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Wo das nicht geht, wo sich die Regierung selbst nicht nur der Deffentlichkeit in Deutschland , sondern auch den ausländi­fchen Regierungen gegenüber engagiert hat, wie in der Frage des Acht stundentages, da wird die Angelegenheit, wie es in der Aftennotiz so schön heißt ,,, mit allen Mitteln in die Länge" gezogen. Es verschlägt den Reichsarbeitsminister nicht, vor einem Jahr öffentlich die b aldige Verabschiedung des Arbeitszeitgefeges, die Wiederherstellung des Achtstundentages bestimmt angekündigt zu haben; es ver­schlägt ihn nichts, sich den Arbeitsministern Frankreichs und Belgiens gegenüber zur Ratifizierung des Abfom mens von Washington verpflichtet zu haben, und der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände ein Jahr darauf das Versprechen zu geben, daß höchstens bis Ende dieses Jahres ein Referentenentwurf zustande kommen fönnte: ,, der dann zur öffentlichen Diskussion gestellt, zum Ministerialent­murf verdichtet, zum Kabinettsentwurf ausgearbeitet und schließlich dann auch noch dem Reichswirtschaftsrat porgelegt werden müßte."

Aber selbst diefes mit allen Mitteln in die Länge gezogene Gesez foll ,, f ein einheitliches Arbeitsgefeg" wér­den. Man will nach dem Rezept, das vor einigen Monaten in Bommerschen Landbund zur Sozialpoliiit der gegenwärtigen Regierung gegeben wurde, so tun, als täte man etwas, ohne daß dabei etwas herauskommt. Der Pommersche Landbund ist aber noch hinter der Wirklichkeit zurückgeblieben. Denn was bei den Bereinbarungen zwischen der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände und dem Reichsarbeits minifterium heraustommt, ist nicht nur teine Sozialpolitit, fondern ein fombinierter Angriff des Reichsarbeits­ministeriums und der Bereinigung der deutschen Arbeitgeber­verbände auf die Löhne, die Arbeitszeit, und die gesamte Sozialpolitit.

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Der Kniff".

Die Nationalisten mit der Botschafter- Erklärung unzufrieden.

Die deutsche Regierung hat einen Weg gesucht, um dem Geschrei nach einem Widerruf der Kriegsschuldlüge" Genüge zu tun, ohne den Konferenzplan zu gefährden. Sie hat sich damit nur selber im Ausland Schwierigkeiten bereitet, ohne die Schreier im Inland auch nur im geringsten zu befriedigen. Man lese, wie die Deutsche Zeitung", das Organ der Oppofition in der deutschnationalen Partei, über die ganze An gelegenheit urteilt:

