Gewerkschaftsbewegung
Der Schiedsspruch für die Reichsarbeiter.
Nicht angenommen!
Bom Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter wird uns mitgeteilt, daß die im gestrigen Morgenblatt veröffentlichte Notiz über dis Annahme des Schiedsspruchs für die Reichsarbeiter irrig sei. Die Stellungnahme des Verbandsvorstandes und der übrigen Organisationen steht zurzeit noch aus, jedoch ist auch hier damit zu rechnen, daß genau wie bei den Eisenbahnern der Schiedsspruch abgelehnt werden wird.
Betriebsräte- Konferenz.
Am Sonntag, ben 4. Oftober, vormittags 9 Uhr, findet in den Räumen des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats, Belle vuestraße 15, eine Betriebsrätekonferenz
Genosse Spliedt.
statt, die vom Ortsausschuß Berlin des ADGB . gemeinsam mit dem AFA- Ortstartell einberufen wird. Als Tagesordnung ist vorgesehen: 1. Das Arbeitsgerichtsgefeß. Referent Prof. Rastel on 2. Erwerbslojenfürsorge, Arbeitslosenversicherung. Referent Für die Teilnahme hat der Betriebsräteausschuß eine Verteilung vorgenommen, wonach von jeder Organisation eine beftimmte Zahl Don Betriebsräten und Vorstandsmitgliedern vertreten sein tönnen. Bis zum 20. September find Namen und Adressen ber Delegierten dem Sekretär des Ortsausschusses des ADGB . mit auteilen.
Hrad sid
zu dem Ergebnis der Berhandlungen Steffung zu nehmen hat.| arbeitslos find, den wohlverdienten Sohn auszuzahlen, fei Bersammlungsort und zeit werden noch bekanntgegeben. Wir bitten dahingestellt. Jedenfalls ist es eine ziemliche Rücksichtslosigkeit, die schon jetzt für restlose Beteiligung Sorge zu tragen. Arbeiter drei Wochen lang ohne Lohn hinzuhalten, um sie dann mit leeren Händen auf die Straße zu setzen.
AfA Metalltartell Günther. Lange. Rothe.
Strafe muß sein.
Zu unserer unter vorstehender Ueberschrift in Abendblatt vom Donnerstag, den 10. September, veröffentlichten Notiz teilt uns die Gewertschaft Deutscher Lokomotivführer mit, daß sie der Angelegenheit des bestraften Lokomotivführers nicht nur nicht gleichgültig gegenüberstand, sondern daß sie im Gegen teil dem Kollegen in jeder Weise zu seinem Rechte zu verhelfen bemüht gewesen ist. Das darüber vorliegende reichhaltige Aftenmaterial ist der Redaktion des„ Vorwärts" zur Einsichtnahme vorgelegt worden.
Zum Arbeitsbeginn im Bäckergewerbe. Dem Drängen der Bäckerinmungen nachgebend, hat der jetzige Handelsminister der auf 6 Uhr morgens im Verbot der Nachtarbeit festgesetzten Arbeitszeitbeginn bereits um 5 Uhr morgens zugelassen. Von der Erlaubnis hierzu, die die Landesbehörden unter bestimmten Boraussetzungen erteilen fönnen, ist weitgehend Gebrauch gemacht worden. Sehr gegen den Willen der Bäckergefellen, die nunmehr mangels so früher Fahrgelegenheit den Weg zur Arbeitsstätte bei jeglicher Witterung zu Fuß zurücklegen müssen. In der Großstadt zumal find Wege von einer Stunde und mehr feine Seltenheit. Die Arbeitszeit ist demnach ohne weiteres um die zu diesen Wegen notwendige Zeit verlängert.
