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fcfat, s o würden sich die beiden cherren durch Abgabe einer falsche» eidesstattlichen Versicherung aus das Schwerste strafbar gemacht haben. Wir glauben indessen, daß Bacmeister-Leopold diese»eidesstattliche Versicherung" nur erfinden, um ihre eigenen Behauptungen etwas glaubwürdiger ei scheinen zu lassen. Der chauptteil der Angriff« richtet sich gegen das preußisch« Justizministerium, gelungenerweise in erster Linie gegen den der Rechten nahestehenden Ministerialdirektor ch u b« r. Es verlohnt kaum, auf jene Angriffe einzugehen, die sich im wesentlichen auf die Abberufung der Staatsanwälte beziehen, aus deren Reihen schwere amtliche Verfehlungen begangen wurden. Wenn aber die Herren Bacmeister Leopold mit gemimtem Pathos immer wieder so tun, als sollte eine zum Himmel schreiende Korruption gegen die strafrechtliche Verfolgung in Schutz genommen werden, so erklären wir: eine wirkliche Korruption wird der»Vorwärts" oder die sozial. demokratische Partei niemals in Schutz nehmen. Unser Kampf richtete und richtet sich dagegen, daß der ganze sogenannte Barmat« Skandal aus rein politischen Gründen ohne sachliche Unter. lagen in Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und Rechts- Parteien inszeniert wurde, um die republikanischen Parteien bei der Reichspräsidentenwahl zu schädigen. Wir verweisen insbesondere auf folgende Dinge, die nach den amtlichen Stenogrammen des preußischen Untersuchungsausschusses feststehen, aber bis heut« von der Rechtspresse ihren Lesern ängstlich verschwiegen werden: Der als Sachverständiger vernommene Reichsbankdirektor Schacht hat erklärt, daß im Gegensatz zu den Kutisksr- und Michael-Krediten die Barmat-Kredite der Seehandlung an sich volkswirtschaftlich gerechtfertigt, nur seiner Ansicht nach zu hoch waren. Der ehemalige Seehandlungspräsident, Exzellenz von D o m b o i s, ein vollkommen altpreußischer Herr, erklärt die unter seinem Regime gegebenen Barmat-Kredite für Volkswirt- schaftlich absolut gerechtfertigt. Sein Nachfolger, der jetzige Seehandlungspräsident Dr. Schröder, erklärt, während seiner Amtsperiode niemals das Gefühl gehabt zu haben, daß Barmat die Seehandlung habe be- trügen oder durch falsch« Angaben täuschen wollen. Wenn die Herren Bacmeister und Leopold von der Derschleude- rung»riesiger Millionenbeträge" auch im Fall« Barmat reden, s o steht bis heute überhaupt noch nicht fest, ob«in Schaden und welcher«ntstand/n ist. Sämtliche Betei­ligten haben dem Ausschuß gegenüber bis heute eine präzise Beant- wortung dieser Frage abgelehnt. Der von der Staatsanwaltschaft als Sachverständiger hinzugezogene Professor Leitner hat sein Gutachten dahin erstattet, daß bis zum 31. Dezember 1S24 die Barmat-Kredite in voller oder nahezu voll«? Höhe gedeckt waren und daß die Deckungen erst durch das Vorgehen der Staatsanwaltschaft stark entwertet worden sind. All das zeigt, daß es sich hier nicht um ein Vorgehen gegvr irgendwelche Korruption, sondern um einen politischen Schlag gegen die Linkeparteien gehandelt hat. Cosparp bei hoste. Assessor