Freitag 4. September 1425
Unterhaltung unö 30 issen
Seilage ües vorwärts
Henkelförmige Ohren. 3Z Von Iwan Bunin . (Autorisierte Uebersetzung von Olga Sigall und S. R a b i n o w i t s ch.) Tr überquerte die Anischkow-Lrücke und ging an der anderen i-eüe des Prospekts entlang. Wind und Nebel verstärkten sich. Von ferne zeichnete sich in der dunklen und dunstigen Höhe das rötliche Auge der Uhr auf dem Raihausturme ab. Sokolowitsch hielt im Cshen inne und blieb zienilich lange stehen, während er seine Ziga- rette anrauchte und mürrisch die schon auf dem Bürgersteig auf- tauchenden, langsam und mit dem Anschein gänzlicher Unbekümmert- heit an ihm vorüberschlendernden Dirnen betrachtete: in feinem Rücken befand sich die riesige Spiegelscheibe eines bereits geschlossenen, zur Nacht nur künimerlich belauchteten Ladens, hinter der starr wächserne blonde, schöne Männer mit langen spärlichen Wimpern in kostbaren Ueberziehern und Pelzen standen, deren kleine Holz- füße reglos unter den modernen, unübertrefflich gebügelten Dein- kleidern vorragten. Dann schritt er weiter, gelangte zu der infolge des nebligen Düfters gleichsam enthaupteten Kasankathedrale und stieg die Stufen zu Dominik*) hervor. Dort, wo eine Fülle von Menschen stehend, ohne abgelegt zu hoben, wie auf der Straße, aß und trank, setzte er sich in eine dunkle Ecke— hell war es nur über dem von der Menge belagerten Büfett— und bestellte einen schwarzen Kaffee. An seinem Tisch tauchte unversehens dos erfrorene Nein« Gesicht eines schmächtigen Menschen mit einem steifen Hut auf, der voller Hast um die Erlaubnis bat, ein Streichholz aus dem Behälter nehmen zu dürfen, und mährend er rasch einen Lichtschein auf Sokolowitschs Gesicht fallen ließ, sich beim Sprechen überstürzend, fragte: „Entschuldigen Sie, bitte, Sie erinnern mich lebhast an einen meiner Wilnaer Bekannten, sind Sie nicht Herr Ianowski?" Sokolowitsch blickte ihm fest in die Augen und erwiderte mit schwerfälligem Ernst: „Sie irren sich.� Bei Dominik blieb er bis ein Ühr nachts sitzen. Schließlich erfüllte den leergewordenen Restaurationssaol nur das Gepolter der von den plötzlich grob und rücksichtslos ouftretenden Kellnern um- gekehrt auf die Tische geschleuderten Stühle. Er warf einen Blick auf sejne große silbern« Uhr und erhob sich von seinem Platze. Nachts im Nebel ist der Newsky unheimlich. Er ist menschen- verlassen, tot: der Dunst, der ihn einhüllt, scheint ein Teil jenes arktischen Nebels zu sein, der vom Ende der Welt her, aus jenen Gegenden kommt, wo etwas dem menschlichen Geiste Unfaßbares, was Pol genannt wird, sich verbirgt. Die Mitte dieses dunstigen Stromes ist von oben durch dos weißliche Licht der elektrischen Logenlampen erhellt. Auf den Bürgersteigcn vor den finsteren Schau- fenstern und den verschlossenen Toren ist es dunkler.' Da schlendern trällernd, langsamen Schrittes die anscheinend sorglosen, aber von der durchdringenden Kälte bis ins Innere erstarrten Frauenzimmer, die bekleidet sind mit leichten, der Zeit und der Witterung wider- sprechenden Fähnchen: die Gesichter einzelner von ihnen offen- borten beim Vorübergehen eine solche Leeren daß es einem schau- derte, als.