Abendausgabe
Nr. 376+ 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 185
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10 Pfennig
Dienstag
11. August 1925
Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr
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Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands
Verfassungsfeier im Reichstag.
Zum erstenmal seit dem Tode Eberts wieder Berfassungsfeier im Reichstag! Wo sonst, trop einer gewissen Schwere in seinem Wesen, doch lebhaften Schrittes und Auges, unser Friedrich Ebert vor die Festversammlung trat, da erscheint heute der so alte Mann, den gewissenlose Parteispetulanten aus der verdienten Ruhe geriffen haben. Bollte er auch für seinen Lebensabend die Stille feines Heims, fern der großen Welt, bewahren, rief er auch vor allem Volf laut aus, daß er zu alt für dieses Amt sei ging das die Spetulanten an; fie zerrten ihn aus seiner Ruhe und stießen ihn ins Marktgewühl....
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Auch sonst hat sich äußerlich an der Verfassungsfeier des Reiches manches verändert. Man lieft nicht mehr an der Stirnwand des Reichstagssaales die Worte des Deutschlandliedes: Einigkeit und Recht und Freiheit: das würde auch schlecht passen. Wenige Stunden, nachdem in diesem Saale der Geist der Verfassung schmählich
Darauf erhebt sich
Reichskanzler Dr. Luther
zu folgender Ansprache:
Gefeiert- gebrochen!
Verfaffungstag 1925.
Die Ordnung des Wirtschaftslebens muß den Grundsägen der Gerechtigteit mit dem Ziele der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle entsprechen.( Art. 151 der Reichsverfassung.) Heute feiert das deutsche Volt den Verfassungstag. Die Herr Reichspräsident, meine Damen und Herren! All unser Reichsregierung feiert ihn auch. Mit der Reichsregierung die In der jetzt zu Ende gehenden Reichstagstagung, die Gesetzgebungshaus, mit ihnen die Parteien, die gestern unter Bruch der Arbeiten gilt und muß gelten dem deutschen Bolt und Vaterland. Herren Schiele und Schlieben , Ranig und Neuwerte von höchfter Bedeutung geschaffen hat, haben Reichstags Verfaffung die parlamentarische Beratung der Zollvorlage zur mehrheit und parlamentarische Opposition ihr Komödie herabgewürdigt und die Rechte der Minderheit im größtes Können und ihre ernsteste Ueberzeugung dem Wohl des deutschen Boltes gewidmet. Um des deutschen Volkes willen, das in Parlament mit Füßen getreten haben. vielleicht naher Zukunft noch jehr große Aufgaben, zumal der Außenpolitit, zu lösen und vielleicht wirtschaftliche und soziale Nöte zu bestehen haben mag, muß auch in Zukunft jeder einzelne seine beste Straft dem Baterlande zur Verfügung stellen.
vergewaltigt worden ist! Man sieht dafür einen riesigen Außerordentliche Ausschußfihung des ADGB.
schwarzen Reichsadler auf gelbem Grund, mit roter Einfassung, darunter die Reichsfarben in strahlender Seide, von würzigem Tannengrün rings umbuscht. Und Tannengrün deckt die ganze Wand und zieht sich um die Rednerbühne, wo es rote und gelbe Blumen in reicher Fülle trägt, und flettert an der Galeriebrüstung rings um den Sant. So ist troß der Schwüle die Luft erfrischend.
An der Galerie entlang hat man die Länderwappen angebracht; ein eigenartiger Bufall will es, daß gerade vor der ehemaligen Hofloge, in der der Reichspräsident seinen Platz hat, ein Doppeladlerwappen mit schwarzweißrotem Schilde hängt.