Ganz Unglaubliches bekommt man zu hören über die Art, wie die deutsche Regierung die nationale Forderung auf Widerruf der Kriegsschuldlüge zu erfüllen gebentt. Es wird nicht etwa ben feindlichen Regierungen eine an diese gerichtete Note überreicht, sondern es wird lediglich mündlich durch den deutschen Botschafter erflärt werden, daß eine erneute Anerkennung der Kriegsschuld bei den Sicherheitsverhandlungen und den Eintritt Deutschlands in den Bölterbund für die deutsche Regierung nicht in Frage kommen fann, daß sie vielmehr auf dem Standpunkt der Rundgebung der Regierung Marg vom 30. August stehe. Bor einer amtlichen beutfchen Rote in der Kriegs fchuldfrage hatte man in Pariser amtlichen Kreisen die größte Besorgnis, weil sie die französische Regierung gezwungen hätte, amtlich und öffentlich zur Frage der Kriegsschuld Stellung zu nehmen. un braucht Frankreich die Erklärungen des Botschafters lediglich zur Renntnis zu nehmen und zu den aften zu legen. Das ist Befrug am deutschen Bolte. Nicht darauf fommt es an, daß Deutschland fich für nichtschuldig erklärt, sondern darauf, daß die Ententeregierungen zur Abgabe einer derartigen Erklärung gezwungen werden. Das ist die Forderung des nationalen Deutschland und dieser Forderung In dem Teil der Afternotiz, den wir am Freitag in der wird die deutsche Regierung nicht gerecht. Es ist von großer Abendansgabe nur auszugsweise wiedergaben, heißt es ut. a.: Bedeutung, wie das nationale Deutschland , aber auch wie sich die Bor allem erklärte sich Gigler völlig mit mir dar nationalen Parteien zu diesem Ausweichen der deutschen Regierung über einig, daß es ganz ausgefchloffen wäre, der ein- ftellen werden. Man hofft in Paris , daß die Rechtskreise den kniff fehenden Wirtschaftskrifts, die auch er spätestens ab Ot gar nicht verstehen werden; um fo nötiger wird es sein, die vater tober erwarte und der damit verbundenen Tendenz desländischen Kreise Deutschlands darüber aufzuklären, daß diefe Art Lohкabbaues durch das Mittel des staatlichen Tarif- der Erledigung der Kriegsfchuldfrage gar nichts bebeutet Lohnabbaues durch das Mittel des staatlichen Tarif- und Deutschland in feiner Beise frei macht von der Anflage der zwanges entgegenzuwirken, eine lebereinstimmung, die ich Schulb am Kriege. mit besonderer Genugtuung feststellte." Die beson Man muß zugeben, daß diefe Ausführungen einer ge dere Genugtuung des Vertreters der Vereinigung der deut- wiffen Logit nicht entbehren. Eine Notifizierung der amtlichen schen Arbeitgeberverbände fann man ohne weiteres ver Auffassung, die stillschweigend zur Kenntnis genommen wird, ftehen. bedeutet nichts als eine Wiederholung des längst Gefagten. Die Frage, die zur Diskussion steht und die nicht mehr von Das wird auch in einer deutschen offiziösen Erflärung zuge der Tagesordnung verschwinden wird, ist folgende: Im fapi- geben, in der, offenbar in der Absicht, die schädlichen Wir­tefiftischen Wirtschaftssystem sind alle wirtschaftlichen Macht- fungen abzumildern, gefagt wird: mittel in den Händen der Unternehmer. Um das Uebermaß von Ausbeutung nicht zu einer öffentlichen Gefahr werden zu lassen, haben alle fapitalistischen Staaten früher oder später Metrifterien für Sozialpolitit eingerichtet, deren ausge­sprochene Aufgabe der Schuh der Arbeiterschaft gegen die lebergriffe der Unternehmer ist. Diefe Ministerien für Sozialpolitik find gewiffermaßen das Sicherheitsventil ber tapitalistischen Wirt

Ichaft.

Dr. Brauns faßt seine Aufgabe im umgefehrten Gimme auf. Er nimmt Aufträge entgegen von dem reattio­märsten Flügel der Unternehmer über Broschüren, die er zu schreiben hat, über Schiedssprüche, die er oder feine beauftragten Beamten zu fallen haben, über Gesege, die fabotiert und mit allen Mitteln in die Länge gezogen werden müssen. Dr. Brauns sieht seine Aufgabe darin, als Reichs arbeitsminister die besondere Genugtuung ber deutschen Arbeitgeber verbände hervorzurufen. Selbst ein Blatt wie Der Deutsche" die übrige bürger liche Preffe hüllt sich einmütig in verlegentes Schweigen ift der Meinung, daß mit der Erklärung des Reichsarbeitsministe riums die Angelegenheit nicht erledigt sein dürfte. Ben fanm es wundern, wenn mir der gleichen Ansicht sind!

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Das neue Zoologische Museum in Berlin . Die Gammlungen in der Invalidenstraße, in denen das Berliner Boologische Museum sich darstellt, sind jetzt wieder eröffnet worden. Sie bieten jedem Besucher eine Ueberraschung. Mit einer Neu­ording in den Neubauten hat die Sammlung vollkommen ihr Geficht verändert. Ueber die Ziele, denen man dabei nachgeht, äußert sich jeht der Direktor des Museums, Professor Dr. Karl Bimmer, in den Berliner Hochschulnachrichten