«»blickte man ein Wesen irgend einer anderen als der menschlichen, einer unbekannten, niedrigeren Raste. Nachdem Sokolowitsch Dominik verlosten und einige hrmdert Schritt gemacht hatte, nahm er sich eines dieser Mädchen mit, die, wie sich später herausstellte. Korolkowa hieß, sich selbst aber einfach „Koroloh" nannte,«ine mittelgroße, zarte Person, die nur infolge ungeschickter moderner Kleidung breit schien, einen phantastisch zu- jammengestellten weltausladenden schwarzen Samthut, den«in Büschel Stielchen schmückte, auf dem Kopf. In ihrem kleinen Gesicht, dessen Backenknochen hervortraten und in dem schwarze, tiefliegend« Aeuglein saßen, war etwas, das an eine Fledermaus er- innert«. Ihien Kopf mit gespielter Unbefangenheit, ja sogar mit dem leisen Bewußtsein der Unwiderstehlichkcit ihres Geschlechts hin und her bewegend, faßte sie den Rock mit der einen Hand, hielt sich mit der anderen Hand, die in einem großen flachen Muff aus glänzendem schwarzen Fell steckte, den Mund zu und versperrte dem gebückt ausschreitenden Sokolowitsch plötzlich den Weg. Er um- faßte sie mit einem durchdringenden Blick, rief mit seiner tiefen Stimme sofort eine an der Ecke stehende Nachtdroschke herbei. Nach- dem sie sich in den niedrigen Wagen gesetzt, fuhr das sonderbare Paar erst den Newsky entlang, dann über den schon dunklen Platz, »'orbei an der leuchtenden Uhr des schon verfinsterten Nikolaibahn- Hofs, der all fein« Züge noch den Tiefen des schneebedeckten und waldreichen Rußlands abgelassen hatte, vorbei an dein ungeheuren plumpen Pferd, das unentwegt, im Regen wie im Nebel, seinen großen Kops beugt, um seinen beleibten Reiter zu veranlassen, die allzu straff gehaltenen Zügel zu lockern: dann die Goutsckiarnaia ent- lang und weiter, durch neblige Straßen und Gäßchen, in das geheimnisvolle Dickicht der nächtlichen großstädtischen Vororte. Unterwegs raucht« Sokolowitsch schweigend. Korolkowa war sichtlich durch dieses Schweigen bedrückt, sie äußerte, ihrer Meinung nach wären die Zigaretten.Golonitschew-Kutusow" besser als „Flieder"'. Dieser Versuch, ein einfaches, sogar freundschaftliches, von dem Ziel der Fahrt unabhängiges Gespräch anzuknüpfen, war tläglich und rührend. Aber Sokolowitsch gab keine Antwort. Darauf bat sie ihn, ihr im voraus zu zahlen und fügte mit scheinbarer Festigkeit hinzu, sie wäre für die ganz« Nacht nur bei einem hohen Preise zu haben. Sokolowitsch brachte schweigend zwei Silberrubel zum Vorschein und gab sie ihr. Sie nahm sie. prüfte einen davon zwischen den Zähnen, fand, er wäre falsch und steckte ihn in ihren Muff, mit der Bemerkung, dieser zähle nicht mit. sie behielt« ihn nur zum Andenken, weil jetzt Krieg wäre und das Silber rar. ja sogar ein- gezogen würde, und bot um mehr. Nach langem Zögern händigte Sokolowitsch ihr noch einen Rubel ein. Dann machte sie einen erneuten Neisuch, Frau zu sein, schauerte plötzlich zusammen und deutete ein- Bewegung an, als wolle sie sich an ihn schmiegen. Der Schauer war geheuchelt, ungeheuchelt dagegen war wohl das Gefühl. das sie plötzlich packte: sie spürte sich heftig zu diesem Menschen dingezogen. zu diesem Großen. Starken, der in seiner Häßlichkeit und mitleidlosen Verschlossenheit ein ganzer Mann zu sein schien. Aber ihre Bewegung blieb ohne Eindruck. Sie waren schon weit draußen. Korolkowa befahl dem Kutscher. vor einem zweistöckigen Ziegelsteinbau mit dem Schild:„Zimmer kür Durchreisende. Belgrad " zu halten. Es war bereits ein Viertel vor zwei Uhr: der Plag war öde. Im zweiten Stock von dem„Haus Belgrad", wohin Sokolo- witsch mit der Korolkowa über einen obgetreten-'n Läufer, durch einen Halbdunkeln Gang, gelangt war, kam der Hausknecht Ujon-
tschuk, der aus einer schmalen, kleinen hölzernen Bank, unter einem schäbigen Winterpaletot mit einem verschlissenen Schasfellkragen ge- schlafen hatte, den Gästen entgegen. Die große Gestalt, die finstere, in sich gekehrte Miene, die dünne, von dem Nebel nasse amerika - nische Bartkrause Sokolowitschs verblüfften den Schlaftrunkenen. Er erhob sich und fragte unwirsch: „Was wünschen Sie?" „Als ob du das nicht wüßtest, du Tölpel," sagte in verbissener Wut Sokolowitsch, schritt selbstbewußt an ihm vorbei, steckte ihm jedoch dabei einen halben silbernen Rubel in die Hand. (Schluß folgt.)