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Um 12 Uhr- alles ist auf seinen Blägen, die Reichsregierung affes iſt auf einen Blägen, die Reichsregierung vollständig versammelt erscheint Hindenburg , gefolgt von feinen amtlichen Beratern und von Gerhart Hauptmann mit feiner Frau. Der Reichspräsident verbeugt sich vor den Teilnehmern der Feier, die fich erhoben haben, mehrmals. Nun setzt sich alles und sogleich ertönt der erste Saz der ersten Sinfonie von Brahms , den die Philharmoniker unter Prüfers Leitung meisterhaft vortragen.
Die Festrede.
Der Bonner Honorarprofeffor Dr. Plat feiert den 11. August 1919 als den Tag, wo inmitten der größten Zerrüitung und Not das deutsche Bolt seine letzten Kräfte zusammenriß und indem es sich eine Berfassung gab, sich dem Chaos entwand". Er fordert, daß deswegen alle an diesem Feiertag teilnehmen sollen. Trog aller Unzulänglichkeit sei sie ein echt deutsches Erzeugnis, geboren im Mittelland, zwischen öftlichen Kommunismus und weit lichen Individualismus gestellt und in wesentlichen Punkten nicht Plaz
untreu der alten Ueberlieferung". Blag verlangt, daß alle auf
Grund der Weimarer Verfassung mitarbeiten.
„ Der Glaube an die Möglichkeit des Besseren, der Glaube an die gesunden Kräfte unferes Boltes und seine politische Erziehbarfeit, der Glaube an die Einfügbarkeit eines so gereiften Staatsvolles in eine Gesamtordnung, die dem Höhepunkt des deutschen Dentens im Mittelalter ebenso gegenwärtig war wie den Männern der flassischen Zeit des preußischen Staates, das ist zunächst notwendig, wenn die Verfassung Wirklichkeit werden soll. Es ist nicht olles Schicksal, das über uns fommt. Ein gut Teil ist in unsere Hand gegeben und unserer Tat überantwortet. Diese selbit aber hängt ab von dem Glauben an die Keimfraft des Guten in der Menschenbrust und im Schoße des Volkes."
In dem wirbelnden frischen Leben der heutigen Jugend sieht er ein ficheres Unterpfand einer besseren deutschen Zukunft.
Gewiß ist alles nur ein Anfang; noch arbeiten wir mühselig im Tale der Erwartung, von Dämmerschatten umringt. Aber die Hoffnung, daß wir wieder hinauf ins Helle fommen, so oder fo, hat doch dieser Verfaffung fichtlich zur Seite geftanden. Hätten wir gewartet, bis die Voraussetzungen für eine alle befriedigende demo fratische Berfaffung gegeben gewesen wären, wir wären einer solch vollkommenen Verfassung bald überdrüssig geworden, weil wir sie als falt und wefenslos empfunden hätten.
Nein, unentmutigt durch alle Schicksalsschläge hat das deutsche Bolt im verworrenen Heute, mit ganz unzulänglicher Erfahrung und fümmerlichen Mitteln, aber in richtiger Einsicht in die Notwendigkeit des Umbauens und Neuanfehens, angefangen, das Chaotisch gewordene wieder zum organischen Bau zu gliedern, und so mag benn auch die Berfaffung als eine jener Kristallisationsformen gelten, in denen nach einem Worte Simmels das Leben mehr ist als Leben, weil sie eben das im Naturgrund triebhaft Berfangen e energisch in die Höhe des gliedernden und überwölbenden Gesamtbauplanes zu heben sucht."
An das Gegebene fnüpft die Berfassung an, sie sucht den Bürger als den Träger politischer Energie aus der Bassivität zu erlösen. Sie möchte ihn als irgendwie tätiges perantwortungsbewußtes Glieb einfügen in den politischen Ge ftaltungsprozeß, fie- möchte durch die Freiheit, die ihm bei aller politischen Betätigung gelassen wird, die Gewähr schaffen, daß die einmal erfolgte Bindung an den Staat um so tiefer und nachhaltiger fei. Sie möchte so ein politisches Führertum heranbilden, das mehr Derfteht als einen Führungsmechanismus zu handhaben und einen Autoritätsdrud auszuüben. So fann der national lebenswichtigste Prozeß des Zusammenwachsens von Bolt und Staat, ber schon so lange im Gange ist, der so vielfach unterbrochen und zurüdgebildet wurde, auf der Linie unserer demokratisch- republitanischen Verfaffung wirtungsvoll fortgefeht, und wenn feine Erschütterungen großen Ausmaßes mehr dazmifchen fommen, zu einem glüdlichen Ende gefülyrt werben."