Für Berlin ist diese Erlaubnis zunächst bis zum 30. Sep tem ber erteilt worden. Die Bädermeister, die durchweg bei etrogestadthren Betrieben wohnen, möchten nun den 5- Uhr- Anfang auch auf die Wintermonate ausgedehnt missen. Die Bädereiarbeiter sind natürlich feineswegs davon entzückt, auch in der Winterzeit die weiten Wege zu Fuß zu machen und sich den Unbilden der Witterung auszufezen, umso weniger, als fie eine Notwendigkeit hierzu nicht einsehen können.
Die Angestelltengehälter in der Metallindustrie. Der Zentralverband der Angestellten hatte zum letzten Mittwoch für die Fachgruppe Metall in Haverlands Festfälen eine Mitglieder verfammlung einberufen, in der über die am gleichen Tage erfolgten Gehaltsverhandlungen mit dem BBMI. berichtet wurde. Die AfAverbände hatten zum 31. Auguft die bisherige Staffelung gefündigt, um auch für die Gruppen K und T 3-4 b3 m. Meistergruppen- wofür ab 1. Januar der sogenannte Leistungstarif" mit je ein Mindestgehalt für jede Gruppe besteht die Durchftaffelung, wie für die Gruppen I und II, wieder einzuführen. Darüber hinaus ist für alle bisherigen Januar- Tarifgehälter( auch die laut Ueber gangsvorschrift) eine Erhöhung um 26 Prog. gefordert worden.
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Am Donnerstag wird sich eine Versammlung der Bädereiarbeiter mit dieser Angelegenheit befaffen und gegen die Ausdehnung des 5- Uhr- Anfangs auch auf die Wintermonate energischen Protest erheben.
Um die Arbeit und um den Lohn gekommen.
Die Firma Calm u. Bender Aft.- Gef. ist in Konkurs geDer VBMI. hat dagegen beschlossen, auch für die Gruppen I raten. Trotzdem die Firma durch die Art ihrer Betriebsführung und II die Leistungsbezahlung d. h. je ein Mindestgehalt für jede nicht ganz unschuldig daran zu sein scheint, soll darauf hier nicht Gruppe auf der Grundlage von 0 Entlohmungsdienstjahren zur zur näher eingegangen werden. Die am fühlbarsten Getroffenen find Anwendung zu bringen. Die Berhandlungen wurden dann auf die 39 bei der Firma bisher beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Wunsch des VBM3. bis Donnerstag, den 17. September, verDrei Wochen haben sie sich von der Betriebsleitung vertrösten tagt, damit die Vertrauenstommiffion des Arbeitgeberverbandes laffen und ohne jeden Lohn gearbeitet. Es wurde ihnen versprochen, nochmals zu den Forderungen der Angestelltenverbände Stellung alle Eingänge prozentual an sie zu verteilen und dgl. mehr. Nichts nehmen fann. von alledem ist geschehen. Kürzlich erschien der Kontursverwalter, ließ noch zwei Tage voll arbeiten, bezahlte die zwei Tage aus und entließ ein Drittel der Belegschaft. Der Rest der Belegschaft sollte fieben Tage aussehen, erhielt aber inzwischen ebenfalls die Entfassungspapiere. Die Angestellten werden zunächst weiterbeschäftigt und aus den täglichen Eingängen entlohnt. Für die Arbeiter ist offenbar fein Geld da, um ihnen den schuldigen Lohn für drei Wochen auszuzahlen. Ob die Gesellschafter der Firma oder der Herr Kommerzienrat Falt tatsächlich nicht in der Lage sind, die 5000 m. aufzubringen, um den Arbeitern, die jetzt obendrein
Die lebhafte Distusfion in der gut besuchten Bersammlung hat erfreulicherweise erkennen lassen, daß die faufmännischen Angestellten nicht nur wieder vollzählig die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation erkannt haben, sondern auch bereit sind, die organifatorischen Machtmittel zur Erreichung befferer Gehaltsbedingungen anzuwenden.