21s 1889 das Mufennt für Naturkunde feine Pforten öffnete, Bonnte es fich mit Stolz als eine Pflegestätte der Naturwissenschaften bezeichnen Gewaltig war der Fortschritt gegen die fümmerlichen Berhältniffe, unter benen die naturwissenschaftlichen Sammlungen bis zu jener Zeit fm Universitätsgebäude vegetieren mußten. Bor allem war es bas Zoologische Museum, die größte der drei nun im sigenen Gebäude untergebrachten naturwissenschaftlichen Sammlun gen, dem der Bruch mit früheren Gewohnheiten ein durchaus ver anbertes Geficht gab. Borher hatte man mit geringen Ausnahmen alle Schätze des Marfeums in fyftematischer Anordnung dem Publi­fum gezeigt. Ein und diefelbe Sammlung diente dem doppelten Swedte, ben ein Zoologisches Museum zu erfüllen hat: einmal Stu dien und Untersuchungsmaterial für den Forscher aufzufpeichern, zweitens dem Bublifum zoologische Kenntniffe zu übermitteln und Anregung zu gewähren. Beim Beziehen des neuen Gebäudes wurde eine ftritte Trennung vorgenommen, der größte Teil der Objekte wurde in Räumen untergebracht, die als wissenschaftliche Sammlung bas Material enthielten, das dem Forscher diente und mur ihm zu gänglich waren, und in besonderen Räumen war die Schaufamm Die Jahre vergingen, die Ansprüche, bie an ein 3oologisches Museum gestellt umrden, änderten fich, neue Museen wurden unter Berildsichtigung dieser neuen Anforderungen gebaut. Das 30olo gifche Museum in Berlin tonnte nicht mehr in jeder Beziehung seinen Rang als führendes deutsches Museum halten. In einem tonnte es nicht gefchlagen werden; nach wie vor blieb die wissenschaftliche Gammlung die bei weitem umfangreichfte aller deutschen Museen und steht, wie immer, auch heute noch, ebenbürtig den allerersten Samindungen des Auslandes zur Seite. Aber die Schaufammlung mar hon langft überholt. Ein Erweiterungsbau war unvermeidlich geworden. Begonnen im Jahre 1914, wurde er während des Krieges vollendet.

Die diesbezügliche deutsche Auffaffung ist so bekannt und ihre Behandlung im Zusammenhang mit der Bölferbundfrage ist unter der Kanzlerschaft Mart bereits so lange feftgelegt worden, daß hier­mit nichts Neues gejagt wird. Diese Auffaffung zieht sich wie ein roter Faden durch die Erklärungen aller deutschen Regierungen, seitdem der damalige Reichsaußenminister Graf Brockdorff- Rangau fie 1919 bei Entgegennahme des Bersailler Bertrages zum Ausbrud gebracht hat.

Wenn man also durch die Wiederholung des schon oft Gesagten nicht eine Disfuffion über geschichtliche Streitfragen oder gar über die Rechtsgültigkeit des Bertrags von Bersailles herbeiführen will, dann ist sie wirtlich nichts als Spiegel fechteret, nichts als ein Berfuch, unter Schädigung deutscher Intereffen auf gewisse Barteiftrömungen beruhigend zu wirfen. Daß auch nicht einmal dieser 3med erreicht worden ist, zeigen die Ausführungen der Deutschen Zeitung".

Geschäftstüchtige Bajuvaren.

Maffenbetrug beim Oktoberfest.

München , 28. September. ( Eigener Drahtbericht.) Die Münchener Polizei ist bei dem diesjährigen Ottoberfest, das einen Maffen besuch aus allen Teilen Bayerns aufzuweifen hat der Sonn­

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abend und Sonntag brachte meit über 100 000 Menschen aus der Provinz einem großangelegten Maffenbetrug auf die Spur gefommen. Veranlaßt durch allgemeine Klagen über schlechtes Einschenten hielt die Polizei auf der Oktoberwiese eine Razzia in den großen, von den einzelnen Brauereien gestellter Bierbuden ab und stellte fest, daß die Schenkfellner durch schlechtes Einschenken durchschnittlich ein Fünftel mehr Bier aus den Fässern verzapfen, als diese Fäffer Inhalt hatten. Nach den Fest. Stellungen der Polizei ist dieser Betrug zurückzuführen auf Ver. träge, die die Schenffellner mit den Brauereien abgefchloffen hatten. Der durch diesen Massenbetrug erzielte Gewinn ist außerordentlich hoch. Ein einziges Faß mit 200 Liter Inhalt bringt einen Betrugsgewinn von rund 5000 m. Dabei ist zu bedenfen, daß in diesen Riesenzelten, die 3000 und mehr Ber. fonen faffen, pro Tag mehr als 200 Gässer Bier ausge­( dhentt werden.