Raus aus öer Mottenkiste!
Wie ist doch'ne Rokverordnung scharmant; Baker hindenburg ist unser kammersergeaut! Er holt aus der Kiste die Helme, die Orden; Sie waren beinahe schon schimmlig geworden.
Em bekanntes»estaurant.
Den mangelnde« Geist verdeckt ganz enorm Die blinkende Friedensuniform. Antreten! Augen rechts! Heraus aus dem Grab! Gefzler nimmt die Parade ab.
�rbeiterbilSung in England. Bon Willy ZNöbus. Wiste» ist Macht! Dieser uralte Satz, der für jeden denkenden Arbeiter etwas Selbstverständliches sein sollte, ist noch immer weit davon entfernt, von allen anerkannt zu werden. Vor kurzer Zeit habe ich Gelegenheit gehobt, einen Einblick in die Bildungsbestrebungen der englischen Arbeiterbewegung zu er- halten. Auch hier ist das Ziel klar erkannt. Die Zahl der Arbeiter- studenten wächst ständig, aber die Zahl-der Studierenden, der strebend sich Bemühenden, ist, selbst im Verhältnis zur Zahl der Organisier- ten, viel zu gering. Die englischen Gewerkschaften zählen nach der Angabe des„Labour Pear Book" 4 328 235 Mitglieder. Die beiden großen Bildungsocreinigungen der Arbeiterschaft, die„Arbeiter- bildungsvereinigung"(Workers" Educational Association) und der„Notionalrat der Arbeiterschulcn"(The National Council of Labour Colleges) oereinigten im letzten Jahre nur etwa 45 003 Mitglieder in ihren Vollkursen. Etwa die gleiche Anzahl mag an den eingerichteten Kurz- kursen und den Einzelvorträgen teilgenommen haben. In den beiden ständigen Schulen, dem Ruskin College in Oxford und dem Central Labour College in London , werden etwa insgesamt 100 Ar- bester und Arbeiterinnen in ein- oder zweijährigen Tageskursen unterrichtet. Wenn man die Zahl der an ihrer geistigen Ausbildung arbeitenden englischen Werktätigen auf etwa 100 000 schätzt, so erkennt man, welche ungeheure Leistung auch in England noch zu vollbringen ist, bevor von einer wahrhasten geistigen Erweckung der Arbeiterschaft gesprochen werden kann, insbesondere wenn man nicht vergißt, daß in der obengenannten Zahl der Gewerkschaftsmitglieder natürlich nicht die Angehörigen enthalten sind, daß aber von diesen viele in der Zahl der Arbeiterstudenten mitgezählt wurden. In der englischen Arbeiterbildungsbewegung ringen zwei Grund- auffoffungen miteinander. Die Workers' Educational Association (WEA.) vertritt die Meinung, daß ein Unterschied sei zwischen wahrer Bildung und der nur im Hinblick aus die einseitige Agitation vermittelten. Sie erklärt, daß man den Arbeiter dazu erziehen müsse, die Tatsachen zu studieren, um so zu durchdachtem Wissen zu gelangen. Der Arbeiter dürfe nicht auf ein Parteidogma ein- gedrillt werden, sondern müsse fähig sein, aus eigener freier Ent- schließung seine Meinung zu bilden und dann auch die Partei zu wählen, zu der er sich innerlich berufen sühle. Sie ist aber auch der Ansicht, dAß ein Mensch, der mit den Problemen. der Gegenwart
und Vergangenheit tief innerlich gerungen hat, fest und unverrückt im heißesten Kampf seinen Mann stehen könne und daß nur aus solchen gut vorgebildeten Kämpfern die Sturmtruppe der Arbeiter- schaft entstehen könne. Sie ist mit dieser von ihr versochtenen Ansicht in sehr guter Gesellschaft. Jean Iaures hat einmal dem Sinne nach folgendes gesagt:„Wenn wir Sozialisten dazu kommen sollten, eigene Schulen zu gründen, so werden unsere Lehrer das Wort Sozialismus vor ihren Kindern nicht erwähnen, sie werden sie viel- mehr zu jenem hohen Maß von Denken erziehen, daß sie