Dr. T a s p a r y schickt uns folgendes Schreiben, das er eine.Berichtigung" nennt: Wahr ist, daß ich wie Rechtsanwalt Themal im»Berliner Tageblatt" vom 30. Juli 1925 auf meine Information hin be- hauptet hat»weder mit der Verhaftung des Herrn Dr. Höfle noch überhaupt mit der Entscheidung gegen ihn befaßt, vielmehr im ganzen Barmat- Komplex niemals Dezernent war". Sie zitieren dagegen einige Angaben, die der Staatsanwalt- schaftsrat Peltzer vor dem Untersuchungsausschuß gemacht hat. Der scheinbare Widerspruch erklärt sich aus folgender Tatsache: Als Herr Peltzer nach Lichterfelde zu Herrn Dr. Höfle fahren wollte, bat er im letzten Augenblick Herrn Ober- ftaatsanwalt Dr. Linde, einen Zeugen mitnehmen zu dürfen, da die Beamten der Staatsanwaltschaft in der damaligen Zeit allerlei Verdächtigungen in bezug auf die Ausübung ihrer Amts- pflichten ausgesetzt gewesen seien. Zu seiner Begleitung wurde ich bestimmt. Bon der Fahrt nach Lichterselde kehrten wir ohne Herrn Dr. Höste zurück. Irgendeinen materiellen oder formellen Einfluß aus diese ganze Angelegenheit hatte ich nicht und durfte ich entsprechend der mir zugeteilten Ausgabe als Zeuge nicht be- anspruchen." Assessor Caspary muß in diesem Schreiben selbst zugeben, daß er bestimmt war, den Staatsanwalt Peltzer auf der Fahrt nach Lichterfelds zur Haussuchung bei Höfle und bei dessen eventueller Verhaftung zu begleiten. Er war also»dienstlich damit befaßt" und die Abslreitung dieser Totsache durch Rechtsanwalt Themal war demnach zumindest leichtfertig, wenn es sich nicht gar um gewollt« Buchstabenklauberei handelt.

Die marokkanischen Zrleüensbeüingungen. Das spanisch-frauzöfische Programm. Pari». 5. August. sEigener Drohtbericht.) Der Sonder- bcrichlerstatler desMatin" in Tetuau behauptet auf Grund voa offiziellen Ünformalioaen die F riedensbedrngungen. auf die sich Frankreich und Spanlea geeinigt hätten und die Abd et Krim durch Vermittlung der beiden uach Tetuau eutfaodteu Emissäre zur Seout- nis gebracht wordeu seieu. wie folgt präzisieren zu käuueu: 1) Abd el Srim verpflichtet sich, die religiöse Souveränität de« Sultan » von Zstarokko anzuerkennen: 2) Frankreich uad Spanien erkeuaea di« admioistralive Autonomie de» Riss au: 3) die beiden Mächte ge- flatteo dem Bis die Unterbringung einer ausreichenden Polizelmacht. um die Ordnung und Ruh« aufrechtzuerhalten. Frankreich ver- pflichtet sich, die Eadres für diese Organisation zu stellen: 4) di- ver- größerleu Zonen oov Ceuta und M-lilla bleiben in»ollem Besitz Spaniens : 5) die Grenzen de» autoaomen Staate» de« Riss«erden gebildet im Westen durch ein« Liule zo Silometer östlich der Eise». bahnstrecke Tanger Fe«, im Süden durch elae Liaie, die durch die Flüsse Ouergha und eoukko, bestimmt wird: v) die kleine Süsi-astr-cke zwischen der westlichen Grenze de, Rif» und dem«klaakischea Ozean soll entweder der Zone von langer augegliedert werde« oder in da« französische Protektorat aufgeteilt werden: 7) der Vertrag zwischea dem Bis einerseits uad Spanien und Frankreich andererseits soll uater die Soatrolle des völkerbuude» gestellt werden.