Blah richtet die Mahnung an alle, nicht als„ Emigranten des Innern" beiseite zu stehen, sondern mitzuarbeiten. Nur so fann Deutschland in Europa und der Welt seine Stellung wieder erobern. Bla eftrede wird mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die Mufit spielt den erften Gag ber Squephonie von Handn
Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes hat angesichts der augenblicklichen wirtschaftspolitischen Lage den Bundesausschuß, die Bertreter der Zentralverbände auf morgen, Mittwoch, zu einer außerordentlichen Bundesausschußsigung einberufen.
Der Bundesausschuß wird sich befassen mit der allgemeinen Wirtschaftslage, ferner zu der besonderen Situation, wie fie sich aus dem Verhalten der Zollblockparteien nach Annahme der Zollvorlage für die Verbrauchermassen ergibt. Insbesondere wird der Bundesausfchuß Stellung nehmen zu der vom Unternehmertum im Baugewerbe angekündigten Generala ussperrung ber
Bauarbeiter.
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Die Verfassungsfeier des Jahres 1925 vollzieht sich in einem Rahmen von Ereignissen, die die gegenwärtige Lage in Deutschland eindringlich fennzeichnen. Heute, a m 11. August, ist Berfassungsfeier. Gestern, am 10. August, hat die Mehrheit des Reichstags den Geist der Demokratie vergewaltigt. Morgen, a m 12. August, wird diese Mehrheit ihr Gewaltwerk zu Ende führen. Aber heute feiert f den Tag der Reichsverfassung. Ein schriller Mißflang liegt über dieser Verfassungsfeier. Für die Massen der ehrlichen Republikaner ist die demokratische Verfassung Herzenssache. Für sie ist diefer Tag der Tag einer ernsten und würdigen Feier. Für jene Parteien aber, die sich gestern über Geist und Wortlaut der Verfassung hinweggesezt haben, ist die Feier dieses Tages allenfalls nur eine Sache des Verstandes, die Erfüllung einer formellen Verpflichtung.
Wer die Rechte der Minderheit des Parlaments so brutal mit Füßen getreten hat, wie es die Zollmehrheit des Reichs= tages gestern tat, wer entschloffen ist, die undemokratische Gewalttat von gestern morgen zu wiederholen, der kann nicht heute den Tag der Verfassung als inneres Erlebnis begehen. Wer sich so wie die Zollmehrheit des Reichstages gestern über den Artikel 151 der Reichsverfassung hinwegsetzt, der fann nicht im Innersten erfüllt sein von dem Geiste der Verfassung. Bo bleibt der Grundfah der Gerechtigkeit in jener Zollvorlage, die die Mehrheitsparteien des Reichstages gestern nach der Vergewaltigung nach der Vergewaltigung der Opposition in zweiter Lefung beschlossen haben? Wo ist das Ziel der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle Staatsbürger in diesem Gesetzgebungswert, das eine Bevölkerungsflaffe bereichern will auf Kosten der arbeitenden und verbrauchenden Massen des Boltes,
Lebendig bleiben muß in uns der Geist des Zusammenhaltens und der Einigteit, für dessen unerschütter lichteit auch nach härtester Kriegsnot uns die Reichsverfaffung vom 11. August 1919 ein startes Wahrzeichen ist. Wir begehen festlich den Tag diefer Verfassung, die die tragende Grundlage für das jest so schwierige und so besonders verantwortungsvolle Wirken aller öffentlichen Kräfte bildet. Laffen Sie uns am heutigen Verfassungstage geloben, geloben voll träftigen Glaubens an die deutsche Zukunft, daß wir nie nachlaffen werden im Dienst an unserem Bolt und Vaterland. Als Reichskanzler habe ich die Ehre, Sie, Herr Reichspräsident, und Sie, meine Damen und Herren, zu bitten, mit mir einzustimmen in ein hoch auf das in der Republit geeinte beutsche Bolt: das in der Republik geleistung eines menschenwürdigen Daseins der Zwang zur einte deutsche Bolt lebe hoch!