Reichsbannertag in Regensburg .

München , 28. Geptember.( Eigener Drahtbericht.) In Regens burg, der historischen Stadt der Reichsfarben Schwar- Rot- Gold und der heutigen Zentrale der Bayerischen Boftspartei, hielt das Reichsbanner am Sonntag seine Bannerweihe, zu der aus dem ganzen Lande mehrere Taufende von Kameraden zusammengeströmt waren. Den Höhepunkt der Feier bildete die Festrede, die an Stelle des im letzten Augenblid verhinderten Reichstanzlers a. D. Mars gegen dessen Erscheinen in der reattionären Preffe außerordentlich gehetzt worden war, der Vorsitzende der Windthorst- Bünde, der Reichstagsabgeordnete Krone Berlin , übernommen hatte. Nachdem er das Reichsbanner als das Symbol für Groß- Deutschland charatterifiert hatte, mahnte er zur Wahrung demokratischer Werte auch in Fragen der Kulturpolitit und erklärte zum Schluß unter stürmischem Beifall: Freunde, wer hat diese schöne Stadt erbaut? Der aufstrebende Bürgerstand des Mittelalters. Der Adel, die Feudal- herren regierten damals. In zähem Ringen er­rang der neue Stand der Bürger Position um Bosition. Heute fizt er am Ruder, doch grollend, fraftstrogend tommt heute noch ein neuer Stand hoch: das Arbeitertum. Es ringt um seinen Plaz in der Gesellschaft. Man will ihm diesen Blaz Der. wehren, wie man es einftmals dem Bürgertum tat. Ein eitles Be ginnen. Freunde! Bir wollen zu jenen gehören, bie bie not bes Broletariats sehen, die ben Sinn dieser um ihren Plaz fämpfenden Arbeiterschaft verstehen. Dann erfüllen wir die Aufgaben, die uns die Zeit zu lösen geftellt hat: Friebensbringer au fein im Streit für soziale Gerechtigkeit. Kame­raben vom Reichsbanner, das ist die foziale Barole unferes Banners Echwarz- Rot- Gold."

Vormarsch in Schlesien . Bezirksparteitag in Breslau . Breslau , 28. September. ( Eigener Drahtbericht.) Die Sozial­ demokratische Partei für Mittel- und Oberschlesien hielt am Sonn­Borsitzender abend und Sonntag ihren Bezittsparteitag ab. Genoffe ma che fonnte dabei über erfreuliche Fortschritte berichten, da im Berichtsjahr über 3000 neue Mitglieder gewonnen und über 80 neue Ortsgruppen gegründet wurden. In den letzten Monaten seit Abschluß des Berichtsjahres hat sich diele günstige Neu gegründet wurde eine Entwidlung noch fortgelegt. Bezirksarbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Kommunalpolitiker, in der die über 1200 parteigenössischen Vertreter in den Gemeinden und Kreifen des Bezirks zu einheitlicher Arbeit zufammengeschloffen werden sollen. Bei den Wahlen des lezten Jahres ist die Sozial. demokratie in Mittelschlesien wieder die stärffte Partei ge morden. Nicht ebenso befriedigend war der Kaffenbericht. Es wurde daher eine Neuregelung des Beitrages befchloffen: Unter Begfall fämtlicher Sonderbeiträge beträgt fünftig ber neue Bochenbeitrag 20 Bf. für männliche und 10 Bf. für weibliche Mitglieder, wovon 20 Broz. den Drtsgruppen und 5 Proz. den Kreisvorständen zu fließen. Neu beschlossen wurde eine Sterbeunterstügung für jedes Barteimitglied in Höhe von 40 M. Das politische Hauptreferat hielt Genoffe Stelling vom Parteivorstand.