Srianö Chamberlain. Tie Gründe der Verschiebung der Loudouer Besprechuug. pari», S. August.(Eigener Drahtbericht.) Nach d«n Mel- düngen aus englischer Quell« soll Briand entgegen den am Dienstag vom französischen Auswärtigen Amt verbreiteten Dementi tatsächlich die Absicht gehabt haben, schon am Mittwoch zu einer persönlichen Aussprach« mit Chamberlain nach London zu kommen, dies« Reise aber auf ausdrücklichen Wunsch des englischen Außenminister» ver- schoben haben. Briand Hobe am Montag telephomsch anfragen lassen, ab Chamberlain in dieser Wache zwei Tag« zu einer Aus- spräche über die Sicherheitsfrage Zeit habe. Der englisch « Außen- minister habe jedoch teils aus persönlichen, teil» aus sachlichen Gründen Briand um den Aufschub seiner Reise gebeten unter Hin- Zveis auf di- o« Donnerstag im Unt«rhaus stattfindend« D«batte.

Stehen verboten...! Tu« ionde» wird gemeldet: Die UeberWluug der Aatolmtze. die auch t» Landen-ine» schwer« Iledelftwtd bildete, hat jetzt die Polizei der englischen Hauptstadt zu einer strenge« Aatznahw« veranlagt Vom t. August ab dürfen dort nicht mehr Fahrgäste defSrdert werden, alt Sitzgelegenheiten in den Vage» vorhanden sind; in allen iiffentlichen Fahrzeugen ist daher von diesem Tage ab dar Liehen von Fahrgäste» nicht mehr erlaubt. Rur siir gewisse Tageszeiten find einjg« Ausnahmen gestattet. Da» Stehe» von Fahrgästen ift eoentuell erlaubt an den Bochentagen vor S'i, Uhr morgen», dann von Montag bi, Freitag zwischen 4'/, und Slle Uhr nachmittag» sowie an Sonnabenden zwischen 1?/,und 2»/, Uhr nachmittag». S» dars aber dann die Anzahl der stehenden Personen sstni aus dem unteren Deck de» Omnibusse« oder ei» Drittel der fitzenden Fahrgäste in einer Straßenbahn nicht übersteige». Dies« einschneidend« Maßnahme des Londoner Polizeipräfekten berührt einen sehr wunden Punkt des Londoner und auch des Berliner Verkehrs. Es ist schon so: di« überfüllten Autobusse und Straßenbahnwagen find zu einer Gefahr für Leib und Leben der Fahrgäste geworden. Es hört sich so nett und ordentlich an: 35 Sitz, und 12 Stehplätze. Wie aber sieht die Praxis aus?! Im Handumdrehen sieht sich der ohnmächtige Schaffner einer dreifachen Ueberlafwng gegenüber, und auf dem Perron ist es so schreckenerregend eng, daß sich der Aus- steigende mit den Ellbogen di« Freiheit der Straße erkämpfen muß. Da» dauert nun. je nach Beschaffenheit der ersteren. mehr oder minder lang«. Dies Hindurchwinden, di« Eingepferchtheit, die muffige Atmosphäre, das alles schafft Gewitterstimmung, und so vergeht kein Tag ohne Krakeel. Auf den Omnibussen ist es womöglich noch schlimmer. Eine Regelung der Besetzungsstärke gibt es nicht, da wird hineingeschoben, ol» ob«s Pökelware zu verstauen gäbe. Was hilft gegen dies Sodom und Gomorrha der Verkehrs- ordnung? Leider muß es gesagt werden: Verordnungen, nur Der- ordnungen. Mit väterlichen Mahnungen zu Disziplin und Vernunft ist nichts zu machen. Vor allem: der Wagenpark muß erweitert werden. Di« doppelte, die dreifache Zahl an Wagen, und all diese Unerträglichkesteu, die so zermürbend