dreifache Hoch ein und fingen daran anschließend unter Begleitung Alle Teilnehmer der Feier haben sich erhoben, stimmen in das des Orchesters die erfte und dritte Strophe des Deutschland
liedes".
T
Mit Berbeugungen verabschiedet sich der Reichspräsi dent, der mun durch die Kuppelhalle und über die Rampe zur Freitreppe ging, diese hinunterstieg und die Front der draußen auf gestellten Reichswehrkompagnie unter den Klängen des gleichen, das Deutschlandlied" enthaltenden Defiliermarsches abschritt, der feit Einführung der Berfassungsfeier bei diesem Anlaß gespielt wird. Wir aber sahen im Geiste wieder den ehemaligen Arbeiter, den Führer der deutschen Sozialdemokratie, Friedrich Ebert , die Kompagnie der Wehrmacht der Deutschen Republik abschreiten....
Verfassungsfeier bei Hindenburg .
Im Anschluß an die Verfassungsfeier im Reichstag fand beim Reichs präsidenten ein Frühstüd statt, an dem der Reis. fanzler und die Reichsminister, der Präsident und die Vizepräsidenten des Reichstages, Vertreter des Reichsrats und der preußischen Regie rung, die Borsigenden der Frattionen des Reichstags( mit Ausnahme der tommunistischen und der völkischen), der Führer und die unmittelbaren Borgefeßten der Ehrentompagnie, der Festrebner Prof. Dr. Plaß, der Dirigent Profeffor Bruewer und andere teilnahmen.
das die Massen in ihrer Lebenshaltung bedroht und die Gefahr herausbeschwört, daß ihnen statt der Gewähr Herabjegung ihrer Lebenshaltung auf ein physisch und fulturell nicht erträgliches Minimum auferlegt wird?
Reichsverfassung, der die Mehrheitsparteien des Reichstages Es ist wahrhaftig nicht der Geist des Artikels 151 der am 10. Auguft erfüllt hat, und dem sie am 12. August nach der Verfassungsfeier wieder huldigen werden. Was sie erfüllt, das ist der Geist des Plutofratismus, der Aus= nugung der Staatsgewalt zur Bereicherung des Besizes auf Kosten des Boltes. Es war nicht der Wille der Schöpfer der Verfassung von Weimar , eine plutofratische Republik zu begründen und die Verfassung einer Republik des Besitzes zu schreiben. Der Geist der Verfassung von Weimar ist nicht nur der Geist der formellen Demokratie, die Verfassung von Weimar ist erfüllt von sozialem Geifte. Das Biel , das ihren Schöpfern vorschwebte, war nicht nur formelle Gleichberechtigung, sondern soziale Gerechtigkeit.
In diesem Geifte und um dieses Zieles willen feiert heute das deutsche Bolt den Berfassungstag.
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Und die Parteien, die gestern manifestiert haben, daß ihnen nicht das Ziel der sozialen Gerechtigkeit vorschwebt, sondern der Wille zur plutokratischen Republit, sie feiern ihn heute in den offiziellen Kundgebungen. Gestern aber haben sie ihn gefeiert und morgen werden sie es mieder tun durch die Bergewaltigung von Geist und Buchstaben der Verfassung von Weimar . Sie haben nicht nur gegen die Idee dieser Verfassung gehandelt, sie haben gegen die formellen Rechtsgrundlagen der Gesetzgebung im Rahmen der demokratischen Ver faffung verstoßen.