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in der Aufstellungsweise trgt gegen früher, als die Schaujammlung| einigten Chöre des Bezirts fangen zwei Tendenglieder unter Leitung

nur über Form der Tiere und zoologisches System unterrichtete, ein wesentlicher Fortschritt ein. Die biologische Aufstellung tam ausgiebig zur ihrem Recht. Das ist es ja gerade, was das moderne So Museum anstrebt, die Lebensweise der Tiere zu illuftrieren. wurden Dioramen gebaut, in denen sich die größeren deutschen Säuge tiere an ihrem Wohnort dem Auge barbieten. In Bitrinen werden die deutschen Vögel mit ihren Restern in natürlicher Umgebung gezeigt. Kleinere biologische Gruppen unterrichten über die Lebensweise der Kriechtiere und der Insekten. Auch sonst wird bei der Aufstellung, wo es nur immer angeht, darauf Bedacht genommen, Lebensweise und Lebensäußerungen der Tiere zu berüdfichtigen. Auch in der systematischen Zusammenstellung von typischen Vertretern der Tiere der ganzen Welt in der allgemeinen Gamm lung soll das biologische Moment ausgiebig zur Geltung fommen, in ähnlicher Weise, wie es für die beutsche Sammlung" ausgeführt wurde. Im übrigen aber soll dieser Teil des Museums eingeschränkt werben. Daß er bisher fast allenthalten in den Museen nahezu alleinherrschend war, ist nicht zu rechtfertigen und ein Ueberbleibjel aus der Zeit, als noch eine gemeinschaftliche Sammlung ben Mate tialspeicher für den Forscher und gleichzeitig den Ort der Belehrung für das Bublifum darstellte. Es war die Zeit, als die biologischen Wiffenschaften noch beschreibende Naturwissenschaften waren, jetzt aber find fie zu erklärenden Wissenschaften" geworden. Der Zoologe beschränkt sich nicht mehr darauf, festzustellen, wie ist das Tier gebaut, er sucht zu ergründen, warum es gerade so gebaut ist und nicht anders. Ueber all diese Forschungseinrichtungen muß ein neuzeitliches Museum, soweit es irgend angeht, das Publikum unter chehen. Hier soll beispielsweise gezeigt werden: Wie ist der tierische Rörper an das Leben der Tiefsee angepaßt, wie unterscheiden sich Pflanzenfresser vom Fleischfresser, wie pflegt bas Tier seine Brut, welche Schuhmittel hat es im Kampf gegen feine Feinde und unendlich vieles mehr. Bei der Neuordnung werden endlich die jetzt im Museum zerstreuten vergleichend- anatomischen Präparate in einem besonderen Saal als vergleichend- anatomische Sammlung" vereint.

An allebem wird eifrig gearbeitet. Aber nahirgemäß werden noch Jahre vergehen, ehe alles vollständig fertig ist.

Deutscher Arbeiter- Sängerbund, 9. Begirt. Es war ein gutes und auch zweckmäßiges Unternehmen des 9. Bezirts, seine Kräfte Wie ftellte fich die alte Schaufammlung bar? In einem Saale gesammelt und in einzelnen Teilen am Sonntag in der neuen Handen deutsche Säugetiere und Bögel. In den verschiedenen Welt" vorzuführen. So gab es einen Blid über den Stand der Räumen verteilt waren vergleichend- anatomische Präparate. Im Chorpflege in seinem Bereich, ehe die einzelnen Vereine mit eigenen übrigent aber wat das ganze Museum eine Zusammenstellung der Veranstaltungen hervortreten. Den ersten Teil des Abends füllten typischen Bertreter des Lierreiches, streng nach den zoologischen die fleineren Chöre aus( Männerchor Ideal ". Männerchor 1923 Syftemen geordnet und nebeneinander in den Schränken aufgereiht. Berlin , Neuköllner Liebertafel, Neuköllner Sängerchor, Gangesecho Bet ber neuen Einteilung wurde zunächst einmal die deutsche Tiers Rubow). Sie wiefen die üblichen Leistungen und das gewohnte welt ganz besonders bedacht. Gerade eine ausgiebige Demonstration schwierige Arbeitsbild auf, das nur durch das mehr oder minder der heimischen Fauna ist ja für das Publikum, vor allem für die vorhandene chormeisterliche Beschick des musikalischen Führers etwas Schüler von ganz besonderem Wert. Weitaus der größte Teil des geändert wird. Ziehen wir rein tünstlerisch das Ergebnis dieser Erweiterungsbaues der Schaufammlung wurde bemgemäß für diesen Darbietungen, so ist den fleinen Berliner Chören der Anschluß an Teil des Museums zur Verfügung gestellt. Nicht mehr, wie bisher, große, leistungsfähige Chöre nicht nur anzuraten, sondern er ift nur Gaugetiere und Bögel, nein, alle Tiere herunter bis zu ben Don ihnen zu fordern. Das Mefen der Arbeiter Sängetbewegung einzelligen find in diefer bentfchen Somming vertreten, Hndit vor allem Ergreifen ber Daffen und offengejang, Die per