wirken und doch so überaus leicht vermieden werden können, sind weggeblasen. Allerdings wäre es ei» Schildbürgerstreich, das Stehen zu verbieten, ohne die zwang»« läufig in den Gängen Aufgepflanzt«» mit Sitzen zu versorgen. Man stell« sich vor. das Verbot träte ab morgen in Kraft. D i« Wut de» Berliner » möchte man sehen, dem, um Mittagspaus« und innere Balance geprellt, vom Trittbrett der Autobusse, Zug um Zug, das Machtwort«ntgegentönt: Achtung besetzt! An den Haltestellen gäbe es tagtäglich wilde Sturmszenen, und die Ueberfallkommondos der Schutzpolizei wären ohne Unterbrechung in Tätigkeit. Um jeden freigewordenen Platz würden Schlachten entbrennen:.Mann gegen Mann. Deib gegen Weib..." Wenn, nehmen wir an, 20 000 Leute mit dem Autobus fahren wollen, kommt man nicht mit 15 000 Sitzen aus.- Eher immerhin umgekehrt. Aber man könnt« ja zur Stimmungsausprobe«ine Ab- stimmung unter den Interessenten veranstalten lassen. Stehen oder Nichtstehen, das ist hier die Frage... « vi« neue» wagen der Aboag. Gest Sonntag läuft auf der Linie 5(Stettiner Bahnhof Sieglitz) auch der zwette Londoner Probeautobus mit offenem Verdeck. Dieser Wagen wird gleichfalls, wie die beiden anderen Probetypen, vom Publtkum auffallend be- vorzugt. Wie die Direktion der Aboag mitteilt, sind fest Dienstag auf der Autobuslinie 29(Pankow Neukölln) zwei neue Wagen mst offenem Verdeck und auf Linie 11(Neukölln Moabit ) ein neuer Wagen, deren Karosserien sämtlich aus sogenannte Niederfahrgestell« montiert sind, in den Verkehr gestellt worden. Dies« Wagen, die ein deutsches Fabrikat darstellen, sind etwas brester und bieten dadurch im Innern bequemere Sitz- gelegenhesten.

Geheunaisvolle Schüsse. Elve Liebestragödie uad ein Racheakt. I» tiefe» Dunkel gehüllt ist noch ein Mord an einer Frau in der Kolonie Ruhleben, dem«in Selbstmordversuch de» Täter» folgte. Es wird uns darüber folgendes mitgeteilt: Die Kolonie Ruhleben liegt zwischen Ruhleben und Spandau . In den späten Rachmsttagsstunden kam ein Mann blutüber- strömt aus dem bewaldeten Teil heraus und näherte sich einer Laube. Der Besitzer sah den schwerverwundeten Mann heran- kommen und eiste ihm entgegen. Stammelnd berichtete dieser, daß er «ine Frau erschossen und dann versucht habe, sich selbst zu töten. Sofort wurde die Kriminalpolizei alarmiert, und bei dem schleunigen Absuchen des Geländes fand man etwa 400 Meter west von der Stelle, wo der Mann zusammengebrochen war,« i n e F r a u mit einem Kopfschuß tot auf. Allem Anschein nach ist die Frau von jenem Mann vorher erschossen worden, und dann hat er versucht, sich selbst zu erschießen. Die Ermittlungen ergaben bald den Nomen de» Täters. Es ist der 29 Jahre alle Kaufmann Kurt Lerch aus der Sigmoringenstraß« 25. Er selbst hat sich einen Kopfschuß beigebracht, der ihn schwer verletzte. Die Kugel steckt noch im Gehirn, und der Schwerkrank«, der noch nicht vernehinungs- iähig ist, wurde in da« Staotskrankenhau» transportiert. Die tote Frau wurde als eine 48 Jahre alt« Witwe Betty H a a ck festgestellt. * Eine ander« geheimnisvolle