Vor dem Reichstag hatten sich schon gegen 12 Uhr größere Menschenmengen eingefunden, die die Feierlichkeiten vor dem Hauptportal beobachten wollten. Die Schutzpolizei hatte umfang reiche Absperrungen vorgenommen, die teilweise bis zum Branden burger Tor führten. Auf der Haupttreppe wie an den Seitenflügeln hatte sich eine größere Anzahl mit Baffagierscheinen Ausgestattete Denn im Wesen des Parlamentarismus liegt nicht nur die eingefunden. Vor dem Haupteingang waren wie bei der Bereidigung des Reichspräsidenten Hindenburg zwei große Fahnenmasten einge- Entscheidung durch die Mehrheit, wie der Sprecher des Zenrammt, von denen der eine die schwarzrotgoldenen Reichsfarben frums, der Abg. Fehrenbach, gestern zur Berteidigung des zeigte, während von der anderen die schwarzweißrote Striegsflagge Gewaltattes der Zollparteien ausführte. Im Wesen des Parlamit dem eisernen Kreuz und der schwarzrotgoldenen Gösch wehte. Die mentarismus liegt die verantwortliche Mitarbeit Botschaften der auswärtigen Staaten hatten die Flaggen ihrer Länder Opposition. Im Besen des Parlamentarismus liegt der gehißt. Gegen 1 Uhr marschierte vor dem Portal die Ehren- es, daß das Gesetz gefunden wird durch die Teilnahme des fompagnie der Reichswehr auf, deren Barade Reichspräsident v. Hin ganzen Parlamentes im kontradiktatorischen Berfahren. Wir denburg abnehmen wird. Die Verfassungsfeier im Reichstag, die um erinnern uns, daß Herr Fehrenbach es war, der bei der Ber 12 Uhr begonnen hat, dauert gegen 41 Uhr noch an. Das Publitum, das sich zu der Kundgebung im Freien eingefunden hat, besteht faffungsberatung in der Nationalversammlung in Weimar mit größtenteils aus Republikanern, die durch ihre schwarzrot größter fachlicher Präzision diefe Grundgedanken heraus goldenen Abzeichen dem Bild das Gepräge einer Boltsgoldenen Abzeichen dem Bild das Gepräge einer Bolts gearbeitet hat. Zum Wesen demokratischer Gesetzgebungs arbeit gehört das Ja der Mehrheit und das Nein der Oppo feier geben. sition, gehört der Wille der Opposition zur fachlichen Mitarbeit, zur Verbesserung nach bestem Wissen und Gewissen, gehört auch der Wille der Mehrheitsparteien, die fachliche Mitarbeit der Opposition anzuerkennen und nach bestem Wissen und Gewiffen über sie zu entscheiden. Das ist demokratischer Barlamentarismus, und eine Partei, die bis in die letzten Tage hinein als ihre politische Idee die Idee det Boltsgemeint hochgehalten hat, müßte für diese Wesenszüge des demofratischen Barlamentarismus' ein Höchstmaß von Verständnis | beweisen.
ral Seedt, aus dem Reichstag und nahm die Barade über die Kurz vor 22 Uhr trat der Reichspräsident, gefolgt von Gene ral Seedt, aus dem Reichstag und nahm die Parade über die Traditionsfompagnie ab. Er befaßte fich hier eingehend mit Rich tung und Haltung der Soldaten, an denen er mit dem General Seedt, langsam und streng tritisch prüfend, vorbeischritt. Der Beifall, ber dem Reichspräsidenten gespendet wurde, war auffal lenb ichwa ch, ba bie in überwiegender Mehrheit versammelten schwach, da Republitaner den Präsidenten v. Hindenburg stumm passieren ließen. Bon mehreren Seiten wurde fleine schwarzrotgoldene Fahnen gefchwenft,