Für die AfA- Mitglieder der Berliner Metall. industrie findet am Donnerstag eine Versammlung statt, die
Die Betroffenen werden zu der Angelegenheit am Donnerstag nachmittags 4 Uhr im Verbandshause, Linienstraße, Stellung nehmen, hoffen aber, daß bis dahin eine sie befriedigende Regelung der Angelegenheit erfolgt ist.
Wozu die Unternehmer Geld haben.
Man schreibt uns: Seit dem 1. Mai 1924 führt der Beutsche Metallarbeiterverband mit der Direktion der Benzwerte Gaggenau ( Murgtal) einen erbitterten Kampf um das Koalitionsrecht der Arbeiter. Die Belegschaft faßte am 30. April 1924 in einer Versammlung den Beschluß, entsprechend den Weisungen des Landesvorstandes der Gewerkschaften Badens, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu begehen. Ein großer Teil der Belegschaft kam diesem Beschlusse nach. Als Antwort warf die Direktion der BenzWerte damals sämtliche Vertrauensleute der Organisation neben dem größten Teil der Mitglieder des Arbeiterrats auf das Pflaster. Berhandlungen mit der Direktion scheiterten, da sie verlangte, daß diejenigen, welche wieder eingestellt sein wollten, de- und wehmütig gehandelt hätten. Dies lehnten die Gemaßregelten ab. Es wurde erflären sollten, daß sie im Unrecht seien, und aus Unwijsenheit auch vor dem Oberlandesgericht wurde die Firma verurteilt, von der Klageweg beschritten. Sowohl vor dem Landgericht als den 52 Gemas regelten 50 wieder einzustellen und zur Tragung der Kosten zu 9/30. Das Urteil des Oberlandesgerichts ist erst dieser Tage gefällt worden. Die Firma hat durchblicken lassen, daß fie Re. vision gegen das Urteil beim Reichsgericht einlegen will. Nicht etwa deshalb, weil Aussicht besteht für die Firma, den Prozeß zu geminnen, sondern weil sie eben die Opfer ihrer Rache noch länger hinziehen mill.
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Brutaler hat wohl selten eine Firma ihren Machtstandpunkt vorgefehrt. Ein Antreibersystem der schlimmsten Art eriſtiert im Betrieb. Das Denunziantentum treibt die schönsten Blüten. noch im Betrieb tätigen Mitglieder der Gewerkschaften werden schikaniert bis aufs Blut. So sieht ein Betrieb aus, der auf Kundschaft in erster Linie der Konsumvereine reflektiert. Die Firma produziert in Gaggenau La ft fraftwagen
Achtung, SPD - Betriebsvertrauensleute!
Der Kämpfer Nr. 15 ist fertiggestellt und kann im Bureau, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Tr., in Empfang genommen werden. Besonders die Bertreter der Alein- und Mittelbetriebe werben ersucht, rechtzeitig abzuholen. Barteiausweis ist mitzubringen. Bezirksverband Berlin der SPD. , Betriebssekretariat.
Graphisches Gewerbe. Der Rämpfer" Str. 15 ift erschienen und wird morgen, Montag, im Graphischen Vereinshaus, Alegandrinenftraße 44, ab 8 Uhr morgens ausgegeben. Besondere schriftliche Aufforderung erfolgt nicht. Die Barteigenoffen werden dringend gebeten, dafür Gorge zu tragen, daß die Abholung für ihre Betriebe erfolgt. Achtung, S. Lorenz, Tempelhof . Am Montag früh Kämpfer" abholen. Am Dienstag nachmittag 4% Uhr bei Ringer, Berliner Str. 100, wichtige Bersammlung aller SPD. - Genoffen. Regen Besuch erwartet Der Fraktionsvorstand.
( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.)
Berantwortlich für Bolitit: Ernft Renter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Eztorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin . Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin . Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin SM. 68 Lindenstraße 3. Sierzu 3 Beilagen und Unterhaltung und Biffen".
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