Schießaffäre, die ebenfalls ein Opfer forderte, beschäftigt auch die Kriminalpolizei. In der ver- gangenen Nacht fanden in der Andrea» st roß« vor dem Haus« Nr. 29 Polizeibeamte und Publikum einen Mann auf dem Fahr- dämm liegen, der aus einer Brust wunde stark blutete. Er wurde sofort in dos Krankenhaus am Friedsrichshain gebracht, und di« Aerzt« stellten fest, daß er eine Schuhverletzung hatte, bei der die Kugel recht» unter den falschen Rippen«ingedrungen und im Magen stecken geblieben war. Der ziemlich schwer Verletzte ist ei» 25 Jahre aller Techniker Heinrich Fischer au» der Petersburger Straße. Er gibt an. im Flur de» Hauses Grüner Weg 34 gestanden zu haben. Plötzlich sei«in S ch u ß g e f a l l e n, der ihn getroffen habe. Trotz seiner Wunde habe er sich bis zur Andreosstraß« ge- schleppt, wo er vor dem Hause Nr. 29 zusammengebrochen fei Er behauptet, daß sein« Frau, die Grüner Weg 77 wohnt und mst ihm in Scheidung liegt, den Schuß auf ihn abgegeben habe. Ob seine Angaben auf Wahrheit beruhen, werden erst die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben._ Der hunüefang in Serlm. Reue Bestimmungen. Für den Hundefong im Gebiet der Stadt Berlin hat der Polizeipräsident»ach Zustimmung des Magistrats neue Bestimmun­gen. betreffend Maulkorbzwang, erlassen, die am 1. August in Kraft treten. Danach müssen olle Hunde, mit Ausnahme der Blindenführer-, Polizei- und H-ereshund« im Dienst? auf öffentlichen Straßen, Plätzen oder an Orten, wo Menschen zu verkehren pflegen, mit einem beißsicheren Maulkorb und, soweit sie frei umher. laufen, mll einem Halsband versehen sein, das gemäß der vieh. feuchenpolizellichen Anordnung vom 13. September 1921 die g«- nau« Adress« des Besitzer, des Tiere« oder«ine gültige Steuermark« trägt. Hund«, di« entgegen diesen Bestimmungen ohne Maulkorb oder mit einem nicht beißstcheren Maulkorb oder ohne di« vorgeschriebene Kennzeichnung am Halsband betroffen werden, werden von den Fangbeamten weggefangen. Es werden also auch diejenigen Hunde, die ohne Maulkorb oder mll eniem nicht vorschriftsmäßigen Maulkorb ausgerüstet an der Leine geführt oder auf dem Arm getragen werden,«eggesangen bzw. beschlag- nahmt. Di« Tier« können an Ort und Stelle durch Zahlung

einer LeistungsaebShr(Auelösungsgebüh. in Höhevon3M. je Tier an den Fangbeamtsn, der darüber stets eine Quittung nach Formular auszustellen hat. wieder ausgelöst werden. Weggefangene und nicht sofort ausgelöste Hunde werden durch die Fangbeamten im Tierhort des Deutschen Tierschutzoercin-, Schicklerstraß« 4. Fernsprecher Kömgstodt 2216, abgeliefert. Port können sie binnen vier Tagen gegen Erlegung der Leistungsgebühr von 3 M. und der entstandenen Futterkosten durch den Besitzer wieder in Empfang genommen werden. Nach Ablauf dieser Frist werden nicht ausgelöste Hund« alsherrenlos" oder als«Fund- fache" behandell. Die für den Sperrbezirk, der Nikolassee , Wann- se«, Kohlhasenbrück, Potsdamer Forst, Klein-Glienicke-Forft, Pfauen- msel und Kladow umfaßt, getroffenen Maßnahmen werden durcki d'e vorstehenden Bestimmungen nicht berührt.