selber einst befähigt, Sozialisten zu werden." Im Gegensatz hierzu vertritt die National Council of Labour Colleges(NCLC.) die Auffassung, daß man den Arbeiter nur im partcipoliiischen Sinne und im Hinolick auf die parteipolitische Agitation unterrichten müsse. In der Auffassung der WEA. liegt sicherlich die größere geistige Freiheit und mit Stolz weist ihr Sekretär Genosse Mactavish aus die große Zahl tüchtiger Arbeiter hin, die mit Erfolg für die englische Arbeiterbewegung wirken, nachdem sie ihre Ausbildung bei der WEA. empfangen haben. Der Streit um die richtige Grundauf- fassung hat manche erregte Diskussion innerhalb der englischen Ar- beiterschast veranlaßt. Die WEA. aber erklärt, daß sie ihre Ziele in engster Verbindung mit den Gewerkschaften weiter verfolgen werde und daß sie keine Zeit habe, sich in einen solchen zeitraubenden Streit einzulassen. Jeder Arbeiter möge sich zu irgendeiner Auf- fassung bekennen, dann aber möge er an seiner Bildung arbeiten. Das noch zu beackernde Gebiet sei so groß, daß sogar für die beiden widerstrebenden Auffassungen noch Raum genug vorhanden sei. Die gleiche Geistesfreiheit, die die WEA. in diesem Streit ver» tritt, findet man auch in ihrem inneren Aufbau. Schon die Ein- richtung der Kurse erfolgt in engster Zusammenarbeit mit den Werk» tätigen, die sie fordern. Die Teilnehmer wählen ihre Unterrichts- sächer, ihren Lehrer und bestimmen die Unterrichtsmethode. Es ist also sowohl die Bildung der Arbeitsgemeinschaft, als auch der Vor- trag des Lehrers und endlich sind Abarten zwischen diesen beiden Methoden möglich. Unterrichtet wird über alles, was der Arbeiter an allgemeinem und sozialem Wissen in sich aufnehmen mutz, nur das Fachwissen wird den Fachschulen zu lehren überlassen. Stets findet im Anschluß an den Unterricht eine freie Aussprache statt, so daß Irrtümer, und auf Mißverständnissen beruhende falsche Schlußfolgerungen sofort berichtigt werden können. Die WEA. hat sich mit den englischen Universitäten in Bor- bindung gesetzt, um von ihnen geschult« Lehrkräfte zu erhalten. Es ist ein Ruhmesblatt in der Geschichte der englischen Universitäten, daß sich«ine große Zahl ihrer Professoren in den Dienst der Arbeiter- bildung gestellt hat. Bei der Art des Unterrichts empfangen die Lehrer wiederum wertvolle Einblicke in das Leben der Arbeiterschaft und so ist es möglich, das Band um Hand- und Kopsarbeiter enger zu schlingen und zu einem gegenseitigen Verstehen zu gelangen, das in der Zukunft die besten Folgen haben kann. Die WEA. hat ihre Organisation über das ganze Land ausge- breitet. Der größte Teil ihrer Kurse besteht aus zwölf Einzelstunden, daneben aber gibt es auch Lehrgänge, die Jahre umfassen und Kurz- kurse von sechs bis acht Einzelstunden, sowie zahlreiche Einzclvorträge. In der Verwaltung sitzen Delegierte des Gewerkschaftskongresses, zahlreiche Vereinigungen und Gewerkschaften haben sich neben Tausenden von Einzelmitaliedern ihr angeschlossen. Die WEA. legt großen Wert auf das Zusammenarbeiten mit dem Unterrichts- Ministerium und den für die Bildungsarbeit verantwortlichen Ge- meindebehörden. Sie erhofft dadurch nicht nur eine Förderung her jetzt schon von ihr— geistig völlig frei und unabhängig— geleisteten Bildungsarbeit, sondern erwartet davon auch größeren Erfolg bei ihren auf die Umgestaltung des jetzigen allgemeinen öffentlichen Er- ziehungswesens gerichteten Bestrebungen. Sie vergißt dabei aber niemals, daß die