des Bezirkschermeisters H. G. Rohrbach mit all den Stärken und Schwächen, die solch ein improvifiertes Beieinander mit sich bringt. lleber ben Segar- Chor und die Gesangsgemeinschaft d'Arguto zu sprechen, wird im Laufe des Winters noch reichlich Gelegenheit sein. abgesehen von mancherlei Effetivollem für heute nur soviel, daß und Gesuchten Energie und Leiftung des d'Argutoschen Chores erstaunlich waren. Alfons Meller fang fehr schön ruffifche Lieder, ein Mitglied des Hegar- Chores, Willi Briel, zmer Lieder von Schubert und Hermami. Der Abend war jedenfalls ein 5. G. Treffer.

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Ein neues Syphilisheilmittel. Bissenschaftlichen Entdeckungen, die in fenfationeller Aufmachung verbreitet werden, soll man im allgemeinen ſteptisch gegenüberstehen, da man gerade auf diesem Gebieie in den lezten Jahren zu viele Enttäuschungen erlebt hat. n bem neuen, von dem franzöfifchen Arzt Lavatte entbedten Syphilisheilmittel scheint aber doch etwas zu sein, denn fein geringerer als Profeffor Rour hat in der Bariser Akademie der Wissenschaften darüber begeisterte Mitteilungen gemacht, und Rour ist ein Forscher, der über Verdacht und Zweifel erhaben ist. Den wiffenfchaftlichen Namen des neuen Präparats wird vielleicht nicht einmal der Arzt ganz leicht behalten fönnen; er lautet furz und bündig Acetylozyaminaphenylynat! Das Mittel, das, wie die Science" mitteilt, Wismut und Arsen im Verhältnis von 15 zu 45 enthält, wurde zuerst an syphilitisch infizierten Kaninchen ange­wendet. Nach drei Einspritzungen schon fonnten die Versuchstiere als geheilt entlassen" werden. Irgendwelche Nachwirkungen der in die Muskulatur verabreichten Einsprigungen waren nicht festzu­stellen. Man wagte sich nunmehr auch an Menschen heran, und die erzte, die die Behandlung leiteten, erflärten übereinstimmend, daß in allen behandelten Fällen vollständige Heilung eingetreten fei. Die Wassermannsche Reaktion" verlief in diesen Fällen nach beendigter Behandlung durchweg negativ, b. h es fonnte auch nicht eine Spur von Syphilis mehr entdeckt werden. Wichtig ist auch die Fest ftellung, daß sich das Allgemeinbefinden ber Patienten in auf­fallender Weise hob. Die Behandlung foll feinerlei Begleiterschei nungen übler Art hervorrufen und burchaus schmerzfrei sein. Es bleibt mun abzuwarten, was die Rachprüfungen des Bröparats durch andere Aerzte ergeben werden.

Das Central- Theater bringt die Traufführung von Brang Rabis Triefchübel" am Donnerstag, den 1. Dober. Anfang um 7%, Uhr. Jm Theater i. d. Königgräger Straße findet die Erstausführung von Grabbe's Don Juan und Fauft" am Freitag, bett 2. Ditober statt.

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Eine Theaterausstellung in Magdeburg . 8 feiner lesten Sigung be hloß der Magiftrat, der Beranstaltung der Theaterausstellung endgültig uzustimmen. Die Beteiligung der Stadt om Garantiefonds in Höhe von 100 000. fourbe genehmigt.

Zur Bersteigerung der Achilleion- Ausstattung. Wie dem Nenen Biener Tageblatt aus Albert gemeldet wird, will fich an der Bersteigerung der hrunfbollen Ausstattung aus dem früher bem deutschen Stailer gehörigen Achilleion auf Korfu auch der Erlaifer felbft als Stäufer beteiligen. Angeblich soll er den Bunsch haben, zeitweilig auf Korfu an leben.

Ende der fürfischen Derwifche. Ein Detret ber türlichen Regierung hebt mit fofortiger Mirting bie Slöfter ber Derwische auf und lauft die Defib timer für den Staat. Damit werben gegen 20-000 Dewige helmotios.