Ruhrkunügebuug des Reichsbanners. Bei der Ruhrkundgebung, die morgen, Donnerstag abend, um 8 Uhr vom Reichsbanner auf dem Gendarmenmarkt veraru staltet wird, werden Reichskanzler a. D. Marx. Reichsminister a. D. Erich Koch und Staatsminister a. D. Lüdemann sprechen. Di« Feier findet mit einem Fackelzug ihren Abschluß. Alle Republikaner sind zur Teilnahme an der Veranstaltung eingeladen. Mit 12«««« Mark geflüchtet. Mit 12 0 00 0 Mark ist der 27 Jahre alle Buchhaller Fritz Masch geflüchtet, der schon seit 3 Iahren bei einer Bank im tentrum der Stadt angestellt war. Seine Führung und seine rbeit waren so zufriedenstellend, daß er sich im Laufe der Zell eines großen Vertrauens erfreute. Man hatte ihm den zweiten Tresorjchlüssel anvertraut. Dieses Berttauen mißbrauchte er zu einer großen Unterschlagung. Am Sonnabend abend, als der Betrieb geschlossen wurde, schloß Masch, wie immer, den Tresor ob und entfernte sich. Als er am Montag nicht wiederkam, erkundigte man sich bei seiner Familie und erfuhr, daß er weder am Sonn- abend noch am Sonntag nach Hause gekommen war. Der Tresor wurde sosort geöffnet, und eine genaue Revision ergab, daß der Ungetreu« Effekten im Wert« von 120 000 Mark an sich genommen hatte. Wahrscheinlich hat er die Papiere schon einige Tag« vorher oerkauft oder lombardiert. Auf dem amtlichen Wege wurde da» Verzeichnis der gestohlenen Effekten veröffentlicht. Der Desraudant. der eine Frau und ein Kind zurückgelassen hat, ist 1,70 Meter groß, dunkelblond, Hot ein schmales Gesicht und eine schlanke Gestalt. Aus seine Ergreifung ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. Mit- teilungen nimmt Kriminalkommissar Linnemann und die groß« Streife der Kriminalpolizei entgegen.

Saar - und Hesse«- Kinder i» Berlin . Heute morgen ttaf«in Ferienkindertransport von über 700 Kindern aus dem Saargebiet und dem besetzten Rheinhessen auf dem Anhaller Bahnhas ein, um noch kurzem Aufenthall noch verschiedenen Kurorten der Ost- und Nordsee weiterzufahren. Nach einer Begrüßung auf dem Bahnhof wurden die Kinder in die Germaniosäle in der Chausseestraße geleitet, wo sie ausgiebig verpflegt wurden. Im Cafe Excelsior fand ein Früh- stück der Begleiter, sowie der Vertreter der Verbände und Behörden statt, bei dem u. a. der hessische Landtagspräsident Adelung da» Wort ergriff, um den Behörden seinen Dank für den herzlichen Empfang in der Reichshauptstadt auszusprechen. Zum Schluß sprach der preußische Wohlfahrtsminister Hirtsiefer , der einige freundliche Worte an die Kinderschar richtete. Später wurden die Kinder dann auf den S t e t t i n e r Bahnhof gelettet, von wo aus sie ihre Reif« weiter fortsetzten..

Ei» neue» Ränlgenivstilut. Der Arzt und Röntgenologe Dr. Manfred Fraenkel hatte zu Sonntag Vertreter der Presse zu einer Besichtigung seine« neuen Röntgeninstitut« eingeladen. da« in den Räumen Kurfürstendamm 31 nach dem neuesten Stand« der Wissenschaft und Technik eingerichtet worden ist und so zu den modernsten Instituten dieser Art gehören dürste. Dr. Fraenkel betonte bei dieser Gelegenheit, daß in der neuen Anstalt vor allen Dingen eine vorsichtige Röntgenbehandlung, die erbiopofitive" nennt, vorgenommen werden soll. Der Gedanke, eine Heilung über den Weg einer Gesundheit«schädigung herbeizuführen, sei zu ver- werfen. Der neue Weg der Strahlenanwendung solle den ge- schwächten Körper in seiner Funktionstätigkeit stärken. Neben der Heilbehandlung in diesem Sinne soll da« Institut aber auch der Röntgenfprschung dienen. Verlängerung der Cinlc 113. Am 1. August wurh« die Linie 113 Gotzkowsky- Ecke Turmstroße bis Lichtenberg ' im Osten über den jetzigen Endpunkt Lücksttoße hinaus bis Rosenfelder Straße westergeführt. 