Wurzeln ihrer Kraft und des endlichen Erfolges allein in dem unverbrüchlichen Vertrauen der Arbeiterschaft liegen. für die sie und mit der sie gemeinsam schaffen»vill. Das„National System of Education", die Grundsätze für die allgemeine öffentliche Erziehung, die die WEA. fordert, umfassen die Erziehung und Kleinkinderschulen(Nursery-Schools), die Erziehung in der Grundschule(Primary Education) vom 5. bis 15. Jahre, im Anschluß daran den Unterricht für Besähigte in Fortbildungsschulen mit ganztägigem Unterricht(Secondory Education), sowie die Rege- lung des Universitätsstudiums in der Weise, daß auch dem Aermsten, der die nötige Befähigung ausweist, der Besuch unter allen Um- ständen möglich gemacht wird. Ferner wurden bestimmte Forde- rungen für die Ausbildung der Lehrerschaft aufgestellt und für diese ausreichende Ferien und völlige Lehrfreiheit gefordert. Neben der geistigen tritt die WEA. für körperliche Erziehung und ärztliche Ueberwachung der Schüler ein. Die WEA. begann ihre Tätigkeit im Jahre 1903. Uebcr den Umfang ihrer Arbeiten gibt die folgende Tabelle Aufschluß: 1903 1907 1910 1914 1919 1924 Kurse....... 2 30 145 229 1 100 Studenten....— 60 1117 8343 5320 26272 Angeschlossene Ver- einigungen... 12 283 1389 2 555 2 526 2 540 Einzelmitglieder.. 77 2612 5809 11430 17 136 23 595 Die NCLC. unterhält in London das„Labour College", die Arbciterschule. Sie richtet ebenfalls überall da, wo es nötig wird, Kurse ein, und erteilt auch schriftlichen Unterricht. Unterrichtsgegen-
mus usw. Schon die Auszählung der Unterrichtsfächer 12ßt erkennen, daß die beiden englischen Bildungsvereinigungen sich sehr wohl zu ergänzen vermögen. Auch die NCLC. arbeitet mit einer ganzen Reihe von Gewerkschaften, die sie auch finanziell unterstützen. Im Jahre 1923/24 Hot sie 698 Abendkurse mit 16900 Teilnehmern abge- halten. Im letzten Jahre war die Zahl der Teilnehmer aus 21 000 angewachsen. In Schottland bestehen ebenfalls Bildungsorganisationen, die mit denen in England übereinstimmen. Es bleibt noch übrig, die Arbeiter- Reise- Nereini- gung(Workers' Travel Association. WTA .) zu erwähnen. Sie wurde zu dem Zweck gegründet, durch Veranstaltung von Arbeiter- studienreisen innerhalb Englands und auch nach dem Auslande die internationale Verständigung zu Ordern und so dem Weltfrieden zu dienen. Die Vereinigung erhäst sich selbst durch ihre Mitglieder- beitrüge Alle Kosten werden so niedrig wie möglich gehallen, etwaige Ueberschüsse dienen dem Aufbau der Organisation. Durch die Studienreise soll auch das Interesse für die Geschichte der betreffenden Länder, ihre geographische Lage, für Literatur und Sprache geweckt werden. Im Jahre 1924 wurden 2500 englischen Arbeitern Auslandsreisen ermöglicht. In den Sprachkursen wurden bisher 250 Schüler in Deutsch , Französisch und Italienisch unter- richtet. Im Jahre 1925 wurden Reisen nach Deutschland , Rußland , Belgien , Italien und der Schweiz veranstaltet und auswärtigen Arbeitern Führer für die Besichtigung von London und anderen englischen Orten gestellt. Ueberall sehen wir frisches geistiges Streben emporkeimen. Aus Neinen Anfängen haben sich beachtenswerte Organisationen zur Förderung der Bildungsarbeit in England entwickelt. Man darf hoffen, daß sich nicht nur hier, sondern überall die klare Erkenntnis durchsetzen wird: Nur mit geschulten und durchgebildeten Arbeitern läßt sich die Befreiung der Arbeiterklasse und damit der Menschheit . ermöglichen..