommt sie auch eine Auf- Wartung. Um die häusliche N o t zu lindern, nimmt sie ab und zu kleine Kupfer st ücke mit nach Hause und verkauft sie bei der Produttenhändlerln. Diese will ihr aber nach dem zweiten Male nichts mehr abnehmen, weil si« merkt«, daß es gestohlenes Gut war. Die Frau schildett ihr aber ihre furchtbore Notlage und au» Mitleid kaust die Händlerin ihr mehr ab. Plötzlich wird der Diebstahl ruchbar und nun müsien sich die Frauen verantwotten. Der Stoatsanwall beantragt gegen die Aufwätterin 3 Monat« G e f ä n g i n s und gegen die Händlerin 1 Jahr Zuchthaus. Das Gericht würdigt aber die menschlichen Triebträft« zu den Taten besser und gibt der ersten Frau 1 Monat und der Händlerin S Monat« Gefängnis unter Jnausfichtnahme einer Bewährungsfrist.- Wie heißt doch der Spruch tm Gerichts- saal?

Wieder ein Konflikt in Beelitz ! Heber di« Lungenheilstätte Beelitz meldet un» ein Patient, der bi» vor kurzem in ihr war, eine dott vorgekommene Massen- auswonderung. Vor wenigen Tagen ist er zusammen mit 25 Patienten der Männerstation, die bei den in der Lungenhell- statt« herrschenden Zuständen keine Förderung ihrer Gesundheit mehr erwarteten, noch Berlin zurückgekehtt. Die Unzufrieden- heit mit dem Essen, da» nach Beschwerden nur teilweise vesier wurde, erreichte ihren Gipfel, als eines Tages in einem Tee- behälter nach der Verteilung der ganzen Teemenge, eine tote M a u» al» Rückstand gefunden wurde. Der Aufenthatt In der Heil- stätt« wird vielen Patienten auch durch Differenzen mit dem Di- rektor Graßner oerleidet. Vor einiger Zeit kam es zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und Patienten, weil man In der Heilstätte einen Film drehen wollte, und Patienten mitspielen sollten. Sie antworteten, die Film- Sesellschast soll« sich Statisten vom Arbeitsnachwei» olen. Da« war die richtige Antwott, aber der verärgerte Herr Direktor erklärte, er werde sich das merken. Als Pfingsten herannahte und viele sich auf Urlaub freuten, gab es Urlaubs- Verweigerung en und bittere Enttäuschungen. Wegen der unter den Patienten �entstandenen Erregung wollte der Patienten- ausfchuß sich mit der Landesoersicherungsanstott Berlin in Der- bindung setzen, aber da» wurde ihm nicht gestattet. Zum Protest beschloß man In den Hungerstreik zu treten, und ein großer Teil der Patienten verweigerte die Annahme de» Esten«. Der Direktor entließ zwei Ausschußmitglieder, die mit der Herbeiführung de» Hungerstreik» nicht» zu tun gehabt hatten. Auch ließ er Kriminalbeamte kommen und drohte mit der angeblich schon in Alarmbereitschaft liegenden Polizei. Danach verließen 25 Patienten di« Lungenheilstätte. Von der Landes- oersicherungsanstall fordern sie, daß der Direktor abgesetzt oder sie an eine ander« Heilstätte überwiesen werden.

selbst zu retten und sie ins Fettnäpfchen zu treiben, hat sie in späterer Zeit oftmals gereizt. Einen Augenblick darauf, als sie gerade«Inen Sprung tut. wird er durch einen Zufall von den Genossen dicht an ihr Maul gedrängt. Schon hält si« die Lade mit dem Schnapp- schloß geöffnet, mit äußerster Geschwindigkeit strömt das Wasser hinein... sie sieht das Plötzenfett um den Mund ihres festen Widersachers schäumen und ihre Mordlust und Wildheit verdoppeln sich. Da folgt sie ihres Wesens innerstem Drange: mit einer aewaltigen Energieentfaltung in Raublust hingegeben schnappt sie mit der vollen Kraft ihrer Sägekiefer nach dem Reißer... jagt in wilder Hast ihr großes Maul über seinen Kopf hinweg... reißt den Rachen Hachaus und schlingt so gierig, daß sie bis weit über seinen drallen Barschrücken ihn herunterschlingt: ihre kleinen Zahnstifte, die zu Hunderten den Gatlmen puastern legen denselben Feuereifer an den Tag. dieselbe ttbsicht: stch bis in die tiefste Tiefe zu bohren und festzuhalten. In dem Augenblick, als der Hechtbiß seinen Höhepunkt erreicht, spreizt der Reißer mit einem Schlag seine zwölf- stachelige Rückenfinne auseinander. Während des Jagens nach den Fischchen hatte die Flosse wie ein Fächer hübsch zu sammengefattet am Rücken entlang gelegen: jetzt verwandelt sie sich zu einer Mordwaffe, ihre Lnochenrippen werden zu einem Bündel verborgener Klingen, bald steif und spitz wie zum Angriff bereite Bajonette, bald elasttsch biegsam wie Stilette. Mit Wonne nimmt Schnock den großen Kloß ins Maul: sie merkt zwar, daß er piekt, aber ihre Mundhöhle kann sich Übertrieben« Empfindsamkeit ja nicht rühmen. Herrlich schwer und massiv liegt der Reißer auf ihrer Zunge! Indessen seine rauhen, schieferartigen Schuvpen und die pur dürstig mit Schleim und Fett überzogene Haut machen es ihr ungewöhnlich schwer, den Kloß zu schluckm. Er quält und peinigt sie jetzt. Mit einem Haps greift sie aufs neue und besser zu, läßt sogar die Greifzähne in Funktion treten und die Zunge willig hinterher warpen aber was sie auch unternimmt und wie wett sie ihren Rachen aufsperrt, ihre Anstrengungen sind vergebens:- der Turm- rücklge läßt sich nur bis zu einem gewissen Punkte ruplen! Anfoßlich, unmöglich!... Und sie versucht aufs neu«. (Fortsetzung solgt.)