3a einer städtischen vadeanstalk ertrunken. Am Dienstag abend 8 Uhr ertrank in der Städt. Schwimmbadeanstalt in der Dennewitz- straße ein ISjähriger Mann, der angeblich im Hauie Friedriche straß« 114 wohnt. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche waren vergeblich. VI« Ausstellung.Korbe und Raum- in der Schul« in der Fürbringer« straße erfreut fich nach wie vor de« größten Interesses. An der letzte» Woche haben über 10000 Besucher die Ausstellung besichtigt. Mit Rücksicht auf den großen Andrang ist der Donnerstag als Sondertag eingerichtet, an welchem Tage im Garte» von 4 Uhr ab Konzert stattfindet. Der Ein- ttittSprei« beträgt an diesem Tage 1 M. vi« im Zahr« 1775 königs. prlv. Elefaoleu-Apelheke, Berlin . Leipziger Straße 74, am Dönhoffplatz, sab am 2. August auf ihr ISOjährige« ve- stehen zurück. Die Apotheke befand sich ursprünglich im Hause Leipziger. Ecke Kommantantenftraße und wurde erst in späteren Jahren nach dem Hause Leipziger Str. 74 verlegt. Seit dem Jahre 1305 ist sie im Besitz deS Herrn Dr. Richard H o> s b a u e r. ver Bund der Auslaodsdeutsche» E.?, Berlin T 2, Kloster straß« 75, teilt mit, daß er eine Rachlaß-Abteilung errichtet bat, deren Zweck e« ist. inIandSdeuIlchen Erben bei der Einziehung von im AgSland angesastenen Erbschaften aus geuicinnütziger Basis behilflich zu sein. Mittel« geeigneter Vertrauensleute im Autlande sollen die Interessen der Erben gegenüber auSIändilchen.Rachlaßgerichtcn, Testamentsvollstreckern usw. vertrete» werden. ver Reichsbuod der SrieasbeichSdigleu, kriegsteiluehwer vud strteaer- h'atrrbllebroen, Ortsgruppe Reotöllo, neranstallet am 3. August sei» die«- läärige» Hommersesl im Etablissement Karl«garten, Neukölln, Karlsgarten- straße« 11. verbunden mit Konzert. Gesang, turnerischen und Tanz- Vorführungen sowie Kinderbelustigungen.

Z« lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Im Januar 1S25 wurde auf der Strecke Berlin Schneidemühl bei Stöwen ein E i s e n b a h n a t t e n t, bei dem 18 Per- tonen zu Tode kamen, verübt. Der Hauptschuldige Perle- berg wurde seinerzeit hingerichtet. Gegen den flüchtig gewordenen 31 jährigen russischen Arbeiter Tastelski konnte erst im März 1925 verhandelt werden. Er wurde wegen vorsätzlichen Morde« und Gefährdung eine« Eisenbahvttan«port« gleichfall« zum Tode ver« nrteilt. jetzt aber durch Erlaß de« preußischen Justizminister« zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt.

Vorträge, vereine unö Versammlungen. £%ji Reichsbanner.Schwarz- Rot�vold". EefibSktsRell«! Berlin S. 14.«ebastianstr. S7IU. tat t tt- yjJVVO. ftmrjrftanb. All« Kameraden stehen Donneretag odend vuntt»Ahr tzkl-z» am Sendarmenutarkt. Auenahmen nur sur die Kameradschaften Paulaw. Deißense». tzehlendorf und Reinickendorf »ulSsfig. Etwaige für diesen Tag enge- fetzte KusammenNinft« haben nach Beendigung der Kundgebung stattzufinden. Kameradschaft Friedrichehai». Morgen abend 7 Uhr. Tressen der gesamten Kam»- radschast vor dem Bereiaelokal Frucht str. 36,, zum gem« nsamen Marsch nach de« «endormenmarN. Sämtlich« Fahnen find mitzubringen. Trammleelo v» tritt an, Kameradschaft Mitte. Donner» taa. den 6. August abend» 7 Uhr Antreten»et Zahne» am Reuen Markt. 7,30 Uhr Abmarsch nach dem chendormenmarN.